Elektrostatische Filtereinheit für Luftreinigungsvorrichtung und
Luftreinigungsvorrichtung
Die vorliegende Erfindung betrifft eine elektrostatische Filtereinheit für eine Luftreinigungsvorrichtung und eine Luftreinigungsvorrichtung mit einer solchen elektrostatischen Filtereinheit.
In Dunstabzügen werden zur Filtration von Aerosolen (festen und flüssigen Partikeln) mechanische Filter eingesetzt. Hierbei handelt es sich um Streckmetallfilter, Lochblechfilter, Baffle-Filter, Vliese (Fasermaterial), Randabsaugungsfilter, Sinterkunststoffe und sonstige poröse Medien oder Ähnliches. Alle diese genannten Filtermedien filtern nach mechanischen Abscheidemechanismen wie dem Diffusionseffekt, Sperreffekt und maßgebend dem Trägheitseffekt. Bei der Abscheidung nach dem Trägheitseffekt kann das Partikel aufgrund seiner Masseträgheit der Stromlinie des Gases (Luft) um die einzelnen Filterfasern, Streckmetalllagen, porösen Medien oder Ähnliches nicht folgen und kollidiert infolge dessen mit diesen.
Zudem sind elektrostatische Filtereinheiten bekannt. Um eine elektrostatische Abscheidung von Partikeln in der Luft zu gewährleisten, müssen diese zunächst aufgeladen (ionisiert) werden, idealerweise bis zu ihrer maximalen elektrischen Sättigungsladung qs. Aus diesem Grund weisen elektrostatische Filtereinheiten eine lonisationseinheit auf. Nach dem Durchströmen der lonisationseinheit strömt die Luft in eine Abscheideeinheit, in der die aufgeladenen Partikel an Niederschlagselektroden abgeschieden werden.
In der lonisationseinheit werden heutzutage Sprühelektroden verwendet, die zwischen geerdeten ebenen luftundurchlässigen Gegenelektroden angeordnet sind. In der Praxis werden für die Sprühelektroden dünne Drähte aus Wolfram verwendet. Alternativ finden sich auch Wendel-, Stachel- oder Sägezahnelektroden in der Anwendung. Das lonisationsprinzip beruht auf der Korona-Entladung. Nach diesem Prinzip werden die in der Luft befindlichen Partikel elektrostatisch aufgeladen. Die nachgeschaltete Abscheideeinheit, bestehend in der Regel aus alternierend angeordneten Platten, an denen die aufgeladenen Partikel abgeschieden werden. Um sowohl eine Ionisation als
auch eine Abscheidung der Partikel zu gewährleisten, steht die Sprühelektrode und die positiven Niederschlagselektroden unter elektrischer Hochspannung (Gleichspannung DC) im Kilovolt-Bereich. Im Filterbetrieb werden die ungeladenen Partikel in der lonisationseinheit ionisiert und abschließend in der Abscheideeinheit, die auch als Kollektor bezeichnet werden kann, zwischen den Niederschlagselektroden durch das äußere elektrische Feld zwischen den Niederschlagselektroden ausgelenkt und an diesen abgeschieden.
Eine Alternative zu den ebenen Gegenelektroden der lonisationseinheit ist aus der EP 1297894B1 bekannt. Hierbei werden statt planer, geerdeter Gegenelektroden Blechwände verwendet, die gewölbt sind und so eine Erweiterung in dem Kanal, durch den die Luft durch die lonisationseinheit strömt, bilden.
Ein Nachteil der bekannten elektrostatischen Filtereinheiten besteht darin, dass die lonisationseinheit aus einer Vielzahl von Einzelteilen besteht.
Im Hinblick auf die Geruchsfiltration von Kochgerüchen und sonstigen organisch, flüchtigen Verbindungen VOC’s werden in der Praxis für den Umluftbetrieb hauptsächlich Aktivkohlefilter und Zeolithfilter (in der Praxis für Dunstabzüge auch als Umluftfilter bezeichnet) in Form von Filterkassetten verwendet. Diese werden üblicherweise direkt hinter dem Fettfilter (noch vor dem Lüfter) verbaut oder im Ausblasbereich des Dunstabzuges hinter dem Lüfter. Neben diesen genannten Adsorbentien finden in der Praxisanwendung weiterhin Plasmafilter Einsatz, die als autarkes System zur Geruchsneutralisierung eingesetzt werden. Diese Systeme, meist als Zukaufteil gedacht, werden auf den Ausblasstutzen (hinter dem Lüfter) des Dunstabzugs als Aufsatz verbaut. In der Regel sind diese Plasmafilter zylinderförmig aufgebaut, um auf dem Luftauslassstutzen des Lüftergehäuses aufgebracht zu werden.
Hierdurch ist der für die vollständige Reinigung der Luft von Aerosolen und Geruchstoffen erforderliche Aufbau der Filtereinheit aufwändig.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher eine elektrostatische Filtereinheit zu schaffen, die einen einfachen Aufbau aufweist und dennoch eine effiziente Reinigung von Luft gewährleistet.
Gemäß einem ersten Aspekt betrifft die Erfindung eine elektrostatische Filtereinheit für eine Luftreinigungsvorrichtung, wobei die Filtereinheit eine lonisationseinheit und eine Abscheideeinheit umfasst. Die elektrostatische Filtereinheit ist dadurch gekennzeichnet, dass in der lonisationseinheit die Ionisation von Partikeln in der Luft und ein Geruchsabbau ausgeführt werden.
Die Filtereinheit wird im Folgenden auch als Filtermodul oder Filterkassette bezeichnet. Die Luftreinigungsvorrichtung, in der die Filtereinheit eingesetzt werden kann, kann eine Dunstabzugsvorrichtung beziehungsweise ein Dunstabzug oder sonstige Wrasenabsaugvorrichtung oder ein Luftreiniger für Innenräume oder für Fahrgastkabinen im Automobilbereich sein.
Die elektrostatische Filtereinheit weist eine lonisationseinheit auf, die auch als lonisationsstufe bezeichnet wird, und eine Abscheideeinheit, die auch als Abscheidestufe bezeichnet wird. Die Abscheideeinheit ist in Strömungsrichtung nach der lonisationseinheit angeordnet.
In der lonisationseinheit werden sowohl die Partikel, insbesondere Aerosole, die sich in der Luft befinden, die durch die Filtereinheit strömt ionisiert als auch Gerüche abgebaut. Vorzugsweise werden Gerüche vollständig entfernt. Der Geruchsabbau kann beispielsweise durch Entfernung von Geruchsstoffen oder durch die Neutralisation der Gerüche erfolgen. Der Geruchsabbau wird im Folgenden daher auch als Geruchsentfernung, Geruchsbeseitigung oder Geruchsneutralisation bezeichnet.
Indem erfindungsgemäß in der lonisationseinheit sowohl die Partikelionisation als auch die Geruchsbeseitigung erfolgt, wird der Aufbau der elektrostatischen Filtereinheit vereinfacht, da ein separater, dem Partikelfilter nachgeschaltete Geruchsfilter nicht zwingend erforderlich ist. Somit kann auch eine erhebliche Platzeinsparung erzielt werden und der Einbau der Filtereinheit ist vereinfacht.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform umfasst die lonisationseinheit eine Vorrichtung zur Erzeugung dielektrisch behinderter Barriereentladung. Die dielektrisch behinderte Barriereentladung wird auch als dielektrische Barriereentladung bezeichnet.
Durch den Effekt der dielektrisch behinderten Barriereentladung kann zum einen die Ionisation der in der angesaugten Luft enthaltenen Aerosolen, insbesondere fester oder flüssiger Partikel erfolgen. Zum anderen werden olfaktorisch unangenehme Gerüche in der Luft durch diesen Effekt abgebaut beziehungsweise beseitigt, insbesondere wird eine Geruchsbeseitigung von organisch flüchtigen Verbindungen VOCs erzielt.
Gemäß einer Ausführungsform weist die lonisationseinheit mindestens zwei luftdurchlässige in Strömungsrichtung hintereinander angeordnete Elektroden auf. Als Strömungsrichtung wird die Durchströmungsrichtung bezeichnet, in der angesaugte Luft durch die Filtereinheit strömt. Indem die Elektroden der lonisationseinheit luftdurchlässig sind und in Strömungsrichtung hintereinander angeordnet sind, kann ein Durchmischen der Luft beim Durchströmen der lonisationseinheit und damit zum einen eine zuverlässige Ionisation als auch eine zuverlässige Geruchsneutralisation gewährleistet werden. Zudem ist der Aufbau der lonisationseinheit bei der Verwendung von luftdurchlässigen Elektroden, die in Strömungsrichtung hintereinander angeordnet sind, gegenüber dem aus dem Stand der Technik bekannten Aufbau mit Sprühelektroden und plattenförmigen Gegenelektroden aufgrund der verringerten Teileanzahl vereinfacht.
Die vorzugsweise für die Ionisation und Geruchsbeseitigung verwendete dielektrisch behinderte Barriereentladung setzt voraus, dass mindestens ein Isolator (Dielektrikum) zwischen den Elektroden vorhanden ist.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform stellt daher mindestens eine der Elektroden der lonisationseinheit eine Hochspannungselektrode und mindestens eine der Elektroden eine Gegenelektrode dar und zwischen diesen Elektroden ist zumindest ein elektrischer Isolator angeordnet. Der Isolator fungiert als Dielektrikum für die dielektrisch behinderte Barriereentladung.
Hinsichtlich der Spannungsform, die an den Elektroden der lonisationseinheit anliegt, wird für die Hochspannungselektrode der lonisationseinheit beispielsweise eine gepulste Spannung, beispielsweise mit Uscheiteiwen >= 500 V und einer Periodendauer T <= 1s eingesetzt. Bei der gepulsten Spannung kann es sich um positive oder negative Spannungsart handeln. Alternativ ist eine Wechselspannung mit beispielsweise UEffektivwen >= 500V und einer Periodendauer T >= 1s möglich. Für die Wechselspannung und die
gepulste Spannung sind diverse Spannungsformen möglich. Anwendung findet hier beispielsweise eine sinusförmige, rechteckförmige, dreieckförmige oder sägezahnförmige Spannungsform. Die Gegenelektrode der lonisationseinheit ist mit dem elektrischen Gegenpotential verbunden, damit eine sich ändernde elektrische Spannungsdifferenz AU zwischen der Hochspannungselektrode und der Gegenelektrode gewährleistet werden kann. Alternativ kann die Gegenelektrode geerdet sein. Für diesen Anwendungsfall ist die Gegenelektrode elektrisch mit dem Schutzleiter PE (protective earth) verbunden.
Die kapazitive lonisationseinheit, bestehend aus mindestens zwei Elektroden (Hochspannungselektrode, Gegenelektrode) unterschiedlichen elektrischen Spannungspotentials zueinander und mindestens einem Dielektrikum zwischen diesen beiden Elektroden, führt unter Einsatz einer sich zeitlich ändernden elektrischen Spannungsdifferenz AU zwischen diesen beiden Elektroden zu einem elektrischen Verschiebestrom I, welcher wiederum eine Ionisation der Luft durch lonisationsprozesse bewirkt. Durch diesen lonisationsprozess im lonisationsbereich (Plasmabereich) werden durch Stoßionisationsprozesse reaktive Spezies gebildet, sogenannte reaktive Sauerstoffspezies (ROS) und reaktive Stickstoffspezies (RNS). Diese reaktiven Spezies sind energetisch hoch reaktionsfreudige Moleküle, welche unter anderem mit unangenehmen Geruchsmolekülen und sonstigen flüchtigen organischen Verbindungen (VOC’s) chemische Verbindungen eingehen, wodurch diese unangenehmen Geruchsmoleküle chemisch umgewandelt werden in andere chemische Verbindungen. Durch chemische Prozesse zwischen den Geruchsmolekülen und den reaktiven Spezies kommt es folglich zur Geruchsminderung bis zur vollständigen Geruchsbeseitigung.
Beruhend auf diesem Prozess / dieser Funktionsweise werden in der lonisationseinheit Elektroden eingesetzt, welche nach dem Prinzip der dielektrisch behinderten Barriereentladung eine Ionisation der Luft zwischen den Elektroden bewirken. Diese Ionisation der Luft im lonisationsbereich (Plasmabildung) führt zum Abbau/Neutralisation von olfaktorisch unangenehmen Geruchsmolekülen und sonstigen flüchtigen chemischen Verbindungen (VOC’s).
Der zur Erzeugung der dielektrisch behinderten Barriereentladung erforderliche Isolator wird vorzugsweise durch eine Isolationsbeschichtung an zumindest einer Oberfläche an mindestens einer der Elektroden der lonisationseinheit gebildet.
Diese elektrische Oberflächen-Isolation, die als Dielektrikum fungiert, unterbindet zum einen elektrische Überschläge und Kurzschlüsse zwischen den Elektroden der lonisationseinheit und gewährleistet zum anderen die Funktion der lonisationseinheit als Plasmaeinheit. Idealerweise ist die Hochspannungselektrode elektrisch isolierend beschaffen, insbesondere mit einer Isolationsbeschichtung versehen. Alternativ kann die Gegenelektrode der lonisationseinheit elektrisch isolierend beschaffen sein oder alle Elektroden weisen eine elektrische Isolation an deren Oberfläche auf.
Als Beschichtungsverfahren zur elektrischen Isolation der Elektrode(n) der lonisationseinheit kommen beispielsweise funktionelle Pulver- und Keramikbeschichtungen, Wirbelsinterverfahren, Sol-Gel-Verfahren, Tauchbeschichtung, Emaillieren, Lackieren oder Gummierung der Elektrode/n in Betracht.
Gemäß einer Ausführungsform sind die Elektroden der lonisationseinheit luftdurchlässige Elektroden und sind vorzugsweise jeweils durch mindestens ein Flächenelement gebildet.
Die Form der Hochspannungselektrode und der Gegenelektrode, das heißt der Flächenelemente, kann eine ebene Fläche sein. Alternativ kann das Flächenelement aber beispielsweise auch eine gewölbte, gekrümmte, gewellte oder plissierte Form aufweisen. Die Elektroden der lonisationseinheit liegen vorzugsweise parallel zueinander. Bei Elektroden, die eine von einer ebenen Fläche abweichendes Flächenelement darstellen, ist die Form der Hochspannungselektrode(n) und der Gegenelektrode(n) gleich, das heißt deren Krümmung, Krümmung der einzelnen Wellen oder Steigung der plissierten Spitzen ist gleich. Hierdurch kann gewährleistet werden, dass der Abstand zwischen den Elektroden über die Fläche der Elektroden gleich ist. In dem Abstand zwischen der Hochspannungselektrode und der Gegenelektrode wird nämlich beim Betrieb der Filtereinheit Plasma erzeugt.
Die Ausgestaltung der Elektroden als gekrümmte, plissierte oder gewellte Flächenelemente führt zu einer Oberflächenvergrößerung, die wiederum einerseits der Druckverlustreduzierung Dr [Pa] beim Durchströmen des Elektrodenmediums als auch zur Steigerung der Effizienz hinsichtlich der Partikelionisation und Geruchsreduktion dient.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist der Abstand zwischen benachbarten Elektroden der lonisationseinheit größer oder gleich 0mm. Vorzugsweise liegt der Abstand d zwischen den beiden Elektroden in einem Bereich von 0 < d < 6 mm. Hierdurch wird zwischen den benachbarten Elektroden und der zwischen diesen bestehenden Spannungsdifferenz eine Plasmawand aufgebaut.
Gemäß einer Ausführungsform ist mindestens eine Hochspannungselektrode und/oder mindestens eine Gegenelektrode mehrlagig aufgebaut. Bei dieser Ausführungsform besteht die jeweilige Elektrode aus mehreren luftdurchlässigen Lagen (n>= 1).
Gemäß einer Ausführungsform bestehen die mindestens eine Hochspannungselektrode und die mindestens eine Gegenelektrode aus luftdurchlässigem Material. Bei dieser Ausführungsform werden die Elektroden auch als poröse Elektroden bezeichnet. Die Elektroden können alle aus dem gleichen luftdurchlässigen Material bestehen. Es liegt aber auch im Rahmen der Erfindung, dass verschiedene Elektroden aus unterschiedlichen Materialien bestehen. Der Vorteil der Verwendung von luftdurchlässigem Material für die Elektroden der lonisationseinheit besteht darin, dass die Herstellung der lonisationseinheit erleichtert ist, da die geforderte Luftdurchlässigkeit durch das Material selber gegeben ist.
Gemäß einerweiteren Ausführungsform bestehen die Elektroden der lonisationseinheit aus einem luftundurchlässigen Material mit mindestens einer Luftdurchlassöffnung. Es ist auch möglich, dass nur einige der Elektroden, beispielsweise nur die Hochspannungselektroden oder nur die Gegenelektroden aus einem solchen Material bestehen und die jeweils anderen Elektroden aus luftdurchlässigem Material bestehen.
Unabhängig davon ob die Elektroden der lonisationseinheit aus einem luftdurchlässigen Material oder aus luftundurchlässigem Material mit Luftdurchlassöffnungen besteht, ist das Material der Elektroden so gewählt, dass dieses elektrisch leitend oder antistatisch ist.
Die Elektroden der lonisationseinheit können beispielsweise perforierte Bleche, z.B. Lochbleche, Schweißgitter, gewebte Drahtgitter, Streckmetalle, Sinterwerkstoffe und Schaumstoffe sein.
Gemäß einer Ausführungsform sind mindestens eine Hochspannungselektrode und eine Gegenelektrode der lonisationseinheit so zueinander angeordnet, dass deren Struktur in der Ebene der jeweiligen Elektrode um eine Achse gedreht, liegen. Dies bedeutet, dass die einzelnen Elektroden in der Ebene der jeweiligen Elektrode um eine Rotationsachse, die senkrecht zu der Ebene der Elektrode steht um einen Winkel 0 bis 360° im eingebauten Zustand versetzt sind.
Gemäß einer Ausführungsform werden die Elektroden der lonisationseinheit mit einer Hochspannung beaufschlagt, die sich über die Zeit ändert. Die Hochspannung kann beispielsweise Wechselspannung oder eine gepulste Spannung sein. Gemäß einer Ausführungsform weist die lonisationseinheit daher einen Hochspannungsübertrager auf, durch den eine sich zeitlich ändernde Hochspannung für die Elektroden der lonisationseinheit, insbesondere die Hochspannungselektrode der lonisationseinheit, erzeugt werden kann. Der Hochspannungsübertrager dient dabei zur Generierung beziehungsweise der Erzeugung der notwendigen elektrischen Hochspannung. Der Hochspannungsübertrager kann auch als Hochspannungserzeuger oder Hochspannungsnetzteil bezeichnet werden. Dieser Hochspannungsübertrager versorgt auf der Sekundärseite über die Anschlussleitungen die Elektroden der lonisationseinheit, insbesondere die mindestens eine Hochspannungselektrode und mindestens einer Gegenelektrode mit elektrischer Hochspannung beziehungsweise mit elektrischer Energie. Auf der Primärseite erfolgt die elektrische Spannungsversorgung des Hochspannungsübertragers über einen Anschluss beziehungsweise eine Anschlussleitungen für geringere Spannung. Bei dieser geringeren Spannung auf der Primärseite des Hochspannungsübertragers kann es sich um eine Gleichspannung von <= 1500 V DC oder eine Wechselspannung von <= 1000 V AC handeln.
Die Abscheideeinheit der elektrostatischen Filtereinheit kann ein sogenannter Plattenabscheider sein, bei dem die Niederschlagselektroden parallel zur Strömungsrichtung liegen. Gemäß einer Ausführungsform besteht die Abscheideeinheit aber aus mindestens zwei luftdurchlässigen Niederschlagselektroden, die in Strömungsrichtung hintereinander angeordnet sind. Durch die in Strömungsrichtung nach der lonisationseinheit angeordnete Abscheideeinheit strömen die durch lonisationseinheit elektrisch geladenen Partikel hindurch. In der Abscheideeinheit wird durch mindestens
zwei Niederschlagselektroden, die teilweise unter elektrischer Hochspannung stehen ein elektrisches Feld zueinander aufgebaut. Die aus der lonisationseinheit austretende Luft mit den elektrisch geladenen Partikeln strömt in die Abscheideeinheit. Aufgrund des dort zwischen den Niederschlagselektroden aufgebauten elektrischen Feldes werden die Partikel an den Niederschlagselektroden abgeschieden und damit aus der Luft ausgefiltert. Indem die Niederschlagselektroden gemäß einer Ausführungsform der Abscheideeinheit luftdurchlässige Niederschlagselektroden sind, die vorzugsweise zu der Strömungsrichtung geneigt und hintereinander angeordnet sind, werden die Niederschlagselektroden von der Luft durchströmt und zusätzlich zu der Abscheidung der Partikel durch das elektrische Feld kann auch eine mechanische Abscheidung der Partikel an den Niederschlagselektroden erfolgen. Somit wird die Effizienz der Filtereinheit weiter gesteigert. Zudem ist bei der Verwendung von luftdurchlässigen, in Strömungsrichtung nacheinander angeordneten Niederschlagselektroden der benötigte Platzbedarf der Abscheideeinheit und damit die Größe der Filtereinheit im Vergleich zu einem Plattenabscheider verringert. Da vorzugsweise auch die lonisationseinheit lediglich aus luftdurchlässigen Elektroden besteht, die in Strömungsrichtung hintereinander liegen, kann die Tiefe der Filtereinheit, das heißt deren Abmessung in Strömungsrichtung, minimiert und deren Aufbau besonders einfach sein. Insbesondere kann die Filtereinheit hinsichtlich der Elektroden nämlich lediglich aus luftdurchlässigen, insbesondere flächigen Elektroden sowohl für die lonisationseinheit als auch für die Abscheideeinheit bestehen.
Gemäß einerweiteren Ausführungsform kann zusätzlich zu der lonisationseinheit und der Abscheideeinheit ein Zusatzgeruchsfilter in der Filtereinheit vorgesehen sein. Dieser weist vorzugsweise einen Aufbau entsprechend der lonisationseinheit auf. Insbesondere weist der Zusatzgeruchsfilter luftdurchlässige, flächige Elektroden auf, die in Strömungsrichtung hintereinander liegen und zwischen denen ein Isolator vorgesehen ist. Auch bei dieser Ausführungsform weist die Filtereinheit in Strömungsrichtung eine geringe Abmessung auf, die Reinigung der Luft von sämtlichen Verunreinigungen kann aber sichergestellt werden.
Gemäß einem weiteren Aspekt betrifft die vorliegende Erfindung eine Luftreinigungsvorrichtung, die mindestens eine erfindungsgemäße Filtereinheit aufweist.
Vorteile und Merkmale, die bezüglich der Filtereinheit beschrieben werden, gelten - soweit anwendbar - entsprechend für die Luftreinigungsvorrichtung und umgekehrt.
Die Luftreinigungsvorrichtung kann beispielsweise ein Luftreiniger zum Filtern von Raumluft, eine Vorrichtung zum Filtern von in einer Fahrgast-Kabine im Automobilbereich angesaugter Luft oder einen Dunstabzug für Küchen sein. Die Luftreinigungsvorrichtung kann mehrere erfindungsgemäße Filtereinheiten gemäß der Erfindung aufweisen. Die mindestens eine Filtereinheit ist vorzugsweise an der Ansaugseite der Luftreinigungsvorrichtung angeordnet. Es liegt aber auch im Rahmen der Erfindung zusätzlich oder alternativ mindestens eine Filtereinheit an der Luftauslassseite der Luftreinigungsvorrichtung vorzusehen.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform stellt die Luftreinigungsvorrichtung eine Dunstabzugshaube dar und die mindestens eine Filtereinheit ist vor dem Gebläse der Dunstabzugsvorrichtung angeordnet.
Bezogen auf den Dunstabzug ist die erfindungsgemäße Filtereinheit, die auch als ionisierende Filtereinheit /Filterkassette bezeichnet werden kann, vorzugsweise im Lufteinsaugbereich des Dunstabzuges angeordnet, um die dahinterliegenden Komponenten desgleichen nicht mit Kochwrasen/Aerosolen/Schmutz zu kontaminieren. Jedoch kann eine solche ionisierende Filtereinheit optional auch im Luftausblasbereich im Dunstanzug angeordnet werden oder entlang der Luftströmungsführung zwischen dem Einlass- und Auslassbereich des Dunstabzugs. Die geometrischen Abmessungen (Länge, Breite und Höhe) eines solchen ionisierenden Filtermoduls variieren in Abhängigkeit des Einbauortes beziehungsweise der Art und Geometrie des Dunstabzugs.
Die Erfindung wird im Folgenden erneut unter Bezugnahme auf die beiliegenden Figuren genauer beschrieben. Es zeigen:
Figuren 1a und 1b: schematische rückwärtige Perspektivansichten zweier
Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Filtereinheit;
Figur 2: eine schematische Perspektivansicht einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen lonisationseinheit;
Figur 3: eine schematische Perspektivansicht einer weiteren Ausführungsform der erfindungsgemäßen lonisationseinheit;
Figur 4: eine schematische Blockdarstellung einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen lonisationseinheit;
Figur 5: eine schematische Detailansicht einer weiteren Ausführungsform der erfindungsgemäßen lonisationseinheit;
Figuren 6a, 6b und 6c: schematische Darstellungen einer Ausführungsform der Elektrodengeometrie der lonisationseinheit;
Figuren 7a und 7b: schematische Darstellungen einer weiteren Ausführungsform der Elektrodengeometrie der lonisationseinheit;
Figuren 8a, 8b und 8c: schematische Darstellungen einer weiteren Ausführungsform der Elektrodengeometrie der lonisationseinheit;
Figuren 9a und 9b: schematische Darstellungen unterschiedlicher Geometrien der Elektroden de lonisationseinheit;
Figuren 10a und 10b: schematische Darstellung möglicher Spannungsverläufe der Spannung für die lonisationseinheit der erfindungsgemäßen Filtereinheit; und .
Figuren 11a und 11b: schematische Darstellung möglicher Spannungsverläufe der Spannung für die Abscheideeinheit der erfindungsgemäßen Filtereinheit; und
Figur 12: eine schematische Blockdarstellung einer Ausführungsform eines Hochspannungsübertragers.
In Figur 1a ist eine schematische Perspektivansicht einer ersten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Filtereinheit 1 gezeigt. Die Ansicht stellt eine perspektivische Rückansicht, das heißt perspektivisch entgegen der Strömungsrichtung dar. Die Filtereinheit 1 stellt eine elektrisch ionisierende Filtereinheit 1 dar und wird auch als Filtermoduls/Filterkassette bezeichnet. Die Filtereinheit 1 besteht aus einer lonisationseinheit 2 und einer Abscheideeinheit 3. Die lonisationseinheit 2 dient zur Partikelaufladung und zum Geruchsabbau und die Abscheideeinheit 3 zur Partikelabscheidung. In der lonisationseinheit 2 wird die elektrische Partikelaufladung jedes einzelnen Partikels vorzugweise bis zu seiner maximalen elektrischen Sättigungsladung qs erzielt. Die lonisationseinheit 2 und die Abscheideeinheit 3 sind räumlich hintereinander in Luftströmungsrichtung, die in den Figuren durch einen Blockpfeil gezeigt ist, angeordnet. Die Abscheideeinheit 3 liegt in Strömungsrichtung nach der lonisationseinheit 2.
In der Ausführungsform nach Figur 1a ist die Abscheideeinheit 3 als Plattenabscheider ausgebildet, bei dem Niederschlagselektroden 30, 31 alternierend angeordnet sind und sich in Strömungsrichtung erstrecken. Die Niederschlagselektroden 30, 31 werden bei dieser Ausführungsform durch parallel zueinander angeordnete luftundurchlässige Platten gebildet. Der Plattenabscheider setzt sich aus mindestens einer spannungsführenden, plattenförmigen Niederschlagselektrodenplatte 30 und mindestens einer geerdeten, plattenförmigen Niederschlagselektrodenplatte 31 zusammen, welche jeweils alternierend angeordnet sind. Zwischen den alternierend angeordneten Platten 30, 31 bildet sich im Filterbetrieb eine elektrische Feldstärke E (=Spannung / Plattenabstand) aus, welche wiederum auf das jeweils geladene Partikel eine äußere Kraft ausübt. Dadurch wird das geladene Partikel in Richtung der Niederschlagselektroden 30, 31 umgelenkt und an diesen abgeschieden. Die Partikel sammeln sich an der Oberfläche der Platten 30, 31 an.
In der Figur 1b ist eine Alternative der Abscheideeinheit 3 zu dem Plattenabscheider gezeigt. In dieser Ausführungsform wird die Abscheideeinheit 3 mit luftdurchlässigem Abscheidemedium in Form von luftdurchlässigen Elektroden gebildet, die zu der Strömungsrichtung geneigt und insbesondere senkrecht ausgerichtet sind. Bei dieser Ausführungsform werden die Niederschlagselektroden 30, 31 der Abscheideeinheit 3 von der Luft, die durch die Filtereinheit 1 strömt durchströmt.
Im Fall des in Figur 1b gezeigten luftdurchlässigen Abscheidemediums erfolgt die Partikelabscheidung an den ebenfalls alternierend angeordneten spannungsführenden, luftdurchlässigen Niederschlagselektroden 30 und den geerdeten, luftdurchlässigen Niederschlagelektroden 31. Bei den dargestellten luftdurchlässigen Niederschlagselektroden 30, 31 kann es sich grundsätzlich um jedes Material / Medium handeln, welches luftdurchlässig ist. Als Beispiel kommen hier Schweißgitter, Drahtgewebe, Faserwerkstoffe, Lochbleche, Streckmetalle, Sinterkunststoffe und Schaumstoffe oder ähnliche luftdurchlässige Medien in Betracht. Werden poröse Kunststoffmedien verwendet, so müssen diese elektrisch leitend in Hinblick auf Ihre spezifischen Eigenschaften beschaffen sein, damit sich das elektrische Feld zwischen den einzelnen Lagen aufbauen kann.
Hinsichtlich der Spannungsart kann für die spannungsführende Niederschlagselektrodenplatte 30 beziehungsweise spannungsführende, luftdurchlässigen Niederschlagselektrode 30 eine positive oder negative Spannung verwendet werden. Hinsichtlich der Spannungsform kann sowohl Gleichspannung mit U >= 1 kV DC (siehe Figur 11a) oder alternativ gepulste Spannung mit Uscheiteiwen >= 1 kV (siehe Figur 11b) und einer Periodendauer T <= 1s eingesetzt werden. Bei der gepulsten Spannung kann es sich sowohl um eine sinusförmige, rechteckförmige, dreieckförmige oder sägezahnförmige Spannung handeln. Die geerdete Niederschlagselektrodenplatte 31 beziehungsweise die geerdete, luftdurchlässige Niederschlagselektrode 31 sind elektrisch mit dem Gegenpotential verbunden, dem Schutzleiteranschluss PE (protective earth).
Eine Ausführungsform der Elektrodenanordnung der lonisationseinheit 2 ist in Figur 2 gezeigt. In dieser Ausführungsform besteht die lonisationseinheit 2 aus einer Hochspannungselektrode 20 und einer Gegenelektrode 21. Zwischen diesen Elektroden 20, 21 ist ein Dielektrikum (nicht sichtbar) vorgesehen, das beispielsweise durch die Beschichtung einer der Elektroden 20, 21 zumindest an der der anderen Elektrode zugewandten Fläche gebildet sein kann. Das Dielektrikum weist aufgrund des Vorsehens als Isolationsbeschichtung oder Ummantelung der luftdurchlässigen Elektrode(n) eine luftdurchlässige Form auf. Die Elektrode 20, 21 stellen jeweils ein Flächenelement dar. In der gezeigten Ausführungsform sind die Flächenelemente eben ausgestaltet. Die Elektroden 20, 21 liegen parallel zueinander in einem Abstand. Obwohl in der Figur 2
nicht gezeigt, weist die lonisationseinheit 2 zusätzlich zu den Elektroden 20, 21 Anschlüsse zur Beaufschlagung mindestens einer der Elektroden 20, 21 mit elektrischer Spannung sowie vorzugsweise einen Rahmen, der die Elektroden 20, 21 an deren Rändern hält, auf.
Durch die erfindungsgemäß verwendete Art der lonisationseinheit 2 wird außer der Ionisation der Partikel auch ein Geruchsabbau von Kochgerüchen und sonstigen VOC’s aus dem Luftstrom erzielt.
Wie sich aus der Figur 3 ergibt, besteht die lonisationseinheit 2 aus mindestens einer luftdurchlässigen Hochspannungselektrode 20 in einer Anzahl von n>=1 (in der Figur 3 ist n=2) und mindestens einer luftdurchlässigen Gegenelektrode 21 in einer Anzahl von n>=1 (in der Figur 3 ist n=2). Die Hochspannungselektroden 20 und Gegenelektroden 21 sind jeweils ebene Flächenelemente und alternierend angeordnet. Bei den dargestellten luftdurchlässigen Elektroden 20, 21 nach Figur 2 und 3 kann es sich grundsätzlich um jedes Material / Medium handeln, welches luftdurchlässig und elektrisch leitend oder antistatisch ist. Als Beispiel kommen hier perforierte Bleche, z.B. Lochbleche, Schweißgitter, gewebte Drahtgitter, Streckmetalle, Sinterwerkstoffe und Schaumstoffe in Betracht.
Zum besseren Verständnis sind in Figuren 6 bis 8 solche Geometrien der Elektroden der lonisationseinheit 2 teils dargestellt. In Figur 6a ist die luftdurchlässige Gegenelektrode 21 durch ein gewebtes Drahtgitter gebildet, das in Figur 6b gezeigt ist. Die luftdurchlässige Hochspannungselektrode 20 ist in der Ausführungsform nach Figur 6a durch ein Schweißgitter gebildet, das in Figur 6c gezeigt ist. Das Schweißgitter ist elektrisch isoliert. In Figur 7a sind die luftdurchlässige Gegenelektrode 21 und die luftdurchlässige Hochspannungselektrode 20 jeweils durch ein Lochblech gebildet, das in Figur 7b gezeigt ist. Das Lochblech, das die luftdurchlässige Hochspannungselektrode 20 bildet, ist vorzugsweise elektrisch isoliert. In Figur 8a sind die luftdurchlässige Gegenelektrode 21 und die luftdurchlässige Hochspannungselektrode 20 jeweils durch ein Streckmetall gebildet. Das Streckmetall, das die luftdurchlässige Gegenelektrode 21 bildet ist in Figur 8b gezeigt und das Streckmetall, das die luftdurchlässige Hochspannungselektrode 20 bildet, ist in Figur 8c gezeigt und ist elektrisch isoliert.
Werden Kunststoffmedien als luftdurchlässiges Material für die Elektroden 20, 21 der lonisationseinheit 2 verwendet, so muss zumindest eine elektrisch leitend oder antistatisch mit einem Oberflächenwiderstand R<= 1011 Ohm in Hinblick auf ihre spezifischen Eigenschaften beschaffen sein, damit sich ein elektrisches Feld beim Anlegen einer elektrischen Spannungsdifferenz AU zwischen den Elektroden 20, 21 aufbauen kann und eine Ionisation stattfindet.
In den Figuren 9a und 9b sind weitere Ausführungsformen der Geometrie der Elektroden der lonisationseinheit 2 gezeigt. In Figur 9a ist jede der Elektroden 20, 21 plissiert. In der Figur 9b ist jede der Elektroden 20, 21 gewellt ausgestaltet. Obwohl in der Figur 12b der Abstand zwischen den Elektroden 20, 21 variiert, ist bevorzugt, dass der Abstand über die Fläche der Elektroden gleich ist.
In Figur 4 ist der Aufbau der lonisationseinheit schematisch in einer Blockdarstellung gezeigt. Der Abstand / die Distanz d zwischen der luftdurchlässigen Gegenelektrode 21 und der luftdurchlässigen Hochspannungselektrode 20 entspricht >=0mm. Vorzugsweise liegt der Abstand d zwischen 0 und 6 mm. Der Abstand ist abhängig vom Betrag der an die spannungsführende Elektrode 20 angelegten elektrischen Spannung. In dem lonisationsbereich 23 zwischen der luftdurchlässigen Gegenelektrode 21 und der luftdurchlässigen Hochspannungselektrode 20 wird das Plasma gebildet. Die luftdurchlässigen Hochspannungselektrode 20 ist mit einer Isolationsbeschichtung 22 versehen, die das Dielektrikum bildet und auch als Ummantelung bezeichnet werden kann.
Wie in Figuren 2 und 3 gezeigt ist, sind die Elektroden 20 und 21 alternierend zueinander angeordnet. Bei der in Strömungsrichtung ersten und letzten Elektrode kann es sich sowohl um eine luftdurchlässige Gegenelektrode 21 als auch um eine luftdurchlässige Hochspannungselektrode 20 handeln.
Weiterhin kann die in Figuren 2 und 3 gezeigte einzelne luftdurchlässige Gegenelektrode 21 ihrerseits aus mehreren luftdurchlässigen Lagen (n>= 1) aufgebaut sein. Dasselbe gilt auch für die luftdurchlässige Hochspannungselektrode 20.
Zudem kann die Anzahl der luftdurchlässigen Elektroden 21 zwischen zwei luftdurchlässigen Hochspannungselektroden 20 größer gleich 1 sein. Dasselbe gilt auch im umgekehrten Fall, in dem die Anzahl der luftdurchlässigen Hochspannungselektroden 20 zwischen zwei luftdurchlässigen Gegenelektroden 21 größer gleich 1 ist.
Hinsichtlich der Spannungsform wird für die luftdurchlässige Hochspannungselektrode 20 der lonisationseinheit eine gepulste Spannung mit Uscheiteiwen >= 500 V (siehe Figur 10a) und einer Periodendauer T <= 1s eingesetzt. Bei der gepulsten Spannung kann es sich um positive oder negative Spannungsart handeln. Alternativ ist eine Wechselspannung mit U Effektivwert >= 500V (siehe Figur 10b) und einer Periodendauer T >= 1s möglich. Für die Wechselspannung und die gepulste Spannung sind diverse Spannungsformen möglich. Anwendung findet hier beispielsweise eine sinusförmige, rechteckförmige, dreieckförmige oder sägezahnförmige Spannungsform. Die luftdurchlässige Gegenelektrode ist mit dem elektrischen Gegenpotential verbunden, damit eine sich ändernde elektrische Spannungsdifferenz AU zwischen der Hochspannungselektrode 20 und der Gegenelektrode 21 gewährleistet werden kann.
Alternativ kann die luftdurchlässige Gegenelektrode 21 geerdet sein. Für diesen Anwendungsfall ist die luftdurchlässige Gegenelektrode 21 elektrisch mit dem Schutzleiter PE (protective earth) verbunden.
Die lonisationseinheit kann einen Hochspannungsübertrager 4 aufweisen, der in der Figur 12 schematisch als Blockdiagramm gezeigt ist. Dieser Hochspannungsübertrager 4 versorgt auf der Sekundärseite 44 über die Anschlussleitungen 40, 41 die Hochspannungselektrode 20 und Gegenelektrode 21 mit elektrischer Hochspannung beziehungsweise mit elektrischer Energie. Mögliche Spannungsverläufe an der Sekundärseite 44 des Hochspannungsübertragers 4 sind in den Figuren 10a und 10b gezeigt. Auf der Primärseite 43 erfolgt die elektrische Spannungsversorgung des Hochspannungsübertragers 4 über den Anschluss/Anschlussleitungen 42 beispielsweise mit Gleichstrom oder Wechselstrom.
Bezüglich der Anordnung / Ausrichtung der einzelnen luftleitenden Elektroden 20, 21 zueinander sollten diese vorzugsweise, wie in den Figuren 6 bis 8 gezeigt, versetzt zueinander angeordnet sein, um eine optimale Ionisation der durchströmenden, mit
Geruchsmolekülen beladenen Luft zu gewährleisten, welche wiederum zur optimalen Neutralisation der Geruchsstoffe / Geruchsmoleküle führt.
Weiterhin können die einzelnen Elektroden um eine Rotationsachse in der Ebene von 0 bis 360° zueinander im eingebauten Zustand versetzt sein. Dies ist beispielhaft in Figur 5 gezeigt, in der die Elektroden 20, 21 zueinander in einem Versatz zueinander um 45° gedreht liegen.
Die Luft-Durchströmungsrichtung durch die Elektrodenanordnung aus flächigen Hochspannungselektrode(n) 20 und Gegenelektrode(n) 21 kann senkrecht zur Elektrodenfläche stehen (siehe Figur 1 und 2). Es liegt aber auch im Rahmen der Erfindung, dass die Strömungsrichtung in jedem beliebigen Winkel 0°<= cp <= 90° zu der Elektrodenoberfläche stehen kann, das heißt die Elektrodenanordnung nicht senkrecht angeströmt wird. Dies hängt von den Einbauverhältnissen ab.
Gemäß dem Konzept der dielektrisch behinderten Barriereentladung (DBE), das bei der Erfindung vorzugsweise verwendet wird, kommt es zu einem elektrischen Verschiebestrom I zwischen zwei Elektroden mit mindestens einem Dielektrikum, wenn zwischen diesen zwei Elektroden bei Umgebungsbedingungen eine zeitlich sich ändernde elektrische Spannung U angelegt wird, die sogenannte Zündspannung Uzundspannung. Der Betrag der Zündspannung hängt von vielen Faktoren ab, wie der Elektrodengeometrie, dem Isolationsmaterial (Dielektrika), der Spaltbreite d, der Spannungsform, der Gaszusammensetzung, etc. Dieser elektrische Verschiebestrom I bewirkt zwischen den beiden Elektroden eine Ionisation der Luft. Durch diesen lonisationsprozess im lonisationsbereich (Plasmabereich) werden durch Stoßionisationsprozesse reaktive Spezies gebildet, sogenannte reaktive Sauerstoffspezies (ROS) und reaktive Stickstoffspezies (RNS). Diese reaktiven Spezies sind energetisch hoch reaktionsfreudige Moleküle, welche unter anderem mit unangenehmen Geruchsmolekülen und sonstigen flüchtigen organischen Verbindungen (VOC’s) chemische Verbindungen eingehen, wodurch diese unangenehmen Geruchsmoleküle chemisch umgewandelt werden in andere chemische Verbindungen. Durch chemische Prozesse zwischen den Geruchsmolekülen und den reaktiven Spezies kommt es folglich zur Geruchsminderung bis zur vollständigen Geruchsbeseitigung.
Beruhend auf diesem Prozess / dieser Funktionsweise werden bei der erfindungsgemäßen Filtereinheit in der lonisationseinheit luftdurchlässige Elektroden eingesetzt, welche nach dem Prinzip der dielektrisch behinderten Barriereentladung eine Ionisation der Luft zwischen den Elektroden bewirken. Diese Ionisation der Luft im lonisationsbereich (Plasmabildung) führt zum Abbau/Neutralisation von olfaktorisch unangenehmen Geruchsmolekülen und sonstigen flüchtigen chemischen Verbindungen (VOC’s).
Die vorliegende Erfindung weist eine Reihe von Vorteilen auf.
Die ionisierende Filtereinheit benötigt aufgrund ihres Konzeptes mit den luftdurchlässigen Elektroden in der lonisationseinheit im Vergleich zur klassischen lonisationsmethode mittels einer Sprühelektrode nur einen Bruchteil des Bauraums. Insbesondere benötigen die Elektroden, die als luftdurchlässige Flächenelemente ausgebildet sind, deutlich weniger Platz aufgrund ihrer geometrischen Form als die in der klassischen lonisationsmethode verwendeten in Luftströmungsrichtung extrudierten geerdeten Gegenelektroden.
Ein weiterer Vorteil dieser Erfindung ist die Tatsache, dass weniger Einzelteile verwendet werden. Die in der Praxis verwendeten Korona-Ionisatoren bestehen für gewöhnlich neben den Sprühelektroden und den Gegenelektroden aus einer Vielzahl an Einzelteilen, wie beispielsweise Isolatoren zur Isolierung der unter Spannung stehenden Einzelteile, Abstandhaltern zur Fixierung der geerdeten Gegenelektroden und weiterer Elemente zur Drahtaufhängung und elektrische Sammelschienen zur Spannungsversorgung der verbauten Sprühelektroden. Im Gegensatz dazu besteht dieser Erfindung aus deutlich weniger Einzelteilen. Insbesondere besteht die erfindungsgemäße lonisationseinheit vorzugsweise aus den einzelnen Elektroden und sofern notwendig Abstandhaltern, um Elektroden auf einem definierten Abstand d > 0mm zu halten. Dadurch entsteht ein Kostenvorteil hinsichtlich Material- und Fertigungskosten.
Bei der klassischen lonisationsmethode mittels Korona-Entladung darf zudem keine elektrische Isolation sowohl der Sprühelektrode als auch der Gegenelektrode stattfinden, da sonst die Funktion der Ionisation außer Kraft gesetzt wird. Resultierend daraus kann es unter ungünstigen Umständen wie übermäßig viel Wasser-, Feuchtigkeits- oder
Schmutzeinwirkung zu elektrischen Überschlägen und Kurzschlüssen zwischen der Sprühelektrode und der geerdeten Elektrode führen. Bei der erfindungsgemäßen lonisationseinheit hingegen weist vorzugsweise mindestens eine Elektrode eine Isolation (Dielektrikum) auf, idealerweise ist die unter elektrischer Spannung stehende Hochspannungselektrode dabei vollständig elektrisch isoliert. Dadurch wird die Gefahr von Überschlägen und Kurzschlüssen unterbunden.
Ein weiterer Nachteil der klassischen lonisationsmethode ist die Gefahr von Durchbrüchen (Bruch der Sprühelektrode). In der Praxis werden überwiegend dünne Drähte mit d < 0,4mm Durchmesser eingesetzt. Bei unsachgemäßem Gebrauch oder bei intensiven Reinigungsprozessen mit chemisch aggressiven Medien besteht die Gefahr eines Drahtdurchbruchs, speziell an den Draht-Aufhängungspunkten. Dieses Problem wird mit der vorliegenden Erfindung unterbunden. Die erfindungsgemäß bevorzugt verwendeten Elektroden, die Flächenelemente darstellen, sind im Gegensatz zu Sprühelektroden formstabil.
Zudem kann mit der vorliegenden Erfindung eine homogene Partikelionisation erzielt werden. Bei der klassischen lonisationsmethode ist die Partikelionisation nicht homogen, in der Nähe der Sprühelektrode erfolgt eine effizientere Partikelaufladung als in der Nähe der geerdeten Gegenelektrode. Dieser Nachteil wird mittels dieser Erfindung unterbunden. Die Partikelionisation kann homogen im lonisationsbereich über der gesamten Elektrodenfläche der Elektroden der lonisationseinheit stattfinden.
Ein weiterer Vorteil ist die geruchsneutralisierende Wirkung von olfaktorisch unangenehmen Gerüchen und sonstigen VOCs. Dies ist mit der klassischen Korona- Entladung nicht möglich. Der klassische elektrostatische Filter, der nach dem Penny- Prinzip funktioniert hat keine geruchsneutralisierende Wirkung. Die erfindungsgemäße lonisationseinheit ermöglicht es hingegen in einem elektrostatischen Filter eine geruchsneutrale Zusatzfunktion zu implementieren. Zusatzkomponenten zur reinen Geruchsbeseitigung mittels Aktivkohlefiltern oder sonstigen Plasmafiltern werden dadurch überflüssig.
Die erfindungsgemäß verwendete lonisationseinheit besteht vorzugsweise aus hintereinander angeordneten porösen beziehungsweise luftdurchlässigen Elektroden und
weist zudem eine hohe Effizienz hinsichtlich der Geruchsminderung auf. Dies ist dem geschuldet, dass sich mittels der porösen Elektroden eine Plasmawand im Betrieb aufbaut, durch die die mit Geruchsmolekülen beladene Luft hindurchströmt. Beim Hindurchströmen der in der Luft befindlichen Geruchsmoleküle durch diesen lonisationsbereich „Plasmawand“ kommt es zu einer vollständigen chemischen Reaktion dieser genannten Geruchsmoleküle mit den reaktiven Spezies. Anders ausgedrückt findet eine vollständige Durchmischung von Geruchsmolekülen und sonstigen reaktiven Sauerstoffspezies (ROS) und reaktiven Stichstoffspezies (RNS) statt. Die luftdurchlässigen Elektroden der Plasmaeinheit führen aufgrund ihrer geometrischen Eigenschaften zu einer besseren Durchmischung der durchströmten Luft.
Wegen der effizienten Durchmischung der Luft und dem daraus resultierenden effizienteren Abbau von Geruchsmolekülen und sonstigen VOC’s ist im Gegensatz zu den bekannten Plasmasystemen, die dem Gebläse der Luftreinigungsvorrichtung nachgeschaltet sind, bei gleicher Filtereffizienz weniger zugeführte elektrische Leistung (Energieeintrag) notwendig.
Die erfindungsgemäße ionisierende Filtereinheit kann sowohl im Geschirrspüler als auch von Hand unter Einsatz von Reinigungssubstanzen und Wasser gereinigt werden.
Dadurch ist die Standzeit einer solchen ionisierenden Filtereinheit unbegrenzt verfügbar. Sowohl die lonisationseinheit als auch die Abscheideeinheit können unter Wasser von Schmutz und Verunreinigungen ausgewaschen werden. Aktuell bekannte Plasmafilter, die zu einem elektrostatischen Filter separate Filtereinheiten darstellen, sind für Reinigungszwecke nicht geeignet oder laut Hersteller nicht gedacht. Dies gilt insbesondere für Reinigungszwecke im privaten Hausgebrauch.
Bezugszeichenliste
1 Filtereinheit
2 lonisationseinheit 20 Hochspannungselektrode
21 Gegenelektrode
22 elektrische Isolierung
23 lonisationsbereich
3 Abscheideeinheit 30 spannungsführende Niederschlagselektrode(nplatte)
31 geerdete Niederschlagselektrode(nplatte)
4 Hochspannungsübertrager
40 Anschlussleitung der Hochspannungselektrode
41 Anschlussleitung der Gegenelektrode 42 Anschluss geringerer Spannung
43 Primärseite
44 Sekundärseite