Anordnung und Verfahren zur drahtlosen Datenübertragung
Die Erfindung betrifft eine Anordnung und ein Verfahren, um zwischen einer bemannten Basisstation und einer Überwasser-Einrichtung Daten zu übermitteln.
Verschiedene solche Anordnungen und Verfahren sind bekannt geworden.
Figur 1 von DE 102012006566 A1 zeigt eine Anordnung, um Seeminen zu entdecken. Ein autonomes Unterwasserfahrzeug 1 ist über einen Lichtwellenleiter mit einer Trägerplattform in Form eines ebenfalls unbemannten Überwasserfahrzeugs 3 verbunden. Über eine Funkantenne 7 an Bord des Überwasserfahrzeugs 3 wird eine Funkverbindung mit einer Funkantenne 9 an Bord eines bemannten Seeschiffs 8 hergestellt. Die beiden Fahrzeuge 1 , 3 fahren vor dem Seeschiff 8 her. Das Unterwasserfahrzeug 1 überträgt Informationen an das Überwasserfahrzeug 3. Eine Person an Bord des Seeschiffs 8 erhält diese Informationen und wertet sie aus. Nach einem entsprechenden Befehl dieser Person aktiviert das Überwasserfahrzeug 3 eine Drohne 19, welche eine Seemine 10 vernichtet. In einer Ausgestaltung nimmt ein Helikopter 31 das Überwasserfahrzeug 3 mitsamt zweier Unterwasserfahrzeuge 1 , 1 a und der Drohne 19 auf und transportiert diese zu einem Einsatzort.
In GB 2366111 B wird beschrieben, wie eine Einrichtung auf hoher See überwacht wird. Die Einrichtung soll mit einem ferngesteuerten Wasserfahrzeug (ROV) und einem autonomen Unterwasserfahrzeug aufgebaut und überwacht werden. Das Wasserfahrzeug (ROV) wird von einer räumlich entfernten Basisstation gesteuert. Figur 1 zeigt ein ferngesteuerte Fahrzeug (remotely operated vehicle 10), einen Übertragungsknoten (tether management System 12), eine Drohne 14 und eine Basisstation 60. Signale von Videokameras 16 an Bord des ferngesteuerten Fahrzeugs 10 werden über ein Koaxialkabel an den Übertragungsknoten 12 gesendet. Ein erster Treiber 24 erhält die Signale von den Videokameras 16, ein zweiter Treiber 32 Signale von einer Videokamera 28 an Bord des Übertragungsknoten 12. Die Signale von den Treibern 24 und 32 werden über eine weitere Leitung (umbilical line 40) an die Drohne
14 übermittelt. Diese Drohne 14 verarbeitet die Signale, z.B. in einem Video compressor multiplexer and encoder 48, und übermittelt diese drahtlos über eine Antenne 58 an die Basisstation 60.
Figur 4 von GB 2538269 A zeigt eine Anordnung, die ein Kriegsschiff (Warship Base Station) drahtlos mit einer Basisstation an Land (Over-the-horizon Unmanned Surface Vehicle Remote Station) verbindet. Eine Kommunikationseinheit (4691/TVWS
Radio/Modem/Router) des Kriegsschiffs tauscht drahtlos Daten mit einer
Kommunikationseinheit (4691/TVWS Radio/Modem/Router) der Basisstation aus. Weil eine direkte Datenverbindung nicht möglich ist, werden die Daten über eine
Kommunikationseinheit (Unmanned Aerial Vehicle Relay Remote Station) an Bord eines Luftfahrzeugs (UAV) übermittelt.
In WO 2017142520 A1 wird beschrieben, wie ein Landfahrzeug 100, welches einen Unfall erlitten hat, lokalisiert wird, damit Insassen gerettet oder wenigstens geborgen werden können. Beispielsweise ist ein PKW 100 in einen See gefahren und befindet sich unterhalb der Wasseroberfläche. Nach dem Unfall öffnet sich eine Klappe (hatch 108), und eine Drohne 102 und eine Boje 104 schwimmen an die Wasseroberfläche. Die Boje 104 übermittelt über einen buoy transceiver 110 drahtlos Daten an die Drohne 102. Die Drohne 102 übermittelt Daten an einen Satelliten 114 oder an einen Fernmeldeturm (communication tower 116).
In DE 102004062123 B3 wird ein Verfahren beschrieben wie ein getauchtes Unterseeboot 11 mit Hilfe einer Boje 13 eine Nachricht an einen Hubschrauber 12 übermittelt. Der Hubschrauber 12 umfasst einen Funksender und einen Funkempfänger. In einem Szenario speist das U-Boot 11 eine Nachricht über eine Schnittstelle 141 in einen Recorder 14 der Boje 13 ein. Das U-Boot 11 stößt die Boje 13 aus. Die Boje 13 steigt an die Meeresoberfläche 22 auf, und eine Antenne 18 der Boje 13 ragt über die Meeresoberfläche 22 hinaus. Das U-Boot 11 entfernt sich. Nach Ablauf einer ausreichend langen Zeitspanne sendet die aufgetauchte Boje 13 eine verschlüsselte und codierte Nachricht ab. Der Hubschrauber 12 empfängt die Nachricht
und entschlüsselt und decodiert. In einem alternativen Szenario sendet der Hubschrauber 12 ein Signal an die Boje 13 und erhält daraufhin die Nachricht. Möglich ist auch, dass der Hubschrauber 12 mittels einer Boje 13‘ eine Nachricht an das U-Boot 11 übermittelt. Der Hubschrauber 12 wirft die Boje 13‘ mit der Nachricht ins Wasser. Das U-Boot 11 setzt ein unbemanntes unter Wasserfahrzeug 23 aus, welches die Boje 13 und / oder die Boje 13‘ einsammelt und zum U-Boot 11 bringt.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Anordnung mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1 und ein Verfahren mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 10 bereitzustellen, bei denen eine drahtlose Datenverbindung in wenigstens eine Richtung zwischen der Basisstation-Kommunikationseinheit und der Überwasser- Kommunikationseinheit auch unter solchen Einsatzbedingungen hergestellt werden kann, in denen herkömmliche Anordnungen und Verfahren dies nicht vermögen. Gelöst wird diese Aufgabe eine Anordnung mit den in Anspruch 1 angegebenen Merkmalen und ein Verfahren mit den in Anspruch 10 angegebenen Merkmalen. Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen, der nachfolgenden Beschreibung sowie den Zeichnungen. Die erfindungsgemäße Anordnung umfasst
- eine bemannte Basisstation,
- ein Unterwassergerät,
- eine Uberwasser-Einrichtung und
- ein Luftfahrzeug.
Das Unterwassergerät ist dazu ausgestaltet, wenigstens zeitweise unter Wasser eingesetzt zu werden. Die Uberwasser-Einrichtung ist dazu ausgestaltet, über Wasser eingesetzt zu werden.
Die Basisstation umfasst eine Basisstation-Kommunikationseinheit. Die Uberwasser- Einrichtung umfasst eine Überwasser-Kommunikationseinheit. Das Luftfahrzeug umfasst eine Luftfahrzeug-Kommunikationseinheit.
Wenigstens zeitweise ist eine drahtlose Basisstation-Luftfahrzeug-Datenverbindung zwischen der Basisstation-Kommunikationseinheit und der Luftfahrzeug- Kommunikationseinheit hergestellt. Weiterhin ist wenigstens zeitweise eine drahtlose Luftfahrzeug-Überwasser-Datenverbindung zwischen der Luftfahrzeug- Kommunikationseinheit und der Überwasser-Kommunikationseinheit hergestellt. Dank diesen beiden Datenverbindungen lassen sich in mindestens eine Richtung Daten zwischen der Basisstation und der Uberwasser-Einrichtung drahtlos übertragen.
Außerdem steht die Uberwasser-Einrichtung wenigstens zeitweise in einer Unterwasser-Datenverbindung mit dem getauchten Unterwassergerät. Über diese Unterwasser-Datenverbindung lassen sich in mindestens eine Richtung Daten unter Wasser übertragen.
Das lösungsgemäße Verfahren wird mit einer solchen Anordnung durchgeführt. Es umfasst die folgenden Schritte:
- Wenigstens zeitweise wird eine drahtlose Datenverbindung zwischen der Basisstation-Kommunikationseinheit und der Überwasser-Kommunikationseinheit hergestellt.
- Hierbei wird einerseits wenigstens zeitweise eine drahtlose Basisstation- Luftfahrzeug-Datenverbindung zwischen der Basisstation-Kommunikationseinheit und der Luftfahrzeug-Kommunikationseinheit hergestellt. Andererseits wird wenigstens zeitweise eine drahtlose Luftfahrzeug-Überwasser-Datenverbindung zwischen der Luftfahrzeug-Kommunikationseinheit und der Überwasser- Kommunikationseinheit hergestellt.
- Über die hergestellte drahtlose Datenverbindung werden in mindestens eine Richtung Daten durch die Luft übertragen.
- Wenigstens zeitweise wird eine Unterwasser-Datenverbindung zwischen der Überwasser-Kommunikationseinheit und dem getauchten Unterwassergerät hergestellt.
- Über die hergestellte Unterwasser-Datenverbindung werden in mindestens eine Richtung Daten unter Wasser übertragen.
Dank der Erfindung wird es möglich, ein unbemanntes Unterwassergerät in einem für Menschen gefährlichen Gebiet operieren zu lassen. Die bemannte Basisstation ist ausreichend weit von diesem gefährlichen Gebiet entfernt. Auch das Luftfahrzeug kann unbemannt sein, so dass keine Menschen an Bord des Luftfahrzeugs gefährdet werden. Möglich, aber dank der erfindungsgemäßen drahtlosen Datenverbindungen nicht erforderlich ist es, dass das Luftfahrzeug der Fahrt des Unterwassergeräts und / oder der Bewegung der Überwasser-Einrichtung genau folgt. Ausreichend ist, dass das Luftfahrzeug wenigstens zeitweise so dicht an der Überwasser-Einrichtung bleibt, dass die Luftfahrzeug-Überwasser-Datenverbindung hergestellt werden kann und
aufrechterhalten werden kann.
Das getauchte Unterwassergerät kann über die Überwasser-Einrichtung und über das unbemannte Luftfahrzeug Daten an die bemannte Basisstation übermitteln und / oder Daten von der Basisstation erhalten, ohne auftauchen zu müssen. Eine
drahtgebundene Datenverbindung zwischen der Basisstation und dem
Unterwassergerät ließe sich in vielen Situationen gar nicht hersteilen, insbesondere wenn das Unterwassergerät in eine größere Wassertiefe abgetaucht ist, und ist dank der Erfindung auch nicht erforderlich.
Dank der Erfindung kann zwischen der Basisstation-Kommunikationseinheit und der Überwasser-Kommunikationseinheit wenigstens zeitweise eine so große Entfernung auftreten, dass eine direkte drahtlose Datenverbindung überhaupt nicht oder nicht mit ausreichender Datenübertragungsrate und / oder nicht mit ausreichender
Übertragungsqualität hergestellt werden kann. Die Luftfahrzeug-Kommunikationseinheit des Luftfahrzeugs fungiert als eine Art Relaisstation zwischen der Basisstation-
Kommunikationseinheit und der Überwasser-Kommunikationseinheit. Dank der Relaisstation lässt sich eine deutlich größere Entfernung überbrücken, die so groß sein kann, dass eine direkte Datenübertragung nicht möglich wäre. Lösungsgemäß ist die Relaisstation, nämlich die Luftfahrzeug-Kommunikationseinheit, an Bord eines Luftfahrzeugs angeordnet. Das Luftfahrzeug kann sich senkrecht oder schräg oberhalb eines Gegenstands befinden, der sich im direkten Weg zwischen der Basisstation und der Überwasser-Einrichtung befindet und daher eine unmittelbare Datenübertragung beeinträchtigen oder sogar ganz unterbinden kann. Ein solcher Gegenstand ist beispielsweise ein Felsen, ein hohes Gebäude oder auch eine
Wellenbewegung auf hoher See. Das Luftfahrzeug kann im laufenden Betrieb seine Position schnell verändern, beispielsweise um eine optimale Position als Relaisstation zu finden. Dank der Erfindung wird es möglich, Daten zwischen der Basisstation-
Kommunikationseinheit und der Überwasser-Kommunikationseinheit auch dann zu übertragen, wenn diese beiden Kommunikationseinheiten nicht gemäß einem gemeinsamen Datenübertragungsverfahren arbeiten können. Daten lassen sich auch dann übertragen, wenn diese beiden Kommunikationseinheiten gemäß verschiedenen Datenübertragungsverfahren arbeiten. Die Luftfahrzeug-Kommunikationseinheit kann so ausgestaltet werden, dass sie gemäß beiden Datenübertragungsverfahren arbeiten kann und Daten, die an die Luftfahrzeug-Kommunikationseinheit mit einem ersten Datenübertragungsverfahren übermittelt werden, mit einem zweiten
Datenübertragungs-Verfahren absendet. In manchen Anwendungen wird dadurch überhaupt erst eine drahtlose Datenverbindung zwischen der Basisstation-
Kommunikationseinheit und der Überwasser-Kommunikationseinheit ermöglicht. Dank der Erfindung ist es nicht erforderlich, die Basisstation-Kommunikationseinheit oder die Überwasser-Kommunikationseinheit abzuändern, um Daten übertragen zu können.
Dank der Erfindung ist der Übertragungskanal zwischen dem getauchten Unterwassergerät und der Basisstation in drei einzelne Übertragungskanäle unterteilt, nämlich
- einen Unterwasser-Übertragungskanal zwischen einer Kommunikationseinheit des Unterwassergeräts und der Überwasser-Kommunikationseinheit,
- einen ersten drahtlosen Übertragungskanal (Luftfahrzeug-Überwasser- Datenverbindung) zwischen der Überwasser-Kommunikationseinheit und der Luftfahrzeug-Kommunikationseinheit und
- einen zweiten drahtlosen Übertragungskanal (Basisstation-Luftfahrzeug- Datenverbindung) zwischen der Luftfahrzeug-Kommunikationseinheit und der Basisstation-Kommunikationseinheit.
Diese Aufteilung auf drei Übertragungskanäle ermöglicht es, für jeden
Übertragungskanal ein jeweils gut geeignetes Datenübertragungsverfahren mit geeigneten Parametern auszuwählen und anzuwenden. Beispielsweise überbrücken der Unterwasser-Übertragungskanal und der erste drahtlose Übertragungskanal (Luftfahrzeug-Überwasser-Datenverbindung) jeweils eine deutlich geringere Entfernung als der zweite drahtlose Übertragungskanal (Basisstation-Luftfahrzeug- Datenverbindung), weil sich das Luftfahrzeug, die Überwasser-Einrichtung und das Unterwassergerät in einem für Menschen gefährlichen Gebiet befinden, während die bemannte Basisstation in einem sicheren Gebiet angeordnet ist und zwischen dem gefährlichen Gebiet und den sicheren Gebiet eine ausreichend große Entfernung auftritt. Weiterhin wird ermöglicht, bei Bedarf ein Übertragungsverfahren oder einen Parameter des Übertragungsverfahrens im laufenden Betrieb abzuändern, ohne etwas an den anderen beiden Übertragungskanälen ändern zu müssen.
Die bemannte Basisstation kann sich z.B. an Land oder an Bord eines bemannten Überwasserschiffs oder Unterseeboots oder an Bord einer stationären bemannten Plattform, beispielsweise einer Bohrinsel-Plattform, auf dem Wasser befinden.
Das Unterwassergerät kann ein bemanntes oder ein unbemanntes
Unterwasserfahrzeug mit eigenem Antrieb sein oder ein Gerät, welches von einem anderen Fahrzeug zu einem Einsatzort geschleppt oder auf andere Weise transportiert wird. Das Unterwassergerät ist beispielsweise dazu ausgestaltet, Objekte unter Wasser zu entdecken, zu orten, zu klassifizieren, zu inspizieren und / oder im Falle eines
Kampfmittels zu neutralisieren.
Die Uberwasser-Einrichtung kann auf dem Wasser schwimmfähig sein oder eine stationäre Plattform auf dem Wasser sein, die sich an dem Gewässerboden oder an einem Gegenstand auf oder über der Wasseroberfläche abstützt, beispielsweise eine Bohrinsel-Plattform, die auf einem Gewässerboden steht, oder eine Uberwasser- Einrichtung an einer Brücke über ein Gewässer. Die Uberwasser-Einrichtung kann einen eigenen Antrieb aufweisen oder ohne eigenen Antrieb sein, beispielsweise eine Boje sein. Vorzugsweise ist die Uberwasser-Einrichtung unbemannt.
Das Luftfahrzeug kann bemannt oder unbemannt sein und z.B. als unbemannte Drohne oder als Helikopter, Quadrokopter, Flugzeug oder Zeppelin oder Ballon ausgestaltet sein.
In einer Ausgestaltung werden die Basisstation-Luftfahrzeug-Datenverbindung und die Luftfahrzeug-Überwasser-Datenverbindung erst hergestellt, während das Luftfahrzeug sich in der Luft befindet. In einer anderen Ausgestaltung wird mindestens einer dieser beiden Datenverbindungen bereits hergestellt, bevor das Luftfahrzeug vom Boden abhebt.
In einer Ausführungsform der Erfindung ist mindestens eine der folgenden drei Datenverbindungen eine bidirektionale Datenverbindung, d.h. vermag Daten in beide Richtungen zu übertragen:
- die drahtlose Basisstation-Luftfahrzeug-Datenverbindung,
- die drahtlose Luftfahrzeug-Überwasser-Datenverbindung oder
- die Unterwasser-Datenverbindung.
In einer Ausgestaltung ist die Unterwasser-Datenverbindung zwischen der Uberwasser- Einrichtung und dem getauchten Unterwassergerät ebenfalls eine drahtlose Datenverbindung. In einer anderen Ausgestaltung ist die Unterwasser-Datenverbindung mit Hilfe eines Kabels hergestellt. Oder diese Unterwasser-Datenverbindung lässt sich mit Hilfe eines Kabels hersteilen. Die Unterwasser-Datenverbindung kann auch dazu verwendet werden, um elektrische oder kinetische Energie zu übertragen oder beispielsweise einen Zündmechanismus eines Räumgeräts zu zünden.
Über ein Kabel lassen sich größere Datenmengen mit einer größeren Sicherheit übertragen, verglichen mit einer drahtlosen Datenübertragung unter Wasser. Die Gefahr ist geringer, dass die Position des getauchten Unterwassergeräts aufgrund der Datenübertragung gemessen werden kann, was oft unerwünscht ist.
In einer Ausgestaltung werden unterschiedliche Datenübertragungs-Verfahren verwendet. Die Basisstation-Kommunikationseinheit vermag Daten gemäß einem Basisstation-Datenübertragungsverfahren zu senden und / oder zu empfangen. Die Überwasser-Kommunikationseinheit vermag Daten gemäß einem Überwasser- Datenübertragungsverfahren zu senden und / oder zu empfangen. In einer Ausführungsform vermag die Luftfahrzeug-Kommunikationseinheit sowohl Daten gemäß dem Basisstation-Datenübertragungsverfahren zu empfangen als auch gemäß dem Überwasser-Daten übertragungsverfahren zu senden. In einer anderen Ausführungsform vermag die Luftfahrzeug-Kommunikationseinheit sowohl Daten gemäß dem Überwasser-Daten übertragungsverfahren zu empfangen als auch gemäß dem Basisstation-Datenübertragungsverfahren zu senden. Diese beiden Ausführungsformen lassen sich kombinieren.
Diese Ausgestaltung ermöglicht es, im laufenden Betrieb automatisch von einem Datenübertragungs-Verfahren zu einem anderen Datenübertragungs-Verfahren umzuschalten. Dieses Umschalten kann eine höhere Datenübertragungsrate gewährleisten, beispielsweise wenn kurzfristig eine hohe Datenmenge zu übertragen
io
ist, beispielsweise Sonardaten oder Videodaten in Echtzeit, oder wenn sich Umgebungsbedingungen ändern, beispielsweise atmosphärische Bedingungen. Das Umschalten betrifft nicht den gesamten Übertragungskanal zwischen der Basisstation und der Überwasser-Einrichtung, sondern nur einen Übertragungskanal zum Luftfahrzeug.
Diese Ausgestaltung ermöglicht es weiterhin, dass Daten zwischen der Basisstation und der Überwasser-Einrichtung ausgetauscht werden können, obwohl diese beiden Einrichtungen kein gemeinsames Übertragungsprotokoll aufweisen. Die Luftfahrzeug- Kommunikationseinheit vermag bevorzugt Nachrichten von einem Übertragungsprotokoll in ein anderes Übertragungsprotokoll umzusetzen.
In einer Ausgestaltung werden Daten zwischen der Basisstation-Kommunikationseinheit und der Überwasser-Kommunikationseinheit stets über die Luftfahrzeug- Kommunikationseinheit übermittelt, also über die beiden drahtlosen Datenverbindungen. In einer anderen Ausgestaltung besteht zeitweise eine direkte Datenverbindung, so dass sich wenigstens zeitweise Daten direkt zwischen der Basisstation-Kommunikationseinheit und der Überwasser-Kommunikationseinheit übertragen lassen, also nicht über die Luftfahrzeug-Kommunikationseinheit. Die Luftfahrzeug-Kommunikationseinheit wird nur dann benötigt, wenn die direkte Datenverbindung nicht möglich ist.
Diese Ausgestaltung ermöglicht es, dass ein direkter Übertragungskanal zwischen der Basisstation-Kommunikationseinheit und der Überwasser-Kommunikationseinheit genutzt wird, solange überhaupt Daten über diesen direkten Übertragungskanal übermittelt werden können und die Datenübertragungsrate und die Datenqualität ausreichend groß ist. Sobald und solange dies nicht mehr der Fall ist, wird gemäß der Ausgestaltung die Luftfahrzeug-Kommunikationseinheit eingesetzt, d.h. als Relaisstation verwendet. Diese Ausgestaltung ermöglicht es, die Vorteile des direkten Übertragungskanals zu benutzen, solange dieser in ausreichender Qualität zur Verfügung steht, beispielsweise kürzere Laufzeiten und in manchen Anwendungen eine
höhere Datenübertragungsrate. Möglich ist, dass das Luftfahrzeug seinen Einsatz als Relaisstation beginnt, nachdem der direkte Übertragungskanal bereits hergestellt ist. Dadurch braucht das Luftfahrzeug nicht während der gesamten Datenkommunikation zwischen Basisstation und Überwasser-Einrichtung zur Verfügung zu stehen, sondern nur, sobald und solange der direkte Übertragungskanal nicht verfügbar ist.
In einer Ausgestaltung umfasst die Luftfahrzeug-Kommunikationseinheit einen Datenspeicher. Dank dieses Datenspeichers vermag die Luftfahrzeug- Kommunikationseinheit empfangene Daten zwischenzuspeichern. Damit vermag die Luftfahrzeug-Kommunikationseinheit in einer Ausführungsform Daten, welche sie über die Basisstation-Luftfahrzeug-Datenverbindung empfangen hat, so lange zu speichern, bis die Luftfahrzeug-Überwasser-Datenverbindung die Übertragung von Daten ermöglicht. In einer anderen Ausgestaltung vermag sie Daten, welche sie über die Luftfahrzeug-Überwasser-Datenverbindung empfangen hat, so lange zu speichern, bis die Basisstation-Luftfahrzeug-Datenverbindung die Übertragung von Daten ermöglicht. Diese beiden Ausgestaltungen lassen sich kombinieren.
In einer Ausgestaltung vermag die Überwasser-Einrichtung im Wasser zu schwimmen. Sie ist beispielsweise eine Boje. Das Unterwassergerät vermag die Überwasser- Einrichtung an Bord mitzuführen, bevorzugt auch bei einer Tauchfahrt. Das Unterwassergerät vermag weiterhin die mitgeführte Überwasser-Einrichtung im Wasser auszubringen, beispielsweise während einer Tauchfahrt. Vorzugsweise schwimmt die ausgebrachte Überwasser-Einrichtung an die Wasseroberfläche, während das Unterwassergerät abgetaucht bleibt und über die Unterwasser-Datenverbindung mit der aufgetauchten Überwasser-Einrichtung in Verbindung bleibt.
Diese Ausgestaltung ermöglicht es, dass das Unterwassergerät die Überwasser- Einrichtung zu einem Einsatzort transportiert, beispielsweise im Inneren eines Druckkörpers des Unterwassergeräts transportiert. Während dieses Transports ist die Überwasser-Einrichtung vor äußeren Einflüssen geschützt. Möglich ist auch, dass ein Überwasserfahrzeug das Unterwassergerät mitsamt der Überwasser-Einrichtung
transportiert. Die Uberwasser-Einrichtung braucht keinen eigenen Antrieb zu haben, um zum Einsatzort verbracht zu werden. An einem Einsatzort bringt das Unterwassergerät die Uberwasser-Einrichtung aus, beispielsweise während das Unterwassergerät abgetaucht ist. Dadurch setzt sich das Unterwassergerät nicht einer Gefahr an der Oberfläche aus. Die Uberwasser-Einrichtung fungiert quasi als ein„Mund“ oder„Ohr“ des getauchten Unterwassergeräts.
Umgekehrt vermag in einer Ausgestaltung die Uberwasser-Einrichtung das Unterwassergerät zu tragen. Die Uberwasser-Einrichtung vermag das getragene Unterwassergerät auf das Wasser abzusetzen. Diese Ausgestaltung lässt sich auch für eine Uberwasser-Einrichtung ohne eigenen Antrieb verwenden, auch für eine solche, die sich an einem Gewässerboden abstützt, beispielsweise eine Bohrinsel. Das Unterwassergerät inspiziert beispielsweise einen unter Wasser befindlichen Bestandteil der stationären Uberwasser-Einrichtung. Möglich ist auch, dass die Uberwasser- Einrichtung das Luftfahrzeug transportiert und das Luftfahrzeug von der Uberwasser- Einrichtung aufsteigt, vor oder während Daten übermittelt werden. Möglich ist, dass die Uberwasser-Einrichtung sowohl das Unterwassergerät als auch das Luftfahrzeug transportiert.
In einer Ausgestaltung vermag die Basisstation-Kommunikationseinheit einen Befehl für das Unterwassergerät zu generieren. Falls nicht bereits geschehen, werden nunmehr die drahtlose Basisstation-Luftfahrzeug-Datenverbindung und die drahtlose Luftfahrzeug-Überwasser-Datenverbindung hergestellt. Die Basisstation- Kommunikationseinheit übermittelt den Befehl an die Luftfahrzeug- Kommunikationseinheit. Die Luftfahrzeug-Kommunikationseinheit übermittelt den erhaltenen Befehl an die Überwasser-Kommunikationseinheit. Die Kommunikationseinheit leitet den erhaltenen Befehl über die Unterwasser- Datenverbindung an das Unterwassergerät weiter.
Diese Ausgestaltung ermöglicht es der Basisstation, einen Befehl an das Unterwassergerät abzusetzen. Das Unterwassergerät kann bereits getaucht sein. Die
Basisstation-Kommunikationseinheit setzt den Befehl dank dieser Ausgestaltung nicht direkt an das Unterwassergerät ab, sondern an die Luftfahrzeug- Kommunikationseinheit. Die Luftfahrzeug-Kommunikationseinheit kann den Befehl sofort weiterleiten oder Zwischenspeichern, beispielsweise so lange, bis eine Weiterleitung möglich ist. Die Basisstation-Kommunikationseinheit braucht nicht die genaue Position der Uberwasser-Einrichtung oder die des getauchten Unterwassergeräts zu kennen.
In einer Ausgestaltung ist mindestens ein Sensor an Bord des Unterwassergeräts montiert, beispielsweise eine Sonaranlage oder eine Unterwasser-Kamera. Das Unterwassergerät vermag Signale von diesem Sensor über die Unterwasser- Datenverbindung an die Überwasser-Kommunikationseinheit zu übermitteln. Falls nicht bereits geschehen, werden nach Erzeugung des Sensor-Signals die drahtlose Basisstation-Luftfahrzeug-Datenverbindung und die drahtlose Luftfahrzeug- Überwasser-Datenverbindung hergestellt. Die Überwasser-Kommunikationseinheit übermittelt das erhaltene Sensor-Signal an die Luftfahrzeug-Kommunikationseinheit. Die Luftfahrzeug-Kommunikationseinheit übermittelt das erhaltene Sensor-Signal an die Basisstation-Kommunikationseinheit.
Diese Ausgestaltung ermöglicht es, dass das Unterwassergerät im laufenden Betrieb Signale von dem Sensor an die Basisstation übermittelt. Diese Ausgestaltung ist insbesondere dann von Vorteil, wenn das Unterwassergerät unbemannt ist, in einem für Menschen gefährlichen Gebiet operiert und während des Einsatzes zerstört werden kann oder wenn es nicht gelingt, das Unterwassergerät nach einem Einsatz wieder einzusammeln, so dass es dann nicht möglich ist, nachträglich die Daten aus einem Datenspeicher an Bord des Unterwassergeräts auszulesen. Dank der Luftfahrzeug- Kommunikationseinheit, die als Relaisstation fungiert, können die Signale vom Sensor über eine deutlich größere Entfernung an die Basisstation übermittelt werden. Die Sensor-Signale werden lösungsgemäß über drei einzelne Übertragungskanäle übermittelt, was weiter oben beschrieben ist. Die drei Übertragungskanäle lassen sich an die jeweiligen Anforderungen und Umgebungsbedingungen anpassen, was
insbesondere dann von Vorteil ist, wenn eine große Datenmenge zu übertragen ist. Dies ist bei Sensor-Signalen als den zu übertragenden Daten oft der Fall. Diese Ausgestaltung ermöglicht es auch, die Sensor-Signale nach der Übermittlung aus einem Datenspeicher des Unterwassergeräts zu löschen, damit sie nicht in die Hand eines Unbefugten fallen können.
Lösungsgemäß fungiert das Luftfahrzeug als eine Datenschnittstelle und / oder eine Relaisstation zwischen der Basisstation und der Überwasser-Einrichtung. In einer Ausgestaltung lässt sich dieses Luftfahrzeug zusätzlich zum Transportieren verwenden. Das Luftfahrzeug vermag das Unterwassergerät und die Überwasser-Einrichtung zu transportieren. Es vermag weiterhin das Unterwassergerät und die Überwasser- Einrichtung auf das Wasser abzusetzen.
Diese Ausgestaltung ermöglicht es, dass dasselbe Luftfahrzeug nacheinander für mindestens zwei Aufgaben eingesetzt wird: Zum einen transportiert das Luftfahrzeug das Unterwassergerät und die Überwasser-Einrichtung zu einem Einsatzort und setzt die transportierten Einrichtungen dort auf dem Wasser ab. Dieser Transport per Luftfahrzeug erfordert in der Regel deutlich weniger Zeit, als wenn das Unterwassergerät auf oder unter dem Wasser zum Einsatzort fährt oder dorthin von einem Überwasserfahrzeug transportiert oder geschleppt wird. Das Unterwassergerät und die Überwasser-Einrichtung können ohne eigenen Antrieb ausgestaltet sein. Zum anderen fungiert die Kommunikationseinheit an Bord des Luftfahrzeugs als Relaisstation zwischen den beiden Kommunikationseinheiten, nämlich zwischen denen der Überwasser-Einrichtung und der Basisstation. Weil das Luftfahrzeug bereits an dem Einsatzort ist, wo es das Unterwassergerät abgesetzt hat, kann das Luftfahrzeug in der Regel sofort oder noch einem nur kurzen Flug seine Arbeit als Relaisstation aufnehmen. Das Luftfahrzeug kann zusätzlich für eine dritte Aufgabe eingesetzt werden, beispielsweise dafür, Bilder zu erzeugen und über die Basisstation- Luftfahrzeug-Datenverbindung an die Basisstation übermitteln.
Nachfolgend ist die erfindungsgemäße Anordnung anhand eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Hierbei zeigen:
Fig. 1 eine erste Anwendung der Erfindung, bei welcher die Basisstation ein bemanntes Überwasserschiff und die Uberwasser-Einrichtung eine Boje ist, die mit einem bemannten U-Boot verbunden ist;
Fig. 2 eine zweite Anwendung der Erfindung, bei welcher die Basisstation das bemannte Überwasserschiff von Fig. 1 und die Uberwasser-Einrichtung ein unbemanntes Überwasserschiff ist, welches mit einem unbemannten Unterwasserfahrzeug verbunden ist;
Fig. 3 eine dritte Anwendung der Erfindung, bei welcher die Basisstation das bemannte Überwasserschiff von Fig. 1 und die Uberwasser-Einrichtung eine Boje ist, die mit einem unbemannten Unterwasserfahrzeug zum Zerstören einer Seemine verbunden ist; Fig. 4 eine vierte Anwendung der Erfindung, bei welcher die Basisstation das bemannte Überwasserschiff von Fig. 1 und die Uberwasser-Einrichtung eine Boje ist, die mit einem unbemannten Räumgerät zum Zerstören einer Seemine verbunden ist;
Fig. 5 eine fünfte Anwendung der Erfindung, bei welcher die Basisstation eine bemannte Plattform an Land ist und die Uberwasser-Einrichtung und das U-Boot diejenigen von Fig. 1 sind.
Fig. 1 und Fig. 5 zeigen eine erste bzw. fünfte Anwendung der Erfindung. Eine
Datenverbindung zwischen einem bemannten Überwasserschiff 8 (Fig. 1 ) bzw. einer bemannten stationären Landstation 15 (Fig. 5) und einem unter die Wasseroberfläche WO getauchten bemannten Unterseeboot (U-Boot) 14 soll hergestellt und
aufrechterhalten werden. Das Überwasserschiff 8 bzw. die Landstation 15 fungieren als eine bemannte Basisstation und besitzen eine Funkantenne 9 bzw. 25. Das
Überwasserschiff 8 fährt in die Fahrtrichtung FR über die Wasseroberfläche WO.
Möglich ist auch, dass das Überwasserschiff 8 keinen eigenen Antrieb aufweist. Mit H ilfe der Funkantenne 9 vermag das Überwasserschiff 8 Nachrichten drahtlos zu
empfangen und abzusetzen. Entsprechend vermag die Landstation 15 Nachrichten drahtlos mittels der Funkantenne 25 zu empfangen und abzusetzen.
Das getauchte U-Boot 14 hat eine Boje 29 ins Wasser ausgebracht. Diese Boje 29 fungiert als die Uberwasser-Einrichtung und besitzt ein Schwimmerteil 11 und einen datenverarbeitenden Umsetzer 12. Am Schwimmerteil 11 ist eine Funkantenne 33 montiert. Der Umsetzer 12 bleibt unter Wasser und ist über ein Signalkabel 10 mit dem getauchten U-Boot 14 und über ein weiteres Signalkabel 18 mit dem Schwimmerteil 11 verbunden. Die Funkantenne 33 vermag einerseits Nachrichten drahtlos zu empfangen und über das Akustikteil 12 und die Signalkabel 18 und 10 an das getauchte U-Boot 14 abzusetzen. Umgekehrt vermag das U-Boot 14 Nachrichten über die Funkantenne 33 drahtlos abzusetzen. Dank der Boje 29 vermag das getauchte U-Boot 14 Nachrichten zu empfangen und zu senden, ohne diese Nachrichten selber drahtlos absenden zu müssen. Die Boje 29 fungiert quasi als Unterwasser-Sprachrohr für das U-Boot 14.
Fig. 2 zeigt eine zweite Anwendung der Erfindung. Die Anordnung von Fig. 2 wird dafür eingesetzt, Seeminen zu orten und / oder zu zerstören. Das bemannte
Überwasserschiff 8 ist das von Fig. 1. Dieses Überwasserschiff 8 steht in drahtloser Datenverbindung mit einem unbemannten Überwasserschiff 3, welches als die
Uberwasser-Einrichtung fungiert. Das unbemannte Überwasserschiff 3 umfasst einen eigenen Antrieb 13, eine Steuereinheit 6, eine Funkantenne 7 und eine
Aufnahmeeinrichtung 60. Mit Hilfe der Funkantenne 7 vermag das Überwasserfahrzeug
3 drahtlos Nachrichten zu senden und zu empfangen. Auf der Aufnahmeeinrichtung 60 vermag das Überwasserfahrzeug 3 ein unbemanntes Unterwasserfahrzeug 1 zu tragen. Außerdem trägt das Überwasserfahrzeug 3 mehrere Unterwasser-Drohnen 19.
In der Situation, die in Fig. 2 gezeigt wird, wurde das Unterwasserfahrzeug 1 bereits ins Wasser gelassen. Über ein Kabel 5 in Form eines Lichtwellenleiters ist ein Steuergerät
4 des Unterwasserfahrzeugs 1 mit dem Steuergerät 6 des unbemannten
Überwasserfahrzeugs 3 verbunden. Das Steuergerät 4 umfasst in einer Ausgestaltung eine Detektions-Einrichtung 20, eine Klassifizierungs-Einrichtung 21 und eine
Identifizierungs-Einrichtung 22 und hat Lesezugriff auf eine Datenbank 16, in der die Konturen von verschiedenen Seeminen abgespeichert sind. Weiterhin umfasst das Unterwasserfahrzeug 1 eine Sonar-Einrichtung 35, die am Bug des
Unterwasserfahrzeugs 1 montiert ist, sowie in einer Ausgestaltung eine nicht gezeigte Unterwasser-Kamera. In einer anderen Ausgestaltung sind die Detektions-Einrichtung 20, die Klassifizierungs-Einrichtung 21 , die Identifizierungs-Einrichtung 22 und die Datenbank 16 an Bord des unbemannten Überwasserfahrzeugs 3 oder des bemannten Überwasserschiff 8 angeordnet oder auf diese verteilt.
Das Unterwasserfahrzeug 1 entdeckt Seeminen im Wasser oder im oder am
Meeresboden Mb wie folgt: Die Sonar-Einrichtung 35 erzeugt Ortungsdaten 34, beispielsweise akustische Bilder von der Umgebung. Die Unterwasser-Kamera erzeugt optische Bilder von der Umgebung. Die Detektions-Einrichtung 20 wertet die
Ortungsdaten 34 aus und entdeckt verdächtige Objekte. Die Klassifizierungs- Einrichtung 21 vergleicht die verdächtigen Objekte mit den Konturen von Seeminen, die in der Datenbank 16 abgespeichert sind, und klassifiziert die verdächtigen Objekte. Die Identifizierungs-Einrichtung 22 identifiziert ein klassifiziertes Objekt als eine Seemine oder als ein anderes Objekt.
Das Steuergerät 4 übermittelt die Identifikationsergebnisse oder auch die Ortungsdaten 34 und die optischen Bilder über das Kabel 5 an das Steuergerät 6 auf dem
unbemannten Überwasserfahrzeug 3. Über die Funkantenne 7 übermittelt das
Überwasserfahrzeug 3 dieses Ergebnis an das bemannte Überwasserfahrzeug 8. Ein Besatzungsmitglied prüft die übermittelten Ergebnisse. Falls das Besatzungsmitglied das Ergebnis bestätigt, dass eine Seemine gefunden ist, so löst das Besatzungsmitglied einen Steuerbefehl aus. Dieser Steuerbefehl wird mit Hilfe der Funkantennen 9 und 7 an das Steuergerät 6 übermittelt. Das Steuergerät 6 löst die Schritte aus, eine
Unterwasser-Drohne 19 auszusetzen und, so möglich, das Unterwasserfahrzeug 1 von der entdeckten Seemine zu entfernen. Die Unterwasser-Drohne 19 wird zur Seemine geführt und zerstört diese, beispielsweise indem sie sie zur Explosion bringt. In der Regel wird die Unterwasser-Drohne 19 hierbei auch zerstört.
Fig. 3 und Fig. 4 zeigen eine dritte und vierte Anwendung der Erfindung. Die Unterwasser-Drohne 19 von Fig. 3 und Fig. 4 kann die gleiche sein wie von Fig. 2 oder aber auf andere Weise zum Einsatzort transportiert worden sein.
In der dritten Anwendung gemäß Fig. 3 umfasst die angetriebene Unterwasser-Drohne 19 ein unbemanntes Raumgerät 40. In der vierten Anwendung gemäß Fig. 4 ist die Unterwasser-Drohne 19 lösbar mit einem Räumgerät 40 verbunden. Die Unterwasser- Drohne 19 hat in der Situation, die in Fig. 4 gezeigt wird, ein Räumgerät 40 in die Nähe einer Seemine 26 transportiert und dort abgesetzt. Während des Transports war eine Flaltevorrichtung 41 des Räumgeräts 40 an einem Vorsprung 42 der Unterwasser- Drohne 19 befestigt. Beispielsweise in DE 102010033638 A1 ist beschrieben, wie eine solche lösbare Befestigung eines Räumgeräts 40 an einer Unterwasser-Drohne 19 ausgestaltet sein kann.
In der dritten Anwendung gemäß Fig. 3 hat die Unterwasser-Drohne 19 eine Boje 50 mit einer Funkantenne 58 ausgebracht, wobei die Boje 50 an die Wasseroberfläche WO aufgestiegen ist und als die Uberwasser-Einrichtung fungiert. In der vierten Anwendung gemäß Fig. 4 hat das Räumgerät 40 eine Boje 30 mit einer Funkantenne 38
ausgebracht, wobei die Boje 30 an die Wasseroberfläche WO aufgestiegen ist und als die Uberwasser-Einrichtung fungiert. Über ein Kabel 53 bzw. 32 bleibt die Unterwasser- Drohne 19 bzw. das Räumgerät 40 mit der schwimmenden Boje 50 bzw. 30 verbunden. Die Boje 50 bzw. 30 vermag drahtlos Nachrichten zu empfangen und abzusetzen.
Möglich ist, dass auch in der vierten Anwendung gemäß Fig. 4 die Unterwasser-Drohne 19 eine Boje 50 absetzt, während sie das Räumgerät 40 transportiert.
Das Räumgerät 40 trägt mindestens eine Flohlladung 28, welche eine gerichtete
Wirkung auf die Seemine 26 auszuüben vermag. Mit Hilfe der Flaltevorrichtung 41 vermag das Räumgerät 40 sich automatisch an die Seemine 26 zu heften und dann die Flohlladung 28 zu aktivieren. In der Regel bringt das Räumgerät 40 die Boje 30 aus, nachdem das Räumgerät 40 sich an die Seemine 26 geheftet hat und bevor es
Hohlladung 28 aktiviert. Die Hohlladung 28 bringt die Seemine 26 zur Explosion, wobei auch das Raumgerät 10 zerstört wird. Das Raumgerät 40 vermag in einer
Ausgestaltung über die Boje 30 drahtlos die Statusmeldung abzusetzen, nunmehr mit der Seemine 26 verbunden zu sein. Umgekehrt vermag ein Besatzungsmitglied an Bord des Überwasserschiffs 8 über die Boje 50, 30 und das Kabel 53, 32 drahtlos die
Hohlladung 28 zu aktivieren. Falls die Seemine 26 tatsächlich zur Explosion gebracht wird, so wird in der Regel auch das Räumgerät 40 zerstört. Bei der dritten Anwendung gemäß Fig. 3 ist in der Regel auch die Unterwasser-Drohne 19 zerstört, während in der vierten Anwendung gemäß Fig. 4 ermöglicht wird, dass die Unterwasser-Drohne 19 von der Seemine 26 weg fährt, bevor die Seemine 26 zur Explosion gebracht wird.
In einer Ausgestaltung wird über das Kabel 53, 32 ein Befehl an das Räumgerät 40 übermittelt, welcher einen Zündmechanismus an Bord des Räumgeräts 40 aktiviert. In einer anderen Ausgestaltung ist die Boje 50, 30 mit dem Räumgerät 40 über eine Zündschnur (shock tube) verbunden, das ist ein Schlauch, der mit einer Art
Schießpulver gefüllt ist und an seinem unteren Ende einer Zündkapsel trägt. Ein Benutzer zündet über die Boje 30 diese Zündschnur.
In allen fünf Anwendungen kann eine große Entfernung zwischen der Basisstation (in Fig. 1 bis Fig. 4 das bemannte Überwasserschiff 8, in Fig. 5 die bemannte Landstation 15) und der Überwasser-Einrichtung (in Fig. 1 und Fig. 5 die Boje 29, in Fig. 2 das unbemannte Überwasserfahrzeug 3, in Fig. 3 die Boje 50, in Fig. 4 die Boje 30) auftreten. Diese Entfernung kann so groß sein, dass eine drahtlose Datenverbindung auf direktem Wege nicht hergestellt werden kann. Der direkte Weg zwischen der Basisstation 8, 15 und der Überwasser-Einrichtung 29, 3, 50, 30 kann versperrt sein, beispielsweise aufgrund der Erdkrümmung, heftigem Wellenschlag oder auch dem Hindernis 17 von Fig. 5. Daher wird ein unbemanntes Luftfahrzeug als Relaisstation zwischen der Basisstation 8, 15 und der Überwasser-Einrichtung 29, 3, 50, 30 eingesetzt. Fig. 1 bis Fig. 5 zeigen einen unbemannten Helikopter (Drohne) als das Luftfahrzeug 2.
Der Helikopter 2 besitzt eine Funkantenne 27, mit welcher der Helikopter 2 Nachrichten drahtlos empfangen und senden kann. Dank dieser Funkantenne 27 wird wenigstens zeitweise eine erste drahtlose Datenverbindung DV.1 zwischen dem Helikopter 2 und der Basisstation 8, 15 hergestellt und aufrechterhalten. Weiterhin wird dank dieser Funkantenne 27 wenigstens zeitweise eine zweite drahtlose Datenverbindung DV.2 zwischen dem Helikopter 2 und der Überwasser-Einrichtung 29, 3, 30, 16 hergestellt und aufrechterhalten. Beide drahtlose Datenverbindungen DV.1 , DV.2 sind bidirektional. Einerseits kann die Basisstation 8, 15 Nachrichten und insbesondere Steuerbefehle über die Datenverbindung DV.1 und DV.2 an die Überwasser-Einrichtung 29, 3, 50, 30 übermitteln. Andererseits kann die Basisstation 8, 15 Nachrichten von der Überwasser- Einrichtung 29, 3, 30, 16 und insbesondere in Echtzeit Sensorsignale von der Sonar- Einrichtung 37 des U-Boots 14 oder von der Sonar-Einrichtung 35 oder der
Unterwasser-Kamera des Unterwasserfahrzeugs 1 oder von der Unterwasser-Drohne 19 erhalten. In einer Ausgestaltung kann auch das Raumgerät 40 Signale absetzen. In einer anderen Ausgestaltung kann das Raumgerät 40 ausschließlich Befehle
empfangen.
An Bord des Helikopters 2 ist weiterhin ein Datenspeicher 39 vorhanden. Im
Datenspeicher 39 werden Nachrichten wenigstens dann zwischengespeichert, wenn der Helikopter 2 diese Nachrichten über eine Datenverbindung DV.1 oder DV.2 erhalten hat und nicht sofort über die andere Datenverbindung DV.2 oder DV.1 weiterleiten kann. Dank dieser Ausgestaltung brauchen die beiden Datenverbindungen DV.1 und DV.2 nicht gleichzeitig oder zeitlich überlappend hergestellt zu sein.
Ein Protokoll-Übersetzer 43 an Bord des Helikopters 2 vermag Nachrichten von einem Übertragungsprotokoll in ein anderes Übertragungsprotokoll umzusetzen. Dadurch können die Kommunikationseinheit der Basisstation und die Kommunikationseinheit der Überwasser-Einrichtung unterschiedliche Übertragungsprotokolle verwenden, ohne dass es erforderlich ist, diese zu vereinheitlichen.
In einer Ausgestaltung wird der unbemannte Helikopter 2 zusätzlich dafür verwendet, das Unterwasserfahrzeug 1 , 19 an einen Einsatzort zu transportieren und dort abzusetzen. Beispielsweise transportiert der Helikopter 2 das Unterwasserfahrzeug 1 zum unbemannten Überwasserfahrzeug 3 und setzt es auf der Aufnahmeeinrichtung 60 ab, vgl. Fig. 2. Oder der Helikopter 2 transportiert die Unterwasser-Drohne 19 mit dem Raumgerät 40 zu einem Einsatzort und wirft diese dort ab.
In einer zusätzlichen Verwendung ist an Bord des Helikopters 2 außerdem eine nicht gezeigte Kamera montiert. Diese Kamera ist beispielsweise nach unten gerichtet und erzeugt optische Bilder von der Wasseroberfläche. Diese Bilder werden über die drahtlose Datenverbindung DV.1 an die Basisstation 8, 15 übermittelt.
Bezugszeichen