Wachstum von Nanodrähten
Die Erfindung betrifft das galvanische Wachstum von Nanodrähten. Insbesondere betrifft die Erfindung ein Verfahren und eine Anordnung zum Bereitstellen einer Viel zahl von Nanodrähten auf einer Oberfläche.
Es sind Verfahren und Anordnungen bekannt, mit denen Nanodrähte hergestellt werden können. Beispielsweise können Nanodrähte über galvanische Prozesse oder mittels Verfahren, die aus der Dünnschichttechnologie bekannt sind, erhalten werden. Vielen bekannten Verfahren ist gemein, dass diese komplexe Maschinen erfordern und insbesondere deshalb üblicherweise nur in Labors und in Reinräumen eingesetzt wer den (können). Insbesondere sind die meisten bekannten Verfahren nicht industrie tauglich.
Auch haben viele bekannte Anordnungen und Verfahren den Nachteil, dass die erhaltenen Nanodrähte stark in ihren Eigenschaften und insbesondere hinsichtlich ihrer Qualität variieren. Regelmäßig unterscheiden sich die Nanodrähte aus verschie denen Wachstumsvorgängen auch dann zum Teil erheblich, wenn die gleichen oder dieselben Maschinen, Ausgangsmaterialien und/oder Rezepturen verwendet werden. Oft hängt die Qualität von Nanodrähten insbesondere von dem Können des Nutzers einer entsprechenden Anordnung bzw. des Anwenders eines entsprechenden Verfah rens, von Umwelteinflüssen und/oder auch schlicht vom Zufall ab. Erschwert wird all dies dadurch, dass es sich bei Nanodrähten um Strukturen handelt, die teilweise auch mit einem Lichtmikroskop nicht zu visualisieren sind. Daher können aufwendige Un tersuchungen notwendig sein, um die beschriebenen Eigenschaften (und insbeson dere die Schwankungen in diesen) überhaupt feststellen zu können.
Mit bekannten Verfahren und Anordnungen ist es insbesondere aufgrund der be schriebenen Qualitätsunterschiede oft nicht möglich, größere Flächen mit Nanodräh ten zu bewachsen. So ist es wahrscheinlich, dass sich die Nanodrähte hinsichtlich ihrer Eigenschaften zwischen verschiedenen Bereichen einer größeren bewachsenen Flä che unterscheiden. Dies kann für viele Anwendungen nachteilig sein.
Hiervon ausgehend ist es Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren und eine Anord nung vorzustellen, mit denen eine Vielzahl von Nanodrähten mit besonders gleich bleibender Qualität hergestellt werden kann.
Diese Aufgabe wird gelöst mit der Anordnung und dem Verfahren gemäß den un abhängigen Ansprüchen. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den abhängi gen Ansprüchen angegeben. Die in den Ansprüchen und in der Beschreibung darge stellten Merkmale sind in beliebiger, technologisch sinnvoller Weise miteinander kombinierbar.
Erfindungsgemäß wird ein Verfahren zum galvanischen Wachsen einer Vielzahl von Nanodrähten auf eine Oberfläche vorgestellt. Das Verfahren umfasst: a) Auflegen einer Folie auf die Oberfläche, wobei die Folie eine Vielzahl von durch gehenden Poren aufweist, in denen die Nanodrähte aus einem Elektrolyten ge wachsen werden können, b) Auflegen eines für den Elektrolyten durchlässigen elastischen Elements auf die Folie, wobei der Elektrolyt über das elastische Element mit der Folie in Kontakt ge bracht wird, c) für einen ersten Wachstumszeitraum, galvanisches Wachsen der Vielzahl von Na nodrähten, d) Entfernen des elastischen Elements, und e) für einen zweiten Wachstumszeitraum, Fortsetzen des galvanischen Wachsens der Vielzahl von Nanodrähten.
Die Schritte a) und b) können in beliebiger Reihenfolge nacheinander oder ganz oder teilweise überlappend durchgeführt werden. Die Schritte c) bis e) werden in der ange gebenen Reihenfolge an die Schritte a) und b) anschließend durchgeführt.
Mit dem beschriebenen Verfahren können Nanodrähte hergestellt werden. Unter einem Nanodraht (engl.„nanowire") wird hier jeder materielle Körper verstanden, der eine drahtähnliche Form und eine Größe im Bereich von wenigen Nanometern bis zu wenigen Mikrometern hat. Ein Nanodraht kann z.B. eine kreisförmige, ovale oder mehreckige Grundfläche aufweisen. Insbesondere kann ein Nanodraht eine hexago nale Grundfläche aufweisen.
Bevorzugt weisen die Nanodrähte eine Länge im Bereich von 100 nm [Nanome ter] bis 100 mΐti [Mikrometer], insbesondere im Bereich von 500 nm bis 60 mΐti auf. Wei terhin weisen die Nanodrähte bevorzugt einen Durchmesser im Bereich von 10 nm bis 10 mΐti, insbesondere im Bereich von 30 nm bis 2 mΐti auf. Dabei bezieht sich der Begriff Durchmesser auf eine kreisförmige Grundfläche, wobei bei einer davon abweichenden Grundfläche eine vergleichbare Definition eines Durchmessers heranzuziehen ist. Es
ist besonders bevorzugt, dass alle verwendeten Nanodrähte die gleiche Länge und den gleichen Durchmesser aufweisen.
Das beschriebene Verfahren ist für verschiedenste Materialien der Nanodrähte anwendbar. Als Material der Nanodrähte bevorzugt sind elektrisch leitende Materia lien, insbesondere Metalle wie Kupfer, Silber, Gold, Nickel, Zinn und Platin. Aber auch nichtleitende Materialien wie Metalloxide sind bevorzugt. Vorzugsweise sind alle Na nodrähte aus dem gleichen Material gebildet.
Die Oberfläche, auf die die Nanodrähte gewachsen werden sollen, ist vorzugs weise elektrisch leitend ausgeführt. Sofern die Oberfläche Teil eines ansonsten nicht elektrisch leitenden Körpers (wie z.B. eines Substrats) ist, kann die elektrische Leitfä higkeit z. B. durch eine Metallisierung erreicht werden. So kann z. B. ein nicht elektrisch leitendes Substrat mit einer dünnen Schicht Metall überzogen werden. Durch die Me tallisierung kann insbesondere eine Elektrodenschicht erzeugt werden. Je nach Mate rial der Oberfläche und/oder der Elektrodenschicht kann es sinnvoll sein, eine Haft schicht zwischen der Oberfläche und der Elektrodenschicht vorzusehen, die eine Haf tung zwischen der Oberfläche und der Elektrodenschicht vermittelt.
Durch die elektrische Leitfähigkeit der Oberfläche kann diese als Elektrode für das galvanische Wachstum der Nanodrähte genutzt werden. Das Substrat kann insbeson dere ein Siliziumsubstrat sein. Die Oberfläche kann insbesondere die Oberfläche eines Körpers sein, der mit elektrisch leitenden Strukturen versehen ist. Das kann insbeson dere ein Siliziumchip oder ein sogenanntes printed Circuit board (PCB) sein.
Mit dem beschriebenen Verfahren können die Nanodrähte galvanisch in Poren ei ner Folie auf die Oberfläche gewachsen werden. Dazu wird ein Elektrolyt verwendet. Die Nanodrähte können mit besonders gleichmäßiger Qualität bereitgestellt werden, wenn die Folie während des Wachstums dicht an der Oberfläche anliegt und der Elekt rolyt gleichmäßig über die Folie verteilt wird. Das wird bei dem beschriebenen Verfah ren dadurch erreicht, dass das Wachstum in zwei Schritte aufgeteilt wird. In einem ers ten Wachstumsschritt liegt ein elastisches Element an der Folie an, durch welches die Folie an der Oberfläche gehalten wird. Das elastische Element ist für den Elektrolyten durchlässig, so dass der Elektrolyt über das elastische Element an die Folie abgegeben werden kann. Im ersten Wachstumsschritt werden die Nanodrähte soweit gewachsen.
dass die Folie über die Nanodrähte an der Oberfläche gehalten wird. Im zweiten Wachstumsschritt ist das elastische Element nicht mehr erforderlich. Das elastische Element wird also entfernt, wodurch der Elektrolyt noch gleichmäßiger über die Ober fläche verteilt werden kann.
In Schritt a) wird die Folie auf die zu bewachsende Oberfläche aufgelegt. Die Folie ist vorzugsweise mit einem Kunststoffmaterial, insbesondere mit einem Polymermate rial gebildet. Insbesondere ist es bevorzugt, dass die Folie derart mit der Oberfläche verbunden wird, dass die Folie nicht verrutscht. Dies könnte die Qualität der gewach senen Nanodrähte mindern.
Die Folie weist eine Vielzahl von durchgehenden Poren auf, in denen die Nano drähte gewachsen werden können. Dass die Poren der Folie durchgehend ausgeführt sind, ist vorzugsweise derart realisiert, dass die Poren von einer Oberseite der Folie zu einer Unterseite der Folie durchgehende Kanäle ausbilden. Insbesondere ist es bevor zugt, dass die Poren zylinderförmig ausgeführt sind. Es ist aber auch möglich, dass die Poren als Kanäle mit gekrümmtem Verlauf ausgeführt sind. Eine Pore kann z.B. eine kreisförmige, ovale oder mehreckige Grundfläche aufweisen. Insbesondere kann eine Pore eine hexagonale Grundfläche aufweisen. Vorzugsweise sind die Poren gleichmä ßig ausgeführt (d.h. die Poren unterscheiden sich vorzugsweise nicht hinsichtlich der Größe, Form, Anordnung und/oder Abstand zu benachbarten Poren). Werden die Na nodrähte in den Schritten c) und d) gewachsen, so werden die Poren vorzugsweise (insbesondere vollständig) mit dem galvanisch abgeschiedenen Material gefüllt. Dadurch erhalten die Nanodrähte die Größe, Form und Anordnung der Poren. Durch Wahl der Folie bzw. der Poren darin können also die Eigenschaften der zu wachsen den Nanodrähte festgelegt bzw. beeinflusst werden. Die Folie kann daher auch als „Template", „Templatefolie" oder „Schablone" bezeichnet werden.
In Schritt b) wird ein für den Elektrolyten durchlässiges elastisches Element auf die Folie aufgelegt. Das elastische Element ist vorzugsweise dazu eingerichtet, einen Elektrolyten zumindest an einer Ausgabestelle abzugeben. Vorzugsweise ist die Aus gabestelle flächig ausgeführt, wobei besonders bevorzugt ist, dass der Elektrolyt über eine Ausgabefläche gleichmäßig abgegeben werden kann. Weiterhin ist es bevorzugt, dass das elastische Element die Folie vollständig überdeckt. Beispielsweise kann es sich bei dem elastischen Element um einen Schwamm oderein Tuch handeln. Das elastische Element ist bevorzugt derart ausgeführt, dass es zusätzlich eine Fixierung
der Folie bewirken kann. Das kann insbesondere dadurch realisiert sein, dass das Mit tel zum Bereitstellen des Elektrolyten flächig ausgeführt ist und zum Anpressen der Folie an die Oberfläche eingerichtet ist.
In den Schritten c) und e) werden die Nanodrähte gewachsen. Das erfolgt zu nächst gemäß Schritt c) in einem ersten Wachstumsprozess. Dazu wird eine elektri sche Spannung zwischen der zu bewachsenden Oberfläche und einer Elektrode ange legt. Sowohl die Oberfläche als auch die Elektrode stehen mit dem Elektrolyten in Kon takt. So werden die Nanodrähte aus dem Elektrolyten auf die Oberfläche in die Poren der Folie gewachsen. Während des ersten Wachstumszeitraums liegt das elastische Element auf der Folie auf. Dadurch kann verhindert werden, dass die Folie verrutscht. Im ersten Wachstumszeitraum werden die Nanodrähte soweit ausgebildet, dass die Nanodrähte die Folie halten. Das elastische Element ist anschließend entbehrlich. Es wird daher in Schritt d) entfernt. Für die Dauer von Schritt d) kann die angelegte elekt rische Spannung abgeschaltet werden, so dass das Wachstum insoweit unterbrochen wird. Es ist aber auch denkbar, dass das Wachstum ununterbrochen fortgeführt wird, so dass auch in Schritt d) Wachstum stattfindet. Der erste Wachstumszeitraum und der zweite Wachstumszeitraum sind in dem Fall lediglich dadurch voneinander abge grenzt, dass zwischen diesen beiden Schritten das elastische Element entfernt wird. In Schritt e) wird das Wachstum der Nanodrähte für einen zweiten Wachstumszeitraum fortgesetzt. Dies erfolgt grundsätzlich wie in Schritt c), allerdings ohne das elastische Element. In Schritt e) liegt also kein elastisches Element an der Folie an. Der Elektrolyt kann in dem Fall unmittelbar mit der Oberfläche in Kontakt gelangen. Das erleichtert die Zufuhr des Elektrolyten an die Oberfläche. So kann leichter erreicht werden, dass an allen Stellen der Oberfläche zu jeder Zeit ausreichend Elektrolyt vorhanden ist. Wä re dem nicht so, würde an der jeweiligen Stelle trotz angelegter elektrischer Spannung kein Wachstum der Nanodrähte erfolgen. Dies könnte die Qualität der erhaltenen Na nodrähte beeinträchtigen.
Der erste Wachstumszeitraum hat vorzugsweise eine Länge, die mindestens 10 % einer Länge des zweiten Wachstumszeitraums beträgt, vorzugsweise mindestens 50 % der Länge des zweiten Wachstumszeitraums.
Die Länge des ersten Wachstumszeitraums und die Länge des zweiten Wachs tumszeitraums können fest vorgegeben sein. Alternativ ist die Ausführungsform des Verfahrens bevorzugt, bei der aus einem in Schritt c) zum galvanischen Wachstum der
Nanodrähte eingesetzten elektrischen Strom eine übertragene Ladung ermittelt wird, wobei Schritt c) beendet wird, wenn die übertragene Ladung einen vorgegebenen Grenzwert erreicht hat.
In dieser Ausführungsform ist die Länge des ersten Wachstumszeitraums variabel. Schritt c) wird beendet, sobald das Wachstum der Nanodrähte soweit fortgeschritten ist, dass die Nanodrähte die Folie ohne das elastische Element halten können. Der Fortschritt des Wachstums der Nanodrähte wird dabei nicht unmittelbar gemessen. Stattdessen wird die beim galvanischen Wachstum übertragene Ladung ermittelt. Die se ist ein Maß dafür, wie viele Atome gemäß dem galvanischen Wachstum umgesetzt wurden. Die übertragene Ladung kann durch zeitliche Integration aus dem zum gal vanischen Wachstum der Nanodrähte eingesetzten elektrischen Strom ermittelt wer den. Ist die Stromstärke konstant, ergibt sich die Ladung durch Multiplikation der Stromstärke mit der Zeit. Der zum galvanischen Wachstum der Nanodrähte eingesetz te elektrische Strom ist der Elektronenstrom, der zwischen der Oberfläche und der Elektrode fließt.
Schritt c) wird in der vorliegenden Ausführungsform beendet, wenn die übertra gene Ladung einen vorgegebenen Grenzwert erreicht hat. Ein geeigneter Grenzwert kann durch Versuche ermittelt werden. Der Grenzwert wird vorzugsweise derart ge wählt, dass die Folie nach Abschluss von Schritt c) in einem gewünschten Maße durch die Nanodrähte auf der Oberfläche gehalten wird.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens wird das elasti sche Element in Schritt c) auf die Folie gedrückt.
Durch das Anpressen des elastischen Elements an die Folie kann das Bereitstellen des Elektrolyten erleichtert werden. Beispielsweise kann der Elektrolyt aus einem Schwamm durch Pressen dieses Schwamms zum Austreten angeregt werden. Vor zugsweise ist zum Anpressen eine Feder vorgesehen, wobei die Kraft, mit der die Fe der das elastische Element an die Folie presst, einstellbar ist. Auch können elastische oder plastische Einrichtungen, motorische, hydraulische und/oder pneumatische Ver- stell-Einheiten oder Hebelmechanismen zum Erzeugen der Anpresskraft verwendet werden. Durch Einstellen der Kraft kann die ausgegebene Menge an Elektrolyt kontrol liert werden. Weiterhin wird die Folie über das elastische Element auf die Oberfläche gedrückt, so dass die Folie formschlüssig, ortsfest und frei von Lufteinschlüssen (zwi-
sehen der Folie und der Oberfläche sowie in den Poren innerhalb der Folie) gehalten wird.
Dass das elastische Element in Schritt c) auf die Folie gedrückt wird, bedeutet, dass das elastische Element jedenfalls während eines Teils von Schritt c) auf die Folie gedrückt wird. Vorzugsweise wird das elastische Element über die gesamte Dauer von Schritt c) an die Folie gedrückt.
In der vorliegenden Ausführungsform wird das elastische Element insoweit auf die Folie gedrückt, als dass das elastische Element mit einer Kraft auf die Folie gedrückt wird, welche über die Gewichtskraft des elastischen Elements hinausgeht. Das Eigen gewicht des elastischen Elements genügt also nicht für ein Anpressen im Sinne der vorliegenden Ausführungsform. Als Alternative zur vorliegenden Ausführungsform kann das elastische Element während der gesamten Dauer von Schritt c) auf der Folie aufliegen, ohne an die Folie gedrückt zu werden.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens wird das elasti sche Element in Schritt d) mittels eines Greifers von der Folie abgehoben.
Mit dem Greifer kann das elastische Element automatisiert von der Folie entfernt werden. Dadurch kann das gesamte Verfahren automatisiert durchgeführt werden, wodurch Fehler vermieden werden können. Der Greifer kann beispielsweise als ein Nadelgreifer ausgebildet sein.
Als ein weiterer Aspekt der Erfindung wird eine Anordnung zum galvanischen Wach sen einer Vielzahl von Nanodrähten vorgestellt. Die Anordnung umfasst:
- eine Oberfläche, auf die die Nanodrähte gewachsen werden sollen,
- eine auf die Oberfläche aufgelegte Folie, wobei die Folie eine Vielzahl von durch gehenden Poren aufweist, in denen die Nanodrähte aus einem Elektrolyten ge wachsen werden können,
- ein auf die Folie aufgelegtes und für den Elektrolyten durchlässiges elastisches Element, wobei der Elektrolyt über das elastische Element mit der Folie in Kontakt gebracht werden kann,
- einen Greifer zum Entfernen des elastischen Elements von der Folie.
Die Vorteile und Merkmale des Verfahrens sind auf die Anordnung anwendbar und übertragbar, und umgekehrt. Das Verfahren wird vorzugsweise mit der Anordnung
durchgeführt. Die Anordnung ist vorzugsweise zum Betrieb gemäß dem beschriebe nen Verfahren bestimmt und eingerichtet.
In einer bevorzugten Ausführungsform umfasst die Anordnung weiterhin eine Steuerungseinheit, welche zur Durchführung zumindest der Schritte c) bis e) des Ver fahrens eingerichtet ist. Die Steuerungseinheit ist dazu eingerichtet, das Verfahren in soweit durchzuführen, wie das Verfahren automatisiert ist. So kann die Steuerungsein heit beispielsweise das galvanische Wachstum dadurch steuern, dass eine für das gal vanische Wachstum erforderliche elektrische Spannung mit der Steuerungseinheit gesteuert wird. Das Andrücken des elastischen Elements an die Folie kann in Schritt c) insoweit durch die Steuerungseinheit gesteuert werden, als dass das elastische Ele ment beispielsweise mittels eines hydraulischen Stempels an die Folie angepresst wird. Ein solcher Stempel kann durch die Steuerungseinheit gesteuert werden. Wer den auch die Schritte a) und/oder b) automatisiert durchgeführt, können auch diese durch die Steuerungseinheit gesteuert werden.
Die Anordnung weist vorzugsweise ein Gehäuse auf, innerhalb dessen alle Ele mente der Anordnung angeordnet sind. Das Gehäuse weist vorzugsweise eine Auf nahme für eine Schublade auf. Ein Objekt mit der zu bewachsenden Oberfläche kann mit der darauf aufgelegten Folie und dem darauf aufgelegten elastischen Element in die Schublade eingelegt und mit dieser in die Aufnahme eingeschoben werden. Inso weit können das Objekt mit der zu bewachsenden Oberfläche und der darauf aufge legten Folie und dem darauf aufgelegten elastischen Element innerhalb des Gehäuses angeordnet werden. Durch die Anordnung in einem Gehäuse wird eine besonders benutzerfreundliche Maschine erhalten, mit der die Nanodrähte gewachsen werden können.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform umfasst die Anordnung weiterhin einen Antrieb zum automatisierten Betätigen des Greifers.
Mit dem Antrieb kann Schritt d) automatisiert durchgeführt werden. Der Antrieb kann beispielsweise dazu eingerichtet sein, den Greifer in Schritt d) mit dem elasti schen Element in Kontakt zu bringen, das elastische Element zu greifen und/oder von der Oberfläche abzuheben. Mit dem Antrieb kann also die Position des Greifers verän dert werden und/oder der Greifer betätigt werden. Unter Betätigen des Greifers ist zu verstehen, dass das elastische Element mit dem Greifer gegriffen und wieder freigege ben werden kann. Der Greifer kann beispielsweise ein Nadelgreifer sein.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform umfasst die Anordnung weiterhin eine bewegliche Ablage für das elastische Element.
In Schritt d) kann das elastische Element mit dem Greifer gegriffen werden und von der Oberfläche abgehoben werden. Anschließend kann die bewegliche Ablage zwischen die Oberfläche und das elastische Element geschoben werden. Das elasti sche Element kann auf die bewegliche Ablage abgelegt werden und vom Greifer frei gegeben werden. Anschließend kann das elastische Element mit der beweglichen Ablage abtransportiert werden. Anschließend kann das elastische Element von der beweglichen Ablage entfernt werden. Dies kann automatisiert erfolgen, beispielsweise indem die bewegliche Ablage derart bewegt wird, dass das elastische Element der Bewegung des beweglichen Elements ab einem Trennungspunkt nicht mehr folgen kann. Der Trennungspunkt kann sich beispielsweise dadurch ergeben, dass die be wegliche Ablage in eine Ablagenaufnahme geführt wird, die keinen Platz für das elasti sche Element bietet. Das elastische Element bleibt in dem Fall am Rand der Ablagen aufnahme hängen. Daselastische Element kann in einem Fach abgelegt werden, aus dem das elastische Element manuell entnommen werden kann.
Die bewegliche Ablage kann automatisiert bewegt werden, beispielsweise durch einen Motor. Die bewegliche Ablage ist vorzugsweise auf einem flexiblen Material ge bildet, beispielsweise aus Kunststoff. So kann die bewegliche Ablage platzsparend verstaut werden, wenn sie nicht benötigt wird. Beispielsweise kann die bewegliche Ablage über eine Umlenkrolle geführt sein, so dass die bewegliche Ablage um 90° ge genüber der Oberfläche gedreht verstaut werden kann, wenn sie nicht benötigt wird.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform umfasst die Anordnung weiterhin eine Reinigungseinrichtung zum Reinigen der beweglichen Ablage.
Die Reinigungseinrichtung ist vorzugsweise dazu eingerichtet, ein Reinigungsflu id auf die bewegliche Ablage zu sprühen. Das kann beispielsweise erfolgen, nachdem das elastische Element mit der beweglichen Ablage abtransportiert und von dieser entfernt wurde. Die Reinigungseinrichtung ist vorzugsweise derart angeordnet, dass die bewegliche Ablage in Schritt d) an der Reinigungseinrichtung vorbeigeführt wird, nachdem das elastische Element von der beweglichen Ablage entfernt worden ist.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform umfasst die Anordnung weiterhin eine Spannungsquelle, welche zum Anlegen einer elektrischen Spannung für das Wachstum der Nanodrähte mit einer Elektrode und der Oberfläche verbunden ist.
Die Spannungsquelle dient dazu, den für das galvanische Wachstum erforderli chen elektrischen Strom bereitzustellen. Die Spannungsquelle ist vorzugsweise dazu eingerichtet, eine gepulste Spannung zu erzeugen, insbesondere mit einer Pulsfre quenz im Bereich von 0, 1 bis 10 ms. Durch Versuche hat sich gezeigt, dass mit einer gepulsten Spannung die Qualität der Nanodrähte verbessert werden kann.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform umfasst die Anordnung weiterhin eine Referenzelektrode, welche mit der Oberfläche verbunden ist.
Mit der Referenzelektrode kann das Wachstum der Nanodrähte überwacht wer den. Dazu kann mit der Referenzelektrode die Spannung gemessen werden, die zwi schen der Elektrode und der Referenzelektrode anliegt. Die Anordnung kann eine oder mehrere Referenzelektroden umfassen.
Die Elektrode ist vorzugsweise über ein erstes Kabel mit der Spannungsquelle verbunden. Die zu bewachsende Oberfläche ist vorzugsweise überein zweites Kabel mit der Spannungsquelle verbunden. Die Referenzelektrode ist vorzugsweise überein drittes Kabel mit einem Spannungsmessgerät verbunden. Die Oberfläche ist vorzugs weise mit einem vierten Kabel mit dem Spannungsmessgerät verbunden, insbesonde re unabhängig von dem zweiten Kabel. Das zweite Kabel und das vierte Kabel sind vorzugsweise jeweils unmittelbar mit der Oberfläche verbunden. Die Oberfläche kann dazu ein jeweiliges Kontaktpads aufweisen, über welches das zweite Kabel und das vierte Kabel mit der Oberfläche verbunden sind, beispielsweise mittels eines jeweiligen leitenden Tapes. Die Referenzelektrode ist also nicht bloß dadurch mit der Oberfläche verbunden, dass die Referenzelektrode mit einem Abzweig des zweiten Kabels ver bunden ist. Es hat sich herausgestellt, dass demgegenüber eine unmittelbare Anbin dung der Referenzelektrode an die Oberfläche genauere Ergebnisse liefert.
Das Objekt mit der zu bewachsenden Oberfläche und die Referenzelektrode sind vorzugsweise in der Schublade angeordnet.
Das erste Kabel, das zweite Kabel, das dritte Kabel und das vierte Kabel können jeweils in mehrere Abschnitte unterteilt sein, die beispielsweise über Steckverbindun gen miteinander verbunden sind. Das zweite Kabel, das dritte Kabel und/oder das vier-
te Kabel können jeweils derart in Abschnitte unterteilt sein, dass an einem Rand der Schublade ein jeweiliger Übergang zwischen zwei benachbarten Abschnitten des ent sprechenden Kabels angeordnet ist. Die Schublade kann einen entsprechenden Ste cker für jedes dieser drei Kabel aufweisen. So können die Oberfläche und die Referen zelektrode beim Einschieben der Schublade in die Aufnahme dadurch kontaktiert werden, dass die drei Steckverbindungen ausgebildet werden. Das Spannungsmess gerät und die Spannungsquelle sind vorzugsweise innerhalb des Gehäuses und au ßerhalb der Aufnahme für die Schublade angeordnet.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform umfasst die Anordnung weiterhin eine (insbesondere elektrisch angetriebene) Mangel zum Auspressen des Elektrolyten aus dem elastischen Element, wenn das elastische Element mit dem Greifer von der Folie entfernt worden ist.
Die Mangel kann zwei Rollen aufweisen, zwischen denen das elastische Element hindurchbewegt wird. Dabei kann mit den Rollen ein Druck auf das elastische Element ausgeübt werden, so dass das elastische Element Elektrolyt abgibt, welcher sich in dem elastischen Element befindet. Damit kann ein erheblicher Teil des Elektrolyten aus dem elastischen Element entfernt werden und wiederverwendet werden.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Figuren näher erläutert. Die Figuren zeigen ein besonders bevorzugtes Ausführungsbeispiel, auf das die Erfindung jedoch nicht begrenzt ist. Die Figuren und die darin dargestellten Größenverhältnisse sind nur schematisch. Es zeigen:
Fig. 1 : eine erfindungsgemäße Anordnung zum galvanischen Wachsen einer Vielzahl von Nanodrähten,
Fig. 2: eine Verschaltung einer Referenzelektrode für die Anordnung aus
Fig. 1,
Fig. 3a und 3b: weitere Elemente der Anordnung aus Fig. 1 in zwei verschiedenen Zuständen.
Fig. 1 zeigt eine Anordnung 7 zum galvanischen Wachsen einer Vielzahl von Nano drähten 1. Die Anordnung 7 umfasst ein Substrat 16 mit einer Oberfläche 2, auf welche die Nanodrähte 1 gewachsen werden sollen. Die Anordnung 7 umfasst weiterhin eine auf die Oberfläche 2 aufgelegte Folie 3, welche eine Vielzahl von durchgehenden Po ren 4 aufweist, in denen die Nanodrähte 1 aus einem Elektrolyten gewachsen werden
können. Die Oberfläche 2 weist eine Strukturierungsschicht 17 mit Auslassungen 18 auf. Die Nanodrähte 1 können nur in den Auslassungen 18 gewachsen werden. So kann das Wachstum der Nanodrähte 1 lokal selektiv erfolgen. Weiterhin umfasst die Anordnung 7 ein auf die Folie 3 aufgelegtes und für den Elektrolyten durchlässiges elastisches Element 5. Der Elektrolyt kann über das elastische Element 5 mit der Folie 3 in Kontakt gebracht werden. Zudem umfasst die Anordnung 7 eine Spannungsquel le 12, welche zum Anlegen einer elektrischen Spannung für das Wachstum der Nano drähte 1 mit einer Elektrode 13 und der Oberfläche 2 verbunden ist. Auch die Span nungsquelle 12 ist mit der Steuerungseinheit 8 verbunden. Die Elektrode 13 kann mit einem Stempel 19 an das elastische Element 5 gedrückt werden.
Die Anordnung 7 ist in Fig. 1 nicht vollständig gezeigt. Weiterer Elemente sind in den Fig. 2, 3a und 3b gezeigt.
Fig. 2 zeigt weitere Elemente der Anordnung 7 aus Fig. 1. Der Übersichtlichkeit halber sind in Fig. 2 nicht alle Elemente aus Fig. 1 gezeigt. So weist die Anordnung 7 neben der Spannungsquelle 12, der Elektrode 13 und dem Substrat 16 mit der Ober fläche 2 weiterhin eine Referenzelektrode 14 auf. Die Referenzelektrode 14 ist überein Spannungsmessgerät 20 mit der Oberfläche 2 verbunden. Die Spannungsquelle 12 und die Referenzelektrode 14 sind unabhängig voneinander an die Oberfläche 2 an gebunden.
Fig. 3a und 3b zeigen weitere Elemente der Anordnung 7 aus Fig. 1 und 2. Der Übersichtlichkeit halber sind in Fig. 3a und 3b nicht alle Elemente aus Fig. 1 und 2 ge zeigt. Zu erkennen ist an Fig. 3a und 3b insbesondere, dass die Anordnung 7 einen Greifer 6 zum Entfernen des elastischen Elements 5 von der Folie 3 aufweist. In Fig. 3a ist der Zustand gezeigt, in dem das elastische Element 5 auf der Folie 3 auf der Ober fläche 2 des Substrats 16 aufliegt. Das elastische Element 5 kann mit dem Greifer 6 gegriffen und von der Oberfläche 2 abgehoben werden. Dies ist in Fig. 3b gezeigt. Da das elastische Element 5 in Fig. 3b nicht mehr auf der Folie 3 aufliegt, ist insoweit in Fig. 3b keine erfindungsgemäße Anordnung 7 mehr gezeigt. Die Anordnung 7 umfasst einen Antrieb 9 zum automatisierten Betätigen des Greifers 6. Zudem umfasst die An ordnung 7 eine bewegliche Ablage 10 für das elastische Element 5. In Fig. 3a ist die bewegliche Ablage 10 um 90° gegenüber der Oberfläche 2 gedreht verstaut, weil die bewegliche Ablage 10 in dem gezeigten Zustand nicht benötigt wird. In Fig. 3b ist die bewegliche Ablage 10 zwischen die Oberfläche 2 und das elastische Element 5 ge-
schoben. So kann das elastische Element 5 auf die bewegliche Ablage 10 abgelegt werden. Anschließend kann das elastische Element 5 mit der beweglichen Ablage 10 abtransportiert werden, indem die bewegliche Ablage 10 in ihren in Fig. 3a gezeigten Zustand zurückbewegt wird. Das elastische Element 5 kann sich dabei von der beweg lichen Ablage 10 beispielsweise dadurch lösen, dass das elastische Element 5 der Be wegung der beweglichen Ablage 10 nach unten nicht folgt. Sobald sich das elastische Element 5 von der beweglichen Ablage 10 gelöst hat, kann die bewegliche Ablage 10 mit einer Reinigungseinrichtung 11 gereinigt werden. Dazu kann die bewegliche Ab lage 10 durch die Reinigungseinrichtung 11 mit einem Reinigungsfluid besprüht wer den. Die Anordnung 7 weist weiterhin eine elektrisch angetriebene Mangel 15 zum Auspressen des Elektrolyten aus dem elastischen Element 5 auf, wenn das elastische Element 5 mit dem Greifer 6 von der Folie 3 entfernt worden ist. Die Mangel 15 weist zwei Rollen auf, zwischen denen das elastische Element 5 unter Krafteinwirkung hin durchbewegt werden kann.
Die Anordnung 7 umfasst weiterhin eine Steuerungseinheit 8, welche zur Durchfüh rung der Schritte c) bis e) des folgenden Verfahrens eingerichtet ist: a) Auflegen einer Folie 3 auf die Oberfläche 2, wobei die Folie 3 eine Vielzahl von durchgehenden Poren 4 aufweist, in denen die Nanodrähte 1 aus einem Elektroly ten gewachsen werden können, b) Auflegen eines für den Elektrolyten durchlässigen elastischen Elements 5 auf die Folie 3, wobei der Elektrolyt über das elastische Element 5 mit der Folie 3 in Kon takt gebracht wird, c) für einen ersten Wachstumszeitraum, galvanisches Wachsen der Vielzahl von Na- nodrähten 1, wobei das elastische Element 5 auf die Folie 3 gedrückt wird, d) Entfernen des elastischen Elements 5, indem das elastische Element 5 mittels ei nes Greifers 6 von der Folie 3 abgehoben wird, und e) für einen zweiten Wachstumszeitraum, Fortsetzen des galvanischen Wachsens der Vielzahl von Nanodrähten 1.
In Schritt c) wird aus dem zum galvanischen Wachstum der Nanodrähte 1 einge setzten elektrischen Strom eine übertragene Ladung ermittelt, wobei Schritt c) been det wird, wenn die übertragene Ladung einen vorgegebenen Grenzwert erreicht hat.
Bezugszeichenliste
1 Nanodraht
2 Oberfläche 3 Folie
4 Pore
5 elastisches Element
6 Greifer
7 Anordnung 8 Steuerungseinheit
9 Antrieb
10 bewegliche Ablage
11 Reinigungseinrichtung
12 Spannungsquelle 13 Elektrode
14 Referenzelektrode
15 Mangel
16 Substrat
17 Strukturierungsschicht 18 Auslassung
19 Stempel
20 Spannungsmessgerät