Beschreibung
Verfahren und Vorrichtung zur Bereitstellung von gekühltem Frischbeton
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Bereitstellung von gekühltem Schüttgut zur Herstellung von Frischbeton, wobei das Schüttgut in einem Silo von einem Kühlmedium durchströmt und gekühlt wird. Des Weiteren betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zur Bereitstellung von gekühltem Schüttgut zur Herstellung von Frischbeton mit einer Kühlung für das Schüttgut in einem Silo.
Bekannt ist die Notwendigkeit den Frischbeton zur Erzielung einer zum Einbau üblicherweise geforderten Temperatur zu kühlen. Da eine bevorzugte Einbautemperatur z. B. bei +15 °C liegt, ist eine Kühlung vor allem in den Sommermonaten erforderlich. Üblicherweise wird der Frischbeton im Werks- oder Fahrmischer, also unmittelbar bei der Anmischung des Betons, z. B. durch den Zusatz von Scherbeneis gekühlt, wodurch möglicherweise der Wassergehalt des Betons erhöht wird.
Neben dieser herkömmlichen Methode ist es ebenfalls bekannt die Betonkomponenten, also Zement, Wasser oder die Zuschlagstoffe (z. B. Kies und/oder Sand) vor der Mischung zu kühlen. Beispielsweise wird das Wasser zum Anmachen des Betons mit einem Wärmetauscher auf eine Temperatur knapp über dem
Gefrierpunkt von Wasser abgekühlt oder der Zement im Silo, z. - durch Einspeisen von flüssigem Stickstoff gekühlt. Allerdings ist dazu meist die Aufstellung eines zweiten Silos notwendig, in dem die bei der zuletzt genannten Methode entstehende große staubbefrachtete Gasmenge wieder vom Staub befreit werden kann. Bei der Kühlung der Zuschlagstoffe besteht die Schwierigkeit darin, die in einen Silo einzubringende Kälteleistung richtig zu dosieren. Wird z. B. zu kalte Luft in einen Silo eingeblasen, kann es zu einer Vereisung der Zuschlagstoffe im Silo kommen, da die Zuschlagstoffe in der Regel einen gewissen Feuchtegrad aufweisen. Dies kann im ungünstigsten Fall, zum Beispiel bei schwankender (ungeplant niedriger) Entnahmemenge aus dem Silo, zu einem Stillstand der Betonierarbeiten führen.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Methode zur Bereitstellung von Frischbeton einer ausgewählten Temperatur zur Verfügung zu stellen, die wirtschaftlich
sinnvoll zu verwirklichen ist und eine hohe Zuverlässigkeit im Hinblick auf die Verfügbarkeit des Frischbetons aufweist.
Die gestellte Aufgabe wird verfahrensseitig dadurch gelöst, dass das Kühlmedium an einer Stelle aus dem Silo abgesaugt wird und über eine Leitung dem Silo an einer anderen Stelle wieder zugeführt wird, wobei dem Kühlmedium ein Kältemittel hinzugefügt wird und wobei mindestens an einer Stelle der Leitung die Temperatur gemessen wird, die das Kühlmedium aufweist, und diese Temperatur als Eingangswert an eine Steuer- oder Regeleinrichtung übermittelt wird, die die zuzugebende Menge an Kältemittel einstellt bzw. regelt.
Die Unterscheidung zwischen Steuern und Regeln soll ausdrücken, dass es möglich ist durch einmalige Temperaturmessung und ein einmaliges Einstellen der Menge des zuzuführenden Kältemittels bei gleichbleibenden Bedingungen (Witterung, benötigte Betonmenge) ein gutes Ergebnis zu erzielen. Häufiger tritt jedoch der Fall auf, dass sich zumindest eine der genannten Bedingungen ändert und somit eine Regelung der zuzuführenden Menge an Kältemittel notwendig ist, um eine im wesentlichen konstante Temperatur für den Frischbeton zu erzielen.
Besonders vorteilhaft sind die bei der Betonherstellung als Zuschlagstoffe bezeichneten Schüttgüter mit dem erfindungsgemäßen Verfahren zu kühlen. Als Zuschlagstoffe werden meist Sand und/oder Kies verwendet. Die Kühlung der Zuschlagstoffe ist wegen deren hohen kalorischen Anteils an der Betonmischtemperatur besonders geeignet, um auch bei niedrigen zum Einbau geforderten Temperaturen des Frischbetons die Vorgaben erreichen zu können.
Beim Durchströmen der Schüttung im Silo nimmt das Kühlmedium Energie von den Zuschlagstoffen auf. Ist die Schüttung nicht durchgekühlt, wird die Austrittstemperatur des Kühlmediums aus dem Silo nur geringfügig über der Temperatur der ungekühlten Schüttung liegen. Dementsprechend wird von der Regeleinrichtung weiterhin
Kältemittel in das Kühlmedium eingespeist. Erst wenn die Schüttung durchgekühlt ist, entspricht die Temperatur des abgesaugten Kühlmediums der Solltemperatur der Schüttung. In diesem Fall unterbricht die Regeleinrichtung die Zugabe von Kältemittel. Zweckmäßiger Weise wird in diesem Fall darüber hinaus die Leistung der Absaugung von Kühlmedium aus dem Silo reduziert.
Bevorzugt wird das Kältemittel im Bereich des zuführungsseitigen Endes der Leitung dem Kuhlmedium in der Leitung zugegeben. Diese Lösung ist energetisch sehr günstig, jedoch nur wenn der Silo über eine Abdeckung im Kopfraum verfügt. Für den Fall eines oben offenen Silos ist die Zugabe des Kältemittels weiter stromaufwärts in der Leitung zu bevorzugen.
Mit besonderem Vorteil wird als Kühlmedium Luft eingesetzt. Dabei- wird vor allem die freie Verfügbarkeit an jedem Einsatzort sowie die problemlose Mischbarkeit mit dem Kältemittel, vor allem mit einem verdampfenden Kältemittel, als besonderer Vorteil angesehen.
Bevorzugt wird als Kältemittel ein kryogenes Gas zugegeben. Besonders bevorzugt kommt z. B. flüssiger Stickstoff zum Einsatz, der nach der Zugabe zur als Kühlmedium eingesetzten Luft verdampft und dadurch die Luft abkühlt. Die so abgekühlte Luft erreicht beispielsweise eine vorteilhafte Temperatur von - 10°C während einer kontinuierlichen Betonherstellung. Hingegen wird in Betonierpausen beispielsweise eine Temperatur von +1°C, also eine möglichst niedrige Temperatur um den Gefrierpunkt von Wasser angestrebt. Die 0°C sollten in Betonierpausen jedoch nicht nennenswert unterschritten werden, da andernfalls die Gefahr besteht, dass dann nachteilige Vereisungen auftreten.
Vorrichtungsseitig wird die gestellte Aufgabe dadurch gelöst, dass der Silo eine Absaugung für ein Kühlmedium und eine Zuführung für das Kühlmedium aufweist, die über eine Leitung und ein Gebläse außerhalb des Silos verbunden sind, wobei mindestens an einer Stelle der Leitung eine Messeinrichtung zur Ermittlung der Temperatur vorgesehen ist, die das Kühlmedium aufweist, sowie eine Steuer- oder Regeleinrichtung zur Steuerung bzw. Regelung der Menge eines dem Kühlmedium zuzugebenden Kältemittels vorgesehen ist.
Vorteilhaft ist die Zugabe für das Kältemittel im Bereich des zuführungsseitigen Endes der Leitung vorgesehen.
Bevorzugt ist als Kühlmedium Luft vorgesehen und als Kältemittel ein kryogenes Gas, insbesondere flüssiger Stickstoff.
Durch die genannten Ausgestaltungen der Vorrichtung ergeben sich ebenfalls die bereits bei der Beschreibung der Verfahrensschritte geschilderten Vorteile.
Die Erfindung sowie weitere Einzelheiten der Erfindung werden im Folgenden anhand eines in der Figur dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Hierbei zeigt die
Figur eine erfindungsgemäße Vorrichtung mit einem Silo für Schüttgut
Im Einzelnen zeigt die Figur ein Silo 1 für Schüttgut 5 sowie eine Leitung 2 mit einem Gebläse 3, wobei die Saugrichtung des Gebläses 3 durch Pfeile gekennzeichnet ist. Die Messeinrichtung 4 ermittelt die Temperatur des aus dem Silo 1 abgesaugten Kühlmediums in der Leitung 2 und ist über eine Signalleitung 6 mit einer Regeleinrichtung (TIC) 7 verbunden, die ihrerseits über eine Steuerleitung 8 ein Ventil 9 anspricht und dessen Öffnungsgrad einstellt. Das Ventil 9 ist in der Zugabeleitung 10 angebracht, die mit einem Reservoir 11 (z. B. einem Tank 11) verbunden ist und am anderen Ende in die Leitung 2 mündet. Bei geschlossener Stellung des Ventils 9 ist die Zufuhr von Kältemittel (z. B. flüssigen Stickstoff) aus dem Tank 11 in die Leitung 2 unterbrochen.
Das Beispiel soll anhand der Verfahrensschritte weiter erläutert werden: Das Schüttgut 5 im Silol wird von Luft durchströmt, die beispielsweise von oben,, also im Befüllbereich des Silos eingetreten ist. Die Luft wird im unteren Bereich aus dem Silo 1 über die Leitung 2 abgesaugt. Zu diesem Zweck ist das Gebläse 3 in der Leitung 2 installiert. Es entsteht eine Umwälzung der Luft im Silo 1 nach unten und über Leitung 2 wieder nach oben und in den Silo 1 zurück. Die Luft wird damit sozusagen in einem Kreislauf geführt. Bei der aus dem unteren Bereich des Silos abgesaugten Luft wird mit Hilfe der Messeinrichtung 4, die beispielsweise ein Thermoelement enthält, die Temperatur bestimmt und der Messwert wird an die Regeleinrichtung 7 übermittelt. In Abhängigkeit von dem gemessenen Temperaturwert wird der Öffnungsgrad des Ventils 9 geregelt, das die Zugabemenge von flüssigen Stickstoff (Kältemittel)aus dem Tank 11 über die Zugabeleitung 10 in die Leitung 2 bestimmt. Die Zugabe findet in diesem Ausführungsbeispiel in der Nähe des zuführungsseitigen Endes der Leitung 2 statt. Über das Volumen der umgewälzten Luftmenge kann die Geschwindigkeit der
Abkühlung bestimmt werden. Dabei wird vorteilhaft von einer konstanten Temperatur des Kühlmediums ausgegangen.