Brennstoffzellenelektrode, katalysatorbeschichtete Membran, Brennstoffzelle und Verfahren zur Herstellung der Brennstoffzellenelektrode und der katalysatorbeschichteten Membran
Beschreibung
Die Erfindung betrifft eine Brennstoffzellenelektrode, eine katalysatorbeschichtete Membran, eine Brennstoffzelle sowie ein Verfahren zur Herstellung der Brennstoffzellenelektrode und auch ein Verfahren zur Herstellung der katalysatorbeschichteten Membran.
Aus dem Stand der Technik ist bekannt, dass Halogenidionen, und hierunter insbesondere Chloridionen, die Funktionalität bzw. Dauerstabilität einer Membranelektrodenanordnung für Brennstoffzellen herabsetzen können. Halogenidionen können dabei über verschiedene Wege in die Membranelektrodenanordnung eingetragen werden, beispielsweise durch die Verwendung von halogenidhaltigen Vorläuferverbindungen für die in den Elektroden der Membranelektrodenanordnung einzusetzenden Katalysatoren, wie z.B. H2Pt(CI)e und dergleichen.
Unter realen Betriebsbedingungen durchlaufen die MEA Potenzialzyklen, das heißt sich abwechselnde Phasen höherer und niedrigerer Potenziale. Hierbei kommt es zu einer wiederholten Reduktion und Oxidation der Katalysatoren in den Brennstoffzellenelektroden, insbesondere des häufig verwendeten Platins auf der Kathodenseite der MEA. Dies wiederum führt zu einem wiederholten Auflösen und Abscheiden des Platins, wodurch einzelne Katalysatorpartikel agglomerieren können, was unter dem Begriff „Ostwald-Reifung“ bekannt ist, wodurch im Verlauf des Betriebs die Katalysatoroberfläche abnimmt und somit Leistung verloren geht.
Guilminot et al. (J. Electrochem. Soc. 2007, 154 (1), B96-B105) berichten von einer
Vergiftung eines auf Platin basierenden und auf Kohlenstoff geträgerten (Pt/C-) Katalysators durch Halogenide und einer dadurch verringerten katalytischen Aktivität. Auch wird
angemerkt, dass adsorbierte Halogenide die (elektro)chemische Auflösung von Pt oder PtO begünstigen.
Halogenierte Intermediate bei der Herstellung von perfluorierten Polymeren, die z.B. in der Brennstoffzellenmembran und als Ionomer in Brennstoffzellenelektroden Einsatz finden, werden beispielsweise in DE102018002337 A1 als Ursache von Halogenidverunreinigungen beschrieben. Der Effekt einer verstärkten Platinauflösung durch Chlorid oder Bromid wird in DE102018002337 A1 und in der darin zitierten Electrochimica Acta 52(2007): 7444-7552, erwähnt, wobei bereits ein sehr geringer Anteil von ca. 1 ppm als negativ beschrieben wird. Eine Chloridkonzentration von 4 ppm soll bereits zu einem Spannungsverlust von 50 mV führen. Weiterhin kann durch Chloride eine verstärkte Bildung von H2O2 auftreten, das chemische Degradation verursacht und somit zu einem Ausdünnen oder einer Lochbildung in der Membran führt. DE102018002337 A1 sieht daher ein Verfahren zur Verbesserung der Dauerstabilität einer MEA vor, bei dem die Menge an Halogenidionen durch einen Zusatz an Silbercarbonat, Bildung von Silberhalogenid und anschließendes Beleuchten und damit Zersetzen des Silberhalogenids unter Freisetzung des Halogens reduziert wird.
Ausgehend von dem vorstehend zitierten Stand der Technik ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine Brennstoffzellenelektrode, eine katalysatorbeschichtete Membran und auch eine Brennstoffzelle mit verbesserter Dauerstabilität bereitzustellen, die bei bestimmungsgemäßem Gebrauch keine Leistungseinbußen ergeben. Darüber hinaus ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung Verfahren zur Herstellung einer dauerstabilen Brennstoffzellenelektrode und dauerstabilen katalysatorbeschichteten Membran und auch Brennstoffzelle anzugeben, die einfach und kostengünstig umsetzbar sind und die Dauerstabilität der Brennstoffzellenelektrode, und damit auch die Dauerstabilität der katalysatorbeschichteten Membran und der Brennstoffzelle verbessern ohne zu Leistungseinbußen zu führen.
Hierzu umfasst die erfindungsgemäße Brennstoffzellenelektrode einen metallhaltigen Katalysator und ein protonenleitfähiges Ionomer. Die Brennstoffzellenelektrode kann als Kathode oder als Anode ausgebildet sein. Je nachdem umfasst die Brennstoffzellenelektrode auch einen entsprechenden metallhaltigen Katalysator, nämlich im Fall einer Kathode einen Sauerstoff reduzierenden metallhaltigen Katalysator (dieser entspricht in der katalysatorbeschichteten Membran der vorliegenden Erfindung dem ersten metallhaltigen Katalysator) und im Falle einer Anode einen Wasserstoff oxidierenden metallhaltigen Katalysator (dieser entspricht in der katalysatorbeschichteten Membran der vorliegenden Erfindung dem zweiten metallhaltigen Katalysator). Das protonenleitfähige Ionomer der Anode und Kathode kann gleich oder unterschiedlich sein.
Die Brennstoffzellenelektrode zeichnet sich durch eine Halogenidkonzentration von 50 bis 1000 ppm, bezogen auf die Gesamtmasse der Brennstoffzellenelektrode aus. Dies bedeutet, dass der Brennstoffzellenelektrode aktiv Halogenidionen, beispielsweise in Form einer halogenidhaltigen Lösung, zugesetzt sind. Etwaige Halogenidmengen, die bereits in den Einzelbestandteilen der Brennstoffzellenelektrode enthalten sind, sind bei der Halogenidkonzentration von 50 bis 1000 ppm mit berücksichtigt. Dies können z.B. Halogenidionen sein, die durch Vorläufer des metallhaltigen Katalysators oder durch das Ionomer eingetragen sind. Die Mengen an bereits in den Einzelbestandteilen der Brennstoffzellenelektrode enthaltenen Halogenidkonzentrationen sind jedoch vernachlässigbar klein und liegen insbesondere unter 20 ppm und insbesondere unter 10 ppm. Um eine Halogenidkonzentration von 50 bis 1000 ppm zu erreichen, ist der Brennstoffzellenelektrode also aktiv mindestens ein Halogenid zugesetzt. Erfindungsgemäß bezieht sich die Halogenidkonzentration in der Brennstoffzellenelektrode auf die Halogenidkonzentration vor bestimmungsgemäßem Gebrauch der Brennstoffzellenelektrode.
Die Halogenidkonzentration kann durch den Zusatz eines Halogenids oder durch den Zusatz einer Kombination von zwei oder mehreren Halogeniden eingestellt werden. Das Halogenid ist dabei im Einzelnen nicht beschränkt und wird insbesondere als gelöstes Salz in die Brennstoffzellenelektrode eingebracht. Die Bestimmung der Halogenide in der Brennstoffzellenelektrode erfolgt mittels lonenchromatographie. Durch lonenchromatographie können die Halogenide über ihre Retentionszeit unterschieden werden (Retentionszeiten: z.B. F: 6,9 min, CI: 10,4 min, Br: 15,9 min). Hierbei wird als Laufmittel eine Mischung aus 1 ,9 L einer wässrigen Lösung von Natriumcarbonat mit einer Konzentration von 3,2 mmol/L sowie Natriumhydrogencarbonat mit einer Konzentration von 1,0 mmol/L und 0,1 L Acetontiril verwendet, so dass sich in Summe 2,0 L Laufmittel ergeben. Die Messung erfolgt mit einem Metrohm 690 IC (Deutsche METROHM GmbH & Co. KG, Deutschland). Als Säule wird das Modell Metrosep A Supp7 - 250/4.0 mm (Deutsche METROHM GmbH & Co. KG, Deutschland) verwendet. Die Temperatur der Säule wird auf 40 °C eingestellt, die Flussrate beträgt 0,7 mL min-1. In der lonenchromatographie können in Abhängigkeit der Probenvorbereitung freie Ionen gemessen werden, das heißt Fluor, das kovalent z.B. im Polymer gebunden ist, wird nicht erfasst. Hierzu werden die Halogenide z.B über Wasser extrahiert. Wird die Konzentration von Halogeniden bestimmt, die sich sonst in einer der Komponenten der Brennstoffzellenelektrode befindet, kann die Probe auch verascht und dann gemessen werden. Zur Bestimmung von Chloridionen kann die Probenvorbereitung über einen sogenannten Sauerstoffdruckaufschluss erfolgen. Bei dieser Methode wird das Probenmaterial unter Druck und unter Zugabe von Sauerstoff in einem geschlossenen System verbrannt und somit auch die im Material kovalent gebundenen Analyten freigesetzt und mittels lonenchromatographie bestimmt. Da Chloridionen üblicherweise in keiner der
Komponenten in gebundenem Zustand enthalten ist, entspricht die Chloridionenkonzentration an freien Chloridionen auch der Chloridionenkonzentration in der gesamten Brennstoffzellenelektrode.
Da die Brennstoffzellenelektrode bei bestimmungsgemäßem Gebrauch in einer Brennstoffzelle insbesondere mit einer zweiten Brennstoffzellenelektrode und einer zwischen den beiden Brennstoffzellenelektroden angeordneten Membran eingesetzt wird, ist es bevorzugt, wenn nur die erfindungsgemäße Brennstoffzellenelektrode einen Zusatz an Halogenid(en) umfasst, so dass die Halogenidkonzentration dieser Brennstoffzellenelektrode im Bereich von 150 bis 6000 ppm liegt, und der zweiten Brennstoffzellenelektrode und auch der Membran keine weiteren Halogenide zugesetzt werden.
Überraschend hat sich gezeigt, dass durch eine Halogenidkonzentration von 150 bis 6000 ppm bezogen auf die Gesamtmasse der Brennstoffzellenelektrode die Dauerstabilität der Brennstoffzellenelektrode verbessert und damit eine Degradation des metallhaltigen Katalysators verhindert werden kann. Hierbei verringert die Halogenidkonzentration die Leistung der bei bestimmungsgemäßem Gebrauch verwendeten Brennstoffzellenelektrode nicht.
Die Unteransprüche haben vorteilhafte Weiterbildungen und Ausgestaltungen der Erfindung zum Inhalt.
Im Lichte einer Ausgewogenheit zwischen Dauerstabilität und Leistung der Brennstoffzellenelektrode weist die Brennstoffzellenelektrode vorzugsweise eine Halogenidkonzentration von 300 bis 3000 ppm, bezogen auf die Gesamtmasse der Brennstoffzellenelektrode auf.
Wie bereits vorstehend offenbart, ist das eingesetzte Halogenid im Wesentlichen nicht beschränkt. Vorteilhafterweise ist das Halogenid ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Fluorid, Chlorid, Bromid, lodid und Mischungen daraus, und ist aufgrund der sehr guten Verfügbarkeit und Verarbeitbarkeit und auch aufgrund seiner geringen gesundheitsschädlichen Wirkung bevorzugt Chlorid.
Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung umfasst der metallhaltige Katalysator ein Edelmetall, oder Mischungen oder Legierungen aus zwei oder mehr Edelmetallen oder eine Edelmetall- Nichtedelmetall-Legierung. Nichtedelmetall-Legierungen sind insbesondere für als Kathoden ausgebildete Brennstoffzellenelektroden geeignet und reine Edelmetallkatalysatoren insbesondere für als Anoden ausgebildete Brennstoffzellenelektroden geeignet.
Hierbei ist es bevorzugt, wenn die Edelmetall-Nichtedelmetall-Legierung eine Platinlegierung umfasst und/oder wenn das Edelmetall des metallhaltigen Katalysators Platin und/oder Palladium umfasst.
Da sich Degradationen durch Potenzialzyklen der metallhaltigen Katalysatoren insbesondere auf der Kathodenseite einer Brennstoffzelle zeigen, ist die erfindungsgemäße Brennstoffzellenelektrode vorzugsweise als Kathode ausgebildet.
Des Weiteren erfindungsgemäß wird auch eine katalysatorbeschichtete Membran beschrieben, die eine wie vorstehend ausgebildete Brennstoffzellenelektrode umfasst. Durch Verwendung der erfindungsgemäßen Brennstoffzellenelektrode zeichnet sich auch die erfindungsgemäße katalysatorbeschichtete Membran (im Folgenden: CCM) durch eine sehr hohe Dauerstabilität bei gleichbleibend guter Leistung aus. Somit ergeben sich für die erfindungsgemäße CCM dieselben vorteilhaften Effekte wie vorstehend für die erfindungsgemäße Brennstoffzellenelektrode beschrieben. Diese vorteilhaften Effekte sind auf die Halogenidkonzentration von 150 bis 6000 ppm in der verwendeten Brennstoffzellenelektrode zurückzuführen.
Darüber hinaus erfindungsgemäß wird auch ein Verfahren zur Herstellung der vorstehend offenbarten Brennstoffzellenelektrode beschrieben. In einem Verfahrensschritt des erfindungsgemäßen Verfahrens wird der Brennstoffzellenelektrode eine Halogenidkonzentration hinzugefügt, so dass die Halogenidkonzentration der Brennstoffzellenelektrode 150 bis 6000 ppm und bevorzugt von 300 bis 3000 ppm, bezogen auf die Gesamtmasse der Brennstoffzellenelektrode beträgt. Ein Hinzufügen einer Halogenidkonzentration bedeutet hierbei, dass das Halogenid insbesondere in Form eines löslichen Salzes hinzugefügt und nicht bereits mit den anderen Brennstoffzellenelektrodenelementen, also insbesondere dem Ionomer und dem metallhaltigen Katalysator eingetragen wird. Das oder die Halogenide werden separat, und damit unabhängig von den übrigen Brennstoffzellenelektrodenelementen zugefügt.
Durch das Zufügen eines oder mehrerer Halogenide kann eine Brennstoffzelle mit hoher Dauerstabilität hergestellt werden, die keine Leistungseinbußen bewirkt. Das Verfahren ist dabei ohne hohen technischen und zeitlichen Aufwand umsetzbar.
Das Hinzufügen der Halogenidkonzentration wird gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung so ausgeführt, dass die Brennstoffzellenelektrode mit einer mindestens ein Halogenid enthaltenden Lösung hergestellt wird. Durch das Herstellen mit einer halogenidhaltigen Lösung kann eine sehr gleichmäßige Verteilung des Halogenids in der Brennstoffzellenelektrode ausgeführt werden, so dass die Brennstoffzellenelektrode in jedem
katalytisch aktiven Bereich gleichmäßig gut vor Degradation geschützt ist und somit auch keine Leistungseinbußen bei bestimmungsgemäßem Gebrauch zu verzeichnen sind.
Die Brennstoffzellenelektrode kann als Anode oder als Kathode hergestellt werden. Die Anode bzw. Kathode wird insbesondere aus einer Anodendispersion oder Kathodendispersion hergestellt. Hierbei wird der Anodendispersion oder der Kathodendispersion eine halogenidhaltige Verbindung hinzugefügt, und zwar so, dass der Halogenidgewichtsanteil FA in der Anodendispersion folgende Formel erfüllt:
FA = G4 x B )
In der vorstehenden Formel beträgt A 150 bis 6000 ppm und bevorzugt 300 bis 3000 ppm und B ist der Feststoffanteil der Anodendispersion.
Alternativ erfüllt der Halogenidgewichtsanteil FK in der Kathodendispersion folgende Formel:
FK = (A x B ) wobei A 150 bis 6000 ppm und bevorzugt 300 bis 3000 ppm beträgt, und B der Feststoffanteil der Kathodendispersion ist.
Wie bereits vorstehend offenbart, ist das Halogenid vorzugsweise ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Fluorid, Chlorid, Bromid, lodid und Mischungen daraus, und ist aufgrund der sehr guten Verfügbarkeit und geringen gesundheitsschädlichen Wirkung bevorzugt Chlorid.
Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung ist ein Kation einer zur Erzeugung der erforderlichen Halogenidkonzentration eingesetzten halogenidhaltigen Verbindung ausgewählt aus der Gruppe von Protonen, Alkalimetallen, Erdalkalimetallen, einem Ammoniumion oder kationischen organischen Verbindungen. Besonders bevorzugte Kationen sind Na+ und K+.
Zur weiteren Vereinfachung des Verfahrens wird zur Herstellung der Brennstoffzellenelektrode eine Brennstoffzellenelektrodendispersion hergestellt, indem ein metallhaltiger Katalysator und ein protonenleitfähiges Ionomer dispergiert werden, und eine halogenidhaltige Verbindung der Brennstoffzellenelektrodendispersion vor, während oder nach dem Dispergieren hinzugefügt wird. Ein Hinzufügen der halogenidhaltigen Verbindung wird dabei insbesondere unter weiterem Dispergieren ausgeführt, um eine gleichmäßige Verteilung des Halogenids oder der Halogenide zu bewirken.
Das erfindungsgemäße Verfahren kann dazu verwendet werden die erfindungsgemäße Brennstoffzellenelektrode herzustellen. Demnach wird auch eine gemäß dem vorstehend dargelegten Verfahren hergestellte Brennstoffzellenelektrode beschrieben, die sich durch eine hohe Dauerstabilität und gleichzeitig keine Leistungseinbußen auszeichnet.
Ferner erfindungsgemäß wird auch eine katalysatorbeschichtete Membran beschrieben, die eine Kathode, eine Anode und eine dazwischenliegende protonenleitfähige Membran umfasst, wobei die Kathode einen ersten metallhaltigen Katalysator und ein protonenleitfähiges Ionomer umfasst, wobei die Anode einen zweiten metallhaltigen Katalysator und ein protonenleitfähiges Ionomer umfasst, und wobei die Membran ein protonenleitfähiges Ionomer umfasst.
Unter einer katalysatorbeschichteten Membran wird erfindungsgemäß jegliche Anordnung verstanden, in der eine Anode und eine Kathode die beiden Seiten einer Membran umgeben, so dass die Membran zwischen der Kathode und der Anode angeordnet ist. Die Anode und die Kathode können dabei direkt auf die Membran beschichtet sein und einen Verbund bilden. In diesem Fall spricht man insbesondere von einer CCM, also einer „catalyst coated membrane“. Des Weiteren wird unter einer katalysatorbeschichteten Membran auch eine Anordnung zur Anwendung in einer Brennstoffzelle verstanden, in der die Anode und die Kathode auf zwei Seiten einer Membran angeordnet, und insbesondere laminiert werden. In beiden Fällen können die beiden freiliegenden Seiten der Anode und der Kathode mit einer Gasdiffusionsschicht (GDL) versehen sein. Sofern Gasdiffusionsschichten vorgesehen sind, spricht man bei der Gesamtanordnung auch von Membranelektrodenanordnungen (MEA). Gemäß der vorliegenden Erfindung bezieht sich die Halogenidkonzentration im Falle der katalysatorbeschichteten Membran auf eine wie vorstehend ausgebildete Anordnung ohne GDL.
Die erfindungsgemäße katalysatorbeschichtete Membran weist eine Halogenidkonzentration von 50 bis 1000 ppm, bezogen auf die Gesamtmasse der katalysatorbeschichteten Membran auf. Die Halogenidkonzentration ergibt sich somit als Summe der Halogenideinzelkonzentrationen der Anode, der Kathode und der Membran und bezieht sich auf die Gesamtmasse dieser Komponenten. Die Konzentration an Halogenid von 50 bis 1000 ppm wird dabei im Wesentlichen nicht durch den oder die metallhaltigen Katalysatoren und die lonomere eingetragen, sondern wird explizit zugegeben, bis sich die gewünschte Halogenidkonzentration eingestellt hat. Die Halogenidkonzentration in der katalysatorbeschichteten Membran wird, wie vorstehend bereits für die Brennstoffzellenelektrode beschrieben, mittels lonenchromatographie bestimmt. Durch das gewählte Probenvorbereitungsverfahren bzw. durch die Selektion des oder der zu bestimmenden Halogenide, werden nur freie Halogenide und nicht kovalent oder anderweitig
(z.B. komplex) gebundene Halogenide in der katalysatorbeschichteten Membran erfasst. Fluoride, die beispielsweise im Ionomer (z.B. bei Verwendung von fluorierten lonomeren) oder in der Membran gebunden vorliegen, werden durch wässrige Extraktion und anschließendes Vermessen mittels lonenchromatographie explizit nicht miterfasst.
Das oder die Halogenide liegen vorzugsweise hauptsächlich in der Kathode vor, da die Kathode besonders anfällig für Degradation des Katalysators ist. Da sich aber Halogenidionen teilweise durch die Schichten der katalysatorbeschichteten Membran bewegen können, kann die gewünschte Halogenidkonzentration auch in der Anode oder sogar in der Membran eingestellt werden. Bei bestimmungsgemäßem Gebrauch der katalysatorbeschichteten Membran, ergibt sich der Effekt in Bezug auf die Dauerstabilität der katalysatorbeschichteten Membran dadurch, dass sich das oder die Halogenide gleichmäßig in den Schichten verteilen und somit gleichförmig stabilisierend wirken ohne die Leistung der katalysatorbeschichteten Membran herabzusetzen.
Die erfindungswesentliche Halogenidkonzentration von 50 bis 1000 ppm, die sich auf die Gesamtmasse der katalysatorbeschichteten Membran bezieht, ist sowohl in einer ungebrauchten (also neu gefertigten) katalysatorbeschichteten Membran als auch in einer katalysatorbeschichteten Membran bei oder nach bestimmungsgemäßem Gebrauch vorhanden. Dies ist damit zu begründen, dass das oder die Halogenide in einer gewünschten Konzentration der Anode und/oder der Kathode und/oder der Membran zugefügt sein kann/können, so dass sich in Summe, bezogen auf die Gesamtmasse der katalysatorbeschichteten Membran, die Halogenidkonzentration von 50 bis 1000 ppm einstellt. Selbst wenn dann, z.B. bei bestimmungsgemäßem Gebrauch, Halogenide von ihrer ursprünglichen Komponente in andere Komponenten der katalysatorbeschichteten Membran (beispielsweise von der Kathode zur Anode oder von der Anode zur Kathode oder von der Kathode zur Membran und/oder der Anode oder von der Anode zur Membran und/oder der Kathode) wandern, so bleibt die Halogenidkonzentration bezogen auf die Gesamtmasse der katalysatorbeschichteten Membran immer gleich, nämlich erfindungsgemäß 50 bis 1000 ppm.
Dies steht im Einklang mit der vorstehend beschriebenen erfindungsgemäßen Brennstoffzellenelektrode. Wird diese erfindungsgemäße Brennstoffzellenelektrode, die eine Halogenidkonzentration von 50 bis 1000 ppm aufweist, für die erfindungsgemäße katalysatorbeschichtete Membran eingesetzt, so kann, sofern die Halogenidkonzentration in der verwendeten Brennstoffzellenelektrode mindestens 50 ppm beträgt aber unterhalb von 1000 ppm liegt, der weiteren Brennstoffzellenelektrode und/oder der Membran ebenfalls ein oder mehrere Halogenide zugesetzt sein, so dass sich in Summe, bezogen auf die Gesamtmasse der katalysatorbeschichteten Membran, eine Gesamthalogenidkonzentration der katalysatorbeschichteten Membran von 50 ppm bis 1000 ppm ergibt.
Auch kann eine erfindungsgemäße Brennstoffzellenelektrode mit einer Halogenidkonzentration von weniger als 1000 ppm mit einer nicht erfindungsgemäßen Brennstoffzellenelektrode, die z.B. eine Halogenidkonzentration von weniger als 50 ppm, bezogen auf die Gesamtmasse der Brennstoffzellenelektrode, aufweist, in der erfindungsgemäßen katalysatorbeschichteten Membran kombiniert werden, sofern die Halogenidkonzentration der katalysatorbeschichteten Membran, bezogen auf die Gesamtmasse der katalysatorbeschichteten Membran in einem Bereich von 50 bis 1000 ppm liegt.
Auch können zwei nicht erfindungsgemäße Brennstoffzellenelektroden, die beide z.B. jeweils eine Halogenidkonzentration von weniger als 50 ppm, bezogen auf die jeweilige Gesamtmasse der entsprechenden Brennstoffzellenelektrode, aufweisen, zu einer erfindungsgemäßen katalysatorbeschichteten Membran kombiniert werden, nämlich dann, wenn sich, bezogen auf die Gesamtmasse der katalysatorbeschichteten Membran, eine Halogenidkonzentration von 50 bis 1000 ppm ergibt.
Bevorzugt wird jedoch die gewünschte Halogenidkonzentration von 50 bis 1000 ppm bezogen auf die Gesamtmasse der katalysatorbeschichteten Membran über eine Brennstoffzelle, insbesondere über die Kathode, eingetragen, so dass sich die Halogenidkonzentration der Brennstoffzelle, die sich in der Brennstoffzelle auf die Gesamtmasse der Brennstoffzelle bezieht, in der Halogenidkonzentration der katalysatorbeschichteten Membran, die sich auf die Gesamtmasse der katalysatorbeschichteten Membran bezieht, wiederspiegelt. Jedoch kann die Verteilung des oder der Halogenide in den einzelnen Schichten der katalysatorbeschichteten Membran bei bestimmungsgemäßem Gebrauch derselben variieren ohne die Halogenidkonzentration, bezogen auf die Gesamtmasse der erfindungsgemäßen katalysatorbeschichteten Membran zu verändern.
Für eine verbesserte Balance zwischen den Effekten der Verbesserung der Dauerstabilität bei gleichzeitig hoher Leistung, beträgt die Halogenidkonzentration in der katalysatorbeschichteten Membran vorzugsweise 50 bis 500 ppm, bezogen auf die Gesamtmasse der katalysatorbeschichteten Membran.
Wie bereits vorstehend offenbart, ist das eingesetzte Halogenid im Wesentlichen nicht beschränkt. Vorteilhafterweise ist das Halogenid jedoch ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Fluorid, Chlorid, Bromid, lodid und Mischungen daraus, und ist aufgrund der sehr guten Verfügbarkeit und geringen gesundheitsschädlichen Wirkung bevorzugt Chlorid.
Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung umfassen der erste und der zweite metallhaltige Katalysator ein Edelmetall, oder Mischungen oder Legierungen aus zwei oder mehr Edelmetallen oder eine Edelmetall-Nichtedelmetall-Legierung.
Hierbei ist es bevorzugt, wenn die Edelmetall-Nichtedelmetall-Legierung eine Platinlegierung umfasst und/oder wenn das Edelmetall des metallhaltigen Katalysators Platin und/oder Palladium umfasst.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Weiterbildung weist die Anode der katalysatorbeschichteten Membran einen Halogenidgewichtsanteil FA entsprechend der folgenden Formel auf:
Hierbei ist A 50 bis 1000 ppm und bevorzugt 50 bis 500 ppm, MCCM ist das Flächengewicht der katalysatorbeschichteten Membran und MCLA ist das Flächengewicht der Anode.
Darüber hinaus bevorzugt weist die Kathode der katalysatorbeschichteten Membran einen Halogenidgewichtsanteil FK entsprechend der folgenden Formel auf:
Hierbei beträgt A 50 bis 1000 ppm und bevorzugt 50 bis 500 ppm, ist MCCM das Flächengewicht der katalysatorbeschichteten Membran und ist MCLK das Flächengewicht der Kathode.
Die obenstehenden Formeln werden anhand der nachfolgenden Beispiele erläutert, wobei die Beispiele jedoch nur der Veranschaulichung dienen und die Erfindung nicht einschränken. Beispielsweise beträgt die Membrandicke je nach Typ 8 bis 20 pm, sodass sich ein Flächengewicht (MCCM) von 1,6 bis 4 mg/cm2 ergibt.
Für eine Membran mit einer Membrandicke von 12 pm ergibt sich ein Membranflächengewicht MCCM von 2,4 mg/cm2.
Das Flächengewicht der Elektroden (MCLA bzw. MCLK) hängt von mehreren Faktoren ab:
Katalysatorbeladung (z.B. Pt und/oder Pd) z.B. Platingehalt am Katalysator (üblicherweise 20 Gew.-% - 60 Gew.-%) lonomergehalt (d.h. insbesondere Ionomer zu Kohlenstoff Verhältnis - l:C)
Beispiele:
Anode mit 0,1 mg(Pt)/cm2, 20 Gew.-% Pt/C und l:C 0,8:1
Flächengewicht (MCLA) = 0,82 mg/cm2
Kathode mit 0,5 mg(PtCo)/cm2, 50 % Pt/C und l:C 1:1
Flächengewicht (MCLK) = 1,5 mg/cm2
Gesamtflächengewicht (MCCM) = 4,72 mg/cm2
Faktor für Anode (FA) = 5,76 -> FA = 288 - 5760 ppm
Faktor für Kathode (FK) = 3,15 -> FK = 157-3150 ppm
Des Weiteren erfindungsgemäß wird auch eine Brennstoffzelle mit sehr guter Dauerstabilität bei gleichbleibend guter Leistung beschrieben. Die erfindungsgemäße Brennstoffzelle zeichnet sich dadurch aus, dass sie die vorstehend beschriebene katalysatorbeschichtete Membran umfasst, wodurch sich die vorstehend dargelegten vorteilhaften Effekte auch für die Brennstoffzelle ergeben.
Die jeweils für die erfindungsgemäße Brennstoffzellenelektrode, die erfindungsgemäße katalysatorbeschichtete Membran und die erfindungsgemäße Brennstoffzelle beschriebenen Vorteile, vorteilhaften Effekte und Weiterbildungen finden jeweils wechselseitig Anwendung.
Ferner erfindungsgemäß wird auch ein Verfahren zur Herstellung der wie vorstehend offenbarten katalysatorbeschichteten Membran beschrieben. Gemäß dem Verfahren wird der Kathode und/oder der Anode und/oder der protonenleitfähigen Membran eine Halogenidkonzentration hinzugefügt, so dass die Halogenidkonzentration der katalysatorbeschichteten Membran 50 bis 1000 ppm, bevorzugt von 50 bis 500 ppm, bezogen auf die Gesamtmasse der katalysatorbeschichteten Membran beträgt. Die Halogenidkonzentration setzt sich somit aus den Einzelhalogenidkonzentrationen der Anode, der Kathode und der Membran zusammen und bezieht sich auf die Gesamtmasse dieser Elemente/Komponenten.
Durch das Hinzufügen von einem oder mehreren Halogeniden wird die gewünschte Halogenidkonzentration erhalten. Sie ergibt sich also nicht bereits durch die Verwendung eines halogenidhaltigen Katalysatorvorläufers und eines halogenidhaltigen Ionomers, sondern wird explizit der oder den jeweiligen Elementen der herzustellenden katalysatorgeschichteten Membran zugefügt.
Aufgrund einer Halogenidkonzentration von 50 bis 1000 ppm und bevorzugt von 50 bis 500 ppm wird die Dauerstabilität der katalysatorbeschichteten Membran verbessert ohne Leistungseinbußen hinnehmen zu müssen. Hierbei ist das Verfahren einfach ohne hohen technischen Aufwand umsetzbar und dadurch sehr effizient.
Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung einer katalysatorbeschichteten Membran ist dazu geeignet die erfindungsgemäße katalysatorbeschichtete Membran herzustellen.
Um eine besonders gleichmäßige Halogenidionenkonzentration in der katalysatorbeschichteten Membran zu erzielen, wird die katalysatorbeschichtete Membran mit einer mindestens ein Halogenid enthaltenden Lösung hergestellt. Das Herstellen mittels einer Halogenid enthaltenden Lösung kann in einer oder in mehreren oder sogar in allen Schichten der katalysatorbeschichteten Membran erfolgen, sofern die gewünschte Halogenidkonzentration, bezogen auf das Gesamtgewicht der katalysatorbeschichteten Membran erzielt wird. Das Herstellen der katalysatorbeschichteten Membran unter Verwendung einer Halogenidlösung kann technisch besonders einfach umgesetzt werden und erfordert keinen hohen technischen Aufwand und ermöglicht eine besonders gleichmäßige Verteilung des Halogenids bzw. der Halogenide in der entsprechenden Schicht.
Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung wird die Anode aus einer Anodendispersion und die Kathode aus einer Kathodendispersion hergestellt, wobei der Anodendispersion und/oder der Kathodendispersion eine halogenidhaltige Verbindung hinzugefügt wird, wobei der Halogenidgewichtsanteil FA in der Anodendispersion folgende Formel erfüllt:
A ist dabei 50 bis 1000 ppm und bevorzugt 50 bis 500 ppm, B ist der Feststoffanteil der Anodendispersion, MCCM ist das Flächengewicht der katalysatorbeschichteten Membran und MCLA ist das Flächengewicht der Anode.
Alternativ oder additiv erfüllt der Halogenidgewichtsanteil FK in der Kathodendispersion folgende Formel:
FK = (A x B x MCCM>
MCLK ‘
Hierbei beträgt A 50 bis 1000 ppm und bevorzugt 50 bis 500 ppm, ist B der Feststoffanteil der Kathodendispersion, ist MCCM das Flächengewicht der katalysatorbeschichteten Membran und ist MCLK das Flächengewicht der Kathode.
Dabei können die Anodendispersion und die Kathodendispersion unterschiedliche Halogenidgewichtsanteile aufweisen.
Auch ist das Halogenid im Wesentlichen nicht beschränkt und kann ausgewählt sein aus Fluorid, Chlorid, Bromid oder lodid, wobei Chlorid als Halogenid besonders bevorzugt ist.
Aufgrund der guten Löslichkeit ist das Kation einer zur Einstellung der Halogenidkonzentration verwendeten halogenidhaltigen Verbindung ausgewählt aus der Gruppen von Protonen, Alkalimetallen, Erdalkalimetallen, einem Ammoniumion oder kationischen organischen Verbindungen. Besonders bevorzugte Kationen sind Na+ und K+.
Zur weiteren Vereinfachung des Verfahrens werden die Anodendispersion und die Kathodendispersion direkt auf die Membran oder über ein Decalsubstrat auf die Membran beschichtet.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung wird zur Herstellung der Kathode eine Kathodendispersion hergestellt, indem ein erster metallhaltiger Katalysator und ein protonenleitfähiges Ionomer dispergiert werden. Ferner vorteilhaft wird zur Herstellung der Anode eine Anodendispersion hergestellt, indem ein zweiter metallhaltiger Katalysator und ein protonenleitfähiges Ionomer dispergiert werden. Darüber hinaus wird der Kathodendispersion und/oder der Anodendispersion vor, während oder nach dem Dispergieren eine halogenidhaltige Verbindung hinzugefügt, so dass sich die gewünschte Halogenidionenkonzentration einstellen lässt.
Das Dispergieren kann mit üblichen technischen Hilfsmitteln ausgeführt werden und ist aufgrund der meist sehr guten Löslichkeit der halogenidhaltigen Verbindung technisch einfach und zeitlich schnell umsetzbar.
Nachfolgend werden beispielhaft Verfahrensschritte zur Herstellung einer erfindungsgemäßen katalysatorbeschichteten Membran angegeben. Weitere Verfahrensschritte können vorgesehen sein.
Herstellung einer Katalysatordispersion
Es wird eine Katalysatordispersion (auch Brennstoffzellenelektrodendispersion genannt) durch Mischen eines metallhaltigen Katalysators in Wasser, Lösungsmittel und einer lonomerdispersion hergestellt. Die in den erfindungsgemäßen Katalysatorschichten eingesetzten lonomere sind im Einzelnen nicht beschränkt und können perfluorierte lonomere (PFSA), teilfluorierte oder kohlenwasserstoff-basierte (nicht fluorierte) lonomere sein. Die Katalysatordispersion wird für etwa 120 Minuten in einer Kugelmühle (Mahlmedium: ZrÜ2-
Kugeln) gemahlen. Eine Katalysatorschicht wird durch Aufbringen und Trocknen der Katalysatordispersion auf ein inertes Substrat, ein sogenanntes Decal, hergestellt.
Alternativ kann z.B. auch die Verwendung von Ultraschall oder verschiedenen Mahlkörpermühlen in der Dispersionsherstellung zur Anwendung kommen. Unter Mahlkörpermühlen fallen z.B. Kugelmühlen, Rühr-Perlmühlen, Rührwerksmühlen, Attritoren und spezifische Walzwerke.
Zur Herstellung einer erfindungsgemäßen Katalysatordispersion mit geringerer Chloridkonzentration wird der Katalysatortinte die benötigte Menge einer 5 Masseprozentigen, wässrigen Natriumchloridlösung nach dem vorstehenden Dispergiervorgang hinzugefügt und anschließend für mindestens zwei Stunden auf einem Magnetrührer gerührt. Zur Einstellung höherer Chloridkonzentrationen wird der Katalysatortinte die benötigte Menge einer 20 Masseprozentigen, wässrigen Natriumchloridlösung nach dem Dispergiervorgang hinzugefügt und anschließend für mindestens zwei Stunden auf einem Magnetrührer gerührt.
Herstellung der erfindungsgemäßen katalysatorbeschichteten Membran
Kathoden- und Anodenschichten aus den entsprechend hergestellten Anodendispersionen und Kathodendispersionen können auf einen inerten Film beschichtet und getrocknet werden. Als Beschichtung kommen gängige Technologie wie bspw. Schlitzdüsen, Rakel, Spiralapplikatoren, Siebdruck oder auch Sprüheinrichtungen in Frage. Die Schichten werden anschließend in einem Laminationsprozess (sog. Decalverfahren) auf die Membran übertragen, wobei die Laminationstemperatur üblicherweise 150 bis 190 °C beträgt, sowie ein Druck von 1 bis 3 MPa angewendet wird. Die Lamination kann beispielsweise in einer Presse oder kontinuierlich zwischen einem Walzenpaar erfolgen. Die Laminationsdauer in einer Presse im nicht kontinuierlichen Betrieb beträgt etwa eine Minute und kann für ein kontinuierliches Verfahren auch nur wenige Sekunden betragen.
In einem alternativen Verfahren können die Kathode und/oder die Anode auch direkt auf die Membran aufgebracht und getrocknet werden (Direktdruckverfahren).
Als eine weitere Alternative können die Kathode und/oder die Anode auch auf eine Gasdiffusionslage (GDL) aufgebracht und getrocknet werden, um eine sogenannte Gasdiffusionselektrode (GDE) zu erhalten, die anschließend mit der Membran in Kontakt gebracht wird, um eine Membranelektrodenanordnung zu erhalten (GDE-Verfahren).
Als eine weitere Alternative kann eine erste Elektrode auf die Membran aufgebracht werden (über ein Decalverfahren oder auch über ein Direktdruckverfahren) und eine zweite Elektrode auf eine GDL aufgebracht werden.
Im Sinne der Erfindung sind die unterschiedlichen Methoden der Herstellung der Membranelektrodenanordnung als äquivalent zu betrachten.
Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung einer katalysatorbeschichteten Membran kann dazu verwendet werden die erfindungsgemäße katalysatorbeschichtete Membran herzustellen. Demnach wird auch eine gemäß dem vorstehend dargelegten Verfahren hergestellte katalysatorbeschichtete Membran beschrieben, die sich durch eine hohe Dauerstabilität und gleichzeitig keine Leistungseinbußen auszeichnet.
BEISPIELE
Nachfolgend wird die vorliegende Erfindung mit Bezug auf die ausgeführten Beispiele und Figuren näher erläutert.
Es zeigt:
Fig. 1 schematische Darstellung einer katalysatorbeschichteten Membran gemäß einer Ausführungsform im Schnitt,
Fig. 2 Spannungsverluste der Beispiele nach 30000 Potenzialzyklen zwischen 0,6 bis 0,95 V,
Fig. 3 Massenaktivitätsverluste der Beispiele nach 30000 Potenzialzyklen zwischen 0,6 bis 0,95 V,
Fig. 4 EPSA-Verluste (Katalysatoroberfläche) nach 30000 Potenzialzyklen zwischen 0,6 bis 0,95 V,
Fig. 5 Chemische Dauerstabilitäten einer Probe ohne Chlorid (durchgehende Linie) und einer Probe mit einem gemessenen Wert von 220 ppm Chlorid (gestrichelte Linie) und
Fig. 6 Zellspannungen der Beispiele bei 0,8 A/cm2 zu Beginn der Messungen.
In den Figuren sind nur die wesentlichen Elemente und Komponenten der Erfindung dargestellt. Alle übrigen Elemente und Komponenten sind der Übersichtlichkeit halber weggelassen.
Fig. 1 ist eine schematische Darstellung einer katalysatorbeschichteten Membran 1 gemäß einer Ausführungsform im Schnitt. Die katalysatorbeschichtete Membran 1 umfasst eine Kathode 2, eine Anode 3 und eine dazwischenliegende protonenleitfähige Membran 4, wobei die Kathode 2 einen ersten metallhaltigen Katalysator 5 und ein protonenleitfähiges Ionomer 6 umfasst, die Anode 3 einen zweiten metallhaltigen Katalysator 7 und ein protonenleitfähiges Ionomer 8 umfasst, und die Membran 4 ein protonenleitfähiges Ionomer umfasst. Die katalysatorbeschichtete Membran 1 weist eine Halogenidkonzentration von
50 bis 1000 ppm, bezogen auf die Gesamtmasse der katalysatorbeschichteten Membran 1 auf. Das Halogenid 9 ist insbesondere Chlorid und ist hier explizit in der Kathode 2 angeordnet. Besonders bevorzugt ist das Halogenid 9 in Form einer NaCI-Lösung in die Kathode 3 eingebracht.
Die katalysatorbeschichteten Membran 1 zeichnet sich aufgrund der Halogenidkonzentration durch eine sehr gute Dauerstabilität bei keinem signifikanten Leistungsverlust aus.
Potenzialzyklentest
Der Potenzialzyklentest stellt einen beschleunigten Stabilitätstest dar, der den Spannungsverlauf der Kathode während eines dynamischen Fährbetriebs einer Brennstoffzelle simuliert, d.h. unter normalen Betriebsbedingungen, wobei eine Leistung von der Brennstoffzelle abgerufen wird.
Der Potenzialzyklentest entspricht den Vorschlägen des US-amerikanischen Department of Energy (DOE) und wurde wie folgt durchgeführt:
Die Temperatur der Einzelzelle Tzeiie betrug 80 °C und die Befeuchtertemperaturen betrugen 80 °C für die Anode und 80 °C für die Kathode. Auf die Anode wurde Wasserstoff und auf die Kathode wurde Stickstoff unter Umgebungsdruck geleitet. An die Zelle wurde eine Rechteckspannung angelegt, wobei sich eine Spannung von 0,6 V für 3 s und eine Spannung von 0,95 V für 3 s abwechselten. Dieser Zyklus wurde 30.000 Mal wiederholt.
Test zur chemischen Dauerstabilität
Der Test zur chemischen Dauerstabilität ist ein beschleunigter Stabilitätstest, der den Wasserstoffübertritt der katalysatorbeschichteten Membran während des Betriebs unter offener Klemmspannung prüft.
Der Test zur chemischen Dauerstabilität entspricht den Vorschlägen des US-amerikanischen Department of Energy (DOE) und wurde wie folgt durchgeführt:
Die Temperatur der Zelle Tzeiie betrug 90 °C und die Befeuchtung wurde auf 30 %RH eingestellt. Auf die Anode wurde Wasserstoff und auf die Kathode wurde Luft unter 1 ,5 bar geleitet. Es wurde kein Strom abgerufen, sodass die Zelle unter offener Klemmspannung vorlag. In regelmäßigen Abständen wurde der Wasserstoffübertritt gemessen. lonenchromatographie zur Bestimmung des Halogenidgehalts
Die Probenvorbereitung vor der Bestimmung des Halogenidgehalts, insbesondere von Chlorid, mittels lonenchromatographie erfolgte über einen Sauerstoffdruckaufschluss. Hierbei wurde
das Probenmaterial unter Druck und unter Zugabe von Sauerstoff in einem geschlossenen System verbrannt.
Die Bestimmung der Halogenide in der Brennstoffzellenelektrode erfolgte mittels lonenchromatographie. Durch lonenchromatographie können die Halogenide über ihre Retentionszeit unterschieden werden (Retentionszeiten: z.B. F: 6,9 min, CI: 10,4 min, Br: 15,9 min). Hierbei wurde als Laufmittel eine Mischung aus 1 ,9 L einer wässrigen Lösung von Natriumcarbonat mit einer Konzentration von 3,2 mmol/L sowie Natriumhydrogencarbonat mit einer Konzentration von 1 ,0 mmol/L und 0,1 L Acetontiril verwendet, so dass sich in Summe 2,0 L Laufmittel ergaben. Die Messung erfolgte mit dem Instrument Metrohm 690 IC (Deutsche METROHM GmbH & Co. KG, Deutschland). Als Säule wurde das Modell Metrosep A Supp7 - 250/4.0 mm (Deutsche METROHM GmbH & Co. KG, Deutschland) verwendet. Die Temperatur der Säule wurde auf 40 °C eingestellt, die Flussrate betrug 0,7 mL min-1.
Beispiel 1
Es wurde wie vorstehend beschrieben eine katalysatorbeschichtete Membran hergestellt. Die gemäß Beispiel 1 hergestellte Kathode umfasste als Katalysator einen reinen Platin- Katalysator, geträgert auf Kohlenstoff (50 Masse% Platin, 50 Masse% Kohlenstoff). Das Edelmetallflächengewicht des metallhaltigen Katalysators betrug 0,4 mgpt/cm2. Die Kathode umfasste ferner ein Ionomer mit einem Äquivalentgewicht (EW) von 790 g/mol (Aquivion® D79- 25BS; Solvay Specialty Polymers, Italien). Das Masseverhältnis Ionomer zu kohlenstoffhaltigem Trägermaterial betrug 0,8:1.
Die erfindungsgemäße Kathode nach Beispiel 1 umfasste weiterhin Natriumchlorid in einer Konzentration von 1370 bis 1500 ppm Chlorid, das mittels lonenchromatographie, wie vorstehend beschrieben, bestimmt wurde.
Die gemäß Beispiel 1 hergestellte Anode umfasste als Katalysator einen reinen Platin- Katalysator geträgert auf Kohlenstoff (20 Masse% Platin, 80 Masse% Kohlenstoff). Das Edelmetallflächengewicht des metallhaltigen Katalysators betrug 0,1 mgpt/cm2. Die Anode umfasste ferner ein Ionomer mit einem Äquivalentgewicht (EW) von 790 g/mol (Aquivion® D79- 25BS; Solvay Specialty Polymers, Italien). Das Masseverhältnis Ionomer zu kohlenstoffhaltigem Trägermaterial betrug 0,8:1.
Die gemäß Beispiel 1 hergestellte MEA wurde nach dem zuvor beschriebenen Decalverfahren hergestellt. Anode und Kathode wurden jeweils auf ein glasfaserverstärktes PTFE Substrat unter Verwendung eines Spiralapplikators aufgebracht. Die Nassschichtdicke wurde derart ausgewählt, dass die Zielbeladung erreicht wurde. Die jeweilige Katalysatordispersion wurde anschließend in einem Ofen bei 100 °C für 5 min getrocknet. Die Lamination (Decaltransfer)
der Anode und Kathode mit der Membran (perfluorierte verstärkte Sulfonsäuremembran, 15 pm Dicke) erfolgte in einem Bandlaminator bei einer Temperatur von 180 °C und einem Druck von 1 MPa für 1 min.
Der Chloridgehalt der katalysatorbeschichteten Membran war somit 310 bis 340 ppm Chlorid. Beispiele 2 und 3, Vergleichsbeispiele 1 bis 3
Beispiele 2 und 3 sowie Vergleichsbeispiele 1 bis 3 wurden analog zu Beispiel 1 hergestellt, jedoch mit den Zusammensetzungen wie in der nachstehenden Tabelle 1 dargestellt.
Die nachfolgende Tabelle 1 gibt einen Überblick über die durchgeführten Versuche und die jeweiligen Testergebnisse. Gezeigt sind Beispiele und Vergleichsbeispiele, deren jeweiliger Chloridgehalt sowie Verluste durch den Potenzialzyklentest zwischen 0,6 und 0,95 V. (Werte zu Beginn des Tests abzüglich der Werte nach Beendigung des Tests)
Tabelle 1
Als nicht-graphitisierter Kohlenstoff können beispielsweise Kohlenstoffe der Marke Vulcan der Firma Cabot verwendet werden. „EPSA“ bedeutet hierbei effective platinum surface area, also effektive Platinoberflächen. Der Begriff „geo“ bezieht sich auf die geometrisch aktive Fläche der katalysatorbeschichteten Membran. Somit gibt EPSA die Oberfläche des Platins [cm2(Pt)] pro Fläche der katalysatorbeschichteten Membran an.
Wie in Figuren 1 bis 3 dargestellt, zeigen die erfindungsgemäßen Beispiele aufgrund der eingestellten Chloridionenkonzentration in einem Bereich von 50 bis 1000 ppm sehr viel geringere Spannungsverluste nach 30000 Potenzialzyklen zwischen 0,6 bis 0,95 V (siehe Fig. 2), geringere Massenaktivitätsverluste nach 30000 Potenzialzyklen zwischen 0,6 bis 0,95 V (siehe Fig. 3) und geringere EPSA-Verluste (effective platinum surface area - Platinoberfläche bezogen auf die Fläche der Elektrode; d.h. EPSA gibt die Oberfläche des Platins [cm2(Pt)] pro Fläche der katalysatorbeschichteten Membran an) nach 30000 Potenzialzyklen zwischen 0,6 bis 0,95 V (siehe Fig. 4) als die Vergleichsbeispiele ohne Zusatz von Halogeniden. Chlorid im verwendeten ppm Bereich führt zu einer Reduzierung des Spannungsverlustes, zu einer Reduktion des Massenaktivitätsverlustes sowie auch des EPSA-Verlustes. Weiterhin wird kein negativer Einfluss auf die chemische Dauerstabilität beobachtet, was insbesondere aus Fig. 5 hervorgeht. Ein Einfluss von erhöhter H2O2-Konzentration wurde nicht beobachtet.
Fig. 6 zeigt, dass der Chloridgehalt keinen signifikanten Einfluss auf die Zellspannung hat, d.h. es kommt nicht zu einer Verschlechterung der Zellspannung.
Neben der vorstehenden schriftlichen Beschreibung der Erfindung wird zu deren ergänzender Offenbarung hiermit explizit auf die zeichnerische Darstellung der Erfindung in den Fig. 1 bis 6 Bezug genommen.
Bezugszeichenliste
1 katalysatorbeschichtete Membran
2 Kathode
3 Anode 4 Membran
5 erster metallhaltiger Katalysator
6 protonenleitfähiges Ionomer
7 zweiter metallhaltiger Katalysator
8 protonenleitfähiges Ionomer 9 Halogenid