Beschreibung
Reduzierte Bedienvorrichtung
Die Erfindung betrifft eine Bedienvorrichtung zum Bedienen mehrerer Fahrzeugfunktionen in einem Kraftfahrzeug, ein System sowie ein entsprechendes Verfahren.
Moderne Kraftfahrzeuge weisen eine hohe Anzahl an technischen Einrichtungen auf.
Insbesondere können ein Infotainmentsystem, eine Klimaanlage, ein Navigationssystem oder Fahrerassistenzsysteme, wie beispielsweise eine Geschwindigkeitsregelanlage, verbaut sein. Diese Vielzahl an Einrichtungen führt zu teilweise überladenen und unübersichtlichen Bedienbereichen. Der begrenzt verfügbare Bauraum für ergonomisch gut erreichbare Bedienbereiche führt zu einer engen und gehäuften Anordnung der Bedienelemente. Durch den geringen Platz zur eindeutigen Kennzeichnung erfolgt eine kleine, schwer erkennbare Tastenbeschriftung. Die Bedienung der technischen Einrichtungen ist kompliziert, fehlerbehaftet und birgt ein hohes Ablenkungspotential für einen Fahrer. Zudem führt die Vielzahl an Bedienelementen zu einem geringen Bedienkomfort.
Es ist bekannt, die Anzahl der Bedienelemente durch Verlagerung der Bedienfunktion in ein HMI (Human Machine Interface; Mensch-Maschine-Schnittstelle) zu reduzieren. Ferner kann eine räumliche Gruppierung von Funktionen, beispielsweise durch Anordnung auf mehreren Lenkradspeichen, erfolgen. Zudem ist es bekannt, Funktionen beispielsweise auf zusätzliche Lenkstockhebel auszulagern.
Die Offenlegungsschrift DE 202015 003 050 U1 betrifft ein Fahrzeug mit einem Head-Up- Display zum Projizieren eines Anzeigebildes ins Blickfeld eines Fahrers, einem Controller zum wahlweisen Bereitstellen eines Standardbilds und wenigstens eines Alternativbilds als das zu projizierende Anzeigebild, wobei der Controller mit wenigstens einem manuell betätigten Bedienelement verbunden ist, um das Alternativbild so lange bereitzustellen, wie das Bedienelement betätigt ist. Nachteilig hierbei ist, dass mittels dem Bedienelement nur ein Umschalten zwischen einem Anzeigebild und einem Alternativbild möglich ist. Hierdurch kann keine Fahrzeugfunktion gesteuert werden, sondern lediglich ein Umschalten zwischen verschiedenen darzustellenden Inhalten erfolgen.
Die Offenlegungsschrift DE 202006 017 330 U1 betrifft ein Lenkradschaltermodul für ein Kraftfahrzeug zur Integration in ein gespeichtes Lenkrad des Kraftfahrzeugs mit mindestens zwei mehrtastigen Bedienungsschalteranordnungen, wobei das Lenkradschaltermodul derart ausgestaltet ist, dass es als Ganzes vorgefertigt in das Lenkrad ein- und ausbaubar ist. Nachteilig hierbei ist, dass für die Bedienung eine Vielzahl von Tastern und Schaltern in einem begrenzten Bauraum vorgesehen ist, wodurch keine intuitive Bedienung der einzelnen Fahrzeugfunktionen möglich ist.
Die Offenlegungsschrift DE 102017 106 578 A1 betrifft eine Fahrzeuganzeigevorrichtung mit einem Anzeigeabschnitt, einer Zeigeeinrichtung und einem Anzeigesteuerabschnitt. Der Anzeigesteuerabschnitt ist zur Anzeige eines Bedienbildschirms auf dem Anzeigeabschnitt eingerichtet. Der Anzeigesteuerabschnitt ist zum Erzeugen eines Bildes auf dem Bedienbildschirm eingerichtet, das ein Objekt oder eine Objektgruppe über einen bestimmten Bereich enthält, und zur Ausführung einer Verarbeitung eines Versetzens eines Teils des Objekts oder der Objektgruppe in einen von dem anderen Teil verschiedenen Anzeigemodus eingerichtet, wenn der Bedienfinger durch einen Erkennungsabschnitt erkannt wird. Nachteilig hierbei ist, dass eine Bedienung durch einen Berührbildschirm erfolgt, wobei hierdurch ein Teil des Anzeigegeräts von einem Finger verdeckt wird.
Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, eine Bedienvorrichtung zu schaffen, die die vorgenannten Nachteile überwindet. Insbesondere soll eine Bedienvorrichtung geschaffen werden, mit der ein intuitives Bedienen der Fahrzeugfunktionen möglich ist, wobei vorzugsweise eine Übersicht im Cockpit eines Fahrzeugs erhöht ist und eine Blickführung eines Fahrers vorteilhaft geführt wird.
Die obige Aufgabe wird gelöst durch eine Bedienvorrichtung zum Bedienen mehrerer Fahrzeugfunktionen in einem Kraftfahrzeug mit:
- einem Bedienelement zum Eingeben einer Bedieneingabe;
- einer Analyseeinheit zum Ermitteln der Bedieneingabe und einer Fahrzeugeinheit, für die die Bedieneingabe bestimmt ist, und zum Generieren eines Steuerbefehls für die ermittelte Fahrzeugeinheit;
- einem Anzeigegerät, zum Anzeigen eines Eingabemenüs;
- einer Schnittstelle zum Übermitteln des Steuerbefehls an die Fahrzeugeinheit, für die die Bedieneingabe bestimmt ist,
wobei die Analyseeinheit einen Steuerbefehl bestimmt, der eine Darstellung des Bedienelements im Eingabemenü bewirkt, um ein intuitives Bedienen der Fahrzeugeinheit mit der Bedienvorrichtung zu ermöglichen.
Die obige Aufgabe wird ferner gelöst durch ein System zum Bedienen mehrerer Fahrzeugfunktionen in einem Kraftfahrzeug mit:
- einem Lenkrad aufweisend eine Bedienvorrichtung wie zuvor definiert mit einem ersten Bedienelement und/oder einem zweiten Bedienelement, und einem Anzeigegerät in Form eines HLIDs (Head-up-Display); wobei das Bedienelement symmetrisch links und/oder rechts auf einer Lenkradspeiche des Lenkrads angeordnet ist.
Zudem wird die obige Aufgabe gelöst von einem Verfahren zum Bedienen mehrerer Fahrzeugfunktionen in einem Kraftfahrzeug vorzugsweise mittels einer Bedienvorrichtung oder einem System wie zuvor definiert, umfassend die Schritte:
Ermitteln einer Bedieneingabe und einer Fahrzeugeinheit, für die die Bedieneingabe bestimmt ist;
- Generieren eines Steuerbefehls für die ermittelte Fahrzeugeinheit;
- Anzeigen eines Eingabemenüs;
Übermitteln des Steuerbefehls an die Fahrzeugeinheit, für die die Bedieneingabe bestimmt ist, wobei ein Steuerbefehl bestimmt wird, der eine Darstellung des Bedienelements im Eingabemenü bewirkt, um ein intuitives Bedienen der Fahrzeugeinheit mit der Bedienvorrichtung zu ermöglichen.
Durch eine Bedienvorrichtung und die Darstellung des Bedienelements im Eingabemenü kann ein übersichtliches und intuitives Bedienen vorzugsweise für alle Fahrzeugfunktionen erfolgen. Vorzugsweise kann die Bedienvorrichtung mit vorhandenen, im Kraftfahrzeug verbauten Systemen und Einheiten verwendet werden. Durch eine Analyseeinheit kann zuverlässig und schnell ermittelt werden, für welche der Systeme und Einheiten die Bedieneingabe bestimmt ist. Eine Schnittstelle ermöglicht ein kosteneffizientes Bedienelement, das vorzugsweise mit vorhandenen Ausgabegeräten, Systemen und Einheiten verwendet werden kann. Eine Schnittstelle kann dabei kabelgebunden und/oder drahtlos ausgebildet sein und vorzugsweise ein oder mehrere Kommunikationsprotokolle unterstützen.
In bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass das Anzeigegerät ein HUD umfasst. Hierdurch kann ein Fahrer seinen Blick auf die Straße richten und parallel eine
Bedienung mittels der Bedienvorrichtung durchführen. Der Komfort für den Fahrer und die Sicherheit im Straßenverkehr sind erhöht.
In weiterer bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Bedienvorrichtung ein zweites Bedienelement umfasst, wobei vorzugsweise eine erste Gruppe Fahrzeugfunktionen mit dem ersten Bedienelement bedienbar ist und eine zweite Gruppe Fahrzeugfunktionen mit dem zweiten Bedienelement bedienbar ist. Durch eine Gruppierung kann ein schnelles und komfortables Bedienen erfolgen. Ferner können zwei gleich ausgestaltete Bedienelemente schnell vom Fahrer verstanden werden. Der Komfort für den Fahrer wird weiter erhöht.
In weiterer bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass eine erste Gruppe von fahrrelevanten Fahrzeugfunktionen mit dem ersten Bedienelement bedienbar ist und eine zweite Gruppe von Infotainment-, Media- und/oder Kommunikationsfunktionen mit dem zweiten Bedienelement bedienbar ist. Hierdurch kann eine Gruppierung nach Wichtigkeit erfolgen, wobei ein Fahrer mit nur einem Bedienelement alle fahrrelevanten Fahrzeugfunktionen bedienen kann.
In weiterer bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass das Bedienelement parallelogrammförmig und in Form einer Mulde ausgebildet ist,
- vier Taster umfasst, die jeweils innerhalb einer Vertiefung in der Mulde jeweils in den Ecken des Parallelogramms angeordnet sind,
- vorzugsweise ein in einem Winkel des Parallelogramms vertikal verlaufendes Stellglied aufweist, das einen touchsensitiven Sliderbereich, eine Walze und/oder ein Schiebeelement umfasst, und besonders bevorzugt ein horizontales Trennelement aufweist.
Durch ein Stellglied kann eine Funktionalität des Bedienelements erweitert werden.
Insbesondere kann eine präzise Einstellung einer Größe, wie Temperatur der Klimaanlage oder Lautstärke, erfolgen. Dieses Stellglied kann ebenfalls zum Einstellen quantitativer Werte bei Fahrassistenzfunktionen oder zum Scrollen durch dargestellte Listen und der entsprechenden Auswahl dienen. Durch ein Trennelement kann ein passiv-taktiles Bedienelement geschaffen werden, das eine verbesserte Zuordnung und Unterscheidung der Taster erlaubt. Durch die Anordnung der Taster kann ein großer Abstand zwischen den Tastern geschaffen werden. Die Gefahr einer Fehlbedienung wird verringert. Ferner erlaubt eine Anordnung der Taster in den Ecken ein schnelles Ertasten der Taster.
In weiterer bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Analyseeinheit einen Steuerbefehl bestimmt, der eine Darstellung des Bedienelements mit einer Grafik der zu bedienenden Funktionen bewirkt, die in ihrer Anordnung und formaler Gestaltung der Gestaltung und Anordnung einem Bedienbereich des Bedienelements entspricht. Hierdurch kann eine eindeutige semantische Zuordnung erfolgen. Ferner kann ein Fahrer sicher, schnell und fehlerunanfällig durch das Eingabemenü geführt werden. Es kann eine komfortable und leicht verständliche Bedienung der Fahrzeugfunktionen erfolgen. Ein Bedienbereich kann insbesondere alle zur Eingabe verwendbaren Taster, Schalter und Sensoren des Bedienelements umfassen.
In weiterer bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Analyseeinheit eine Position eines das Bedienelement berührenden Fingers bestimmt und der Steuerbefehl eine Darstellung der bestimmten Position in einem Anzeigebereich des Anzeigegeräts bewirkt, wobei der Steuerbefehl vorzugsweise eine grafisch hervorgehobene Darstellung des mit dem Finger berührten Bedienelements bewirkt und besonders bevorzugt eine grafisch hervorgehobene Darstellung einer zu bedienenden Funktion bewirkt, wenn die bestimmte Position des Fingers und die Grafik der zu bedienenden Funktionen übereinanderliegen. Es versteht sich, dass das Bedienelement vorzugweise zumindest abschnittsweise eine touchsensitive Oberfläche aufweist. Eine hervorgehobene Darstellung des mit dem Finger berührten Bedienelements kann beispielsweise durch eine Veränderung der Größe, Helligkeit, Kontrast, Farbe, Animation oder dergleichen des dargestellten Bedienelements erfolgen. Eine hervorgehobene Darstellung einer zu bedienenden Funktion kann analog zu der hervorgehobenen Darstellung des mit dem Finger berührten Bedienelements erfolgen, wobei dem Fahrer vorzugsweise durch die Darstellung die Funktion, besonders bevorzugt mittels Text oder einem Piktogramm, vermittelt wird.
In weiterer bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Analyseeinheit dazu ausgebildet ist, einen Druck auf einen Taster und/oder das Stellglied zu ermitteln und einen Steuerbefehl zu generieren, der eine Eingabebestätigung bewirkt, wenn der Druck größer oder gleich ist als ein vordefinierter Schwellenwert, wobei das Bedienelement besonders bevorzugt dazu ausgebildet ist, ein haptisches, akustisches und/oder optisches Feedback auszugeben. Ein optisches Feedback kann insbesondere ein Beleuchten der Taster und/oder des Stellglieds umfassen. Ferner ist es denkbar, ein Feedback durch Vibration bereitzustellen, wie es bei Smartphones bekannt ist. Durch einen schwellenwertbasierten Druckvergleich kann technisch einfach einem Fehlbedienen entgegengewirkt werden. Eine Darstellung der
bestimmten Position in einem Anzeigebereich eines Anzeigegeräts erhöht den Bedienkomfort.
Ferner kann ein intuitives und schnelles Bedienen der Fahrzeugfunktionen erfolgen.
Weitere bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den übrigen, in den Unteransprüchen genannten Merkmalen.
Ein Sliderbereich ist ein touchsensitiver Bereich, der insbesondere nach der Art eines Mausrads bedienbar ist. Vorzugsweise ist mit dem Sliderbereich ein Scrollen und/oder Einstellen eines Parameters möglich, um eine Darstellung und/oder Bedienung umfangreicher Inhalte auf begrenztem Platz zu ermöglichen.
Touchsensitiv bedeutet insbesondere im Zusammenhang mit einem Eingabegerät, dass bereits durch Berührung des Eingabegeräts ein Steuerbefehl generiert und übermittelt werden kann, so dass ein technisches Gerät durch Berühren gesteuert beziehungsweise ein Zuweisungsoperator geführt werden kann. Die technische Umsetzung der Befehlseingabe ist für den Nutzer gleichsam unsichtbar und erzeugt so den Eindruck einer unmittelbaren Steuerung per Berührungen, wie Tippen und/oder Wischen oder dergleichen.
Das Head-up-Display (HUD; wörtlich: „Kopf-oben-Anzeige“) ist ein Anzeigesystem, bei dem der Nutzer seine Blickrichtung und damit seine Kopfhaltung beibehalten kann, weil die Informationen in sein Sichtfeld projiziert werden. Zu den Nutzern gehören neben Piloten unter anderem auch Autofahrer.
Die verschiedenen in dieser Anmeldung genannten Ausführungsformen der Erfindung sind, sofern im Einzelfall nicht anders ausgeführt, mit Vorteil miteinander kombinierbar.
Die Erfindung wird nachfolgend in Ausführungsbeispielen anhand der zugehörigen Zeichnungen erläutert. Es zeigen:
Figur 1 eine schematische Darstellung einer Bedienvorrichtung;
Figur 2 eine schematische Darstellung eines Cockpits eines Kraftfahrzeugs;
Figur 3 eine schematische detaillierte Darstellung einer Variante eines
Bedienelements;
Figuren eine schematische Darstellung eines Bedienvorgangs mit einer 4a und 4b Bedienvorrichtung;
Figuren eine schematische Darstellung eines weiteren Bedienvorgangs mit einer 5a bis 5d Bedienvorrichtung;
Figuren eine schematische Darstellung eines weiteren Bedienvorgangs mit einer 6a bis 6d Bedienvorrichtung und
Figur 7 eine schematische Darstellung der Schritte eines erfindungsgemäßen
Verfahrens.
Figur 1 zeigt eine schematische Darstellung einer Bedienvorrichtung 10 zum Bedienen mehrerer Fahrzeugfunktionen in einem Kraftfahrzeug. Die Bedienvorrichtung 10 umfasst ein Bedienelement 12 mit vier Tastern 14, eine Analyseeinheit 16, eine Schnittstelle 18 und ein Anzeigegerät 20.
Das Bedienelement 12 ist vorzugsweise in einer Struktur, insbesondere in einer Mulde, angeordnet. An dem Bedienelement 12 sind vier Taster 14 zum Bedienen von Fahrzeugfunktionen angeordnet. Ferner kann senkrecht zwischen den Tastern 14 ein nicht gezeigtes Stellglied vorgesehen sein.
Bevorzugt ist eine Oberfläche des Bedienelements 12 touchsensitiv, wobei die Bedienvorrichtung 10 eine Position eines Fingers auf der Oberfläche ermitteln kann. Die Position des Fingers kann beispielsweise in einem Anzeigebereich des Anzeigegeräts 20, insbesondere eines Displays und/oder HLIDs, sichtbar gemacht werden, und zwar bereits wenn der Finger die Fläche berührt - also vor dem eigentlichen Bedienvorgang. Der Bedienvorgang kann mit einem Druck, ähnlich einem Tastendruck bei mechanischen Tasten, ausgeführt werden. Vorzugsweise ist das Bedienelement 12 mit einer Kraftsensorik ausgestattet. Sowohl das Betätigen der Tastpunkte als auch das Süden und Tasten sind also mit einer definierten Kraft möglich, um einem versehentlichen Bedienen entgegenzuwirken.
Ferner kann ein haptisches Feedback für das Bedienelement 12 vorgesehen sein, um eine spürbare Rückmeldung des Bedienvorgangs zu ermöglichen und sicher einem Fahrer zu ermöglichen, die Bedienschritte eindeutig ausführen zu können. Es versteht sich, dass auch ein
optisches Feedback in Form einer Beleuchtung des Bedienelements 12 und insbesondere der Taster 14 vorgesehen sein kann.
Die Analyseeinheit 16 ist dazu ausgebildet, die Bedieneingabe zu ermitteln und einer Fahrzeugeinheit, für die die Bedieneingabe bestimmt ist, zuzuordnen. Sodann kann die Analyseeinheit 16 einen Steuerbefehl für die ermittelte Fahrzeugeinheit generieren. Der Steuerbefehl setzt die mittels der Bedieneingabe vorgenommene Steuerung der Fahrzeugeinheit um.
Das Anzeigegerät 20 ist dazu ausgebildet, ein Eingabemenü mit einer Darstellung des Bedienelements 12 darzustellen. Bevorzugt umfasst das dargestellte Eingabemenü eine Darstellung des Bedienelements 12 mit einer Grafik der zu bedienenden Funktionen beziehungsweise einer Funktionsbelegung des Bedienelements 12. Besonders bevorzugt kann eine hervorgehobene Darstellung des Bedienelements 12 oder der Funktion erfolgen, wenn diese ausgewählt wurde.
Die Schnittstelle 18 ist dazu ausgebildet, den Steuerbefehl an eine nicht gezeigte Fahrzeugeinheit zu übermitteln. Zum Übermitteln ist die Schnittstelle 18 vorzugsweise an ein kraftfahrzeuginternes Übertragungsnetz angeschlossen. Ferner kann die Schnittstelle 18 auch zur drahtlosen Kommunikation ausgebildet sein oder mit einem proprietären, beispielsweise kabelgebundenen, Übertragungsnetz verbunden sein.
Figur 2 zeigt eine schematische Darstellung eines Systems 22 in einem Cockpit eines Kraftfahrzeugs. Das System 22 umfasst ein Lenkrad 24 mit einer Bedienvorrichtung. Das System 22 umfasst ferner ein Anzeigegerät 20 in Form eines HLIDs. Das Lenkrad 24 weist sowohl auf der rechten Seite als auch auf der linken Seite jeweils ein Bedienelement 12 auf. Die Bedienelemente 12 befinden sich jeweils auf einer Höhe, in der sich vorzugsweise auch die Daumen eines Fahrers des Kraftfahrzeugs beim Fahren des Kraftfahrzeugs befinden, so dass die Bedienelemente 12 und insbesondere die Taster 14 während der Fahrt komfortabel bedient werden können.
Im Sichtfeld des Fahrers ist ein Anzeigebereich 26 des Anzeigegeräts 20 in Form eines HUDs dargestellt.
Figur 3 zeigt eine schematische detaillierte Darstellung einer Variante eines Bedienelements
12. Das Bedienelement 12 weist einen Bedienbereich auf, der insgesamt als
parallelogrammförmige Mulde ausgeformt ist. Hierdurch kann der Bedienbereich eindeutig haptisch von einem Fahrer erkannt werden. Innerhalb dieser Mulde befinden sich jeweils in den Ecken vier Taster 14 in Form von Bedienpunkten/Tastpunkten, die durch eine vertiefte Ausformung der Mulde an diesen Stellen ebenfalls eindeutig ertastet werden können. Es kann folglich ohne visuelle Kontrolle eine eindeutige räumliche Zuordnung, insbesondere ein Ertasten, erfolgen.
Das Bedienelement 12 weist ferner ein horizontales Trennelement 28 auf, das die vier Tastpunkte taktil voneinander trennt. Die Tastpunkte sind in dem gezeigten Beispiel mit einer kontrastierenden Grafik gekennzeichnet, die vorzugsweise bei Dunkelheit beleuchtet ist, um ein optisches Feedback für den Fahrer zu schaffen.
In der Mitte des Bedienbereiches befindet sich eine im Winkel des Parallelogramms vertikal verlaufende Mulde, die etwa die Breite des Fingers aufweist und als Stellglied 30 in Form eines touchsensitiven Sliderbereichs ausgeführt ist. Es versteht sich, dass auch andere Stellglieder 30, wie ein Walze, ein Drehrad oder dergleichen, denkbar sind. Dieser Sliderbereich dient zur Einstellung diverser Parameter wie Lautstärke, quantitative Werte bei Fahrassistenzfunktionen und/oder zum Scrollen durch dargestellte Listen und der entsprechenden Auswahl. Das Stellglied 30 teilt in dem gezeigten Beispiel das horizontale Trennelement 28 in einen ersten Abschnitt und einen zweiten Abschnitt. Durch das Zusammenwirken des Stellglieds 30 und des horizontalen Trennelements 28 sind die vier Taster 14 strukturell voneinander getrennt und einzeln jeweils direkt und einfach ertastbar.
Eine Oberfläche des Bedienelements 12 ist touchsensitiv, so dass die Analyseeinheit 16 eine Position eines Fingers bestimmt und vorzugsweise einen Steuerbefehl bestimmt, der eine entsprechende Anzeige der Fingerposition im Anzeigebereich eines Anzeigegeräts 20 bewirkt. Besonders bevorzugt erfolgt die Anzeige der Fingerposition bereits, wenn der Finger die Fläche berührt - also vor dem eigentlichen Bedienvorgang.
Der Bedienvorgang kann besonders bevorzugt mit einem Druck, beispielsweise nach der Art eines Tastendrucks, wie bei mechanischen Tasten, ausgeführt werden. Es versteht sich, dass das Bedienelement 12 dafür bevorzugt mit einer Kraftsensorik ausgestattet ist. Sowohl das Betätigen der Tastpunkte als auch das Süden können folglich ab einer definierten Kraft durchgeführt werden, so dass ein versehentliches Bedienen ausgeschlossen werden kann.
Zudem kann für das Bedienelement 12 ein haptisches Feedback vorgesehen sein, um eine spürbare Rückmeldung des Bedienvorganges zu ermöglichen und so sicher und eindeutig Bedienschritte ausführen zu können. Es versteht sich, dass auch ein akustisches Feedback, nach der Art eines Bestätigungstons oder dergleichen, denkbar ist.
Vorteilhaft ist das Bedienelement 12 als kapazitives Tasten- und Sliderelement ausgeführt und dient als Eingabeelement für verschiedene Funktionen, die besonders bevorzugt in Kombination mit einem Anzeigegerät 20, wie einem Display, Head-Up-Display et cetera, angezeigt und bedient werden können. Das Bedienelement 12 und folglich auch ein Cockpit mit einem solchen Bedienelement 12 ist sehr klar und reduziert.
Die Figuren 4a und 4b zeigen eine schematische Darstellung eines Bedienvorgangs mit einer Bedienvorrichtung 10. In einem oberen Bereich der Figuren 4a und 4b ist ein Anzeigebereich 26 eines nicht gezeigten Anzeigegeräts 20 dargestellt und in einem unteren Bereich sind zwei Bedienelemente 12 schematisch dargestellt. Eine Bedieneingabe ist durch eine Umrandung 32 eines Bedienbereichs des Bedienelements 12 verdeutlicht.
In Figur 4a ist der jeweils zu bedienende Kontext beziehungsweise die zu bedienende Funktion im Anzeigebereich 26 vorzugsweise in Fahrersichtachse abgebildet. Eine Blickabwendung des Fahrers wird minimiert. Die Bedienelemente 12 sind in dem gezeigten Beispiel symmetrisch links und rechts ausgeführt. Vorzugsweise kann eine erste Gruppierung und inhaltliche Zuordnung von Kontexten/Funktionen erfolgen. Beispielsweise können links alle fahrrelevanten Funktionen verortet sein, wie Fahrassistenzfunktionen, Fahrzeugfunktionen et cetera, und rechts Infotainment-, Media-, Kommunikationsfunktionen. Die im Anzeigebereich 26 angezeigte Grafik der zu bedienenden Funktionen beziehungsweise Funktionsbelegung entspricht in Anordnung und formaler Gestaltung der Gestaltung und Anordnung der Bedienelemente 12, so dass eine eindeutige semantische Zuordnung erfolgen kann.
In Figur 4b ist eine Bedieneingabe gezeigt. Um eine eindeutige und sichere Bedienung zu ermöglichen, sind die Oberflächen der Bedienelemente 12 derart ausgestaltet, dass der Finger, der bedient, entsprechend sensorisch erkannt wird und die Position des "Bedienfingers" im Anzeigebereich 26 visualisiert wird. Damit ist vorzugsweise jederzeit eine klare Positionsbestimmung möglich. Wird ein Finger zur Bedienung auf einen Bedienbereich erkannt, wird der entsprechende Anzeigebereich - links oder rechts - grafisch hervorgehoben: Beispielsweise durch eine Variation der Größe, Helligkeit, Kontrast und/oder Farbe. Wird eine zu bedienende Funktion mit dem Finger berührt, wird diese ebenfalls grafisch hervorgehoben
und dadurch rückgemeldet, dass diese Funktion ausgewählt ist und bedient werden soll. Mit einem Druck auf das Bedienelement 12 kann dann die Bedienung und/oder Aktivierung erfolgen.
In den Figuren 5a bis 5d ist analog zu den Figuren 4a und 4b eine schematische Darstellung eines Bedienvorgangs in Form eines Startens eines Anrufs gezeigt.
In Figur 5a ist ein Berühren des rechten Bedienelements 12 dargestellt, wobei eine Darstellung des Bedienelements 12 im Anzeigebereich 26 vergrößert erfolgt und die mit den Tastern 14 belegten Funktionen dargestellt werden.
In Figur 5b ist ein Drücken des linken unteren Tasters 14 des rechten Bedienelements 12 dargestellt, wodurch ein Eingabemenü in Form eines Telefonmenü ausgewählt wird und die mit den Tastern 14 belegten Funktionen des Telefonmenüs dargestellt werden.
In Figur 5c ist ein Drücken des rechten unteren Tasters 14 des rechten Bedienelements 12 dargestellt, wodurch analog zu der Figur 5b ein Untermenü für Telefonkontakte ausgewählt wird.
In Figur 5d ist ein Drücken und Führen des Bedienfingers über das Stellglied 30 des rechten Bedienelements 12 dargestellt, wodurch eine Liste der Telefonkontakte durchblättert beziehungsweise durchscrollt werden kann. Beispielsweise kann nachfolgend, wenn ein Kontakt markiert ist, durch Betätigen eines Tasters 14 ein Anruf an diesen Kontakt gestartet werden.
In den Figuren 6a bis 6d ist analog zu den Figuren 5a bis 5d eine schematische Darstellung eines Bedienvorgangs in Form eines Setzens einer Richtgeschwindigkeit für einen Geschwindigkeitsregelautomaten gezeigt.
In Figur 6a ist ein Berühren des linken Bedienelements 12 dargestellt, wobei eine Darstellung des Bedienelements 12 im Anzeigebereich 26 vergrößert erfolgt und die mit den Tastern 14 belegten Funktionen dargestellt werden.
In Figur 6b ist ein Drücken des linken oberen Tasters 14 des linken Bedienelements 12 dargestellt, wodurch ein Eingabemenü zum Setzen einer Richtgeschwindigkeit für den Geschwindigkeitsregelautomaten geöffnet wird.
In Figur 6c ist ein Drücken und Führen des Bedienfingers über das Stellglied 30 des linken Bedienelements 12 dargestellt, wodurch eine Richtgeschwindigkeit komfortabel eingestellt werden kann. In dem gezeigten Beispiel ist eine Richtgeschwindigkeit vom 75 km/h ausgewählt.
In Figur 6d ist der Anzeigebereich 26 mit der eingestellten neuen Richtgeschwindigkeit von 75 km/h dargestellt.
In Figur 7 sind schematisch die Schritte eines erfindungsgemäßen Verfahrens zum Bedienen mehrerer Fahrzeugfunktionen in einem Kraftfahrzeug vorzugsweise mittels einer Bedienvorrichtung 10 oder einem System 22 wie zuvor definiert gezeigt.
In einem ersten Schritt S1 erfolgt ein Ermitteln einer Bedieneingabe. Dabei wird anhand der Tasteri 4-Betätigung, einer Betätigung des Sliderbereichs und/oder einer ermittelten Fingerposition ermittelt, welche Funktion ein Fahrer mit welchen Parametern steuern möchte. Ferner wird eine Fahrzeugeinheit ermittelt, für die die Bedieneingabe bestimmt ist.
Beispielsweise kann die Fahrzeugeinheit eine Klimaanlage des Kraftfahrzeugs sein, wenn der Fahrer mit der Bedienvorrichtung 10 eine Temperatur einstellt.
In einem zweiten Schritt S2 erfolgt ein Generieren eines Steuerbefehles für die ermittelte Fahrzeugeinheit.
In deinem dritten Schritt S3 wird ein Eingabemenü ausgegeben.
In einem vierten Schritt S4 wird der Steuerbefehl an die Fahrzeugeinheit übermittelt, für die die Bedieneingabe bestimmt ist.
Der Steuerbefehl bewirkt eine Darstellung des Bedienelements 12 im Eingabemenü, um ein intuitives Bedienen der Fahrzeugeinheit mit der Bedienvorrichtung 10 zu ermöglichen.
Die Erfindung wurde ausführlich beschrieben. Ein Fachmann erkennt, dass die Erfindung für jede Art von Kraftfahrzeugen, insbesondere auch Wasserfahrzeuge, Flugzeuge, Schienenfahrzeuge, Anwendung finden kann. Ein Personenkraftwagen wurde nur beispielhaft als Kraftfahrzeug gewählt, um die Erfindung zu verdeutlichen. Insbesondere kann mit der offenbarten Lehre wenigstens einer der folgenden Vorteile erreicht werden: reduzierte, aufgeräumte Anmutung der Lenkradbedienung,
situative, kontextbasierte Interaktion - Kontexte/Funktionen können flexibel konfigurierbar sein, sichere, intuitive Bedienung in Fahrersichtachse - Blindbedienung möglich, personalisierbare Zuordnung/Konfiguration ist möglich, es kann ein flexibles, erweiterbares System bei zusätzlichen Funktionen geschaffen werden.
Bezugszeichenhste
Bedienvorrichtung
Bedienelement
Taster
Analyseeinheit
Schnittstelle
Anzeigegerät
System
Lenkrad
Anzeigebereich
Trennelement
Stellglied
Umrandung erster Verfahrensschritt - Ermitteln einer Bedieneingabe zweiter Verfahrensschritt - Generieren eines Steuerbefehles dritter Verfahrensschritt - Ausgeben eines Eingabemenüs vierter Verfahrensschritt - Übermitteln eines Steuerbefehles