Polysiloxane mit methylengebundenen polaren Gruppen
Die Erfindung betrifft Polysiloxane mit Siloxaneinheiten, die über Methylengruppen gebundene, halogenfreie polare Reste enthalten.
In elektrischen Anwendungen spielen dielektrische Flüssigkeiten eine große Rolle. Dabei ist eine hohe Temperaturstabilität in Verbindung mit Schwerbrennbarkeit für Anwendungen, bei denen es zu elektrischen Entladungen kommen kann, ' von Vorteil.
Polydimethylsiloxane (Silicone) weisen eine besonders hohe Temperaturstabilität und Schwerbrennbarkeit (Flammpunkt > 320°C; Selbstentzündungstemperatur ca. 500°C) , einen niedrigen Stockpunkt (Pourpoint ca. -45°C) und ausgezeichnete
Isolatoreigenschaften (spezifischer Durchgangswiderstand > 1014 Q.cm; Durchschlagfestigkeit > 30 kV/2.5 mm) und einen niedrigen dielektrischen Verlustfaktor (tan δ < 10"3) auf. Diese
Eigenschaften prädestinieren die Silicone für Anwendungen in der Elektronik und Elektrotechnik (z.B. deren Verwendung als Transformatorenöl) .
Eine weitere Materialeigenschaft, die für zahlreiche
elektrische Anwendungen von großer Bedeutung ist, stellt die Permittivität dar. Diese ist ein Maß für die Durchlässigkeit eines Materials für elektrische Felder. Wird ein dielektrisches Material einem elektrischen Feld ausgesetzt, so wird durch Polarisation des Materials (z.B. durch Orientierung vorhandener Dipole) das angelegte elektrische Feld abgeschwächt. Die durch das dielektrische Material verursachte Abschwächung des Feldes wird als relative Permittivität εΓ bezeichnet (im Unterschied zur absoluten Permittivität ε0 des Vakuums) . Die für
unterschiedliche Stoffe charakteristische relative
Permittivität hängt von weiteren Faktoren ab, z.B. der Temperatur und insbesondere von der Frequenz des elektrischen Feldes. Aufgrund von Relaxations- und Absorptionsvorgängen während der Polarisation eines Dielektrikums stellt die relative Permittivität eine im Allgemeinen komplexwertige
Funktion dar. Im Folgenden soll unter Permittivität stets der Realteil der komplexen relativen Permittivität verstanden werden. Im Allgemeinen ist es von Vorteil, wenn sich die in
elektronischen und elektrotechnischen Anwendungen eingesetzten Isolationsmaterialien durch niedrige Permittivitäten
auszeichnen, da Dielektrika mit hoher Permittivität
unerwünschte kapazitive Effekte bedingen. Hierzu zählt z.B. die Blindleistung elektrischer Komponenten, die einen nicht zur
Wirkleistung beitragenden Stromfluss darstellt, der letztlich mit elektrischen Verlusten (Erwärmung) verbunden ist. Aus diesem Grund werden als Isolationsmaterialien für Kabel,
Transformatoren, elektronische Bauteile vorzugsweise Stoffe mit niedriger Permittivität (εΓ = 2-3) eingesetzt. Hierzu zählen z.B. die (unpolaren) Kohlenwasserstoffe (Polyethylen, Paraffin etc.) sowie die Silicone.
Materialien mit hoher relativer Permittivität bieten Vorteile bei deren Verwendung als Dielektrikum in elektrischen
Kondensatoren. Die Kapazität eines Plattenkondensators, d.h. die bei vorgegebener Spannung gespeicherte Ladungsmenge und damit elektrische Energie, hängt im Wesentlichen von drei Parametern ab, der Elektrodenfläche, dem Abstand der Elektroden und der Permittivität des zwischen den Elektroden befindlichen Dielektrikums. Um eine hohe Kapazität zu erzielen, werden die Elektroden z.B. in Form dünner Metallfolien (getrennt durch μηα- dünne Dielektrika) aufgerollt oder als Stapel angeordnet. Einer
Vergrößerung der Fläche und Verringerung des Abstandes der Elektroden sind jedoch enge Grenzen gesetzt. Auch eine Erhöhung der am Kondensator angelegten Spannung ist nur bedingt möglich, da diese durch die Durchschlagfestigkeit des als Dielektrikum eingesetzten Materials begrenzt wird. Eine weitere Erhöhung der Kapazität kann jedoch durch die Verwendung von Dielektrika mit höherer Permittivität erfolgen. Beispielsweise ließe sich die Kapazität eines Metallpapierkondensators (Wickel aus einseitig metallisiertem und nicht-metallisiertem Papier) durch
Imprägnieren mit einem Siloxan hoher Permittivität erhöhen bzw. bei gleicher Kapazität die Bauteilgröße reduzieren.
Die Permittivität herkömmlicher Silicone ( Polydimethylsiloxane ) ist jedoch niedrig (sr = 2,76). Es bestand daher die Aufgabe, Silicone mit hoher Permittivität zu entwickeln, ohne die oben aufgeführten vorteilhaften Eigenschaften
(Durchschlagfestigkeit, Schwerbrennbarkeit etc.) negativ zu verändern . Eine Erhöhung der Permittivität von Siliconen kann dem Stand der Technik zufolge dadurch erzielt werden, indem man
feinteilige Füllstoffe mit hoher Permittivität zumischt (z.B. Titandioxid, Calcium-Kupfer-Titanat , Graphen, Phthalocyanine, Bariumtitanat : εΓ = 103 - 104) . Allerdings wird auf diese Weise nur bei hohen Füllstoffgehalten eine deutliche Erhöhung der Permittivität erzielt, während gleichzeitig die
Durchschlagfestigkeit und die Fließfähigkeit nachteilige
Veränderungen erfahren. Beispielsweise wird das Imprägnieren des Papiers eines Papierkondensators durch das Vorhandensein von Füllstoffen im Siliconöl erheblich erschwert. Aufgrund der Größenverteilung der Füllstoffpartikel wird zudem die
Wahrscheinlichkeit von Inhomogenitäten und Fehlstellen in den wenige μπι dünnen Schichten des Dielektrikums drastisch erhöht.
Des Weiteren wurde versucht, durch Herstellen eines Blends mit hoch polarisierbaren Polymeren (Polythiophene, Polypyrrole, Polyether) die Permittivität zu erhöhen. Nachteilig wirkt sich hierbei die Nichtverträglichkeit dieser Polymere mit den
Siliconen aus, was sich in einer Phasenseparation äußert.
Polydiorganosiloxane mit polaren funktionellen Gruppen wurden bereits als potenziell geeignete Kandidaten erkannt.
Beispielsweise sind in DE 10 2010 046 343 Siloxan-Additive zur Anhebung der relativen Permittivität in (additionsvernetzenden) Siliconmischungen beschrieben. Die kovalente Anbindung polarer bzw. polarisierbarer Gruppen (z.B. Trifluorpropyl, Nitril-, Anilino- Gruppen) an die Siloxankette über Reste mit einem delokalisierten Elektronensystem (z.B. Phenylenrest ) ermöglicht zwar die Herstellung homogener Dielektrika mit erhöhter
Permittivität, ist aber in der Herstellung sehr aufwendig und führt zu nachteiligen rheologischen Eigenschaften. JP 49080599 zeigt auf, dass einfach zugängliche
Chlormethylmethylsiloxaneinheiten in linearen Siloxanen zu einer deutlichen Anhebung der relativen Permittivität auf bis zu 6,2 (50 Hz) bei gleichzeitig hoher Durchschlagsfestigkeit (41 kV bei 2,5 mm) führen. Es gibt jedoch Anwendungen, in denen Chlorfreiheit gewünscht ist (z.B. zur Vermeidung von HC1- Freisetzung im Brandfall) . Es sollten deshalb chlorfreie
Polysiloxane mit vergleichbaren Eigenschaften gefunden werden. Vergleicht man das Dipolmoment von Dimethylether (4,3*10~30 Cm 1] ) mit dem von Chlormethan (6,3*10~30 Cm 1} ) sollte man bei
Annahme analoger Verhältnisse in den jeweiligen Si- substituierten Vertretern (H3C-0-CH3 i.Vgl. zu Si-CH2-OCH3 und H3C-C1 i.Vgl. zu Si-CH2-Cl) erwarten, dass beispielsweise
Polysiloxane mit ethoxymethyl-Resten eine deutlich geringere
relative Permittivität aufweisen als diejenigen mit Chlormethylresten .
Es war deshalb überraschend und nicht vorhersehbar, dass sich durch Einführung eines polaren Rests in alpha-Position zum Silicium vergleichbar hohe relative Permittivitäten erzielen lassen, wie bei Chlormethylsiloxanen . Diese Polysiloxane sind durch etablierte Standardverfahren der Siliconchemie aus Silanen herstellbar, die neben den entsprechenden
methylengebundenen polaren Gruppen hydrolysierbare Reste tragen. Durch Wahl der Stöchiometrie der Einsatzstoffe können Kettenlängen und Mischungsverhältnisse beliebig variiert werden.
Gegenstand der Erfindung sind Polysiloxane der allgemeinen Formel (1)
[A-SiR2-01 2] a tB-SiR02/2] b [C-Si03 2] c [Si04/2] d, ( 1 ) wobei
A, B, C für R oder -CR1R2-X stehen,
X O-R01, S-R02, S(0)Ro3,
CN, N02,
bedeutet,
R1, R2 jeweils einen Wasserstoffrest oder Ci-Cis-
Kohlenwasserstoffrest bedeuten,
Ro1, R°2, R°3, R°4 jeweils einen Ci-Ci8-Kohlenwasserstoffrest bedeuten,
R einen Wasserstoffrest oder einen Rest Ra, Rb, R° oder Rd, bedeutet,
Ra einen Ci-Cis-Kohlenwasserstoffrest,
Rb einen Rest der allgemeinen Formel (2)
-(Qb)m-Y, (2)
Rc einen Rest der allgemeinen Formel (3)
-(Qc)y(0)liSi(G)3-nR'n und (3) Rd einen Rest der allgemeinen Formel (4)
-(Qd)z[0(CH2)ql]o[0CH(CH3) (CH2)q2]p-Z (4) bedeuten und
a eine Zahl von mindestens 1
b eine Zahl von mindestens 11,
m, y, z die Werte 0 oder. 1,
Qb f Qc, Qd einen unsubstituierten oder substituierten
zweiwertigen Ci-Cis-Kohlenwasserstoffrest ,
Y einen Rest F, Cl, Br, I, CF3, SH, OOC-R' oder OR\
RA Wasserstoff oder einen unsubstituierten oder substituierten Ci-Cig-Kohlenwasserstoffrest ,
6 einen Rest R3-0-, R4-COO-, -0-N=CR5R6, -NR7R8 oder -NR9-CO- R10,
R3 bis R10 jeweils einen Rest
k die Werte 0 oder 1,
n die Werte 0, 1, 2 oder 3,
Z einen Rest -O-R oder -OOC-R
ql und q2 unabhängig voneinander die Werte 1, 2, 3 oder 4 und o und p unabhängig voneinander Zahlen von 0 - 80 bedeuten,
mit den Maßgaben,
dass wenn Y einen Rest F, Br, I, SH bedeutet, m den Wert 1 hat und wenn Y einen Rest Cl, OH, 0R OOC-R λ bedeutet, m den Wert 0 hat,
dass o + p ^ 1,
dass 0,1 - 100 % der Einheiten A, B und C für -CRV-X stehen,
dass a + b + c + d eine Zahl von 11 - 10000 bedeuten und dass c + d < 0,2 * (a + b + c + d) .
Es war überraschend und nicht vorhersehbar, dass sich die Siloxane der allgemeinen Formel (1) durch herausragend hohe relative Permittivitätswerte und hohe Durchschlagfestigkeit (Durchbruchsfeldstärke) auszeichnen. Diese farblosen und homogenen Polysiloxane der allgemeinen Formel (1) sind durch
etablierte Standardverfahren der Siliconchemie aus den entsprechenden Silanen einfach und kostengünstig herstellbar. Durch Wahl der Stöchiometrie der Einsatzstoffe können
Kettenlängen und Mischungsverhältnisse beliebig variiert werden.
In der der allgemeinen Formel (1) ist X vorzugsweise 0-Ro1 und CN, insbesondere 0-Ro1. Beispiele für Cx-Cis-Kohlenwasserstoffreste R1, R2, Ro1, R°2, R°3, R°4, Ra und R sind Alkylreste wie der Methyl-, Ethyl-, n- Propyl-, iso-Propyl-, n-Butyl-, 2-Butyl-, iso-Butyl-, tert.- Butyl-, n-Pentyl-, iso-Pentyl-, neo-Pentyl-, tert . -Pentylrest , Hexylreste, wie der n-Hexylrest, Heptylreste, wie der n- Heptylrest, Octylreste, wie der n-Octylrest und iso-Octylreste, wie der 2, 2, 4-Trimethylpentylrest , Nonylreste, wie der n- Nonylrest, Decylreste, wie der n-Decylrest; Cycloalkylreste , wie Cyclopentyl-, Cyclohexyl-, 4-Ethylcyclohexyl- ,
Cycloheptylreste, Norbornylreste und Methylcyclohexylreste. Bevorzugt sind unter den Alkylresten die Cj-Ce-Alkylreste wie der Methyl- und der Ethylrest, insbesondere der Methylrest. Bevorzugt ist Ro1 der Methyl- oder Ethylrest, insbesondere der Methylrest. Für R1 und R2 ist der Wasserstoffrest bevorzugt.
Beispiele für R1, R2, Ro1, R°2, R°3, R°4, Ra und R sind auch Alkenylreste, wie der Vinyl-, 2-Propen-2-yl-, Allyl-, 3-Buten- 1-yl-, 5-Hexen-l-yl-, 10-Undecen-l-yl, Cycloalkenylreste (2- Cyclohexenyl-, 3-Cyclohexenyl-, Cyclopentadienylrest , 2- (Cyclohex-3-en-l-yl) ethyl, Arylreste, wie der Phenyl-,
Biphenylyl-, Naphthylrest ; Alkarylreste, wie o-, m-, p-
Tolylreste und Phenethylreste (2-Phenylethyl-, 1- Phenylethylrest ) und Aralkylreste, wie der Benzylrest.
Beispiele für substituierte Kohlenwasserstoffreste als Reste R ' sind halogenierte Kohlenwasserstoffe, wie der Chlormethyl- , 3- Chlorpropyl-, 3-Brompropyl, 3, 3, 3-Trifluorpropyl und
5, 5, 5, 4 , 4 , 3, 3-Heptafluorpentylrest sowie der Chlorphenyl-, Dichlorphenyl- und Trifluortolylrest . Unter den Resten R01, R°2, R°3 und R°4 sind Alkylreste und
Arylreste mit 1 - 6 Kohlenstoffatomen bevorzugt, insbesondere der Methyl-, der Ethyl- und der Phenylrest.
Ra und R * weisen jeweils vorzugsweise 1 bis 6 Kohlenstoffatome auf. Insbesondere bevorzugt sind Ethyl- Phenyl-, Vinyl- und Methylreste .
R3 bis R10 bedeuten vorzugsweise Wasserstoff-, Methyl- oder Ethylrest .
Beispiele für Qb , Q° , Qd sind die Reste -CH2-, CH2-CH2-, -CH2- CH(CH3)-, -CH2-CH2-CH2-, -(CH2)4-, -(CH2)6-, 1 , 2-Phenylen, 1,3- Phenylen, 1 , 4-Phenylen . Vorzugsweise bedeutet n die Werte 0 oder 1, insbesondere 0.
Vorzugsweise bedeutet k die Werte 0 oder 1, insbesondere 0, wenn y = 1 und 1 für y = 0. Vorzugsweise stehen mindestens 30 %, insbesondere mindestens
60% und maximal 100%, insbesondere maximal 80% der Einheiten A, B und C für -CR1R2-X.
Beispiele für Reste Rb sind -OH, Cl-, -0-CH3, -0-CH2-CH3, -CH2- CH2-CH2-CI, -CH2 -CH2-CH2-SH, -CH2 -CH2-CF3, -CH2-CH2-CH2-00C-CH=CH2, -CH2-CH2-CH2-OOC-CCH3=CH2 und -OOC-CH3 , wobei die Reste -OH, -Cl, -0-CH3j -0-CH2-CH3 und -OOC-CH3 besonders bevorzugt an einer Siloxanendgruppe (=Einheit in der allgemeinen Formel (1) mit dem Index a) gebunden sind.
Beispiele für Reste Rc sind -O-Si (OCH3) 3, -O-Si (OCH3) 2CH3, -0- Si ( OCH2CH3 ) 3, -O-Si ( OCH2CH3 ) 2CH3 , -O-Si ( OOCCH3 ) 2CH3, -0- Si(OOCCH3)3, -CH2-CH2-Si ( OCH3 ) 3, -CH2-CH2-Si (OCH2CH3) 3, -0- Si ( OCH2CH3 ) 2H wobei Sauerstoff erbrückte Reste besonders
bevorzugt an einer Siloxanendgruppe (=Einheit in der
allgemeinen Formel (1) mit dem Index a) gebunden sind. Beispiele für Reste Rd sind CH30 [CH2CH20] 8- (CH2) 3-,
CH3COO [CH2CH20] 6- (CH2) 3-, CH30 [CH2CH20] 12 [CH2CH (CH3) 0] 12 (CH2) 3- .
Vorzugsweise bedeutet a + b + c + d eine Zahl von mindestens 20, besonders bevorzugt mindestens 50, insbesondere mindestens 100 und maximal 8000, besonders bevorzugt maximal 1000,
insbesondere maximal 5000.
Vorzugsweise bedeutet c + d < 0,1* (a + b + c + d) ,
insbesondere c + d < 0,05* (a + b + c + d) .
Vorzugsweise bedeuten o und p unabhängig voneinander Zahlen von 0 - 36, insbesondere 2 - 12.
Vorzugsweise bedeuten mindestens 50%, besonders bevorzugt mindestens 70%, insbesondere mindestens 80% aller Reste R einen Methylrest .
Vorzugsweise stehen maximal 33 %, besonders bevorzugt maximal 10% und insbesondere maximal 5% der Reste R für einen Rest Rb, Rc oder Rd . Bevorzugt steht in der allgemeinen Formel (1)
B für einen Rest -CH2-0-Ro1, insbesondere den Methoxymethyl-Rest C für einen Rest Ra oder Rb, insbesondere einen Rest Ra
R für den Wasserstoffrest, den Methylrest oder den Vinylrest, wobei der Methylrest besonders bevorzugt ist und insbesondere mindestens ein Rest R in der allgemeinen Formel (1) für einen Wasserstoffrest, einen Vinylrest oder einen Rest Rc steht.
Beispiele für Polymere der allgemeinen Formel (1) sind:
[H2C=CH-Si (CH3) 20i/2] 2 [CH30-CH2-Si (CH3) 0] 58,
[H2C=CH-Si(CH3)20i/2]2[NC-CH2-Si(CH3)0]77,
[HOSi (CH3) 2O1/2] 2 [NC-CH2-Si (CH3) 0] 73 [Si (CH3) 20] 28,
[H2C=CH-Si (CH3) 2O1/2] 2 [NC-CH2-Si (CH3) 0] i90 [Si (CH3) 20] 277,
[H2C=CH.-Si (CH3) 2O1/2] 1 [Si (CH3) 3O1/2] 1 [CH30-CH2-Si (CH3) 0] 93,
[HOSi (CH3) 20i/2] 2 [CH30-CH2-Si (CH3) 0] 104,
[CH30Si (CH3) 2O1/2] 2 [CH30-CH2-Si (CH3) 0] 104,
[HOSi (CH3) 20i2] 2 [CH30-CH2-Si (CH3) 0] 82 [Si (CH3) 20] 27
[H2C=CH-Si (CH3) 2O1 2] 2 [CH30-CH2-Si (CH3) 0] 299 [Si (CH3) 20] 206 [H2C=CH-
Si(CH3)0]12
[Si (CH3) 30i2] 2 [CH30-CH2-Si (CH3) 0] 99 [Si (CH3) 20] 29 [ (H3C0) 3SiCH2CH2- Si(CH3)0]4
[HOSi (CH3) 2O1/2] 1 [ (H3C) 3Si01/2] 3 [CH30-CH2-Si (CH3) 0] 110 [Si (CH3) 20] 75 [H3C (H3C0) 2SiOi2] 2 [CH30-CH2-Si (CH3) 0] 10 [Si (CH3) 20] n8
[H3CH2C (H3C00) 2Si01/2] 2 [CH30-CH2-Si (CH3) 0] 508
[HO-Si (CH3) 2O1 2] 3 [H3C-Si03/2] 1 [CH3CH20-CH2-Si (CH3) 0] 87 [Si (CH3) 20] 29 [H2C=CH-Si (CH3) 2O1/2] 2 [HS- (CH2) 3-Si (CH3) 0] 3 [CH30-CH2- Si (CH3) 0] 67 [H2C=CH-Si (CH3) 0] 6 [Si (CH3) 20] 16
[H2C=CH-Si (CH3) 2O1/2] 2 [F3C- (CH2) 2-Si (CH3) 0] 33 [C6H6S-CH (CH3) - Si(CH3)0]15[Si(CH3)20]65
[H2C=CHCOO- (CH2) 3-Si (CH3) 20i/2] 2 [CH30-CH2-Si (CH3) 0] 14 [Si (CH3) 20] 34 [H-Si (OCH2CH3) 2O1/2] 2 [HS- (CH2) 3-Si (CH3) 0] 2 [C6H60-CH2- Si (CH3) 0] 14 [H2C=CH-Si (CH3) 0] 6 [Si (CH3) 20] U6
[H2C=CH-Si (OCH2CH3) 201/2] 2 [C6H5 (CH3) SiO] 35 [CH30-CH2-Si (CH3) 0] 1Ί
[Si (CH3)20]36
[H2C=CH-Si (CH3) 2O1/2] 1 [Si (CH3) 301/2] 1
[H3CO- (CH2CH20) 4- (CH2) 3-Si (CH3) 0] 6 [CH30-CH2-Si (CH3) 0] 67 [Si (CH3) 20] 12
Die Herstellung der Polysiloxane der allgemeinen Formel (1) erfolgt nach den literaturbekannten einschlägigen Methoden z.B. durch
- Cohydrolyse der jeweiligen Chlor- oder Alkoxysilane und anschl. Kondensation oder
- Äquilibrierung von Siloxanen, die jeweils unterschiedliche Konzentrationen an gewünschten Siloxan-Einheiten enthalten oder
- Äquilibrierung von Siloxanen mit Alkoxy- oder Chlorsilanen und anschließende Hydrolyse und Kondensation oder
- Hydrosilylierung von SiH-haltigen Polysiloxanen . Bei den Ausgangsverbindungen handelt es sich i.d.R. um
kommerziell erhältliche oder kostengünstig nach
Literaturverfahren herstellbare Produkte.
Beispielsweise sind Dimethyldichlorsilan,
Vinyldimethylchlorsilan, Vinylmethyldichlorsilan,
Methyldichlorsilan und Trimethylchlorsilan aus dem Müller- Rochow-Prozess großtechnisch zugängliche Produkte.
Chlormethyldimethylchlorsilan, Chlormethylmethyldichlorsilan und Chlormethyltrichlorsilan sind nach EP 1310501, durch
Photochlorierung der entsprechenden Methylchlorsilane
herstellbar.
Gegenstand der Erfindung ist auch ein Verfahren zur Herstellung der besonders bevorzugten Ausgangsverbindungen der allgemeinen Formel (5) Rol0-CH2-Si(0Alk) (3_t)Rat (5) wobei Ro1 und Ra die oben angegebene Bedeutung haben,
Alk für einen linearen oder verzweigten Alkylrest mit 1 - 4 Kohlenstoffatomen steht und
t = 0, 1, 2 oder 3 bedeutet, besonders bevorzugt 0 oder 1.
Da man als Nebenreaktion einen Austausch der Si-gebundenen Alkoxygruppen gegen die Alkoholatreste beobachten kann, werden vorzugsweise die Alkoholate eingesetzt, deren Alkylrest Ro1 dem Alkylrest Alk im eingesetzten Chlormethylsilan entspricht.
Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung der Verbindungen der allgemeinen Formel (5) erfolgt durch Umsetzung des
entsprechenden Chlormethylalkylalkoxysilans der allgemeinen Formel (6)
Cl-CH2-Si (OAlk) (3-t)Rat (6) mit einem Metallalkoholat in Gegenwart eines inerten
Lösungsmittels, dessen Siedepunkt mindestens 20°C, besonders bevorzugt mindestens 40 °C über dem Siedepunkt der Verbindung der allgemeinen Formel (5) liegt, nach folgender
Reaktionsgleichung :
1/v* (RolO")vMv+ + Cl-CH2-Si(OAlk) (3-t)Rat >
RolO-CH2-Si(OAlk) (3-t)Rat + l/v*Mv+Cl" v wobei v für die Anzahl der Ladungen des Metalls M steht und vorzugsweise 1, 2, 3 oder 4 ist und
M vorzugsweise für ein Alkali- oder Erdalkalimetall steht, besonders bevorzugt für ein Alkalimetall, insbesondere für Natrium oder Kalium. Bevorzugte Beispiele für Verbindungen der allgemeinen Formel (R0l0~)vMv+ sind die kommerziell erhältlichen Natriummethanolat, Natriumethanolat , Kaliummethanolat und Kaliumethanolat .
Neben dem zu erwartenden Effekt einer vereinfachten
Aufarbeitung der Reaktionsmischung, insbesondere Vermeidung einer Filtration, wurde überraschend gefunden, dass durch
Verwendung eines hochsiedenden inerten Lösungsmittels bei der Umsetzung die Ausbeute und Selektivität der Reaktion gegenüber dem Stand der Technik deutlich erhöht werden kann. Das erfindungsgemäße Verfahren ist dadurch charakterisiert, dass ein Mol-Äquivalent Chlormethylalkoxysilan der allgemeinen Formel (6) mit einem Mol-Äquivalent Rol0~ - gebunden in einem Metallalkoholat der allgemeinen Formel (Rol0~)vMv+ - in einem inerten hochsiedenden unpolaren Lösungsmittel umgesetzt wird, danach zur Vermeidung von Nebenreaktionen gegebenenfalls vorhandene basische Bestandteile durch Zusatz eines Chlorsilans abgefangen werden und aus der Mischung direkt das Zielprodukt durch fraktionierte Destillation isoliert wird. Das
Lösungsmittel gewährleistet dabei eine gute Rührbarkeit der salzhaltigen Reaktionsmischung (Suspension) während der
Umsetzung und der Destillation und darüber hinaus die leichte Abtrennung des gebildeten Metallchlorids durch Zugabe von
Wasser nach der Destillation und Abtrennung der unteren
Salzphase durch einfache Phasentrennung.
Bezogen auf ein Mol -Äquivalent Chlormethylalkoxysilan der allgemeinen Formel (6) werden vorzugsweise mindestens 0,95/v, besonders bevorzugt mindestens 1,0/v Mol-Äquivalente und
vorzugsweise höchstens 1,2/v besonders bevorzugt höchstens 1,05/v Mol-Äquivalente Metallalkoholat (Rol0~) eingesetzt, insbesondere wird 1,0/v Mol-Äquivalent eingesetzt, da
Überschüsse an Alkoholat zu unerwünschten,
ausbeutevermindernden Nebenreaktionen führen, beispielsweise weil die Spaltung der Si-CH2 (Cl ) -Bindung und ein Überschuss an Silan der allgemeinen Formel (6) sich nur schwer destillativ abtrennen lässt.
Vorzugsweise wird das Metallalkoholat der allgemeinen Formel (Rol0~)v v+ als alkoholische Lösung im inerten unpolaren
Lösungsmittel vorgelegt. Besonders bevorzugt werden Lösungen des Metallalkoholats im jeweiligen Alkohol Rol0H eingesetzt, die 10 bis 40 Gew.-% an Alkoholat enthalten und vorzugsweise kommerziell erhältlich sind.
Als inerte Lösungsmittel kommen alle unpolaren Verbindungen in Frage, deren Löslichkeit in Wasser möglichst gering ist und die mit den Einsatzstoffen und den Produkten keine unerwünschten Reaktionen eingehen. Vorzugsweise liegt die Löslichkeit in Wasser bei 25°C bei maximal 10 Gew.-%, besonders bevorzugt bei maximal 1 Gew.-%, insbesondere bei maximal 0,1 Gew.-%.
Vorzugsweise besitzt das Lösungsmittel eine Dichte < 1 g/ml, dies erleichtert die Phasentrennung, da die zumeist verworfene wässrige Phase als untere Phase leicht abgetrennt werden kann. Die obere Phase besteht aus unpolarem inertem Lösungsmittel und kann gegebenenfalls mit Wasser nachgewaschen werden. Restmengen Wasser können aus dem inerten Lösungsmittel durch Destillation gegebenenfalls unter vermindertem Druck leicht wieder entfernt werden, sodass das Lösungsmittel bis auf geringe Verluste zurückgewonnen werden kann und für die nächste Umsetzung - ohne Umfüllvorgänge - wieder im Reaktionsgefäß zur Verfügung steht.
Beispiele für inerte unpolare Lösungsmittel sind Alkane und Isoalkane, sowie Aromaten und Alkylaromaten, die auch
teilhydriert sein können. Auch Gemische können zum Einsatz kommen. Die auf 0,10 MPa normierten Siedepunkte liegen
vorzugsweise mindestens 20°C, besonders bevorzugt mindestens 40 °C über den Siedepunkten der Zielprodukte. Ihre Einsatzmenge liegt vorzugsweise bei mindestens 50, besonders bevorzugt mindestens 80 Gewichtsteilen und vorzugsweise bei höchstens 200, besonders bevorzugt höchstens 150 Gewichtsteilen bezogen auf 100 Gewichtsteile eingesetztes Chlormethylalkoxysilan der allgemeinen Formel (6).
Erfahrungsgemäß lassen sich Nebenreaktionen vermeiden, wenn das Metallalkoholat in Mischung mit dem inerten Lösungsmittel vorgelegt und das Chlormethylalkoxysilan zudosiert wird. Eine Umkehrung der Dosierung oder eine Paralleldosierung der
Reaktanden kann aber im Einzelfall Vorteile bieten, z.B.
letztere Variante wenn ein kontinuierliches Verfahren
angestrebt wird. Die Reaktionstemperatur liegt vorzugsweise bei mindestens 0°C, besonders bevorzugt bei mindestens 20°C, insbesondere bei mindestens 30 °C und vorzugsweise höchstens bei 100°C, besonders bevorzugt bei 80°C insbesondere bei 50°C.
Sofern das Alkoholat als Lösung im entsprechenden Alkohol eingesetzt wird, destilliert man nach beendeter
Umsetzung/Dosierung vorzugsweise bei Normaldruck den
überschüssigen Alkohol ab. Die weitgehend alkoholfreie
Endreaktionsmischung wird danach mit einem Chlorsilan,
vorzugsweise Trimethylchlorsilan oder Dimethyldichlorsilan versetzt, um gegebenenfalls vorliegendes, nicht umgesetztes Alkoholat abzufangen, welches zu Nebenreaktionen führt, die die Ausbeute an Zielprodukt vermindern. Vorzugsweise werden maximal 20 Mol-%, besonders bevorzugt maximal 10 Mol-%, insbesondere
maximal 5 Mol-% Chlor bezogen auf Chlormethylalkoxysilan in Form des Chlorsilans zugesetzt.
Anschließend wird das Zielprodukt vorzugsweise durch
fraktionierte Destillation gegebenenfalls bei vermindertem Druck isoliert. Das aus dem restlichen Alkoholat und dem zugesetzten Chlorsilan gebildete Alkoxysilan und der nicht reagierte Überschuss des Chlorsilans werden dabei vorzugsweise mit dem Destillatvorlauf abgetrennt. Der Destillationssumpf besteht überwiegend aus dem inerten unpolaren Lösungsmittel, dem Chlorid des Metalls aus dem eingesetzten Metallalkoholat und gegebenenfalls hochsiedenden Nebenprodukten (z.B.
Hydrolyse-Produkten) des Zielprodukts der allgemeinen Formel (5). Die Regenerierung des unpolaren Lösungsmittels erfolgt durch Zusatz der zum Lösen des Salzes und der Nebenkomponenten benötigten Menge Wasser, gegebenenfalls unter Erwärmen, und Abtrennung der wässrigen Phase. Sofern gegebenenfalls
auftretende unlösliche Bestandteile stören, können diese vor der Destillation mit Wasser ausgewaschen und mit der
Wasserphase abgetrennt, oder durch Filtration aus der
organischen Phase entfernt werden.
Vorzugsweise wird vor der Destillation nochmals Alkohol Rol-0H zugesetzt, um möglicherweise vorhandene Chlor-Si-Bindungen in Alkoxy-Si-Bindungen zu überführen. Dadurch lassen sich
Nebenreaktionen während der Destillation vermeiden.
Vorzugsweise werden mindestens 0,5 Moläquivalente, besonders bevorzugt mindestens 1 Moläquivalente Alkohol Rol-0H, bezogen auf eingesetztes Chlorsilan, zugesetzt.
Beispiele für Verbindungen der allgemeinen Formel (5) sind: (CH30) 3Si-CH2OCH3, (CH3CH2O) 3Si-CH2OCH3, (CH3CH20) 3Si-CH2OCH2CH3, (CH30) 3Si-CH2OCH2CH3, (CH30) 2 (CH3CH20) Si-CH2OCH2CH3,
( [CH3] 2CHO) 3Si-CH2OCH3, ( [CH3] 2CH0) 3Si-CH2OCH [CH3] 2,
(CH30) 2CH3Si-CH2OCH3, (CH3CH20) 2 (CH3) Si-CH2OCH3,
(CH3CH20) 2 (CH3) Si-CH2OCH2CH3 ( [CH3]2CHO) 2 (H3C) Si-CH2OCH3,
( [CH3] 2CHO) 2 (H3C) Si-CH2OCH2CH3,
(CH3)2 (H3CO) Si-CH2OCH3, (CH3CH20) (CH3) 2Si-CH2OCH3,
(CH3CH20) (CH3)2Si-CH2OCH2CH3,
Alle vorstehenden Symbole der vorstehenden Formeln weisen ihre Bedeutungen jeweils unabhängig voneinander auf. In allen
Formeln ist das Siliciumatom vierwertig.
In den folgenden Beispielen sind, falls jeweils nicht anders angegeben, alle Mengen- und Prozentangaben auf das Gewicht bezogen und sämtliche Umsetzungen werden bei einem Druck von 0,10 MPa (abs.) durchgeführt.
Die Messung der dielektrischen Eigenschaften erfolgte an einem DIANA-Messgerät (Dielektrischer Analysator) von der Firma Lemke Diagnostics. Die Messzelle war von der Firma Haefely Trench AG: Type 2903. Bedingungen waren jeweils Raumtemperatur, 50Hz und 1000V. Die Messung der Durchschlagspannung wurde in Anlehnung an DIN 57370 bzw. VDE 0370 an einem Dieltest DTA 100 der Firma Baur durchgeführt (Elektrodenabstand 2,5 mm + 0,02 mm, Angabe = Mittelwertbildung aus 6 Einzelmessungen) .
Herstellungsbeispiel 1 : Methoxymethyl-methyldimethoxysilan
In einem mit Stickstoff inertisierten 21-5-Hals-Rundkolben mit Flügelrührer, Tropftrichter, Thermometer und 40cm- Füllkörperkolonne mit Destillationsaufsatz werden 561,6 g
Hydroseal® G400H (mit Wasserstoff behandeltes Mitteldestillat Mineralöl von Total, Siedebereich 300 - 370°C) und 672,8 g 30%ige Natriummethanolat-Lösung vorgelegt (3,74 mol) . Unter Rühren werden binnen 140 Minuten 590 g (3,74 mol) Chlormethyl-
methyldimethoxysilan zudosiert. Dabei steigt die Temperatur der Reaktionsmischung auf 36°C an. Binnen 15 Minuten wird auf Rückfluss aufgeheizt (71°C). Bei einem RücklaufVerhältnis" von maximal 3 : 1 (Rücklaufmenge : Abnahmemenge) werden bei einer Kopftemperatur von 69°C innerhalb 150 Minuten 522,6 g Methanol abdestilliert. Der Sumpf wird auf 54°C gekühlt und mit 40,5 g (0,37 mol) Trimethylchlorsilan versetzt. Man lässt 10 Minuten bei 55°C rühren und destilliert anschließend fraktionierend im Vakuum über die Füllkörperkolonne. Die Hauptmenge von 361,7 g (98,7 GC-Fl.-%, 64% der Theorie) an Zielprodukt befindet sich in der Fraktion mit einer Kopftemperatur von 95 °C und einem Druck von 300 hPa. Die GC-Auswertungen von Vor- und Nachlauf belegen eine Ausbeute von insgesamt 92% der Theorie. Herstellungsbeispiel 2 : ethoxymethyl-methylpolysiloxan
(CH3) (CH3OCH2) Si02 2 : (CH3) 3Si01 2 = 41 : 2
a) Hydrolyse von Methoxymethyl-dimethoxymethylsilan (s.
Herstellungsbeispiel 1)
In einem mit Stickstoff inertisierten 11-5-Hals-Rundkolben mit Flügelrührer, Thermometer, Kolonnenkopf und Tropftrichter werden 57,6 g (3,2 mol) vollentsalztes Wasser vorgelegt. Über den Tropftrichter werden unter Rühren binnen 75 Minuten 480,6 g (3,2 mol) Methoxymethyl-dimethyoxymethylsilan dosiert. Im
Verlauf der Dosierung steigt die Temperatur der Mischung an. Durch Kühlen mit einem Wasserbad wird die Temperatur unter 36°C gehalten. Man lässt bei 25°C 4 Stunden nachreagieren und destilliert anschließend im Vakuum (1 hPa) bei einer
Sumpftemperatur von maximal 65°C 201,7 g einer klaren farblosen Flüssigkeit ab. Als Rückstand verbleiben 333,4 g einer
farblosen Flüssigkeit, die nach 29Si- und 1H-NMR-Spektrum folgende Zusammensetzung aufweist (="Hydrolysat a)"):
86 Mol-% eines linearen Polysiloxans der mittleren Formel: [(CH3OCH2) (CH3) SiO]58[CH30(CH30CH2) (CH3) SiOi2] i, 6 [HO (CH3OCH2) (CH3) Si 0i/2] 0,4
14 Mol-% cyclische Siloxane der allgemeinen Formel
[ (CH3OCH2) (CH3) SiO] 4-7 b) Äquilibrierung des Hydrolysats aus a) mit
Hexamethyldisiloxan
In einem mit Stickstoff inertisierten 500ml-5-Hals-Rundkolben mit Flügelrührer, Thermometer, Kolonnenkopf und Tropftrichter werden bei 25°C 330,3 g (3,17 mol) Hydrolysat a) mit 8,58 g (0,05 mol) Hexamethyldisiloxan (= WACKER CHEMIE AG, AK 0,65) und 380 μΐ einer 10%igen Lösung von Aquilibrierkatalysator „PNC12" in Ethylacetat (wie beschrieben in DE4317978, Beispiel 1) versetzt und bei 90°C eine Stunde gerührt. Nach Abkühlen auf 30 °C werden zur Deaktivierung des Katalysators 930 μΐ einer 25%igen wässrigen Ammoniaklösung zugesetzt. Man rührt 15
Minuten bei 30°C und heizt anschließend bei 1 hPa bis 200°C aus, bis kein Destillat mehr übergeht. Der trübe Sumpf wird über eine Druckfilternutsche filtriert (Seitz® K250-Filter) .
Man isoliert 286,7 g eines klaren, farblosen Polymers, das nach 29Si- und 1H-NMR-Spektrum folgende mittlere Formel aufweist:
[ (CH3OCH2) (CH3) SiO] 41 [CH30 (CH3OCH2) (CH3) SiOi/2] 0,7 [ (CH3) 3SiOi2] 1,3 dynamische Viskosität: 160,4 mPas (25°C), 85 (50°C), 34,5 (100°C)
Dichte: 1,0638 g/ml (20°C) , Brechungsindex: 1,4267,
Wärmeleitfähigkeit: 0,169 W/ (m*K) (23°C)
Oberflächenspannung: 26,6 mN/m (20°C)
relative Permittivität sr: 9,6 (50Hz/23°C)
dielektrischer Verlustfaktor: 1,67 (50Hz/23°C)
Durchschlagspannung: 43 kV/mm