Beschreibung
Lichtwellenleiter mit einer Markierung und Verfahren zur Herstellung eines derartigen Lichtwellenleiters
Die vorliegende Erfindung betrifft einen Lichtwellenleiter, der mit einer kontinuierlichen Beschichtung und mit mindestens einer abgegrenzten Markierung versehen ist, sowie ein Verfahren zur Herstellung eines derartigen Lichtwellenlei- ters .
Ein Lichtwellenleiter dieser Art. ist aus US 5 379 363 bekannt. Darin ist ein Lichtwellenleiter gezeigt, der oberflächlich mit ringförmigen Markierungen versehen ist. Der Lichtwellenleiter und die Ringmarkierungen sind außerdem mit einer Deckschicht aus UV-härtbarem Lack versehen. Die ringförmigen Farbmarkierungen können eine Dicke von einigen Mikrometern aufweisen.
Jede der Farbmarkierungen bildet eine Auftragsschicht an lokalen Stellen entlang der Längserstreckung des Lichtwellenleiters, die gegenüber dem sonstigen, kreiszylinderförmigen Außenumfang des Lichtwellenleiters radial nach außen absteht. Die nachträglich auf den Lichtwellenleiter abgegebenen Farb- markierungen wirken als Inhomogenitäten. Insbesondere können sie lokale Materialspannungen und damit Mikrobiegungen der im Lichtwellenleiter enthaltenen Lichtleitfaser hervorrufen, so daß unerwünschte Übertragungsverluste infolge von Mikrobiegungen entstehen können.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen Licht- Wellenleiter der eingangs genannten Art anzugeben, bei dem Mikrobiegungsverluste infolge von Markierungen auf dem Lichtwellenleiter weitgehend vermieden werden.
Außerdem ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zur Herstellung eines derartigen Lichtwellenleiters anzugeben .
Die Aufgabe betreffend den Lichtwellenleiter wird gelöst durch einen Lichtwellenleiter gemäß Patentanspruch 1. Die Aufgabe betreffend das Verfahren wird gelöst durch ein Verfahren zur Herstellung eines mit einer abgegrenzten Markierung versehenen Lichtwellenleiters gemäß Patentanspruch 5.
Die Markierung des erfindungsgemäßen Lichtwellenleiters ist in Form eines partiellen Farbumschlags des Beschichtungsmate- rials bewirkt, der sich farblich von dem an die Markierung angrenzenden übrigen Beschichtungsmaterial abhebt. Demnach werden bei der Erfindung die Markierungen nicht durch eine jeweilige Auftragsschicht gebildet, die nachträglich auf den Lichtwellenleiter aufgebracht werden, so daß keine Inhomogenitäten infolge derartig aufgebrachter Farbmarkierungen entstehen können. Dadurch wird wirksam vermieden, daß es zu lo- kalen Materialspannungen und damit zu Mikrobiegungsverlusten einer im Lichtwellenleiter enthaltenen Lichtleitfaser kommt.
Dem Beschichtungsmaterial wird zur Bildung der Beschichtung bzw. eines sogenannten Coatings oder Kabelmantels des Licht- Wellenleiters ein Eisensalz einer aliphatischen Kohlenwasserstoffsäure und Gallussäure beigemengt. Der mit dem Coating beschichtete Lichtwellenleiter wird anschließend zumindest oberflächlich partiell erhitzt, so daß an der erhitzten Stelle des Lichtwellenleiters der partielle Farbumschlag zur Her- Stellung der Markierung bewirkt wird. In einer bevorzugten
Ausführungsform wird dem Beschichtungsmaterial ein Eisenstea- rat und Gallussäure beigemengt. Nach dem Erhitzen über den Schmelzpunkt des Eisensstearats hinaus reagieren die Eisenionen mit der Gallussäure, wodurch insbesondere ein schwarzer Farbumschlag des Beschichtungs aterials erfolgt.
Die erforderliche Erhitzung kann vorteilhaft durch energetische Strahlung, insbesondere mittels eines Laserstrahls bewirkt werden. Die erforderliche Erhitzung kann auch mittels einer partiell geheizten Umlenkrolle bewirkt werden, über die der Lichtwellenleiter im Herstellungsprozeß geführt bzw. abgezogen wird.
Gegenüber Lichtwellenleitern mit radial nach außen abstehenden Farbmarkierungsschichten kann mit der Erfindung eine hö- here Abriebfestigkeit der jeweiligen Markierung bzw. Beständigkeit gegen Lösungsmittel gewährleistet werden. Da keine zusätzlichen Materialaufträge notwendig sind, kann die Beschichtung bzw. das Coating des Lichtwellenleiters in einem Arbeitsgang als durchgehend glatte, einen gleichmäßigen Au- ßendurchmesser aufweisende Beschichtung ausgebildet werden. Durch einen gleichmäßigen Durchmesser des Lichtwellenleiters werden Probleme bei der weiteren Verarbeitung, zum Beispiel bei einer nachfolgenden Verseilung, oder Probleme im Hinblick auf die optischen Eigenschaften des Lichtwellenleiters wirk- sam vermieden. Beim erfindungsgemäßen Lichtwellenleiter können die Markierungen bei der weiteren Verarbeitung, beispielsweise bei der Verseilung, nicht abgetragen werden. Insbesondere ist ein Abrieb oder eine Beschädigung der Markierungen nicht mehr möglich. Neben solchen mechanischen Vortei- len ergeben sich optische Vorteile, etwa in Form der Vermeidung von Zusatzdämpfungen infolge von Durchmesseränderungen des Lichtwellenleiters durch Farbmarkierungsaufträge.
Weitere vorteilhafte Aus- und Weiterbildungen der Erfindung sind in Unteransprüchen angegeben.
Die Erfindung wird im folgenden anhand der in der Zeichnung dargestellten Figuren näher erläutert. Es zeigen
Figur 1 ein erstes Ausführungsbeispiel zur Durchführung eines erfindungsgemäßen Verfahrens,
Figur 2 ein weiteres Ausführungsbeispiel zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens .
In Figur 1 ist ein Lichtwellenleiter LW dargestellt, der im Rahmen des Fertigungsvorgangs von links nach rechts, bewegt wird. Der Lichtwellenleiter LW weist mindestens eine der Lichtführung dienende Lichtleitfaser LF auf, die durch die Beschichtungseinrichtung CD mit einer Beschichtung bzw. einem Coating CT oder mit einer Faserfarbe versehen wird. Die Be- Schichtung kann ein- oder mehrschichtig ausgebildet werden, wobei im letzteren Fall eine innere Schicht zum Schutz vor Mikrokrümmungen dient und eine äußere Schicht der einfacheren Handhabung und zur Kennzeichnung dienen kann. Die Lichtleitfaser LF ist symbolisch dargestellt und kann beispielsweise eine Einzelfaser, ein Faserbändchen oder ein Faserbündel mit mehreren Fasern repräsentieren.
Der Beschichtungseinrichtung CD wird, ebenfalls nur symbolisch dargestellt, das Beschichtungsmaterial BM zugeführt. Dem Beschichtungsmaterial ist insbesondere ein Eisensalz einer aliphatischen Kohlenwasserstoffsäure und Gallussäure beigemengt, so daß sich die Substanzen homogen verteilen. In einer bevorzugten Ausführungsform wird dem Beschichtungsmaterial Eisenstearat (Eisensalz der Stearinsäure) und Gallussäure (im allgemeinen als C7H605 bekannt) beigemengt. Es können auch Eisensalze anderer aliphatischer Kohlenwasserstoffsäuren verwendet werden, insbesondere kann durch deren geeignete Auswahl der Schmelzpunkt variiert und definiert eingestellt werden sowie gegebenenfalls der Farbton variiert werden. Bei Verwendung von Eisenstearat liegt der Schmelzpunkt bei etwa 80 bis 100°C. Unterhalb des Schmelzpunktes gehen das Eisenstearat und die Gallussäure keine chemische Verbindung ein. Nach dem Erhitzen über den Schmelzpunkt des Eisenstearats hinaus reagieren die Eisenionen mit der Gallussäure, wodurch ein schwarzer Farbumschlag des Coatings CT entsteht.
Im vorliegenden Beispiel der Figur 1 werden die Markierungen Ml und M2 durch lokales Erhitzen zumindest der Oberfläche des Lichtwellenleiters LW erzielt, wobei an den jeweiligen erhitzten Stellen des Lichtwellenleiters ein partieller Farbum- schlag des Beschichtungsmaterials zur Herstellung der jeweiligen Markierung bewirkt wird. Die Erhitzung wird mittels einer partiell geheizten Umlenkrolle UR2 bewirkt, über die der Lichtwellenleiter LW, in diesem Beispiel nach dem Passieren der Andruckrolle UR1, geführt wird. Auch nach dem jeweiligen Farbumschlag ist die Oberfläche des Lichtwellenleiters LW weiterhin durchgehend glatt ausgebildet und weist einen gleichmäßigen Außendurchmesser auf. Dies hat gegenüber nach außen abstehenden, nachträglich aufgebrachten Markierungen den Vorteil, daß die Markierungen Ml und M2 beispielsweise im Rahmen einer Verseilung oder dergleichen nicht wieder abgetragen werden können. Ausserdem werden Zusatzdämpfungen infolge von Durchmesseränderungen des Lichtwellenleiters vermieden.
In Figur 2 ist eine Abwandlung des Ausführungsbeispiels gemäß
Figur 1 gezeigt. Im Ausführungsbeispiel gemäß Figur 2 wird eine Erhitzung des beschichteten Lichtwellenleiters LW bzw. eine Erhitzung dessen Oberfläche durch energetische Strahlung ST, insbesondere mittels eines Laserstrahls eines Lasers LA bewirkt. Dadurch wird lokal der Schmelzpunkt des beigemengten Eisenstearats überschritten, wodurch die Eisenionen mit der Gallussäure örtlich begrenzt reagieren. Dadurch entstehen die abgegrenzten Markierungen Ml und M2 , die sich von dem an die Markierungen angrenzenden übrigen Beschichtungsmaterial farb- lieh abheben. Der so gekennzeichnete Lichtwellenleiter LW wird von einem Abzug AZ abgezogen.
Es ist auch die Anordnung mehrerer partiell beheizbarer Umlenkrollen oder Laserstrahler beziehungsweise die Kombination eines Lasers mit einem Spiegelsystem denkbar, um einen größeren Umfangsbereich des Lichtwellenleiters zu erhitzen. Da-
durch muß dieser nicht insgesamt über seinen gesamten Querschnitt erhitzt werden.