Vorrichtung zur Herstellung von farbigen kosmetischen
Produkten
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Herstellung von farbigen kosmetischen Produkten,
insbesondere Nagellack, Lipgloss oder Make-up.
Farbige kosmetische Produkte, wie zum Beispiel Nagellack, Lipgloss oder Make-up, kommen üblicherweise als fertige Produkte in den Handel, wobei die Zahl der angebotenen
Farbvarianten allein schon aufgrund von kaufmännischen
Überlegungen begrenzt ist. Gerade in der neueren Zeit werden jedoch farbige kosmetischen Produkte in ganz individuellen und spezifischen Farbtönen gewünscht, die zum jeweiligen Anlass, der Kleidung, sonstigen Accessoires, der Haarfarbe oder auch der jeweiligen Umgebung, in der das farbige kosmetische Produkt getragen werden soll, passen sollen. Sollten alle diese Überlegungen berücksichtigt werden, wären die Benutzer von kosmetischen Produkten gezwungen, eine Vielzahl von unterschiedlichen farbigen Produkten zu
bevorraten, um für einen bestimmten Anlass, eine bestimmte Kleidung, passend zu einem besonderen Accessoire oder zu einer besonderen Umgebung ein farblich adäquates oder abgestimmtes kosmetische Produkt einsetzen zu können. Dies wäre allein schon aus lagertechnischen oder ökonomischen Gründen wenig sinnvoll, wobei noch hinzukäme, dass selbst dann aufgrund der oben erwähnten begrenzten verfügbaren Farbpalette nicht gewährleistet wäre, dass der individuell gewünschte Farbton tatsächlich zur Verfügung stände.
In der DE 20 2004 011 856 Ul wird ein Spender zur
Herstellung von Mischungen von Körperpflegemitteln
beschrieben, wobei die Zusammensetzung der Mischung auf den aktuell gemessenen Pflegebedarf abgestimmt ist. Das
Mischungsverhältnis wird auf Basis von aktuell ermittelten Pflegebedarfsdaten festgelegt. Farbliche Aspekte spielen in dem oben genannten Gebrauchsmuster keine Rolle. Die EP 0 715 543 Bl beschreibt ein Verfahren und einen
Apparat zur Herstellung von kundenspezifischen kosmetischen Produkten. Die Maschine ist zum Aufstellen in einem Kaufhaus konzipiert, wobei es auch vorgesehen ist, farblich
unterschiedliche Produkte miteinander zu kombinieren und zu mischen. Die Schrift enthält keine Angaben, auf welche Art spezielle Farbtöne erhalten werden können.
In der EP 0 094 218 Bl wird ein Verfahren und eine
Vorrichtung zum Herstellen einer Farbe beschrieben, die den Farbwerten einer standardisierten flüssigen Farbe
entspricht. Auf Basis von gemessenen oder vorgegebenen
Farbwerten wird die gewünschte Farbe zubereitet, wobei die ermittelten Farbwerte auf dem Lab-Farbsystem basieren. Das relativ komplizierte und aufwendige, für die großtechnische Herstellung von Farben konzipierte Verfahren ist für die Herstellung von individuellen spezifischen farbigen
kosmetischen Produkten für den persönlichen Bedarf nicht geeignet .
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es somit, eine
Vorrichtung zur Herstellung von farbigen kosmetischen
Produkten zur Verfügung zu stellen, welche die Nachteile des Standes der Technik nicht aufweist und geeignet ist, kosmetische Produkte in individuellen spezifischen Farben für den persönlichen Bedarf bereitzustellen.
Gelöst wird die Aufgabe durch eine Vorrichtung mit den
Merkmalen des Anspruchs 1. Vorteilhafte Weiterentwicklungen und Ausführungsformen sind Gegenstand der Unteransprüche.
Gegenstand des Anspruchs 1 ist eine Vorrichtung zur
Herstellung von Mischungen von farbigen kosmetischen
Produkten, insbesondere Nagellack, Lipgloss und Make-up, mit einer Aufnahmeeinrichtung zur Aufnahme von zwei oder
mehreren auswechselbaren Vorratsbehältern für
unterschiedliche Grundfarben aufweisende farbige kosmetische Ausgangsprodukte, einer Abgabeeinrichtung zur Abgabe der jeweiligen farbigen kosmetischen Ausgangsprodukte aus den Vorratsbehältern, einer Reguliereinrichtung zum Regulieren der abzugebenden Mengen an farbigen kosmetischen
Ausgangsprodukten, einer Dosiereinrichtung zum Dosieren der abzugebenden Mengen an farbigen kosmetischen
Ausgangsprodukten, einer Mischeinrichtung zum Mischen der jeweiligen farbigen kosmetischen Ausgangsprodukte und einer Ausgabeeinrichtung zur Ausgabe der fertigen Mischungen der farbigen kosmetischen Produkte, wobei die
Reguliereinrichtung einen Rechner und ein Programm zur
Berechnung eines für eine gewünschte Farbe erforderlichen Mischungsverhältnisses aus vorgegebenen Farbdaten umfasst.
Die jeweiligen Farbdaten können mit bekannten und
kommerziell erhältlichen Farbmessgeräten ermittelt werden, wobei eine bevorzugte Ausgestaltung der vorliegenden
Erfindung vorsieht, dass die Farbmessgeräte in die
Vorrichtung selber integriert sind und mit der
Reguliereinrichtung über eine elektronische Datenverbindung in Wirkverbindung stehen. Als Farbmessgeräte kommen
beispielsweise Kolorimeter oder Spektralphotometer zum
Einsatz, wobei je nach Anwendungsfall beliebige
unterschiedliche Farbräume zur Beschreibung der gemessenen Farben eingesetzt werden können und dann lediglich Rechner und Rechenprogramm auf den jeweilig gewählten Farbraum abgestimmt werden müssen. Bei einer bevorzugten
Ausführungsform der vorliegenden Erfindung erfolgt die
Farbmessung über das Spektralverfahren und die Farbdaten werden über CIEL*a*b*-Koordinaten dargestellt. Die Nutzung kommerziell erhältlicher Farbmessgeräte , die über entsprechende Schnittstellen zur Datenübertragung auf die Reguliereinheit verfügen, erlaubt es darüber hinaus, die Farbmessgeräte für die Farbmessung selbst als separate
Einheit zu betreiben und anschließend die ermittelten
Farbdaten über entsprechende Schnittstellen an die
Reguliereinrichtung weiterzugeben .
Neben den oben aufgeführten konventionellen Methoden der Farbmessung ist es auch möglich, sogenannte Smartphones mit eingebauter Kamera oder digitale Kameras selber zur
Ermittlung der für die Herstellung einer gewünschten kosmetischen Farbmischung erforderlichen Farbdaten
einzusetzen. Die mit diesen Geräten ermittelten Farben können direkt oder indirekt auf die Reguliereinrichtung übertragen werden, um dort beispielsweise mit den
entsprechenden Programmen zu den für die
Mischungsherstellung erforderlichen Koordinaten eines
Farbraumes umgerechnet zu werden. Eine vorteilhafte Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung sieht vor, dass die Reguliereinrichtung zusätzlich eine Eingabeeinrichtung zur Eingabe von Farbdaten umfasst. In diesem Fall kann die Wunschfarbe für das farbige kosmetische Produkt allein anhand von Farbdaten festgelegt werden, ohne dass eine Verbindung zwischen einem Farbmessgerät und der
Vorrichtung zur Herstellung von farbigen kosmetischen
Produkten hergestellt werden muss. So können bekannte
Farbdaten für bestimmte definierte Farben oder auch aktuell gemessene Farbdaten eingesetzt werden. Ein besonderer
Vorteil dieser Eingabeeinrichtung besteht auch darin, dass
der Anwender über die Eingabeeinrichtung die Farbe variieren und auch experimentell bestimmte Farbeffekte erzielen kann und so für seine Wunschfarbe nicht mehr allein auf den gemessenen oder bekannten Farbwert angewiesen ist.
In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der
vorliegenden Erfindung können über die Eingabeeinrichtung Ausgangsmaterialen, die zum Beispiel Metallflitter oder sonstige Additive enthalten und in zusätzlichen
Vorratsbehältern bevorratet sind, zugemischt werden, um damit spezielle Effekte zu erzielen. Darüber hinaus kann vorgesehen sein, dass die Eingabeeinrichtung ein Lesegerät zum Lesen von Farbcodes umfasst. So können Farbcodes gelesen werden, die beispielsweise auf irgendwelchen beliebigen Accessoires direkt angebracht sind oder mit einem Produkt mitgeliefert werden und die Farbe codiert wiedergeben, so dass auf einfache Weise das zu einem entsprechenden
Accessoire farblich passende kosmetische Produkt hergestellt werden kann.
Um einen automatischen Ablauf der Herstellung des
gewünschten farbigen kosmetischen Produktes zu
gewährleisten, ist es erforderlich, dass die
Reguliereinrichtung mit der Abgabeeinrichtung und der
Dosiereinrichtung für die farbigen kosmetischen
Ausgangsprodukte in Wirkverbindung steht beziehungsweise diese elektronisch steuert.
Als Abgabeeinrichtung kann eine handbetriebene oder
elektrische Pumpe fungieren, mit der die Dosiereinrichtung angetrieben wird, wobei die Dosiereinrichtung gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung als Kolben oder Druckstempel ausgebildet sein kann. Bevorzugt ist für jeden Vorratsbehälter eine eigene Dosiereinrichtung vorgesehen, wobei prinzipiell jede beliebige
Dosiereinrichtung eingesetzt werden kann, die auf
Durchfluss-, Volumen- oder Massenbestimmung beruht.
Die Mischeinrichtung ist vorteilhaft so ausgebildet, dass die von den Vorratsbehältern dosiert abgegebenen
Ausgangsprodukte unmittelbar nach ihrem Austritt aus den Vorratsbehältern miteinander vermischt werden. Bevorzugt umfasst die Mischeinrichtung eine Rührvorrichtung oder eine Schüttelvorrichtung, mit der das farbige kosmetische Produkt homogenisiert wird. In Abhängigkeit von der Viskosität und der Konsistenz des farbigen kosmetischen Produktes können auch beliebige andere Mischverfahren eingesetzt werden.
Eine besonders vorteilhafte Ausgestaltung der Mischvorgangs sieht vor, dass die farbigen kosmetischen Ausgangsprodukte, nachdem sie in den für die gewünschte Farbe erforderlichen Mengenverhältnissen in einen Ausgabebehälter gegeben wurden, im geschlossenen Ausgabebehälter in eine Schüttelapparatur überführt und dort homogenisiert werden. Die Homogenisierung kann dabei durch das Vorhandensein einer oder mehrerer
Mischkugeln im Ausgabebehälter verbessert werden. Die
Schüttelapparatur ist bevorzugt in die Vorrichtung
integriert .
Nach dem Mischen wird das fertige farbige kosmetische
Produkt in die Ausgabeeinrichtung zur Ausgabe des
gewünschten kosmetischen Produktes weitergegeben und kann dort vom Benutzer entnommen werden.
Da eine Nutzung im privaten Bereich vorgesehen ist, ist es wesentlich für die Erfindung, dass die Vorrichtung eine kompakte Bauweise aufweist, wobei die Breite der Vorrichtung maximal 50 cm, die Höhe maximal 30 cm und die Tiefe maximal 20 cm beträgt.
Im Folgenden wird die Erfindung anhand einer Figur näher erläutert .
Es handelt sich bei der betreffenden Figur 1 um eine
schematische Darstellung einer Vorrichtung zur Herstellung von farbigen kosmetischen Produkten mit einer
Aufnahmeeinrichtung 1, die in erster Linie als Gehäuse für die auswechselbaren Vorratsbehälter 3 für unterschiedliche Grundfarben aufweisende kosmetische Ausgangsprodukte dient. Die Vorratsbehälter 3 sind bei der gewählten Darstellung direkt mit Dosiereinrichtungen 7 verbunden, wobei die Abgabe und Dosierung der kosmetischen Ausgangsprodukte über die Abgabeeinrichtung 6 und die Reguliereinrichtung 5 gesteuert wird. Zur Regulierung des Mischvorgangs umfasst die
Reguliereinrichtung 5, die mit der Abgabeeinrichtung 6 und der Dosiereinrichtung 7 in Wirkverbindung steht, einen
Rechner und ein Programm zur Berechnung eines für eine gewünschte Farbe erforderlichen Mischungsverhältnisses aus vorgegebenen Farbdaten. Die Farbdaten werden mit einem
Farbmessgerät 2 ermittelt, das wiederum mit der
Reguliereinrichtung 5 in Wirkverbindung steht. Von den
Vorratsbehältern 3 gelangen die jeweiligen farbigen
kosmetischen Ausgangsprodukte über die Dosiereinrichtung 7 in die Mischeinrichtung 4, wo die Ausgangsprodukte
miteinander vermischt und homogenisiert werden. Dies erfolgt beispielsweise über eine Rühr- oder Schüttelvorrichtung. Anschließend wird das fertige farbige kosmetische Produkt in die Ausgabeeinrichtung 8 zur Ausgabe des gewünschten
kosmetischen Produktes weitergegeben und kann dort vom
Benutzer entnommen werden.
Die oben beschriebene Figur 1 gibt lediglich eine
Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wieder und ist insbesondere auch in Bezug auf die Anordnung der einzelnen Einheiten der Vorrichtung nicht als Einschränkung zu sehen.
So können beispielsweise das Farbmessgerät 2, aber auch die Reguliereinheit 5 oder die Abgabeeinheit 6, außerhalb der Aufnahmeeinheit 1 angeordnet und beispielsweise an der
Peripherie des Gehäuses der Aufnahmeeinheit 1 angedockt sein, wo sie dann über Schnittstellen mit den übrigen
Einheiten verbunden sind. Es ist auch möglich, die
erfindungsgemäße Vorrichtung so zu gestalten, dass der gefüllte Ausgabebehälter nach dem Einfüllen der farbigen Ausgangsprodukte der Vorrichtung direkt entnommen und dann von Hand oder in einer separaten Apparatur geschüttelt werden kann, so dass auch die Mischeinrichtung 4 in diesem Falle außerhalb der Aufnahmeeinheit 1 angeordnet wäre.
Mit der vorliegenden Erfindung wird eine Vorrichtung für die Herstellung von farbigen kosmetischen Produkten
bereitgestellt, die es erlaubt, geringe Mengen eines
individuellen und ganz spezifischen farbigen kosmetischen Produktes für den persönlichen Gebrauch des jeweiligen
Benutzers fertigzustellen. Der Benutzer hat damit die
Möglichkeit, ein zum jeweiligen Anlass, der Kleidung, sonstigen Accessoires, der Haarfarbe oder auch der
jeweiligen Umgebung passendes farbiges kosmetisches Produkt einzusetzen. Um eine problemlose Verwendung der
erfindungsgemäßen Vorrichtung im privaten Haushalt,
beispielsweise im Bad oder im Ankleidezimmer, zu
ermöglichen, besitzt die Vorrichtung eine kompakte Bauweise, wobei in einer bevorzugten Ausführungsform die Breite der Vorrichtung kleiner 50 cm, die Höhe kleiner 30 cm und die Tiefe kleiner 20 cm ist.