Gurtumlenkvorrichtungen für eine Sicherheitsgurteinrichtung eines Kraftfahrzeugs
Beschreibung
Die Erfindung betrifft eine Gurtumlenkvorrichtung für eine Sicherheitsgurteinrichtung eines Kraftfahrzeugs gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie eine Gurtumlenkvorrichtung für eine Sicherheitsgurteinrichtung eines Kraftfahrzeugs gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 13.
Aus der DE 10 2018 220 620 A1 ist eine Gurtumlenkvorrichtung für eine Sicherheitsgurteinrichtung bekannt, die ein mittels einer Steckzunge mit einem Gurtschloss verbindbares Grundelement aufweist. Ein Gurt der Sicherheitsgurteinrichtung wird über ein Gurtanlageelement der Gurtumlenkvorrichtung geführt und umgelenkt, wobei das Gurtanlageelement gegenüber dem Grundelement bewegbar ist. Eine Bewegung des Gurtanlageelements relativ zu dem Grundelement infolge einer Belastung des Sicherheitsgurts führt zu einer Deformation eines Zwischenelements und einer Klemmung des Sicherheitsgurts zwischen dem Gurtanlageele- ment und dem Zwischenelement. Problematisch bei derartigen Gurtumlenkvorrichtungen ist, dass der Sicherheitsgurt bei einer Krafteinwirkung auf ihn mit einer Komponente parallel zu einer Anlagefläche des Gurtanlageelements eine seitliche Bewegung ausführt und zumindest teilweise in einen Spalt zwischen dem Gurtanlageelement und dem Grundelement geraten und dadurch beschädigt werden kann.
Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, eine Beschädigung des Sicherheitsgurts möglichst weitgehend zu vermeiden.
Dieses Problem wird durch die Bereitstellung der Gurtumlenkvorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 sowie der Gurtumlenkvorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 13 gelöst.
Danach wird gemäß einem ersten Aspekt der Erfindung eine Gurtumlenkvorrichtung für eine Sicherheitsgurteinrichtung eines Kraftfahrzeugs bereitgestellt, mit
- einem mit einem Gurtschloss der Sicherheitsgurteinrichtung verbindbaren Grundelement; und
- einem relativ zu dem Grundelement bewegbaren Gurtanlageelement, das eine Anlagefläche für einen Gurt der Sicherheitsgurteinrichtung aufweist, wobei
- das Grundelement zwei auf einander gegenüberliegenden Seiten des Gurtanlageelements angeordnete Führungsabschnitte zur Führung des Gurtanlageelements umfasst, wobei
- an die Anlagefläche seitliche Gurtleitabschnitte des Gurtanlageelements angrenzen und sich zwischen zumindest einem der Führungsabschnitte und einem der Gurtleitabschnitte ein Spalt befindet, wobei der mindestens eine Gurtleitabschnitt so ausgebildet ist, dass er den Gurt bei einer Belastung parallel zu der Anlagefläche und in Richtung des Spalts derart leitet, dass der Gurt zumindest abschnittsweise schräg über den Spalt hinweg verläuft.
Die erfindungsgemäße Ausgestaltung des mindestens einen Gurtleitabschnitts sorgt dafür, dass ein Hineinrutschen des Sicherheitsgurts in den Spalt zwischen dem Führungsabschnitt des Grundelements und dem Gurtleitabschnitt des Gurtanlageelements auch bei einer Belastung des Gurts mit einer Komponente parallel zu der Anlagefläche möglichst unterbleibt. Denkbar ist natürlich, dass die Gurtumlenkvorrichtung auf beiden Seiten des Gurtanlageelements einen Spalt aufweist. Demnach können zwei Spalte vorhanden sein, die sich jeweils zwischen den Führungsabschnitten des Grundelements und den jeweiligen Gurtleitabschnitten erstrecken. Beide Gurtleitabschnitte sind in diesem Fall so ausgebildet, dass sie bei einer Belastung des Sicherheitsgurts parallel zu der Anlagefläche und in Richtung eines der beiden Spalte den Gurt derart leiten, dass er zumindest abschnittsweise über den jeweiligen Spalt hinweg verläuft.
Denkbar ist, dass sich der mindestens eine Spalt auf einer der Anlagefläche abgewandten Seite des mindestens einen Gurtleitabschnitts befindet. Beispielsweise befindet sich der Spalt (insbesondere der gesamte Spalt) in einem Abstand von der Anlagefläche. Der Spalt ist somit gegenüber der vorbekannten Gurtumlenkvorrichtung gewissermaßen nach außen verlagert und grenzt insbesondere nicht unmittelbar an die Anlagefläche an.
Gemäß einer Ausgestaltung der Erfindung weist der mindestens eine Gurtleitabschnitt mindestens einen Teilabschnitt auf, der von der Anlagefläche absteht. Beispielsweise verläuft eine Haupterstreckungsebene des Teilabschnitts zumindest näherungsweise schräg oder senkrecht zu der Anlagefläche. Denkbar ist insbesondere, dass der gesamte Gurtleitabschnitt von der Anlagefläche absteht, also insbesondere schräg oder senkrecht zu der Anlagefläche orientiert ist.
Möglich ist auch, dass der mindestens eine Gurtleitabschnitt mehrere unterschiedlich orientierte Oberflächenabschnitte aufweist. Insbesondere sind die Oberflächenabschnitte derart orientiert, dass bei einer Krafteinwirkung auf den Gurt parallel zu Anlagefläche die gewünschte Führung des Sicherheitsgurtes schräg über den Spalt hinweg erfolgt.
Denkbar ist darüber hinaus, dass zumindest einer der Oberflächenabschnitte schräg zu der Anlagefläche verläuft. Beispielsweise verläuft dieser mindestens eine Oberflächenabschnitt zumindest näherungsweise eben. Dies ist jedoch nicht zwingend. Vielmehr könnte der mindestens eine Oberflächenabschnitt auch eine Krümmung aufweisen. Möglich ist demnach, dass sich dieser zumindest eine Oberflächenabschnitt entlang einer gedachten (nicht zwingend geraden) Linie, die in einer Ebene liegt, die schräg zu einer senkrecht zu der Anlagefläche orientierten Ebene verläuft, erstreckt. Beispielsweise erstreckt sich der zumindest eine Oberflächenabschnitt entlang eines Abschnitts eines Umfangs einer gedachten Ellipse, die schräg zu der senkrecht zu der Anlagefläche verlaufenden Ebene orientiert ist.
Der mindestens eine Gurtleitabschnitt muss jedoch nicht zwingend mehrere unterschiedlich orientierte Oberflächenabschnitte aufweisen. Möglich ist z.B. auch, dass nur ein Oberflächenabschnitt vorhanden ist, der insbesondere schräg zu der Anlagefläche verläuft, wie oben erläutert.
Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung umfasst das Grundelement eine einem Abschnitt der Anlagefläche gegenüberliegende Innenseite, wobei sich der Gurt - nach Montage an der Gurtumlenkvorrichtung - zwischen der Innenseite und dem Abschnitt der Anlagefläche hindurch erstreckt, und wobei der mindestens eine Gurtleitabschnitt mindestens einen oberen (insbesondere einer Gurtzunge der Gurtumlenkvorrichtung zugewandten) Oberflächenabschnitt aufweist, der schräg oder senkrecht zur der Innenseite verläuft. Insbesondere verläuft der mindestens eine obere Oberflächenabschnitt entlang einer Haupterstreckungsebene, die schräg oder senkrecht zu der Innenseite orientiert ist.
Möglich ist darüber hinaus, dass die Gurtzunge des Grundelements entlang einer Einsteckrichtung in das Gurtschloss einsteckbar ist, wobei der obere Oberflächenabschnitt von der Innenseite des Grundelements kommend (d.h. von einem der Innenseite gegenüberliegenden Endbereich des oberen Oberflächenabschnitts kommend) in einer Richtung entgegen der Einsteckrichtung (von der Gurtzunge weg) geneigt ist.
Gemäß einer anderen Weiterbildung der Erfindung bildet der obere Oberflächenabschnitt einen ersten Oberflächenabschnitt des Gurtleitabschnitts und der oben beschriebene schräg zu der Anlagefläche verlaufende Oberflächenabschnitt einen zweiten Oberflächenabschnitt des Gurtleitabschnitts aus, wobei der zweite Oberflächenabschnitt schräg auch zu dem ersten Oberflächenabschnitt verläuft.
Die Anlagefläche der Gurtumlenkvorrichtung verläuft insbesondere zumindest teilweise gekrümmt. Die Krümmung der Anlagefläche sorgt insbesondere für eine Umlenkung des in Anlage mit der Anlagefläche befindlichen Sicherheitsgurts. Beispielsweise umfasst die Anlagefläche einen gekrümmten Abschnitt, der sich dem der Innenseite des Grundelements gegenüberliegenden Abschnitt der Anlagefläche anschließt.
Gemäß einem zweiten Aspekt der Erfindung wird eine Gurtumlenkvorrichtung für eine Sicherheitsgurteinrichtung eines Kraftfahrzeuges bereitgestellt, mit
- einem mit einem Gurtschloss der Sicherheitsgurteinrichtung verbindbaren Grundelement; und
- einem relativ zu dem Grundelement bewegbaren Gurtanlageelement, das eine Anlagefläche für einen Gurt der Sicherheitsgurteinrichtung aufweist, wobei
- das Grundelement zwei auf einander gegenüberliegenden Seiten des Gurtanlageelements angeordnete Führungsabschnitte zur Führung des Gurtanlageelements umfasst, und wobei
- an die Anlagefläche seitliche Gurtleitabschnitte des Gurtanlageelements angrenzen, wobei zumindest einer der Gurtleitabschnitte ein konvexes Element umfasst.
Bei einer Krafteinwirkung auf den Sicherheitsgurt parallel zu der Anlagefläche und einer dadurch hervorgerufenen seitlichen (parallel zu der Anlagefläche) Bewegung des Sicherheitsgurts auf das konvexe Element zu wird der Sicherheitsgurt in Kontakt mit dem konvexen Element kommen; beispielsweise wird sich der Sicherheitsgurt über das konvexe Element hinweg bewegen. Dieser Kontakt sorgt insbesondere für eine Dissipation von Bewegungsenergie des Sicherheitsgurtes (zum Beispiel durch Gleitreibung). Möglich ist auch, dass das konvexe Element in Filamente des Materials des Sicherheitsgurtes eingreift und den Gurt auf diese Weise festhält. Denkbar ist, dass das konvexe Element so gestaltet ist, dass eine Beschädigung des Sicherheitsgurtes in diesem Fall möglichst vermieden wird. Das konvexe Element weist insbesondere zumindest abschnittsweise eine konvexe (gekrümmte) äußere Kontur auf. Möglich ist, dass das konvexe Element einstückig mit dem Gurtleitabschnitts oder mit dem gesamten Gurtanlageelement ausgebildet ist. Beispielsweise handelt es sich bei dem Gurtanlageelement um ein Kunststoffteil (insbesondere ein Kunststoffspritzgussteil)
Wie oben bereits in Zusammenhang mit dem ersten Aspekt der Erfindung erläutert, kann das Grundelement eine der Anlagefläche gegenüberliegende Innenseite umfassen, wobei sich der Gurt - nach Montage an der Gurtumlenkvorrichtung - zwischen der Innenseite und einem Abschnitt der Anlagefläche hindurch erstreckt. Möglich ist, dass das konvexe Element so angeordnet ist, dass es der Innenseite des Grundelements zugewandt ist.
Beispielsweise weist der zumindest eine Gurtleitabschnitt - wie oben zum ersten Erfindungsaspekt ebenfalls bereits erläutert - mindestens einen oberen Oberflächenabschnitt auf, der schräg zu der Innenseite des Grundelements verläuft. Möglich ist, dass sich das konvexe Element einem der Innenseite zugewandten Endbereich des oberen Oberflächenabschnitts anschließt.
Die oben in Bezug auf den ersten Aspekt der Erfindung erläuterten Ausgestaltungen können selbstverständlich analog zur Weiterbildung der Gurtumlenkvorrichtung gemäß dem zweiten Aspekt der Erfindung verwendet werden. Insbesondere befindet sich zwischen mindestens einem der Führungsabschnitte und dem Gurtleitabschnitt ein Spalt, wobei der Gurtleitabschnitt so ausgebildet ist, dass er den Gurt bei einer Belastung parallel zu der Anlagefläche und in Richtung des Spalts derart leitet, dass der Gurt zumindest abschnittsweise schräg über den Spalt hinweg verläuft. Beispielsweise kann der Gurtleitabschnitt hierfür mehrere unterschiedlich orientierte Oberflächenabschnitte aufweisen, wie oben erläutert.
Die Erfindung wird im Folgenden anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die Figuren näher erläutert. Es zeigen:
Figur 1 eine Gurtumlenkvorrichtung gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung;
Figur 2 die Gurtumlenkvorrichtung aus Figur 1 in seitlicher Ansicht;
Figur 3 ein Grundelement der Gurtumlenkvorrichtung aus den Figuren 1 und 2;
Figur 4 die Gurtumlenkvorrichtung der Figuren 1 und 2 in teilweise transparenter
Darstellung;
Figur 5 eine vergrößerte Darstellung eines Bereichs der Gurtumlenkvorrichtung der Figuren 1 und 2;
Figur 6 ein Gurtanlageelement der Gurtumlenkvorrichtung der Figuren 1 und 2;
Figur 7 eine vergrößerte Darstellung eines Bereichs des Gurtanlageelements aus Figur 6;
Figur 8 das Gurtanlageelement aus Figur 6 in seitlicher Ansicht; und
Figur 9 eine erfindungsgemäße Gurtumlenkvorrichtung mit einem Sicherheitsgurt unter seitlicher Belastung.
Die in Figur 1 in perspektivischer Ansicht dargestellte erfindungsgemäße Gurtumlenkvorrichtung 1 für eine Sicherheitsgurteinrichtung eines Kraftfahrzeugs umfasst ein mit einem Gurtschloss (nicht dargestellt) verbindbares Grundelement 2. Das Grundelement 2 umfasst zum Verbinden mit dem Gurtschloss eine Gurtzunge 21 , die in an sich bekannter Weise in das Gurtschloss einsteckbar und mit diesem verrastbar ist. Beispielsweise umfasst das Grundelement 2 ein Kunststoffelement 201 , an dem die (beispielsweise aus Metall gebildete) Gurtzunge 21 angeordnet ist; vgl. Figur 3.
Darüber hinaus weist die Gurtumlenkvorrichtung 1 ein relativ zu dem Grundelement 2 bewegbares Gurtanlageelement 3 („Slider“) auf, wobei das Gurtanlageelement 3 eine Anlagefläche 31 umfasst, an der ein in Figur 1 nicht dargestellter Sicherheitsgurt der Sicherheitsgurteinrichtung zumindest teilweise anliegt. Der Sicherheitsgurt verläuft insbesondere zwischen einer Innenseite 22 des Grundelements 2 und einem ihr gegenüber liegenden inneren Abschnitt 310 der Anlagefläche 31 und wird an einem sich dem inneren Abschnitt 310 anschließenden gekrümmten Abschnitt 311 der Anlagefläche 31 umgelenkt.
Das Grundelement 2 weist zudem zwei auf einander gegenüberliegenden Seiten des Gurtanlageelements 3 (entlang der Anlagefläche 31 betrachtet) angeordnete Führungsabschnitte 23a, 23b auf, die zu einer Führung einer Bewegung des Gurtanlageelements 3 dienen. Insbesondere erfolgt bei einer Belastung des Sicherheitsgurts eine Bewegung des Gurtanlageelements 3 von der Gurtzunge 21 hinweg. Möglich ist, dass die Gurtumlenkvorrichtung 1 so ausgebildet ist, dass eine derartige Bewegung des Gurtanlageelements 3 zu einem Klemmen des Sicherheitsgurtes führt; beispielsweise in Folge einer Deformation eines verformbaren Elementes des Grundelements 2, wie dies in der eingangs bereits erwähnten DE 10 2018 220 620 A1 beschrieben ist. Auf die DE 10 2018 220 620 A1 wird hiermit insofern ausdrücklich Bezug genommen. Die teilweise transparente Darstellung der Gurtumlenkvorrichtung 1 der Figur 4 zeigt ein entsprechendes verformbares Element 5.
Das Gurtanlageelement 3 umfasst zwei seitliche Gurtleitabschnitte 32a, 32b, die jeweils seitlich an die Gurtanlagefläche 31 angrenzen. Zwischen den Führungsabschnitten 23a, 23b und den Gurtleitabschnitten 32a, 32b befindet sich jeweils ein Spalt 4a, 4b. Die Spalte 4a, 4b ermöglichen die Bewegung des Gurtanlageelements 3 relativ zu dem Grundelement 2. Die Gurtleitabschnitte 32a, 32b sind so ausgebildet, dass sie den Sicherheitsgurt bei einer Belastung mit einer Kraftkomponente parallel zu der Anlagefläche 31 und in Richtung eines der Spalte
4a, 4b jeweils derart leiten, dass der Gurt zumindest abschnittsweise schräg über den jeweiligen Spalt 4a, 4b hinweg verläuft. Auf diese Weise wird ein Hineinrutschen des Gurtes in den Spalt 4a, 4b und damit eine Beschädigung des Gurtes verhindert. Der prinzipielle Verlauf des Sicherheitsgurtes S durch die Gurtumlenkvorrichtung 1 ist durch eine gestrichelte Linie in Figur 2 angedeutet. Der tatsächliche Verlauf des Sicherheitsgurtes weicht jedoch von dieser Darstellung ab, da der der Sicherheitsgurt in der seitlichen Ansicht der Figur 2 teilweise durch die seitlichen Gurtleitabschnitte 32a, 32b verdeckt wäre.
Zur Hemmung einer seitlichen Bewegung des Sicherheitsgurts (d. h. eine Bewegung parallel zur Anlagefläche 31 ) umfasst die Anlagefläche 31 zudem mehrere Rippenstrukturen 312. Die Rippenstrukturen 312 sind jedoch optional.
Die Gurtleitabschnitte 32a, 32b stehen jeweils mit einem Teilabschnitt 321a, 321b in Richtung der Gurtzunge 21 von der Anlagefläche 31 ab und begrenzen somit die Anlagefläche 31. Die Spalte 4a, 4b befinden sich auf einer der Anlagefläche 31 abgewandten Seite der abstehenden (also schräg oder senkrecht zu der Anlagefläche 31 orientierten) Teilabschnitte 321a, 321b. Die abstehenden Teilabschnitte 321a, 321 b weisen jeweils einen oberen Oberflächenabschnitt 3211a, 3211b auf, der jeweils schräg zu der Innenseite 22 des Grundelements 2 bzw. zu der Gurtzunge 21 verläuft (vgl. auch Fig. 2). Insbesondere sind die oberen Oberflächenabschnitte 3211a, 3211b von der Innenseite 22 bzw. der Gurtzunge 21 kommend in einer Richtung entgegen einer Einsteckrichtung, entlang der die Gurtzunge 21 in das Gurtschloss eingesteckt wird, geneigt. In der Darstellung der Figur 2 sind die Oberflächenabschnitte 3211a, 3211b demnach von der Gurtzunge 21 kommend nach unten geneigt.
Neben den oberen Oberflächenabschnitten 3211a, 3211 b weisen die Gurtleitabschnitte 32a, 32b jeweils weitere Oberflächenabschnitte auf; vgl. insbesondere die Figuren 5 bis 7. Insbesondere umfassen die Gurtleitabschnitte 32a, 32b zusätzlich jeweils einen schräg orientierten Oberflächenabschnitt 3212a, 3212b. Die schräg orientierten Oberflächenabschnitte 3212a, 3212b erstrecken sich jeweils entlang einer gedachten Linie, die in einer Ebene liegt, die schräg zu einer senkrecht zu der Anlagefläche 31 des Gurtanlageelements 3 oder der Innenseite 22 des Grundelements 2 orientierten Ebene verläuft. Die senkrecht zu der Anlagefläche 31 des Gurtanlageelements 3 oder der Innenseite 22 des Grundelements 2 orientierte Ebene wäre in Figur 2 die Zeichenebene. Die Linie, an der sich die Oberflächenabschnitte 3212a, 3212b jeweils entlang erstrecken, verläuft beispielsweise zumindest abschnittsweise gekrümmt, so dass die Oberflächenabschnitte 3212a, 3212b gemäß den Figuren 5 bis 7 jeweils eine Krümmung besitzen. Denkbar ist allerdings auch, dass sich die Linie im Wesentlichen gerade erstreckt und die Oberflächenabschnitte 3212a, 3212b entsprechend zumindest im Wesentlichen plan beschaffen sind.
Innere, der Anlagefläche 31 zugewandte Seitenbereiche der Gurtleitabschnitte 32a, 32b bilden darüber hinaus Übergangsoberflächenabschnitte 3213a, 3213b aus, die nach Art einer Schin- delung jeweils einen Übergang zwischen den schräg orientierten Oberflächenabschnitten 3212a, 3212b und den oberen Oberflächenabschnitten 3211a, 3211 b bilden.
Wie insbesondere in Figur 8 dargestellt, weisen die Gurtleitabschnitte 32a, 32b darüber hinaus jeweils ein konvexes Element in Form einer konvex ausgebildeten Lippe 6a, 6b auf, die sich jeweils an einem der Innenseite 22 des Grundelements 2 zugewandten Ende der oberen Oberflächenabschnitte 3211a, 3211b befindet. Die Lippen 6a, 6b stehen jeweils von dem zugehörigen oberen Oberflächenabschnitt 3211a, 3211b ab (insbesondere in Richtung der Gurtzunge 21) und erstrecken sich zumindest näherungsweise über die gesamte Breite des jeweiligen Gurtleitabschnitts 32a, 32b (in einer Richtung parallel zu der Anlagefläche 31 betrachtet); insbesondere nach Art eines Zylinders oder Zylindersegments. Beispielsweise weisen die Lippen 6a, 6b in einem senkrecht zu der Anlagefläche 31 orientierten Querschnitt eine zumindest näherungsweise ellipsenförmige, insbesondere kreisförmige, Kontur auf. Denkbar ist auch, dass die Kontur der Lippen 6a, 6b der Kontur eines Ellipsensegments oder Kreissegments entspricht. Die Lippen 6a, 6b weisen jedoch nicht zwingend durchgehend ein und denselben Radius auf. Denkbar ist, dass unterschiedliche Segmente der Lippen 6a, 6b unterschiedlich konvex ausgebildet sind, d. h. die äußere Kontur unterschiedlicher Segmente der Lippen 6a, 6b unterschiedliche Radien besitzen.
Bei einer Krafteinwirkung auf den Sicherheitsgurt parallel zu der Anlagefläche 31 des Gurtanlageelements 3 und einer dadurch hervorgerufenen zumindest teilweise seitlichen Bewegung des Sicherheitsgurts wird sich der Sicherheitsgurt über eine der Lippen 6a, 6b hinweg bewegen, wobei durch den Kontakt mit der jeweiligen Lippe 6a, 6b Bewegungsenergie des Gurtes dissipiert und beispielsweise eine weitere Seitwärtsbewegung parallel zu der Anlagefläche 31 des Gurtes gehemmt wird. Die Lippen 6a, 6b tragen insbesondere zusätzlich dazu bei, dass ein Hineingelangen des Gurtes in einen der Spalte 4a, 4b verhindert wird. Die Wirkung der Lippen 6a, 6b ist auch der Darstellung der Figur 9 zu entnehmen. Danach entsteht durch eine seitliche Krafteinwirkung (parallel zur Anlagefläche 31 des Gurtanlageelements 3) eine Seitwärtsbewegung des Gurtes S und ein teilweises Zusammenballen („bunching“) des Gurts S im Bereich eines der Gurtleitabschnitte (des Gurtleitabschnitts 32b). Die Lippe 6b des Gurtleitabschnitts 32b hemmt jedoch eine weitere Bewegung des Gurts S parallel zu der Anlagefläche 31 und trägt somit dazu bei, dass der Gurt S eine schräg zu der Anlagefläche 31 verlaufende Bewegung ausführt und schräg über den Spalt 4b zwischen dem Gurtanlageelement 3 und dem (in Figur 9 nicht dargestellten) Grundelement 2 der Gurtumlenkvorrichtung hinweg verläuft. Die Lippen 6a, 6b sind jedoch optional.