Kryobehälter mit einer im Vakuumraum geführten Leitung
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung, umfassend einen Kryobehälter und eine Anschlussleitung, wobei der Kryobehälter einen Innenbehälter und einen Außenbehälter aufweist, wobei der Außenbehälter den Innenbehälter umhüllt und allseitig von diesem beabstandet ist, um eine Vakuumisolation zwischen dem Innenbehälter und dem Außenbehälter zu ermöglichen, wobei eine Anschlussleitung durch den Außenbehälter und den Innenbehälter geführt ist, um Kryofluid aus dem Kryobehälter zu entnehmen oder in diesen einzubringen, wobei der Außenbehälter einen langgestreckten Mantel und zumindest eine Endkappe umfasst, wobei der Mantel und die Endkappe an einer Verbindungsebene vakuumdicht miteinander verschweißt sind, wobei die Anschlussleitung an einer Anschlussstelle aus dem Innenbehälter geführt ist.
Gemäß dem Stand der Technik können verflüssigte Gase in Behältern („Kryobehältern“) gespeichert werden, um diese als Kraftstoff für beispielsweise einen Motor zu lagern. Verflüssigte Gase sind Gase, die bei Siedetemperatur im flüssigen Aggregatzustand vorliegen, wobei die Siedetemperatur dieses Fluids druckabhängig ist. Wird eine solche kryogene Flüssigkeit in einen Kryobehälter gefüllt, so stellt sich, abgesehen von thermischen Wechselspielen mit dem Kryobehälter selbst, ein Druck entsprechend der Siedetemperatur ein.
Im Anwendungsgebiet der Fahrzeugtechnik kann das Kryofluid als Treibstoff für ein Fahrzeug dienen, zu welchem Zweck der Kryobehälter am Fahrzeug mitgeführt wird. Üblicherweise werden Kryobehälter an der Seite des Fahrzeugrahmens montiert, und die Kryobehälter müssen eine ausreichende Isolationsfähigkeit aufweisen, damit das Kryofluid möglichst lange bei niedriger Temperatur im Kryobehälter verbleibt, da diese Behälter zumindest beim Stillstand des Fahrzeugs nicht aktiv gekühlt werden.
Beispielsweise wird Wasserstoff mit einer Temperatur von bis zu -253 °C in den Kryobehälter getankt, wobei sich das im Kryobehälter befindliche Kryofluid durch den konstanten Wärmeeintrag in den Kryobehälter stetig erwärmt, wodurch auch der Druck im Kryobehälter steigt. Sobald der Druck im Kryobehälter einen gewissen Schwellwert übersteigt, wird gasförmiges Kryofluid zum Druckabbau aus dem Behälter abgelassen. Es ist ersichtlich, dass es ein Bestreben ist, die Isolationsfähigkeit des Kryobehälters zu verbessern, um den Wärmeeintrag in diesen zu reduzieren, damit die Zeitspanne steigt, nach welcher Kryofluid aus dem Kryobehälter abgelassen wird.
Aus dem Stand der Technik ist daher bekannt, den Kryobehälter mit einem Innenbehälter und einen gegenüber dem Innenbehälter vakuumisolierten Außenbehälter zu schaffen, siehe beispielsweise die WO 2014/161898.
Insbesondere um Kryofluid in Flüssigphase aus dem Kryobehälter zu entnehmen, kann eine Anschlussleitung vorgesehen werden, die Kryofluid aus der unteren Hälfte des Kryobehälters entnimmt, zu welchen Zweck die Anschlussleitung in der unteren Hälfte sowohl den Innenbehälter als auch den Außenbehälter durchsetzt, wie beispielsweise in der WO 2021/026581 dargestellt ist. Um die Anschlussleitung an der Oberseite des Kryobehälters zugänglich zu machen, wird diese - gegebenenfalls isoliert - außerhalb des Kryobehälters nach oben geführt.
Manche Kryobehälter aus dem Stand der Technik sehen vor, sämtliche Anschlussleitungen axial, d.h. mittig aus der Endkappe und parallel zu einer Längsachse des Kryobehälters, aus dem Kryobehälter zu führen, was jedoch viel Platz vor der Endkappe einnimmt. Der erfindungsgemäße Kryobehälter soll jedoch eine Lösung schaffen, bei der die Anschlussleitungen nicht parallel zu einer Längsachse des Kryobehälters aus diesem austreten. Es hat sich jedoch herausgestellt, dass dies wesentliche Probleme bei der technischen Umsetzung bereitet. Wenn die Anschlussleitung im Bereich des langgestreckten Mantels im Zwischenraum geführt wird, ist es nicht möglich, zuerst den Innenbehälter mit bereits daran montierter Anschlussleitung bereitzustellen, da der Außenbehälter nicht mehr über die bereits montierte Anschlussleitung „gestülpt“ werden kann. Dem könnte abgeholfen werden, indem Einkerbungen in das Mantelende vorgesehen werden, sodass der Mantel von einer Seite aufgeschoben werden kann und die Anschlussleitungen in den Einkerbungen aufgenommen werden. Daraufhin wird das Mantelende mit einer Endkappe verschlossen. Hier tritt jedoch das Problem auf, dass die Endkappe nur schwer mit dem Mantel ende verschweißbar ist, da eine umlaufende Schweißnaht nicht möglich ist.
Es ist daher eine Aufgabe, einen Kryobehälter und ein Herstellungsverfahren zu schaffen, bei dem diese Probleme nicht auftreten.
Diese Aufgabe wird in einem ersten Aspekt der Erfindung gelöst durch eine Vorrichtung, umfassend einen Kryobehälter und eine Anschlussleitung, wobei der Kryobehälter einen Innenbehälter und einen Außenbehälter aufweist, wobei der Außenbehälter den Innenbehälter umhüllt und allseitig von diesem beabstandet ist, um eine Vakuumisolation zwischen dem Innenbehälter und dem Außenbehälter zu ermöglichen, wobei die Anschlussleitung durch den Außenbehälter und den Innenbehälter geführt ist, um Kryofluid
aus dem Kryobehälter zu entnehmen oder in diesen einzubringen, wobei der Außenbehälter einen langgestreckten Mantel und zumindest eine Endkappe umfasst, wobei der Mantel und die Endkappe an einer Verbindungsebene vakuum dicht miteinander verschweißt sind, wobei die Anschlussleitung an einer Anschlussstelle aus dem Innenbehälter geführt ist, wobei die Endkappe des Außenbehälters ein Durchgangsloch für die Anschlussleitung umfasst, wobei die Anschlussleitung von der Anschlussstelle an den Innenbehälter bis zum Durchgangsloch im Außenbehälter geführt ist, wobei die Anschlussleitung das Durchgangsloch nicht-parallel, z.B. in einem Winkel von zumindest 15°, zumindest 30°, zumindest 45° oder zumindest 60°, zur Längsachse des Kryobehälters, bevorzugt normal zur Längsachse, durchsetzt, wobei das Durchgangsloch auf der dem Mantel abgewandten Seite der Verbindungsebene in einem Abstand von dieser vorgesehen ist, und wobei die Endkappe und der Mantel entlang der Verbindungsebene mittels einer umlaufenden Schweißnaht vakuumdicht miteinander verschweißt sind.
Bei dem erfindungsgemäßen Kryobehälter wird die Anschlussleitung erfindungsgemäß nicht durch den Mantel des Außenbehälters geführt, sondern durch die Endkappe. Hierbei wird zusätzlich vorgesehen, die Anschlussleitung nicht durch eine unmittelbar an der Verbindungsebene befindliche Seitenwand der Endkappe zu führen, sondern dass ein Durchgangsloch vorgesehen wird, das von der Verbindungsebene beabstandet ist. Dadurch kann die Endkappe an der Verbindungsebene einen umlaufenden Ring aufweisen und mittels einer umlaufenden Schweißnaht mit dem Mantel verbunden werden. Der Ring ermöglicht daher einerseits die umlaufende Schweißnaht, andererseits aber auch eine gewisse Steifigkeit der Endkappe.
Gemäß der Erfindung kann somit eine isolierte Leitungsführung im Innenraum zwischen Innenbehälter und Außenbehälter erzielt werden, wobei der Kryobehälter gemäß dem unten erläuterten Herstellungsverfahren leicht gefertigt werden kann, da die Endkappe einfach über die bereits montierte Anschlussleitung gestülpt werden kann und danach mittels einer umlaufenden Schweißnaht am Mantel befestigt werden kann.
Bevorzugt befindet sich die Anschlussstelle an den Innenbehälter in einer in Betriebsstellung unten befindlichen Hälfte des Kryobehälters, wobei sich das Durchgangsloch an der Endkappe in einer in Betriebsstellung oben befindliche Hälfte des Kryobehälters befindet, und wobei die Anschlussleitung bevorzugt auf dem kürzesten Weg von der Anschlussstelle zum Durchgangsloch geführt ist. Dadurch wird insbesondere ermöglicht, dass die Anschlussleitung im unten befindlichen Abschnitt des Kryobehälters aus dem Innenbehälter geführt werden kann, um beispielsweise flüssiges Kryofluid zu entnehmen, und an einem
oben befindlichen Abschnitt des Kryobehälters zugänglich zu machen, ohne dass die Anschlussleitung über eine größere Strecke außerhalb des Kryobehälters geführt werden müsste. Der erfmdungsgemäße Kryobehälter ermöglicht jedoch auch andere Ausführungen, wobei sich die Anschlussstelle an den Innenbehälter beispielsweise auch in einer in Betriebs Stellung unten befindlichen Hälfte des Kryobehälters befinden könnte, wenn sich das Durchgangsloch an der Endkappe in einer in Betriebsstellung oben befindliche Hälfte des Kryobehälters befindet. Weiters könnten die Anschlussstelle an den Innenbehälter und das Durchgangsloch im Außenbehälter auch in Längsrichtung des Kryobehälters unmittelbar nebeneinander liegen, und die Anschlussleitung könnte beispielsweise auch eine „Umdrehung“ entlang der Endkappe machen, was beispielsweise notwendig sein könnte, wenn eine Abzweigung oder sonstige Schnittstelle der Anschlussleitung an einer anderen Stelle an der Endkappe zugänglich sein soll. Bevorzugt liegt das Anschlussloch außermittig an der Endkappe.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform umfasst die Endkappe eine über die Verbindungsebene unter den Mantel abstehende Sicke, wobei die Sicke im angeschweißten Zustand der Endkappe am Mantel unter dem Mantel zu liegen kommt. Alternativ dazu kann der Mantel eine über die Verbindungsebene unter die Endkappe abstehende Sicke umfassen, wobei die Sicke im angeschweißten Zustand der Endkappe am Mantel unter der Endkappe zu liegen kommt. Die Sicke ermöglicht einerseits, dass die Endkappe leicht auf den Mantel aufgesetzt werden kann und bereits lose mit diesem verbunden ist, noch bevor die Schweißverbindung vorgenommen wird. Dies erleichtert insbesondere den Schweißvorgang wesentlich, da die Anschlussstelle des Mantels bzw. der Endkappe an die Sicke bereits eine Schweißnahtvorbereitung bildet.
Alternativ zu der vorgenannten Sicke kann vorgesehen werden, dass die Endkappe „stumpf ‘ auf den Mantel steht, d.h. die Endkappe schließt bündig an der Verbindungsebene mit dem Mantel ab. Herbei kann Material eingespart werden, um die Gesamtmasse zu verringern, wodurch jedoch der Schweißvorgang schwieriger vorzunehmen ist. Um dem Abzuhelfen, kann die Endkappe und/oder der Mantel an der Verbindungsebene eine Schweißnahtvorbereitung für eine umlaufende Schweißnaht aufweisen. Die Schweißnahtvorbereitung kann beispielsweise durch eine Fase bzw. eine abgeschrägte Seitenwand bezüglich der Verbindungsebene hergestellt werden.
In einer bevorzugten Ausführungsform durchsetzen mehrere Anschlussleitungen die Endkappe, entweder durch ein gemeinsames Durchgangsloch oder jeweils durch ein eigenes Durchgangsloch, wobei die Anschlussleitungen an jenen Abschnitten, an dem sie das das
Durchgangsloch bzw. die Durchgangslöcher durchsetzen, jeweils im Wesentlichen parallel ausgeführt sind. Dadurch kann die Endkappe auch leicht über mehrere Anschlussleitungen gestülpt werden, ohne dass die Anschlussleitungen das Aufstülpen der Endkappe gegenseitig sperren würden. Eine Anschlussleitung kann beispielsweise als Entnahmeleitung für gasförmiges Kryofluid und eine andere Anschlussleitung kann beispielsweise als Entnahmeleitung für flüssiges Kryofluid ausgelegt sein. Besonders bevorzugt könnte die Vorrichtung ferner ein Zwischenelement mit Durchgangslöchern für jede der mehreren Anschlussleitungen umfassen, wobei die Anschlussleitungen durch die Durchgangslöcher des Zwischenelements geführt sind, wobei bevorzugt umlaufende Schweißnähten sowohl zwischen den Anschlussleitungen und den Durchgangslöchem des Zwischenelements als auch zwischen einem Außenumfang des Zwischenelements und dem Durchgangsloch der Endkappe ausgebildet sind. Das Zwischenelement kann dazu eingesetzt werden, um eine einfach zu fertigende Abdichtung zwischen der Endkappe und den Leitungen herzustellen. Das Zwischenelement ist üblicherweise aus Metall gefertigt und kann beispielsweise als Platte, Tasche oder Trog ausgebildet sein und ein Durchtrittsloch für jede der mehreren Anschlussleitungen aufweisen, das Zwischenelement auf die Anschlussleitungen aufgesetzt werden und mit diesen verschweißt werden, bevor die Endkappe aufgesetzt wird. Danach kann die Endkappe mit dem Zwischenelement verschweißt werden. Dies ist bevorzugt, da der Schweißvorgang nach dem Aufsetzten der Endkappe üblicherweise komplizierter ist als vor dem Aufsetzen der Endkappe. Der Außendurchmesser des Zwischenelements entspricht in der Regel dem Durchmesser des Durchgangslochs der Endkappe.
Besonders bevorzugt durchsetzt die Anschlussleitung den Außenbehälter im Wesentlichen normal zur Längsachse, d.h. vertikal, wodurch die Anschlussleitung in einfacher Weise mit dem weiteren Entnahmesystem verbunden werden kann.
Besonders bevorzugt weist die Endkappe einen langgestreckten Abschnitt und einen einstückig daran ausgebildeten gekrümmten Abschnitt oder planen Abschnitt auf, wobei sich das Durchgangsloch im langgestreckten Abschnitt befindet. Da die höchsten Spannungen der Endkappe an der Schnittstelle zwischen dem Langgestreckten Abschnitt und dem gekrümmten Abschnitt auftreten, kann durch die gewählte Anordnung des Durchgangsloches nur im langgestreckten Bereich eine besonders vorteilhafte Ausführungsform erzielt werden, bei der die Endkappe überdies besonders einfach über die Anschlussleitungen gestülpt werden kann. Im Allgemeinen ist bevorzugt, wenn das Durchgangsloch auf der der Verbindungsebene zugewandten Hälfte der Endkappe angeordnet ist, auch wenn die Endkappe nur einen gekrümmten Bereich aufweisen sollte.
Um ein besonders einfaches Aufstülpen der Endkappe auf die Anschlussleitung zu ermöglichen, befindet sich das Durchgangsloch somit auf der der Verbindungsebene zugewandten Hälfte der Endkappe. Beispielsweise überschreitet das Durchgangsloch nicht jene Ebene, die mittig zwischen der Verbindungsebene und einer Scheitel ebene der Endkappe, welche auf jener Seite der Endkappe angeordnet ist, die der Verbindungsebene abgewandt ist. Insbesondere ist das Durchgangsloch außermittig bezüglich der Längsachse des Innenbehälters bzw. des Kryobehälters angeordnet, d.h. die Längsachse durchsetzt das Durchgangsloch nicht.
In einer bevorzugten Ausführungsform ist die Anschlussleitung horizontal oder normal zu einer Tangentialebene an der jeweiligen Stelle des Innenbehälters aus dem Innenbehälter aus dem Innenbehälter und vertikal aus dem Außenbehälter geführt, wobei die Anschlussleitung einen Winkel umfasst, der auf der dem Mantel abgewandten Seite der Verbindungsebene angeordnet ist. Weiters bevorzugt ist die Anschlussleitung auf dem kürzest möglichen Weg von der Anschlussstelle zum Durchgangsloch geführt ist, gegebenenfalls angepasst an eine Krümmung des Innenbehälters. Diese Ausführungen stellen die Ausführungsvarianten mit dem geringsten Raumbedarf dar.
Der oben erläuterte Kryobehälter eignet sich aufgrund der kompakten Konstruktion insbesondere für ein Fahrzeug, wobei der Kryobehälter bevorzugt am Fahrzeugrahmen montiert ist. Durch die oben austretende Anschlussleitung ist diese besonders gut zugänglich, wenn der Kryobehälter an einem Fahrzeug montiert ist, da die Anschlussleitung in Wesentlichen in einer Arbeitshöhe von 1 m bis 2 m aus dem Außenbehälter austritt.
Bevorzugt kann vorgesehen werden, dass die Anschlussleitung als Entnahmeleitung ausgebildet ist und mit einem Motor des Fahrzeugs verbunden ist. Weiters kann die Anschlussleitung auf einer dem Fahrzeugrahmen abgewandten Seite des Kryobehälters angeordnet sein.
In einem zweiten Aspekt schafft die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung einer Vorrichtung nach einer der vorgenannten Ausführungsformen, umfassend die Schritte:
- Bereitstellen des Innenbehälters;
- Montieren zumindest jenes Teiles der Anschlussleitung, der sich von der Anschlussstelle bis zum Durchgangsloch erstreckt;
Aufschieben des Mantels auf den Innenbehälter von jener Seite bezüglich der Verbindungsebene, die der Anschlussleitung abgewandt ist;
Aufstülpen der Endkappe, wobei die Anschlussleitung durch das Durchgangsloch der Endkappe geführt wird;
Ansetzen der Endkappe am Mantel an der Verbindungsebene; Schweißen einer umlaufenden Schweißnaht an der Verbindungsebene.
Dieses Herstellungsverfahren ermöglicht einen besonders schnellen Zusammenbau des Kryobehälters, da alle Einzelteile in einfacher Weise aneinandergereiht werden können und die Schweißnaht als einfache Umlaufschweißnaht ausführbar ist. Bei dem Aufstülpen der Endkappe kann die Anschlussleitung auch leicht verformt werden, z.B. elastisch oder auch über die Elastizitätsgrenze hinaus wodurch die Endkappe z.B. unter Verbiegen der Anschlussleitung an den Mantel angesetzt wird, wobei die Anschlussleitung anschließend durch das Durchgangsloch geführt wird, wobei die Anschlussleitung in ihren spannungslosen, d.h. entbogenen, Zustand gebracht wird bzw. wieder zurückverformt wird. Das elastische Rückfedern kann gerade ausreichen, um das Überstülpen bzw. Aufschieben zu ermöglichen.
Vorteilhafte und nicht einschränkende Ausführungsformen der Erfindung werden nachfolgend anhand der Zeichnungen näher erläutert.
Figur 1 zeigt einen erfindungsgemäßen Kryobehälter in einer Seitenansicht.
Figur 2 zeigt den Kryobehälter von Figur 1 in einer Draufsicht.
Figur 3 zeigt eine Verbindung der Endkappe mit dem Mantel in einer ersten Ausführungsform im Detail.
Figur 4 zeigt eine Verbindung der Endkappe mit dem Mantel in einer zweiten Ausführungsform im Detail.
Die Figuren 5a-5d zeigen die Schritte des erfindungsgemäßen Herstellungsverfahrens. Figur 6 zeigt den Kryobehälter von Figur 1 in einer Vorderansicht.
Die Figuren 7 und 8 zeigen weitere erfindungsgemäße Kryobehälter in einer Vorderansicht. Figur 9 zeigt ein der Erfindung zugrundeliegendes Problem (nicht beansprucht).
Figur 10 zeigt ein weiteres der Erfindung zugrundeliegendes Problem (nicht beansprucht).
Figur 1 zeigt eine Vorrichtung 1 umfassend einen Kryobehälter 2, in welchem Kryofluid im gasförmigen Zustand 3 oder flüssigen Zustand 4 gelagert ist. Das Kryofluid kann beispielsweise Wasserstoff sein, sodass der Kryobehälter 2 ein Wasserstoffbehälter ist, oder das Kryofluid kann LNG (Liquefied Natural Gas) sein, sodass der Kryobehälter 2 ein LNG- Behälter ist. Je nach Kryofluid ist der Kryobehälter 2 somit dazu ausgelegt, Kryofluid bei Temperaturen von beispielsweise unter 150 Kelvin, im Fall von Wasserstoff sogar von unter
50 Kelvin oder unter 30 Kelvin oder im Wesentlichen 20 Kelvin, zu lagern. Je nach Anwendung könnte der Kryobehälter 2 beispielsweise zur Lagerung von sLH2 (subcooled liquid hydrogen) oder CcH2 (cryo-compressed hydrogen) ausgebildet und damit auch für entsprechende hohe Drücke ausgelegt sein, z.B. für Maximaldrücke zwischen 5 bar und 350 bar.
Um das Kryofluid möglichst lange bei niedrigen Temperaturen zu halten und den Wärmeeintrag in den Kryobehälter 2 zu verringern, weist der Kryobehälter 2 einen Innenbehälter 5 und einen von diesem allseitig beabstandeten Außenbehälter 6 auf. Dadurch kann ein isolierendes Vakuum zwischen dem Innenbehälter 5 und dem Außenbehälter 6 vorgesehen werden. Um Kryofluid aus dem Kryobehälter 2 zu entnehmen oder aus diesem zu entnehmen, ist zumindest eine Anschlussleitung 7 durch den Innenbehälter 5 und den Außenbehälter 6 geführt.
Der hierin beschriebene Kryobehälter 2 wird üblicherweise als Kraftstoffbehälter eines nicht weiter dargestellten Fahrzeugs eingesetzt und kann zu diesem Zweck beispielsweise am Fahrzeugrahmen des Fahrzeugs montiert werden. Um einem Motor des Fahrzeugs das Kryofluid als Kraftstoff zuzuführen, ist die Anschlussleitung 7 beispielsweise als Entnahmeleitung ausgebildet und somit vom Kryobehälter 2 zu einem Motor des Fahrzeugs geführt. Da der Kryobehälter 2 auf einem Fahrzeug montiert werden soll, ist eine Betriebslage des Kryobehälters 2 wohldefiniert.
Der Innenbehälter 5 kann für das unten beschriebene Herstellungsverfahren für den Kryobehälter 2 vorgefertigt werden, beispielsweise durch Anschweißen von zwei nicht im Detail dargestellten Innenbehälterendkappen an einen Innenbehältermantel.
Der Außenbehälter 6 umfasst einen langgestreckten Mantel 8 und zumindest eine Endkappe 9, wobei der Mantel 8 und die Endkappe 9 an einer Verbindungsebene 10 miteinander verbunden sind. Am nicht dargestellten anderen Ende des Mantels 8 könnte eine weitere Endkappe vorgesehen werden, wobei eine weitere Anschlussleitung wie unten beschrieben durch die weitere Endkappe geführt werden könnte, was jedoch nicht notwendig ist. „Langgestreckt“ bedeutet in diesem Zusammenhang, dass der Mantel 8 eine Längsachse L aufweist, beispielsweise eine Symmetrieachse, Schwerachse oder Rotationsachse, wobei der Mantel 8 an allen Querschnitten normal zur Längsachse einen gleichen Querschnitt aufweisen kann oder entlang der Längsachse eine konvexe oder konkave Form einnehmen kann. Der Mantel 8 kann jedenfalls einen beliebigen Querschnitt aufweisen und im
einfachsten Fall zylindrisch sein. Bevorzugt ist der Mantel 8 entlang der Längsachse L länger als die Endkappe 9 entlang der Längsachse L.
Die Endkappe 9 könnten beispielsweise konvex bzw. kalottenförmig sein und hat an der Verbindungsebene 10 einen Querschnitt, der dem Querschnitt des Mantels 8 an der Verbindungsebene 10 entspricht. Dadurch kann die Endkappe 9 durch eine umlaufende Schweißnaht am Mantel 8 befestigt werden. Sobald der Außenbehälter 6 um den Innenbehälter 5 gebaut wurde, kann ein Vakuum zwischen dem Innenbehälter 5 und dem Außenbehälter 6 hergestellt werden, um den Außenbehälter 6 gegenüber dem Innenbehälter 5 zu isolieren.
Damit die Anschlussleitung 7 beispielswiese flüssiges Kryofluid aus dem Kryobehälter 2 entnehmen kann, ist die Anschlussleitung 6 an einer in Betriebsstellung unten befindlichen Hälfte U des Kryobehälters 2 aus dem Innenbehälter 5 geführt und durchsetzt diesen dabei an einer Anschlussstelle 11, beispielsweise horizontal wie in Figur 1 gezeigt oder normal zu einer Tangentialebene an der jeweiligen Stelle des Innenbehälters, was in Figur 1 beispielsweise eine Richtung schräg nach unten wäre. Wie in Figur 1 dargestellt kann die Anschlussstelle 11 der Anschlussleitung 7 an den Innenbehälter 5 auf der dem Mantel 8 abgewandten Seite der Verbindungsebene 10 vorgesehen werden. Alternativ dazu könnte die Anschlussstelle 11 der Anschlussleitung 7 an den Innenbehälter 5 jedoch auch auf der der Endkappe 9 abgewandten Seite der Verbindungsebene 10 vorgesehen werden.
Da die Anschlussleitung 7 an einer in Betriebsstellung oben befindlichen Hälfte O des Kryobehälters 2 zugänglich sein soll - aber gleichzeitig über einen größtmöglichen Weg isoliert bleiben soll - ist die Anschlussleitung 7 durch ein Durchgangsloch 12 in der in Betriebs Stellung oben befindlichen Hälfte O des Außenbehälters 6 geführt. Somit ist die Anschlussleitung 7 nicht unmittelbar neben der Anschlussstelle 11 an den Innenbehälter 5 aus dem Außenbehälter 6 geführt. Zusammengefasst erstreckt sich die Anschlussleitung 7 zwischen dem Innenbehälter 5 und dem Außenbehälter 6 von der Anschlussstelle 11 bis zum Durchgangsloch 12. Die genannte oben befindliche Hälfte O bzw. die genannte unten befindliche Hälfte U können durch eine durch die Längsachse L verlaufende horizontale Ebene bemessen werden.
Das Durchgangsloch 12 liegt auf der dem Mantel 8 abgewandten Seite der Verbindungsebene 10 und ist von dieser beabstandet, d.h. weist einen Abstand a zur Verbindungsebene 10 auf, wobei a > 0, beispielsweise 0,5 cm < a < 10 cm. Bevorzugt liegt das Durchgangsloch 12 großteils bzw. vollständig auf der der Verbindungsebene 10
zugewandten Hälfte der Endkappe 9, z.B. überschreitet das Durchgangsloch 12 nicht (oder zumindest mit weniger als 50% im Querschnitt) die Mittelebene zwischen der Verbindungsebene 10 und der Scheitel ebene S (Figur 2) der Endkappe 9. Wie bereits oben erwähnt liegt das Durchgangsloch 12 auf der in Betriebsstellung oben befindlichen Hälfte O des Außenbehälters 6. Wie aus Figur 2 ersichtlich ist - welche die Vorrichtung 1 aus Figur 1 in einer Draufsicht zeigt - kann das Durchgangsloch 12 auch dezentral bezüglich einer durch die Längsachse L verlaufenden vertikalen Ebene angeordnet sein. Wenn der Kryobehälter 2 an einem Fahrzeugrahmen des Fahrzeugs angeordnet ist, befindet sich das Durchgangsloch 12 bevorzugt auf der dem Fahrzeugrahmen abgewandten Seite A des Kryobehälters 2, damit die an der Anschlussleitung 7 angeschlossenen Komponenten leichter zugänglich sind. Gegebenenfalls kann sich das Durchgangsloch 12 auch auf der dem Fahrzeugrahmen zugewandten Seite Z des Kryobehälters 2 befinden. Alternativ könnte das Durchgangsloch 12 auch zentral oben am Kryobehälter 2 angeordnet sein und z.B. durch die vertikale Ebene durch die Längsachse L verlaufen.
Besonders bevorzugt kann sich die Anschlussstelle 11 an den Innenbehälter 5 in der Betriebs Stellung nicht nur in einer unteren Hälfte U des Kryobehälters 2 befinden, sondern auch in einem unteren Drittel, einem unteren Viertel oder einem unteren Zehntel des Kryobehälters 2, jeweils in einer Betriebsstellung des Kryobehälters 2, beispielsweise wenn der Kryobehälter 2 auf dem Fahrzeug montiert ist. Unabhängig davon kann sich das Durchgangsloch 12 nicht nur in einer oberen Hälfte O des Kryobehälters 2 befinden, sondern auch in einem oberen Drittel, einem oberen Viertel oder einem oberen Zehntel, jeweils in einer Betriebs Stellung des Kryobehälters 2, beispielsweise wenn der Kryobehälter 2 auf dem Fahrzeug montiert ist.
An jener Stelle, an der die Anschlussleitung 7 das Durchgangsloch 12 durchsetzt, ist die Anschlussleitung bevorzugt vertikal, d.h. normal zu der üblicherweise horizontal verlaufenden Längsachse L, aus dem Kryobehälter 2 geführt. Im Allgemeinen könnte die Anschlussleitung 7 aber auch eine gewisse Neigung gegenüber der Längsachse L einnehmen, z.B. in einem Winkel von zumindest 15°, zumindest 30°, zumindest 45° oder zumindest 60°zu dieser angeordnet sein, sodass das unten näher erläuterte Überstülpen der Endkappe 9 über die Anschlussleitung 7 weiterhin möglich ist. Bevorzugt tritt die Anschlussleitung 7 in einer Richtung durch die Endkappe 9 aus, die der Normalrichtung durch eine Tangentialebene an der Endkappe 9 am Durchgangsloch 12 entspricht. Beispielsweise kann die Anschlussleitung 7 ausgehend von der Anschlussstelle horizontal aus dem Innenbehälter 5 geführt sein und vertikal durch das Durchgangsloch 12 aus dem Außenbehälter 6, wobei die Anschlussleitung 7 für diesen Richtungswechsel einen Winkel
W aufweisen kann, der auf der dem Mantel 8 abgewandten Seite der Verbindungsebene 10 angeordnet ist, wie in Figur 1 dargestellt ist. Im Zwischenraum zwischen dem Innenbehälter 5 und dem Außenbehälter 6 kann die Anschlussleitung 7 auch gekrümmt sein und beispielsweise der Form der Endkappe 9 folgen, wie in Figur 1 gezeigt ist.
Da das Durchgangsloch 12 von der Verbindungsebene 10 in einem Abstand a beabstandet ist, weist die Endkappe 9 eine umlaufende Kontur auf, d.h. einen durchgehenden Ring mit der Dicke a, der sich zwischen der Verbindungsebene 10 und dem Durchgangsloch erstreckt. Dadurch erhält die Endkappe 9 insbesondere auch eine ausreichende Steifigkeit für die Anbindung an den Mantel 8. Die Endkappe 9 kann somit mittels einer umlaufenden Schweißnaht 13 am Mantel 8 befestigt werden, siehe Figur 2.
Um die Schweißnaht 13 leichter herzustellen, zeigen die Figuren 3 und 4 zwei bevorzugte Ausführungsformen. Gemäß Figur 3 kann die Endkappe 9 eine Sicke 14 umfassen, welche über die Verbindungsebene 10 unter den Mantel 8 hervorsteht, d.h. die Sicke 14 bildet eine Verlängerung der Endkappe 9 über die Verbindungsebene 10 hinaus. Der Mantel 8 endet an der Verbindungsebene 10. Die Sicke 14 hat in Richtung der Längsachse L beispielsweise eine Länge von 1 cm - 5 cm und kann auch derart geformt sein, dass die Endkappe 9 an den Mantel 8 geklemmt werden kann. Die Endkappe 9 kann so bereits vor dem Schweißvorgang zumindest temporär mit dem Mantel 8 verbunden werden. In jenem Bereich, der unmittelbar neben der Verbindungsebene 10 liegt und der Endkappe 9 abgewandt ist, hat der Mantel 8 einen Innendurchmesser, der größer ist als der Außendurchmesser der Sicke 14. Die Sicke 14 ist bevorzugt umlaufend, kann jedoch auch durch einige um den Umfang der Endkappe 9 an der Verbindungsebene 10 verteilte Sickenelemente 14 gebildet sein, z.B. mit einer Länge von 2 cm in Umfangsrichtung.
Das vorgenannte Konzept der Sicke 14 an der Endkappe 9 kann auch für eine Sicke am Mantel 8 angewandt werden (nicht dargestellt). In diesem Fall umfasst der Mantel 8 eine über die Verbindungsebene 10 unter die Endkappe 9 abstehende Sicke, wobei die Sicke im angeschweißten Zustand der Endkappe 9 am Mantel 8 unter der Endkappe 9 zu liegen kommt.
Figur 4 zeigt eine Ausführungsform, bei der sowohl der Mantel 8 als auch die Endkappe 9 an der Verbindungsebene 10 bündig miteinander abschließen, d.h. weder der Mantel 8 noch die Endkappe 9 ragen über die Verbindungsebene 10 hinaus. Sowohl der Mantel 8 als auch die Endkappe 9 weisen eine Schweißnahtvorbereitung 15 auf, die im dargestellten Beispiel eine Schräge der der Verbindungsebene 10 zugewandten Seitenwand des Mantels 8 bzw. der
Endkappe 9 ist. Die Schrägen sind derart ausgebildet, dass sich eine in Richtung der Außenseite des Kryobehälters 2 gerichtete Öffnung für die Schweißnaht 13 ergibt. Die Schweißnahtvorbereitung 15 könnte beispielsweise auch eine einfache Fase sein, die der Außenseite des Kryobehälters 2 zugewandt ist.
Die Figuren 5a bis 5d zeigen nun ein beispielhaftes Herstellungsverfahren der Vorrichtung 1. Gemäß Figur 5a wird in einem Schritt S1 zuerst der Innenbehälter 5 bereitgestellt, der beispielsweise fertig hergestellt ist. Das in Figur 5a nicht dargestellte Ende des Innenbehälters 5 könnte beispielsweise auch zu einem späteren Zeitpunkt fertiggestellt werden.
Gemäß Figur 5b kann nun die Anschlussleitung 7 an den Innenbehälter 5 montiert werden, und zwar zumindest jener Teil der Anschlussleitung 7, der sich von der Anschlussstelle 11 bis zum Durchgangsloch 12 erstreckt. Gegebenenfalls könnte auch ein weiterführender, nicht dargestellter Abschnitt der Anschlussleitung 7 hergestellt bzw. montiert werden.
Gemäß Figur 5c wird nun von einer Seite der Mantel 8 des Außenbehälters 6 über den Innenbehälter 5 geschoben. Dies erfolgt von jener Seite bezüglich der Verbindungsebene 10, die der bereits errichteten Anschlussleitung 7 abgewandt ist. Davor, danach oder gleichzeitig mit dem Aufschieben des Mantels 8 wird die Endkappe 9 auf die Anschlussleitung 7 gestülpt, d.h. die Anschlussleitung 7 wird durch das Durchgangsloch 12 der Endkappe 9 geführt. Mittels einer Kippbewegung wie in Figur 5c dargestellt kann die Endkappe 9 nun zum Mantel 8 bewegt werden.
Falls die Endkappe 9 oder der Mantel 8 eine Sicke 14 aufweisen, kann diese nun in das entsprechend andere Teil eingeführt werden. Unabhängig davon kann die Endkappe 9 nun am Mantel 8 an der Verbindungsebene 10 angesetzt werden und eine umlaufende Schweißnaht kann an der Verbindungsebene 10 geschweißt werden, um die Endkappe 9 vakuumdicht mit dem Mantel 8 zu verbinden.
Im oben genannten Herstellungsverfahren kann zudem abschließend - oder auch vor bzw. gleichzeitig mit dem vorgenannten Schweißvorgang der Schweißnaht 13 - eine abdichtende Schweißverbindung oder eine entsprechend andere Verbindung zwischen der Anschlussleitung 7 und dem Durchgangsloch 12 hergestellt werden, z.B. um den vollständigen Umfang der Anschlussleitung 7 im Bereich des Durchgangsloches 12.
Figur 6 zeigt nun nochmals in einer Vorderansicht des Kryobehälters 2 der Figuren 1 und 2, dass die Anschlussleitung 5 in der unteren Hälfte U aus dem Innenbehälter 5 geführt ist und in der oberen Hälfte O aus dem Außenbehälter 6 geführt ist, wenn die Anschlussleitung beispielsweise eine Entnahmeleitung für flüssiges Kryofluid ist. Dies ist jedoch nicht zwingend, da die Anschlussleitung 7 wie in Figur 7 gezeigt beispielsweise auch eine Entnahmeleitung für gasförmiges Kryofluid sein könnte, wobei sich die Anschlussstelle 11 auch an den Innenbehälter 5 auch in der oberen Hälfte O befinden könnte. Die Anschlussleitung 7 könnte auf einem kürzest möglichen Weg von der Anschlussstelle 11 zum Durchgangsloch geführt werden, wie in Figur 8 gezeigt ist, oder beispielsweise eine „Umdrehung“ um die Endkappe 9 bzw. um die Längsachse L der Endkappe 9 machen, wie in Figur 10 dargestellt ist. Die Erfindung ist somit nicht auf konkrete Position der Anschlussstelle 11 bzw. des Durchgangsloches 12 beschränkt, wobei sich das Durchgangsloch insbesondere auch in der unteren Hälfte U befinden könnte. Bevorzugt liegt das Durchgangsloch jedoch nicht zentral an der Endkappe 9 vor.
Zurückkommend auf Figur 1 ist weiters dargestellt, dass die Endkappe 9 einen langgestreckten Abschnitt 9‘ mit beliebigem Querschnitt, z.B. einen zylindrischen Abschnitt, und einen gekrümmten Abschnitt 9“ hat, der auch als plane Platte ausgebildet sein könnte. Das Durchgangsloch 12 befindet sich bevorzugt im langgestreckten Abschnitt 9‘, wodurch die Endkappe 9 leichter über die Anschlussleitung 7 gestülpt werden kann. Der zylindrische Abschnitt 9‘ hat beispielsweise eine Länge von 3 cm - 7 cm, wobei dieser Aufbau der Endkappe 9 jedoch optional ist. Für ein möglichst einfaches Überstülpen der Endkappe 9 über die Anschlussleitung 7 ist allgemein bevorzugt, wenn das Durchgangsloch 12 maximal 5 cm, bevorzugt maximal 3 cm, besonders bevorzugt maximal 2 cm von der Verbindungsebene 10 beabstandet ist. Aus Stabilitätsgründen befindet sich das Durchgangsloch 12 mindestens in einem Abstand von 1 cm, bevorzugt mindestens 1,5 cm, von der Verbindungsebene 10. Es versteht sich jedoch, dass die konkreten Maße von der Dimensionierung des Kryobehälters 2 abhängen.
Es versteht sich, dass die Vorrichtung 1 auch mehrere Anschlussleitungen 7 und mehrere Durchgangslöcher 12 aufweisen könnte, und beim Aufstülpen der Endkappe 9 die Durchgangslöcher 12 über die jeweiligen Anschlussleitungen geführt werden. Alternativ könnten auch mehrere Anschlussleitungen durch ein Durchgangsloch 12 geführt werden. Wenn mehrere Anschlussleitungen 7 aus der Endkappe 9 geführt werden, wird bevorzugt, dass alle Anschlussleitungen 7 mit demselben Winkel aus der Endkappe 7 austreten, um die Endkappe 9 leicht über alle Anschlussleitungen 7 gleichzeitig zu stülpen. Gegebenenfalls kann ein die Anschlussleitungen 7 verbindendes Zwischenelement vorgesehen werden (z.B.
eine Scheibe mit Durchgangslöchern für die Anschlussleitungen, welches an die Anschlussleitungen 7 geschweißt wird, bevor die Endkappe 9 aufgestülpt wird. Danach kann das Zwischenelement mit der Endkappe verschweißt werden, um eine vakuumdichte Verbindung zwischen der Endkappe und den Anschlussleitungen 7 zu schaffen.
Zuletzt wird anhand der Figuren 9 und 10 (nicht beansprucht) auf die Relevanz des Durchgangsloches 12 in der Endkappe 9 im Abstand a zur Verbindungsebene 10 eingegangen. Figur 9 zeigt einen fiktiven Kryobehälter 16 mit Durchgangsloch 17 im Mantel 18 des Außenbehälters in einer Draufsicht. Würde man bei diesem Kryobehälter 16 zuerst die Anschlussleitung 19 an den Innenbehälter montieren, könnte man den Mantel 18 des Außenbehälters aufgrund dessen Längserstreckung nicht über die Anschlussleitung 19 stülpen. Man müsste somit zuerst einen Teil der Anschlussleitung 19 auf den Innenbehälter montieren, der nicht über den Außenbehälter ragt, dann den umschließenden Außenbehälter fertigstellen und erst danach die Anschlussleitung im Zwischenraum finalisieren, was äußerst erschwerlich ist.
Figur 10 zeigt einen weiteren fiktiven Kryobehälter 20 mit einer Ausnehmung 21 an einem Ende des Mantels 22 des Außenbehälters in einer Draufsicht. Durch die endseitige Ausnehmung 21 im Mantel 22 kann zuerst die Anschlussleitung 23 vollständig auf dem Innenbehälter montiert werden und danach kann der Mantel 22 aufgeschoben werden, sodass die Ausnehmung 21 die Anschlussleitung 23 umgreift. Jedoch wäre bei dieser Lösung keine umlaufende Schweißnaht möglich und die Verbindung des Mantels 22 mit der Endkappe ist nur schwer durchführbar.