Beschreibung
Steuerung für ein Kraftfahrzeug, Kraftfahrzeug und Verfahren zur Steuerung eines
Kraftfahrzeugs
Die Erfindung betrifft eine Steuerung für ein Kraftfahrzeug, ein Kraftfahrzeug mit einer solchen Steuerung und ein Verfahren zur Steuerung eines Kraftfahrzeugs, insbesondere im Bereich der Motor- und Getriebesteuerung.
Allgemein ist es bekannt, den Antriebsstrang eines Kraftfahrzeugs zu steuern, wobei der Antriebsstrang unter anderem eine Verbrennungskraftmaschine und ein Getriebe haben kann.
Aus der Offenlegungsschrift DE 10 2004 002 761 A1 ist ein Verfahren zum Betreiben eines Antriebsstrangs eines Kraftfahrzeugs bekannt, wobei der Antriebsstrang eine
Antriebsmaschine, ein Getriebe und eine Steuerungseinrichtung hat. Die Steuerungseinrichtung begrenzt das Drehmoment der Antriebsmaschine zum Schutz des Getriebes. Dazu wertet die Steuerungseinrichtung eine Temperaturinformation über eine Temperatur des Getriebes aus und begrenzt das Drehmoment in Abhängigkeit von der Temperaturinformation.
Ein Verfahren zur Reduzierung der thermischen Belastung eines Automatikgetriebes für ein Kraftfahrzeug in einem Notfallbetrieb ist aus der Offenlegungsschrift DE 198 44 618 A1 bekannt. Die thermische Belastung des Automatikgetriebes wird reduziert, indem ein zulässiges maximales Motormoment für den Notfahrbetrieb vorgegeben wird.
Die genannten Stand der Technik Dokumente haben den Nachteil, dass sie nur den Zustand des Automatikgetriebes berücksichtigen.
In einem Kraftfahrzeug mit Verbrennungskraftmaschine und automatisiertem Getriebe ist es aber auch bekannt, dass zum Beispiel bei einer Bergfahrt das Getriebesteuergerät den höchsten Gang vorgibt, was zur Folge haben kann, dass die Verbrennungskraftmaschine ihr maximales Drehmoment liefern muss. Dies kann zu einer hohen thermischen Belastung eines Kühlsystems für die Verbrennungskraftmaschine führen. Im Extremfall kann die
Kühlmitteltemperatur eines Kühlmittels des Kühlsystem so weit ansteigen, dass
Notfallmaßnahmen erfolgen, wie bspw. ein Abwurf der Klimaanlage, eine Reduktion des von der Verbrennungskraftmaschine bereitgestellten Moments, eine Ansteuerung einer
Warnleuchte, die angibt, dass die Temperatur der Verbrennungskraftmaschine zu hoch ist, oder dergleichen.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Steuerung für ein Kraftfahrzeug mit einer Verbrennungskraftmaschine, einem Getriebe und einer Kühleinrichtung, ein Kraftfahrzeug mit einer solchen Steuerung und ein Verfahren zur Steuerung eines Kraftfahrzeugs mit einer Verbrennungskraftmaschine, einem Getriebe und einer Kühleinrichtung bereitzustellen, welche die oben genannten Nachteile wenigstens teilweise überwinden.
Diese Aufgabe wird durch die erfindungsgemäße Steuerung nach Anspruch 1 , das
Kraftfahrzeug nach Anspruch 9 und das Verfahren nach Anspruch 10 gelöst.
Gemäß einem ersten Aspekt stellt die vorliegende Erfindung eine Steuerung für ein
Kraftfahrzeug bereit, wobei das Kraftfahrzeug eine Verbrennungskraftmaschine, ein Getriebe und eine Kühleinrichtung mit Kühlmittel zur Kühlung der Verbrennungskraftmaschine hat und wobei die Steuerung dazu eingerichtet ist:
eine Wunsch-Mindestdrehzahl für die Verbrennungskraftmaschine basierend auf einer Temperatur der Verbrennungskraftmaschine und/oder einer Temperatur des Kühlmittels zu ermitteln; und
basierend auf der Wunsch-Mindestdrehzahl, eine Wunsch-Getriebeschaltstellung zu ermitteln.
Gemäß einem zweiten Aspekt stellt die vorliegende Erfindung ein Kraftfahrzeug mit einer Verbrennungskraftmaschine, einem Getriebe, einer Kühleinrichtung mit einem Kühlmittel zur Kühlung der Verbrennungskraftmaschine und einer Steuerung nach dem ersten Aspekt bereit.
Gemäß einem dritten Aspekt stellt die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Steuerung eines Kraftfahrzeugs mit einer Verbrennungskraftmaschine, einem Getriebe und einer Kühleinrichtung mit einem Kühlmittel zur Kühlung der Verbrennungskraftmaschine bereit, wobei das Verfahren umfasst:
Ermitteln einer Wunsch-Mindestdrehzahl für die Verbrennungskraftmaschine basierend auf einer Temperatur der Verbrennungskraftmaschine und/oder einer Temperatur des
Kühlmittels; und
Ermitteln einer Wunsch-Getriebeschaltstellung, basierend auf der Wunsch- Mindestdrehzahl.
Weitere vorteilhafte Aspekte der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und der folgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung.
Wie eingangs erwähnt, ist es bekannt, dass zum Beispiel in einem Kraftfahrzeug mit
Verbrennungskraftmaschine und automatisiertem Getriebe bei einer Bergfahrt das
Getriebesteuergerät den höchsten Gang vorgibt, was zur Folge haben kann, dass die
Verbrennungskraftmaschine ihr maximales Drehmoment liefern muss, mit den weiteren eingangs erwähnten Konsequenzen.
Man könnte zur Lösung dieses Problems daran denken, ein Schaltkennfeld im
Getriebesteuergerät anzupassen. Dies könnte aber dazu führen, dass die
Verbrennungskraftmaschine mit höherer Motordrehzahl betrieben wird. Durch die Wahl eines kleineren Gangs steigt typischerweise der Volumenstrom in der Verbrennungskraftmaschine an. Der Wasservolumenstrom im Kühlsystem ist aufgrund der mechanisch gekoppelten
Kühlwasserpumpe direkt proportional zur Motordrehzahl. Gleichzeitig kann die reduzierte Lastanforderung bei gleicher Leistung zu einem geringeren Energieeintrag ins Kühlsystem führen.
Demzufolge wäre aber bei der angedachten Lösung kein dynamischer Eingriff bei
Übertemperatur möglich, da die Rückschaltpunkte im Getriebe typischerweise in der
Entwicklungsphase festgelegt werden. Bei Überladung des Kraftfahrzeugs bzw. der
Verbrennungskraftmaschine durch einen Benutzer könnte es zum Überschreiten vorgegebener Temperaturgrenzen kommen. Eine weitere Drehzahlanhebung oder Rückschaltung würde aufgrund der Festlegung der Rückschaltpunkte in der Entwicklungsphase nicht mehr erfolgen.
Die bei einer solchen angedachten Lösung festgelegte Notfallkaskade, die zum Beispiel, wie eingangs erwähnt, einen Klimaabwurf, Heißwarnleuchte und Momentenreduktion umfassen kann, hat definierte Schritte, die im Kraftfahrzeug mit zulässigem Gesamtgewicht und zulässiger Anhängerlast abgeprüft wird. Eine solche Notfallkaskade kann jedoch spürbare Nachteile haben, wie die fehlende Klimatisierung und Fahrverhaltenseinbußen.
Wie auch weiter oben erwähnt, betreffen dementsprechend manche Ausführungsbeispiele eine Steuerung für ein Kraftfahrzeug mit einer Verbrennungskraftmaschine, einem Getriebe und einer Kühleinrichtung mit Kühlmittel zur Kühlung der Verbrennungskraftmaschine. Die
Steuerung ist dazu eingerichtet, eine Wunsch-Mindestdrehzahl für die
Verbrennungskraftmaschine basierend auf einer Temperatur der Verbrennungskraftmaschine
und/oder einer Temperatur des Kühlmittels zu ermitteln; und basierend auf der
Mindestdrehzahl, eine Wunsch-Getriebeschaltstellung zu ermitteln.
Die Steuerung kann typische Elemente einer Kraftfahrzeugsteuerung aufweisen, wie einen oder mehrere Prozessoren, einen Speicher, Logikschaltelemente, etc.
Die Verbrennungskraftmaschine kann ein Ottomotor, Dieselmotor oder dergleichen sein und die vorliegende Erfindung ist nicht auf einen bestimmt Typ einer Verbrennungskraftmaschine begrenzt.
Das Getriebe kann ein manuelles, halbautomatisches oder vollautomatisches Getriebe sein, wie es grundsätzlich dem Fachmann bekannt ist.
Die Kühleinrichtung kann einen (Luft-)Kühler aufweisen, in dem das Kühlmittel gekühlt wird. Das Kühlmittel kann auf Wasser basieren, wie es allgemein üblich ist.
Die Wunsch-Mindestdrehzahl kann grundsätzlich beliebig in Abhängigkeit der Spezifikationen einer konkreten Verbrennungskraftmaschine und einer konkreten Kühleinrichtung gewählt werden. Die Abhängigkeit der Wunsch-Mindestdrehzahl von der Temperatur der
Verbrennungskraftmaschine bzw. von der Temperatur des Kühlmittels kann dabei vorher festgelegt sein. Diese Abhängigkeit kann als Schwellwert ausgestaltet sein, sodass bspw. bei Überschreiten eines Schwellwerts der Temperatur der Verbrennungskraftmaschine bzw. der Temperatur des Kühlmittels eine vorgegebene Wunsch-Mindestdrehzahl ermittelt wird. Die Abhängigkeit kann aber auch einer vorgegebenen Funktion folgen und kann bspw. linear sein, exponentiell oder dergleichen, sodass bspw. bei steigender Temperatur auch die Wunsch- Mindestdrehzahl steigt. Die Abhängigkeit kann dabei in Form einer Tabelle in der Steuerung, z. B. in dem Speicher, hinterlegt sein oder als Formel, sodass die Wunsch-Mindestdrehzahl bei Bedarf auf Grundlage der Formel ermittelt, d. h. in diesem Fall berechnet wird.
Basierend auf der Wunsch-Mindestdrehzahl wird eine Wunsch-Getriebeschaltstellung ermittelt. Die Wunsch-Getriebeschaltstellung ist nicht bei jedem Ausführungsbeispiel gleich diejenige, die zu der Wunsch-Mindestdrehzahl führt, sondern die Wunsch-Getriebeschaltstellung kann so gewählt sein, dass sich die aktuelle Drehzahl der Verbrennungskraftmaschine in die Richtung der Wunsch-Mindestdrehzahl verändert.
Die Erfindung hat den Vorteil, dass der Fahrkomfort und die Verfügbarkeit der
Innenraumklimatisierung, insbesondere gegenüber der oben genannten, angedachten Lösung, verbessert werden kann, da bspw. die erörterte Notfallkaskade nicht zum Einsatz kommt und daher die Klimaanlage nicht abgeworfen werden muss. Außerdem kann eine thermische Belastung für die Verbrennungskraftmaschine und für Anbauteile reduziert werden. Ferner kann der Applikationsaufwand im Getriebe bzw. der Steuerung (Getriebesteuerung) verringert werden. Manche Ausführungsbeispiele erlauben eine bedarfsgerechte Drehzahlvorgabe aus Motorsicht zur Minimierung der thermischen Belastung und Maximierung des Kundenkomforts.
Wie erwähnt, kann das Getriebe als Automatikgetriebe ausgestaltet sein und die Steuerung kann weiter dazu eingerichtet sein, das Getriebe basierend auf der ermittelten Wunsch- Getriebeschaltstellung zu steuern. Dadurch kann automatisch die Schaltstellung gemäß der Wunsch-Getriebeschaltstellung verändert werden.
Das Getriebe kann auch als manuelles Getriebe ausgestaltet sein und die Steuerung kann weiter dazu eingerichtet sein, basierend auf der ermittelten Wunsch-Getriebeschaltstellung eine Schaltempfehlung auszugeben. Dadurch kann einem Benutzer signalisiert werden, dass er einen anderen Gang einlegen soll, der eine Veränderung der aktuellen Drehzahl der
Verbrennungskraftmaschine hin zur Wunsch-Mindestdrehzahl zur Folge hat.
Die Wunsch-Mindestdrehzahl kann zur Minimierung einer thermischen Belastung der
Verbrennungskraftmaschine ermittelt werden. Dabei kann bspw. die thermische Belastung in Abhängigkeit der Verbrennungskraftmaschine im Vorhinein ermittelt werden. Das heißt, der Zusammenhang zwischen Drehzahl und thermischer Belastung der
Verbrennungskraftmaschine kann bei manchen Ausführungsbeispielen bekannt sein.
Dementsprechend kann die Wunsch-Mindestdrehzahl so ermittelt werden, dass die thermische Belastung in einem vorgegeben bzw. vorbestimmten Maß minimiert wird. Damit ist eine gezielte Steuerung und Beeinflussung der thermischen Belastung möglich.
Die Wunsch-Mindestdrehzahl kann ermittelt werden, wenn die Temperatur der
Verbrennungskraftmaschine einen Temperaturschwellwert übersteigt und/oder wenn die Temperatur des Kühlmittels einen Temperaturschwellwert übersteigt. Dadurch kann in
Abhängigkeit der Temperaturschwelle die Wunsch-Mindestdrehzahl ermittelt werden, sodass die Steuerung nur in diesem Fall eingreift.
Die Steuerung kann einen Motorsteuerungsabschnitt und einen Getriebesteuerungsabschnitt umfassen, wobei der Motorsteuerungsabschnitt die Wunsch-Mindestdrehzahl ermittelt und der Getriebesteuerungsabschnitt die Wunsch-Getriebeschaltstellung ermittelt. Dadurch ist es möglich, den Motorsteuerungsabschnitt und den Getriebesteuerungsabschnitt voneinander entfernt anzuordnen bzw. die jeweilige Funktion in bereits vorhandenen Steuerungsgeräten, z. B. Motorsteuergerät und Getriebesteuergerät, vorzusehen.
Das Kraftfahrzeug kann weiter einen Datenbus aufweisen, wie den CAN-Bus, Flex-Bus oder dergleichen, und der Motorsteuerungsabschnitt kann die Wunsch-Mindestdrehzahl über den Datenbus an den Getriebesteuerungsabschnitt übermitteln. Dadurch kann die ermittelte
Wunsch-Mindestdrehzahlinformation an den Getriebesteuerungsabschnitt übermittelt werden, der darauf basierend die Wunsch-Getriebeschaltstellung ermittelt.
Die Ermittlung der Wunsch-Mindestdrehzahl kann schrittweise erfolgen. Dadurch ist es möglich, die Temperatur der Verbrennungskraftmaschine bzw. des Kühlmittels in Etappen zu senken. Zum Beispiel kann zunächst der nächst-niedrigere Gang mit der zugehörigen Wunsch- Mindestdrehzahl gewählt werden. Sollte sich herausstellen, dass bspw. die Temperatur der Verbrennungskraftmaschine bzw. des Kühlmittels weiter oberhalb eines
Temperaturschwellwerts liegt, so kann der nächst-niedrigere Gang mit der zugehörigen
Wunsch-Mindestdrehzahl ermittelt werden usw. Dadurch ist eine schrittweise Kontrolle der Temperatur der Verbrennungskraftmaschine bzw. des Kühlmittels möglich und es können größere Schaltschritte im Getriebe vermieden werden.
Manche Ausführungsbeispiele betreffen ein Kraftfahrzeug, wie oben ausgeführt, mit einer Verbrennungskraftmaschine, einem Getriebe, einer Kühleinrichtung mit einem Kühlmittel zur Kühlung der Verbrennungskraftmaschine und einer Steuerung, wie sie hierin beschrieben ist.
Manche Ausführungsbeispiele betreffen ein Verfahren zur Steuerung eines Kraftfahrzeugs, wie hierin beschrieben, mit einem Getriebe, einer Verbrennungskraftmaschine und einer
Kühleinrichtung mit einem Kühlmittel zur Kühlung der Verbrennungskraftmaschine. Das
Verfahren umfasst die Schritte, wie auch bereits im Zusammenhang mit der Steuerung weiter oben beschrieben: Ermitteln einer Wunsch-Mindestdrehzahl für die Verbrennungskraftmaschine basierend auf einer Temperatur der Verbrennungskraftmaschine und/oder einer Temperatur des Kühlmittels; und Ermitteln einer Wunsch-Getriebeschaltstellung, basierend auf der Wunsch- Mindestdrehzahl.
Das Verfahren kann bspw. von der hierin beschriebenen Steuerung ausgeführt werden.
Wie ausgeführt, kann das Getriebe als Automatikgetriebe ausgestaltet sein und das Verfahren kann weiter umfassen, das Getriebe basierend auf der ermittelten Wunsch- Getriebeschaltstellung zu steuern. Das Getriebe kann als manuelles Getriebe ausgestaltet sein und das Verfahren kann weiter umfassen, eine Schaltempfehlung basierend auf der ermittelten Wunsch-Getriebeschaltstellung auszugeben. Die Wunsch-Mindestdrehzahl kann zur
Minimierung einer thermischen Belastung der Verbrennungskraftmaschine ermittelt werden. Wie erwähnt, kann die Wunsch-Mindestdrehzahl ermittelt werden, wenn die Temperatur der Verbrennungskraftmaschine einen Temperaturschwellwert übersteigt und/oder wenn die Temperatur des Kühlmittels einen Temperaturschwellwert übersteigt.
Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nun beispielhaft und unter Bezugnahme auf die beigefügte Zeichnung beschrieben, in der:
Fig. 1 schematisch ein Ausführungsbeispiel eines Kraftfahrzeugs mit einer Steuerung illustriert;
Fig. 2 die Steuerung für das Kraftfahrzeug mit den angesteuerten Komponenten
veranschaulicht; und
Fig. 3 ein Ablaufschema eines Verfahrens zur Steuerung des Kraftfahrzeugs von Fig. 1 zeigt.
Ein Ausführungsbeispiel eines Kraftfahrzeugs 1 mit einer Steuerung 2 ist in Fig. 1 schematisch dargestellt.
Das Kraftfahrzeug 2 hat eine Verbrennungskraftmaschine 3, im Folgenden auch VKM 3 genannt. Die VKM 3 ist, ohne die Erfindung in dieser Hinsicht zu beschränken, als 4-Zylinder- Ottomotor ausgestaltet.
Die VKM 3 ist mit einem Getriebe 4 über eine Antriebswelle gekoppelt, wobei das Getriebe 4 als Automatikgetriebe ausgestaltet ist, z. B. als bekanntes Doppelkupplungsgetriebe.
Außerdem ist eine Kühleinrichtung 5 vorgesehen, die über einen Kühler 5a, der mit
Kühlflüssigkeit 5b gefüllt ist, die VKM 3 kühlt, wie es allgemein bekannt ist.
Zur Ermittlung der Temperatur der VKM 3 ist ein Temperatursensor 6 vorgesehen, der die Öltemperatur und damit die Temperatur der VKM 3 misst.
Zur Ermittlung der Temperatur des Kühlmittels 5b ist ein weiterer Temperatursensor 7 im Kühlmittelkreislauf der Kühleinrichtung 5 vorgesehen.
In dem Ausführungsbeispiel von Fig. 1 ist die Steuerung 2 mit der VKM 3, dem Getriebe 4, dem Temperatursensor 6 und dem Temperatursensor 7 gekoppelt.
Fig. 2 veranschaulicht eine weiteres Ausführungsbeispiel bei dem die Steuerung 2 durch einen Motorsteuerungsabschnitt 2a (z. B. Motorsteuergerät) und einem Getriebesteuerungsabschnitt 2b (z. B. Getriebesteuergerät) gebildet ist, die über einen CAN-Bus 9 miteinander
kommunizieren können.
Bei dem Ausführungsbeispiel der Fig. 2 ist der Temperatursensor 7 mit dem CAN-Bus 9 gekoppelt und übermittelt über ihn Temperaturwerte an den Motorsteuerungsabschnitt 2a.
Der Motorsteuerungsabschnitt 2a ist direkt mit der VKM 3 und dem zugehörigen
Temperatursensor 6 gekoppelt.
Der Getriebesteuerungsabschnitt 2b ist direkt mit dem Getriebe 4 gekoppelt.
Außerdem kann optional eine Schaltempfehlungsanzeige 8 vorgesehen sein, wie auch weiter unten erläutert wird.
Im Folgenden wird die Funktionsweise der Steuerung 2 bzw. der Steuerungsabschnitte 2a und 2b anhand des Ablaufschemas der Fig. 3 erläutert, die den Ablauf eines Verfahrens 10 zur Steuerung des Kraftfahrzeugs 1 von Fig. 1 veranschaulicht.
Bei 1 1 ermittelt das Verfahren 10 zunächst eine Wunsch-Mindestdrehzahl für die VKM 3 basierend auf der Temperatur der VKM 3 und/oder basierend auf der Temperatur des
Kühlmittels 5b. Dazu erhält der Motorsteuerungsabschnitt 2a die entsprechenden
Temperaturwerte des Temperatursensors 6, der die Temperatur der VKM 3 ermittelt, und/oder der Motorsteuerungsabschnitt 2a erhält die entsprechenden Temperaturwerte des
Temperatursensors 7, der die Temperatur des Kühlmittels 5b ermittelt.
Wie oben bereits angedeutet und wie im Folgenden weiter ausgeführt gibt es
Ausführungsbeispiele, bei denen die Ermittlung der Wunsch-Mindestdrehzahl nur auf
Grundlage der Temperatur des Kühlmittels 5b oder auf Grundlage der Temperatur der VKM 3 erfolgt. Bei solchen Ausführungsbeispielen kann der nicht benötigte Temperatursensor obsolet sein. Zum Beispiel kann bei Ausführungsbeispielen, welche die Temperatur des Kühlmittels 5b verwenden, der Temperatursensor 6 weggelassen werden und bei Ausführungsbeispielen, welche die Temperatur der VKM 3 verwenden, kann der Temperatursensor 7 weggelassen werden.
Der Motorsteuerungsabschnitt 2a ermittelt, wie auch schon oben erläutert, auf Grundlage der Temperatur eine zughörige Wunsch-Mindestdrehzahl. Diese Wunsch-Mindestdrehzahl beträgt z. B. ab einer Kühlmitteltemperatur von 1 15 °C ca. 4000 U/min, wobei die Temperatur von 1 15 °C als Temperaturschwellwert gesetzt ist, ohne dass die vorliegende Erfindung auf dieses konkrete Beispiel beschränkt ist.
Bei Ausführungsbeispielen, bei denen die Wunsch-Mindestdrehzahl auf Grundlage der Temperatur der VKM 3 ermittelt wird, kann der Temperaturschwellwert bspw. auf 1 10 °C gesetzt werden und darauf basierend eine Wunsch-Mindestdrehzahl von ca. 4000 U/min ermittelt werden, ohne dass die vorliegende Erfindung auf dieses konkrete Beispiel beschränkt ist.
Bei 12 ermittelt die Steuerung 2 eine Wunsch-Getriebeschaltstellung. Dies kann geschehen, indem der Motorsteuerungsabschnitt 2a die Wunsch-Mindestdrehzahl und/oder eine
Schaltempfehlung ausgibt, die bspw. das Getriebe 4 aktiv am Hochschalten hindert, sodass sich ein Betriebspunkt hoher Drehzahl und geringer Last einstellt. Als Folge wird das
Kühlsystem, wie oben ausgeführt, thermisch entlastet und die Notfallkaskade muss nicht aktiviert werden, sodass sich für den Kunden keine Einschränkung in der
Innenraumklimatisierung oder Fahrbarkeit ergeben.
Der Motorsteuerungsabschnitt 2a kann aber auch die Wunsch-Mindestdrehzahl übermitteln, indem er bspw. auf dem Antriebs-Can 9 eine bereits vorhandene Botschaft, z. B.
MO_Prio_MIN_Wunschdrehzahl, aktiviert, um dem Getriebe 4 bzw. dem
Getriebesteuerungsabschnitt 2b anzuzeigen, dass eine Wunsch-Mindestdrehzahl einzustellen ist.
Auf der bereits vorhanden CAN-Botschaft MO_MIN_Wunschdrehzahl wird die vom Motorsteuerungsabschnitt 2a ermittelte bzw. erforderliche Wunsch-Mindestdrehzahl gesendet, vom Getriebesteuerungsabschnitt 2b empfangen und verarbeitet.
Liegt folglich die aktuelle Drehzahl der VKM 3 unterhalb der Wunsch-Mindestdrehzahl, die der Motorsteuerungsabschnitt 2a ermittelt hat, schaltet das Getriebe 4 bei 13 durch entsprechende Steuerung des Getriebesteuerungsabschnitts 2b so weit zurück, dass die Wunsch- Mindestdrehzahl eingehalten wird.
Alternativ kann bei manchen Ausführungsbeispielen die Drehzahlvorgabe in Abhängigkeit von der Temperatur der VKM 3 kaskadiert werden, sodass der Motorsteuerungsabschnitt 2a schrittweise die Wunsch-Mindestdrehzahl anhebt. Sollte beispielsweise das Rückschalten um einen Gang nicht ausreichen, um die Kühlleistung zu erhöhen, so kann eine weitere
Drehzahlanhebung der Wunsch-Mindestdrehzahl erfolgen, wodurch die Schritte 1 1 und 12 bspw. schleifenartig wiederholt werden. Unter der Annahme einer gleichbleibenden Leistung, die erforderlich ist, steigt der Kühlmassenstrom und das erforderliche Moment sinkt nochmals.
Bei manchen Ausführungsbeispielen ist das Getriebe 4 als manuelles Getriebe ausgestaltet.
Bei solchen Ausführungsbeispielen kann bspw. die Steuerung 2 die Wunsch-Mindestdrehzahl bei 1 1 und die Wunsch-Getriebeschaltstellung bei 12 ermitteln, wie es auch oben ausgeführt wurde. Die Steuerung 2 kann dann bei 14, als Alternative zu Schritt 13, eine Schaltempfehlung ausgeben und die Schaltempfehlungsanzeige 8 entsprechend steuern, sodass dem Nutzer des Kraftfahrzeugs 1 eine entsprechende Schaltempfehlung angezeigt wird.
Bezugszeichenliste
Kraftfahrzeug
Steuerung
a Motorsteuerung
b Getriebesteuerung
Verbrennungskraftmaschine
Getriebe
Kühleinrichtung
a Kühler
b Kühlmittel
Temperatursensor für 4
Temperatursensor für 5b
Schaltempfehlungsanzeige
CAN-Bus
0 Verfahren zum Steuern von 1
1 Ermittle Wunsch-Mindestdrehzahl
2 Ermittle Wunsch-Getriebeschaltstellung
3 Steuere Getriebe
4 Gebe Schaltempfehlung aus