Beschreibung
Verfahren zur Durchführung einer chemischen Synthese und Synthesereaktor
Der Umsatz bei chemischen Reaktionen ist durch die Gleichgewichtslage der Reaktion beschränkt. Liegt das chemische
Gleichgewicht einer Synthesereaktion nur teilweise auf der Seite der Produkte, führt eine einstufige Reaktionsführung nur zu einem Teilumsatz. Es wird daher nur ein Teil der Edukte bei einem Durchgang durch den Reaktor umgesetzt. Das technische Problem der Erfindung ist daher die Erhöhung des Umsatzes von gleichgewichtslimitierten Reaktionen bei einem einfachen Durchgang durch einen Synthesereaktor.
Sehr viele Reaktionen sind gleichgewichtslimitiert. Bei der chemischen Synthese sind dies z.B. die Erzeugung von Methanol aus Wasserstoff und Kohlenstoffmonoxid und /oder Kohlenstoff¬ dioxid, oder die Erzeugung von Ammoniak aus Wasserstoff und Stickstoff. Diese Reaktionen finden heute in heterogenkatalysierten Festbett- oder Slurryreaktoren statt. Die Edukte werden bei einem einfachen Durchgang durch den Reaktor nur teilweise umgesetzt. Danach werden üblicherweise die Reakti¬ onsprodukte abgetrennt und die nicht umgesetzten Edukte wer- den zum Reaktionseintritt rezirkuliert. Die Rezirkulation von teils großen Gasmengen führt zu einem hohen apparativen Aufwand. Der Druckverlust im Reaktor muss durch eine
Rezirkulationseinheit ausgeglichen werden. Diese wird meist bei hohen Temperaturen betrieben und führt zu hohen Kosten. Zudem reichern sich durch die Rezirkulation Inert- und Fremdgase im Kreislauf an, was zu negativen Einflüssen auf die Reaktionsführung führt. Bei Rezirkulation wird daher kontinuierlich eine kleine Menge an Rezirkulationsgas abgezogen, was Verluste an Edukten und damit niedrigere Umsetzungswirkungs- grade zur Folge hat. Weiterhin führt die zurückgeführte Gas¬ menge zu einem hohen Gasvolumenstrom durch den Reaktor, was die Baugröße und damit die Kosten des Reaktors erhöht.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Durchführung einer chemischen Synthese bereitzustellen, bei dem gegenüber dem Stand der Technik bei gleichem oder verringertem Energieaufwand ein höherer Umsetzungsgrad der Edukte erzielbar ist.
Die Lösung der Aufgabe besteht in einem Verfahren zur Durch- führung einer chemischen Synthese nach Patentanspruch 1 sowie in einem Synthesereaktor nach Patentanspruch 8.
Das erfindungsgemäße Verfahren zur Durchführung einer chemischen Synthese umfasst folgende Schritte:
Zunächst wird ein Syntheseedukt , das eine oder mehrere Kompo¬ nenten umfassen kann, in eine Reaktionskammer eingeleitet. In dieser Reaktionskammer herrscht ein Druck PI vor.
Im Weiteren wird m der Reaktionskammer mindestens ein Syntheseprodukt aus dem Syntheseedukt gebildet. Im Weiteren wird dieses Syntheseprodukt und während der Reaktion nicht rea¬ giertes, also unreagiertes Syntheseedukt aus der Reaktions¬ kammer ausgeleitet. Im Weiteren folgt außerhalb der Reakti¬ onskammer ein Abtrennen des Syntheseproduktes von dem
unreagierten Syntheseedukt, wobei nunmehr das vereinzelte unreagierte Syntheseedukt in eine zweite Reaktionskammer ein¬ geleitet wird, wobei in der zweiten Reaktionskammer ein Druck P2 vorherrscht, der geringer ist als der Druck PI, der in der ersten Reaktionskammer vorliegt. Durch das erfindungsgemäße Verfahren ist es möglich, bei Er¬ reichen eines chemischen Gleichgewichtes zwischen Synthese- edukten und Syntheseprodukten die Syntheseprodukte zu sepa¬ rieren und in einer weiteren Reaktionskammer die nun wieder nicht im chemischen Gleichgewicht vorhandenen Syntheseedukte durch geeignete Reaktionsbedingungen wie Druck und Temperatur wiederum zu dem beschriebenen chemischen Gleichgewicht zu führen und ein weiteres Mal Syntheseprodukte zu separieren. Auf diese Weise ist es möglich sukzessive eine nicht voll-
ständig ablaufende chemische Reaktion so zu führen, dass nach einer Vielzahl von Reaktionsstufen bzw. Anwendungen Reaktionskammern eine nahezu vollständige Umsetzung der anfangs eingebrachten Syntheseedukte erfolgt.
Das Herabsetzen des Reaktordruckes von der ersten Reaktions¬ kammer zur zweiten Reaktionskammer bewirkt, dass ein Überströmen der unreagierten Syntheseedukte sowie der Synthese¬ produkte von einer Reaktionskammer in die zweite Reaktions¬ kammer ohne zusätzliche Druckerhöhungseinrichtungen, wie Gebläse oder Kompressoren, erfolgt. Dies ist energiesparend und dient der Wirtschaftlichkeit des gesamten Umsetzungsprozes¬ ses .
In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltungsform der Erfindung ist mindestens ein Wärmerohr, auch Heatpipe genannt, vorgesehen, dass die beiden Reaktionskammern miteinander verbindet. Durch das Wärmerohr wird zwischen den Reaktionskammern Reaktionswärme, die bei exothermen Reaktionen auftritt, ausgetauscht. Ein Wärmeaustausch kann aber auch bei endothermen Reaktionen über das Wärmerohr erfolgen. Das Wärmerohr verlässt dabei in einer Ausgestaltungsform der Erfindung eine der Reaktionskammern so, dass ein Ende des Wärmerohres außerhalb mindestens einer der Reaktionskammern vorliegt, und an diesem aus den Reaktionskammern herausgeführten Ende erfolgt eine Wärmeenergieabfuhr, beispielsweise durch eine entspre¬ chende Kühlvorrichtung (bei exothermer Reaktionsführung) oder gegebenenfalls eine Heizvorrichtung (bei endothermer Reakti¬ onsführung) . Ein Kühlen ist auch alleine durch die vorliegende Außentemperatur, die niedriger ist als die Temperatur in den Reaktionskammern, möglich. Auf diese Weise wird zwischen den mindestens zwei, in der Regel mehreren Reaktionskammern eine isotherme Reaktionsführung gewährleistet, d.h. in den einzelnen Reaktionskammern liegt aufgrund der Verwendung der Wärmerohre, die hohe Wärmeströme zwischen den Kammern und nach außen ermöglichen, stets eine nahezu gleiche Reaktions¬ temperatur vor.
In einer weiteren zweckmäßigen Ausgestaltungsform der Erfindung wird in die Reaktionskammern Trägerflüssigkeit einge¬ füllt, in die das Syntheseedukt eingeleitet wird. Die Reakti¬ on vom Syntheseedukt zum Syntheseprodukt erfolgt dann in der Trägerflüssigkeit, wobei das Syntheseedukt, das gegebenen¬ falls gasförmig vorliegt, sich zumindest teilweise in der Trägerflüssigkeit auflöst. Zur Unterstützung der Durchführung der Reaktion wird der Trägerflüssigkeit ein bevorzugt
partikelförmiger Katalysator zugeführt, der in dieser bevor- zugt feindispergiert vorliegt. Der Katalysator unterstützt durch Oberflächenreaktionen die Reaktion von Syntheseedukten zu Syntheseprodukten und beeinflusst dabei insbesondere die Reaktionsgeschwindigkeit . Als Trägerflüssigkeit hat sich eine unpolare Flüssigkeit, beispielsweise Öl, insbesondere ein Wärmeträgeröl , als zweck¬ mäßig herausgestellt.
Alternativ zu einer Reaktionsführung in einer flüssigen Phase kann die Reaktion auch in einem Festbettreaktor unter Verwendung eines Katalysators durchgeführt werden. Die Reaktion von Syntheseedukt zum Syntheseprodukt erfolgt hierbei in der Gasphase. Diese Reaktionsführung weist gegenüber der Reaktionsführung in einer Trägerflüssigkeit den Vorteil auf, dass der Reaktoraufbau einfacher wird. Bei der Reaktion in der Gasphase ist jedoch die Temperaturregulierung insbesondere über die Verwendung von Wärmerohren technologisch aufwendiger und schwerer zu kontrollieren. In einer weiteren Alternative zur Reaktionsführung in der Trägerphase kann die Reaktion in einem Wirbelbettreaktor, ebenfalls in der Verwendung eines Katalysators stattfinden, wobei eine Schüttung, die wenigstens teilweise Katalysatorma¬ terial enthält, von unten mit einem Gasstrom angeströmt wird und fluidisiert wird. Die Reaktion von Syntheseedukten zu
Syntheseprodukten findet ebenfalls in der Gasphase statt, wo¬ bei dieselben Vor- und Nachteile gegenüber der Verwendung einer Trägerflüssigkeit auftreten.
Ein weiterer Bestandteil der Erfindung ist ein Synthesereaktor gemäß Patentanspruch 8. Dieser Synthesereaktor weist mindestens zwei Reaktionskammern auf, wobei zumindest eine erste Reaktionskammer mindestens eine Zufuhrvorrichtung für ein Syntheseedukt bzw. je nach Reaktion mehrere Syntheseedukte aufweist. Hierbei ist die erste Reaktionskammer mit einer zweiten Reaktionskammer über eine Zuleitung miteinander verbunden, wobei an der Zuleitung eine
Produktabscheidevorrichtung angeordnet ist, an der sich wenigstens ein Syntheseprodukt, das in der ersten Reaktionskam¬ mer aus dem Syntheseedukt entstanden ist, aus einer Mischung aus unreagiertem Syntheseedukt und Syntheseprodukt abschei¬ det. In einem Betriebszustand des Synthesereaktors liegt in der ersten Reaktionskammer ein höherer Druck als in der zweiten Reaktionskammer vor. Auch hier stellen sich dieselben Vorteile gegenüber dem Stand der Technik ein, die bereits be¬ züglich Patentanspruch 1 beschrieben wurden, welche insbesondere die nahezu vollständige Umsetzung von chemischen Reakti¬ onen sind, die gleichgewichtslimitiert sind.
Des Weiteren ist es auch hierbei zweckmäßig, dass der Synthe¬ sereaktor mit mindestens einem Wärmerohr ausgestattet ist, der die beiden Reaktionskammern miteinander verbindet und durch den ein Austausch von Reaktionswärme zwischen den Reaktionskammern erfolgt. Wenn das Wärmerohr eine der Reaktionskammern verlässt, kann an diesem aus den Reaktionskammern herausragenden Ende eine Zufuhr bzw. Abfuhr von Wärmeenergie erfolgen, wodurch wieder der bereits beschriebene Zustand erreicht wird, dass die Reaktionskammern nahezu isotherm mitei¬ nander verbunden sind, also in den Reaktionskammern trotz dort stattfindender exothermer oder endothermer Reaktion nahezu dieselbe Reaktionstemperatur vorliegt. Dies wiederum ist zweckmäßig dafür, dass die einzelnen Reaktionen in den Reaktionskammern nahezu gleichmäßig ablaufen und somit eine vor¬ teilhafte Reaktionssteuerung in den einzelnen Reaktionskammern möglich ist.
Weitere Ausgestaltungsformen der Erfindung und weitere Merkmale werden anhand der folgenden Figuren näher erläutert. Die folgenden Figuren stellen lediglich schematische Ausführungsbeispiele dar, die keine Einschränkung des Schutzbereiches darstellen.
Dabei zeigen:
Figur 1 eine schematische Darstellung eines mehrstufigen
Reaktors zur Durchführung einer chemischen Synthese und
Figur 2 einen Ausschnitt aus einem Reaktor aus Figur 1 mit einer Reaktionskammer und detaillierterer Darstel- lung einer Produktabscheidevorrichtung zwischen zwei Reaktorkammern.
Beispielhaft soll nun anhand von Figur 1 ein Verfahren zur Durchführung einer chemischen Synthese sowie ein dafür ange- wandter Synthesereaktor 20 näher erläutert werden.
Der Synthesereaktor 20 weist, insbesondere wenn er, wie in Figur 1 dargestellt ist, stapeiförmig aufgebaut ist, in sei¬ nem unteren Bereich eine Zufuhrvorrichtung 3 für Synthese- edukte 2 auf. Die Syntheseedukte 2 werden damit in eine erste Reaktionskammer 4 geführt, in der bereits eine Trägerflüssig¬ keit 16 in Form eines Öls, das eine unpolare Flüssigkeit ist, vorliegt. Als Edukt werden hier beispielhaft Wasserstoff und Kohlendioxid und/oder Kohlenmonoxid eingeführt, wobei eine Reaktion zu Methanol stattfindet. In der Trägerflüssigkeit 16 ist ferner ein hier nicht näher dargestellter partikelförmiger, feindispergiert vorliegender Katalysator eingebracht. Die Syntheseedukte 2 können hierbei insbesondere an der Kata¬ lysatoroberfläche zum Methanol reagieren. Die gasförmigen Edukte 2 können dabei, nachdem sie in die Reaktorkammer 4 eingebracht sind, sich teilweise in der Trägerflüssigkeit 16 lösen. Die Reaktion findet dann an den Katalysatorpartikeln, insbesondere an dessen Oberfläche statt. Durch eine Rückdif-
fusion in die Gasphase sammeln sich dort die Produkte an und können oberhalb der Flüssigphase abgezogen werden. In der Reaktionskammer herrscht ein Druck von etwa 90 bar vor. Die Temperatur liegt dabei bevorzugt in einem Spektrum zwischen 150°C und 350°C, in diesem Beispiel bei 250°C. Das Abziehen der Syntheseprodukte 6 und nicht reagierter Syntheseedukte 8 erfolgt über eine Zuleitung 7, die die erste Reaktionskammer 4 mit einer zweiten Reaktionskammer 10 verbindet. Die verbleibenden Syntheseedukte 2 strömen in die nächste
Reaktionsstufe also in die nächste Reaktionskammer 10. Diese Reaktionsstufe in der Reaktionskammer 10 wird bei einem ge¬ ringeren Reaktionsdruck betrieben als die Reaktionsstufe in der Reaktionskammer 4, um ein Überströmen der verbleibenden Syntheseedukte ohne den Einbau einer Druckerhöhungseinrichtung z.B. eines Gebläses oder eines Kompressors zu ermögli¬ chen. Der Druckunterschied zwischen den Reaktionsstufen muss so gewählt werden, dass Druckverluste beim Überströmen von der Stufe 1 in der Reaktionskammer 4 in die Stufe 2 in der Reaktionskammer 10 ausgeglichen werden. Ein Druckunterschied von ca. 5 bar von einer von einer Reaktionskammer zur anderen hat sich als vorteilhaft herausgestellt. Zur Einstellung und Regelung der überströmenden Gasmenge an Syntheseedukten 2 sollte hier ein Ventil 24 eingesetzt werden. In Stufe 2 in der Reaktionskammer 10 können die Syntheseedukte 2 dann wieder bis zum chemischen Gleichgewicht reagieren. Der Aufbau des Reaktors 20 wiederholt sich um Stufe für Stufe, es werden so viel Stufen in Form von Reaktionskammern 10 eingesetzt, wie dies für die möglichst vollständige Umsetzung der Synthe- seedukte 2 nötig und wirtschaftlich ist. Da die Menge an Syn¬ theseedukten 2 entlang der Stufen durch den jeweiligen Abzug von Syntheseprodukten 6 abnimmt, können die Reaktionskammern 10 gegebenenfalls von Stufe zu Stufe kleiner dimensioniert werden. Das an der letzten Reaktionsstufe verbleibende
Eduktgas enthält Fremd- und Inertgase und es kann als soge¬ nanntes Purgegas 26 abgezogen werden. Alternativ ist auch eine Rückführung dieses Gases zum Reaktionseingang an der Zu-
führvorrichtung 3 gegebenenfalls nach einer erfolgten Aufbereitung möglich.
Die verschiedenen Reaktionskammern 4 und 10 sind durch Wärmerohre 12, sogenannte Heatpipes, miteinander verbunden. Ein Wärmerohr 12 ist im einfachsten Fall ein geschlossenes Rohr, in dem sich ein Wärmeübertragungsmedium im Zweiphasengebiet befindet. Wird an einer beliebigen Stelle des Wärmerohres Wärme zugeführt, kommt es zu einem Verdampfen des Wärmeträ¬ germediums. Der Dampf strömt dann zum kälteren Ende und kondensiert dort wieder. Durch diesen Prozess können sehr hohe Wärmeströme in kompakter Bauweise nahezu isotherm übertragen werden. Das Zurückfließen der flüssigen Phase kann allein aufgrund der Schwerkraft erfolgen, wenn die Verdampfung am unten liegenden Ende des Rohres 12 und die Kondensation oben stattfinden. Ferner kann die Rückführung der flüssigen Phase durch Kapillareffekte gewährleistet werden, beispielsweise durch den Einbau von Drahtgeweben oder Dochten. Die Wärmerohre im vorgestellten Reaktor 20 sind vorteilhaft mit hier nicht dargestellten Einbauten versehen, die eine gleichmäßige Benetzung der Innenwand mit flüssiger Phase möglich machen. Dadurch kann an jeder Stelle entlang des Wärmerohres 12 eine Verdampfung aber auch eine Kondensation stattfinden. Eine Verdampfung findet stets im heißesten Bereich des Wärmerohres 12 statt und die Kondensation dann im kältesten Bereich. Das Konzept ermöglicht daher einen sehr effektiven und flexiblen Wärmeaustausch zwischen den einzelnen Reaktionskammern 4, 10. Hiermit ist eine nahezu isotherme Reaktionsführung entlang des gesamten Synthesereaktors 20 möglich.
Die verschiedenen Stufen in Form der Reaktionskammern 4 und 10 werden bei unterschiedlichen Drücken (pi, p2...pn) aber bei nahezu konstanter Temperatur betrieben. Die Wärmerohre 12 können am oberen oder am unteren Ende aus dem Synthesereaktor 20 herausgeführt werden. Dadurch ist an diesem aus dem Synthesereaktor 20 herausgeführten Ende 14 des Wärmerohres 12 eine Wärmezufuhr oder eine Wärmeabfuhr möglich. Bei exothermen Reaktionen ist im Allgemeinen eine Wärmeabfuhr in Form
von Kühlung nötig. Eine Kühlung am Ende des Wärmerohres er¬ möglicht damit eine konstante Temperatur entlang des Reak¬ tors. Für typische Reaktionstemperaturen von chemischen Synthesen, die zwischen 150°C und 350°C liegen, werden die Wär- merohre 12 bevorzugt mit Wasser als Wärmeträgermedium betrie¬ ben. Wasser ermöglicht in diesem Temperaturbereich gute Wärmeübertragungsfähigkeiten und akzeptable Dampfdrücke und so¬ mit eine akzeptable Wanddicke des bzw. der Wärmerohre 12. Al¬ ternativ können auch andere Wärmeträgermedien oder Mehrstoff- gemische eingesetzt werden.
Die einzelnen Reaktionskammern können nach verschiedenen Konzepten aufgebaut werden. Z.B. kann ein Katalysator in einer Festbettschüttung eingebracht sein oder die Wärmerohre können mit einer Katalysatorstruktur an der Oberfläche versehen sein und die Reaktion findet dann in der Gasphase an einem Kataly¬ sator statt. Weiterhin können die Reaktionskammern als Wirbelbetten ausgeführt werden. Dabei wird eine Schüttung we¬ nigstens teilweise aus Katalysatormaterial von unten ange- strömt und fluidisiert. Die Reaktion findet dann wieder an der Katalysatoroberfläche in der Gasphase statt.
In der hier dargestellten Ausgestaltung sollen die einzelnen Reaktionskammern 4, 10 als Flüssigphasenreaktoren, sogenannte Slurry-Reaktoren, ausgeführt werden. Dabei sind Katalysatorpartikel fein verteilt in einer Trägerflüssigkeit 16 einge¬ bracht. Die gasförmigen Syntheseedukte 2, beispielsweise zur Herstellung von Methanol, die Edukte H2 und CO2/CO, werden in die Reaktionskammer 4 eingebracht und es findet eine wenigs- tens teilweise Lösung der Syntheseedukte 2 in der Trägerflüs¬ sigkeit 16 statt. Die Reaktion findet dann an den Oberflächen der Katalysatorpartikel statt. Durch Rückdiffusion in die Gasphase sammeln sich dann die Syntheseprodukte 6 in der Gasphase in der Reaktionskammer 4 an und können oberhalb des Trägerflüssigkeitsspiegels 19 in die Zuleitung 7 zur Reakti¬ onskammer 10 abgeleitet werden.
Um die Mischung aus Trägerflüssigkeit 16, Katalysatorpartikel und den gasförmigen Syntheseedukten 2 möglichst homogen und fein verteilt zu erhalten, ist der Einbau einer geeigneten Mischvorrichtung in Form eines Rührers, der in der Figur nicht dargestellt ist, zweckmäßig. Alternativ können auch die gasförmigen Syntheseedukte 2 so eingebracht werden, dass durch eine gewisse Druckbeaufschlagung eine Durchmischung aufgrund von Verwirbelungen beim Eintrag der Gasphase gewährleistet ist. Neben der Durchmischung führen diese Maßnahmen auch zu einer Erhöhung des Wärmeübergangs zwischen der Trägerflüssigkeit 16, die bevorzugt in Form eines Wärmeträgeröls ausgestattet ist und dem bzw. den Wärmerohren 12.
Wärmeträgeröle und alternative, bevorzugt unpolare Flüssig¬ keiten als Trägerflüssigkeiten 16 für den Flüssigphasenreak- tor, wie er in den Reaktionskammern 4, 10 im Reaktor 20 beispielhaft in Figur 2 dargestellt ist, besitzen bei den Reak¬ tionstemperaturen einen gewissen Dampfdruck. Dadurch kommt es beim Abzug der gasförmigen Syntheseprodukte 6 zu einem leichten Austrag aus der Reaktionskammer 4, 10. In Abbildung 2 ist die erste Reaktionsstufe mit der Reaktionskammer 4 und die dazugehörige Peripherie um die Zuleitung 7 und einer
Produktabscheidevorrichtung 18 detaillierter dargestellt. Um den Austrag bzw. Verlust an Trägerflüssigkeit 16 und Kataly¬ satormaterial zu reduzieren, wird hier das Wärmeträgeröl wäh¬ rend der Abtrennung des Syntheseproduktes 6 separiert und zu¬ rückgeführt. Dies erfolgt in der Produktabscheidevorrichtung 18. Diese Zurückführung der Trägerflüssigkeit 16 erfolgt über die Leitung 17 in die Reaktionskammer 4. Die Rückführung kann durch Ausnutzung von Schwerkrafteffekten ohne den Einsatz einer Pumpe erfolgen.
Das Abziehen der Syntheseprodukte 6 und nicht reagierter Syn¬ theseedukte 8 erfolgt über eine Zuleitung 7. Vor der Abtren- nung der Syntheseprodukte kann eine Temperaturabsenkung zweckmäßig sein. Diese Temperaturabsenkung wird in der Kühlung 22 durchgeführt. Im vorgestellten Beispiel wird die Tem¬ peratur soweit abgesenkt, dass es zur Kondensation von Metha-
nol kommt und dieses dann in der Produktabscheidevorrichtung 18 als Syntheseprodukt 6 abgetrennt werden kann.
In Figur 2 ist auch veranschaulicht, dass die Reaktionskammer 4, die von Wärmerohren 12 durchzogen ist, nicht notwendigerweise direkt an die nächste Reaktionskammer 10 anschließen muss. Die einzelnen Reaktionskammern 4 und 10 können auch sequentiell voneinander beabstandet angeordnet sein, wenn dies durch den technischen Aufbau vorgegeben, zweckmäßig ist.