Beschreibung
[1] Elektronisches Betriebsgerät für eine Gasentladungslampe
Technisches Gebiet
[2] Die Erfindung betrifft ein elektronisches Betriebs- gerät für eine Gasentladungslampe mit einem Gleichspannungswandler der eine Leistungsfaktorkorrekturschaltung aufweist, sowie einem Wechselrichter, der eine Lampendrossel und eine Vollbrücke mit zwei getrennt ansteuerbaren Halbbrücken aufweist.
Stand der Technik
[3] Die Erfindung geht aus von einem elektronischen Betriebsgerät für eine Gasentladungslampe mit einem Gleichspannungswandler der eine Leistungsfaktorkorrekturschaltung aufweist, sowie einem Wechselrichter, der eine Lampendrossel und eine Vollbrücke mit zwei getrennt ansteuerbaren Halbbrücken aufweist, nach der Gattung des Hauptanspruchs .
[4] Fig. 1 zeigt das bisherige Konzept eines elektronischen Betriebsgerätes nach dem Stand der Technik. Dieses besteht aus drei Stufen: In einer ersten Stufe, die den Gleichspannungswandler beinhaltet, wird die Eingangswechselspannung auf eine sogenannte Zwischenkreisspannung Uzκ von 400V hochgesetzt. Die Zwischenkreisspannung Uzκ ist eine Gleichspannung, die üblicherweise von einem Zwi- schenkreiskondensator gestützt wird. Der Gleichspannungswandler arbeitet in einem speziellen Modus, so dass er gleichzeitig die Funktion einer Leistungsfaktorkorrekturschaltung erfüllt. Der Gleichspannungswandler kann z.B. als Sperrwandler, Sepie- oder Cukwandler ausgeführt sein.
[5] Die Gleichspannung von 400V wird in einer darauf folgenden zweiten Stufe, die einen Wechselrichter in Halbbrückenanordnung aufweist, auf eine niederfrequente Wechselspannung in Höhe der Lampenspannung herunterge- setzt. Die Frequenz der Wechselspannung beträgt dabei üblicherweise zwischen 50 und 500Hz. Dadurch, dass die Zwischenkreisspannung Uzκ mehr als doppelt so hoch ist wie die Lampenspannung, kann im Wechselrichter eine Halbbrückenanordnung gewählt werden, die ja bekanntlich die Ausgangsspannung gegenüber der Eingangsspannung halbiert. Diese tiefgesetzte Ausgangswechselspannung wird daraufhin in eine Zündstufe eingegeben, die eine Zündspannung zum Starten der Gasentladungslampe 5 erzeugt.
[6] Die Zündstufe besteht normalerweise aus einem Über- lagerungszündgerät, das der Ausgangsspannung des Wechselrichters eine hohe Zündspannung überlagert. Die Zündspannung des Überlagerungszündgerätes besteht dabei aus einzelnen Zündpulsen, die so lange erzeugt werden, bis ein elektrischer Durchbruch im Brenner der Gasentladungs- lampe stattfindet.
[7] Aus Gründen der Effizienz und der elektromagnetischen Verträglichkeit arbeitet die tiefsetzende Halbbrücke im Wechselrichter im lückenden Betrieb. Dies ermöglicht eine vollständige Entladung des Energiespeichers und minimiert damit die Schaltverluste. Als Energiespeicher wird hierbei üblicherweise die Lampendrossel verwendet. Bei dieser Betriebsweise entsteht jedoch ein signifikanter Rippeistrom durch dem Energiespeicher, so dass der Wechselrichter damit eine Wechselspannung niedriger Frequenz erzeugt, auf die eine hochfrequente Wechselspannung aufmoduliert ist. Der Rippeistrom durch den Energie-
Speicher ist durch das vollständige Laden/Entladen drei- eckförmig und erzeugt eine ähnlich geformte Rippelspan- nung auf der Ausgangswechselspannung des Wechselrichters. Da diese hochfrequente Rippelspannung akustische Resonan- zen im Brennergefäß anregen kann, ist sie unerwünscht und muss vor der Lampe gefiltert werden. Dies geschieht meist mittels einer großen Filterkapazität, die die Rippelspannung glättet und so das Anregen akustischer Resonanzen damit unterbindet. Dies ist möglich, da die Frequenz der Betriebswechselspannung deutlich geringer ist als die Frequenz des aufmodulierten Spannungsrippeis, der aus dem Rippeistrom in dem Energiespeicher herrührt. Durch die große notwendige Filterkapazität kann als Zündgerät jedoch lediglich ein Überlagerungszündgerät verwendet werden. Die Verwendung einer Anordnung zur Resonanzzündung ist aufgrund der großen Filterkapazität nicht möglich.
Aufgabe
[8] Es ist Aufgabe der Erfindung, ein elektronisches Betriebsgerät für eine Gasentladungslampe mit einem Gleichspannungswandler der eine Leistungsfaktorkorrekturschaltung aufweist, sowie einem Wechselrichter, der eine Lampendrossel und eine Vollbrücke mit zwei getrennt ansteuerbaren Halbbrücken aufweist, anzugeben, dass als Zündstufe eine Resonanzzündschaltung verwenden kann.
Darstellung der Erfindung
[9] Die Lösung der Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß mit einem elektronischen Betriebsgerät für eine Gasentladungslampe aufweisend: - einen Gleichspannungswandler, mit
- einer Leistungsfaktorkorrekturschaltung,
- einen Wechselrichter, mit einer Lampendrossel, und
- einer Vollbrücke mit zwei getrennt ansteuerbaren Halbbrücken, dadurch gekennzeichnet, dass
- der Gleichspannungswandler zusätzlich die Funktion einer SpannungstiefSetzung aufweist, und
- der Wechselrichter zusätzlich folgende Funktionen aufweist : - eine Lampenstromregelung,
- die Funktion einer SpannungstiefSetzung auf die Lampenspannung, und
- eine Resonanzzündung.
Diese Schaltungstopologie kann sehr kostengünstig einge- setzt werden, da eine Zündstufe mit einem Zündtransformator und hohe Bauteilekosten aufgrund der Zwischenkreis- spannung eingespart werden können.
[10] Der Gleichspannungswandler ist dabei bevorzugt dazu ausgelegt, die Eingangsspannung auf eine Zwischenkreis- Spannung von 160V-250V tiefzusetzen . Durch diese Maßnahme können deutlich kostengünstigere Bauteile verwendet werden, da eine technologiebedingte Spannungsgrenze bei Halbleiterbauteilen unterschritten wird.
[11] Wenn die Lampenstromregelung im Wechselrichter derart erfolgt, dass die Halbbrücke, die die Tiefsetzfunktion übernimmt, im nichtlückenden Betrieb arbeitet, wird der Rippeistrom in der Lampendrossel klein und akustische Resonanzen in der Lampe werden vermieden. Der Momentanwert des Lampenstroms entspricht dabei im Wesent- liehen dem Momentanwert des Stroms in der Lampendrossel. Durch diese Betriebsweise wird die Anregung akustischer
Resonanzen im Gasentladungslampenbrenner vermieden, was einen stabilen Betrieb zur Folge hat.
[12] Der Wechselrichter weist dabei vorzugsweise eine Lampendrossel und einen Resonanzkondensator auf, wobei die Resonanzdrossel als Spartransformator ausgeführt ist, dessen Mittenabgriff mit dem Resonanzkondensator verbunden ist. Diese Anordnung ergibt einen effektiven Resonanzkreis für die Zündung der Lampe. Wenn der Stromfluss durch den Resonanzkondensator mittels eines Schalters, der mit dem Resonanzkondensator verbunden ist, abschaltbar ist, wobei der Schalter während der Zündung und Übernahme der Lampe eingeschaltet ist, und danach beim Hochbrennen der Lampe und im Nominalbetrieb der Lampe abgeschaltet ist, dann kann eine Effektive und sichere Be- triebsweise der Schaltungsanordnung gewährleistet werden, da der Resonanzkreis im Nennbetrieb unterbrochen ist.
[13] Zwischen dem Gleichspannungswandler und dem Wechselrichter ist bevorzugt ein Zwischenkreiskondensator angeordnet, der während des Betriebes einen Spannungsripple führt, wobei die vom Wechselrichter erzeugte Wechselspannung mit dem Spannungsripple synchronisiert ist. Der Wechselrichter ist dabei auf die Frequenz des Spannungsrippeis derart synchronisiert, dass die Wechselspannung immer im Bereich des Maximums des Spannungsrippeis kommu- tiert. Durch diese Maßnahme wird eine hohe Spannung während der Kommutierung sichergestellt, womit die Gefahr des Verlöschens der Gasentladungslampe während der Kommutierung deutlich vermindert ist.
[14] Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist der Lam- penstrom bevorzugt rechteckförmig, und die Höhe des
Lampenstroms wird bevorzugt so angepasst, dass die momentane Lampenleistung im positiven Quadranten des Lampenstroms gleich groß ist wie im negativen Quadranten des Lampenstroms. In einer anderen bevorzugten Ausführungs- form ist das Tastverhältnis des Lampenstroms so eingestellt, dass die mittlere Lampenleistung im positiven Quadranten des Lampenstroms gleich groß ist wie im negativen Quadranten des Lampenstroms. Dadurch werden die Lampenelektroden gleichmäßig geheizt und nutzen sich nicht asymmetrisch ab.
[15] Die Vollbrücke wird bevorzugt so betrieben, dass sie in zwei Halbbrücken aufgeteilt ist, wobei während des Betriebes der Gasentladungslampe die erste Halbbrücke mit einer hochfrequenten Pulsweitenmodulierten Spannung angesteuert ist, und die zweite Halbbrücke mit einer niederfrequenten rechteckförmigen Spannung. Durch diese Betriebsweise kann mit einer Vollbrücke eine niederfrequente Wechselspannung und ein tiefsetzender Betrieb realisiert werden. Um eine geeignete Anregungsfrequenz für den Resonanzkreis zu generieren, werden beim Lampenstart beide Halbbrücken mit einer hochfrequenten Spannung angesteuert .
[16] Weitere vorteilhafte Weiterbildungen und Ausgestaltungen des elektronischen Betriebsgerätes für eine Gas- entladungslampe ergeben sich aus weiteren abhängigen Ansprüchen und aus der folgenden Beschreibung.
Kurze Beschreibung der Zeichnung (en)
[17] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der
Erfindung ergeben sich anhand der nachfolgenden Beschrei- bung von Ausführungsbeispielen sowie anhand der Zeichnun-
gen, in welchen gleiche oder funktionsgleiche Elemente mit identischen Bezugszeichen versehen sind. Dabei zeigen :
Fig. 1 ein schematisches Blockschaltbild eines elekt- ronischen Betriebsgerätes nach dem Stand der Technik,
Fig. 2 ein schematisches Blockschaltbild eines erfindungsgemäßen elektronischen Betriebsgerätes,
Fig. 3 ein schematisches Schaltbild eines erfindungsgemäßen Wechselrichters in einer ersten Ausführungsform.
Fig. 4 ein schematisches Schaltbild eines erfindungsgemäßen Wechselrichters in einer zweiten Ausführungsform.
Bevorzugte Ausführung der Erfindung
[18] Fig. 2 zeigt ein schematisches Blockschaltbild eines erfindungsgemäßen elektronischen Betriebsgerätes. Das erfindungsgemäße elektronische Betriebsgerät weist lediglich 2 Stufen auf. In der ersten Stufe, die den Gleichspannungswandler beinhaltet, wird die Eingangswechselspannung in eine Zwischenkreisspannung Uzκ von etwa 180V umgesetzt. Dazu weist der Gleichspannungswandler neben der Leistungsfaktorkorrektur eine tiefsetzende Funktion auf, da er z.B. die gleichgerichtete 220V-Wechselspannung von ~325V auf eine Zwischenkreisspannung Uzκ von ~180V herabsetzt .
[19] In der darauf folgenden 2. Stufe, die den Wechsel- richter beinhaltet, wird die Zwischenkreisspannung Uzκ in eine niederfrequente Wechselspannung umgewandelt. Eine
Halbbrücke der Wechselrichtervollbrücke arbeitet dabei als Tiefsetzsteller, der die Zwischenkreisspannung Uzκ
auf die im Betrag kleinere Lampenspannung heruntersetzt. Die andere Halbbrücke der Vollbrücke arbeitet dabei mit einer niederfrequenten Wechselspannung. So wird eine niederfrequente Wechselspannung erzeugt, die durch die tiefsetzende Halbbrücke auf den Betrag der Lampenspannung herabgesetzt wird. Da die Zwischenkreisspannung Uzκ schon recht niedrig ist, wird der Wechselrichter als Vollbrü- ckenanordnung aufgebaut.
[20] Ein schematisches Schaltbild der Vollbrückenanord- nung in einer ersten Ausführungsform ist in Fig. 3 gezeigt. Die Zwischenkreisspannung Uzκ, die hier als Eingangsspannung dient, wird von einem Zwischenkreiskonden- sator Cl gestützt. Eine erste Halbbrücke 110 weist die MOS-FETs Tl und T2 auf. Parallel zu den MOS-FETs ist jeweils eine Freilaufdiode geschaltet. Diese hat gegenüber den in den MOS-FETs verbauten Freilaufdioden bessere elektrische Eigenschaften. Diese sind bei dieser Halbbrücke 110 von Vorteil, da sie die tiefsetzende Funktion übernimmt und infolgedessen mit einer hohen Frequenz angesteuert wird. An den Mittelpunkt dieser Halbbrücke 110 ist eine Lampendrossel L angeschlossen, die gleichzeitig auch als Tiefsetzerdrossel dient. In Serie zur Lampendrossel L ist die Gasentladungslampe 5 geschaltet. Am anderen Ende dieser Serienschaltung ist die zweite Halbbrücke 120 mit ihrem Mittelpunkt angeschlossen. Die zweite Halbbrücke 120 weist die MOS-FETs T3 und T4 auf. Diese Transistoren sind für die Erzeugung der niederfrequenten Wechselspannung zuständig, die an die Gasentladungslampe 5 angelegt wird. Sie kehren also wie oben erwähnt in einem niederfrequenten Takt die Stromrichtung durch die Gasentladungslampe 5 um. Für diese Aufgabe sind
die in den MOS-FETs integrierten Freilaufdioden ausreichend. Aus diesem Grund sind den MOS-FETs der Halbbrücke 120 keine Freilaufdioden parallelgeschaltet.
[21] Ein Zündkondensator CL ist parallel zur Gasentla- dungslampe 5 geschaltet. Die tiefsetzende Halbbrücke 110 arbeitet bei der erfindungsgemäßen Schaltungsanordnung beim Hochlauf der Lampe und insbesondere bei hochgelaufener Lampe, d.h. wenn sich die Lampe im Nennbetriebspunkt befindet, im nichtlückenden Betrieb, bei dem die als Tiefsetzerdrossel fungierende Lampendrossel L in einem Zyklus nicht komplett entladen wird. Dies birgt den Nachteil von erhöhten Schaltverlusten, aber gleichzeitig den Vorteil eines signifikant kleineren Stromrippeis durch die verringerte Entladetiefe der Lampendrossel L. Durch diesen deutlich kleineren Stromrippel kann ein Filterkondensator komplett entfallen, der Kondensator dient damit nur noch als Zündkondensator für eine Resonanzzündung .
[22] Die vordergründig höheren Schaltverluste der erfin- dungsgemäßen Schaltungsanordnung werden durch das Gesamtkonzept minimiert. Durch die gegenüber dem Stand der Technik erheblich niedrigere Zwischenkreisspannung von lediglich 160V-250V, bevorzugt zwischen 160V und 230V, werden die Schaltverluste auf ein Minimum reduziert, so dass die erfindungsgemäße Schaltungsanordnung real kaum höhere Schaltverluste aufweist, als eine Schaltungsanordnung aus dem Stand der Technik. Dies kann sehr leicht folgendermaßen abgeschätzt werden: Die Schaltarbeit eines Transistors bei Entladung der wirksamen Schalterkapazität wird beschrieben durch: Wschait = ^C*U2. Da die Spannung hier quadratisch eingeht, sind die Verluste bei halber
Spannung nur ein Viertel der ursprünglichen Verluste. Geringe Schaltverluste erzeugen aber wenig Störungen, was wiederum die elektromagnetische Verträglichkeit verbessert .
[23] Die tiefsetzende Halbbrücke 110 arbeitet dabei vorzugsweise mit einer quadrantenselektiven Stromregelung, die die Lampenleistung während der positiven Halbwelle und während der negativen Halbwelle gleich groß hält. In einer ersten Variante wird dabei die Leistung zu jedem Betriebspunkt auf eine vorbestimmte Leistung geregelt. Dies erfordert eine schnelle Stromregelung, die die Pulsweitenmodulation in Abhängigkeit von der momentanen Lampenspannung regeln kann. In einer zweiten einfacheren Variante wird die Lampenleistung lediglich über eine gesamte Halbwelle geregelt, so dass eine einfachere langsamere Regelung verwendet werden kann, die kostengünstiger zu implementieren ist.
[24] Durch die vorteilhafte geringe Zwischenkreisspannung können als Freilaufdioden Typen mit entsprechend niedri- ger Sperrspannung verwendet werden, die bezüglich ihres elektrischen Verhaltens deutlich bessere Eigenschaften besitzen als höher sperrende Typen, die im Stand der Technik Verwendung finden müssen. Niedrigsperrende Diodentypen sind deutlich schneller und weisen ein wesent- lieh weicheres Recoveryverhalten auf, was wiederum die elektromagnetische Verträglichkeit weiter verbessert und den Nachteil des harten Schaltens umso mehr kompensiert. Für die Zwischenkreisspannung der erfindungsgemäßen Schaltungsanordnung sind auch Schottkydioden kommerziell erhältlich, die nochmals bessere Eigenschaften aufweisen
und die Vorteile des erfindungsgemäßen Designs weiter erhöhen .
[25] Um die Gasentladungslampe 5 zu zünden, wird die tiefsetzende Halbbrücke 110 mit der Resonanzfrequenz eines Resonanzkreises angeregt, der aus der Lampendrossel L und aus dem Filterkondensator CL besteht. Die am Filterkondensator CL anstehende Spannung schwingt dabei durch die Resonanz auf eine Höhe auf, die einen elektrischen Durchbruch im Gasentladungslampenbrenner der Gas- entladungslampe 5 zur Folge hat. Durch geschickte Steuerung der Ansteuerfrequenz der tiefsetzenden Halbbrücke 110 kann auch die Spannung an der Gasentladungslampe nach ihrem Zünden erhöht werden, um ein besseres Startverhalten der Gasentladungslampe zu erreichen. Sobald sich die Lampe in einem definierten Brennzustand befindet, wird die tiefsetzende Halbbrücke so gesteuert, dass sie die Stromregelnde Funktion ausübt und die Gasentladungslampe somit mit einer Leistungsregelung betrieben wird.
[26] Ein schematisches Schaltbild der Vollbrückenanord- nung in einer zweiten Ausführungsform ist in Fig. 4 gezeigt. Diese Ausführungsform ist ähnlich zur ersten Ausführungsform, es werden daher nur die Unterschiede zur ersten Ausführungsform erläutert. Die Vollbrücke der zweiten Ausführungsform weist anstelle des parallel zur Lampe geschalteten Zündkondensators CL eine Serienschaltung aus einem Resonanzkondensator CR und einem Schalter S auf. Diese Serienschaltung ist von einem Mittelabgriff der Lampen- oder Resonanzdrossel L, die als Spartransformator ausgeführt ist, auf die negative Eingangsspannung Uzκ geschaltet. Der Schalter S wird nun vor dem Beginn der Zündung geschlossen, so dass sich ein Strompfad und
damit ein Resonanzkreis aus der Lampendrossel L und dem Resonanzkondensator CR ergibt. Nach dem Zünden der Gasentladungslampe wird der Schalter noch für kurze Zeit im geschlossenen Zustand belassen, um eine höhere, durch die Resonanzüberhöhung erzeugte Übernahmespannung an die Gasentladungslampe anzulegen. Als Übernahme wird hier die Phase der Gasentladungslampe bezeichnet, bei der kurz nach dem elektrischen Durchbruch im Lampenbrenner die Brennspannung noch sehr niedrig ist, und die Elektroden noch sehr kalt sind. Durch die kalten Elektroden in der Übernahmephase benötigt die Gasentladungslampe sehr viel Spannung, um bei der nächsten Stromkommutierung nicht auszugehen. Wenn die Übernahmephase beendet ist, und die Elektroden der Gasentladungslampe eine genügend hohe Spannung aufweisen, wird der Schalter S geöffnet, und der Strompfad damit unterbrochen. Dies unterbricht ebenfalls den Resonanzkreis, woraufhin keine Spannungsüberhöhung mehr generiert wird, und die tiefsetzende Halbbrücke 110 die Eingangsspannung Uzκ direkt auf die Lampenspannung heruntersetzen kann. Der Schalter bleibt während des gesamten Hochlaufs, also der Zeit während der die Gasentladungslampe noch nicht mit ihrer nominellen Leistung betrieben wird, offen. Auch im Nennbetriebspunkt, bei dem die Lampe mit ihrer nominellen Leistung betrieben wird, bleibt der Schalter S offen, und wird erst nach einem Lampenverlöschen zur Zündung der Gasentladungslampe wieder geschlossen.
[27] Das erfindungsgemäße Betriebsgerät ist besonders geeignet zum Betrieb quecksilberfreier Hochdruckentla- dungslampen, da es gegenüber dem Stand der Technik wesentliche Vorteile bietet:
• Die Schaltfrequenz der Halbbrücke kann frei gewählt werden, da im nichtlückenden Betrieb hart geschaltet wird. Das ist ein wesentlicher Vorteil zum üblichen lückenden Betrieb, bei dem die Frequenz nicht frei ge- wählt werden kann, da sich die Frequenz aus der ZCS- Bedingung (Zero Current Switching) ergibt. Somit ist es mit der Topologie einfach möglich auf den niederfrequenten Rechteckstrom eine höhere Frequenz mit bestimmtem Modulationsgrad und gewünschter Frequenz aufzumodulieren . Diese Modulation wird bei Quecksilberfreien Hochdruckentladungslampen für die Bogenbe- gradigung genutzt.
• Quecksilberfreie Hochdruckentladungslampen haben eine geringe Brennspannung von etwa 40 bis 90V. Entspre- chend hoch ist der Strom. Daher ist die Topologie vorteilhaft, da weniger Verluste in den Niedervolt MOS- FETs anfallen als bei einer Schaltungstopologie nach dem Stand der Technik.
[28] Bei den geringen Brennspannungen von Quecksilber- freien Hochdruckentladungslampen kann die erste Stufe, die als Leistungsfaktorkorrekturschaltung arbeitet als reiner Tiefsetzer (Bück Converter) ausgeführt werden. Es ist somit keine Schaltungstopologie notwendig, die Hoch- und Tiefsetzen kann (Buck-Boost) . Das bringt Vorteile bei der Schaltungsanordnung und bei der Verlustleistung.
[29] Durch das erfindungsgemäße Betriebsgerät kann eine komplette Stufe zum Betrieb einer Gasentladungslampe entfallen, und die Kosten somit erheblich reduziert werden. Dadurch, dass die tiefsetzende Halbbrücke im nichtlückenden Modus betrieben wird und der Filterkonden-
sator sehr klein ausfallen kann, werden die Bauteilekosten für eine zusätzliche Zündstufe eingespart.