Beschreibung
Induktives Bauelement und Verfahren zur Einstellung eines Induktivitätswertes
Die vorliegende Erfindung betrifft ein induktives Bauelement aufweisend eine Drahtwicklung. Es kann sich hierbei um eine Spule mit magnetischem Kern innerhalb der Drahtwicklung oder ohne magnetischem Kern innerhalb der Drahtwicklung handeln. Beispielsweise wird das induktive Bauelement in einer Stereoanlage eingesetzt.
Für viele Anwendungen ist eine präzise Einstellung des Induktivitätswertes des Bauelements, zumindest im statistischen Mittel für eine Gruppe von Induktivitäten (Los), wünschenswert. Insbesondere für Resonanzanwendungen ist eine hochpräzise Einstellung der Induktivität erforderlich. Das Bauelement ist insbesondere zur Verwendung im Hochfrequenzbereich ausgelegt.
Die geometrischen Abmessungen beeinflussen die Induktivität elektrischer Bauteile, insbesondere bei Luftspulen, stark. Hochpräzise Induktivitätswerte sind nur in bestimmten physikalischen Grenzen herstellbar und erfordern eine präzise Kontrolle der Geometrie. Auch Variationen in den Materialeigenschaften und der Betriebstemperatur führen bei Induktivitäten mit oder ohne Magnetkern zu einer Variation des Induktivitätswertes. Die Korrektur von Abweichungen des Induktivitätswertes eines fertigen Bauteils von einem gewünschten Sollwert bezeichnet man als „Abgleich" oder „Tuning".
Die Druckschriften DE 3618 122 Al, DE 3926 231 Al, DE 199
52 192 Al und DE 102008 063 312 Al beschreiben abgleichbare induktive Bauelemente. Ein Abgleich wird dabei zumeist durch Hinein- oder Herausschieben eines Kerns aus weichmagnetischem Material in das Innere der Wicklung oder durch ein Ausein anderziehen oder Zusammendrücken der Wicklung bewerkstelligt.
Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein verbessertes induktives Bauelement und ein Verfahren zur Einstellung einer Induktivitätswertes eines induktiven Bauelements anzugeben.
Gemäß einem ersten Aspekt der vorliegenden Erfindung weist ein induktives Bauelement eine Drahtwicklung auf. Die Drahtwicklung ist von einer magnetischen Folie umwickelt. Insbesondere kann die magnetische Folie direkt an der Drahtwicklung anliegen. Zwischen der magnetischen Folie und der Drahtwicklung kann auch eine Isolierschicht angeordnet sein.
Durch die Folie kann die Induktivität des Bauelements nach Herstellen der Drahtwicklung präzise eingestellt werden.
Dabei kann je nach gewünschtem Sollwert der Induktivität die Folie in einer geeigneten Zahl von Windungen um die Drahtwicklung gewickelt werden. Bei einer Vergrößerung der Anzahl von Windungen kann die magnetische Dicke des Folienwickels vergrößert werden. Somit wird durch die Folie ein magnetischer Körper außerhalb der Wicklung erzeugt, der die Induktivität des Bauelements beeinflusst. Beispielsweise kann abhängig von der magnetischen Dicke der Folie die Induktivität des Bauelements im Bereich von nH verändert werden.
Die Drahtwicklung weist beispielsweise als Wicklungsdraht
einen metallischen Draht auf, beispielsweise Kupfer-, Aluminium- oder Silberdraht.
Das Bauelement kann einen Trägerkörper für den Wicklungsdraht aufweisen. Der Trägerkörper ist in einer Ausführungsform aus einem nicht-magnetischen Material gebildet. Beispielsweise handelt es sich um ein Kunststoff-Material. Es kann innerhalb des Wicklungsdrahtes kein magnetischer Kern vorhanden sein. Der Trägerkörper fungiert somit rein als Träger für den Wicklungsdraht, jedoch nicht zur Führung des Magnetflusses. Bei einer derartigen Ausführungsform ist die Induktivität besonders stark von der Geometrie, insbesondere dem Durchmesser der Spule abhängig, so dass durch Aufbringen der Folie im Außenbereich der Drahtwicklung die Induktivität stark beeinflusst werden kann.
In einer alternativen Ausführungsform kann der Trägerkörper aus einem magnetischen Material gebildet sein. Beispielsweise kann es sich um einen Ferritkern handeln. Es ist auch möglich, dass ein magnetischer Kern innerhalb eines nicht magnetischen Trägerkörpers angeordnet ist.
Die magnetische Folie kann die Drahtwicklung über die gesamte Länge der Wicklung umgeben. Die Folie kann die Drahtwicklung auch in einer Richtung umlaufend um die Wicklungsachse umgeben. Beispielsweise ist die Drahtwicklung vollständig nach außen hin von der Folie bedeckt. Beispielsweise ist die Drahtwicklung schraubenförmig gewickelt. Die Drahtwicklung kann die Grundgeometrie einer Röhre aufweisen. Die magnetische Folie weist beispielsweise ebenfalls die Grundgeometrie einer Röhre auf, in die die Drahtwicklung aufgenommen ist. Es ist auch möglich, dass die Folie die Drahtwicklung nicht vollständig bedeckt. Vorzugsweise bedeckt
die Folie mindestens drei Viertel der äußeren Oberfläche der
Drahtwicklung. Nicht davon eingeschlossen sind die Enden des Drahtes, die aus der gewickelten Form herausstehen können.
Die magnetische Folie kann selbstklebend ausgebildet sein. Dies ermöglicht ein besonders einfaches Anbringen der Folie.
Alternativ kann die Folie nicht-selbstklebend ausgebildet sein und mit einem Haftmittel oder durch Erwärmung und Druck befestigt werden.
Beispielsweise wird die Folie vor dem Anbringen in Form einer Rolle bereitgestellt und kann dann von der Rolle abgewickelt und auf die Drahtwicklung aufgebracht werden. Die Folie kann beispielsweise auch in Form eines Streifens bereitgestellt werden.
Die Folie kann in ein oder mehreren Lagen um die Drahtwicklung gewickelt sein. Beispielsweise weist die Folie 1 bis 10 Lagen auf. Beispielsweise weist die Folie mehr als eine Lage, insbesondere mindestens zwei Lagen auf. Durch die Erhöhung der Lagenanzahl kann die magnetische Dicke des Folienwickels erhöht werden und somit die Induktivität erhöht werden. Die Lagen der Folie können direkt aneinander anliegen. Bei einer selbstklebenden Ausbildung der Folie können die Lagen in einfacher Weise aneinander befestigt werden.
Die Folie kann auch nur in einer einzigen Lage um die Drahtwicklung gewickelt sein. Es ist auch möglich, dass die Folie in nicht-ganzzahliger Wicklungszahl um die Drahtwicklung gewickelt ist, beispielsweise 2,5 Lagen aufweist.
Die Folie, entsprechend eine Lage der Folie in gewickelter Form, weist beispielsweise eine Dicke von maximal 100 pm auf.
Die Folie kann ein- oder mehrschichtig aufgebaut sein. Insbesondere kann eine Lage des Folienwickels ein- oder mehrschichtig ausgebildet sein. Die Folie kann als Laminat mehrerer Schichten ausgebildet sein. Dabei können die Schichten durch ein zusätzliches Haftmittel oder ohne zusätzliches Haftmittel miteinander verbunden sein.
Beispielsweise weist die Folie wenigstens eine magnetische Schicht auf. Die Folie kann auch mehrere magnetische Schichten aufweisen. Die magnetische Schicht weist ein magnetisches Material auf. Das magnetische Material kann beispielsweise ein Ferritmaterial sein. Es kann sich auch um reines Eisen oder eine amorphe oder nanokristalline Eisenlegierung handeln. Insbesondere kann es sich auch um hochpermeable Materialien handeln, beispielsweise mit einer Permeabilität von m > 1000.
Das magnetische Material kann in Partikelform in ein nicht magnetisches Material, beispielsweise einen Kunststoff, eingebettet sein. Insbesondere sind die Partikel im nicht magnetischen Material verteilt. Das nicht-magnetische Material kann auch als Klebstoff ausgebildet sein. Durch das nicht-magnetische Material kann die erforderliche Festigkeit und Flexibilität der Folie gewährleistet werden. Beispielsweise wird eine derartige Folie in ausgehärteter Form bereitgestellt, um die Drahtwicklung gewickelt und dann durch Erwärmen fixiert. Es kann auch ein zusätzliches Haftmittel aufgebracht werden.
Alternativ kann die magnetische Schicht auch aus dem magnetischen Material bestehen. In diesem Fall sind keine magnetischen Partikel vorhanden, die in ein nicht magnetisches Material eingebettet sind, sondern die Schicht ist vollständig aus dem magnetischen Material gebildet. Beispielsweise handelt es sich um ein Eisenband. Es können auch hier die anderen, oben genannten Materialien verwendet werden.
In einer Ausführungsform weist die Folie zusätzlich zur magnetischen Schicht eine Trägerschicht auf. Die Trägerschicht ist beispielsweise nicht-magnetisch ausgebildet. Die Trägerschicht weist beispielsweise Kunststoff auf oder besteht aus Kunststoff. Die Trägerschicht kann auch einen Klebstoff, insbesondere einen ausgehärteten Klebstoff, aufweisen. Die magnetische Schicht ist an der Trägerschicht beispielsweise durch Erwärmen und Druckausübung befestigt. Alternativ ist die magnetische Schicht an die Trägerschicht angeklebt.
Durch die Trägerschicht können die Eigenschaften der Folie, insbesondere die Festigkeit und Flexibilität der Folie verbessert werden. Insbesondere bei spröden magnetischen Schichten kann die Trägerschicht die Verarbeitbarkeit der Folie gewährleisten. Alternativ kann auch ein Klebstoff, der die Folie am Bauelement befestigt, bei der Entstehung von Rissen in der magnetischen Schicht den Zusammenhalt der Folie gewährleisten. Somit übernimmt der Klebstoff am Bauelement die Funktion der Trägerschicht. In diesem Fall wird die Folie beispielsweise ohne Trägerschicht bereitgestellt, ein Klebstoff auf die Folie aufgebracht und die Folie um die Drahtwicklung gewickelt.
Es können auch mehrere Trägerschichten vorhanden sein.
Beispielsweise ist eine magnetische Schicht zwischen zwei Trägerschichten angeordnet.
Die Induktivität des Bauelements liegt beispielsweise zwischen 1 und 1000 nH. Je nach Konstruktion ist durch Variation der Windungsanzahl der Folie beispielsweise eine Einstellung der Induktivität in einem Bereich von bis zu 10 % der Induktivität in 0,1 % Schritten möglich.
Es kann auch zwischen der Drahtwicklung und der magnetischen Folie eine Isolierschicht vorgesehen sein. Die Isolierschicht ist insbesondere nicht-magnetisch und nicht-leitfähig ausgebildet.
Ferner kann eine elektrische Abschirmung, insbesondere in Form eines elektrisch leitfähigen Materials, auf die Folienwicklung aufgebracht sein. Die elektrische Abschirmung kann die aufgewickelte magnetische Folie umgeben. Die Abschirmung liegt beispielsweise in Form einer weiteren Folie oder einer Beschichtung vor. Die Abschirmung kann ein leitfähiges Material, beispielsweise ein Metall aufweisen. Beispielsweise kann eine metallische Folie, wie z.B. Kupferfolie, Aluminiumfolie oder verzinnte Kupferfolie, auf der magnetischen Folie aufgebracht sein. Die metallische Folie kann ein oder mehrere Lagen aufweisen. Auf diese Weise kann die elektrische Abschirmung des induktiven Bauelements gewährleistet werden. Optional kann über der Abschirmung noch eine zusätzliche nicht-leitfähige Folie zur Fixierung angeordnet sein.
Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zur Einstellung einer Induktivitätswertes eines induktiven Bauelements angegeben. Es wird eine Drahtwicklung
bereitgestellt und mit einer magnetischen Folie umwickelt.
Der Induktivitätswert des erhaltenen Bauelements wird von der magnetischen Folie beeinflusst. Beispielsweise kann eine Lagenanzahl der Folie in Abhängigkeit von einem Sollwert der Induktivität gewählt werden.
Es ist auch möglich, alternativ oder zusätzlich dazu die Dicke einer magnetischen Schicht der Folie in Abhängigkeit von einem gewünschten Sollwert zu wählen. Beispielsweise können mehrere Folien mit unterschiedlichen Dicken einer magnetischen Schicht bereitgestellt sein und es wird dann in Abhängigkeit von einem gewünschten Sollwert eine der Folien ausgewählt.
Die Folie, die Drahtwicklung und das induktive Bauelement können alle oben beschriebenen Eigenschaften aufweisen. Beispielsweise kann ein magnetischer Kern innerhalb der Drahtwicklung angeordnet sein oder es kann kein magnetischer Kern innerhalb der Drahtwicklung angeordnet sein.
Beispielsweise wird vor oder nach der Umwicklung mit der Folie die Induktivität des Bauelements gemessen wird und die Lagenanzahl des induktiven Bauelements oder eines weiteren induktives Bauelement abhängig von der Abweichung des Messwerts von einem Sollwert verändert. Die Messung der Induktivität kann auch indirekt erfolgen, d.h. es kann ein Messwert ermittelt werden, der ein Maß für die Induktivität darstellt.
Die Folie kann bei der Messung noch einen Teil aufweisen, der nicht um die Drahtwicklung gewickelt ist und vom gewickelten Teil absteht. In Abhängigkeit vom Messwert kann die Folie weiter um die Drahtwicklung gewickelt oder es kann der
abstehende Teil abgetrennt werden. Alternativ kann der nicht gewickelte Teil nach dem Aufwickeln abgetrennt werden und es kann nach der Messung eine weitere Folie aufgewickelt werden.
Die Lagenanzahl kann schrittweise vergrößert werden bis der gewünschte Sollwert erreicht werden. Es können auch unvollständige Lagen aufgebracht werden. Beispielsweise wird die Lagenanzahl schrittweise vergrößert bis der gewünschte Sollwert erreicht ist. Abhängig von der Befestigungsart kann die Lagenanzahl auch verringert werden. Beispielsweise wird die Lagenanzahl in einem Bereich von 1,00 bis 10,00 Windungen verändert.
Insgesamt kann durch das Aufbringen der magnetischen Folie der Induktivitätswert in einfacher Form abgeglichen werden. Insbesondere kann ein Abgleich auch nach oder sogar während der Messung erfolgen.
Nach dem Abschluss des Aufwickelns der Folie, also bei Erreichen des Sollwertes, kann eine elektrische Abschirmung, insbesondere in Form eines elektrisch leitfähigen Materials, auf die Folienwicklung aufgebracht werden. Die elektrische Abschirmung kann die aufgewickelte magnetische Folie umgeben. Die Abschirmung liegt beispielsweise in Form einer weiteren Folie oder einer Beschichtung vor. Die Abschirmung kann ein leitfähiges Material, beispielsweise ein Metall aufweisen. Beispielsweise kann eine metallische Folie, wie z.B. Kupferfolie, Aluminiumfolie oder verzinnte Kupferfolie, auf der magnetischen Folie aufgebracht werden. Die metallische Folie kann ein oder mehrere Lagen aufweisen. Auf diese Weise kann die elektrische Abschirmung des induktiven Bauelements gewährleistet werden. Optional kann über der Abschirmung noch eine zusätzliche nicht-leitfähige Folie zur Fixierung
angeordnet werden.
Die Beschreibung der hier angegebenen Gegenstände ist nicht auf die einzelnen speziellen Ausführungsformen beschränkt. Vielmehr können die Merkmale der einzelnen Ausführungsformen - soweit technisch sinnvoll - miteinander kombiniert werden.
Im Folgenden werden die hier beschriebenen Gegenstände anhand von schematischen Ausführungsbeispielen näher erläutert.
Es zeigen:
Figur 1 eine Ausführungsform eines induktiven Bauelements in seitlicher Ansicht,
Figur 2 zeigt einen Grundkörper des Bauelements aus Figur
1,
Figur 3 zeigt eine Folie zum Umwickeln des Grundkörpers aus Figur 2,
Figuren 4A bis 4D ein Verfahren zur Einstellung einer Induktivität in schematischer Darstellung.
Vorzugsweise verweisen in den folgenden Figuren gleiche Bezugszeichen auf funktionell oder strukturell entsprechende Teile der verschiedenen Ausführungsformen.
Figur 1 zeigt ein induktives Bauelement 1 aufweisend eine magnetische Folie 2 zum Abgleich der Induktivität des Bauelements 1. Figur 2 zeigt zur Veranschaulichung einen Grundkörper 6 des Bauelements 1 aus Figur 1, d.h., noch ohne Umwicklung mit der Folie 2.
Das Bauelement 1 weist eine Wicklung 3 (siehe Figur 2) eines Drahtes 4 auf. Die Wicklung 3 ist um einen Trägerkörper 5 gewickelt.
Der Trägerkörper 5 kann beispielsweise als magnetischer Kern ausgebildet sein. Beispielsweise kann der Trägerkörper 5 als Ferritkern ausgebildet sein. Der Trägerkörper 5 kann auch nicht-magnetisch ausgebildet sein. In diesem Fall kann ein magnetischer Kern innerhalb des Trägerkörpers 5 angeordnet sein.
Alternativ kann der Grundkörper 6 als Luftspule ausgebildet sein. In diesem Fall ist der Trägerkörper 5 nicht-magnetisch und es befindet sich auch kein magnetischer Kern im Trägerkörper 5.
Der Trägerkörper 5 kann auch als Spulenkörper bezeichnet werden, das induktive Bauelement 1 als Spule.
Der Trägerkörper 5 weist beispielsweise Kunststoff auf. Der Trägerkörper 5 wird beispielsweise in einem Spritzguss verfahren hergestellt.
Der Draht 3 ist beispielsweise als Kupferdraht ausgebildet.
Es kann sich beispielsweise auch um einen Aluminium-, Silber oder Golddraht handeln. Der Draht kann isoliert sein, beispielsweise mit einem Lack. Zur Verbesserung der Lötbarkeit und/oder Oxidationsneigung kann der Draht, insbesondere bei Aluminium oder Kupfer, mit anderen Metallen wie Zinn, Silber, Nickel oder Gold beschichtet sein.
Der Trägerkörper 5 weist vorliegend eine kreiszylindrische
Form auf. Der Trägerkörper 5 kann auch eine andere Form aufweisen, beispielsweise eine Quaderform. Der Trägerkörper 5 kann auch Teil eines größeren Körpers, beispielsweise eines ringförmigen Körpers sein.
Der Trägerkörper 5 ist vorliegend als Hohlkörper dargestellt, kann aber auch als massiver Körper ausgebildet sein. Bei einer Ausbildung als Hohlkörper kann auch ein magnetischer Kern im Trägerkörper 5 eingeschoben sein.
Zur Einstellung der Induktivität des Bauelements 1 ist die Drahtwicklung 3 von einer magnetischen Folie 2 umgeben. Die Folie 2 ist zu einem Folienwickel 13 gewickelt. Die Folie 2 weist ein magnetisches Material auf. Die Folie 2 ist insbesondere nicht oder nur wenig elektrisch leitfähig. Zwischen der Folie 2 und der Drahtwicklung 3 kann optional eine Isolierschicht angeordnet sein. Die Isolierschicht kann beispielsweise einen Kunststoff aufweisen.
Durch die Folie 2 kann die Induktivität das Bauelements 1 nach Herstellung der Drahtwicklung 3 präzise eingestellt werden. Dabei kann je nach gewünschtem Sollwert der Induktivität die Folie 2 in einer geeigneten Zahl von Windungen um die Drahtwicklung 3 gewickelt werden. Vorliegend weist die Folienwicklung 13 vier vollständige Windungen auf, so dass vier Lagen 18, 19, 20, 21 übereinander liegen. Die Folie 2 kann auch eine andere Anzahl von Lagen, beispielsweise zwischen 1 und 10 Lagen aufweisen. Es ist auch möglich, dass die Folie mehr als 10 Lagen aufweist. Die Folie 2 liegt insbesondere schon vor dem Umwickeln des Bauelements 1 in ihrer Grundform vor. Beispielsweise wird die Folie 2 in Form einer Rolle bereitgestellt, abgewickelt und um den Grundkörper 6 gewickelt. Die Folie 2 kann auch beispielsweise
in Form eines Streifens bereitgestellt werden.
Der Folienwickel 13 bildet einen magnetischen Körper außerhalb der Wicklung. Die Anzahl der Windungen bestimmt die magnetische Dicke des Folienwickels 13. Der Folienwickel 13 kann aufgrund seiner magnetisch abschirmenden Wirkung auch als Schirmwicklung bezeichnet werden.
Der Folienwickel 13 weist insbesondere eine Form einer um den Grundkörper 6 angeordneten Röhre auf. Der Folienwickel 13 bedeckt die Drahtwicklung 3 nach außen hin vollständig, insbesondere in einer Richtung radial nach außen von einer Wickelachse aus gesehen. Drahtenden 14, 15 des Drahtes 4 stehen aus der gewickelten Folie 2 hervor. Der Folienwickel 13 bedeckt den Trägerkörper 5 der Länge nach beispielsweise nicht vollständig.
Der Folienwickel 13 kann außen von einer elektrischen Abschirmung 16 umgeben sein. Die Abschirmung 16 liegt beispielsweise in Form einer weiteren Folie oder einer Beschichtung vor. Die Abschirmung 16 weist ein leitfähiges Material, beispielsweise ein Metall auf. Optional kann über der Abschirmung 16 noch eine zusätzliche nicht-leitfähige Folie zur Fixierung angeordnet sein.
Figur 3 zeigt ein Beispiel einer magnetischen Folie 2 zum Abgleich der Induktivität. Die Grundform der Folie 2 liegt dabei vor und nach dem Umwickeln des Grundkörpers 6 vor. Die Folie 2 wird beispielsweise vor dem Umwickeln als Rolle oder als Streifen bereitgestellt.
Die Folie 2 weist vorliegend zwei Trägerschichten 7, 8 und eine dazwischen angeordnete magnetische Schicht 9 auf. Die
Folie 2 ist somit vielschichtig aufgebaut
Statt zwei Trägerschichten 7, 8 kann auch nur eine Trägerschicht oder keine Trägerschicht vorhanden sein. Die Verwendung nur einer Trägerschicht oder keiner Trägerschicht hat den Vorteil, dass die Gesamtdicke der Folie 2 geringer ist.
Die Trägerschichten 7, 8 sind beispielsweise nicht-magnetisch und dienen zur Stabilisierung der magnetischen Schicht 9. Insbesondere können die Trägerschichten 7, 8 Kunststoff aufweisen oder aus Kunststoff bestehen. Die Trägerschichten 7, 8 können auch einen Klebstoff, insbesondere einen ausgehärteten Klebstoff aufweisen.
Die magnetische Schicht 9 weist beispielsweise ein mit magnetischen Partikeln 11 gefülltes nicht-magnetisches Material 12 auf. Beispielsweise kann es sich bei dem nicht magnetischen Material 12 um einen Kunststoff handeln. Es kann sich bei dem magnetischen Material 12 auch um einen Klebstoff handeln. Die Dicke d der magnetischen Schicht 9 wird auch als magnetische Dicke der Folie 2 bezeichnet. Die Gesamtdicke D der Folie wird aus der Dicke der Trägerschichten 7, 8 und der
Dicke d der magnetischen Schicht 9 gebildet. Beispielsweise ist die Dicke der Folie 2 maximal 100 pm.
Als Material für die magnetischen Partikel 11 eignet sich beispielsweise Ferrit. Je nach den gewünschten Eigenschaften, können auch reines Eisen oder eine amorphe oder nanokristalline Eisenlegierung verwendet werden. Das Material kann in Pulverform vorliegen. Insbesondere kann es sich auch um ein hochpermeables Material handeln, beispielsweise mit einer Permeabilität von m > 1000.
Alternativ kann die magnetische Schicht 9 auch vollständig oder hauptsächlich aus einem magnetischen Material bestehen. Insbesondere kann die magnetische Schicht 9 lediglich das magnetische Material und kein nicht-magnetisches Trägermaterial aufweisen. Insbesondere liegt dabei das magnetische Material nicht in Form einzelner Partikel vor, sondern als durchgängige Schicht. Beispielsweise ist die magnetische Schicht 9 in Form eines Eisenbandes ausgebildet. Beispielsweise kann das Band als Material Ferrit, reines Eisen oder eine Eisenlegierung aufweisen.
Die Trägerschichten 7, 8 sind besonders vorteilhaft bei Verwendung spröder magnetischer Schichten 9, beispielsweise einem Eisenband. Insbesondere weisen manche hochpermeablen Materialen eine hohe Sprödigkeit auf. Durch die Trägerschichten 7, 8 können bei entstandenen Rissen in der magnetischen Schicht 9 die Form und die magnetischen Eigenschaften erhalten bleiben. Bei weniger spröden magnetischen Schichten 9 kann auch eine Folie 2 ohne Trägerschicht verwendet werden. Es ist auch möglich, dass ein Klebstoff, der gleichzeitig zur Befestigung der Folie 2 am Bauelement 1 dienen kann, die Stabilität der Folie 2 bei entstandenen Rissen gewährleistet. Auch in diesem Fall kann die Folie 2 auch bei Verwendung einer spröden magnetischen Schicht 9 ohne zusätzliche Trägerschicht 7, 8 ausgebildet sein.
Die magnetische Schicht 9 kann auch aus mehreren Teilschichten aufgebaut sein. Jede der Teilschichten kann den vorgehend beschriebenen Aufbau der magnetischen Schicht 9 aufweisen. Die Teilschichten sind beispielsweise miteinander verklebt. Auf diese Weise kann die Dicke d der magnetischen
Schicht 9 in der Folie 2 eingestellt werden.
Somit kann mit der Wahl der Dicke d der magnetischen Schicht 9 festgelegt werden, wie stark eine Windung der Folie 2 um den Grundkörper 6 die Induktivität des Bauelements 1 beeinflusst.
Beispielsweise kann bei dicker Ausführung mit vielen Teilschichten der magnetischen Schicht 9, beispielsweise 20 Teilschichten, bei Aufbringen einer einzigen Windung die gleiche magnetische Dicke wie bei einer Ausführung mit einer einschichtigen magnetischen Schicht 9 bei Aufbringen vieler Windungen, beispielsweise 20 Windungen, erzielt werden. Die Gesamtdicke des Folienwickels 13 kann sich dann abhängig von der Anzahl der Trägerschichten 7, 8 stark unterscheiden.
Die magnetische Schicht 9 ist beispielsweise mit den Trägerschichten 7, 8 durch ein Haftmittel, beispielsweise Klebstoff, verbunden. Die magnetische Schicht 9 kann auch über einen rein thermischen Prozess mit den Trägerschichten 7, 8 verbunden sein.
Die Folie 2 weist beispielsweise auf einer Oberfläche ein Haftmittel 10, insbesondere einen Klebstoff, auf. Das Haftmittel 10 kann auch auf beide Oberflächen aufgebracht sein. Somit kann die Folie 2 selbstklebend am Grundkörper 6 befestigt werden. Alternativ kann das Haftmittel 10 auch nachträglich auf den Grundkörper 6 und/oder die Folie 2 aufgetragen werden. Auch die Lagen 18, 19, 20, 21 können durch das Haftmittel 10 aneinander befestigt sein. Die Folie 2 lässt sich beispielsweise wie ein Klebeband flexibel verarbeiten.
Die Figuren 4A bis 4D zeigen Verfahrensschritte bei der Einstellung einer Induktivität eines induktiven Bauelements, beispielsweise den induktiven Bauelements 1 gemäß Figur 1.
Gemäß Figur 4A wird ein Grundkörper 6 aufweisend eine Wicklung 3 eines Drahtes 4 bereitgestellt. Der Grundkörper 6 kann gemäß Figur 2 ausgebildet sein. Durch Messung kann die Induktivität L des Grundköpers 6 bestimmt werden.
Gemäß Figur 4B wird eine Folie 2 bereitgestellt. Die Folie 2 weist beispielsweise den Aufbau gemäß Figur 3 auf. Die Folie 2 kann auch eine magnetische Schicht aufweisen, die über ihr gesamtes Volumen von einem magnetischen Material gebildet ist. Die Folie 2 kann mit oder ohne Trägerschichten ausgeführt sein.
Die Folie 2 wird beispielsweise in Form einer Rolle 17 bereitgestellt . Die Folie 2 kann selbstklebend ausgebildet sein. Bei einer selbstlebend ausgebildeten Folie 2 kann eine Schutzfolie zur Abdeckung der Klebefläche vorhanden sein, die dann vor dem Aufkleben entfernt wird. Bei einer nicht selbstklebenden Folie 2 kann ein Haftmittel, insbesondere ein Klebstoff, aufgetragen werden.
Gemäß Figur 4C wird die Folie 2 um den Grundkörper 6 gewickelt. Die Anzahl der Windungen des erhaltenen Folienwickels 13 wird beispielsweise in Abhängigkeit von der Abweichung der gemessenen Induktivität von einem Sollwert der Induktivität festgelegt. Vorliegend werden in einem ersten Schritt zwei Windungen, entsprechend zwei Lagen 18, 19 aufgebracht. Optional kann vor dem Aufbringen der Folie 2 noch eine Isolierschicht auf der Drahtwicklung 3 aufgebracht werden.
Die Folie 2 kann vor oder nach dem Umwickeln durch Abschneiden auf die gewünschte Länge gebracht werden. Es kann auch wie abgebildet noch ein Teil der Folie 2, insbesondere die Rolle 17, vom Folienwickel 13 abstehen, und erst später abgeschnitten werden, sobald der Sollwert der Induktivität erreicht ist.
Nach oder auch während des Wickelvorgangs kann die Induktivität L des Bauelements 1 ermittelt werden. Entspricht der Induktivitätswert dem Sollwert, wird - falls noch ein Teil der Folie 2 absteht - dieser Teil der Folie 2 abgeschnitten. Die Wicklungsanzahl kann jetzt für eine Gruppe von gleichen Bauelementen festgelegt sein, so dass bei diesen Bauelementen keine Messung während der Herstellung erforderlich ist.
Liegt der Messwert unterhalb eines Sollwerts, wird die Folie 2 weiter um den Grundkörper 6 gewickelt oder es wird eine separate Folie 2 um den Grundkörper 6 gewickelt.
Insgesamt kann durch das Hinzufügen weiterer Windungen zum Folienwickel 13 die magnetische Dicke und damit die Induktivität sehr genau eingestellt werden. Beispielsweise kann je nach erforderlicher Dicke des Folienwickels 13 die Dicke in kleinen Schritten, beispielsweise in 2,5 %-Schritten variiert werden.
Es ist auch möglich, Teil-Windungen aufzubringen. Beispiels weise kann die Folie in 1,5 Windungen um den Grundkörper 6 gewickelt sein.
Liegt der Messwert oberhalb des Sollwerts, kann die Anzahl
der Windungen reduziert werden oder es kann eine Folie 2 mit einer geringeren Dicke der magnetischen Schicht 9 verwendet werden.
Vorliegend ist die gemessene Induktivität noch nicht hinreichend nahe am Sollwert, so dass die Folie 2 weiter um den Grundkörper 6 gewickelt wird.
Gemäß Figur 4D sind nun zwei weitere Windungen, entsprechend zwei weitere Lagen 20, 21 der Folie 2 um den Grundkörper 6 gewickelt. Anschließend kann noch einmal die Induktivität gemessen werden. Da nun ein Sollwert erreicht wurde, wird der Rest der Folie 2 abgetrennt. Falls die gewünschte Induktivität noch nicht erreicht ist, kann der Wickelvorgang fortgesetzt werden.
Gemäß Figur 4E kann abschließend optional noch eine elektrische Abschirmung 16 auf den Folienwickel 13 aufgebracht werden.
Beispielsweise wird der Folienwickel 13 mit ein oder mehreren Lagen einer weiteren metallischen Folie umwickelt oder mit einem metallischen Material beschichtet. Beispielsweise wird eine metallische Folie, wie z.B. Kupferfolie, Aluminiumfolie oder verzinnte Kupferfolie, auf der magnetischen Folie aufgebracht.
Beispielsweise ist außen noch eine zusätzliche Folie zur verbesserten Fixierung angeordnet (nicht abgebildet).
Bezugszeichenliste
1 Bauelement
2 Folie
3 Wicklung
4 Draht
5 Trägerkörper
6 Grundkörper
7 Trägerschicht
8 Trägerschicht
9 magnetische Schicht
10 Haftmittel
11 magnetischer Partikel
12 nicht-magnetisches Material
13 Folienwickel
14 Drahtende
15 Drahtende
16 elektrische Abschirmung
17 Rolle
18 Lage
19 Lage
20 Lage
21 Lage d Dicke der magnetischen Schicht D Dicke der Folie