ÜBERWACHUNGSVERFAHREN UND -VORRICHTUNG FÜR DIE ÜBERWACHUNG EINER FOLIENBLASE IN EINEM AUSTRITTSBEREICH EINER BLASFOLIENVORRICHTUNG
B e s c h r e i b u n g
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Überwach ungsverfahren für eine
Überwachung einer Folienblase in einem Austrittsbereich nach einer
Austrittsdüse einer Blasfolienvorrichtung, eine Überwachungsvorrichtung für die
Durchführung eines solchen Verfahrens sowie ein Kalibrierverfahren für die
Kalibrierung einer solchen Überwachungsvorrichtung. Es ist bekannt, dass Blasfolienvorrichtungen eingesetzt werden, um eine
Blasfolie herzustellen. Bei einer solchen Blasfolie handelt es sich um ein
Folienprodukt, welches aus einer Vielzahl von Einzelschichten aufgebaut ist. Um
ein solches Folienprodukt herzustellen, ist entsprechend der einzelnen Schichten eine Vielzahl von Extrusionsvorrichtungen notwendig, welche aus einem
Kunststoffgranulat eine fließfähige Schichtzusammensetzung hersteilen und diese über eine entsprechende Austrittsdüse in fließfähiger Weise ausbringen. Bei einer Blasfolienvorrichtung ist diese Austrittsdüse im Wesentlichen ringförmig ausgestaltet, sodass ein schlauchförmiger Austritt des fließfähigen Extrusionsmaterials erfolgt. Beim Fördern des fließfähigen Extrusionsmaterials nach oben weitet sich diese schlauchförmige Ausgestaltung auf, sodass sich eine Folienblase bildet. Das Aufweiten dieser Folienblase entlang der Extrusionsrichtung wird dann gestoppt, wenn das fließfähige Extrusionsmittel soweit erkaltet, dass es nicht mehr fließfähig ist, es also erstarrt ist. Der Bereich, in dem dies passiert, wird auch als Frostbereich oder Frostlinie bezeichnet.
Nachteilhaft bei den bekannten Verfahren ist es, dass die Stabilität der Produktion von einer Vielzahl von unterschiedlichen Einflussparametern abhängt. Teilweise beziehen sich diese Einflussparameter auf Umgebungsparameter, wie zum Beispiel den Luftdruck, die Temperatur oder die Feuchtigkeit in der Produktionshalle. Auch weitere Einflussfaktoren, welche sich nicht im Einflussbereich der tatsächlichen Maschine der Blasfolienvorrichtung befinden, können relevant sein für die Stabilität der Produktion und/oder die Qualität des erzeugten Folienproduktes. Um diese Stabilität des Folienproduktes während der Produktion sowie die Qualitätseigenschaften in der gewünschten Weise gewährleisten zu können, wird bei den bekannten Lösungen daher zumindest teilweise auf eine manuelle Regelung durch das Bedienpersonal einer solchen Blasfolienvorrichtung zurückgegriffen. So ist darauf hinzuweisen, dass je nach Umgebungsparameter, zum Beispiel der Temperatur in der Produktionshalle, die gleiche Einstellung der Blasfolienvorrichtung zu unterschiedlichen Stabilitäten wie auch zu unterschiedlichen Qualitäten führen kann. Bei den bekannten Lösungen muss daher auf die manuelle Erfahrung des Bedienpersonals vertraut werden, sodass zum einen hier ein gewisses Produktionsrisiko besteht, zum anderen eine Reproduzierbarkeit von positiver bzw. guter Produktion zumindest nicht automatisiert möglich ist.
Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die voranstehend beschriebenen Nachteile zumindest teilweise zu beheben. Insbesondere ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, in kostengünstiger und einfacher Weise die Reproduzierbarkeit der Produktionsstabilität und/oder der Produktionsqualität bei einer Blasfolienvorrichtung zu verbessern.
Die voranstehende Aufgabe wird gelöst durch ein Überwachungsverfahren mit den
Merkmalen des Anspruchs 1 , eine Überwachungsvorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 12 und ein Kalibrierverfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 25. Weitere Merkmale und Details der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen, der
Beschreibung und den Zeichnungen. Dabei gelten Merkmale und Details, die im
Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen Überwachungsverfahren beschrieben sind, selbstverständlich auch im Zusammenhang mit der erfindungsgemäßen
Überwachungsvorrichtung sowie dem erfindungsgemäßen Kalibrierverfahren und jeweils umgekehrt, sodass bezüglich der Offenbarung zu den einzelnen Erfindungsaspekten stets wechselseitig Bezug genommen wird bzw. werden kann.
Erfindungsgemäß dient ein Überwachungsverfahren der Überwachung einer Folienblase in einem Austrittsbereich nach einer Austrittsdüse einer Blasfolienvorrichtung. Hierfür weist das Überwachungsverfahren die folgenden Schritte auf:
- Optisches Erkennen wenigstens eines Konturparameters einer Folienkontur der Folienblase im Austrittsbereich,
- Vergleich des wenigstens einen erkannten Konturparameters mit einem spezifischen Vorgabewert,
- Bestimmen einer Konturabweichung zwischen dem wenigstens einen erkannten Konturparameter und dem spezifischen Vorgabewert,
- Ausgeben der Konturabweichung als Überwachungsergebnis.
Erfindungsgemäß wird also die bisherige Lösung einer manuellen Überwachung und Kontrolle der Blasfolienvorrichtung durch eine zumindest teilweise automatisierte Lösung eines Überwachungsverfahrens ersetzt. Dieser Möglichkeit liegt zugrunde, dass hinsichtlich der Produktionsstabilität und der Produktionsqualität die Formgebung bzw. die entsprechende Ausbildung der geometrischen Form der Folienblase einen entscheidenden Hinweis geben kann. Diese Blasfolienform bzw. die Folienkontur wird bisher ausschließlich vom Bedienpersonal wahrgenommen und kann hier Hinweise, je nach Erfahrungsgrad des Bedienpersonals, für ein notwendiges Nachregeln enthalten. In erfindungsgemäßer Weise wird nun eine optische Erkennung wenigstens eines Konturparameters dieser Folienkontur
der Folienblase vorgegeben. Dabei kann es sich sowohl um eindimensionale als auch um zweidimensionale, dreidimensionale oder mehrdimensionale Konturparameter handeln. Später werden noch Details und Ausführungsbeispiele für Konturparameter näher erläutert. Im einfachsten Fall handelt es sich dabei also um die Beschreibung zumindest eines Teils der Blasenform der Folienblase mithilfe eines bewertbaren und qualitativ und/oder quantitativ verarbeitbaren Konturparameters.
Sobald in automatisierter oder teilautomatisierter Weise nun ein Konturparameter optisch erkannt worden ist, kann dieser digitalisiert weiterverarbeitet werden. Dies erfolgt bei einem erfindungsgemäßen Überwachungsverfahren durch den Vergleich dieses wenigstens einen erkannten Konturparameters mit einem spezifischen Vorgabewert. Der spezifische Vorgabewert ist dabei spezifisch für den jeweiligen Konturparameter. Ist beispielsweise eine Konturlinie als Obergrenze und/oder Untergrenze für die gesamte Konturlinie der Folienkontur vorgegeben, so kann dieser Vorgabewert die entsprechende Linienerstreckung bzw. den entsprechenden Korridor abbilden. Im Ergebnis entsteht also ein Vergleich, welcher es erlaubt, den realen Abstand, insbesondere einen geometrischen Korrelationswert bzw. einen geometrischen Abstand, zwischen dem erkannten Konturparameter und dem spezifischen Vorgabewert zu ermitteln. Im nachfolgenden Verfahrensschritt eines erfindungsgemäßen Überwachungsverfahrens kann auf diese Weise eine Konturabweichung zwischen dem wenigstens einen erkannten Konturparameter und dem spezifischen Vorgabewert bestimmt werden. Diese Konturabweichung kann nun direkt oder in weiterverarbeiteter Form in indirekter Weise als Überwachungsergebnis ausgegeben werden.
Nachfolgend wird zur besseren Erläuterung beispielhaft eine Möglichkeit für ein erfindungsgemäßes Verfahren erläutert. So kann zum Beispiel als Konturparameter die Mittellinie einer symmetrischen oder im Wesentlichen symmetrischen (Rotationssymmetrie) Folienblase erfasst werden. Diese zentrale Achse der Folienblase kann als Konturparameter optisch erkannt werden. Ein Vergleich dieser zentralen Achse der Folienblase mit einem spezifischen Vorgabewert kann zum Beispiel in Form einer zentralen Symmetrieachse der Austrittsdüse erfolgen. Somit lässt sich als Konturabweichung der tatsächliche Abstand der erkannten zentralen Achse der Folienblase zur zentralen Achse der Austrittsdüse bestimmen. Diese Abweichung kann direkt als Überwachungsergebnis oder aber in
überarbeiteter Form ausgegeben oder angezeigt werden. Sie lässt einen Rückschluss dahingehend zu, ob die Folienblase zentral oder außermittig oberhalb der Austrittsdüse angeordnet ist. Je stärker die Abweichung von der zentralen Ausrichtung entlang der zentralen Achse der Austrittsdüse vorliegt, je größer also die Konturabweichung bei diesem Beispiel ausfällt, umso wahrscheinlicher wird auch eine reduzierte Stabilität und/oder eine reduzierte Qualität vorliegen. In einem solchen Fall kann also ein Überwachungsverfahren als Basis dazu dienen, manuell, teilautomatisiert oder vollständig automatisiert einen Kontrolleingriff, zum Beispiel in Form eines Steuereingriffs und/oder in Form eines Regeleingriffs, auf die Blasfolienvorrichtung durchzuführen. Bei dem beschriebenen Beispiel kann also zum Beispiel durch Anpassung der Produktionsgeschwindigkeit, durch Anpassung von Kühlluftströmen im Bereich der Austrittsdüse oder weiteren geometrischen oder produktionstechnischen Verfahrensparametern ein Kontrolleingriff durchgeführt werden, um die Konturabweichung bei der nächsten Durchführung eines erfindungsgemäßen
Überwachungsverfahrens wieder zu reduzieren.
Wie an dem voranstehend beschriebenen Beispiel erkannt werden kann, kann die
Durchführung des Verfahrens sowohl qualitativ als auch quantitativ erfolgen. So können die Konturparameter wie auch die spezifischen Vorgabewerte in rein qualitativen Bezug gesetzt werden, sodass zum Beispiel ein nachfolgender Kontrolleingriff ausschließlich beim Überschreiten eines entsprechenden maximalen oder minimalen Schwellwerts für die Konturabweichung erfolgt. Selbstverständlich ist jedoch auch ein quantitatives Überwachen möglich, sodass anhand der quantitativen Ausbildung, also dem Betrag der
Konturabweichung, ein entsprechender an diesen Betrag quantitativ angepasster spezifischer Kontrolleingriff möglich wird.
Es ist noch darauf hinzuweisen, dass bei einem erfindungsgemäßen
Überwachungsverfahren das Ausgeben der Konturabweichung als Überwachungsergebnis sowohl für einen manuellen Kontrolleingriff durch das Bedienungspersonal als auch für einen automatisierten oder teilautomatisierten Kontrolleingriff durch ein Kontrollmodul der Blasfolienvorrichtung ausgebildet sein kann. In beiden Fällen werden die erfindungsgemäßen Vorteile erzielt. Dadurch, dass nun in automatisierter Weise eine Überwachung der Folienform der Blasfolie bzw. der Folienblase erfolgt, kann bereits bei einer manuellen nachfolgenden Kontrolle der Vorteil der Reproduzierbarkeit gewährleistet
werden, da eine automatisierte oder teilautomatisierte Erkennung des entsprechenden Konturparameters die Grundlage für diesen manuellen Kontrolleingriff bildet. Bevorzugt ist es selbstverständlich, wenn auf Basis des Überwachungsergebnisses eine teilautomatisierte oder sogar vollautomatisierte Regelung bzw. Steuerung als Kontrolleingriff durchgeführt wird.
Vorteile bringt es mit sich, wenn bei einem erfindungsgemäßen Überwachungsverfahren die optische Erkennung wenigstens einen der folgenden Konturparameter erfasst:
- Austrittswinkel aus der Austrittsdüse
- Austrittsradius an der Austrittsdüse
- Übergangswinkel an einem Übergangsabschnitt
- Übergangsradius an einem Übergangsabschnitt
- Abstand zwischen der Austrittsdüse und dem Übergangsabschnitt
- Position wenigstens eines Teilabschnitts einer Konturlinie
- Fehlstelle und/oder Lochstelle in der Folienblase
- Position und/oder Verlauf einer Frostlinie der Folienblase
Bei der voranstehenden Aufzählung handelt es sich um eine nicht abschließende Liste. So ist es beispielsweise denkbar, dass direkt zweidimensional erfassbare Konturparameter, wie zum Beispiel die Austrittswinkel oder die Übergangswinkel, erfassbar sind. Beim Austrittswinkel handelt es sich um den Winkel, welcher sich zwischen der Außenkontur der Folienblase und der zentralen Achse der Austrittsdüse im Austrittsbereich direkt nach der Austrittsdüse einstellt. Sobald die Folienblase aufgeweitet ist und nach der Frostlinie eine weitere Aufweitung nicht mehr stattfindet, ist über einen Übergangsbereich nun eine kontinuierliche bzw. in der Seitenansicht parallele Verlaufsform der Seitenkanten der Folienblase gegeben. Auch hier kann ein Übergangswinkel zu diesem Übergangsabschnitt bestimmt werden. Da hier die Folienblase üblicherweise knickfrei verläuft, kann auch an den beiden Stellen des Austrittswinkels bzw. des Übergangswinkels ein entsprechender Austrittsradius und/oder ein Übergangsradius ermittelbar sein. Auch der Gesamtabstand, welcher bis zum Erreichen des Übergangsabschnitts von der Folienblase benötigt wird, kann Hinweise für das erfindungsgemäße Verfahren liefern. Auch Teilabschnitte bzw.
Teilpositionen der Konturlinie, welche zum Beispiel anhand ihrer geometrischen seitlichen Darstellung exakt bestimmbar sind, können als Konturparameter eingesetzt werden. Zusätzlich oder alternativ können auch Fehlstellen, Dünnstellen oder sogar fehlendes Material in Form von Lochstellen in der Folienblase durch ein erfindungsgemäßes Überwachungsverfahren erkannt werden. Auch die Position und/oder der Verlauf der Frostlinie, also der Stelle, an welcher das Material der Folienblase erstarrt, kann erfindungsgemäß erfasst werden. Für die Erfassung in optischer Weise kann neben optischen Sensoren wie Kamerasystemen auch die Erfassung von Reflexionen oder ähnlichen optischen Merkmalen zur Verfügung gestellt sein.
Ein weiterer Vorteil ist es, wenn bei einem erfindungsgemäßen Überwachungsverfahren die Ausgabe des Überwachungsergebnisses als optische Anzeige für einen Bediener der Blasfolienvorrichtung erfolgt. Diese optische Anzeige kann sowohl statisch in Form eines Fotos als auch fortlaufend in Form eines Videos oder in Form eines Verlaufs von mehreren Fotos dargestellt werden. Dabei kann zum Beispiel die Blasfolienvorrichtung bzw. die Folienblase als Verlauf auf dem Foto oder Video dargestellt sein. Entsprechende Hilfslinien können das Überwachungsergebnis in Form der Konturabweichung, der Konturlinie oder weiteren Konturparametern darstellen. So kann direkt, in Form einer erweiterten Realitätsdarstellung (augmented reality) eine optisch verbesserte Anzeige für den Bediener zur Verfügung gestellt werden, welcher nun auf Basis dieser optischen Anzeige sozusagen einen Hinweis auf den von ihm in manueller Weise durchzuführenden Kontrolleingriff erhält. Die optische Anzeige kann dabei Teil einer entsprechenden Überwachungsvorrichtung sein. Jedoch kann zumindest teilweise das Überwachungsverfahren auch auf einem mobilen Endgerät, zum Beispiel einem Tablet oder einem Mobiltelefon, vom Bediener durchgeführt werden, sodass er durch das Abfilmen der Folienblase durch das erfindungsgemäße Verfahren nun in Form der erweiterten Realität die zusätzlichen Informationen, insbesondere die Anzeige des Überwachungsergebnisses, als optische Anzeige direkt auf seinem mobilen Endgerät erhält.
Ebenfalls von Vorteil ist es, wenn bei einem erfindungsgemäßen Überwachungsverfahren die Ausgabe des Überwachungsergebnisses an ein Kontrollmodul erfolgt, welches anschließend basierend auf dem Überwachungsergebnis wenigstens einen Kontrolleingriff an der Blasfolienvorrichtung durchführt. Zusätzlich oder alternativ zu dem im
voranstehenden Absatz erläuterten manuellen Eingriff kann also hier eine teilautomatisierte oder vollautomatisierte Rückkopplung mit einem Kontrollverfahren der Blasfolienvorrichtung erfolgen. Dabei kann es sich um eine Steuerung und/oder um eine Regelung handeln. Der Eingriff ist dabei als Kontrolleingriff spezifisch für die Art des Konturparameters und/oder für die Art der Konturabweichung. Dabei kann der Kontrolleingriff sowohl qualitativ spezifisch als auch quantitativ spezifisch zur Konturabweichung bzw. zum Überwachungsergebnis ausgebildet sein.
Weitere Vorteile kann es mit sich bringen, wenn bei einem erfindungsgemäßen Überwachungsverfahren das Überwachungsergebnis mit einem Kontrollspeicher verglichen wird, wobei ein spezifischer Kontrolleingriff ermittelt wird. Ein solcher Kontrollspeicher kann als temporärer oder langfristiger Kontrollspeicher ausgebildet sein. Er erlaubt es auch, den Kontrolleingriff als spezifischen Kontrolleingriff anzuzeigen, bevor dieser durchgeführt wird. Der Kontrollspeicher kann also eine Vielzahl von spezifischen Kontrolleingriffen in der Korrelation zum jeweiligen Überwachungsergebnis speichern, sodass nicht nur lineare, sondern auch nicht-lineare Zusammenhänge zwischen Überwachungsergebnissen und spezifischen Kontrolleingriffen zur Verfügung stellbar sind. Der spezifische Kontrolleingriff enthält dabei sowohl die Art als auch die Richtung bzw. die Qualität und/oder die Quantität des Kontrolleingriffs. Selbstverständlich kann nach dem Kontrolleingriff in den Kontrollspeicher zurückgeschrieben werden, welchen realen Ergebnisfaktor dieser Kontrolleingriff hatte, sodass der Erfolg bzw. das Resultat des spezifischen Kontrolleingriffs überprüfbar und damit der Kontrollspeicher lernfähig und über die Zeit verbesserbar ausgebildet wird.
Weitere Vorteile bringt es mit sich, wenn bei einem erfindungsgemäßen Überwachungsverfahren die Konturabweichung und/oder das Überwachungsergebnis als Funktion der Zeit überwacht wird. Eine Funktion der Zeit erlaubt es nicht nur Momentaufnahmen durchzuführen, sondern insbesondere auch Gradienten, also Veränderungsgeschwindigkeiten von den betrachteten Konturparametern zu berücksichtigen. Damit wird nicht nur eine Momentaufnahme möglich, sondern auch ein Schwingverhältnis, ein Taumelverhältnis bzw. sogar eine regelmäßige Frequenzüberwachung der entsprechenden Konturabweichung. So können beispielsweise Folienblasen dazu neigen, unter bestimmten Umgebungsparametern zu pulsieren, sich also
entlang einer regelmäßigen Frequenz aufzuweiten und wieder zusammenzuziehen. Da dies für ein kontinuierliches Produktionsergebnis unerwünscht ist, kann bei einer Betrachtung der Konturabweichung über die Zeit hier ein solches frequenzbehaftetes Pulsieren wie auch ein Zittern oder ein Taumeln der Folienblase erkannt werden. Auch kann durch die Erkennung der Geschwindigkeit einer Änderung ein notwendiger Regeleingriff bzw. Kontrolleingriff stärker oder weniger stark ausgebildet werden, um der tatsächlichen Situation Rechnung zu tragen. Die Information über die Funktion über die Zeit kann dabei als zusätzliches Kontrollergebnis zusätzlich Teil des Überwachungsergebnisses sein und als solches ausgegeben oder angezeigt werden.
Vorteilhaft ist es weiter, wenn bei einem erfindungsgemäßen Überwachungsverfahren die optische Erfassung symmetrisch oder im Wesentlichen teilweise symmetrisch zur Folienblase erfolgt. Eine symmetrische oder im Wesentlichen symmetrische optische Erfassung beruht auf der Tatsache, dass eine symmetrische oder im Wesentlichen symmetrische Ausbildung der Folienblase mit einer hohen Produktionsqualität sowie einer hohen Produktionsstabilität einhergeht. Üblicherweise handelt es sich hier um eine Rotationssymmetrie bzw. eine Achsensymmetrie hinsichtlich der optischen Überfassung. Dabei ist noch darauf hinzuweisen, dass die Symmetrie selbstverständlich von der Blickrichtung der optischen Überwachungsvorrichtung bzw. des optischen Erkennungsmoduls abhängt, sodass es sich bei Draufsicht um eine Rotationssymmetrie und bei seitlicher Ansicht um eine Achsensymmetrie handeln kann. Selbstverständlich können auch unterschiedliche Symmetrien bei einem erfindungsgemäßen Überwachungsverfahren frei miteinander kombiniert werden.
Vorteilhaft ist es darüber hinaus, wenn bei einem erfindungsgemäßen
Überwachungsverfahren vor der Ausgabe des Überwachungsergebnisses eine Erkennung von Menschen erfolgt und dargestellte Gesichter der Menschen unkenntlich gemacht werden. Insbesondere dann, wenn eine Speicherung der optischen Erkennungsergebnisse erfolgen soll bzw. eine Weitergabe der Video- oder Fotosequenzen notwendig ist, kann es vorteilhaft sein, die Gesichter von Personen unkenntlich zu machen. Insbesondere hinsichtlich Datenschutzgesichtspunkten kann hier ein erfindungsgemäßes
Überwachungsverfahren auch dann eingesetzt werden, wenn sich in dem überwachten
Bereich des optischen Erkennungsmoduls Personen befinden oder zumindest teilweise befinden können.
Weitere Vorteile bringt es mit sich, wenn bei einem erfindungsgemäßen Überwachungsverfahren zusätzlich und/oder in Relation mit dem wenigstens einen Konturparameter die Position wenigstens eines Bauteils der Blasfolienvorrichtung und/oder ein Bediener ermittelt wird. Diese zusätzliche Relation erlaubt es, weitere Möglichkeiten in den Kontrolleingriff mit einzubeziehen. So können beispielsweise manuelle Eingriffe an einem Kühlring der Blasfolienvorrichtung als Positionserkennung mit dem Überwachungsverfahren ersichtlich sein. Die entsprechende Relation der Bauteile und/oder des Bedieners werden also als Teil des Überwachungsergebnisses berücksichtigt oder sogar mit ausgegeben. Neben einer Positionierung eines Kühlrings kann dies auch für eine Positionserkennung eines Kalibrierkorbs gelten, welcher oberhalb des Austrittsbereiches verfahrbar und bewegbar angeordnet ist. So kann durch das Überwachungsverfahren zusätzlich eine Kollisionsüberwachung zur Verfügung gestellt werden, wie auch eine Einstellüberwachung von manuell einstellbaren Bauteilen an der Blasfolienvorrichtung. Auch hier sind sowohl qualitative als auch quantitative und/oder absolute Abmessungen im Sinne der vorliegenden Erfindung denkbar.
Vorteilhaft ist es weiter, wenn bei einem erfindungsgemäßen Überwachungsverfahren die Konturabweichung und/oder das Überwachungsergebnis wenigstens teilweise gespeichert wird. Dies kann zum Beispiel in einem Kontrollspeicher erfolgen, wie er bereits erläutert worden ist. So ist es möglich, Überwachungsrezepte bzw. Regelrezepte zu speichern, welche insbesondere im Zusammenhang mit entsprechenden Konturformen der Folienblase abgespeichert werden. Das Speichern zugehöriger Kontrolleingriffe erlaubt es, die Qualität bzw. die Erfolgswahrscheinlichkeit entsprechender Kontrolleingriffe zu überwachen und in Zukunft verbesserte oder adaptierte Kontrolleingriffe spezifisch zur Verfügung zu stellen. Dabei können einzelne statische Bilder ganz oder teilweise wie auch Videosequenzen gespeichert werden. Selbstverständlich kann zur Reduktion der zu speichernden Daten auch eine Speicherung einzelner Parameter bzw. des Verlaufs von erkannten Konturparametern erfolgen. Wie bereits erläutert worden ist, kann die zumindest teilweise Speicherung der Konturabweichung insbesondere im Zusammenhang mit den Kontrolleingriffen als Basis für ein lernendes System innerhalb der Blasfolienvorrichtung, aber auch in übergeordneter
Weise für eine Vielzahl ähnlicher und voneinander beabstandeter Blasfolienvorrichtungen dienen.
Darüber hinaus ist es von Vorteil, wenn bei einem erfindungsgemäßen Überwachungsverfahren eine Erkennung einer sprunghaften Änderung der Konturabweichung und/oder des Überwachungsergebnisses erfolgt. Wie bereits mehrfach erläutert worden ist, kann neben einer statischen Überwachung der Konturabweichung auch dessen Verlauf über die Zeit erkannt werden und Teil des Überwachungsergebnisses bilden. Ein hoher Gradient in der Änderung kann auch als sprunghafte Änderung bezeichnet werden, sodass ein solcher Qualitätssprung zum Beispiel als Erkennung der Umstellung zwischen zwei Folienmaterialzusammensetzungen dienen kann. Die Erkennung der unterschiedlichen Materialzusammensetzungen kann auch mit einer Spektralanalyse als Teil der optischen Erkennung durchgeführt werden.
Ebenfalls Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine Überwachungsvorrichtung für eine Überwachung einer Folienblase in einem Austrittsbereich nach einer Foliendüse einer Blasfolienvorrichtung. Eine solche Überwachungsvorrichtung weist ein optisches Erkennungsmodul für ein optisches Erkennen wenigstens eines Konturparameters einer Folienkontur der Folienblase im Austrittsbereich auf. Weiter ist die Überwachungsvorrichtung mit einem Vergleichsmodul für einen Vergleich des wenigstens einen erkannten Konturparameters mit einem spezifischen Vorgabewert ausgestattet. Darüber hinaus weist die Überwachungsvorrichtung ein Bestimmungsmodul für ein Bestimmen einer Konturabweichung zwischen dem wenigstens einen erkannten Konturparameter und dem spezifischen Vorgabewert auf. Weiter ist ein Ausgabemodul vorgesehen für eine Ausgabe der Konturabweichung als Überwachungsergebnis. Damit bringt eine erfindungsgemäße Überwachungsvorrichtung die gleichen Vorteile mit sich, wie sie ausführlich mit Bezug auf ein erfindungsgemäßes Überwachungsverfahren erläutert worden sind. Die Überwachungsvorrichtung, insbesondere das Erkennungsmodul, das Vergleichsmodul, das Bestimmungsmodul und/oder das Ausgabemodul sind dabei vorzugsweise ausgebildet, ein erfindungsgemäßes Überwachungsverfahren durchzuführen. Dabei ist noch darauf hinzuweisen, dass das optische Erkennungsmodul im Wesentlichen beliebig an der Blasfolienvorrichtung angeordnet sein kann. Das optische Erkennungsmodul kann dabei einen Sensor außerhalb der Folienblase genauso aufweisen, wie einen entsprechenden
optischen Sensor innerhalb der Folienblase. Selbstverständlich können auch zwei oder mehr Einzelsensoren, die das optische Erkennungsmodul ausbilden bzw. in der Zusammenschau zur Verfügung stellen. Die Ausrichtung kann dabei sowohl vertikal als auch horizontal und/oder winklig zur Folienblase erfolgen. Wie bereits erläutert, kann das optische Erkennungsmodul auch eine Kombination von zwei oder mehr identischen oder unterschiedlichen Kamerasystemen oder anderen Sensoren darstellen.
Weitere Vorteile bringt es mit sich, wenn bei einer erfindungsgemäßen Überwachungsvorrichtung das Erkennungsmodul wenigstens eine der folgenden Vorrichtungen aufweist:
- 2D-Kamera
- 3D-Kamera
- Kombination aus wenigstens zwei Kamerasystemen
- Infrarotkamera
- optischer Sensor
Bei der voranstehenden Aufzählung handelt es sich um eine nicht abschließende Liste. Als optischer Sensor wird insbesondere ein kleiner optischer Fotochip verwendet, um eine entsprechend große Tiefenschärfe zur Verfügung zu stellen. Selbstverständlich können auch unterschiedliche Kamerasysteme miteinander kombiniert werden. Eine dreidimensionale Kamera kann zum Beispiel durch zwei voneinander definiert beabstandete Kamerasensoren zur Verfügung gestellt werden. Jedoch ist es auch denkbar, dass mit einer einzigen bewegbaren Kamera durch die Veränderung des Blickwinkels auf die Folienblase dreidimensionale Bilddaten zur Verfügung gestellt werden. Auch die Kombination von statischen und bewegbaren Kameras ist im Sinne der vorliegenden Erfindung denkbar. Grundsätzlich kann das Erkennungsmodul je nach dem gewünschten Konturparameter einen oder mehrere entsprechende Sensoren aufweisen, um deren Darstellung in der Folienblase digitalisiert erfassbar zu gestalten.
Ebenfalls von Vorteil ist es, wenn bei einer erfindungsgemäßen Überwachungsvorrichtung das Erkennungsmodul eine Lagervorrichtung für eine bewegbare Lagerung, insbesondere
an der Blasfolienvorrichtung aufweist. Eine solche bewegbare Lagerung kann reversibel bewegbar, einmalig bewegbar oder auch während der Erkennung bewegbar ausgebildet sein. So kann die Bewegung zum Beispiel in Höhenrichtung, auf die Folienblase zu oder von dieser weg in horizontaler Richtung, aber auch in einer Winkelrichtung oder sogar in einer Rotationsrichtung ausgebildet sein. Die Bewegung mit dieser Lagerung kann Teil eines später noch erläuterten Kalibrierverfahrens oder aber auch Teil des Erkennungsverfahrens selbst sein. Dabei kann zum Beispiel eine Einrichtung und/oder eine Variation vor dem Erkennen, aber auch beim Erkennen der Ausrichtung bzw. der Positionierung des Erkennungsmoduls erfolgen.
Ein weiterer Vorteil kann es sein, wenn bei einer erfindungsgemäßen Überwachungsvorrichtung das optische Erkennungsmodul wenigstens ein Teilmodul für die Erkennung einer spezifischen Wellenlänge oder eines spezifischen Wellenlängenbereichs aufweist. So ist es beispielsweise denkbar, dass ausschließlich ein Infrarotbereich und/oder ausschließlich ein Ultraviolettbereich aufgenommen werden kann. Auch die Kombination von spezifischen Wellenlängen und/oder spezifischen Wellenlängenbereichen ist im Sinne der vorliegenden Erfindung denkbar. Insbesondere für das Unterscheiden von nicht relevanten Informationen am Hintergrund oder aber nicht relevanten Informationen der Folienblase kann, zum Beispiel in Kombination mit einer entsprechenden diese spezifische Wellenlänge und/oder diesen spezifischen Wellenlängenbereich aussendenden Lichtquelle, eine deutlich erleichterte und verbesserte Erkennbarkeit des wenigstens einen Konturparameters erzielt werden.
Weitere Vorteile kann es mit sich bringen, wenn bei einer erfindungsgemäßen Überwachungsvorrichtung das optische Erkennungsmodul wenigstens ein optisches Mittel aufweist für eine optische Beeinflussung des optischen Erkennens. Dabei kann es sich zum Beispiel um eine Linse, ein Objektiv, einen Filter und/oder einen Spiegel oder Spiegelsystem handeln. Die Verwendung von optischen Mitteln erlaubt eine freiere Anordnung sowie die Verwendung günstigerer Sensorelemente für das optische Erkennungsmodul. Auch können unterschiedliche optische Sensoren innerhalb eines optischen Erkennungsmoduls kombiniert werden, ohne die Komplexität des Gesamtsystems der Überwachungsvorrichtung zu steigern.
Ein weiterer Vorteil ist es, wenn bei einer erfindungsgemäßen Überwachungsvorrichtung zusätzlich eine Kontrastvorrichtung vorgesehen ist, insbesondere auf einer von zur Position des Erkennungsmoduls entgegengesetzten Seite der Folienblase der Blasfolienvorrichtung. So kann beispielsweise ein Mantel, eine Decke oder ein Kontrastschirm auf der Rückseite der Folienblase angeordnet werden, um entsprechend einen stärkeren Kontrast zwischen der Folienblase und dem Luftraum neben der Folienblase für das Erkennungsmodul zu erzeugen. Ein solcher verbesserter Kontrast erlaubt zum einen den notwendigen Aufwand in der Bildbearbeitung zu reduzieren und darüber hinaus die Erkennungsqualität zu steigern bzw. zu optimieren.
Weitere Vorteile kann es mit sich bringen, wenn bei einer erfindungsgemäßen Überwachungsvorrichtung zusätzlich wenigstens ein Beleuchtungsmittel vorgesehen ist für eine Beleuchtung der Folienblase im Austrittsbereich. Das Beleuchtungsmittel kann zum Beispiel an die bereits erläuterten spezifischen Wellenlängen und/oder spezifischen Wellenlängenbereiche angepasst sein bzw. in diesen Bereichen spezifisch Licht emittieren. Die Beleuchtung kann dabei von der Seite, aber auch von hinten zur Verfügung gestellt sein, sodass sowohl die Absorption der Folienblase als auch die Transmission eine entsprechende zusätzliche Konturerkennung erlauben. Durch ein solches definiertes und spezifisches Beleuchtungsmittel kann die Kontrastwirkung verbessert, und damit die Konturerkennung weiter gesteigert werden.
Ein weiterer Vorteil ist es, wenn bei einer erfindungsgemäßen Überwachungsvorrichtung zusätzlich wenigstens ein Markierungsmittel für eine insbesondere optische Markierung der Folienblase vorgesehen ist. Ein solches Markierungsmittel kann zum Beispiel ein Lasersystem aufweisen, um optische Linien, Gitter oder Rasterelemente auf der Außenseite der Folienblase anzuordnen. Die entsprechende Verzerrung kann dann ermittelt und anhand der verzerrten Farbmarkierungen von dem optischen Erkennungsmodul dem Überwachungsverfahren zur Verfügung gestellt werden. Insbesondere bei komplexen und schwierig zu erfassenden Konturparametern kann dies ebenfalls die Bildauswertung deutlich vereinfachen und kostengünstiger sowie schneller ermöglichen.
Weitere Vorteile kann es mit sich bringen, wenn bei einer erfindungsgemäßen Überwachungsvorrichtung wenigstens ein Reinigungsmittel vorgesehen ist für eine
Erkennung eines Reinigungsbedarfs des Erkennungsmoduls und/oder einer Durchführung einer solchen Reinigung. Bei der Produktion mithilfe einer Blasfolienvorrichtung kann eine Vielzahl von unterschiedlichen Verschmutzungen, insbesondere in Form von Staub, erfolgen. So besteht die Gefahr, dass das Erkennungsmodul über die Einsatzdauer verschmutzt und damit die optische Erkennungsqualität sinkt. Das Reinigungsmittel ist nun in der Lage, Fehlmessungen oder den gänzlichen Ausfall des Erkennungsmoduls zu reduzieren oder sogar vollständig zu vermeiden, wenn rechtzeitig ein Reinigungsbedarf bekannt und angezeigt bzw. die Durchführung einer solchen Reinigung explizit sofort erfolgen kann.
Ebenfalls von Vorteil ist es, wenn bei einer erfindungsgemäßen Überwachungsvorrichtung wenigstens ein Schaltmittel vorgesehen ist für ein Ausschalten des optischen Erkennungsmoduls bei Abwesenheit der Folienblase und/oder bei Anwesenheit des Bedieners. Wird also die Folienblase nicht mehr vorhanden sein, weil die Produktion abgestellt ist, so kann die Erfassung mithilfe des Erkennungsmoduls ebenfalls ausgeschaltet werden, um zum einen die Sicherheit und den Schutz der Privatsphäre des Bedieners beizubehalten, und gleichzeitig das Aufzeichnen von nicht benötigtem Datenmaterial zu vermeiden.
Ebenfalls von Vorteil ist es, wenn bei einer erfindungsgemäßen Überwachungsvorrichtung wenigstens eine Anzeigevorrichtung für die Anzeige der Konturabweichung und/oder des Überwachungsergebnisses vorgesehen ist. Diese Anzeige kann als aktive oder passive Anzeige ausgebildet sein, sodass insbesondere in Form einer erweiterten Realität (augmented reality) die überwachte Folienblase zusammen mit den Zusatzinformationen der Konturabweichung des Überwachungsergebnisses angezeigt wird. Diese Anzeige kann zum Beispiel auch auf einem separaten mobilen Element, wie zum Beispiel einem Mobiltelefon oder einem Tablet des Bedieners erfolgen.
Ebenfalls von Vorteil ist es, wenn bei einer erfindungsgemäßen Überwachungsvorrichtung eine Speichervorrichtung für eine Speicherung der ermittelten Konturparameter und/oder der ausgegebenen Überwachungsergebnisse vorgesehen ist. Damit ist eine Rückkopplung möglich, und insbesondere auch die Speicherung eines Nachweises der Produktionsstabilität und der Produktionsqualität. Neben dem bereits erläuterten
Ermöglichen eines lernenden Systems für spezifische Kontrolleingriffe kann auf diese Weise auch ein Scale-up zur Verfügung gestellt werden, sodass auf Basis von optischen Daten einer Vorserienmaschine eine entsprechende Umsetzung und Qualitäts- und Produktionskontrolle bei einer großen Produktionsmaschine möglich ist. Die Speicherung kann zum Beispiel im Bereich der Überwachungsvorrichtung, aber auch in einem Ferndiagnosezentrum, zum Beispiel in einer Daten-Cloud erfolgen.
Weitere Vorteile kann es mit sich bringen, wenn bei einer erfindungsgemäßen Überwachungsvorrichtung wenigstens ein Kommunikationsmittel für eine Übertragung der Überwachungsergebnisse und/oder der Konturabweichungen an ein Ferndiagnosemodul vorgesehen ist. Das kann im Sinne einer Speicherung in einer Daten-Cloud sowie in einer Darstellung auf einem weiter entfernten Anzeigegerät erfolgen. So kann zum Beispiel der Hersteller der Blasfolienvorrichtung ein Ferndiagnosemodul mit einem entsprechenden Ferndiagnosebediener zur Verfügung stellen, welcher ohne persönliche Anwesenheit an der laufenden Blasfolienvorrichtung nun spezifische Kontrolleingriffe vorgibt, freigibt, auslöst oder zur manuellen Durchführung an den Bediener der Blasfolienvorrichtung weitergibt.
Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Kalibrierverfahren für eine Kalibrierung einer erfindungsgemäßen Überwachungsvorrichtung, aufweisend die folgenden Schritte:
- Anordnen des optischen Erkennungsmoduls in einer Erkennungsposition,
- Zuweisen eines Erkennungsbereichs, welcher wenigstens abschnittsweise mit einem Austrittsbereich der Blasfolienvorrichtung überlappt.
Ein erfindungsgemäßes Kalibrierverfahren bringt damit die gleichen Vorteile mit sich, wie sie ausführlich mit Bezug auf eine erfindungsgemäße Überwachungsvorrichtung und mit Bezug auf ein erfindungsgemäßes Überwachungsverfahren erläutert worden sind. Der Erkennungsbereich ist dabei zumindest teilweise mit dem Austrittsbereich der Blasfolienvorrichtung korreliert, sodass das Kalibrierverfahren die Überwachungsvorrichtung in die Lage versetzt, das erfindungsgemäße Überwachungsverfahren durchzuführen.
Vorteile bringt es mit sich, wenn bei einem erfindungsgemäßen Kalibrierverfahren die Zuweisung des Erkennungsbereichs durch Aufnahme des Austrittsbereichs ohne Folienblase erfolgt. Es kann also auf diese Weise ein Differenzbild zur Verfügung gestellt werden, welches bei Überlagerung mit einem Produktionsbild mit Folienblase eine verbesserte und exakte Darstellung der Außenkontur der Folienblase ermöglicht.
Weiter ist es möglich, wenn bei einem erfindungsgemäßen Kalibrierverfahren wenigstens ein Schritt einer Ausrichtung des optischen Erkennungsmoduls erfolgt. Dabei kann zum Beispiel die bereits beschriebene bewegbare Lagerung eingesetzt werden. So kann zum Beispiel eine Ausrichtung hinsichtlich Winkel, Höhe und/oder Rotationsausrichtung zur Verfügung gestellt werden. Dabei kann insbesondere ein Verstellmittel einer solchen bewegbaren Lagerung eingesetzt werden.
Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung, in der unter Bezugnahme auf die Zeichnungen Ausführungsbeispiele der Erfindung im Einzelnen beschrieben sind. Dabei können die in den Ansprüchen und in der Beschreibung erwähnten Merkmale jeweils einzeln für sich oder in beliebiger Kombination erfindungswesentlich sein. Es zeigen schematisch:
Figur 1 eine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Überwachungsvorrichtung,
Figur 2 eine weitere Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Überwachungsvorrichtung,
Figur 3 eine weitere Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Überwachungsvorrichtung,
Figur 4 eine weitere Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Überwachungsvorrichtung und
Figur 5 eine Darstellung möglicher Konturparameter.
Die Figuren 1 bis 4 zeigen unterschiedliche Möglichkeiten, eine erfindungsgemäße Überwachungsvorrichtung 10 auszubilden. Figur 1 zeigt schematisch, wie zum Beispiel die Überwachungsvorrichtung 10 ein optisches Erkennungsmodul 20 in Form einer Kameravorrichtung aufweist. Das optische Erkennungsmodul 20 ist auf der optischen Erkennungsseite mit einem optischen Mittel 24 in Form eines Linsensystems ausgestattet. Auf diese Weise kann das optische Erkennungsmodul 20 nun die in der Figur 1 als Kontur dargestellte Folienblase FB erkennen. Als zweidimensionale Kameravorrichtung ist das optische Erkennungsmodul 20 hier in der Lage, die Folienkontur FK zu erkennen und entsprechend der Weiterverarbeitung zur Verfügung zu stellen. Wie in der Figur 1 ebenfalls zu erkennen ist, tritt die Folienblase FB in der Blasfolienvorrichtung 100 aus einer zentralen Austrittsdüse 1 10 aus. Die Folienblase FB weitet sich im Anschluss innerhalb des Austrittsbereichs 112 weiter auf und erstarrt entlang einer nicht näher dargestellten Frostlinie, um in diesem aufgeblasenen Zustand weiter parallel nach oben gefördert zu werden. Anschließend erfolgt ein Flachlegen und Aufwickeln der hergestellten Folienbahn, sodass eine Weiterverarbeitung der produzierten Folie möglich wird.
Die aufgenommenen und erkannten Informationen zur Folienkontur FK können nun in einem Vergleichsmodul 30 und einem Bestimmungsmodul 40 weiterverarbeitet werden. Die Figur 1 zeigt dazu zum Beispiel die Lösung auf einer separaten Anzeigevorrichtung 52 des Ausgabemoduls 50, um nicht nur das erfasste Bild des optischen Erkennungsmoduls 20, sondern, nicht in Figur 1 dargestellt, zusätzliche Hinweise eines Überwachungsergebnisses UE anzuzeigen. Dabei handelt es sich selbstverständlich nur um eine Möglichkeit, eine Anzeige und damit eine manuelle Kontrolleingriffsmöglichkeit zur Verfügung zu stellen.
In Figur 1 ist darüber hinaus eine Variante dargestellt, bei welcher mithilfe eines optischen Markierungsmittels 80 optische Linien als optisches Raster auf die Folienblase FB aufgebracht werden. Diese erlauben es, Teilbereiche, insbesondere Teilkonturen, durch das optische Erkennungsmodul 20 noch leichter vergleichbar bzw. bestimmbar zu gestalten.
Figur 2 basiert grundsätzlich auf der Lösung, wie sie die Figur 1 zeigt. Hier weist das optische Erkennungsmodul 20 eine Lagervorrichtung 22 in bewegbarer Weise auf, sodass nun durch die Anbindung an die Blasfolienvorrichtung 100 ein Kalibrierverfahren bzw. ein Einstellen der Ausrichtung des optischen Erkennungsmoduls 20 möglich wird. Mithilfe eines
Reinigungsmittels 26 kann die Linse des optischen Erkennungsmoduls 20 von Verschmutzungen frei gehalten oder sogar aktiv gereinigt werden. Mithilfe eines Schaltmittels 28 kann ein Ausschalten des optischen Erkennungsmoduls erfolgen, wenn die Blasfolienvorrichtung 100 sich außerhalb der Produktion im Stillstand befindet, oder aber wenn sich Bedienpersonal im aufgenommenen Bereich aufhält.
Im Gegensatz zur Ausführungsform der Figur 1 ist bei der Lösung der Figur 2 eine Kommunikation des Ausgabemoduls 50 über ein Kommunikationsmittel 54, hier kabelgebunden, mit einem Kontrollmodul 56 und einem Kontrollspeicher 58 der Blasfolienvorrichtung 100 dargestellt. Der Kontrollspeicher 58 kann nun spezifische Kontrolleingriffe zur Verfügung stellen, um erkannte Konturabweichungen KA mit einem spezifischen Kontrolleingriff an der Folienkontur FK zu reduzieren bzw. zu beheben. Bei der Ausführungsform der Figur 2 ist darüber hinaus ein Beleuchtungsmittel 70 vorgesehen, welches für eine verbesserte Erkennung zumindest einen Teil der Folienblase FB mit Licht beleuchtet. Dabei kann es sich insbesondere um definierte und spezifische Wellenlängen und/oder Wellenlängenbereiche handeln, welche mit einer entsprechenden Erkennungsspektralspezifität des optischen Erkennungsmoduls 20 korreliert.
Auch Figur 3 basiert grundsätzlich auf der Lösung, wie sie die Figuren 1 und 2 beschreiben. Für eine verbesserte optische Erkennung ist jedoch hier eine Kontrastvorrichtung 60 als Kontrastschirm auf der rechten Seite der Folienblase FB angeordnet. Diese erlaubt es, eine zweidimensionale Erkennung des optischen Erkennungsmoduls 20 zu erleichtern, sodass anschließend schneller und mit weniger Rechenaufwand die Auswertung in der Überwachungsvorrichtung 10 durchgeführt werden kann. Auch ist hier dargestellt, dass per Funkübertragung von dem Ausgabemodul 50 die entsprechende Übertragung der Konturabweichung KA und/oder des Überwachungsergebnisses UE an ein Kontrollmodul 56 erfolgen kann.
Figur 4 zeigt schematisch den Ablauf eines erfindungsgemäßen Verfahrens in der Überwachungsvorrichtung 10. Das optische Erkennungsmodul 20 erlaubt es, den Konturparameter KP aufzunehmen und weiterzuleiten. Im Vergleichsmodul 30 kann er mit dem Vergleichswert VW verglichen werden, sodass anschließend durch den Vergleich im Bestimmungsmodul 40 die Konturabweichung KA bestimmt werden kann. Auf Basis der
Konturabweichung KA kann nun im Ausgabemodul 50 die Ausgabe des Überwachungsergebnisses UE, hier über das Kommunikationsmittel 54 erfolgen. Bei dieser Ausführungsform der Figur 4 ist eine optionale mögliche Speichervorrichtung 90 zur Verfügung gestellt, in welchem Konturparameter KP, Vorgabewerte VW, Konturabweichungen KA und/oder Überwachungsergebnisse UE gespeichert oder zwischengespeichert werden. Diese Zwischenspeicherung kann zur Rückkopplung als lernendes System, aber auch für die Auswertung über die Zeit und die
Gradientenüberwachung eingesetzt werden. Figur 5 zeigt schematisch eine Seite einer Folienblase FB einer Folienkontur FK. Hier sind beispielhaft einzelne Möglichkeiten von Konturparametern KP dargestellt. Bei der Blasfolienvorrichtung 100 ausgehend von der Austrittsdüse 110 im Bereich des Austrittsbereichs 112 ist hier ein Austrittsbereich mit einem Austrittswinkel a und einem Austrittsradius AR zu erkennen. Die Konturlinie KL verläuft weiter in den Übergangsabschnitt 1 14, sodass dort ein Übergangsradius UR und ein Übergangswinkel ß bestimmt werden kann. Die einzelnen Konturparameter KP können hier kombiniert oder einzeln und auch kombiniert mit weiteren Konturparametern eingesetzt werden.
Die voranstehende Erläuterung der Ausführungsformen beschreibt die vorliegende Erfindung ausschließlich im Rahmen von Beispielen. Selbstverständlich können einzelne Merkmale der Ausführungsformen, sofern technisch sinnvoll, frei miteinander kombiniert werden, ohne den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.
10 Überwachungsvorrichtung
20 optisches Erkennungsmodul
22 Lagervorrichtung
24 optisches Mittel
26 Reinigungsmittel
28 Schaltmittel
30 Vergleichsmodul
40 Bestimmungsmodul
50 Ausgabemodul
52 Anzeigevorrichtung
54 Kommunikationsmittel
56 Kontrollmodul
58 Kontrollspeicher
60 Kontrastvorrichtung
70 Beleuchtungsmittel
80 Markierungsmittel
90 Speichervorrichtung
100 Blasfolienvorrichtung
1 10 Austrittsdüse
1 12 Austrittsbereich
1 14 Übergangabschnitt a Austrittswinkel
ß Übergangswinkel
AR Austrittsradius
UR Übergangsradius
KL Konturlinie
FB Folienblase
FK Folienkontur
KP Konturparameter VW Vorgabewert
KA Konturabweichung UE Überwachungsergebnis