Brennstoffzellenstapel mit mindestens zwei Zellreihen, Brennstoffzellenvorrichtung sowie Kraftfahrzeug
BESCHREIBUNG: Die Erfindung ist gebildet durch einen Brennstoffzellenstapel, der in einem Ge häuse mit einem ersten Deckel und einem zweiten Deckel aufgenommen ist und der ein Spannsystem und eine Mehrzahl von Brennstoffzellen aufweist, die in mindestens zwei Zellreihen zwischen einer ersten Endplatte und einer zweiten Endplatte angeordnet sind, von denen mindestens die erste Endplatte Medienanschlüsse und Verteilstrukturen für die Medienverteilung aufweist, wobei die erste Endplatte den ersten Deckel des Gehäuses bildet. Die Erfin dung betrifft weiterhin eine Brennstoffzellenvorrichtung sowie ein Kraftfahr zeug. Brennstoffzellen dienen zur Bereitstellung elektrischer Energie durch eine elektrochemische Reaktion. Jede der Brennstoffzellen umfasst eine Anode, eine Kathode sowie eine die Anode von der Kathode trennende protonenleit fähige Membran, die zur Förderung der elektrochemischen Reaktion mit einem Katalysator beschichtet ist. Des Weiteren sind in einem Brennstoffzellenstapel jeder Brennstoffzelle beidseits der Membran Bipolarplatten bereitgestellt zur Zuleitung der Medien, nämlich der Reaktanten und gegebenenfalls eines Kühl mittels und es in der Regel werden Gasdiffusionsschichten eingesetzt, um die in den Bipolarplatten herangeführten Reaktanten möglichst gleichmäßig über die gesamte Fläche der mit dem Katalysator beschichteten Membran zu ver- teilen. Zur Erhöhung der nutzbaren Leistung können mehrere Brennstoffzellen in Reihe geschaltet zu einem Brennstoffzellenstapel zusammengefasst wer den.
Diese Mehrzahl von in einem Brennstoffzellenstapel zusammengefassten Brennstoffzellen wird im Allgemeinen mithilfe von Zugelementen mit einer Kraft im Bereich mehrerer Tonnen verpresst, um einen ausreichenden Kon taktdruck an der katalysatorbeschichteten Membran zur Reduktion ohmscher Verluste zu erzielen und mittels der hohen Verpressung Undichtigkeiten ein gesetzter Dichtungen zu vermeiden.
Zu beachten ist dabei allerdings, dass während des Betriebs des Brennstoff zellenstapels Kräfte auftreten, die zu einer Steigerung oder Reduktion der Ver- presskraft führen können. Die Steigerung der Verpresskraft wird verursacht durch eine Wärmeausdehnung der verwendeten Komponenten, durch den für die Zuführung und Verteilung der Reaktanten verwendeten Druck und durch ein Aufquellen der verwendeten Membran bei deren Hydratisierung.
Eine Reduktion der Verpresskraft kann erfolgen durch eine negative Wär meausdehnung bei sinkenden oder niedrigen Temperaturen oder durch das Setzungsverhalten der Gasdiffusionsschichten sowie der Dichtungen, das mit zunehmender Nutzungsdauer und damit Lebensalter des Brennstoffzellensta pels zunimmt.
Zu beachten ist weiterhin, dass bei einem gesteigerten Leistungsbedarf auch die Möglichkeit besteht, die Brennstoffzellen auf mindestens zwei nebeneinan der angeordnete Zellreihen zu verteilen, beispielsweise wenn der zur Verfü gung stehende Bauraum dies erfordert, wobei das Erfordernis der Verpres sung unverändert gegeben ist. Auch muss sichergestellt werden, dass die Me dienströme möglichst gleichmäßig auf die Zellreihen verteilt werden.
In der DE 11 2007 002 793 B4 ist ein Brennstoffzellenstapel mit auf zwei Zell reihen verteilten Brennstoffzellen beschrieben, die zwischen zwei Endplatten angeordnet sind. Diese Endplatten sind durch ein Paar von Spannplatten mit einander verbunden. Eine Einspritzdüse für ein Reaktionsgas ist auf einer der Endplatten angeordnet, wobei die Reaktionsgasleitung einen elastischen Be reich beinhaltet, der in einem Gehäuse aufgenommen ist. In der DE 10 2019 110 317 A1 ist ein modulares Range-Extender-System für ein elektrisch
angetriebenes Kraftfahrzeug offenbart mit mehreren Brennstoffzellenstapeln, wobei die Brennstoffzellen in zwei nebeneinander angeordneten Zellreihen angeordnet sein können. Dann weist mindestens eine der Endplatten die Schnittstellen für die Medienführungen auf. Die Medien werden in einer U-för migen Medienführung durch die beiden Zellreihen geführt. Die andere End platte verfügt dazu über eine Richtungsumleitung. In der DE 102015 224 178 A1 ist ein Redox-Brennstoffzellensystem gezeigt, bei dem ein Brennstoffzel lenstapel mit nur einer Zellreihe neben einem Regenerationsstapel angeord net ist.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen Brennstoffzellenstapel so auszubilden, dass dessen Fertigung vereinfacht ist. Aufgabe ist weiterhin, eine verbesserte Brennstoffzellenvorrichtung und ein verbessertes Kraftfahrzeug bereit zu stellen.
Diese Aufgabe wird durch einen Brennstoffzellenstapel mit den Merkmalen des Anspruches 1 , durch eine Brennstoffzellenvorrichtung mit den Merkmalen des Anspruches 8 und durch ein Kraftfahrzeug mit den Merkmalen des An spruches 9 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen mit zweckmäßigen Weiterbil dungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
Der eingangs genannte Brennstoffzellenstapel zeichnet sich dadurch aus, dass die erste Endplatte des Brennstoffzellenstapels mit den Medienanschlüs sen zugleich auch ein integraler Bestandteil des Gehäuses ist. Da diese erste Endplatte auch die Medienanschlüsse für beide Zellreihen trägt, ist die Anzahl der erforderlichen Bauteile verringert, es liegt ein reduzierter Bauraumbedarf vor und auch die Anzahl der Dichtstellen ist verringert. Die gemeinsame erste Endplatte mit den Medienanschlüssen erzeugt eine gemeinsame Baugruppe, die in der Fertigung als ein Teil behandelt werden kann, so dass Fertigungs prozesse optimiert werden können, was mit einer Zeit- und Kostenersparnis verbunden ist, eben weil die erste Endplatte auch den ersten Deckel des Ge häuses bildet. Das Auflegen des ersten Deckels als erste Endplatte ist für beide Zellreihen nur einmal erforderlich und auch das Verpressen des
Spannsystems für beide Zellreihen erfolgt in einem einzigen Verfahrensschritt, was die Taktzeit bei der Fertigung weiter reduziert.
Bevorzugt ist dabei, wenn die zweite Endplatte den zweiten Deckel des Ge häuses bildet, da so wiederum Bauteile eingespart werden, der Brennstoffzel lenstapel weitergehend in das Gehäuse integriert und die Handhabung in der Fertigung vereinfacht wird.
Es besteht auch die Möglichkeit, dass mindestens zwei auf gegenüberliegen den Seiten des Gehäuses angeordnete Seitenwände das zwischen dem ers ten Deckel und dem zweiten Deckel angeordnete Spannsystem bilden, also das Gehäuse nochmals stärker multifunktional genutzt wird und die Integration des Brennstoffzellenstapels in das Gehäuse nochmals gesteigert ist.
Wenn der zweite Deckel als Federkappe mit mindestens einer Feder gebildet ist, die sich auf der zweiten Endplatte abstützt, dann ist eine verbesserte Kom pensation von Toleranzen gegeben.
Dabei kann die zweite Endplatte mehrteilig gebildet und jeder Teilplatte eine der Federn zugeordnet sein, so dass die Zellreihen sich in der Länge unter scheiden können und der Toleranzausgleich für jede einzelne Zellreihe in dem individuell erforderlichen Maß erfolgt.
Es ist nicht zwingend, dass das Gehäuse insgesamt das Spannsystem bildet, sondern es besteht auch die Möglichkeit, dass Spannelemente Teil des zwi schen dem ersten Deckel und dem zweiten Deckel angeordneten Spannsys tems sind, also nur die Deckel des Gehäuses Teil des Spannsystems bilden, wobei die Spannelemente durch Spannbänder und/oder Spannstangen und/oder Zuganker gebildet sind.
Die vorstehend genannten Vorteile und Wirkungen gelten sinngemäß für eine Brennstoffzellenvorrichtung mit einem derartigen Brennstoffzellenstapel und für ein Kraftfahrzeug mit einer derartigen Brennstoffzellenvorrichtung, wobei insbesondere der in dem Kraftfahrzeug bereit gestellte Bauraum durch die
Bildung der Zellreihen besser ausgenutzt werden kann bei einem optimierten Aufwand für die Fertigung der komplexen Brennstoffzellenstapel.
Die vorstehend in der Beschreibung genannten Merkmale und Merkmalskom- binationen sowie die nachfolgend in der Figurenbeschreibung genannten und/oder in den Figuren alleine gezeigten Merkmale und Merkmalskombinati onen sind nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar, ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen. Es sind somit auch Ausführungen als von der Er- findung umfasst und offenbart anzusehen, die in den Figuren nicht explizit ge zeigt oder erläutert sind, jedoch durch separierte Merkmalskombinationen aus den erläuterten Ausführungen hervorgehen und erzeugbar sind.
Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen, der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungs formen sowie anhand der Zeichnungen. Dabei zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung eines zwei Zellreihen aufweisen den, zwischen einem ersten Deckel und einem zweiten Deckel eines Gehäuses durch dessen Seitenwände verspannten Brenn stoffzellenstapels,
Fig. 2 eine der Figur 1 entsprechende Darstellung mit einem als Feder kappe gebildeten zweiten Deckel,
Fig. 3 eine der Figur 2 entsprechende Darstellung mit einer aus zwei Teilplatten gebildeten zweiten Endplatte, und
Fig. 4 eine der Figur 2 entsprechende Darstellung mit einem unabhän gig von den Seitenwänden des Gehäuses gebildeten Spannsys tem.
In der Figur 1 ist schematisch ein Brennstoffzellenstapel 1 gezeigt, der aus einer Mehrzahl in Reihe geschalteter Brennstoffzellen 2 besteht. Jede der Brennstoffzellen 2 umfasst eine Anode und eine Kathode sowie eine die Anode von der Kathode trennende protonenleitfähige Membran. Die Membran ist aus einem lonomer, vorzugsweise einem sulfonierten Tetrafluorethylen-Po- lymer (PTFE) oder einem Polymer der perfluorierten Sulfonsäure (PFSA) ge bildet. Alternativ kann die Membran als eine sulfonierte Hydrocarbon-Memb- ran gebildet sein.
Über Anodenräume innerhalb des Brennstoffzellenstapels 1 wird den Anoden Brennstoff (zum Beispiel Wasserstoff) zugeführt. In einer Polymerelektrolyt membranbrennstoffzelle (PEM-Brennstoffzelle) werden an der Anode Brenn stoff oder Brennstoffmoleküle in Protonen und Elektronen aufgespaltet. Die Membran lässt die Protonen (zum Beispiel FT) hindurch, ist aber undurchlässig für die Elektronen (e-). An der Anode erfolgt dabei die folgende Reaktion: 2H2 -> 4FT + 4e_ (Oxidation/Elektronenabgabe). Während die Protonen durch die Membran zur Kathode hindurchtreten, werden die Elektronen über einen ex ternen Stromkreis an die Kathode oder an einen Energiespeicher geleitet. Über Kathodenräume innerhalb des Brennstoffzellenstapels 1 kann den Ka thoden Kathodengas (zum Beispiel Sauerstoff oder Sauerstoff enthaltende Luft) zugeführt werden, so dass kathodenseitig die folgende Reaktion stattfin det: O2 + 4FT + 4e_ -> 2H2O (Reduktion/Elektronenaufnahme).
Bei dem in der Figur 1 schematisch gezeigten Brennstoffzellenstapel 1 ist die Mehrzahl an Brennstoffzellen 2 in zwei Zellreihen 3 angeordnet, die zwischen einer ersten Endplatte 4 und einer zweiten Endplatte 5 angeordnet sind. Die zwei Zellreihen 3 sind in einem Gehäuse 6 mit einem ersten Deckel 7 und einem zweiten Deckel 8 aufgenommen. In dem gezeigten Ausführungsbeispiel weist mindestens eine, nämlich die erste Endplatte 4 Medienanschlüsse 9 und Verteilstrukturen 10 für die Verteilung der durch Pfeile symbolisierten Medien auf. Zu beachten ist, dass die erste Endplatte 4 den ersten Deckel 7 des Ge häuses 6 bildet. In diesem Ausführungsbeispiel nach der Figur 1 bildet die zweite Endplatte 5 den zweiten Deckel 8 des Gehäuses 6.
Der Brennstoffzellenstapel 1 verfügt über ein zwischen dem ersten Deckel 7 und dem zweiten Deckel 8 wirkendes Spannsystem 11 . In der Figur 1 ist die ses durch mindestens zwei auf gegenüberliegenden Seiten des Gehäuses 6 angeordnete Seitenwände 12 des Gehäuses 6 gebildet.
Figur 2 zeigt, dass der zweite Deckel 8 als Federkappe 13 mit mindestens einer Feder 14 gebildet sein kann, die sich auf der zweiten Endplatte 5 ab stützt. Auch hier bewirken die Seitenwände 12 des Gehäuses 6 die mechani sche Spannung des Brennstoffzellenstapels 1 mit seinen zwei Zellreihen 3. Die Seitenwände 12 können dabei einzeln, als separate Bauteile vorliegen; einfacher und daher bevorzugt ist es, wenn die Seitenwände 12 in Umfangs richtung als ein Bauteil zusammengefasst sind, insbesondere als hohles, an nähernd quaderförmiges Bauteil.
Figur 3 verweist darauf, dass die zweite Endplatte 5 mehrteilig gebildet und jeder Teilplatte eine der Federn 14 zugeordnet ist. Dadurch können die Zell reihen 3 sich in ihrer Länge unterscheiden, wobei Toleranzen durch die Federn 14 des Spannsystems 11 kompensiert werden.
In der Figur 4 ist gezeigt, dass anstelle der oder zusätzlich zu den Seitenwän den 12 des Gehäuses 6 auch Spannelemente das zwischen dem ersten De ckel 7 und dem zweiten Deckel 8 angeordnete Spannsystem 11 bilden kön nen, wobei die Spannelemente durch Spannbänder und/oder Spannstangen und/oder Zuganker gebildet sind.
Die Nutzung einer Brennstoffzellenvorrichtung mit einem derartigen Brenn stoffzellenstapel 1 ermöglicht bei einer vereinfachten Fertigung eine verbes serte Bauraumausnutzung, was besondere Vorteile bei der Nutzung in einem Kraftfahrzeug bietet.
BEZUGSZEICHENLISTE:
Brennstoffzellenstapel
Brennstoffzelle
Zellreihe erste Endplatte zweite Endplatte
Gehäuse erster Deckel zweiter Deckel
Medienanschluss
Verteilstruktur
Spannsystem
Seitenwand
Federkappe
Feder