System für die erweiterte Informationsbereitstellung für Kunden in einem Verkaufsraum für Hausgeräte sowie zugehöriges Verfahren und Computerprogrammprodukt
Die Erfindung bezieht sich auf ein System für eine erweiterte Informationsbereitstellung für Kunden in einem Verkaufsraum für Hausgeräte.
Ferner betrifft die Erfindung ein zugehöriges Verfahren und ein Computerprogrammprodukt. Durch Vorschriften betreffend den Verbraucherschutz ist es zwar heute möglich, dass ein Kunde, der ein Hausgerät erwerben möchte, bereits im Auftritt von Vertriebsfirmen in deren Internetseiten genügend Informationen erhalten kann, um sich für einen Kauf eines bestimmten Hausgerätes qualifiziert entscheiden zu können. Es hat sich jedoch gezeigt, dass es trotzdem viele potentielle Kunden betreffend Hausgeräte gibt, die doch gerne einen Verkaufsraum betreten möchten, um sich einen Eindruck über zur Wahl stehende Hausgeräte verschiedener Ausführungsformen und Fabrikate machen zu können.
Es wird noch angegeben, dass es bereits bekannt ist, für den Bereich von Montage, Service und Wartung auf die sogenannte Erweiterte Realität, zurückzugreifen, um zusätzliche Informationen verfügbar haben zu können, die sonst in sehr umständlicher Weise aus Datenbüchern, Serviceanweisungen und dgl. ausgelesen werden müssten. Nach der Patentschrift DE 100 41 104 C1 ist zum Beispiel ein mobiles Endgerät mit einem Headset bzw. einer Datenbrille verbunden. Eine solche Gerätetechnik wäre für Kunden in einem Verkaufsraum von Hausgeräten jedoch wenig ansprechend und würde nicht akzeptiert werden.
Gemäß aktuellem EU Standard muss ein kommerziell zum Verkauf angebotenes Hausgerät am Verkaufsort (Point of Sale) ein als Aufkleber oder Anhänger ausgebildetes Energielabel aufweisen, dessen Angaben sich nicht nur auf den Energieverbrauch des Hausgerä- tes beziehen; es müssen auch Angaben aufgenommen sein, die sich auf den Gerätetyp (wie Kühlschrank oder Waschmaschine), den Hersteller sowie weitere Information beziehen, die ansonsten nur auf dem herkömmlichen Typenschild, das innerhalb des Hausge-
rätes oder an dessen Rückseite angebracht und an einem Verkaufsort kaum zugänglich ist, zu finden sind. Im Ergebnis trägt das neue Energielabel sehr umfassende Angaben, die das Hausgerät vollständig identifizieren lassen. Es können jauch weitere kodierte Angaben hinzutreten. Jedoch hat sich in den letzten Jahren ergeben, dass solche Verkaufsräume sehr wohl und gerne besucht werden, wobei jedoch für einen Kunden oft nicht sofort ein kompetenter Berater zur Verfügung steht. Hier setzt die Erfindung ein. Es soll nämlich für den Kunden durch eine Art irgendwie gearteter Gerätetechnik eine Möglichkeit zur Verfügung gestellt werden, um zusätzliche Informationen über ein gerade zur Besichtigung anstehendes Hausgerät erhalten zu können.
Die Aufgabe der Erfindung besteht daher darin, ein System für eine erweiterte Informationsbereitstellung, insbesondere für einen Verkaufsraum von Hausgeräten, anzugeben. Dabei sind geeignete Gerätschaften für den Kunden vorzusehen. Nach Allem kommt es also darauf an, das obige System mit einer ansprechenden Gerätetechnik auszubilden.
Nach der Erfindung ist somit vorgesehen: Ein System für die erweiterte Informationsbereitstellung, insbesondere in einem Verkaufsraum für Hausgeräte, wobei ein Kunde über ein mobiles Endgerät, von mehreren zum System gehörenden Endgeräten, verfügt, das eine Kamera aufweist, wobei die Kamera geeignet ist, ein analysierbares Bild eines Energielabels und ein analysierbares Bild von Begrenzungsgeometriedaten eines zur Auswahl anstehenden Hausgerätes zu erzeugen, wobei das jeweilig analysierbare Bild auch auf einem Display des mobilen Endgerätes darstellbar ist, sowie dass für erhaltene analysierbare Bilder, ein Analysierer bzw. Dekodierer vorgesehen ist, der analysierte Daten aus- gibt, wobei eine drahtlose Übertragung an einen Rechner vorgesehen ist, dessen Datenbank zu den übertragenen Daten weitere aus der Datenbank auslesbare Daten ausgibt, die drahtlos an das mindestens eine mobile Endgerät übertragbar sind, und eine Empfangs- und Verarbeitungseinheit für das einen mobile Endgerätes vorgesehen ist, die die ausgelesenen Daten derart aufbereitet, dass eine Darstellung auf dem Display des mobi- les Endgerätes, insbesondere hinzukommend zu dem Bild über das Energielabel und den Begrenzungsgeometriedaten des Hausgerätes, ermöglicht wird.
In Abkehr von der seither für Monteure zur Verfügung gestellten Datenbrille erhält der potentielle Kunde in dem betroffenen Verkaufsraum alle ergänzenden Informationen betreffend das ihn interessierende Hausgerät auf dem Display eines mobilen Endgerätes bereitgestellt bzw. angezeigt. Bei dem mobilen Endgerät kann es sich um sein eigenes mobiles Telefon handeln, wobei ein geeigneter Standard mit eingebauter Kamera vorlie- gen soll. Eine solche Ausrüstungsstufe eines mobilen Telefons wird meist auch als Smartphone bezeichnet. Es sind jedoch auch andere mobile Geräte wie Tablett- PC's und dgl. geeignet.
Sollte der Kunde kein geeignetes mobiles Endgerät zur Verfügung haben, kann ihm auch leihweise ein mobiles Endgerät in dem Verkaufsraum zur Verfügung gestellt werden.
Damit der Kunde sicher ist, dass er auch die Informationen über das von ihm willkürlich ausgesuchte Gerät erhält, soll es vorgesehen sein, dass die Aufnahme des Gerätes und die weiteren Informationen über das betreffende Gerät gemeinsam auf dem Display dar- gestellt werden. Dies kann auch für die Gesamtansicht des Gerätes aus Sicht des Kunden erfolgen.
Was eine solche Gesamtansicht des Gerätes anbetrifft, so ist diese Information so zu kommentieren, dass ein Rechner, der diese Gesamtansicht erhält, daraus auch die Posi- tion des Kunden in Bezug auf ein Hausgerät errechnen kann. Aus den realen Angaben über die Position eines Kunden in Bezug auf ein Hausgerät, ist es ohne Weiteres möglich, das Verhaltens- Profil des Kunden bei seinem Besuch im Verkaufsraum zu erfassen.
Die Position des Kunden in Bezug auf das eine Hausgerät kann noch verbessert erfasst werden, wenn das mobile Endgerät des Kunden selbst auch noch über ein GPS - System verfügt oder mit einem solchen unmittelbar koppelbar ist.
Das mobile Endgerät des Kunden ist in dem Verkaufsraum für Hausgeräte üblicherweise nicht mit dem Netz eines Mobilfunkanbieters verbunden, da dies mit unnötigen Kosten für den Kunden einhergehen würde. Stattdessen wird vom Betreiber des Verkaufsraumes für die Hausgeräte ein drahtloses Netz (WLAN) zur Verfügung gestellt, das von dem mindestens einen mobilen Endgerät erkennbar ist und für den Aufbau einer Kommunikation geeignet ist.
Das drahtlose Netz des Verkaufsraumes weist meist eine Kabel- gebundene Verbindung über einen geeigneten Router mit dem Internet auf, da so eine kostengünstige Verbindung, meist eines Betreibers eines Kabelnetzes mit hoher Übertragungsgeschwindigkeit einer infrage kommenden Datenbreite und Übertragungsgeschwindigkeit zur Verfügung steht. Es genügt dann auch, dass ein Rechner mit einer Datenbank über Hausgeräte für mehrere Verkaufsräume, zum Beispiel für einen Wirtschaftraum, wie ein Land der EU, zur Verfügung steht. Dieser Rechner muss dann auch eine Verbindung mit dem Internet aufweisen, das heißt über eine IP- Adresse verfügen. Die Datenbank über die detaillierten Gerätedaten der Hausgeräte kann individuell von einem Hersteller oder von jedem Her- steller von Hausgeräten bereitgestellt werden. Daneben ist es auch möglich, dass eine große Vertriebsorganisation exklusiv für deren Verkaufsräume eine Datenbank auf einem Rechner zur Verfügung stellt. Wenn ein Rechner für einen Verkaufsraum vorgesehen ist, kann eine Anbindung an das Internet entfallen, da dann der eine Rechner mit der betreffenden Datenbank direkt mit dem lokalen, drahtlosen Netz verbunden werden kann. Au- ßerdem könnte eine solche Insellösung bei Erprobung und Einführung des erfindungsgemäßen Systems für die erweiterte Informationsbereitstellung für Kunden in einem Verkaufsraum für Hausgeräte zu bevorzugen sein. Es ist auch möglich, dass anfänglich das erfindungsgemäße System nur für Hausgeräte eines Herstellers geschaffen wird. Der Dekodierschaltkreis des mobilen Endgerätes hat eine erhebliche Bedeutung in Bezug auf das mobile Endgerät. Zwar stehen für eine Übertragung erfasster Bilder verschiedene Kompressionsverfahren zur Verfügung (JPEG oder JPEG2000- Kompressionsstandard). Jedoch müsste dann die Umsetzung und Erkennung des Hausgerätes auf die Datenbank verlegt werden, was deren Ausbau und Aktualisierung behindern würde. Es ist also zu bevorzugen, dass im mobilen Endgerät selbst durch Dekodierung das Hausgerät zweifelsfrei identifiziert wird, also eine Abfrage der Pixel des analysierbaren Bildes der Kamera so vorgenommen wird, dass eine beschleunigte Erfassung des Hausgerätetyps zugeordnet dem Energielabel möglich wird. Besonders günstig wäre dabei, wenn das Energielabel auch kodierte Bereiche, wie Strichkodes aufweist, die zur Verifizierung der erfassten Da- ten herangezogen werden können und den Dekodiervorgang unterstützen.
Eine weitere erhebliche Bedeutung kommt dem Dekodierschaltkreis des mobilen Endgerätes auch insofern noch zu, dass wichtige Begrenzungsgeometriedaten des Hausgerätes
erzeugt werden. Damit soll es möglich sein, die Position des Kunden in Bezug auf das Hausgerät ermitteln zu können. Es wird in diesem Fall dem Rechner die Aufgabe zugewiesen, aus solchen indirekt erhaltenen Bezugspositionen des Kunden in Bezug auf ein Hausgerät ein Bewegungsprofil des Kunden in Bezug auf den Verkaufsraum der Hausgeräte zu gewinnen. Die erforderliche Dekodierung im mobilen Endgerät soll jedoch in Be- zug auf die Rechenleistung so klein wie möglich gehalten werden, um das erforderliche Ergebnis beschleunigt zu erhalten. Somit ist eine gewisse Unschärfe der indirekt erfass- ten Position des Kunden hinzunehmen aber eben nur insoweit als im Rechner mit dem das mobile Endgerät in Verbindung steht, eben noch das Bewegungsprofil des Kunden ermittelbar ist. Diese Vorgehensweise lässt sich jedoch noch weiter verbessern, wenn im mobilen Endgerät des Kunden bereits ein GPS- Erkennungssystem mit integriert ist oder ein solches System sich mit dem mobilen Endgerät des Kunden koppeln lässt. Die über GPS erfassten Positionsdaten werden dann auch an den Rechner weitergeleitet.
Die Kamera des mobilen Endgerätes kann über eine ausreichende Tiefenschärfe verfü- gen, um sowohl das Energielabel als auch das Hausgerät als Ganzes aufnehmen bzw. in einer Bildebene mit einer genügend hohen Anzahl von Licht- empfindlichen Zellen abbilden zu können. Es kann jedoch dann möglich sein, dass die Auflösung häufig für Aufnahmen für das Energielabel nicht mehr ausreicht, um eine anschließende sichere Dekodierung vornehmen zu können. Insofern ist ein Vorgehen gerechtfertigt, einhergehend mit einer entsprechenden Auslegung der Kamera, dass zuerst das Energielabel durch entsprechende Einstellung der Brennweite - also in einer Art Teleobjektivmodus - aufgenommen wird und dann in einer folgenden Aufnahme mit kürzerer Brennweite - also in einer Art Weitwinkelmodus - das gesamte Hausgerät aufgenommen wird. Es kann dabei auch auf gespeicherte Konturen von Hausgeräten zurück gegriffen werden. Im Ergebnis soll es so sein, dass eine stabile Anzeige auf dem Display sich ausbildet, nämlich in Bezug auf das Energielabel, schematisch angezeigten Konturen des Hausgerätes und Daten über das Hausgerät, die in Wege der Datenkommunikation mit dem Rechner erhalten werden. Die kombinierte Darstellung auf dem Display soll einem Standbild entsprechen, bis eine neue Betrachtung - unter Zuhilfenahme des mobilen Endgerätes des Kunden - des gleichen oder eines anderen Hausgerätes vorgenommen wird.
Das mobile Endgerät kann kundenspezifische bzw. anwendungsspezifisch programmierbare Schaltkreise, insbesondere für den Analysierer/ Dekodierer sowie die Steuerung des
Datenverkehrs zu und von dem Rechner aufweisen. Nach der DE 603 17 046 T2 ist eine spezifische Schaltkreisfunktion eines integrierten Schaltkreises erreichbar, ohne dass der Schaltkreis aus dem mobilen Endgerät zu entnehmen ist.
Es ist jedoch auch möglich, dass das mobile Endgerät Speicherplätze für ein ladbares technisches Programm aufweist, so dass unter Einwirkung einer zentralen Steuereinheit eine Gesamtfunktion ausbildbar ist, als ob kundenspezifische Schaltkreise insbesondere für den Ananlysierer/ Dekodierer sowie die Steuerung des Datenverkehrs zu und von dem Rechner, vorliegen würden, die die bestimmungsgemäßen Funktionen ausüben. Dann ist, falls das mobile Endgerät eines Kunden für die Aufnahme, insbesondere des Energiela- bels eines Hausgerätes, zu verwenden ist, lediglich dafür Sorge zu tragen, dass die erforderliche technische Software bei Eintritt des Kunden in den Verkaufsraum in dessen mobiles Endgerät zu laden ist. Es kann sich dabei auch um Software handeln, die nur eine beschränkte Zeit lang nutzbar ist, da eine Organisation, die den Verkaufsraum mit den Hausgeräten betreibt, stets bestrebt sein wird, dass der Kunde nur aktuelle technische Software benutzt. Für das Laden der technischen Software kann am Eingang zu dem Verkaufsraum eine kontaktbehaftete Schnittstelle oder ein drahtloses, kurzreichweitiges Übertragungsverfahren, wie Bluetooth, zugeordnet dieser Schnittstelle zugrunde gelegt werden. Ein entsprechendes Ladegerät für diese technische Software kann vorgesehen sein.
Sollte der Kunde über kein geeignetes mobiles Endgerät verfügen, kann ihm ein mobiles Endgerät von Seiten der Verkaufsorganisation zur Verfügung gestellt werden, wobei eine Pfandhinterlegung angemessen erscheint. Zusammenfassend liegt also ein technisches Verfahren vor, wonach ein Betreiben eines Systems für in einem Verkaufsraum betrachtbare Hausgeräte für einen Kunden ermöglicht wird, wobei ein Kunde über ein mobiles Endgerät mit einer Kamera verfügt und ferner das mobile Endgerät mit einem Rechner mit einer Datenbank über Hausgeräte in Verbindung gebracht werden kann, wobei durch die Kamera des mobilen Endgerätes mindes- tens ein Bild des Energielabels des Hausgerätes sowie ein Bild für Begrenzungsgeometriedaten des Hausgerätes aufgenommen werden, erhaltene Pixel der aufgenommenen Bilder analysiert werden, um daraus Erkennungsdaten eines Hausgerätes und Positionsdaten des Kunden in Bezug auf das Hausgerät zu gewinnen, wobei Erkennungsdaten des
Hausgerätes und Positionsdaten des Kunden an den Rechner geleitet werden, sowie dass der Rechner aus dessen Datenbank weitere Daten über das Hausgerät ausliest und an das mobile Endgerät zurücksendet und auf dem Display des mobilen Endgerätes eine überlagerte Darstellung des Energielabels, der Begrenzungsgeometriedaten des Hausgerätes sowie aller Daten über das Hausgerät, die aus der Datenbank des Rechners ausge- lesen wurden, erfolgt.
Das technische System und das technische Verfahren ermöglichen es, dass der potentielle Kunde von Hausgeräten erweiterte Informationen über die Hausgeräte erhält während der Betreiber des Verkaufsraumes wertvolle Informationen über das Verhalten der Kun- den bei Gegenüberstellung mit diesen Geräten erhält.
Nachfolgend dieser Beschreibung wird die Erfindung noch durch einzeln aufgestellte Ansprüche beansprucht. Soweit dabei durch auf die unabhängigen Ansprüche rückbezogenen, nicht selbständigen Ansprüche eine Weiterbildung der erfindungsgemäßen Lehre erfolgt, so soll es so sein, dass eine zunächst angegebene Kette von Rückbeziehungen nicht einschränkend in Bezug auf die insgesamt mitgeteilte Lehre anzusehen ist, soweit auch andere Kombinationen von Merkmalen von Ansprüchen sich als geeignet und ausführbar aus Sicht des Fachmannes ergeben.