Brennstoffzelle, Brennstoffzellenstapel und Verfahren zum Abdichten einer Brennstoffzelle
Die Erfindung betrifft eine Brennstoffzelle mit einer Membran-Elektroden-Anordnung, welche zwischen einem ersten Verteilelement zum Beaufschlagen einer Anode der Membran-Elektroden-Anordnung mit einem Brennstoff und einem zweiten Verteilelement zum Beaufschlagen einer Kathode der Membran-Elektroden-Anordnung mit einem Oxidationsmittel angeordnet ist. Die Brennstoffzelle umfasst ein Dichtelement, welches mit der Membran-Elektroden-Anordnung verbunden ist. Hierbei sind das Dichtelement und wenigstens eines der Verteilelemente zumindest bereichsweise kontaktiert, wodurch ein Anlagebereich ausgebildet ist. Des Weiteren betrifft die Erfindung einen Brennstoffzellenstapel mit einer Mehrzahl derartiger Brennstoffzellen und ein Verfahren zum Abdichten einer Brennstoffzelle.
Die EP 1 614 181 B1 beschreibt eine Membran-Elektroden-Anordnung mit integrierter Dichtung. Ein an einem Rand der Membran-Elektroden-Anordnung angeordnete Dichtelement ist in einem Anbindungsbereich zwischen der Dichtung und der Membran-Elektroden-Anordnung so ausgebildet, dass Dichtmaterial Poren der Kathode bzw. der Anode durchdringt. Die porösen Elektroden sind also in dem Anbindungsbereich mit dem Material des Dichtelements gesättigt. Im Anbindungsbereich bildet das Dichtmaterial ein Kissen, dessen Dicke größer ist als eine Dicke der planaren Membran-Elektroden-Anordnung. Das Dichtmaterial bildet darüber hinaus einen zweiten, zum Rand hin weiter außen als das Kissen angeordneten Dichtwulst, wobei eine Dicke des Dichtwulstes größer ist als eine Dicke des Kissens. Wird nun die Membran-Elektroden-Anordnung mit der integrierten Dichtung zwischen zwei Bipolarplatten angeordnet, so ist der Dichtwulst in Nuten der Bipolarplatten aufgenommen. Die Nuten weisen eine Breite auf, dass in ihnen neben dem Dichtwulst auch das Kissen aufgenommen ist. Werden dann die Bipolarplatten zusammengepresst, so verformt sich der umlaufende Dichtwulst. Der Dichtwulst kann beim Zusammenpressen der Bipolarplatten vergleichsweise stark komprimiert und dabei deformiert werden, ohne dass
die Kompression des Dichtelements zu einer Scherbeanspruchung im Bereich des Kissens führt. Dadurch ist sichergestellt, dass das Zusammenpressen des Dichtelements nicht zu einem Loslösen der Dichtung von der Membran-Elektroden-Anordnung in dem Anbindungsbereich führt. An dem Kissen ist eine Schräge ausgebildet, welche vor dem Zusammenpressen der Bipolarplatten mit einer in der Nut ausgebildeten Schräge in Anlage gebracht wird, um die Bipolarplatten bezüglich der Membran-Elektroden-Anordnung definiert auszurichten und zu zentrieren.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine verbesserte Brennstoffzelle der eingangs genannten Art, einen verbesserten Brennstoffzellenstapel und ein verbessertes Verfahren zum Abdichten einer Brennstoffzelle bereitzustellen.
Diese Aufgabe wird durch eine Brennstoffzelle mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst. Des Weiteren wird diese Aufgabe durch einen Brennstoffzellenstapel mit den Merkmalen des Patentanspruchs 13, und durch Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruchs 14 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen mit zweckmäßigen Weiterbildungen der Erfindung sind in den jeweils abhängigen Patentansprüchen angegeben.
Die erfindungsgemäße Brennstoffzelle umfasst eine Membran-Elektroden-Anordnung, welche zwischen zwei Verteilelementen angeordnet ist. Ein erstes der zwei Verteilelemente dient zum Beaufschlagen einer Anode der Membran-Elektroden-Anordnung mit einem Brennstoff. Das zweite Verteilelement dient zum Beaufschlagen einer Kathode der Membran-Elektroden-Anordnung mit einem Oxidationsmittel. Ein Dichtelement ist mit der Membran-Elektroden-Anordnung verbunden. Hierbei sind das Dichtelement und wenigstens eines der Verteilelemente zumindest bereichsweise in Kontakt, so dass ein Anlagebereich ausgebildet ist. In dem Anlagebereich ist eine Gleitfläche bereitgestellt, mittels welcher bei einem Zusammendrücken der zwei Verteilelemente die zwischen den zwei Verteilelementen angeordnete Membran-Elektroden-Anordnung mit einer Schubspannung beaufschlagbar ist.
Wirkt beim Zusammendrücken der zwei Verteilelemente in Richtung aufeinander zu ein Druck senkrecht auf die planare Membran-Elektroden-Anordnung (MEA), so wirkt die Schubspannung, mit welcher die Membran-Elektroden-Anordnung beaufschlagt wird, tangential zu der Membran-Elektroden-Anordnung. Dadurch ist beim Zusammendrücken der Verteilelemente die zwischen diesen angeordnete Membran-Elektroden-Anordnung in Richtung der Schubspannung spannbar. Im unverpressten Zustand der Brennstoffzelle,
also vor dem Zusammendrücken der zwei Verteilelemente ist hierbei eine von der Membran-Elektroden-Anordnung und dem mit dieser verbundenen Dichtelement eingenommene Fläche kleiner als eine Fläche im verpressten Zustand, in welchem die zwei Verteilelemente zusammengedrückt sind. Durch das beim Zusammendrücken der zwei Verteilelemente bewirkte Gleiten entlang der Gleitfläche ist also die Membran-Elektroden-Anordnung in einen definierten Spannzustand überführbar.
Dadurch ist eine definierte Dichtung zwischen der Membran-Elektroden-Anordnung und dem jeweiligen Verteilelement sowie eine definierte Dichtung zwischen den beiden Verteilelementen erreichbar. Undichtigkeiten sind so besonders sicher und insbesondere über einen langen Betriebszeitraum der Brennstoffzelle hinweg besonders weitgehend vermeidbar. Das auf diese Weise zwischen den Verteilelementen angeordnete Dichtelement sorgt zudem für eine besonders guten Isolierung der Verteilelemente voneinander.
Eine derartige Brennstoffzelle ermöglicht eine kostengünstige, besonders prozesssichere und reproduzierbare Montage. Darüber hinaus weist die Brennstoffzelle eine besonders lange Lebensdauer auf.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist die Gleitfläche als Schräge an dem Dichtelement bereitgestellt. Hierbei gleitet beim Zusammendrücken der zwei Verteilelemente wenigstens eines der Verteilelement entlang der Schräge herab und beaufschlagt so die Membran-Elektroden-Anordnung mit der Schubspannung.
Alternativ, bevorzugt jedoch ergänzend ist eine weitere Gleitfläche als Schräge an wenigstens einem der zwei Verteilelemente bereitgestellt. Insbesondere ist es vorteilhaft, wenn die zwei Verteilelemente die Schräge aufweisen, welche mit einer jeweiligen Schräge an dem Dichtelement korrelieren. Beim Zusammendrücken der zwei Verteilelemente gleiten dann die Schrägen aneinander entlang und bewirken so das Spannen der Membran-Elektroden-Anordnung. Das Vorsehen der Schrägen sowohl an dem Dichtelement als auch an den zwei Verteilelementen vereinfacht ein besonders reibungsarmes Entlanggleiten der Schrägen aneinander.
Besonders vorteilhaft ist es hierbei, wenn in Richtung der Schubspannung eine Länge der Schräge an dem Dichtelement einer Länge der Schräge an dem Verteilelement gleich ist. Dadurch ist eine vergleichsweise große Gleitfläche bereitgestellt, welche ein besonders weitgehendes Verringern der Gleitreibung der Schrägen ermöglicht.
Als weiter vorteilhaft hat es sich gezeigt, wenn an zumindest ein Ende der zumindest einen Gleitfläche in Richtung der Schubspannung eine Anlagefläche angrenzt. Bevorzugt ist diese Anlagefläche eben. Des Weiteren können an beiden Enden der Gleitfläche ebene Anlageflächen angrenzen. Eine solche Anlagefläche stellt - im verpressten Zustand der Brennstoffzelle - einen weiteren Anlagebereich zwischen dem Dichtelement und wenigstens einem der Verteilelemente bereit, so dass durch das Dichtelement ein in Richtung der Schubspannung besonders breiter Dichtsaum bereitgestellt ist.
Ist die Anlagefläche eben ausgebildet, so ist beim Zusammendrücken der Verteilelemente mit der zwischen den zwei Verteilelementen angeordneten Membran-Elektroden-Anordnung im Bereich der Anlagefläche eine besonders hohe Dichtkraft erreichbar. Insbesondere ist so beim Zusammendrücken der Verteilelemente eine konstante und konstant hohe Flächenpressung zwischen dem Dichtelement und den Verteilelementen erreichbar.
Wenn die zumindest eine Gleitfläche um die Membran-Elektroden-Anordnung umlaufend ausgebildet ist, so erfolgt beim Beaufschlagen der Membran-Elektroden-Anordnung mit der Schubspannung ein umlaufendes und definiertes Spannen der Membran-Elektroden-Anordnung. Bevorzugt erfährt das mit der
Membran-Elektroden-Anordnung verbundene Dichtelement beim Zusammendrücken der Verteilelemente eine äquidistante, umlaufende Umfangsvergrößerung.
In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist durch das Dichtelement ein, insbesondere biegesteifer, Rahmen für die Membran-Elektroden-Anordnung bereitgestellt. Die Membran-Elektroden-Anordnung mit dem mit dieser verbundenen Dichtelement ist so besonders gut handhabbar.
Als weiter vorteilhaft hat es sich gezeigt, wenn das, insbesondere ein Elastomer umfassende, Dichtelement mit der Membran-Elektroden-Anordnung verschweißt ist. Das Verbinden der eine Polymer-Elektrolyt-Membran (PEM) umfassenden Membran-Elektroden-Anordnung mit dem Dichtelement durch ein Kunststoffschweißverfahren sorgt für ein besonders sicheres, der Schubspannung beim Zusammendrücken der Verteilelemente widerstehendes Verbinden des Dichtelements mit der Membran-Elektroden-Anordnung. Das elastische Dichtelement kann als thermoplastisches Elastomer ausgebildet sein, und/oder Gummi und/oder Silikonmaterial aufweisen.
Ein besonders einfaches Montieren der Brennstoffzelle durch Anordnen der Verteilelemente und der Membran-Elektroden-Anordnung mit dem Dichtelement ist dann erreichbar, wenn das jeweilige Verteilelement eine zu der Membran-Elektroden-Anordnung parallele Symmetrieebene aufweist. So kann beim Montieren eine beliebige Seite des Verteilelements der Membran-Elektroden-Anordnung zugewandt sein. Zum einfachen und betriebssicheren Montieren der Brennstoffzelle ist es zudem vorteilhaft, wenn die zwei Verteilelemente einander in Form und Abmessungen gleich sind.
Bei einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist durch zumindest eines der Verteilelemente in wenigstens einem an das Dichtelement angrenzenden Randbereich im Zusammenwirken mit der Membran-Elektroden-Anordnung ein Verteilraum für ein Reaktionsmittel bereitgestellt. Im verpressten Zustand der Verteilelement mit der zwischen diesen angeordneten Membran-Elektroden-Anordnung ist so vorteilhaft ein Zwischenraum mit einer konstanten, definierten Höhe zwischen der Membran-Elektroden-Anordnung und dem Verteilelement bereitgestellt. Durch das Bereitstellen eines solchen von dem Oxidationsmittel bzw. dem Brennstoff durchströmbaren Zwischenraums mit definierter Höhe ist das Durchströmtwerden der Brennstoffzelle mit dem Reaktionsmittel besonders gut und besonders gut reproduzierbar zu gewährleisten. Dadurch sind insbesondere die elektrochemischen Reaktionen besonders gut kontrollierbar. Insbesondere ist deren Konstanz so über einen besonders langen Zeitraum zu gewährleisten.
Bevorzugt weist eines der Verteilelemente zumindest auf einer der Membran-Elektroden-Anordnung zugewandten Seite eine Mehrzahl von, insbesondere zueinander parallelen, Rippen auf. Im verpressten Zustand der Verteilelemente mit der zwischen diesen angeordneten Membran-Elektroden-Anordnung sind dann die Rippen mit der Membran-Elektroden-Anordnung in Anlage gebracht, so dass besonders gut eine konstante Flächenpressung zwischen dem Verteilelement und der Membran-Elektroden-Anordnung erreichbar ist.
Schließlich hat es sich als vorteilhaft gezeigt, wenn die Verteilelemente elektrisch leitfähig sind. Die Verteilelemente dienen somit nicht nur zum Verteilen des Reaktionsmittels auf der Anode bzw. der Kathode, sondern insbesondere zum Kontaktieren mehrerer, über die elektrisch leitfähigen Verteilelemente miteinander gekoppelten Brennstoffzellen.
Die Vorteile der Erfindung zeigen sich insbesondere bei einem Brennstoffzellenstapel, welcher eine Mehrzahl von erfindungsgemäßen Brennstoffzellen umfasst. Wenn nämlich
eine vergleichsweise große Anzahl, beispielsweise 200 bis 350 Stück, einzelner Brennstoffzellen den Brennstoffzellenstapel bilden sollen, so ist das definierte Spannen der jeweiligen Membran-Elektroden-Anordnungen durch die in dem Anlagebereich bereitgestellte Gleitfläche besonders sinnvoll einsetzbar. Durch das Beaufschlagen der einzelnen Membran-Elektroden-Anordnungen mit der Schubspannung sind so nämlich eine hohe Dichtigkeit des Brennstoffzellenstapels und eine konstante Flächenpressung erreichbar. Auch Undefinierte strömungsspezifische Kanalquerschnittsverengungen und Undefinierte Längenausdehnungen des Brennstoffzellenstapels sind so vermeidbar.
Beim Zusammenbauen des Brennstoffzellenstapels aus einzelnen Brennstoffzellen ist jeweils ein Verteilelement innerhalb des Brennstoffzellenstapels mit einer oberseitig des Verteilelements angeordneten Membran-Elektroden-Anordnung und mit einer unterseitig desselben Verteilelements angeordneten Membran-Elektroden-Anordnung in Kontakt. Mit anderen Worten grenzt ein und dasselbe Verteilelement jeweils zwei Membran-Elektroden-Anordnungen benachbarter Brennstoffzellen voneinander ab. Lediglich bei den zu unterst und zu oberst in dem Stapel angeordneten Membran-Elektroden-Anordnungen bildet zu einer Außenseite des Stapels hin das Verteilelement einen Abschluss.
Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung ist ein verbessertes Verfahren zum Abdichten einer Brennstoffzelle bereitgestellt, bei welchem eine Membran-Elektroden-Anordnung mit einem Dichtelement verbunden wird, und bei welchem die Membran-Elektroden-Anordnung zwischen einem ersten Verteilelement zum Beaufschlagen einer Anode der Membran-Elektroden-Anordnung mit einem Brennstoff und einem zweiten Verteilelement zum Beaufschlagen einer Kathode der Membran-Elektroden-Anordnung mit einem Oxidationsmittel unter Ausbildung eines Anlagebereichs angeordnet wird. Bei einem Zusammendrücken der zwei Verteilelemente gleiten wenigstens eines der zwei Verteilelemente und das Dichtelement aneinander entlang, wobei die zwischen den Verteilelementen angeordnete Membran-Elektroden-Anordnung mit einer Schubspannung beaufschlagt wird. Dadurch wird die Membran-Elektroden-Anordnung in Richtung der Schubspannung, also senkrecht zu der beim Zusammendrücken der zwei Verteilelemente wirkenden Kraft, gespannt.
Die für die erfindungsgemäße Brennstoffzelle beschriebenen bevorzugten Ausführungsformen und Vorteile gelten auch für den erfindungsgemäßen Brennstoffzellenstapel sowie für das erfindungsgemäße Verfahren.
Die vorstehend in der Beschreibung genannten Merkmale und Merkmalskombinationen sowie die nachfolgend in der Figurenbeschreibung genannten und/oder in den Figuren alleine gezeigten Merkmale und Merkmalskombinationen sind nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar, ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen.
Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen, der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen sowie anhand der Zeichnungen. Dabei zeigen:
Fig. 1 ausschnittsweise eine perspektivische Schnittansicht einer Brennstoffzelle, bei welcher eine Membran-Elektroden-Anordnung in einer Erstreckungsebene der Membran-Elektroden-Anordnung zwischen zwei Bipolarplatten gespannt gehalten ist;
Fig. 2 ausschnittsweise eine Bipolarplatte der Brennstoffzelle gemäß Fig. 1 mit einem auf der Bipolarplatte angeordneten Dichtrahmen; und
Fig. 3 eine vergrößerte perspektivische Schnittansicht eines Randbereichs der
Brennstoffzelle gemäß Fig. 1.
Fig. 1 zeigt in einer perspektivischen Schnittansicht eine Brennstoffzelle 1 eines Brennstoffzellenstapels. Die Brennstoffzelle 1 umfasst eine
Membran-Elektroden-Anordnung 2, bei welcher eine Polymer-Elektrolyt-Membran (PEM) eine Kathode von einer Anode trennt. Die planare, also sich flach in Richtung einer X-Y-Ebene erstreckende, Membran-Elektroden-Anordnung 2 ist, insbesondere durch Einschweißen mit einem Dichtrahmen 3 verbunden. Hierbei ist die Membran-Elektroden-Anordnung 2 in eine in dem Dichtrahmen 3 ausgebildete Nut 4 eingeführt (vgl. Fig. 2).
Der Dichtrahmen 3 besteht aus einem Elastomer und ist gemäß Fig. 1 mit einer ersten Bipolarplatte 5 sowie mit einer zweiten Bipolarplatte 6 in Anlage. Die Bipolarplatten 5, 6 dienen als Verteilelemente zum Beaufschlagen der Anode der Membran-Elektroden-Anordnung 2 mit einem Brennstoff und zum Beaufschlagen einer Kathode der Membran-Elektroden-Anordnung 2 mit einem Oxidationsmittel. Hierbei sorgen die Bipolarplatten 5, 6 dafür, dass die der Brennstoffzelle 1 zugeführten Reaktionsmittel
gleichmäßig und eine kontinuierliche elektrochemische Reaktion begünstigend auf den jeweiligen Elektroden verteilt werden.
Von jeder der Bipolarplatten 5, 6 stehen in Richtung einer Z-Achse, welche senkrecht auf der X-Y-Ebene steht, Rippen 7 ab, wobei zwischen den zueinander parallelen Rippen 7 Kanäle für das Reaktionsmittel ausgebildet sind. Die Rippen 7 stehen sowohl in Richtung der Z-Achse als auch in einer der Richtung der Z-Achse entgegengesetzten Richtung von den Bipolarplatten 5, 6 ab. Die Bipolarplatten 5, 6 sind jeweils symmetrisch bezüglich einer Symmetrieebene, welche parallel zu der X-Y-Ebene ist.
In einem an den Dichtrahmen 3 angrenzenden Randbereich 8 der Bipolarplatten 5, 6 sind keine Rippen ausgebildet (vgl. Fig. 2), so dass in diesem Randbereich 8 in der Brennstoffzelle 1 im Zusammenwirken mit der Membran-Elektroden-Anordnung 2 ein Verteilraum 9 für das jeweilige Reaktionsmittel bereitgestellt ist. Eine Höhe des Verteilraums 9 entspricht hierbei einer Höhe der Rippen 7.
Insbesondere aus Fig. 2, welche die untere Bipolarplatte 6 mit dem auf dieser angeordneten Dichtrahmen 3, jedoch ohne die Membran-Elektroden-Anordnung 2 in einer Schnittansicht zeigt, ist erkennbar, dass ein Anlagebereich 10, in welchem der Dichtrahmen 3 und die Bipolarplatten 5, 6 in Kontakt sind, eine Schräge 11 umfasst. Nach innen hin grenzt die Schräge 11 des Dichtrahmens 3 eine erste ebene Anlagefläche 12 an. Des Weiteren weist der Dichtrahmen 3 eine nach außen hin an die Schräge 11 angrenzende weitere, ebenfalls ebene Anlagefläche 13 auf. Die Schräge 11 weist also zu der X-Y-Ebene eine Neigung auf, während die Anlagenflächen 12, 13 parallel zu der X-Y-Ebene sind.
An den Bipolarplatten 5, 6 sind korrespondierende Schrägen 11 und Anlageflächen 12, 13 bereitgestellt, deren Funktion beim Montieren der Brennstoffzelle 1 mit Bezug auf Fig. 3 beschrieben wird.
Beim Montieren der Brennstoffzelle 1 wird zunächst die Membran-Elektroden-Anordnung 2 mit dem Dichtrahmen 3 durch Schweißen verbunden. Der vorliegend rechteckige Dichtrahmen 3 fasst hierbei die Membran-Elektroden-Anordnung 2 umlaufend ein. Im noch nicht verpressten Zustand der Brennstoffzelle 1 , also vor dem Beaufschlagen der Bipolarplatten 5, 6 mit einer in Fig. 3 durch Kraftpfeile veranschaulichten Presskraft 14 ist eine Flächenausdehnung einer Baugruppe, welche die Membran-Elektroden-Anordnung 2 und den mit dieser verbundenen Dichtrahmen 3 umfasst, geringer als eine jeweilige Flächenerstreckung der Bipolarplatten 5, 6. Nach dem Verpressen der Brennstoffzelle 1 ,
also nach dem Zusammendrücken der Bipolarplatten 5, 6 und der zwischen diesen angeordneten Membran-Elektroden-Anordnung 2 durch Beaufschlagen der Bipolarplatten 5, 6 mit der Presskraft 14 schließt jedoch der Dichtrahmen 3 in Richtung der X-Y-Ebene bündig mit den Bipolarplatten 5, 6 ab. Die Baugruppe erfährt also in Folge des Beaufschlagens der Bipolarplatten 5, 6 mit der Presskraft 14 eine äquidistante Flächenvergrößerung. Diese Flächenvergrößerung geht mit einem definierten Spannen der Membran-Elektroden-Anordnung 2 in der X-Y-Ebene einher.
Beim Zusammendrücken der Bipolarplatten 5, 6 gleiten nämlich die an dem Dichtrahmen 3 und an den Bipolarplatten 5, 6 bereitgestellten Schrägen 11 aneinander entlang bis die jeweiligen Anlageflächen 12, 13 des Dichtrahmens 3 und der Bipolarplatten 5, 6 aufeinander liegen. Das Entlanggleiten der Schrägen 11 aneinander bewirkt ein Beaufschlagen der Membran-Elektroden-Anordnung 2 mit einer Schubspannung 15, also mit einer die Membran-Elektroden-Anordnung 2 spannenden Kraft, welche tangential zu der X-Y-Ebene wirkt. Die Schubspannung 15 ist in Fig. 3 durch einen weiteren Kraftpfeil veranschaulicht. Ein Ende der als Gleitfläche dienenden Schräge 11 in Richtung der Schubspannung 15 ist vorliegend durch einen Knick 16 gebildet. Der Knick 16 grenzt also die Schräge 11 von den jeweiligen Anlageflächen 12, 13 ab.
Sobald die jeweiligen Anlageflächen 12, 13 der Bipolarplatten 5, 6 und des Dichtrahmens 3 miteinander in Anlage sind, wirkt die Presskraft 14 auf Bipolarplatten 5, 6 als Dichtkraft auf diese Anlageflächen 12, 13. Somit ist über die gesamte der jeweiligen Bipolarplatte 5, 6 zugewandete Seite des Dichtrahmens 3 eine vollflächige und somit eine besonders hohe Dichtigkeit gewährleistende Dichtung bereitgestellt. Durch den Dichtrahmen 3 sind zudem im verpressten Zustand der Brennstoffzelle 1 die Bipolarplatten 5, 6 elektrisch voneinander isoliert.
Ein Abstand 17 zwischen den Bipolarplatten 5, 6 ist über die gesamte Fläche der Brennstoffzelle 1 nach dem Zusammendrücken der Bipolarplatten 5, 6 und dem In-Anlage-Bringen der Anlageflächen 12, 13 definiert eingestellt und konstant, so dass die Verteilräume 9 der Brennstoffzelle 1 ebenfalls eine konstante Höhenerstreckung aufweisen.
Dies ist einerseits durch die einander gleichen Formen und Abmessungen der Schrägen 11 und der Anlageflächen 12, 13 an dem Dichtrahmen 3 und an den Bipolarplatten 5, 6 gewährleistet, und andererseits durch die definierte Höhe der Rippen 7, welche sich im
verpressten Zustand der Brennstoffzelle 1 mit der Membran-Elektroden-Anordnung 2 in Anlage befinden.
Die vorliegend am Beispiel einer einzelnen Brennstoffzelle 1 beschriebene Vorgehensweise beim Herstellen einer Rahmen-Distanz-Spanndichtung der Membran-Elektroden-Anordnung 2 über den Dichtrahmen 3 ist besonders vorteilhaft beim Zusammenbau eines Brennstoffzellenstapels anwendbar. Beim Zusammenbauen des Brennstoffzellenstapels werden eine große Anzahl von Membran-Elektroden-Anordnungen 2 und Bipolarplatten 5, 6 alternierend aufeinander gestapelt und anschließend durch Beaufschlagen der außen liegenden Bipolarplatten 5, 6 mit der Presskraft 14 verspannt. In dem Brennstoffzellenstapel liegen dann die jeweiligen Membran-Elektroden-Anordnungen 2 in einem definierten Spannzustand vor, in welchem die jeweiligen Dichtrahmen 3 mit den Bipolarplatten 5, 6 bündig abschließen.
Bezugszeichenliste
1 Brennstoffzelle
2 Membran-Elektroden-Anordnung
3 Dichtrahmen
4 Nut
5 Bipolarplatte
6 Bipolarplatte
7 Rippe
8 Randbereich
9 Verteilraum
10 Anlagebereich
11 Schräge
12 Anlagefläche
13 Anlagefläche
14 Presskraft
15 Schubspannung
16 Knick
17 Abstand