Verglasung mit integrierter Schaltvorrichtung, ein Verfahren zu deren Herstellung und deren Verwendung
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Verglasung mit integrierter Schaltvorrichtung, ein Verfahren zu deren Herstellung und deren Verwendung.
Es ist bekannt, dass eine Anordnung von zwei Elektroden ein elektrisches Feld durch dielektrisches Material hindurch erzeugt. Nähert sich ein Objekt dem dielektrischen Material wird die Ladungsverteilung und das resultierende elektrische Feld beeinflusst. Durch eine geeignete Auswerteelektronik kann die Änderung des elektrischen Feldes detektiert werden und ein Schaltvorgang und / oder Anzeigevorgang ausgelöst werden.
Beispielsweise offenbart die US 6,452,514 B1 eine Vorrichtung und Methode mit kapazitiven Sensoren oder Feldern von kapazitiven Sensoren zur Auslösung eines Schaltvorgangs.
Aus der EP 1 515 21 1 A1 ist eine Vorrichtung und ein Verfahren zur kapazitiven Steuerung von Komponenten eines Kraftfahrzeugs bekannt.
Aus der DE 1 129 270 ist eine Anzeigeeinrichtung für den Einschaltzustand von elektrischen Kochplatten hinter dem Betätigungsglied einer Schaltstelle bekannt, um eine gegen Stoßeinwirkung stabile und kostengünstige Anzeigevorrichtung über den Einschaltzustand bereitzustellen.
Aus der DD 148 424 ist ein Berührungsschalter mit integrierter Lichtemitteransteuerung bekannt, der einen Trägerstreifen mit Lichtemitterdiode, Ansteuerschaltung und Kontaktflächen enthält.
Dabei ist es allerdings notwendig, dass die Schaltvorrichtungen und / oder Anzeigevorrichtungen aufwändig an die dielektrischen Materialien angebracht oder aufgebracht und angepasst werden müssen.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine verbesserte Verglasung bereitzustellen, die eine einfache und kostengünstig integrierte Schaltvorrichtung enthält.
Der vorliegenden Erfindung liegt weiter die Aufgabe zugrunde ein verbessertes Verfahren zur Herstellung einer Verglasung mit integrierter Schaltvorrichtung bereitzustellen.
Eine weitere Aufgabe der Erfindung liegt darin eine neue Verwendung der Verglasung zu finden.
Die Aufgaben werden durch die in den unabhängigen Patentansprüchen 1 , 18 und 22 aufgeführten Merkmale gelöst. Bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung sind durch die Merkmale der abhängigen Ansprüche gegeben.
Die erfindungsgemäße Verglasung mit integrierter Schaltvorrichtung umfasst, auf einer Scheibe eine elektrisch leitfähige Beschichtung, mindestens eine Elektrode gebildet durch Isolationsbereiche in der elektrisch leitfähigen Beschichtung, mindestens eine Schaltfläche gebildet durch mindestens eine Elektrode, wobei die Summe der Schaltflächen maximal 1/10 der Fläche der Verglasung beträgt.
Der Vorteil der erfindungsgemäßen Verglasung besteht darin, dass die elektrisch leitfähige Beschichtung mit einer ersten Funktion zusätzlich als Schaltfläche ausgebildet werden kann. Beispiele für eine erste Funktion einer elektrisch leitfähigen Beschichtung sind die Reflektion von Wärmestrahlung oder die Beheizbarkeit von Verglasungen.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung beträgt die Summe der Schaltflächen maximal 1/20 und besonders bevorzugt maximal 1/50 der Fläche der Verglasungen.
Die erfindungsgemäßen Verglasungen können Flächen von 100 cm2 bis 18 m2 aufweisen. Bevorzugt weisen die Verglasungen Flächen von 400 cm2 bis 4 m2 auf, wie sie für Verglasungen von Kraftfahrzeugen und von Bau- und Architekturverglasungen üblich sind.
Gemäß der Erfindung ist es besonders vorteilhaft, wenn die Isolationsbereiche eine Breite von 5 μηη bis 5 mm und bevorzugt von 10 μηη bis 2 mm aufweisen. Die Isolationsbereiche
können durch Entfernung der Beschichtung oder durch, den Isolationsbereich umlaufende, elektrische Trennlinien gebildet werden. Der Isolationsbereich kann elektrisch leitfähig sein und muss von dem Potential der Elektroden und einem Massepotential elektrisch getrennt sein. Mit den Isolationsbereichen werden gute kapazitive Eigenschaften zur Detektion eines Körpers durch die Scheibe hindurch auf der Schaltfläche erzielt.
Die elektrisch leitfähige Beschichtung weist erfindungsgemäß bevorzugt eine Schichtdicke von 10 nm bis 1 μηη und besonders bevorzugt eine Schichtdicke von 30 nm bis 300 nm auf. Mit diesen Dicken werden gute kapazitive Eigenschaften zur Detektion eines Körpers durch die Scheibe hindurch auf der Schaltfläche erzielt.
In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung enthält die elektrisch leitfähige Beschichtung Leiterbahnen mit einer eine Breite von 5 μηη bis 5 mm und bevorzugt von 10 μηη bis 2 mm.
Gemäß der Erfindung ist es besonders vorteilhaft, wenn die Leiterbahnen der Elektroden eine Breite von 5 μηη bis 5 mm und bevorzugt von 10 μηη bis 2 mm aufweisen. Mit den Elektroden werden gute kapazitive Eigenschaften zur Detektion eines Körpers durch die Scheibe hindurch auf der Schaltfläche erzielt.
In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung weisen die Elektroden spiralartige, kammartige oder mäanderartige Formen auf.
Ebenso ist es gemäß der Erfindung vorteilhaft wenn die Elektroden mit Leitungsführungen und Kontaktbereichen mit einem Flachleiter verbunden sind, um auf einfache Weise und für den Benutzer kaum sichtbar die Kontakte aus der aktiven Verglasung heraus zu führen.
Bevorzugt ist auf die elektrisch leitfähige Beschichtung zusätzlich eine Haftschicht und auf der Haftschicht eine Deckscheibe aufgebracht und die Verglasung ist zu einem Verbundsicherheitsglas verbunden.
Die Verglasung mit integrierter Schaltvorrichtung kann erfindungsgemäß aber auch ein Einscheibensicherheitsglas sein.
In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung enthält die Haftschicht organische und / oder anorganische lumineszierende Pigmente. Die Verglasung kann als Projektionsfläche für sogenannte Head-up Displays verwendet werden, um beispielsweise die Schaltflächen für den Bediener dynamisch zu markieren.
In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung enthalten die elektrisch leitfähige Beschichtungen leitfähige, bevorzugt transparente und leitfähige Materialien und besonders bevorzugt Silber, Zinkoxid, Indiumzinnoxid, Gallium, Zinnoxid, Gold, Kupfer, Wolfram und / oder Gemische davon. Silber kann als leitfähiger Bestandteil einer Siebdruckpaste aber bevorzugt als mindestens eine transparente Silberschicht mit Schichtdicken von 5 nm bis 30 nm in der elektrisch leitfähigen Beschichtung aufgebracht sein.
Die Erfindung ist besonders vorteilhaft wenn die Verglasung eine Wärmestrahlung reflektierende leitfähige Beschichtung mit einem g-Wert < 75% enthält. «g-Wert» bedeutet nach ISO 9050:2003-08 Gesamttransmissionsgrad an Sonnenenergie durch das erfindungsgemäße Laminat einer Verglasung. Der g-Wert einer Verglasung berechnet sich aus dem direkt transmittierten Sonnenlicht und dem sekundär vom Laminat in den Innenraum abgestrahltem Infrarotlicht.
In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung sind die Schaltflächen kapazitive Schaltflächen. Die Schaltflächen können aber auch induktive, thermische oder sämtliche andere Sensorfunktionen aufweisen, die berührungslos sind.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist ein Signalstromkreis mit einer Versorgungs- und Auswerteelektronik verbunden, wobei die Kontaktbereiche der Elektroden über den Signalstromkreis mit der Versorgungs- und Auswerteelektronik verbunden sind.
Die Versorgungselektronik speist mindestens ein elektrisches Wechselsignal im Bereich von bevorzugt 0,1 MHz bis 10 MHz ein. Die Auswerteelektronik misst bevorzugt Änderungen der Impedanz zwischen den Elektroden und bereitet die weitere Auswertung des Schaltvorganges vor oder schließt den Vorgang durch Steuerung eines Aktors, Leistungsschalter oder eine Anzeigevorrichtung ab.
In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung enthält der Signalstromkreis einen Hochpassfilter. Über den Hochpassfilter können Wechselstromsignale der Auswerteelektronik vom Gleichstromkreis getrennt werden.
Zur Schaltung von mehreren Vorgängen ist es gemäß der Erfindung besonders vorteilhaft mindestens zwei Schaltflächen zu einem Schaltfeld auszubilden.
In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung sind Zwischenbereiche zwischen der Schaltfläche und der elektrisch leitfähigen Schicht und oder zwischen den Elektroden angeordnet und weisen einen elektrischen Potentialunterschied zur elektrisch leitfähigen Beschichtung und / oder den Elektroden auf. Dies ist besonders vorteilhaft, wenn die elektrisch leitfähige Beschichtung auf Massepotential liegt um die Schaltsensitivität außerhalb der Schaltfläche zu minimieren. Über Zwischenbereiche, die nicht auf Massepotential liegen, wird die Sensitivität der Schaltfläche erhöht.
Die Aufgabe der Erfindung wird weiter durch ein Verfahren zur Herstellung einer erfindungsgemäßen Verglasung gelöst, wobei auf eine Scheibe eine elektrisch leitfähige Beschichtung aufgebracht wird, in die elektrisch leitfähige Beschichtung durch Isolationsbereiche Elektroden, Leitungsführungen der Elektroden und Kontaktbereiche gebildet werden und mindestens die Kontaktbereiche auf der elektrisch leitfähigen Beschichtung mit mindestens einem Flachleiter über Signalstromkreise mit der Versorgungs- und Auswerteelektronik verbunden werden.
Die Beschichtungen können über physikalische oder chemische Abscheidung aus der Gasphase aber auch durch Druckverfahren aufgebracht werden. Bevorzugt werden die Beschichtungen mit dem Verfahren des Kathodenzerstäubens aufgebracht.
In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens werden Kontaktbereiche durch einen leitfähigen Kleber oder Lot, bevorzugt durch Ultraschalllötung mit dem Flachleiter verbunden.
In Fortführung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird auf die Scheibe mit der elektrisch leitfähigen Beschichtung, Teilen des Flachleiters und den Isolationsbereichen eine
Haftschicht und eine Deckscheibe aufgebracht und die Verglasung zu einem Verbundsicherheitsglas verbunden.
In einer bevorzugten Ausführungsform werden die Isolationsbereiche durch Laserablation oder mechanische Abrasion in die elektrisch leitfähige Beschichtung eingebracht. Besonders bevorzugt wird dabei die elektrisch leitfähige Beschichtung linienformig entfernt.
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Figuren 1 bis 1 1 schematisiert dargestellt.
Es zeigen:
Fig. 1 eine Draufsicht auf ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Verglasung (I),
Fig. 2 einen Querschnitt durch ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen
Verglasung (I) gemäß dem Schnitt A-A' der Fig. 1 ,
Fig. 3 einen Längsschnitt durch ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Verglasung (I) gemäß dem Schnitt B'-B der Fig. 1 , Fig. 4 einen Querschnitt mit schematisierter Verschaltung einer erfindungsgemäßen aktiven Verglasung (I) gemäß dem Schnitt A-A der
Fig. 1 ,
Fig. 5 einen Querschnitt einer erfindungsgemäßen aktiven Verglasung (I) gemäß dem Schnitt A-A' der Fig. 1 ,
Fig. 6 eine Draufsicht auf ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen
Verglasung (I) mit schematisierter Verschaltung,
Fig. 7 eine Draufsicht auf ein weiteres Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Verglasung (I) mit schematisierter Verschaltung, Fig. 8 ein Schema einer Draufsicht auf ein weiteres Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Verglasung (I) mit schematisierter Verschaltung der
Verglasung,
Fig. 9 ein Flussdiagramm eines erfindungsgemäßen Verfahrens zur Anzeige eines Zustande einer aktiven Verglasung (I) und eine Draufsicht auf Ausführungsbeispiele der Zustandsanzeige,
Fig. 10 eine Draufsicht auf eine erfindungsgemäße Ausgestaltung eines Anzeigefeldes einer aktiven Verglasung (I) und
Fig. 1 1 ein Flussdiagramm eines erfindungsgemäßen Verfahrens zur Herstellung einer erfindungsgemäßen Verglasung (I).
Es folgt die Erläuterung der Erfindung anhand der Figuren nach Aufbau und gegebenenfalls auch nach Wirkweise der dargestellten Erfindung.
Figuren 1 bis 3 zeigen eine Draufsicht auf einen Querschnitt und einen Längsschnitt durch ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Verglasung (I). Auf eine Windschutzscheibe (5) eines Fahrzeugs war eine elektrisch leitfähige transparente wärmereflektierende Beschichtung (1 ) mit einer transparenten leitfähigen Silberschicht aufgebracht worden. Die Verglasung (I) hatte einen g-Wert von 70 %. Die Gesamtschichtdicke der Beschichtung (1 ) betrug 200 nm. Die Fläche der Verglasung (I) mit der elektrisch leitfähigen Beschichtung (1 ) betrug 5000 cm2. In der elektrisch leitfähigen Beschichtung (1 ) waren spiralförmige Isolationsbereiche (6) mit einer Breite von 0,1 mm vorhanden. Die Isolationsbereiche (6) trennten zwei ineinander liegende spiralförmige Elektroden (2a)(3a) elektrisch voneinander. Die Leiterbahnen der Elektroden (2a)(3a) hatten eine Breite von 1 mm. Durch weitere Isolationsbereiche (6) wurden Leitungsführungen (2b)(3b) und Kontaktbereiche (2c)(3c) von der elektrisch leitfähigen Schichtstruktur (1 ) elektrisch getrennt. Im Randbereich (4) der Glasscheibe (1 ) waren die Kontaktbereiche (2c)(3c) mit Flachleitern (10) verbunden. Die Elektroden (2a)(3a), Leitungsführungen (2b)(3b) und Kontaktbereiche (2c)(3c) waren transparent und für den Betrachter nicht oder kaum sichtbar. Die Elektroden (2a)(3a) wurden mit einer Wechselspannung von 2 MHz angeregt und ein elektrisches Wechselfeld wurde erzeugt. In Abhängigkeit von der Breite der Isolationsbereiche (6), der Form der Elektroden (2a)(3a), der Schichtdicke der Elektroden (2a)(3a), der Glasscheibe (5) und der verwendeten Materialien wurde eine Impedanz zwischen den Elektroden gemessen. Näherte sich ein Körper, beispielsweise ein menschlicher Finger, den Elektroden (2a)(3a) und / oder der Glasscheibe (5), änderte sich das elektrische Feld und in der Folge die Impedanz zwischen den Elektroden (2a)(3a). Die Änderung der Impedanz wurde messtechnisch erfasst. Das elektrische Wechselfeld durchdrang die Glasscheibe (5). Auf der der elektrisch leitfähigen Schichtstruktur abgewandten Seite der Glasscheibe (5) wurde im Bereich der Elektroden (2a)(3a) durch das Wechselfeld eine Schaltfläche (16) mit einer Fläche von 9 cm2 erzeugt. Zur Vermeidung von ungewollten Detektionen von Körpern
außerhalb der Schaltfläche (16) war die elektrisch leitfähige Beschichtung (1 ) außerhalb des Elektrodenbereichs (2a)(3a) über einen weiteren Kontaktbereich (3c) auf Massepotential gelegt. Zur Erhöhung der Sensitivität der Anordnung wurden über weitere Isolationsbereiche (6) Zwischenbereiche (7) zwischen der elektrisch leitfähigen Beschichtung (1 ) und den Elektroden (2a)(2b) von der elektrisch leitfähigen Beschichtung (1 ) elektrisch isoliert. Die Scheibe (5) mit der elektrisch leitfähigen Beschichtung (1 ), den Isolationsbereichen (6) und Teilen des Flachleiters (10) waren über eine Haftschicht (9) mit Polyvinylbutyral und lumineszierenden Partikeln mit einer Deckscheibe (8) verbunden. Die Deckscheibe (8) war im Fahrzeug außenliegend. Die Schaltfläche (16) war zum Fahrgastraum hin ausgerichtet. Die Schaltfläche (16) konnte vom Innenraum des Fahrzeugs aus bedient werden. Die Schaltfläche (16) wurde über Lumineszenz im Polyvinylbutyral über eine dynamische Projektion (Head-up Display, nicht dargestellt) im Fahrzeug dynamisch markiert.
Es war für den Fachmann nicht vorhersehbar, dass auf einfache Weise eine transparente Schaltfläche (16) aus Bereichen einer wärmereflektierenden und beheizbaren Schicht (1 ) einer Windschutzscheibe gebildet werden konnte, die zur Ansteuerung von Funktionen des Fahrzeugs genutzt werden kann.
Figur 4 zeigt einen alternativen Querschnitt mit schematisierter Verschaltung einer erfindungsgemäßen aktiven Verglasung (I) gemäß dem Schnitt A-A der Fig. 1 . Die Verglasung (I) enthielt zwischen den Elektrodenstrukturen (2a)(3a) und einer zusätzlichen weiteren elektrisch leitfähigen Schicht (14) eine elektrochrome Schichtstruktur (15). Bei Anlegen einer elektrischen Gleichspannung über einen Signalstromkreis zwischen den Elektrodenstrukturen (2a)(3a) und der weiteren elektrisch leitfähigen Schicht (14) konnte der Lichttransmissionsgrad der elektrochromen Schichtstruktur (15) im Anzeigebereich (16) auf einer Fläche von 9 cm2 eingestellt werden. Zur Ansteuerung des Anzeigebereichs (16) enthielt der Signalstromkreis einen Schalter (19) der mit der Versorgungs- und Auswerteelektronik (13) verbunden war. Durch Anlegen einer elektrischen Gleichspannung über einen Leistungsstromkreis zwischen der elektrisch leitfähigen Schichtstruktur (1 ) und der weiteren elektrisch leitfähige Beschichtung (14) konnte auch der Transmissionsgrad der aktiven Verglasung (I) auf einer Fläche von etwa 4990 cm2 eingestellt werden. Der Leistungsstromkreis (12) enthielt ebenfalls mindestens einen Schalter (19), der ebenfalls mit der Versorgungs- und Auswerteelektronik (13) verbunden war. Durch die unabhängige
Schaltmöglichkeit von Anzeigebereich (16) und dem übrigen Bereich der aktiven Verglasung (I) konnte zuerst die schnell reagierende Anzeigefläche (16) geschaltet werden und danach die übrige Fläche der aktiven Verglasung (I). Die Elektroden (2a)(3a) wurden weiter zur Ausbildung des elektrischen Wechselfeldes einer Schaltfläche (16) genutzt, sodass eine kombinierte Schalt- und Anzeigefläche (16) vorhanden war. Zusätzlich wurden die Elektroden (2a)(3a) mit einer Wechselspannung von 2 MHz angeregt, um ein elektrisches Wechselfeld für die Schaltfläche (16) bereitzustellen. Zur Messung der Impedanz zwischen den Elektrodenstrukturen (2a)(2b) wurden die Kontaktbereiche (2c)(3c) über einen Signalstromkreis (1 1 ) mit der Versorgungs- und Auswerteelektronik (13) verbunden. Ein Hochpass im Signalstromkreis (1 1 ) trennte die Wechselspannungen und die Gleichspannungen.
Bei Detektion eines Körpers im elektrischen Wechselfeld des Schaltbereichs (16) wurde beispielsweise ein Schalter (19) für den Anzeigebereich geschlossen und die aktive Schichtstruktur (15) änderte zuerst im Anzeigebereich (16) ihren Zustand. Durch die geringe Fläche von 9 cm2 änderte die Schichtstruktur (15) im Anzeigebereich (16) innerhalb von 10 ms bis 10 s den Transmissionsgrad. Der Bediener wurde damit innerhalb kurzer Zeit über die Detektion informiert. Die Änderung des Schaltzustandes der aktiven Verglasung mit einer Fläche von 4990 cm2 erfolgte danach innerhalb einer Zeitspanne von 20 s bis 3600 s.
Es war für den Fachmann nicht vorhersehbar, dass auf einfache Weise eine Schalt- / und schnell reagierende Anzeigefläche (16) in bestehende elektrisch leitfähige Beschichtungen (1 ) integriert werden konnte und damit eine elektrochrome Verglasung (I) bereitgestellt werden konnte, die einem Bediener innerhalb kurzer Zeit den Schaltzustand der elektrochromen Verglasung (I) anzeigte.
Fig. 5 zeigt eine weitere Ausgestaltung der erfindungsgemäßen aktiven Verglasung gemäß dem Ausführungsbeispiel der Fig. 4. Der Unterschied zu der Verglasung nach Fig. 4 liegt darin, dass Isolationsbereiche (6) zusätzlich in der aktiven Schichtstruktur (15) eingebracht waren. Durch diese erfindungsgemäße Ausgestaltung konnte die Empfindlichkeit des Schaltbereichs (16) und / oder die Reaktionszeit des Anzeigebereichs (16) weiter erhöht werden.
Fig. 6 zeigt Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Wärmeschutzverglasung (I) mit einer Schaltfläche (16) oder eine Ausgestaltung als aktive elektrochrome Verglasung mit Schalt- / und Anzeigefläche (16). Die elektrisch leitfähige Schichtstruktur (1 ) war im Randbereich (4) der Scheibe (5) rahmenförmig randentschichtet und lag auf Massepotential. Die aktive Verglasung (I) war über schaltbare Leistungsstromkreise (12) und schaltbare Signalstromkreise (1 1 ) mit der Versorgungs- und Auswerteelektronik (13) verbunden.
Fig. 7 und Fig. 8 zeigen in Fortführung des Ausführungsbeispiels gemäß der Fig. 6 eine erfindungsgemäße Wärmeschutzverglasung mit einem Feld von Schaltflächen (16.1 )(16.2) oder in einer alternativen Ausgestaltung eine aktive elektrochrome Verglasung mit einem Feld von Schalt- und / oder Anzeigeflächen (16.1 )(16.2). Die Elektroden (2a)(3a), die Leitungsführungen (2b)(3b) der Elektroden (2a)(3a) waren so angeordnet, dass eine Überlappung außerhalb des Anzeigebereichs (16) vermieden wurde. Insbesondere wurde dadurch eine Ansteuerung der aktiven Schichtstruktur (15) im Bereich der Leitungszuführungen (2b)(3b) vermieden.
Fig. 9 zeigt detailliert ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Verfahrens zum Aktivieren oder Deaktivieren einer elektrochromen Verglasung (I) sowie den Zustandswechsel von opak zu transparent innerhalb der Anzeigefläche (16) und auf der übrigen aktiven Verglasung (I) mit der elektrisch leitfähigen Beschichtung (1 ).
Fig. 10 zeigt ein Feld von Anzeigeflächen (16.1 ) (16.2) (16.3) (16.4) zur Anzeige von Zwischenzuständen im Transmissionsgrad einer elektrochromen Verglasung (I) zur Information eines Bedieners. Im Ausführungsbeispiel konnte die aktive Verglasung (I) über drei Zwischenzustände von vollständig transparent bis zu opak geschaltet werden und der gewählte Zustand angezeigt werden. Durch mehrfaches Detektieren eines Körpers an mindestens einer Schaltfläche (16.1 ) 16.1 ) (16.2) (16.3) (16.4) wurden segmentweise der Schaltzustand der aktiven Verglasung (I) und die Anzeigefläche (16.1 ) 16.1 ) (16.2) (16.3) (16.4) in Segmenten aktiviert. Der Bediener wurde somit unmittelbar und eindeutig über den gewählten Schaltzustand der elektrochromen Verglasung (I) informiert, bevor die elektrochrome Verglasung den gewählten Zustand einnahm.
Fig. 1 1 zeigt in einem Flussdiagramm die detaillierten Verfahrensschritte zur Herstellung einer erfindungsgemäßen Verglasung mit Schaltvorrichtung.
Es war für den Fachmann nicht vorhersehbar, dass sich auf einfache Weise vorhandene elektrisch leitfähige Schichtstrukturen (1 ) oder Elektrodenschichten (1 )(14) zu einer Schaltfläche und / oder Anzeigefläche (16) für Schaltzustände einer aktiven Verglasungen (I) weiterentwickeln ließen, ohne die vorhandene Funktion der Verglasung / aktiven Verglasung (I) zu beeinträchtigen.
Bezugszeichenliste: i) Verglasung / Aktive Verglasung
1 ) elektrisch leitfähige Beschichtung
2a) erste Elektrode
2b) Leitungsführung erste Elektrode
2c) Kontaktbereich erste Elektrode
3a) zweite Elektrode
3b) Leitungsführung zweite Elektrode
3c) Kontaktbereich zweite Elektrode
4) Randbereich
5) Scheibe
6) Isolationsbereich
7) Zwischenbereiche
8) Deckscheibe
9) Haftschicht
10) Flachleiter
1 1 ) Signalstromkreis
12) Leistungsstromkreis
13) Versorgungs- und Auswerteelektronik
14) weitere elektrisch leitfähige Schicht
15) Aktive Schichtstruktur
16) Schaltfläche / Anzeigefläche
(16.1 )(16.2)(16.3)(16.4) Segmente Schaltfläche / Anzeigefläche (19) Schalter