Beschreibung
Vorrichtung und Verfahren zum Schließen einer Fahrzeugklappe eines Fahrzeugs
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Schließen einer Fahrzeugklappe eines Fahrzeugs, insbesondere eines Fahrzeugs mit einer kontaktlosen Betätigung einer Öffnungs- und Schließvorrichtung zum Öffnen und Schließen der Fahrzeugklappe.
Moderne Fahrzeuge sind häufig mit Sensoren ausgestattet, die ein berührungsloses Verstellen von Fahrzeugtüren ermöglichen. Beispielsweise wird einem Fahrzeugnutzer das berührungslose Betätigen (also Öffnen oder Schließen) einer Fahrzeugtür ermöglicht. Derartige Sensoren sind etwa bei motorisch verstellbaren Heckklappen von Kraftfahrzeugen vorgesehen, wobei der Fahrzeugnutzer durch eine entsprechende Beinbewegung ein Öffnen oder Schließen der Heckklappe veranlassen kann, ohne eine in den Händen gehaltene Ladung ablegen zu müssen.
Es ist bekannt, Vorrichtungen an Fahrzeugen vorzusehen, mit denen eine Fahrzeugklappe durch Berühren der Vorrichtung mit der Hand oder einem Finger durch eine zugangsberechtigte Person zu öffnen. Die Fahrzeugklappe ist im Wesentlichen eine Fahrzeugtür oder eine Heckklappe bzw. Kofferraumklappe. Zudem haben sich in Vergangenheit Vorrichtungen etabliert, mittels denen ein kontaktloses Betätigen (d. h. Öffnen oder Schließen) der Fahrzeugklappe ermöglicht ist. Insbesondere sind solche Vorrichtungen in Situationen vorteilhaft, in denen die zugangsberechtigte Person keine Hand frei hat und folglich mittels einer vordefinierten Bewegung eines Körperteils, wie beispielsweise dem Fuß und/oder Bein, die Fahrzeugklappe öffnen kann.
Beispielhafte Sensorvorrichtungen und Steuerungsverfahren hierfür sind bekannt aus JP 2015/014124 A, US 2005/168010 A, US 2009/092284 A, DE 10 2010 008 888 A1 , JP 2015/014125 A, DE 10 2009 012 889 A1 , JP 2015/014126 A, DE 10
2016 109 585 A1 , US 2016/369551 A, US 2017/268280 A, DE 10 2018 118 387 A1 , DE 10 2019 214 584 A1 und DE 10 2021 000 253 A1 .
Der vorliegenden Erfindung liegt im Wesentlichen die Aufgabe zugrunde, die Sicherheit für eine zugangsberechtigte Person eines Fahrzeugs zu erhöhen und eine versehentliche kontaktlose Betätigung einer Öffnungs- und Schließvorrichtung einer Fahrzeugklappe des Fahrzeugs zu erkennen und ein Schließen der Fahrzeugklappe zu unterbinden.
Diese Aufgabe wird mit einer Vorrichtung gemäß unabhängigem Anspruch 1 und einem Verfahren gemäß unabhängigem Anspruch 8 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen angegeben.
Der vorliegenden Erfindung liegt im Wesentlichen der Gedanke zugrunde, eine Vorrichtung zum Schließen einer Fahrzeugklappe eines Fahrzeugs vorzusehen, die neben einer ersten Sensorvorrichtung zum kontaktlosen Erfassen einer Sollbewegung eines Körperteils einer sich in unmittelbaren Umgebung des Fahrzeugs befindlichen Person ferner eine zweite Sensorvorrichtung aufweist, die dazu ausgebildet ist, Bewegungen des Fahrzeugs zu erfassen und, wenn eine Bewegung des Fahrzeugs erfasst wird, ein Schließen der Fahrzeugklappe zu unterbinden. Insbesondere können die Bewegungen des Fahrzeugs Vibrationen oder Erschütterungen sein, die beispielsweise durch eine zugangsberechtigte Person, die das Auto be- oder entlädt, oder sich eine im Kofferraum befindliche Person verursacht werden. Wenn beispielsweise beim Be- oder Entladen des Fahrzeugs unabsichtlich die Sollbewegung des Körperteils der sich in unmittelbarer Umgebung des Fahrzeugs befindlichen zugangsberechtigten Person gemacht wird, kann ein Schließen aufgrund des Erfassens der Bewegungen des Fahrzeugs verhindert werden und somit Unfälle aufgrund der sich schließenden Fahrzeugklappe vermieden werden.
Folglich ist gemäß einem ersten Aspekt der vorliegenden Erfindung eine Vorrichtung zum Schließen einer Fahrzeugklappe eines Fahrzeugs vorgesehen. Die erfindungsgemäße Vorrichtung weist eine Öffnungs- und Schließvorrichtung,
die dazu ausgebildet ist, die Fahrzeugklappe zu öffnen oder zu schließen, eine erste Sensorvorrichtung, die dazu ausgebildet ist, eine Sollbewegung eines Körperteils einer sicher in unmittelbarer Umgebung des Fahrzeugs befindlichen Person kontaktlos zu erfassen und ein Aktivierungssignal bereitzustellen, das eine gewünschte Öffnungs- oder Schließbewegung der Fahrzeugklappe anzeigt, eine zweite Sensorvorrichtung, die dazu ausgebildet ist, Bewegungen des Fahrzeugs zu erfassen und ein Bewegungssignal zu erzeugen, das eine Bewegung des Fahrzeugs anzeigt, und eine Steuereinheit auf, die dazu ausgebildet ist, das Aktivierungssignal der ersten Sensorvorrichtung und das Bewegungssignal der zweiten Sensorvorrichtung zu empfangen und die Öffnungs- und Schließvorrichtung anzusteuern. Die Steuereinheit ist ferner dazu ausgebildet, die Öffnungs- und Schließvorrichtung zum gewünschten Schließen der Fahrzeugklappe anzusteuern, wenn ein Aktivierungssignal der ersten Sensorvorrichtung empfangen wurde und das Bewegungssignal der zweiten Sensorvorrichtung eine Bewegung des Fahrzeugs anzeigt, die kleiner ist als ein vorbestimmter Bewegungsschwellenwert.
Folglich wird neben dem Empfangen des Aktivierungssignals zusätzlich übergeprüft, ob sich das Fahrzeug bewegt und diese Bewegungen auf eine Person innerhalb des Fahrzeugs beziehungsweise einen Be- oder Entladevorgangs des Fahrzeugs zurückzuführen sind. Wenn eine solche Bewegung des Fahrzeugs erfasst worden ist, kann ein Schließen der Fahrzeugklappe des Fahrzeugs verhindert bzw. unterbunden werden und somit die Gefahr einer Verletzung der sich in unmittelbarer Umgebung des Fahrzeugs befindlichen Person durch die sich schließende Fahrzeugklappe des Fahrzeugs reduziert werden. Insbesondere kann durch das Erfassen der Bewegung des Fahrzeugs ermittelt werden, dass es sich höchstwahrscheinlich um eine unabsichtliche Sollbewegung des Körperteils der sich in unmittelbarer Umgebung des Fahrzeugs befindlichen Person handelt und folglich ein Schließen der Fahrzeugklappe des Fahrzeugs nicht gewünscht ist, weshalb dies auch verhindert werden kann.
In einer bevorzugten Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung sind die erste Sensorvorrichtung und die zweite Sensorvorrichtung in einer gemeinsamen
Sensoreinheit integriert. Somit sind beide Sensorvorrichtungen in einem gemeinsamen Gehäuse integriert und an einer im Wesentlichen gleichen Position am Auto befestigt. Vorzugsweise ist das gemeinsame Gehäuse in oder an einem Fahrzeugelement befestigt.
In einer alternativen Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung sind die erste Sensorvorrichtung und die zweite Sensorvorrichtung dazu ausgebildet, getrennt voneinander am Fahrzeug angebracht zu werden. Das heißt, dass die erste Sensorvorrichtung und die zweite Sensorvorrichtung nicht am gleichen Fahrzeugbauteil und auch nicht an einer im Wesentlichen gleichen Position am Fahrzeug angebracht sind und somit unabhängige Sensorvorrichtungen darstellen.
Vorzugsweise handelt es sich bei der zweiten Sensorvorrichtung um einen Sensor, der dazu ausgebildet ist, Erschütterungen des Fahrzeugs zu erfassen.
Beispielsweise kann es sich dabei um einen Erschütterungssensor, einen Beschleunigungssensor oder jeglichen Sensor, der Erschütterungen erfassen kann. Dazu ist es auch möglich, mittels eines Positionssensors relative Positionsänderungen des Fahrzeugs zum Boden zu erfassen. Ebenso kann es sich bei der zweiten Sensorvorrichtung um einen Abstandssensor, der beispielhaft auf dem Ultraschallprinzip basieren kann und etwaige Abstandsänderungen der Fahrzeugkarosserie zum Boden erfassen kann. Zusätzlich kann die zweite Sensorvorrichtung als Kraftsensor, z. B. in Form eines Dehnungsmesssensors oder Dehnungsmessstreifens, ausgebildet sein, der dazu ausgebildet ist, (elastische) Verformungen der Fahrzeugkarosserie zu erfassen, um somit auf Bewegungen des Fahrzeugs schließen zu können.
In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung, zeigt das Bewegungssignal Erschütterungen, Vibrationen und/oder Beschleunigungen des Fahrzeugs an. Bevorzugt ist die zweite Sensorvorrichtung und das von dieser erzeugte Bewegungssignal dazu ausgebildet, typische Erschütterungen, Vibrationen und/oder Beschleunigungen des Fahrzeugs anzuzeigen, die auf einen Be- oder Entladevorgang des Fahrzeugs oder einer sich im Auto befindliche Person zurückzuführen sind. Beispielsweise kann es sich
hierbei um die Erschütterungen, Vibrationen und/oder Beschleunigungen des hinteren Stoßfängers des Fahrzeugs handeln.
In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist der vorbestimmte Bewegungsschwellenwert derart festgelegt, dass ein gerade nicht mehr bewegungsfreies Fahrzeug angezeigt wird. Ein gerade nicht mehr bewegungsfreies Fahrzeug liegt insbesondere dann vor, wenn das Fahrzeug bestimmten Erschütterungen bzw. Vibrationen unterliegt, die ein stillstehendes oder geparktes oder anderweitig abgestelltes Fahrzeug typischerweise nicht aufweist. Zwar kann ein stillstehendes oder geparktes oder anderweitig abgestelltes Fahrzeug aufgrund äußerer Einflüsse, wie beispielsweise Wind und Regen, Erschütterungen bzw. Vibrationen aufweisen, jedoch ist der Bewegungsschwellenwert derart vorbestimmt, dass dieser größer ist als durch die äußeren Einflüsse hervorgerufene Erschütterungen bzw. Vibrationen. Ferner kann der vorgegebene Bewegungsschwellenwert als vorbestimmtes Bewegungsmuster, beispielsweise als vorbestimmtes Frequenzmuster, bereitgestellt werden. Weicht das erfasste Bewegungsmuster von dem vorbestimmten Bewegungsmuster ab, kann der Bewegungsschwellenwert als überschritten betrachtet werden. Zudem kann der vorbestimmte Bewegungsschwellenwert auch als Amplitudenschwellenwert definiert sein, der eine maximale Bewegung des Fahrzeugs anzeigt.
Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung ist ein Fahrzeug mit einer erfindungsgemäßen Vorrichtung vorgesehen. Die Sensorvorrichtung weist dabei einen Erfassungsbereich auf, in dem die Sollbewegung des Körperteils der sich in unmittelbarer Umgebung des Fahrzeugs befindlichen Person kontaktlos erfasst werden kann. Die erste Sensorvorrichtung ist dabei derart am Fahrzeug angebracht, dass sich der Erfassungsbereich der ersten Sensorvorrichtung zumindest teilweise bis außerhalb des Fahrzeugs erstreckt. Aufgrund der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist es nämlich möglich, unabsichtliche Betätigungen der ersten Sensorvorrichtung zu erkennen, so dass sich der Erfassungsbereich der ersten Sensorvorrichtung weiter außerhalb des Fahrzeugs
erstrecken kann und man z. B. das Bein samt Fuß nicht unnötig weit unter den hinteren Stoßfänger hinein bewegen muss.
Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zum Schließen einer Fahrzeugklappe eines Fahrzeugs offenbart. Das Fahrzeug weist eine Vorrichtung auf, die eine Öffnungs- und Schließvorrichtung, die dazu ausgebildet ist, die Fahrzeugklappe zu öffnen oder zu schließen, eine erste Sensorvorrichtung, die dazu ausgebildet ist, eine Sollbewegung eines Körperteils einer sich in unmittelbarer Umgebung des Fahrzeugs befindlichen Person kontaktlos zu erfassen, und eine zweite Sensorvorrichtung umfasst, die dazu ausgebildet ist, Bewegungen des Fahrzeugs zu erfassen. Das erfindungsgemäße Verfahren umfasst ein Erfassen einer Sollbewegung des Körperteils der sich in unmittelbarer Umgebung des Fahrzeugs befindlichen Person mittels der ersten Sensorvorrichtung. Die Sollbewegung zeigt dabei ein gewünschtes Schließen der Fahrzeugklappe an. Das erfindungsgemäße Verfahren umfasst ferner ein Erfassen einer Bewegung des Fahrzeugs mit der zweiten Sensorvorrichtung und ein Ansteuern der Öffnungs- und Schließvorrichtung zum Schließen der Fahrzeugklappe, wenn die erfasste Bewegung des Fahrzeugs kleiner ist als ein vorbestimmter Bewegungsschwellenwert.
Vorzugsweise weist das Erfassen der Bewegung des Fahrzeugs ein Erfassen von Erschütterungen des Fahrzeugs und/oder ein Erfassen von Vibrationen des Fahrzeugs und/oder ein Erfassen einer Beschleunigung des Fahrzeugs auf.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung ist der vorbestimmte Bewegungsschwellenwert derart festgelegt, dass ein gerade nicht mehr bewegungsfreies Fahrzeug angezeigt wird.
Folglich ist gemäß einem ersten Aspekt der vorliegenden Erfindung eine Vorrichtung zum Schließen einer Fahrzeugklappe eines Fahrzeugs vorgesehen. Die erfindungsgemäße Vorrichtung
Weitere Aufgaben und Merkmale der vorliegenden Erfindung werden dem Fachmann durch Ausüben der vorliegenden Lehre und Betrachten der beiliegenden Zeichnungen ersichtlich, in denen:
Fig. 1 eine schematische Ansicht einer beispielhaften Ausgestaltung einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Schließen einer Fahrzeugklappe eines Fahrzeugs zeigt,
Fig. 2 eine schematische Ansicht einer weiteren beispielhaften Ausgestaltung einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Schließen einer Fahrzeugklappe eines Fahrzeugs zeigt, und
Fig. 3 ein beispielhaftes Ablaufdiagramm eines erfindungsgemäßen Verfahrens zum Schließen einer Fahrzeugklappe eines Fahrzeugs zeigt.
Im Rahmen der vorliegenden Erfindung beschreiben „Bewegungen des Fahrzeugs“ insbesondere Erschütterungen und/oder Vibrationen eines stillstehenden oder geparkten oder in sonstiger Weise abgestellten Fahrzeugs. Die hierin beschriebenen Bewegungen des Fahrzeugs sollen folglich nicht Fahrbewegungen des Fahrzeugs umfassen.
Die Fig. 1 zeigt eine schematische Ansicht einer beispielhaften Ausgestaltung einer erfindungsgemäßen Vorrichtung 100 zum Schließen einer Fahrzeugklappe (in Fig.
1 nicht explizit gezeigt) eines Fahrzeugs (ebenfalls in Fig. 1 nicht explizit gezeigt). Bei der Fahrzeugklappe kann es sich um jegliches relativ zum Fahrzeug bewegliches Fahrzeugelement handeln, das zum Bereitstellen eines Zugangs ins Innere des Fahrzeugs geöffnet oder geschlossen werden kann. Beispielsweise kann es sich bei der Fahrzeugklappe um eine Fahrzeugtür, eine Motorhaube oder eine Heckklappe handeln.
Zum Öffnen oder Schließen der Fahrzeugklappe weist die erfindungsgemäße Vorrichtung eine Öffnungs- und Schließvorrichtung 110 auf, die dazu ausgebildet ist, die Fahrzeugklappe zu öffnen oder zu schließen. Bei der Öffnungs- und
Schließvorrichtung 110 handelt es sich um eine aus dem Stand der Technik bekannte Vorrichtung, die mittels geeigneter Elektronik, Hydraulik und/oder Pneumatik die Fahrzeugklappe relativ zum Fahrzeug zum Öffnen oder Schließen entlang einer vorbestimmten Bewegungsbahn bewegen kann.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung 100 weist ferner eine erste Sensorvorrichtung 120 auf, die dazu ausgebildet ist, eine Sollbewegung eines Körperteils einer sich in unmittelbarer Umgebung des Fahrzeugs befindlichen und zugangsberechtigten Person kontaktlos zu erfassen und ein Aktivierungssignal zu erzeugen, das eine gewünschte Öffnungs- oder Schließbewegung der Fahrzeugklappe anzeigt. Bei der Sensorvorrichtung 120 kann es sich ebenfalls um eine aus dem Stand der Technik bekannte Sensorvorrichtung handeln, die einen sich im Wesentlichen in die Fahrzeugumgebung erstreckenden Erfassungsbereich aufweist. Wird das Körperteil, wie beispielsweise ein Bein und/oder ein Fuß der zugangsberechtigten Person, mit einer Sollbewegung durch den Erfassungsbereich bewegt, kann der Wunsch zum Öffnen oder Schließen der Fahrzeugklappe erfasst und ein diesen Wunsch anzeigendes Aktivierungssignals erzeugt werden. Die erste Sensorvorrichtung 120 basiert beispielsweise auf dem Radarprinzip. Zusätzlich oder alternativ kann es bei der ersten Sensorvorrichtung um einen Sensor handeln, der eine charakteristische Bewegung bzw. einen charakteristischen Bewegungsablauf oder eine Position der zugangsberechtigten Person erfassen kann. Beispielsweise kann die erste Sensorvorrichtung 120 ein Ultraschallsensor, ein Nahfeldkommunikationssensor (NFC), ein optischer oder ein kapazitiver Sensor sein.
Die erfindungsgemäße Sensorvorrichtung 100 weist ferner eine zweite Sensorvorrichtung 130 auf, die dazu ausgebildet ist, Bewegungen des Fahrzeugs zu erfassen und ein Bewegungssignal zu erzeugen, das eine erfasste Bewegung des Fahrzeugs anzeigt. Die zweite Sensorvorrichtung 130 ist beispielsweise ein Beschleunigungs-, Erschütterungs- und/oder Vibrationssensor, der Bewegungen des Fahrzeugs, die beispielsweise in Form von Erschütterungen und/oder Vibrationen des Fahrzeugs beim Be- oder Entladen des Fahrzeugs oder einer sich
im Kofferraum befindlichen Person erzeugt werden, zu erfassen und ein entsprechendes Bewegungssignal zu erzeugen.
Wie in dem Beispiel der Fig. 1 dargestellt sind die erste Sensorvorrichtung 120 und zweite Sensorvorrichtung 130 in einem gemeinsamen Gehäuse untergebracht und als Sensoreinheit 125 am Fahrzeug angeordnet, wie beispielsweise in oder in der Nähe der sich bewegenden Fahrzeugklappe. Beispielsweise kann die Sensoreinheit 125 hinter oder integriert im hinteren Stoßfänger des Fahrzeugs angeordnet sein.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung 100 der Fig. 1 weist ferner eine Steuereinheit 140 auf, die mit der Öffnungs- und Schließvorrichtung 110, der ersten Sensorvorrichtung 120 und der zweiten Sensorvorrichtung 130 elektrisch verbunden und dazu ausgebildet ist, das Aktivierungssignal der ersten Sensorvorrichtung 120 und das Bewegungssignal der zweiten Sensorvorrichtung 130 zu empfangen und die Öffnungs- und Schließvorrichtung 110 zum Ansteuern der Fahrzeugklappe des Fahrzeugs anzusteuern. Insbesondere ist die Steuereinheit 140 dazu ausgebildet, die Öffnungs- und Schließvorrichtung 110 zum gewünschten Schließen der Fahrzeugklappe anzusteuern und somit ein Schließen der Fahrzeugklappe herbeizuführen, wenn ein Aktivierungssignal der ersten Sensorvorrichtung 120 empfangen wurde und das Bewegungssignal der zweiten Sensorvorrichtung 130 eine Bewegung des Fahrzeugs anzeigt, die kleiner ist als ein vorbestimmter Bewegungsschwellenwert. Wenn nämlich die Bewegung des Fahrzeugs größer sind als der vorbestimmte Bewegungsschwellenwert, kann davon ausgegangen werden, dass derzeit beispielsweise ein Be- oder Entladevorgang des Fahrzeugs stattfindet und es sich folglich höchstwahrscheinlich um eine unabsichtliche Betätigung der ersten Sensorvorrichtung 120 handelt. Folglich kann mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung 100 ein Schließen der Fahrzeugklappe verhindert werden und die Gefahr einer Verletzung der den Be- oder Entladevorgang durchführenden Person reduziert werden.
Die Fig. 2 zeigt eine weitere Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung
100 und unterscheidet sich von der erfindungsgemäßen Vorrichtung 100 der Fig. 1
darin, dass die erste Sensorvorrichtung 120 und die zweite Sensorvorrichtung 130 nicht in einer gemeinsamen Sensoreinheit 125 integriert sind, sondern es sich um separate und unabhängig voneinander am Fahrzeug angeordnete Sensorvorrichtungen handelt. Insbesondere kann bei der weiteren Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung 100 der Fig. 2 die zweite Sensorvorrichtung 130 örtlich entfernt von der ersten Sensorvorrichtung 120 angeordnet sein, um beispielsweise die Bewegungen des Fahrzeugs noch präziser zu erfassen, um ein Bewegungssignal zu erzeugen, dass die erfasste Bewegung des Fahrzeugs anzeigt. Beispielsweise kann die zweite Sensorvorrichtung 130 innerhalb des Fahrzeugs, wie beispielsweise im Boden des Kofferraums, angeordnet werden, um Aktivitäten des Nutzers innerhalb des Fahrzeugs, insbesondere innerhalb des Kofferraums des Fahrzeugs, präzise erfassen zu können. Zu solchen Aktivitäten können beispielsweise ein Be- oder Entladevorgang des Fahrzeugs, ein Umräumen von Transportgegenständen innerhalb des Fahrzeugs oder die Nutzung der Transportfläche als Sitz- oder Umkleidegelegenheit genannt werden.
Die Fig. 3 zeigt ein beispielhaftes Ablaufdiagramm eines erfindungsgemäßen Verfahrens zum Schließen einer Fahrzeugklappe eines Fahrzeugs mittels einer erfindungsgemäßen Vorrichtung 100 der Fig. 1 oder 2.
Das Verfahren der Fig. 3 startet beim Schritt 200 und gelangt dann zum Schritt 210, an dem ein Aktivierungssignal mittels der ersten Sensorvorrichtung 120 erzeugt wird. In einem darauffolgenden Schritt 220 wird überprüft, ob das erzeugte Aktivierungssignal eine Sollbewegung des Körperteils der sich in unmittelbarer Umgebung des Fahrzeugs befindlichen und zugangsberechtigten Person entspricht. Eine solche Sollbewegung zeigt beispielsweise ein gewünschtes Schließen der Fahrzeugklappe an. Wird beim Schritt 220 ermittelt, dass eine solche Sollbewegung des Körperteils der sich in unmittelbarer Umgebung des Fahrzeugs befindlichen Person nicht erfasst worden ist, gelangt das Verfahren wieder zurück zum Schritt 210.
Wird jedoch beim Schritt 220 ermittelt, dass eine Sollbewegung des Körperteils der sich in unmittelbarer Umgebung des Fahrzeugs befindlichen und
zugangsberechtigten Person mittels der ersten Sensorvorrichtung 120 erfasst wurde, gelangt das Verfahren zum Schritt 230, an dem das von der zweiten Sensorvorrichtung 130 erzeugte Bewegungssignal auch erfasst wird.
In einem darauffolgenden Schritt 240 wird überprüft, ob die mittels der zweiten Sensorvorrichtung 130 erfasste Bewegung des Fahrzeugs kleiner ist als der vorbestimmte Bewegungsschwellenwert. Wird beim Schritt 240 ermittelt, dass die Bewegung des Fahrzeugs kleiner ist als der vorbestimmte Bewegungsschwellenwert, gelangt das Verfahren zum Schritt 250, an dem die Steuerungsvorrichtung 140 die Öffnungs- und Schließvorrichtung 110 dazu ansteuert, die Fahrzeugklappe zu schließen, bevor das Verfahren beim Schritt 270 beendet wird.
Wird jedoch beim Schritt 240 ermittelt, dass die mittels der zweiten Sensorvorrichtung 130 erfassten Bewegungen des Fahrzeugs größer sind als der vorbestimmte Bewegungsschwellenwert, gelangt das Verfahren zum Schritt 260, an dem ein Schließen der Fahrzeugklappe unterbunden wird. Das Unterbinden kann dadurch erfolgen, dass die Steuerungsvorrichtung 140 dazu ausgebildet ist, die Öffnungs- und Schließvorrichtung 110 nicht anzusteuern. Das Verfahren endet daraufhin wieder beim Schritt 270.
Insbesondere zeigt eine erfasste Bewegung des Fahrzeugs, die größer ist als der vorbestimmte Bewegungsschwellenwert, an, dass es sich höchstwahrscheinlich um eine unabsichtliche Betätigung der ersten Sensorvorrichtung 120 handelt und somit ein Schließen der Fahrzeugklappe nicht gewünscht ist. Insbesondere kann dies dann der Fall sein, wenn die erste Sensorvorrichtung 120 während einer Be- oder Entladung des Fahrzeugs dadurch unbeabsichtigt betätigt wird, dass die Sollbewegung des Körperteils unbeabsichtigt durchgeführt wird.
Mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung 100 und dem erfindungsgemäßen
Verfahren kann folglich ein unbeabsichtigtes Aktivieren der ersten
Sensorvorrichtung 120 erkannt werden und ein Schließen der Fahrzeugklappe
verhindert werden, so dass die Gefahr von Verletzungen mittels einer sich unabsichtlich schließenden Fahrzeugklappe reduziert werden kann.