TRAININGSGERÄT ZUR BEWEGUNG DER HÜFTE
Die Erfindung betrifft ein Trainingsgerät für die zur Bewegung der menschlichen Hüfte dienenden Muskelgruppen.
Rund um das menschliche Hüftgelenk sorgen mehrere unterschiedlich dimensionierte Muskeln in einem relativ komplex strukturierten Geflecht für Bewegung. Sie ermöglichen eine vielfältige Art der Mobilität, wovon die menschliche Fortbewegung zu Fuß wohl die Häufigste und Gängigste ist Seitliche Schritte, Sprünge, Drehungen und zahlreiche andere Bewegungen mehr fordern die gesamte Dimension dieses Geflechts aus fünf Hüftbeuge-Muskeln. Dies geschieht durch unterschiedliche Bewegungsabläufe, die sich generell in sechs Formen zusammenfassen lassen:
- Flexion und Extension => Beugung und Streckung der unteren Extremitäten
- Abduktion und Adduktion => seitliche Bewegung der unteren Extremitäten
- Innen- und Außenrotation => Drehbewegungen im Zusammenspiel zwischen Ober- und Unterkörper
Während es für die beiden erst genannten Komplexe (Flexion und Extension / Abduktion und Adduktion) bereits Übungen und Geräte gibt, suchte man Unterstützung zum gezielten Training der Rotationsmuskulatur bislang vergeblich.
Für das Training der Muskelgruppen im Bereich der menschlichen Hüfte gibt es in der Physiotherapie verschiedene Übungen. Allerdings bringen diese, die oft mit Hilfsmitteln, Gummibändern oder dergleichen auszuführen sind, einen sehr hohen Aufwand für den Therapeuten, aber auch für den Patienten mit sich. Insbesondere Übungen, die sitzend oder liegend am Boden auszuführen sind, sind für Patienten mit Einschränkungen nur schwer oder gar nicht auszuführen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, ein Trainingsgerät für die zur Bewegung der menschlichen Hüfte dienenden Muskelgruppen, insbesondere auch für Patienten mit
Einschränkungen (z.B. Knieprobleme, Arthrose, o.ä.) bereit zu stellen.
Diese Aufgabe wird in einer ersten Ausführungsform gelöst durch ein Trainingsgerät für die zur Bewegung der menschlichen Hüfte dienenden Muskelgruppen, mit einer Standfläche für den Fuss des einen Standbeins und mit einer um eine Achse entgegen einer Rückstellkraft von dem zu trainierenden anderen Bein betätigbaren drehbaren Schiene, wobei die Achse der Schiene vertikal angeordnet ist und wobei die Schiene entweder zur Aufnahme des Fusses bei gestrecktem Bein im Bereich der Höhe der Standfläche oder des Knies bei nach hinten angewinkelten Unterschenkel des Beins mit Abstand von der Standfläche ausgebildet ist.
Andererseits wird die Aufgabe in einer alternativen Ausführungsform gelöst durch ein Trainingsgerät für die zur Bewegung der menschlichen Hüfte dienenden Muskelgruppen, mit einer Standfläche für den Fuss des einen Standbeins und mit einer um eine Achse entgegen einer Rückstellkraft von dem zu trainierenden anderen Bein betätigbaren drehbaren Schiene, wobei die Achse der Schiene horizontal und mit Abstand von der Standfläche angeordnet ist und wobei die Schiene zur Aufnahme des Fusses bei nach vorne angewinkeltem Oberschenkel des Beins mit radialem Abstand von der Achse nach Art eines Pendels angeordnet und steigbügelartig ausgebildet ist.
Für alle erfindungegemässen Therapiegeräte gilt: um Einschränkungen von Patienten bei der Benutzung auszuschließen, sind die Therapiegeräte allesamt im Stehen zu betreiben, und dies mit Bewegungsabläufen, die für alle erdenklichen Benutzergruppen eine Benutzung zulässt. Nachfolgend eine Aufschlüsselung.
Bei der ersten Ausführungsform der Erfindung steht der Anwender mit dem Fuß bei gestrecktem, zu trainierenden Bein in einer horizontal drehbaren Schiene mit vertikaler Achse, während er mit dem Fuss des Standbeins auf der Standfläche für den Fuss steht. Über einen Getriebezug ist die Schiene mit den Trainingsgewichten verbunden. Zum Training bringt sich der Anwender in die Grundposition, in der bereits eine Vorspannung für die betreffende
Hüftmuskulatur vorgegeben ist. Durch abwechselnde Rotation des Fußes in eine und danach in die andere Drehrichtung sowie nach innen und außen wird dann die Muskulatur der Hüfte trainiert. Wenn der Fuß nicht einsetzbar ist, kann statt des Fusses dann das des Knie bei nach hinten angewinkeltem Unterschenkel des Beins in die Schiene, die dann mit Abstand von der Standfläche, also höher angeordnet ist, eingesetzt werden. Der Unterschenkel ist dabei in der Führungsschiene horizontal positioniert. Die Führungsschiene wiederum ermöglicht über die vertikal angeordnete Achse eine horizontale Drehung. Ein Getriebezug oder ein Zugmechanismus stellt auch an diesem Gerät die Verbindung mit den die Rückstellkraft bewirkendenTrainingsgewichten her. Die Übung wird hierbei durch eine seitliche Drehung des gesamten Beinkomplexes ausgeführt. Die muskuläre Vorspannung wird durch entsprechende Positionierung durch den Anwender selbst erzeugt, indem er sich seitlich gedreht zu den Gewichten aufstellt.
Bei der dazu alternativen Ausführungsform der Erfindung mit der horizontal statt der vertikal angeordneten Achse steht der Anwender bei dieser Ausführungsform frontal in Richtung der Achse und vor dieser, also auch vor den Trainingsgewichten und positioniert zur Ausführung das eine Bein mit nach oben angewinkeltem Oberschenkel in einer Führungsschiene. Diese ist, wie bei den anderen Geräten, über einen Getriebezug mit den Trainingsgewichten verbunden. Die Position der Führungsschiene ist für die Anwendung flexibel kreisförmig variabel zu justieren, um sowohl Innen- und Außenrotation vorzugeben und auf die zu trainierende Seite (links/rechts) einzustellen als auch die entsprechende Vorspannung in der Muskulatur zu erzeugen. Die Rotation erfolgt bei diesem Gerät über eine horizontal angebrachte Achse, an der nach Art eines Pendel eine radial nach einer Seite verlaufende Strebe angebracht ist, an deren Ende die steigbügelartige Schiene für den Fuss vorgesehen ist. Für die Ausführung wird der Oberschenkel des Beins kreisförmig nach Art einer Pendelbewegung im oder gegen den Uhrzeigersinn nach innen oder außen gedreht.
Die vorstehend genannte Ausführungsform der Erfindung kann mit Vorteil eine um die Achse entgegen der Rückstellkraft drehbare
Scheibe vorsehen, mit der die Schiene starr verbunden ist, wobei dann die Strebe zur lösbaren Festlegung eines vorspringenden Trainigshebels ausgebildet ist. Dieser kann mit einer Schaumrolle ummantelt sein. Da sehr viele Praxen in der Physiotherapie nur eingeschränkt Fläche zur Verfügung haben und so eine separate Nutzung mehrerer Geräte schwierig umzusetzen ist, können mit dieser Ausgestaltung an der alternativen Ausführungsform alle Komplexe der Hüftmuskulatur mit nur einem einzigen Therapiegerät trainiert werden. Ein demontierbarer Hebel, ggf. mit Schaumrolle ummantelt, zur Ausführung der Bewegungen wurde an der Scheibe so angebracht werden, dass mit dessen Hilfe alle nötigen Trainingsbewegungen zu realisieren sind, ohne dass es dafür mehrere Geräte braucht. Der abnehmbare Hebel mit Schaumrolle ermöglicht verschiedene weitere Formen der Ausführung von Übungen, die dem Training der Muskulatur im Hüftbereich dienen.
Mit dem Hebel lassen sich durch den Rotationsmechanismus flexibel weitere Bewegungen trainieren, wie beispielsweise eine Hebe-Bewegung des Beines. Hierfür steht der Anwender im rechten Winkel seitlich. Ggf. Kann er durch höher und seitlich vorgesehene Handgriffe Halt zur Ausführung der Übung finden.
Insgesamt lässt sich mit der Erfindung ein Konzept für ein ganzheitliches Training der Muskulatur in Hüftbereich, insbesondere für die Anwendung von Patienten in der Rehabilitation / Physiotherapie, aber auch allgemein im Bereich allgemeiner Fitness, Kräftigung und Gesunderhaltung bereitstellen..
Weitere Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die Zeichnung näher erläutert. In dieser zeigt:
Figur 1 das Trainingsgerät in schematischer Seitenansicht, in einer ersten Ausführungsform;
Figur 2 eine abgewandelte Ausführungsform des Trainingsgeräts in schematischer Frontansicht und
Figur 3 eine alternative Ausführungsform des Trainingsgeräts in schematischer Seitenansicht.
Das Trainingsgerät 51 gemäss Figur 1 dient für das Training der zur Bewegung der menschlichen Hüfte dienenden Muskelgruppen. Es weist eine Standfläche 6 für den Fuss des einen Standbeins und mit einer um eine Achse 7 entgegen einer Rückstellkraft von dem zu trainierenden anderen Bein betätigbaren drehbaren Schiene 8 auf. Die Achse 7 der Schiene 8 ist hierbei vertikal angeordnet. Die Schiene 8 ist zur Aufnahme des Fusses bei gestrecktem anderen Bein im Bereich der Höhe der Standfläche 6 ausgebildet ist. Durch Rotation des Fusses wird die Schiene 8 um die Achse 7 gedreht, welche Schiene 8 zur Erzeugung der Rückstellkraft über einen -hier nicht näher gezeigten Getriebezug- mit an sich bekannten Trainingsgewichten im Inneren des hintersten Trägers 9 verbunden ist.
Damit der Proband beim Training an dem Trainingsgerät 51 gemäss Figur 1 stets sicher stehen kann, ist im oberen Bereich ein Haltegriff 10 vorgesehen.
Eine gemäss Figur 1 abgewandelte Ausführungsform eines Trainingsgeräts 52 in schematischer Frontansicht zeigt Figur 2, wobei gleiche Bezugszeichen identische Einzelheiten darstellen. Im Unterschied zu der Ausführungsform 51 ist die Achse 7 etwa kniehoch über die Standfläche 6 nach oben bis zu der Schiene 8 geführt, die überdies zur Aufnahme des nach hinten angewinkelten Unterschenkels -anstelle des Fusses- bei gebeugtem Knie des anderen Beins ausgebildet ist.
Eine zu Figur 1 und Figur 2 alternative Ausführungsform eines Trainingsgeräts 53 zeigt Figur 3 in schematischer Seitenansicht
Dieses Trainingsgerät 53 dient ebenfalls zum Training der zur Bewegung der menschlichen Hüfte dienenden Muskelgruppen. Es weist auch eine Standfläche 6 für den Fuss des einen Standbeins auf und ist mit einer um eine zu dieser parallel angeordneten und
mit (in Abweichung zu den Ausführungsformen 51 , 52 mit vertikal angeordneter Achse nach den Figuren 1 und 2) horizontalen Achse 7 entgegen einer Rückstellkraft von dem zu trainierenden anderen Bein betätigbaren drehbaren Schiene 8 versehen, wobei die Achse 7 der Schiene horizontal und mit Abstand von der Standfläche 6 angeordnet ist und wobei die Schiene 8 zur Aufnahme des Fusses bei nach vorne hoch gezogenen angewinkeltem Oberschenkel des Beins mit Abstand von der Achse angeordnet und steigbügelartig ausgebildet ist.
Ferner ist eine um die Achse eine entgegen der Rückstellkraft drehbare Scheibe 11 vorgesehen ist, mit der die Schiene 8 starr über eine radial verlaufende Strebe 12 verbunden ist. Die Strebe ist dabei zur lösbaren Festlegung eines vorspringenden Trainingshebels 13 ausgebildet, der zumindest teilweise mit einer Schaumrolle 14 ummantelt ist.