Beschreibung Gefäßanalysegestütztes medizinisches System zum Festlegen von Einstellwerten einer Blutbehandlungsvorrichtung Die vorliegende Erfindung betrifft ein medizinisches System gemäß Anspruch 1, eine Blutbehandlungsvorrichtung gemäß Anspruch 12, ein Behandlungssystem gemäß Anspruch 14, sowie ein Verfahren gemäß Anspruch 15; ferner betrifft sie ein digitales Speichermedium gemäß Anspruch 16, ein Computerprogramm-Produkt gemäß Anspruch 17 sowie ein Computerprogramm gemäß Anspruch 18 bzw. jeweils gemäß den Oberbegriffen oder Gattungsbegriffen dieser Ansprüche. Zum Zwecke der Blutbehandlung sind an der hierfür verwendeten Blutbehandlungsvorrichtung Einstellwerte für variable Behandlungsparameter von einem Benutzer, z. B. dem Klinikpersonal, einzugeben, oder bestehende Vorabeinstellungen anzupassen, also zu verändern. Die Einstellung oder Veränderung solcher Einstellwerte kann der Benutzer der Blutbehandlungsvorrichtung zumeist manuell, beispielsweise mittels Eingabeschnittstellen, z. B. an einem Bildschirm (Touchscreen) oder an anderen Schnittstellen, die zur Eingabe geeignet sind, vornehmen oder veranlassen. Zum Erreichen vorbestimmter Behandlungsziele oder -vorgaben wie der renalen Dosis oder dem Ultrafiltrationsvolumen bei der Dialysebehandlung kann es zur Optimierung des Ablaufs der Behandlungssitzung erforderlich sein, dass der Benutzer beim Festlegen der Einstellwerte, welche hierin als technische Parameterwerte (wie z. B. Pumpraten der beteiligten Pumpen wie z. B. der Blutpumpe oder der Ultrafiltrationspumpe) oder als Zielbehandlungsparameterwerte (wie z. B. die renale Dosis
oder die Dauer der Behandlungssitzung, welche als Ziele formuliert sind, gleichzeitig aber durchaus durch Einstellen von technischen Parametern umgesetzt oder verfolgt werden) umfassen, eine Reihe von individuellen Umständen und Zuständen des Patienten beachtet. Zu ihnen können das körperliche Befinden des Patienten bzw. dessen Vitalwerte zählen. Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung kann darin bestehen, ein medizinisches System zum Unterstützen des Benutzers beim Festlegen von Einstellwerten für die Behandlung mittels einer Blutbehandlungsvorrichtung vorzuschlagen, außerdem eine Blutbehandlungsvorrichtung, die ein erfindungsgemäßes medizinisches System aufweist, sowie ein Behandlungssystem und ein Verfahren. Ferner sollen ein digitales Speichermedium, ein Computerprogramm-Produkt sowie ein Computerprogramm vorgeschlagen werden. Die erfindungsgemäße Aufgabe kann durch ein medizinisches System mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst werden. Sie kann ferner durch eine Blutbehandlungsvorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 12, durch ein Behandlungssystem mit den Merkmalen des Anspruchs 14 sowie durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 15 gelöst werden. Sie kann ferner gelöst werden durch ein digitales Speichermedium mit den Merkmalen des Anspruchs 16, durch ein Computerprogramm- Produkt mit den Merkmalen des Anspruchs 17 sowie durch ein Computerprogramm mit den Merkmalen des Anspruchs 18. Erfindungsgemäß wird ein medizinisches System (im Folgenden auch kurz: System) zum Festlegen von Einstellwerten (oder Bereichen von Werten hierfür) einer Blutbehandlungsvorrichtung, oder zur Unterstützung des
Benutzers der Blutbehandlungsvorrichtung hierbei, vorgeschlagen, also von Werten (oder Bereichen hierfür), welche variabel sind und z. B. von der Ärztin oder vom Arzt an der Blutbehandlungsvorrichtung vor oder während der Behandlungssitzung an der, oder mit Wirkung auf die, Blutbehandlungsvorrichtung eingestellt werden könnten. Das erfindungsgemäße medizinische System umfasst eine Rechenvorrichtung mit einer Eingabeschnittstelle. Letztere ist vorbereitet für eine manuelle Eingabe oder zum automatischen Einlesen von Ergebnissen, welche mittels einer Diagnosevorrichtung (auch: Untersuchungsvorrichtung), welche zum Durchführen einer retinalen Gefäßanalyse eines Patienten ausgestaltet ist, vorab oder zuvor ermittelt wurden und somit bereits vorliegen. Das System umfasst weiter eine Ausgabeschnittstelle. Sie ist konfiguriert zum Ausgeben von wenigstens einem technischen Parameterwert, alternativ oder ergänzend von wenigstens einem Zielbehandlungsparameterwert, und/oder von Änderungen gegenüber bestehender Voreinstellungen oder Vorgaben für den technischen Parameterwert und/oder den Zielbehandlungsparameterwert. Technischer Parameterwert und Zielbehandlungsparameterwert dienen jeweils, direkt oder indirekt, der Steuerung oder Regelung der Blutbehandlungsvorrichtung während einer Behandlungssitzung des Patienten mittels derselben. Dabei ist die Rechenvorrichtung programmiert, um basierend auf den mittels der ersten Eingabeschnittstelle eingegebenen oder eingelesenen Ergebnissen für den technischen Parameterwert und/oder den Zielbehandlungsparameterwert oder für deren Höhen, numerische Werte oder Beträge für die
Steuerung oder Regelung der Blutbehandlungsvorrichtung zur Behandlung des Patienten zu ermitteln oder jeweils einen solchen zuzuordnen. Ein Ermitteln oder Bestimmen von Daten kann ein Untersuchen einer Existenz oder Nicht-Existenz, ein Messen, ein Erschließen, ein Berechnen, ein Erhalten, ein Erreichen und/oder ein Erkennen sein oder umfassen. Alternativ oder ergänzend ist die Rechenvorrichtung programmiert, um basierend auf den mittels der ersten Eingabeschnittstelle eingegebenen oder eingelesenen Ergebnissen jeweils erforderliche Änderungen (oder deren Höhe, Wert, Betrag, usw.) gegenüber einer früheren Vorgabe des technischen Parameterwerts oder des Zielbehandlungsparameterwerts zu ermitteln oder zuzuordnen. Die frühere Vorgabe kann z. B. eine Vorabeinstellung, die bereits beispielsweise an der Blutbehandlungsvorrichtung eingestellt ist, sein, oder eine Vorgabe, z. B. ein bisher zur Behandlung verwendeter Wert, ein Eintrag in der Patientenakte oder –historie, eine Anweisung durch die behandelnde Ärztin, usw. Die Rechenvorrichtung ist weiter programmiert, um den von ihr ermittelten technischen Parameterwert und/oder den von ihr ermittelten Zielbehandlungsparameterwert und/oder die von ihr ermittelte jeweilige Änderung, mittels der Ausgabeschnittstelle auszugeben. Die erfindungsgemäße Blutbehandlungsvorrichtung, die vorzugsweise als Dialysevorrichtung ausgestaltet ist, weist
ein erfindungsgemäßes medizinisches System auf oder ist hiermit in Signalverbindung oder –kommunikation verbunden. Das erfindungsgemäße Behandlungssystem weist eine oder mehrere Blutbehandlungsvorrichtungen, vorzugsweise wie hierin offenbart, und ein erfindungsgemäßes medizinisches System auf oder besteht hieraus. Dabei ist wenigstens eine Blutbehandlungsvorrichtung vorzugsweise als Dialysevorrichtung ausgestaltet. Eine, mehrere oder alle der Blutbehandlungsvorrichtung(en) des Behandlungssystems einerseits und das medizinische System andererseits liegen getrennt voneinander vor. Der Begriff „getrennt voneinander“ kann hierbei z. B. eine räumliche, körperliche Trennung und/oder eine Trennung derart umfassen, dass zwischen Blutbehandlungsvorrichtung und medizinischem System keine Signalkommunikation besteht. Alternativ oder ergänzend kann hierunter zu verstehen sein, dass die eine Komponente (z. B. das medizinische System) nicht Teil der anderen Komponente (z. B. einer der Blutbehandlungsvorrichtungen) ist. Das erfindungsgemäße Verfahren dient vorzugsweise zur Vorbereitung einer anstehenden Behandlung oder Behandlungssitzung eines Patienten, welche mittels einer Blutbehandlungsvorrichtung durchgeführt werden soll, und endet vorzugsweise bereits vor Behandlungsbeginn. Alternativ oder ergänzend läuft das erfindungsgemäße Verfahren während der Behandlungssitzung mittels der Blutbehandlungsvorrichtung ab.
Das Verfahren umfasst die folgenden Schritte: - Bereitstellen eines erfindungsgemäßen medizinischen Systems, einer erfindungsgemäßen Blutbehandlungsvorrichtung, eines erfindungsgemäßen Behandlungssystems; alternativ umfasst es das Verwenden eines/r solchen, bereits bereitgestellten medizinischen Systems, Blutbehandlungsvorrichtung oder Behandlungssystems; - manuelles Eingeben wenigstens eines mittels der Diagnosevorrichtung erfassten Ergebnisses in die Eingabeschnittstelle der Rechenvorrichtung; - Ablesen von wenigstens einem technischen Parameterwert und/oder von wenigstens einem Zielbehandlungsparameterwert, oder der hierfür jeweils vorgeschlagenen Änderungen, welche(r) von oder an der Ausgabeschnittstelle für eine Behandlung des Patienten mittels der Blutbehandlungsvorrichtung ausgegeben wird; und - Eingeben des abgelesenen technischen Parameterwerts und/oder Zielbehandlungsparameterwerts, oder deren jeweilige Änderung, als Einstellwert in eine Eingabeschnittstelle der Blutbehandlungsvorrichtung. Ein erfindungsgemäßes digitales, insbesondere nicht- flüchtiges, Speichermedium, insbesondere in Form eines maschinenlesbaren Trägers, insbesondere in Form einer Diskette, CD, DVD, EPROM, FRAM (Ferroelectric RAM), NOVRAM oder SSD (Solid-State-Drive), insbesondere mit elektronisch oder optisch auslesbaren Steuersignalen, ist ausgestaltet, um
derart mit einem programmierbaren Computersystem zusammenzuwirken, dass eine herkömmliche Rechenvorrichtung zu einer Rechenvorrichtung eines erfindungsgemäßen medizinischen Systems umprogrammiert wird, z. B. wenn sein Speicherinhalt auf dem programmierbaren Computersystem abläuft. Ein erfindungsgemäßes Computerprogramm-Produkt weist einen volatilen, flüchtigen oder auf einem maschinenlesbaren Träger gespeicherten Programmcode oder eine Signalwelle auf, konfiguriert um derart mit einer programmierbaren Computerkonfiguration eines Computersystems zusammenzuwirken, dass eine herkömmliche Rechenvorrichtung zu einer Rechenvorrichtung eines erfindungsgemäßen medizinischen Systems umprogrammiert wird. Unter einem Computerprogramm-Produkt kann erfindungsgemäß beispielsweise ein auf einem Träger gespeichertes Computerprogramm, ein Embedded System als umfassendes System mit einem Computerprogramm (z. B. ein elektronisches Gerät mit einem Computerprogramm), ein Netzwerk von computerimplementierten Computerprogrammen (z. B. ein Client/Server-System, ein Cloud Computing System, etc.) oder ein Computer, auf dem ein Computerprogramm geladen ist, abläuft, gespeichert ist, ausgeführt oder entwickelt wird, verstanden werden. Der Begriff „maschinenlesbarer Träger“, wie er hierin verwendet wird, bezeichnet in bestimmten Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung einen Träger, der von Software und/oder Hardware interpretierbare Daten oder Informationen enthält. Der Träger kann ein Datenträger, wie eine Diskette, eine CD, DVD, ein USB-Stick, eine Flashcard, eine SD-Karte
und dergleichen sowie jeder andere hierin genannte Speicher oder jedes andere hierin genannte Speichermedium sein. Unter einem Computerprogramm-Produkt kann erfindungsgemäß auch eine programmierte Applikation (kurz: App), beispielsweise insbesondere für ein Smartphone, ein Tablet oder ein sonstiges mobiles Handgerät, verstanden werden. Ein erfindungsgemäßes Computerprogramm weist einen Programmcode auf, um zu veranlassen, dass eine herkömmliche Rechenvorrichtung zu einer Rechenvorrichtung eines erfindungsgemäßen medizinischen Systems umprogrammiert wird, wenn das Computerprogramm auf einem entsprechenden Computersystem abläuft. Unter einem Computerprogramm kann erfindungsgemäß beispielsweise ein physikalisches, vertriebsfähiges Software-Produkt verstanden werden, welches ein Programm aufweist. Bei allen vorausgegangenen bzw. folgenden Ausführungen ist der Gebrauch des Ausdrucks „kann sein“ bzw. „kann haben“ usw. synonym zu „ist vorzugsweise“ bzw. „hat vorzugsweise“ usw. zu verstehen und soll erfindungsgemäße Ausführungsformen erläutern. Erfindungsgemäße Ausführungsformen können eines oder mehrere der vorstehend oder im Folgenden genannten Merkmale aufweisen. Dabei können die hierin genannten Merkmale in beliebiger Kombination Gegenstand von erfindungsgemäßen Ausführungsformen sein, sofern der Fachmann eine konkrete Kombination nicht als technisch unmöglich erkennt. Erfindungsgemäße Ausführungsformen sind ferner Gegenstand der Unteransprüche.
Wann immer hierin Zahlenworte genannt werden, so versteht der Fachmann diese als Angabe einer zahlenmäßig unteren Grenze. Sofern dies zu keinem für den Fachmann erkennbaren Widerspruch führt, liest der Fachmann daher beispielsweise bei der Angabe „ein“ oder „einem“ stets „wenigstens ein“ oder „wenigstens einem“ mit. Dieses Verständnis ist ebenso von der vorliegenden Erfindung mit umfasst wie die Auslegung, dass ein Zahlenwort wie beispielsweise „ein“ alternativ als „genau ein“ gemeint sein kann, wo immer dies für den Fachmann erkennbar technisch möglich ist. Beides ist von der vorliegenden Erfindung umfasst und gilt für alle hierin verwendeten Zahlenworte. Wann immer hierin eine Eignung oder ein Verfahrensschritt genannt ist, umfasst die vorliegende Erfindung vorzugsweise auch eine entsprechende Programmierung oder Konfigurierung einer geeigneten, insbesondere erfindungsgemäßen, Vorrichtung oder eines Abschnitts hiervon. Wenn hierin offenbart ist, dass der erfindungsgemäße Gegenstand ein oder mehrere Merkmale in einer bestimmten Ausführungsform aufweist, so ist hierin jeweils auch offenbart, dass der erfindungsgemäße Gegenstand genau dieses oder diese Merkmale in anderen, ebenfalls erfindungsgemäßen Ausführungsformen ausdrücklich nicht aufweist, z. B. im Sinne eines Disclaimers. Für jede hierin genannte Ausführungsform gilt somit, dass die gegenteilige Ausführungsform, beispielsweise als Negation formuliert, ebenfalls offenbart ist.
Wann immer hierin von einer Ausführungsform die Rede ist, so handelt es sich um eine beispielhafte, erfindungsgemäße Ausführungsform. Wenn hierin von „programmiert“ oder „konfiguriert“ die Rede ist, so ist auch offenbart, diese Begriffe gegeneinander auszutauschen. Ist hierin von "UF" die Rede, so ist dies eine übliche Abkürzung für Ultrafiltration. Ist hierin von "DVA" die Rede, so ist dies eine übliche Abkürzung für dynamische retinale Gefäßanalyse. Bei der retinalen Gefäßanalyse misst eine Netzhautkamera (auch: Funduskamera), der Retinal Vessel Analyzer (siehe z. B. die DE 102004 017 130 B4, DE 102006 018 445 A1, DE 19648 935 B4 und andere), die Durchmesser von Arterien und Venen des Augenhintergrunds. Bei der dynamischen retinalen Gefäßanalyse ("DVA") wird zusätzlich mit einem 12,5 Hz optoelektrischen Flickerlicht eine Stimulation ausgeübt und die Änderung des Gefäßdurchmessers quantifiziert. Dieser Test kann unterschiedlichen Protokollen folgend ablaufen, zum Beispiel in Form von dreimal 20 Sekunden Flickerlicht mit einer Wellenlänge beispielsweise zwischen 510 nm und 580 nm mit z. B. jeweils 80 Sekunden Erholungszeit dazwischen. Die Untersuchung erfolgt zumeist bei medikamentös erweiterten Pupillen des Patienten; sie ist völlig nicht-invasiv und kann eine Aussage über das kardiovaskuläre Risikoprofil eines Patienten wiedergeben.
In einigen Ausführungsformen umfassen die mittels der Diagnosevorrichtung vorab ermittelten Ergebnisse aus der retinalen Gefäßanalyse insbesondere die venöse und/oder die arterielle Dilatation, oder bauen auf diesen auf. Wird, wie in einigen Ausführungsformen vorgesehen, der maximale Durchmesser des betrachteten Gefäßes des Augenhintergrunds oder der retinale Netzhautdurchmesser durch dessen Basisdurchmesser (auch als „Ausgangswert“, „Ruhediameter“ oder „Baseline“ bekannt, siehe auch nachfolgend genannte Dissertation von Karoline Bornmann hierzu) geteilt, so erhält man einen Prozentwert, der als Ergebnis dienen kann. Die ermittelten Werte der venösen und/oder arteriellen Dilatation können in bestimmten Ausführungsformen als Grafik angezeigt werden. Somit kann der behandelnden Ärztin ein Langzeitverlauf vorgelegt werden. Anhand ansteigender Werte der venösen und/oder arteriellen Dilatation kann eine kardioprotektive Dialysebehandlung indiziert werden. In manchen Ausführungsformen des Systems weist dieses eine Anzeigevorrichtung auf. Die Anzeigevorrichtung ist konfiguriert oder programmiert zum Anzeigen der Ergebnisse aus der Untersuchung mittels der Diagnosevorrichtung. Alternativ oder ergänzend ist sie programmiert zum Anzeigen des, mittels der Rechenvorrichtung des Systems, ermittelten technischen Parameterwerts und/oder Zielbehandlungsparameterwerts, oder zum Anzeigen deren jeweils optional vorgeschlagenen Änderung.
In einigen Ausführungsformen werden oder wurden die Ergebnisse Perzentilen, Tertilen, weiteren Klassifizierungseinheiten, usw. zugeordnet, also in Beziehung mit den Ergebnissen aus an einem Kollektiv von Patienten erhobenen Messungen gesetzt. Jedem Perzentil, Tertil, weiteren Klassifizierungseinheit, usw. kann je ein Wert oder Wertebereich für einen oder mehrere technische Parameter und/oder für einen oder mehrere Zielbehandlungsparameter zugeordnet sein, z. B. in Datenspeichern, Nachschlagetabellen, usw. In solchen Datenspeichern, Nachschlagetabellen, usw. können Werte oder Wertebereiche für einen oder mehrere technische Parameter und/oder für einen oder mehrere Zielbehandlungsparameter hinterlegt sein, welche mittels Modellen, Algorithmen, künstlichen neuronalen Netzen, künstlicher Intelligenz, des Vergleichs mit einem Kollektiv von Patienten und z. B. deren jeweiligen Ergebnissen und/oder Verläufen aus retinalen Gefäßanalysen zugeordnet und/oder insbesondere unter Einsatz von machine learning festgelegt wurden. In solchen Datenspeichern, Nachschlagetabellen, usw., welche Teil des erfindungsgemäßen Systems oder Behandlungssystems sein können, können Daten in einigen Ausführungsformen von manchen Personen, z. B. ärztlichem Personal, Technikern oder anderen, mit oder ohne vorheriger Überprüfung einer Eignung oder Autorisierung (wie Abfrage eines Passworts, biometrischer Daten, usw.) veränderbar oder, z. B. basierend auf eigenen Erfahrungen oder nach Kenntnisnahme aktueller Forschungsergebnisse, anpassbar sein.
Das medizinische System oder das Behandlungssystem kann daher eine Schnittstelle zum Ändern der in Datenspeichern, Nachschlagetabellen usw. hinterlegten Daten aufweisen. In manchen Ausführungsformen ist die Ausgabeschnittstelle eine optische, visuelle oder grafische Schnittstelle für den Benutzer oder umfasst eine solche. Alternativ ist sie mit einer grafischen Wiedergabevorrichtung, beispielsweise einem Monitor oder einem Drucker, verbunden. In einigen Ausführungsformen kann die Ausgabeschnittstelle als GUI (Graphical User Interface) ausgestaltet sein und/oder hierin eine Benutzerschnittstelle sein. In manchen Ausführungsformen ist die Anzeigevorrichtung programmiert oder konfiguriert zum Anzeigen von Werten des technischen Parameters oder des Zielbehandlungsparameters, wie hierin beschrieben. In einigen Ausführungsformen ist oder umfasst die Ausgabeschnittstelle eine Schnittstelle mit/zu einer Steuer- oder Regelvorrichtung einer Blutbehandlungsvorrichtung. In manchen Ausführungsformen ist oder umfasst die Ausgabeschnittstelle eine Schnittstelle mit einem Server, ein Netzwerkprotokoll und/oder einen Datenspeicher. In einigen Ausführungsformen ist oder umfasst das erfindungsgemäße medizinische System ein mobiles Gerät, handgehaltenes Gerät, Handy, Smartphone, Tablet usw. Alternativ oder ergänzend ist das System eine hierfür geeignete Applikation (kurz: App) oder weist eine solche auf.
Die Applikation kann auf ein mobiles Gerät oder anderes Gerät geladen werden bzw. auf einem solchen Gerät gespeichert sein, von diesem ausgeführt werden oder auf diesem ablaufen. In manchen Ausführungsformen weist das medizinische System weiter eine Diagnosevorrichtung oder Untersuchungsvorrichtung zum Durchführen einer retinalen Gefäßanalyse eines Patienten auf. Diese kann beispielsweise wie in einem der vorstehend genannten Schutzrechte oder –anmeldungen beschrieben ausgestaltet sein. Deren diesbezügliche Offenbarung wird an dieser Stelle daher per Verweis zum Gegenstand auch der vorliegenden Offenbarung gemacht. Die Diagnosevorrichtung kann wie in der medizinischen Dissertation von Karoline Bornmann („Einfluss von Flickerlicht auf den retinalen Gefäßdurchmesser unter Berücksichtigung des weiblichen Hormonzyklus innerhalb eines Monates“ aus dem Jahr 2014, eingereicht an der Universität Jena) ausgestaltet sein. Ihr diesbezüglicher Offenbarungsgehalt wird mittels Verweis zum Gegenstand auch der vorliegenden Offenbarung gemacht. Die retinale Gefäßanalyse kann statisch oder dynamisch, d. h. unter Verwendung von Flickerlicht, wie eingangs ausgeführt, erfolgen. In einigen Ausführungsformen des medizinischen Systems betreffen oder umfassen die von der Rechenvorrichtung ermittelten technischen Parameterwerte oder Zielbehandlungsparameterwerte - die Behandlungsart und/oder
- das Ultrafiltrationsvolumen und/oder - die Behandlungsdauer und/oder - das Natriummanagement (z. B. die Menge an Natrium, die als Sollwert mittels Dialyse während der Behandlungssitzung entzogen werden soll oder die Konzentration von Natrium im Blut des Patienten zum Ende der Behandlungssitzung, für die z. B. festgelegt sein kann, dass sie jener Konzentration zu Beginn der Behandlungssitzung entsprechen soll; sie kann beispielweise 138 mmol/l entsprechen) und/oder - das Flüssigkeitsmanagement, insbesondere die Förderrate der Blutpumpe und/oder die Förderrate der Substituatpumpe bzw. jeweils Änderungen hiervon. Dabei betreffen diese Werte jeweils die laufende oder anstehende Behandlungssitzung des zu behandelnden Patienten. Eine renale Dosis kann als Quotient aus Effluentfluss oder Filtratfluss einerseits und Patientengewicht andererseits festgelegt sein. Bei der Ermittlung des Effluentflusses können, je nach Art der Dialysebehandlung, verschiedene Flüsse (z. B. Dialysatfluss, Dialysierflüssigkeitsfluss, Substituatfluss, Calciumfluss, Citratfluss, Netto-Ultrafiltration) zu berücksichtigen sein. Die renale Dosis kann beispielsweise die renale Zieldosis (TRD) oder die effektive renale Dosis (RRD) sein. Die renale Zieldosis (TRD) kann z. B. mittels der folgenden Formel errechnet werden:
Fresenius Medical Care Deutschland GmbH
Hierbei gilt: BF Blutfluss oder Blutflussrate DF Dialysierflüssigkeitsfluss oder Dialysierflüssigkeitsflussrate NFRF Netto-Flüssigkeitsentzugsfluss oder -flussrate m Patientengewicht PostDF Post-Dilutionsfluss oder -flussrate PreDF Prä-Dilutionsfluss oder -flussrate. Die effektive renale Dosis (RRD) kann in Abhängigkeit von der Behandlungsdauer t mittels der Formel
errechnet werden, wobei gilt: BV verarbeitetes Blutvolumen DV Dialysierflüssigkeitsvolumen NFRV Netto-Flüssigkeitsentzugsvolumen m Patientengewicht PostDV Post-Dilutionsvolumen PreDV Prä-Dilutionsvolumen In manchen Ausführungsformen weist das erfindungsgemäße medizinische System eine Steuer- oder Regelvorrichtung einer Blutbehandlungsvorrichtung auf, oder sie ist eine solche oder
ein Teil hiervon. Alternativ steht das medizinische System mit einer solchen in Signalverbindung oder -kommunikation. Wenn hierin von einer Signal- oder Kommunikationsverbindung zweier Komponenten die Rede ist, so kann hierunter eine im Gebrauch bestehende Verbindung zu verstehen sein. Ebenso kann hierunter zu verstehen sein, dass eine Vorbereitung zu einer solchen (kabelgebundenen, kabellosen oder auf andere Weise umgesetzten) Signalkommunikation besteht, beispielsweise durch eine Kopplung beider Komponenten, etwa mittels pairing, usw. Unter pairing versteht man einen Prozess, der im Zusammenhang mit Rechnernetzwerken erfolgt, um eine anfängliche Verknüpfung zwischen Rechnereinheiten zum Zwecke der Kommunikation herzustellen. Das bekannteste Beispiel hierfür ist das Herstellen einer Bluetooth-Verbindung, mittels welcher verschiedene Einrichtungen (z. B. Smartphone, Kopfhörer) miteinander verbunden werden. Pairing wird gelegentlich auch als bonding bezeichnet. In einigen Ausführungsformen ist die Steuer- oder Regelvorrichtung programmiert, die Blutbehandlungsvorrichtung, welche eine Fördervorrichtung für eine Flüssigkeit, insbesondere eine Ultrafiltrationspumpe, eine Blutpumpe und/oder eine Dialysierflüssigkeitspumpe, aufweist, anhand des berechneten oder ermittelten technischen Parameterwerts oder Zielbehandlungsparameterwerts zu steuern oder zu regeln. In manchen Ausführungsformen ist die erfindungsgemäße Blutbehandlungsvorrichtung ausgestaltet als Hämodialysevorrichtung, Hämofiltrationsvorrichtung oder
Hämodiafiltrationsvorrichtung, insbesondere als eine Vorrichtung für die akute, die chronische Nierenersatztherapie oder für die kontinuierliche Nierenersatztherapie (CRRT = continuous renal replacement therapy). Wenn hierin von einem voreingestellten Wert die Rede ist, oder einer Voreinstellung, so kann dies ein zuletzt eingestellter Wert, ein Standardwert, ein angezeigter Wert oder eine Default-Einstellung sein. Ein werkseitiger oder vom Servicetechniker festgelegter Wert ist hierin optional, aber nicht zwingend zu verstehen. In einigen Ausführungsformen kann mittels der Eingabeschnittstelle optional der ermittelte bzw. vorgeschlagene Wert eines Parameterwerts und/oder eines Zielbehandlungsparameterwerts durch einen Benutzer verändert werden, etwa durch manuelle Manipulationen an der Eingabeschnittstelle oder optional deren Schalter, Schaltflächen, Buttons usw. In einigen Ausführungsformen ist die Rechenvorrichtung mit der Ausgabevorrichtung und/oder mit der Eingabeschnittstelle vorzugsweise in Signalkommunikation verbunden oder hierzu vorbereitet. In manchen Ausführungsformen kann die Eingabeschnittstelle ein entsprechend ausgestalteter Touchscreen, ein Drehschalter, ein Schieber, eine Tastatur oder dergleichen sein oder umfassen.
In bestimmten Ausführungsformen kann vorgesehen sein, an der Eingabeschnittstelle sowohl Ergebnisse automatisch einzulesen als auch eine manuelle Eingabe zuzulassen. Das Berücksichtigen der mittels der Diagnosevorrichtung ermittelten Ergebnisse beim Ermitteln des Zielbehandlungsparameterwerts (oder seiner Höhe) bzw. des technischen Parameterwerts (oder seiner Höhe) bzw. deren jeweilige Änderung für Komponenten der Blutbehandlungsvorrichtung, beispielsweise für Blutpumpe und/oder Dialysierflüssigkeitspumpe, kann in einigen Ausführungsformen z. B. basierend auf bekannten Algorithmen erfolgen, die wiederum weitere Parameterwerte, z. B. aus Hilfstabellen, usw. mit einbeziehen können. Diese Algorithmen und/oder weitere Parameterwerte (sowie zu letzten gehörende, weitere Einstellwerte) können beispielsweise in einer Speichervorrichtung des medizinischen Systems hinterlegt sein. Der technische Parameterwert bzw. Zielbehandlungsparameterwert, insbesondere deren Veränderung, kann vom Benutzer in manchen Ausführungsformen aktiv bestätigt oder abgelehnt werden. Geeignete Eingabemöglichkeiten hierfür, beispielsweise ein Save- bzw. ein Cancel-Button, können vorgesehen sein. Das Bestätigen kann ein einfaches Betätigen einer „OK“- Schaltfläche oder dergleichen sein. Das Bestätigen umfasst in einigen Ausführungsformen kein Eintippen, Eingeben, Auswählen usw. von Einstellwerten aus einer Vielzahl von Optionen oder gar deren Berechnung oder stillschweigendes „Abnicken“ im Vorübergehen oder im Kopf.
Die Ergebnisse, die mittels der Diagnosevorrichtung erhoben wurden, die technischen Parameterwerte, Zielbehandlungsparameterwerte und/oder Behandlungsvorgabe(n) beziehen sich vorzugsweise auf den in diesem Moment mittels der Blutbehandlungsvorrichtung behandelten, konkreten Patienten oder auf einen konkreten Patienten, dessen Blutbehandlung mittels der Blutbehandlungsvorrichtung in nächster Zukunft ansteht. In einigen Ausführungsformen sind oder umfassen die von der Rechenvorrichtung ermittelten technischen Parameterwerte einen Einstellwert für die Blutpumpe und einen Einstellwert für die Dialysierflüssigkeitspumpe. Mit anderen Worten ist die Rechenvorrichtung in diesen Ausführungsformen programmiert, den Einstellwert für die Blutpumpe und den Einstellwert für die Dialysierflüssigkeitspumpe, welche basierend auf dem technischen Parameterwert durch Berücksichtigen der Ergebnisse aus der Untersuchung mittels der Diagnosevorrichtung, ermittelt bzw. errechnet wurden, mittels der Anzeigevorrichtung dem Benutzer als technische Parameterwerte, oder als ein Teil hiervon, zur Kenntnisnahme anzuzeigen oder anderweitig auszugeben. Erfindungsgemäß ist in einigen Ausführungsformen das erfindungsgemäße medizinische System in eine Steuer- oder Regelvorrichtung einer Blutbehandlungsvorrichtung implementiert, womit die Blutbehandlungsvorrichtung wiederum zu einer erfindungsgemäßen Blutbehandlungsvorrichtung konfiguriert ist. In diesen Ausführungsformen könnten dann bereits vorhandene Ein- und Ausgabeschnittstellen sowie die Rechenvorrichtung der Blutbehandlungsvorrichtung vorteilhaft
zum Verwirklichen des erfindungsgemäßen medizinischen Systems genutzt werden. In manchen Ausführungsformen kann das medizinische System eine serverbasierte Lösung sein oder umfassen, bei der der Benutzer, beispielsweise über eine Website, ein auf dem Server ablaufendes Programm aufrufen kann, um die Schritte des erfindungsgemäßen Verfahrens ablaufen zu lassen oder zu initiieren. Das medizinische System kann somit optional einen Server umfassen. Es kann Benutzerschnittstellen und/oder Benutzerendgeräte wie Rechner, Handy oder Tablet umfassen, welche eingerichtet sind, um mit dem Server zu kommunizieren. In einigen Ausführungsformen ist die Rechenvorrichtung des medizinischen Systems dergestalt programmiert, dass sie in der Lage ist, mittels vorhandener oder weiterer Eingabeschnittstellen weitere (relevante) Parameterwerte für die Behandlungssitzung zu erfassen. Alternativ können weitere Parameter, beispielsweise aus einem dafür vorgesehenen Speichermedium eingelesen werden. Alternativ oder ergänzend ist das medizinische System in manchen Ausführungsformen programmiert, die weiteren Parameterwerte innerhalb vorhandener oder weiterer Ausgabeschnittstellen darzustellen. Die Rechenvorrichtung kann vorteilhafterweise konfiguriert sein, diese Parameterwerte bei der Ermittlung der Einstellwerte für die beteiligten Pumpen der Blutbehandlungsvorrichtung zu berücksichtigen. In manchen Ausführungsformen ist die Rechenvorrichtung des medizinischen Systems programmiert, um den Einstellwert für die Blutpumpe und den Einstellwert für die Dialysierflüssigkeitspumpe der ausgewählten Kombination
mittels der Anzeigevorrichtung dem Benutzer zur Kenntnisnahme anzuzeigen. In einigen Ausführungsformen können Ausgabeschnittstelle und Anzeigevorrichtung identisch sein. Ein Ausgeben mittels Ausgabeschnittstelle kann somit ein Anzeigen mittels der Anzeigevorrichtung sein, und umgekehrt. Das medizinische System kann programmiert sein, die mittels der Rechenvorrichtung ermittelten bzw. zugeordneten Werte beispielsweise an ein Logistiksystem und/oder ein Abrechnungssystem zu übergegeben. Das Logistiksystem und/oder Abrechnungssystem, welche außerhalb des erfindungsgemäßen medizinischen Systems vorliegen können, wohl aber Teil des erfindungsgemäßen Systems sein können, können ihrerseits programmiert sein, um Lieferströme, Bestellungen, Verbrauch und dergleichen zu überwachen, aufzuzeichnen, zu speichern, auszugeben, in Rechnung zu stellen und/oder auf andere Weise zu verarbeiten. So kann das Logistiksystem konfiguriert sein, um mittels vom medizinischen System übermittelter Werte eine Nachbestellung von bei einer Behandlungssitzung verbrauchten Flüssigkeiten wie Citratlösung, Dialysierflüssigkeit usw. und Lieferung an die Klink, in welcher die Blutbehandlung erfolgt ist, zu veranlassen. Das Abrechnungssystem kann vorgesehen sein, die vom medizinischen System übermittelten Werte zur Abrechnung der Leistungen, die die Klink um Zusammenhang mit der Behandlungssitzung erbracht hat, zu verwenden. Beispielsweise können die veränderten Werte der Zielbehandlungsparameter bzw. die Eingabe einer Behandlungsvorgabe den Verbrauch an Flüssigkeiten wie Heparin, Citratlösung usw. widerspiegeln. Dies kann zur Grundlage für eine Abrechnung gegenüber dem Patienten oder
einem Kostenträger wie einer Versicherungsgesellschaft gemacht werden. In manchen Ausführungsformen umfasst das Verfahren das, vorzugsweise automatische, Steuern oder Regeln der Blutbehandlungsvorrichtung anhand von, wie hierin beschrieben, geänderten oder eingegebenen Werte und hierauf ermittelten technischen Parameterwerte und/oder Zielbehandlungsparameterwerte. In einigen Ausführungsformen ist die Diagnosevorrichtung als eigenständiges Gerät, z. B., auf einer Dialysestation vorgesehen. In manchen Ausführungsformen wird oder ist die Diagnosevorrichtung mit einem Netzwerk (beispielsweise der Klinik) verbunden, und die jeweiligen Ergebnisse werden im Betrieb an einen Server übermittelt, der die Ergebnisse speichert und an die Blutbehandlungsvorrichtung(en) übermittelt. Die behandelnde Ärztin kann die Ergebnisse einsehen und technische Parameterwerte bzw. Zielbehandlungsparameterwerte basierend auf diesen Ergebnissen und unter Einsatz des medizinischen Systems, wie hierin offenbart, festlegen oder modifizieren. In einigen Ausführungsformen ist die Diagnosevorrichtung an eine Blutbehandlungsvorrichtung angebaut, beispielsweise schwenkbar, z. B. mittels eines oder mehrerer Kugelgelenke. Im Beispiel eines Geräts zur retinalen Gefäßanalyse als Diagnosevorrichtung kann beispielsweise das Gerät zur retinalen Gefäßanalyse fest an der Blutbehandlungsvorrichtung montiert sein, während die Funduskamera schwenkbar per Gelenk angebracht ist. Mittels mehrerer Kugelgelenke kann die Kamera
dabei optimal auf den Augenhintergrund des Patienten ausgerichtet werden. Nach Verwenden kann die Kamera wieder auf die Rückseite der Blutbehandlungsvorrichtung verschwenkt werden. In manchen Ausführungsformen ist vorgesehen, dass die Diagnosevorrichtung ähnlich wie eine "VR"-Brille ausgestaltet ist. Dabei kann die Diagnosevorrichtung in einem Gehäuse vorgesehen sein, das sowohl die Funduskamera als auch die Auswerteelektronik beherbergen kann. Dieses Gehäuse kann vom Patienten „wie eine Brille“ aufgesetzt werden, um sich einer Messung zu unterziehen. Die hierbei erzielten Ergebnisse werden in einigen Ausführungsformen, per Kabel oder kabellos, an das medizinische System oder die Blutbehandlungsvorrichtung übertragen. In manchen Ausführungsformen haben die gewonnenen Ergebnisse aus der Untersuchung mit der Diagnosevorrichtung vorzugsweise Einfluss auf die Ultrafiltrationsrate (kurz: "UF-Rate") als Beispiel eines technischen Parameters. Hierbei wird beispielsweise in Abhängigkeit von der bereits verstrichenen Zeit seit Beginn der Behandlungssitzung (hierin auch: t0) die Standard-Kurvenform der UF-Rate basierend auf den Ergebnissen Untersuchung mittels der Diagnosevorrichtung über die Zeit verändert. Dabei sind verschiedene Kurvenformen möglich, was im Zusammenhang mit den Fig. 3 bis Fig. 5 detailliert beschrieben ist. Die Anpassung der technischen Parameter kann in einem solchen Fall dazu dienen, das Ultrafiltrationsvolumen (alternativ: Ultrafiltrationsmenge) möglichst kardioprotektiv zu entziehen indem die UF-Rate zunächst festgelegt und über die Zeit der Behandlungssitzung mit Blick auf die Ergebnisse der retinalen Gefäßanalyse bestmöglich modifiziert wird.
In einigen Ausführungsformen haben die Ergebnisse aus der Untersuchung mittels der Diagnosevorrichtung vorzugsweise Einfluss auf die Dauer einer Blutbehandlung, wobei die Dauer ein Beispiel für einen Wert eines Zielbehandlungsparameters ist. Bei einer ungünstigen Calcium-/Phosphat-Bilanz, kommt es durch eine Kalzifikation vermehrt zu Stenosen im vaskulären System. Durch eine verlängerte Dauer der Blutbehandlung kann verbessert das überschüssige Phosphat abgebaut werden. In manchen Ausführungsformen haben die Ergebnisse aus der Untersuchung mittels der Diagnosevorrichtung vorzugsweise Einfluss auf die Behandlungsart (insbesondere High Volume HDF) als weiteres Beispiel für einen Zielbehandlungsparameter. Wird diese Behandlungsart von der Blutbehandlungsvorrichtung unterstützt, so kann basierend auf vorstehenden Ergebnissen beispielsweise eine High Volume HDF Behandlung aktiviert werden durch Eingeben oder Festlegen von „High Volume HDF“ als Zielbehandlungsparameterwert oder Einstellwert mittels Eingabeschnittstelle der Blutbehandlungsvorrichtung. In manchen Ausführungsformen haben die Ergebnisse aus der Untersuchung mittels der Diagnosevorrichtung vorzugsweise Einfluss auf das Natriummanagement. Wird ein Natriummanagement mit 0-Bilanz, d. h. der Natriumspiegel des Patienten soll vor und nach der Behandlung auf demselben Wert liegen, von der Blutbehandlungsvorrichtung unterstützt, so kann basierend auf den Ergebnissen der Diagnosevorrichtung ein Natriummanagement mit 0-Bilanz an der Blutbehandlungsvorrichtung aktiviert werden.
In einigen Ausführungsformen ist die Ausgabeschnittstelle zum Ausgeben von wenigstens einem technischen Parameterwert zur Behandlung des Patienten und/oder von wenigstens einem Zielbehandlungsparameterwert für eine Behandlung des Patienten mittels der Blutbehandlungsvorrichtung ergänzend ausgestaltet, um einen Behandlungshinweis auszugeben. Dieser Hinweis kann ein kardiologisches Risiko für den konkreten Patienten als Warnung für die Ärztin, eine Empfehlung, z. B. ein Medikament, eine Substanz einer Wirkstoffgruppe wie z. B. „Entzündungshemmer verschreiben/verabreichen“ oder dergleichen anzeigen. Die Rechenvorrichtung kann programmiert sein, solche Hinweise zu erstellen und/oder aus Speichervorrichtungen mit Blick auf die Ergebnisse der Untersuchung mittels der Diagnosevorrichtung zu ermitteln. Manche oder alle erfindungsgemäßen Ausführungsformen können einen, mehrere oder alle der oben und/oder im Folgenden genannten Vorteile aufweisen. Überwässerung ist bei Patienten mit Nierenversagen weit verbreitet und steht in engem Zusammenhang mit Herz- Kreislauf-Erkrankungen, der häufigsten Todesursache bei Dialysepatienten. Das Erreichen eines optimalen Flüssigkeitshaushaltes ist daher eine der zentralen Herausforderungen in der Dialyseroutine. Ein Vorteil der vorliegenden Erfindung kann darin bestehen, dem Benutzer, also zumeist der behandelnden Ärztin, das Festlegen von optimalen Parameterwerten oder Zielbehandlungsparameterwerten an der verwendeten Blutbehandlungsvorrichtung für die anstehende oder aktuelle
Behandlungssitzung zu ermöglichen oder zu erleichtern und die Patientensicherheit zu erhöhen. Da die retinale Gefäßanalyse eine nichtinvasive Aussage über das kardiovaskuläre Risikoprofil eines Patienten wiedergeben kann und sich hieraus erfindungsgemäß Anpassungen der Blutbehandlung ableiten lassen, ermöglicht die vorliegende Erfindung vorteilhaft eine geeignete Anpassung der technischen Parameterwerte bzw. Zielbehandlungsparameterwerte bei Patienten, die besonderen Schutz hinsichtlich ihrer kardiovaskulären Verfassung benötigen. Es ist mittels der vorliegenden Erfindung also vorteilhaft möglich, eine kardioprotektive Blutbehandlung mittels der Blutbehandlungsvorrichtung zu veranlassen, welche individuell auf den zu behandelnden Patienten angepasst ist. Dies erhöht mittelbar die Lebensqualität des Patienten und dient außerdem seiner Sicherheit. Ein weiterer Vorteil der vorliegenden Erfindung kann weiter darin bestehen, dass die Erleichterung des Auffindens geeigneter technischer Parameterwerte und Zielbehandlungsparameterwerte mittels der Erfindung insbesondere auch einem unerfahreneren Benutzer mehr Sicherheit beim Einstellen geben kann. Die Fehlerwahrscheinlichkeit bei der Findung solcher Werte kann erfindungsgemäß deutlich verringert werden, beispielsweise weil Kopfrechenschritte oder das Risiko von Denkfehlern durch den Benutzer wegfallen können. Die Zuständigkeit und Verantwortung für die Findung oder Änderung der Einstellwerte kann hingegen vorteilhafterweise
beim Benutzer verbleiben. Der Benutzer erhält somit zwar wertvolle Unterstützung durch das erfindungsgemäße medizinische System, ohne aber durch dessen eigenmächtige Handlung überrascht werden zu können. Bleiben Blutbehandlungsvorrichtung und medizinisches System getrennte Vorrichtungen, so können bestehende Blutbehandlungsvorrichtungen mit dem erfindungsgemäßen medizinischen System zum erfindungsgemäßen Behandlungssystem kombiniert werden. Da Eingriffe in die Steuerung der Blutbehandlungsvorrichtung hierbei nicht erforderlich sind, bedarf es vorteilhafterweise keiner erneuten Zulassung der Blutbehandlungsvorrichtung als medizinisches Gerät. Die vorliegende Erfindung wird im Folgenden anhand der beigefügten Zeichnung, in welcher gleiche Bezugszeichen gleiche oder ähnliche Bauteile bezeichnen, exemplarisch erläutert. In den Figuren der Zeichnung gilt: Fig. 1 zeigt in stark vereinfachter Darstellung ein erfindungsgemäßes medizinisches System neben einer Blutbehandlungsvorrichtung; Fig. 2 zeigt das erfindungsgemäße Behandlungssystem in einer ersten Ausführungsform; Fig. 3 zeigt die mögliche Festlegung eines technischen Parameterwerts (hier die Ultrafiltrationsrate) bei Einsatz der vorliegenden Erfindung über die Zeit;
Fig. 4 zeigt die Abhängigkeit des entzogenen Ultrafiltrationsvolumens von der venösen Dilatation in einer Ausführungsform; und Fig. 5 zeigt die Abhängigkeit der Dauer einer Behandlungssitzung von der venösen Dilatation in einer Ausführungsform. Fig. 1 zeigt in stark vereinfachter Darstellung ein erfindungsgemäßes medizinisches System 1 in einer ersten Ausführungsform neben einer Blutbehandlungsvorrichtung 100, welche optional verbunden ist mit einem extrakorporalen Blutkreislauf 300. Fig. 1 zeigt somit ein erfindungsgemäßes Behandlungssystem einer exemplarischen Ausführungsform. Der extrakorporale Blutkreislauf 300 weist eine erste Leitung 301, hier in Form eines arteriellen Leitungsabschnitts, auf. Die erste Leitung 301 steht in Fluidverbindung mit einer Blutbehandlungseinrichtung, hier exemplarisch ein Blutfilter oder Dialysator 303. Der Blutfilter 303 weist eine Dialysierflüssigkeitskammer 303a und eine Blutkammer 303b auf, welche durch eine zumeist semi-permeable Membran 303c voneinander getrennt sind. Der extrakorporale Blutkreislauf 300 weist ferner wenigstens eine zweite Leitung 305, hier in Form eines venösen Leitungsabschnitts, auf. Sowohl die erste Leitung 301 als auch die zweite Leitung 305 können zu ihrer Verbindung mit dem Gefäßsystem des nicht dargestellten Patienten P dienen.
Die erste Leitung 301 ist optional mit einer (ersten) Schlauchklemme 302 zum Sperren oder Schließen der Leitung 301 verbunden. Die zweite Leitung 305 ist optional mit einer (zweiten) Schlauchklemme 306 zum Sperren oder Schließen der Leitung 305 verbunden. Die in Fig. 1 nur durch einige ihrer Einrichtungen und schematisch repräsentierte Blutbehandlungsvorrichtung 100 weist eine Blutpumpe 101 auf. Die Blutpumpe 101 fördert während der Behandlung des Patienten P (siehe Fig. 2) Blut durch Abschnitte des extrakorporalen Blutkreislaufs 300 und in Richtung zum Blutfilter oder Dialysator 303, wie die kleinen Pfeilspitzen, welche in jeder der Figuren allgemein die Strömungsrichtung angeben, zeigen. Mittels einer Pumpe für Dialysierflüssigkeit 121, die als Rollenpumpe oder als anderweitig okkludierende Pumpe ausgestaltet sein kann, wird frische Dialysierflüssigkeit aus einer Quelle 200 entlang der Dialysierflüssigkeitszulaufleitung 104 in die Dialysierflüssigkeitskammer 303a gepumpt. Die Dialysierflüssigkeit verlässt die Dialysierflüssigkeitskammer 303a als Dialysat, ggf. angereichert durch Filtrat, in Richtung eines optionalen Effluentbeutels 400 und wird hierin als Effluent bezeichnet. Die Quelle 200 kann beispielsweise ein Beutel oder ein Container sein. Die Quelle 200 kann ferner eine Fluidleitung sein, aus der online und/oder kontinuierlich erzeugte oder gemischte Flüssigkeit bereitgestellt wird, z. B. ein Hydraulikausgang oder -anschluss der Blutbehandlungsvorrichtung 100.
Eine weitere Quelle 201 mit Substituat kann optional vorgesehen sein. Sie kann der Quelle 200 entsprechen oder eine eigene Quelle sein. Eine nur angedeutete Steuer- oder Regelvorrichtung 150 kann dazu konfiguriert sein, die Behandlungssitzung zu regeln oder zu steuern. Rechts unten innerhalb der Blutbehandlungsvorrichtung 100 ist in Fig. 1 angedeutet, wo der optionale Effluentbeutel 400 mit der Blutbehandlungsvorrichtung 100 verbunden ist. Neben der vorgenannten Blutpumpe 101 und der vorgenannten Pumpe 121 für Dialysierflüssigkeit weist die in Fig. 1 gezeigte Anordnung ferner rein optional eine Reihe weiterer, jeweils optionaler Pumpen, nämlich die Pumpe 111 für Substituat und die Pumpe 131 für das Effluent auf. Die Pumpe 131 kann optional auch zum Aufbau eines Unterdrucks im Sinne einer Ultrafiltration genutzt werden. Die Pumpe 121 ist vorgesehen, um Dialysierflüssigkeit aus einer Quelle 200, beispielsweise einem Beutel, heraus und über eine optional vorhandene Beutelheizung H2 mit einem Heizbeutel dem Blutfilter 303 mittels der Dialysierflüssigkeitszulaufleitung 104 zuzuführen. Die auf diese Weise zugeführte Dialysierflüssigkeit tritt über eine Dialysatablaufleitung 102 (auch: Effluentzulaufleitung), unterstützt durch die optionale Pumpe 131, wieder aus dem Blutfilter 303 aus und kann verworfen werden.
Stromauf der Blutpumpe 101 ist ein optionaler arterieller Sensor PS1 vorgesehen. Während einer Behandlung des Patienten P (hier nicht gezeigt) misst er den Druck in der arteriellen Leitung. Stromab der Blutpumpe 101, jedoch stromauf des Blutfilters 303 und, falls vorgesehen, stromauf einer optionalen Zugabestelle 25 für Heparin, ist ein weiterer, optionaler Drucksensor PS2 vorgesehen. Er misst den Druck stromauf des Blutfilters 303 („prä-Hämofilter“). Ein wiederum weiterer Drucksensor kann als PS4 stromab des Blutfilters 303, jedoch vorzugsweise stromauf der Pumpe 131, in der Dialysatablaufleitung 102 zum Messen des Filtratdrucks des Blutfilters 303 vorgesehen sein. Blut, das den Blutfilter 303 verlässt, durchströmt eine optionale venöse Blutkammer 29, welche eine Entlüftungseinrichtung 31 und/oder einen weiteren Drucksensor PS3 aufweisen kann. Die in Fig. 1 gezeigte Steuer- oder Regelvorrichtung 150 kann mit jeder der hierin genannten Komponenten - jedenfalls oder insbesondere mit der Blutpumpe 101 - in kabelgebundener oder kabelloser Signalkommunikation zur Steuerung oder Regelung der Blutbehandlungsvorrichtung 100 stehen. Die optionale Pumpe 111 ist vorgesehen, um Substituat aus der optionalen Quelle 201, beispielsweise einem Beutel, heraus und über eine optional vorhandene Beutelheizung H1 mit einem Heizbeutel der zweiten Leitung 305 zuzuführen.
Aus einer optional vorgesehenen Quelle für Citratlösung, hier beispielhaft als ein Citratbeutel 9 ausgestaltet, wird in manchen Ausführungsformen eine Citratlösung in die Leitung 301 abgegeben, gegebenenfalls mittels einer Citratpumpe 15. Aus der Quelle für Citratlösung wird beispielsweise 4%-iges Na3Citrat zugeführt. Eine optionale Zugabeeinrichtung, hier als Calciumpumpe 12 ausgestaltet, ist vorgesehen, um aus einer optionalen Quelle für Calciumlösung, in Fig. 1 beispielhaft als ein Calciumbeutel 13 ausgestaltet, eine Calciumlösung in die Leitung 305 abzugeben. Aus der Quelle für Calciumlösung wird beispielsweise eine CaCl2-Lösung zugeführt. Diese kann eine Calciumkonzentration von 91 mmol/l, 100 mmol/l oder eine andere geeignete Calciumkonzentration aufweisen. Rechts neben der Blutbehandlungsvorrichtung 100 ist in der Fig. 1 ein erfindungsgemäßes medizinisches System 1 mit einer Rechenvorrichtung 5 dargestellt. Die Rechenvorrichtung 5 umfasst eine Eingabeschnittstelle 51 zum manuellen Eingeben oder automatischen Einlesen von Ergebnissen, welche mittels einer Diagnosevorrichtung 700 (auch: Untersuchungsvorrichtung) zum Durchführen einer retinalen Gefäßanalyse eines Patienten P (siehe Fig. 2) ermittelt wurden. Das medizinische System 1 umfasst eine Ausgabeschnittstelle 53 zum Ausgeben von wenigstens einem technischen Parameterwert für die Blutbehandlungsvorrichtung 100 zur Behandlung des Patienten P (in Fig. 1 nicht gezeigt) oder von wenigstens einem Zielbehandlungsparameterwert für eine Behandlung des Patienten P mittels der Blutbehandlungsvorrichtung 100.
Die Rechenvorrichtung 5 ist programmiert, um basierend auf mittels der Eingabeschnittstelle 51 eingegebenen oder eingelesenen Ergebnisse den Zielbehandlungsparameterwert oder seine Höhe oder den technischen Parameterwert oder dessen Höhe, oder deren jeweils vorgeschlagene oder angeratene Änderung gegenüber einer Vorabeinstellung an der Blutbehandlungsvorrichtung 100 oder gegenüber einer Vorgabe für die Steuerung oder Regelung der Blutbehandlungsvorrichtung 100 zur Behandlung des Patienten P zu ermitteln. Dabei kann die Änderung z. B. eine Änderung gegenüber einem bisher zur Behandlung verwendeten Wert, einem Eintrag in der Patientenakte oder in der Patientenhistorie, usw. sein oder umfassen. Ferner ist die Rechenvorrichtung 5 programmiert, um den ermittelten technischen Parameterwert und/oder den ermittelten Zielbehandlungsparameterwert, oder deren jeweilige Änderung für den Betrieb der Blutbehandlungsvorrichtung 100, mittels einer Ausgabeschnittstelle 53 auszugeben. Ein solches Ausgeben kann z. B. an eine Anzeigevorrichtung 500 erfolgen. Diese kann konfiguriert oder programmiert sein, um die Ergebnisse aus der Untersuchung mittels der Diagnosevorrichtung 700, die ermittelten Parameterwerte und/oder die ermittelten Zielbehandlungsparameterwerte oder deren jeweilige Änderung, anzuzeigen. Die Anzeigevorrichtung 500 kann optional ein Drucker sein.
Eine Speichervorrichtung zum Speichern bzw. Vorhalten von Ergebnissen der Untersuchung mittels der Diagnosevorrichtung, oder solche Ergebnisse speichernd, ist erfindungsgemäß in einigen Ausführungsformen vorgesehen. Alternativ oder ergänzend ist von der Erfindung wenigstens eine Vorrichtung umfasst, welche ein Speichern, Vorhalten und/oder Darstellen von Daten (insbesondere Ergebnisse der Untersuchung mittels der Diagnosevorrichtung, Parameterwerte und/oder Zielbehandlungsparameterwerte) im zeitlichen Verlauf (d. h. als Patientenhistorie) ermöglicht. Die Speicherung, ein Vorhalten und/oder ein Darstellen von Daten, beispielsweise wie hierin genannt, Patientenkollektive betreffend, sind ebenfalls von der vorliegenden Erfindung umfasst. Blutbehandlungsvorrichtung 100 und medizinisches System 1 stellen gemeinsam eine Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Behandlungssystems dar. Das medizinische System 1 kann auf einem mobilen Handgerät, z. B. Handy oder Tablet, räumlich getrennt von der Blutbehandlungsvorrichtung 100 vorgesehen sein. In bestimmten Ausführungsformen liegen das medizinische System 1 und die Blutbehandlungsvorrichtung 100 getrennt voneinander vor. Der Begriff „getrennt voneinander“ kann hierbei z. B. eine räumliche, körperliche Trennung und/oder eine Trennung derart umfassen, dass zwischen Blutbehandlungsvorrichtung 100 und medizinischem System 1 keine Signalkommunikation besteht. Alternativ oder ergänzend kann hierunter zu verstehen sein, dass die eine Komponente
(z. B. das medizinische System 1) nicht Teil der anderen Komponente (z. B. der Blutbehandlungsvorrichtung 100) ist. In der gezeigten Ausführungsform der Fig. 1 weist die Ausgabeschnittstelle 53 des medizinischen Systems 1 eine Schnittstelle mit der Steuer- oder Regelvorrichtung 150 der Blutbehandlungsvorrichtung 100 auf oder ist mit dieser in Signalkommunikation und/oder körperlich verbunden oder Teil hiervon. In letzteren Fällen handelt es sich bei den so verbundenen Vorrichtungen allerdings nicht mehr um ein erfindungsgemäßes Behandlungssystem, sondern um eine erfindungsgemäße Blutbehandlungsvorrichtung 100. Das medizinische System 1 kann eine serverbasierte Lösung sein oder umfassen, d. h. eine Schnittstelle mit einem Server, ein Netzwerkprotokoll und/oder einen Datenspeicher aufweisen oder damit in Signalverbindung stehen. Hierbei kann der Benutzer beispielsweise über eine Website ein auf dem Server ablaufendes Programm aufrufen, um manche Schritte des erfindungsgemäßen Verfahrens ablaufen zu lassen oder zu initiieren. Das medizinische System 1 kann somit einen Server umfassen. Es kann Benutzerschnittstellen und/oder Benutzerendgeräte wie Rechner, Handy oder Tablet umfassen, welche eingerichtet sind, um mit dem Server zu kommunizieren. Es ist weiterhin von der vorliegenden Erfindung umfasst, dass das medizinische System 1, anders als hier dargestellt, mit der Steuer- oder Regelvorrichtung 150 identisch ist oder von dieser umfasst wird.
Fig. 2 zeigt das erfindungsgemäße Behandlungssystem in einer ersten Ausführungsform mit einem erfindungsgemäßen medizinischen System 1 im Zusammenwirken mit einer Blutbehandlungsvorrichtung 100 bzw. deren Steuer- oder Regelvorrichtung 150 unter Einbeziehung der behandelnden Ärztin bzw. medizinischen Personals D und eines Patienten P. Die Diagnosevorrichtung 700, beispielsweise der Retinal Vessel Analyzer der Firma Imedos, die als eigenständiges Gerät operieren kann und bereits auf dem Markt erhältlich ist, wird als selbstständiges Gerät, beispielsweise auf einer Dialysestation, aufgestellt. Die Patienten können daran bzw. damit, vorzugsweise nichtinvasiv, untersucht werden. Eine durchschnittliche Untersuchung benötigt dabei nur wenige Minuten. Diese kann in unterschiedlichen Zyklen erfolgen und muss nicht vor jeder Behandlung stattfinden. Eine Untersuchung in Abständen von 2 bis 4 Wochen erscheint angemessen. So ermittelt die Diagnosevorrichtung 700 im Beispiel der Fig. 2 die Werte des Verhältnisses der maximalen venösen Dilatation zum Basisdurchmesser des Gefäßes in Prozent (auch: vMax) und die Werte des Verhältnisses der maximalen arteriellen Dilatation zum Basisdurchmesser des Gefäßes in Prozent aMax (in Fig. 2 nicht gezeigt) und überträgt diese, beispielsweise mittels eines geeigneten Netzwerkprotokolls an den Server, der die Behandlungs- und Patientendaten vorzugsweise speichert. Dabei kann auch der Verlauf der Werte von aMax und vMax über mehrere Untersuchungen oder Behandlungssitzungen hinweg gespeichert werden. Wird an einer Blutbehandlungsvorrichtung 100 der jeweilige Patient P angemeldet, so sendet diese in manchen
Ausführungsformen einen Request an den Server und erhält als Antwort die Behandlungsdaten des betreffenden Patienten P. Vorzugsweise können auf einer Anzeigevorrichtung 500, welche Teil der Blutbehandlungsvorrichtung 100 sein kann, die gemessenen Werte für aMax und vMax in einer geeigneten Ansicht angezeigt werden. Aus den gemessenen Werten resultierend können beispielsweise die vorgeschlagenen technischen Parameterwerte, Zielbehandlungsparameterwerte oder weitere Behandlungsmodifikationen angezeigt und der behandelnden Ärztin vorgeschlagen werden. Nach Prüfung und Bestätigung der vorgeschlagenen ermittelten Parameterwerte bzw. Zielbehandlungsparameterwerte durch die Ärztin oder anderes hierfür qualifiziertes medizinisches Personal können diese Werte, insbesondere mittels der Steuer- oder Regelvorrichtung 150 der Blutbehandlungsvorrichtung 100, von Letzterer für die anstehende (oder laufende) Behandlung des Patienten P übernommen werden und die Blutbehandlungsvorrichtung 100, insbesondere deren Pumpen 101, 111, 121, anhand der ermittelten Parameterwerte bzw. Zielbehandlungsparameterwerte individuell angepasst auf den Patienten P gesteuert bzw. geregelt werden. Fig. 3 zeigt die Vorgabe der Ultrafiltrationsrate, in Fig. 3 als UF (in [ml/h]) bezeichnet, über die Zeitdauer t1, t2, t3 (in [sec]) als Beispiel eines – sich hier über die Zeit verändernden – technischen Parameterwerts. Die Werte von vMax und aMax als Ergebnisse der retinalen Gefäßanalyse lassen sich auf vielfältige Weise klassifizieren oder unterteilen, und ihnen können entsprechend ihrer Klasse oder Ausprägung unterschiedliche Werte für die bei der Behandlung des Patienten P relevanten technische Parameter
oder Zielbehandlungsparameterwerte zugeordnet werden, wobei eine solche Zuordnung z. B. in Datenspeichern hinterlegt sein kann. Eine mögliche Unterteilung kann wie folgt z. B. in Tertile erfolgen:
und/oder
Diese Zahlen sind rein exemplarisch und nicht beschränkend zu verstehen. Diese Werte können als Standardvorgaben dienen, andere Werte und andere Unterteilungen sind ebenfalls vorgesehen. Abhängig von vMax werden Parameterwerte bzw. Zielbehandlungsparameterwerte oder Änderungen hierfür vorgeschlagen. Liegt vMax im vorliegenden Beispiel unterhalb des oberen Tertil, so wird eine High Volume HDF-Behandlung aktiviert. Diese wird hierin Beitrag zu einer kardioprotektiven Dialyse verstanden. Weiterhin wird in diesem Beispiel der Verlauf der UF-Rate über die Zeit geändert in Abhängigkeit von den Ergebnissen der retinalen Gefäßanalyse. Die in Fig. 3 gezeigten Kurvenformen sind beispielhaft. Eine Anwendung auf andere
Kurvenformen ist möglich, zum Entziehen des gewünschten Ultrafiltrationsvolumens Ug soll Gleichung (1) gelten.
Liegt vMax innerhalb des oberen Tertils, so wird z. B. eine konstante UF-Rate angelegt, siehe die oberste Kurve in Fig. 3.
Das zu entziehende Ultrafiltrationsvolumen Ug wird beispielsweise von der behandelnden Ärztin vorgegeben oder ergibt sich aus der Messung mittels eines Body Composition Monitor (BCM), falls vorhanden, usw.
Für Ua ergibt sich
(2)
Es gilt:
(3)
Liegt vMax im mittleren Tertil, so ergibt sich hier die UF- Rate als Funktion u2(t,vMax) , siehe die mittlere Kurve u2(t,vMax) in Fig. 3. Dadurch wird zu Beginn verglichen mit der o. g. UF-Rate der obersten Darstellung in Fig. 3 (dort: 1000 ml/h) mehr Volumen pro Zeit entzogen (nun: rund 1200 ml/h), die UF-Raten-Kurve soll aber rasch wieder abflachen. Dadurch wird dasselbe Ultrafiltrationsvolumen zunächst schneller als in der obersten Darstellung, später aber langsamer als dort entzogen.
Es gilt beispielsweise:
(4)
Dabei ist:
Ug, das über die Dauer der Behandlungssitzung insgesamt entzogene Ultrafiltrationsvolumen
Ua die konstante UF-Rate im Standardfall (ohne Modifikation basierend auf den Ergebnissen der retinalen Gefäßanalyse)
U 0 die Standard-UF-Rate zu Beginn der Behandlung U0m(vMax) die durch die Ergebnisse der retinalen
Gefäßanalyse modifizierte UF-Rate zu Beginn der Behandlung
Umax die maximal zulässige UF-Rate
U1vMax) die UF-Rate zum Ende der Behandlung (durch das Ergebnis der retinalen Gefäßanalyse modifiziert) k ein Faktor, der die Krümmung der Funktion beeinflusst tw der Wendepunkt, an dem die Richtungsänderung der Krümmung stattfindet t 0 der Zeitpunkt des Starts der Behandlungssitzung (bei t = 0) t 1 der Zeitpunkt, zu welchem die Behandlungssitzung endet t2( vMax) der basierend auf den Ergebnissen der retinalen Gefäßanalyse modifizierte Zeitpunkt, zu welchem die Behandlungssitzung endet
Liegt vMax im unteren Tertil, so kann die mittlere Kurve u2(t, vMax') der Fig. 3 exemplarisch hin zu u3(t, vMax) verändert werden. Dazu wird zusätzlich zu den Modifikationen von
u2(t,vMax) die Dauer der Behandlungssitzung (Dialysezeit) verlängert, wie die unterste Kurve u3(t,vMax) der Fig. 3 zeigt. Fig. 3 zeigt somit unterschiedliche UF-Raten über der Zeit, sowie die Modifikation der Behandlungsdauer, die für u3 in Fig. 3 von 4 Stunden (4 h) exemplarisch auf 4 Stunden und 33 Minuten (4,55 h) erhöht wurde.
Alle Parameter können bei Bedarf, z. B. von der behandelnden Ärztin, modifiziert werden.
Fig . 4 zeigt ein beispielhaftes Vorgehen beim Vorschlägen einer Änderung AU [in %] von einer bestehenden Vorabeinstellung U0 als Vorgabe für den technischen Parameterwert der UF-Rate in Abhängigkeit von der venösen, maximalen Dilatation vMax [in %].
Der Parameter U0, der hier als Standardwert oder Vorabeinstellung für die UF-Rate verstanden wird, wird dabei durch die entlang der x-Achse aufgetragenen Ergebnisse aus der retinalen Gefäßanalyse beispielsweise folgendermaßen beeinflusst oder verändert:
Anhand des Messwertes von vMax wird U0, ein konstanter Startwert oder Standardwert von beispielsweise 1000 ml/h, um z. B. maximal 50 % von U0 erhöht.
Dies geschieht beispielsweise durch eine Interpolation anhand einer Geraden, wie in Fig. 4 dargestellt.
U0m(vMax)= U0 * (1+ ΔU(vMax)) (5)
Dieser Kurvenverlauf und die verwendeten Werte sind dabei rein exemplarisch und nicht als beschränkend zu verstehen. Es sind beliebige Modifikationen möglich. Es soll vorzugsweise gelten:
ΔU (vMax)≥ 0 und U0m(vMax)≤ Umax
Damit das entzogene UF-Volumen unverändert bleibt, kann U1(vMax') wie folgt durch Einsetzen von (3), (4) und (5) in
(1) und auflösen nach U1(vMax) errechnet werden:
Fig. 5 zeigt die Abhängigkeit der Veränderung At (in [sec]) der Zeitdauer der Behandlungssitzung (als Beispiel eines Zielbehandlungsparameters) von der venösen, maximalen Dilatation vMax (in [%]).
Liegt vMax im unteren Tertil, so kann, wie vorstehend ausgeführt, die mittlere Kurve u2(t,vMax) der Fig. 3 exemplarisch hin zu u3(t,vMax)verändert werden. Dazu wird zusätzlich zu den Modifikationen von u2(t,vMax), die Dauer der Behandlungssitzung (Dialysezeit) verlängert (siehe auch die unterste Kurve u3(t,vMax) der Fig. 3). Bei einer ungünstigen Calcium-/Phosphat-Bilanz, kommt es durch eine Kalzifikation vermehrt zu Stenosen im vaskulären System. Durch eine verlängerte Dialysedauer kann das überschüssige Phosphat verbessert abgebaut werden, was einen Vorteil bei der Behandlung mancher Patienten, die erfindungsgemäß identifiziert werden können, darstellen kann.
Hierzu wird zunächst, wie bei u2(t,vMax), siehe oben bzw. die mittlere Kurve in Fig. 3, die Änderung AU zum Modifizieren der Vorabeinstellung U0 für die UF-Rate in Abhängigkeit von der venösen, maximalen Dilatation vMax zu Beginn der Behandlungssitzung oder Dialyse ermittelt.
Weiter wird eine modifizierte Endzeit oder Dauer der Behandlungssitzung oder Dialysezeit als Änderung At zum Modifizieren der Vorabeinstellung t1 für die Dauer als
Beispiel eines Zielbehandlungsparameters errechnet. Dies geschieht beispielsweise durch Interpolation anhand einer Geraden, wie in Fig. 5 dargestellt. t2(vMax)= t1+ Δt(vMax) (7) Dieser Kurvenverlauf und die verwendeten Werte sind dabei rein exemplarisch und nicht als beschränkend zu verstehen. Es sind beliebige Modifikationen möglich.
Es soll gelten: Δt(vMax)≥ 0
Bei der Verlängerung der Dialysedauer gibt es dabei kaum Einschränkungen. Je länger eine Dialyse andauert, desto schonender ist sie für den Patienten. Eine Verringerung des Blutflusses erscheint hierbei zweckmäßig, was zu einer weiteren Änderung einer Vorgabe eines technischen
Parameterwerts (hier der voreingestellte Blutpumpenrate) führen kann. In der Praxis mag die Dialysedauer jedoch auch durch ökonomische und patientenbezogene Faktoren begrenzt sein.
Damit das insgesamt entzogene Ultrafiltrationsvolumen unverändert bleibt, kann U1(vMax) durch Einsetzen von (3), (4) und (5) in (1) und auflösen nach U1(vMax) errechnet werden:
Verfügt die Dialysemaschine über die Option des Natriummanagements, so wird weiterhin, wenn vMax unterhalb des oberen Tertils liegt, das Natriummanagement mit einer 0- Bilanz aktiviert, was einem möglichen Wert der Natriumbilanz oder des Soll-Natriumspiegels als möglichem Zielbehandlungsparameter entsprechen kann.
Die behandelnde Ärztin kann jeweils den Soll-Natriumspiegel modifizieren, um eine positive Beeinflussung des intravaskulären Volumens zu erhalten. Bei einer O-Bilanz des Natriums liegt der Natriumspiegel des Patienten vor und nach der Behandlung auf demselben Wert.
Zusätzlich wird, wenn vMax unterhalb des oberen Tertils liegt, beispielsweise die Verwendung des Body Composition Monitors (kurz: BCM, der optional ebenfalls Teil des Behandlungssystems sein kann), empfohlen. Bei eingeschalteter BCM-Option kann das Behandlungssystem oder die Behandlungsvorrichtung in regelmäßigen Zeitabständen, z. B. alle 4 Wochen, einen neuen Messwert anfragen, sofern ein solcher nicht automatisch, beispielsweise per SmartCard oder dergleichen, übermittelt wird oder wurde.
Die ermittelten Werte von vMax und aMax können in manchen Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung als Grafik angezeigt werden. Somit kann der behandelnden Ärztin ein Langzeitverlauf vorgelegt werden. Im Falle von ansteigenden Werten von vMax und aMax, kann eine möglichst kardioprotektiv angelegte Dialysebehandlung indiziert sein. In einigen Ausführungsformen werden manche oder alle Änderungen der Parameterwerte bzw. Zielbehandlungsparameterwerte als Vorschlag an das behandelnde Personal gegeben. Diese Vorschläge müssen in bestimmten Ausführungsformen ausdrücklich akzeptiert werden, bevor die Änderungen aktiv geschalten, d. h. an die Steuer- oder Regelvorrichtung 150 der Blutbehandlungsvorrichtung 100 (siehe Fig. 1 und Fig. 2) übermittelt, werden. Die Offenbarung der Figuren und ihre Erläuterung sind nur exemplarisch. Insbesondere müssen die gezeigten Verläufe nicht linearer verlaufen. Der jeweilige Kurvenverlauf, sowie die Absolutwerte, könnten anders festgelegt werden oder von der behandelnden Ärztin modifiziert werden.
Bezugszeichenliste 1 medizinisches System 5 Rechenvorrichtung 9 Quelle für Citratlösung, hier beispielhaft als ein Citratbeutel 12 Calciumpumpe 13 Quelle für Calciumlösung, Calciumbeutel 15 Citratpumpe 25 Zugabestelle für Heparin (optional) 29 venöse Blutkammer (optional) 31 Entlüftungseinrichtung 51 Eingabeschnittstelle 53 Ausgabeschnittstelle 100 Blutbehandlungsvorrichtung 101 Blutpumpe 102 Dialysatablaufleitung, Effluentzulaufleitung 104 Dialysierflüssigkeitszulaufleitung 111 Pumpe für Substituat 121 Pumpe für Dialysierflüssigkeit, Dialysierflüssigkeitspumpe 131 Pumpe für Dialysat oder Effluent in Effluentzulaufleitung; Pumpe für Ultrafiltration, Ultrafiltrationspumpe 150 Steuer- oder Regelvorrichtung 200 Quelle mit Dialysierflüssigkeit 201 Quelle mit Substituat, optional 300 extrakorporaler Blutkreislauf
301 erste Leitung (arterieller Leitungsabschnitt) 302 (erste) Schlauchklemme 303 Blutfilter oder Dialysator 303a Dialysierflüssigkeitskammer 303b Blutkammer 303c semi-permeable Membran 305 zweite Leitung (venöser Leitungsabschnitt) 306 (zweite) Schlauchklemme 400 Effluentbeutel 500 Anzeigevorrichtung 700 Diagnosevorrichtung D behandelnde Ärztin; medizinisches Personal H1 Beutelheizung H2 Beutelheizung P Patient PS1 arterieller Sensor PS2 Drucksensor (optional, „prä-Hämofilter“) PS3 Drucksensor PS4 Drucksensor t1, t2, t3 Zeitdauer [sec] Δt Änderung der Zeitdauer UF Ultrafiltrationsrate [ml/h] ΔU Änderung der Ultrafiltrationsrate
aMax arterielle Dilatation; Verhältnis von maximaler arterieller Dilatation zum Basisdurchmesser des Gefäßes in Prozent vMax venöse Dilatation; Verhältnis von maximaler venöser Dilatation zum Basisdurchmesser des Gefäßes in Prozent