Verfahren zur Kalibrierung von Messgeräten
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Kalib- rierung mindestens eines Messgeräts, insbesondere eines Messgeräts zum Bestimmen von Stoffprobeneigenschaften, insbesondere Eigenschaften biologischer Stoffproben, welches eine Referenzmessung, eine Messung und eine Kalibrierung beinhaltet.
Um einheitliche Ergebnisse bei der Messung ein und derselben Stoffprobe zu erhalten, müssen Messgeräte vor ihrer Auslieferung an den Kunden derart kalibriert werden, dass die Messergebnisse identischer Stoffproben bei verschiedenen Messgeräten identisch sind. Eine Kalibrierung von Messgeräten vor der Auslieferung ist in der Regel nötig, da die Messgeräte im Ausgangszustand keine einheitlichen Messergebnisse liefern. Solche Abweichungen von Messergebnissen un- tereinander liegen in der unterschiedlichen Qualität,
der Einbauweise, der Elektronik und vielen weiteren Aspekten der Messgeräte verborgen und können zum größten Teil nicht vermieden werden.
Aus diesem Grunde existiert eine Vielzahl von Kalibrierungsmethoden, um die Messergebnisse zweier verschiedener baugleicher Messgeräte zu vereinheitlichen. Standards für die Kalibrierung von elektromagnetischen Feldsensoren und Sonden sind beispiels- weise in einem "IEEE Standard for Calibration" festgehalten.
Im Stand der Technik wird ein virtuelles oder reales, physikalisches Referenzmessgerät bzw. Standardmessge- rät zu Rate gezogen, an welches die zu kalibrierenden Messgeräte angeglichen werden. Dabei werden für gewöhnlich Stoffproben, deren Eigenschaften wohlbekannt sind, sowohl mit dem Standardmessgerät als auch mit dem zu kalibrierenden Messgerät gemessen und das Er- gebnis der beiden Geräte miteinander verglichen. Ein einfacher Fall einer Kalibrierung kann dabei durch einen Werte-Offset realisiert werden, bei welchem die Differenz zwischen den gemessenen Werten des zu kalibrierenden Messgeräts und des Standardmessgeräts ermittelt wird und der ermittelte Wert bei der Kalibrierung des zu kalibrierenden Messgeräts subtrahiert oder addiert wird.
Das oben angesprochene Verfahren zur Kalibrierung baut jedoch darauf, dass die zur Kalibrierung verwendete Stoffprobe dauerhaft verfügbar ist. Dies ist insbesondere bei vergänglichen Stoffproben, insbesondere bei biologischen Stoffproben, die einem Alte- rungsprozess unterliegen und von daher nicht dauer- haft verfügbar sind, schwierig. Auch ist es nicht möglich, zwei Stoffproben, insbesondere biologische
Stoffproben gleichen Typs zu verwenden, da die Eigenschaften der Stoffprobe von nahezu unzähligen Parametern abhängen und nicht alle Parameter einwandfrei kontrolliert werden können, d. h. eine Identität al- ler Eigenschaften der Stoffproben im Regelfall nicht gegeben ist. Von daher können bei derartigen Proben zwei verschiedene Geräte, beispielsweise das Referenzmessgerät und das zu kalibrierende Messgerät nicht mit demselben einheitlichen Probensatz kalib- riert werden.
Eine Möglichkeit diese Schwierigkeiten zu umgehen, ist die Verwendung eines Marsland Verfahrens bei der Kalibrierung der Messgeräte. Dabei wird die Permitti- vität einer Stoffprobe im Frequenzbereich vermessen und mit Hilfe bilinearer Abbildungen abgebildet, wobei zumindest drei Messproben verwendet werden. Einer der Nachteile des Verfahrens ist jedoch, dass die Messung der physikalischen Parameter im Frequenzbe- reich sehr aufwendig ist.
Um Messgeräte zum Bestimmen von Eigenschaften von Stoffproben, insbesondere biologischen Stoffproben oder Lebensmitteln, zu kalibrieren, sind die im Stand der Technik verwendeten Kalibrierungsverfahren daher nicht zufriedenstellend anwendbar.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren zum Kalibrieren von Messgeräten zu schaffen, welche auch zum Bestimmen von biologischen Stoffproben oder Lebensmitteln, geeignet sind, welches eine genaue und zufriedenstellende Kalibrierung liefert.
Die Aufgabe wird gelöst nach dem Verfahren des An- Spruchs 1. Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird zunächst eine Referenzmessung mindestens eines Kalib-
rierungsstandards mit einem Messgerät und mindestens einem Messsignal durchgeführt. Das Messsignal ist ein elektromagnetisches Signal wie z.B. ein ultra- breitbandiges Messsignal vom Bereich weniger kHz bis in den GHz Bereich der Mikrowellen. Mit Hilfe des
Messsignals und der Eigenschaften des Standardmessgeräts wird in Wechselwirkung mit dem Kalibrierungs- standard ein Referenzausgangssignal erhalten. Dieses liegt als transienter Verlauf mit diskreten Abtast- werten vor.
Anschließend wird eine Messung des mindestens einen bei der Referenzmessung verwendeten Kalibrierungs- standards mit mindestens einem zu kalibrierenden Messgerät und dem mindestens einen bei der Referenz - messung verwendeten Messsignal vorgenommen, wobei mindestens ein Messgeräteausgangssignal erhalten wird, welches von dem Messsignal, den Eigenschaften des Messgeräts und der Wechselwirkung mit dem Kalib- rierungsStandard abhängt. Dieses wird ebenfalls als transienter Verlauf mit diskreten Abtastwerten ermittelt.
Anschließend wird die Kalibrierung des zu kalibrie- renden Messgeräts vorgenommen, wobei das mindestens eine Messgeräteausgangssignal an das mindestens eine Referenzausgangssignal mittels eines Lernverfahrens angeglichen wird. Dabei ist das verwendete Lernverfahren vorzugsweise ein nichtlineares Lernverfahren, welches mit Hilfe von Trainingssequenzen, d. h. der Referenzausgangssignale trainiert wird.
Zunächst einmal besteht ein Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens darin, dass sämtliche Messgrößen im Zeitbereich ermittelt und ausgewertet werden. Auf diese Weise entfällt die zumeist verwendete Umrech-
nung der transienten Verläufe in den Frequenzbereich. Hierin liegen mehrere Vorteile. Zum einen ergibt sich eine Rechenzeitersparnis, da die Umrechnung vom Zeit- in den Frequenzbereich entfällt. Dies ist insbesonde- re bei der Kalibrierung einer Vielzahl von Messgeräten während der Herstellung der Messgeräte in Produktionsstraßen und bei tragbaren Messgeräten vorteilhaft, da z . B. tragbare Messgeräte aufgrund der Energieverbrauchsrestriktion eine kleinere Rechen- leistung besitzen. Neben der Rechenzeitersparnis werden jedoch auch die Ungenauigkeiten der numerischen Umrechnung vom Zeitbereich in den Frequenzbereich umgangen. Diese Umrechnung wird meistens mit der Methode des Fast Fourier Transform (FFT) vorgenommen. Da die aufgezeichneten Messsignale, Referenzausgangssignale und Messgeräteausgangssignale zumeist keine periodisch fortsetzbaren Zeitsignale bilden, muss das Spektrum bei einer Umrechnung in den Frequenzbereich aufbereitet werden. Die Aufbereitung ist oftmals mit einem Verlust der Genauigkeit der Signale verbunden.
Ganz allgemein kann gesagt werden, dass bei numerischen Transformationen von Daten durch die numerischen Einflüsse - und dies gilt insbesondere für die FFT - eine Verringerung der Genauigkeit unumgänglich ist.
Als Kalibrierungsstandards kommen beispielsweise wohlbekannte Eigenschaften wohlbekannter Stoffe in Frage. Unter wohlbekannten Stoffen sind hier bei- spielsweise Flüssigkeiten bekannter Zusammensetzung oder Feststoffe bekannter Zusammensetzung vorteilhaft. Zu den wohlbekannten Eigenschaften zählen beispielsweise die komplexe Permittivität der verwendeten Stoffproben. Wird beispielsweise als Kalibrie- rungsstandard die Permittivität eines Stoffes verwendet, so wird dies im Standard der Technik häufig im
Frequenzraum vorgenommen. Da es sich bei dem erfindungsgemäßen Verfahren jedoch bevorzugt um ein Verfahren zur Bestimmung von Qualitätsparametern wie Alter der Stoffprobe oder Qualität der Stoffprobe han- delt, wobei diese Parameter nichtlineare Kombinationen der physikalisch wirksamen Parameter sind, kann auf eine physikalisch exakte Analyse der Stoffprobe verzichtet werden. Einzig wichtig ist die spätere Aufgabe des zu kalibrierenden Messgeräts, dass es die zu bestimmende Stoffprobe in seiner Qualität korrekt bestimmen kann. Als zeitbereichsbasierte Verfahren zur Gewinnung der Referenzausgangssignale bzw. Mess- geräteausgangssignale sind beispielsweise die Zeitbe- reichsreflektometrie (TDR) und die Zeitbereichstrans- mittometrie („time domain based transmittivity" (TDT) ) geeignet.
Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens liegt darin, dass das mindestens eine Messgeräteaus - gangssignal mittels eines Lernverfahrens an das mindestens eine Referenzausgangssignal adaptiert wird. Die Referenzausgangssignale werden im Lernverfahren zum Adaptieren der Messgeräteausgangssignale verwendet. Dabei wird zunächst das mindestens eine Messge- räteausgangssignal mit dem Referenzausgangssignal verglichen und anschließend über ein Lernverfahren, auf welches an späterer Stelle noch eingegangen wird, zu einem adaptierten Messgeräteausgangssignal verarbeitet. Durch wiederholte Anwendung des Lernverfah- rens gleicht sich das adaptierte Messgeräteausgangssignal immer mehr an das Referenzausgangssignal an. Sobald die Abweichung zwischen dem Referenzausgangs - signal und dem adaptierten Messgeräteausgangssignal eine vorab definierte Toleranzschwelle unterschrei - tet, werden die erlernten Strukturen zum Erzeugen des adaptierten Messgeräteausgangssignals aus dem ur-
sprünglichen Messgeräteausgangssignal gespeichert und in das zu kalibrierende Messgerät integriert. Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren simuliert das zu kalibrierende Messgerät also mit Hilfe der im Lernverfah- ren erlernten Strukturen das Verhalten des Referenz - bzw. Standardmessgeräts.
Beim Referenzausgangssignal handelt es sich nicht um eine qualitative Beschreibung eines Zustands des Ka- librierungszustands, wie z.B. dem Alter, der Zusammensetzung oder der Häufigkeit des Einfrierens, sondern um eine qualitative Messung des Kalibrierungs- standards mittels des Referenzausgangssignals. Das gewonnene Messgeräteausgangssignal wird ebenfalls quantitativ ausgewertet. Beispielweise kann das Referenzausgangssignal ein TDR/TDT-Signal sein, welches noch keiner Messdatenverarbeitung zur Bestimmung der letztendlich gesuchten Stoffeigenschaften unterzogen wurde. Gleiches kann für das Messgeräteausgangssignal gelten, welches ebenfalls noch keine Aussage über die Stoffeigenschaften liefert.
Anschließend kommt es zu einer Adaptation des Messge- räteausgangssignals, so dass das zu kalibrierende Messgerät die Referenzausgangssignale bei gleichem Messsignal simuliert. Der Vergleich des transienten Verlaufs des Referenzausgangssignals und des Messge- räteausgangssignals erfolgt vorzugsweise maschinell ohne manuelle Zugabe von a priori Wissen.
Eine weitere Besonderheit des Referenzausgabesignals und des Messgeräteausgangssignal ist es, dass die Eigenschaften nicht nur in den einzelnen diskreten Abtastwerten an sich, sondern insbesondere auch in der zeitlichen Aufeinanderfolge der diskreten Abtastwerte kodiert sind. Dies bedeutet insbesondere, dass das
Messgeräteausgabesignal in seiner Gesamtheit, also einschließlich der zeitlichen Aufeinanderfolge der diskreten Abtastwerte an das Referenzausgangssignal angepasst wird. Für das Verfahren ist es nicht aus- reichend das Referenzausgabesignal in die einzelnen, zu verschiedenen Zeitpunkten aufgenommenen diskreten Abtastwerte zu zerlegen und diese jeweils voneinander unabhängig an die zu korrespondierenden Zeitpunkten aufgenommenen diskreten Abtastwerte des Messgeräte- ausgangssignals anzupassen, da hierdurch die in der zeitlichen Aufeinanderfolge des Signals kodierten Informationen verloren würden.
Beim Referenzausgangssignal bzw. Messgeräteausgangs- signal handelt es sich um ein Signal, welches als gemessenes Ergebnis einer aktiven Anregung der Stoffprobe durch das Messsignal ist. Somit beschreibt das Referenzausgangssignal bzw. das Messgeräteausgangs - signal eine Antwort der Stoffprobe auf das Messsig- nal, welches wiederum von dem Messgerät {Referenzmessgerät oder zu kalibrierenden Messgerät) selbst abhängig ist.
Es ist bevorzugt, wenn die Messkurve des Messgeräte- signals, welche aus einer Vielzahl von zu verschiedenen und aufeinander folgenden Zeitpunkten aufgenommenen Messwerten besteht, an die korrespondierende Messkurve des Referenzausgabegeräts angepasst wird bzw. das N-Tupel der Messkurve des Messgerätesignals an das N-Tupel der Messkurve des Referenzausgabesignals adaptiert oder angepasst wird.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den untergeordneten Ansprüchen beschrieben.
In einer Ausgestaltungsform des Verfahrens wird das Standardmessgerät weiterhin dazu verwendet, ein zeit- bereichsbasiertes Verfahren zur Bestimmung von Eigenschaften mindestens einer Stoffprobe, insbesondere mindestens einer biologischen Stoffprobe, durchzuführen. Bei einem derartigen zeitbereichsbasierten Verfahren kann beispielsweise das in der Druckschrift DE 10 2004 014 338 Al verwendete Verfahren angewandt werden. Das mit dem Standardmessgerät durchgeführte Verfahren zur Bestimmung von Eigenschaften mindestens einer Stoffprobe kann aufgrund der Kalibrierung der zu kalibrierenden Messgeräte an dem Standardmessgerät auch in den zu kalibrierenden Messgeräten eingesetzt werden. Dies ist von Vorteil, da die verwendete Stoffprobe, welche zur Bestimmung der Eigenschaften von allgemeinen Stoffproben verwendet wurde, nicht haltbar bzw. nicht dauerhaft haltbar ist. Bei einer derartigen Stoffprobe kann es beispielsweise um ein Lebensmittel handeln. Sobald das Verfahren zur Be- Stimmung von Stoffeigenschaften für das Standardmess- gerät bestimmt ist, kann es nach Kalibrierung der zu kalibrierenden Messgeräte auch in diesen eingesetzt werden. Auf diese Weise wird gewährleistet, dass zwei verschiedene, jedoch an demselben Standardmessgerät kalibrierte Messgeräte an verschiedenen Orten einheitliche Ergebnisse bei der Bestimmung von Stoff - eigenschaften liefern können, obwohl die zu kalibrierenden Messgeräte lediglich am Standardmessgerät und nicht an den Stoffproben ausgerichtet worden sind.
Als KaIibrierungsStandard können beispielsweise Polare Flüssigkeiten wie Alkohole (z.B. Methanol, Etha- nol, 1-Propanol) , destilliertes Wasser, isotonische Kochsalzlösungen oder reproduzierbare Mischungen hiervon eingesetzt werden. Weiterhin kann ein Kalib-
rierungsstandard ein Gemisch aus einer isotonischen Kochsalzlösung und Glycerin in jeweils unterschiedlichen Zusammensetzungen sein. Als simuliertes Fleisch kann eine Mischung aus einem Wasserbindemittel, PoIy- ethylen- Puder und isotonischer Kochsalzlösung als Kalibrierungsstandard eingesetzt werden.
Bei den zu untersuchenden biologischen Stoffproben handelt es sich insbesondere um Lebensmittel wie z.B. Fisch oder Fleisch.
Dabei ist es besonders vorteilhaft, wenn der mindestens eine KaIibrierungsStandard im Bereich, d. h. im Wertebereich der zu bestimmenden Eigenschaft der min- destens einen Stoffprobe liegt und/oder diese Eigenschaft umfasst . Da die Eigenschaften der zu vermessenden Stoffprobe oftmals nicht komplett vorliegen, jedoch einzelne Aspekte genau vermessen werden können, werden Kalibrierungsstandards gewählt, welche den bekannten Bereich der Stoffprobeneigenschaften der später zu untersuchenden Stoffprobe einschließen. Dies bedeutet beispielsweise, dass bei einem Lebensmittel, welches Wasser enthält, Wasser einen ersten Kalibrierungsstandard bildet und bei Vorhandensein einer fleischartigen Substanz diese einen zweiten Kalibrierungsstandard bildet. Allein durch die Auswahl der zwei vorhergehenden Kalibrierungsstandards ist offensichtlich, dass die Kalibrierungsstandards nicht unabhängig voneinander sind, sondern auch auf nicht- lineare Weise voneinander abhängig sein können, da
Fleisch auch Wasser enthält. Bei dem verwendeten Lernverfahren zur Kalibrierung der Messgeräte stellt dies kein Hindernis dar.
In einer weiteren Ausführungsform ist das Standardmessgerät ein physikalisches oder ein virtuelles
Messgerät. Unter einem physikalischen Messgerät ist ein Messgerät zu verstehen, welches nicht lediglich innerhalb einer Datenverarbeitungsanlage manifestiert ist. Insbesondere kann es beispielsweise baugleich mit dem zu kalibrierenden Messgerät sein. Dies hat den Vorteil, dass dieselben Komponenten wie bei den zu kalibrierenden Messgeräten eingesetzt werden. Von daher sind die Abweichungen zwischen dem Standardmessgerät und dem zu kalibrierenden Messgeräten oft- mals geringer. Die Baugleichheit ist jedoch keine
Notwendigkeit. Der Vorteil eines virtuellen Messgeräts, welches beispielsweise lediglich in Form einer Software in einer Datenverarbeitungsanlage gespeichert ist, liegt darin, dass es die Eigenschaften verschiedener Sonden bzw. Detektoren simulieren kann und verschiedene Messgeräte und Kalibrierungsstandards getestet werden können, um diese möglichst effizient gestalten zu können.
In einer weiteren Ausführungsform des Verfahrens ist das mindestens eine Messsignal ein elektromagnetisches Signal. Mit Hilfe eines elektromagnetischen Signals können beispielsweise die für die Messung von Stoffproben wichtigen Eigenschaften wie beispiels- weise die Permittivität gemessen werden. Die Messung dieser Eigenschaften kann besonders schnell und zuverlässig durchgeführt werden Das elektromagnetische Signal wechselwirkt mit dem mindestens einen Kalibrierungsstandard und führt zu einem Ausgangssignal, im Falle des Standardmessgeräts zu einem Referenzausgangssignal und im Falle eines zu kalibrierenden Messgeräts zu einem Messgeräteausgangssignal .
In einer weiteren Ausführungsform des Verfahrens weist das zu kalibrierende Messgerät eine elektromagnetische Sonde und/oder einen elektromagnetischen
Detektor auf; die Sonde beinhaltet vorzugsweise ein Koaxialkabel. Auch ist es möglich eine auf eine Leiterplatte aufgebrachte Schaltung mit einem inneren metallisierten Ring und einen diesen inneren Ring um- gebenden größeren äußeren metallisierten Ring zu verwenden. Zwischen dem inneren und dem äußeren Ring wird ein koaxiales Feld aufgebaut .
Die elektromagnetische Sonde dient zum Einleiten des Messsignals in den Kalibrierungsstandard, der Detektor dient zum Auslesen des aufgrund des mit dem Kalibrierungsstandard wechselwirkenden Messsignals erzeugten Ausgangssignals. Hierbei bieten sich Frequenzbereiche zwischen 0,05 und 15 Gigahertz, vor- zugsweise 0,05 und 8 Gigahertz, besonders vorzugsweise 0,08 und 5 Gigahertz, an. Mit den Sonden und Detektoren können Sprung- oder Impulsantworten, wobei die Impulsform ausschließlich durch die Amplituden des für das gestellte Messproblem benötigten Spekt- rums bestimmt wird, gemessen werden. Die Impulsform wird hierbei nicht durch den Zeitversatz bestimmt, so dass die Impulsform frei gewählt werden kann.
In einer weiteren Ausführungsform des Verfahrens ist das Lernverfahren ein nichtlineares Lernverfahren, insbesondere ein multivariates statistisches Verfahren oder ein Verfahren aus dem Bereich der künstlichen neuronalen Netze. Als Trainingssequenzen für die Lernverfahren der zu kalibrierenden Messgeräte werden die Referenzausgangssignale des Standardmessgeräts verwendet. Da es sich bei den Lernverfahren um nichtlineare Lernverfahren handelt, wird sichergestellt, dass das zu kalibrierende Messgerät nicht nur eine Optimierung des Messergebnisse entlang der ein- zelnen Kalibrierungsstandards erfährt, sondern auch über eine Vielzahl von KaIibrierungsStandards hinweg
verwendet werden kann, wobei mit dem Lernverfahren jeweils für ein zu kalibrierendes Messgerät individuelle erlernte Strukturen gefunden werden. Durch das Verwenden mehrerer Kalibrierungsstandards kann hier mittels eines einzigen Satzes von erlernten Strukturen eine bestmögliche Anpassung der Messausgangssignale hinsichtlich aller verwendeten Kalibrierungs- standards gefunden werden. Dies ist von großer Wichtigkeit, da die später durch die Messgeräte zu mes- sende Stoffprobe keine bloße lineare Kombination einzelner Kalibrierungsstandards darstellt, sondern eine aus einer nichtlinearen Kombination der einzelnen Kalibrierungsstandards bestehende Stoffprobe ist.
In einer bevorzugten Ausführungsform werden sowohl bei der Referenzmessung als auch bei der Messung des zu kalibrierenden Messgeräts eine Vielzahl von Kalibrierungsstandards und/oder eine Vielzahl von Messsignalen verwendet, um eine bessere nichtlineare Anpas- sung des zu kalibrierenden Messgeräts an das Standardmessgerät zu erreichen. Hierbei wird, wie bereits erwähnt, das Lernverfahren auf alle verwendeten Kalibrierungsstandards angewendet, wobei ein gemeinsamer Satz erlernter Strukturen gefunden wird. Hierbei müssen nicht sämtliche verwendeten Referenzausgangs - signale, welche über eine Vielzahl von Kalibrierungs- standards bzw. Messsignalen gewonnen worden sind, verwendet werden, sondern es kann eine Auswahl getroffen werden, welche Referenzausgangssignale für das Lernverfahren zu verwenden sind.
Das erfindungsgemäße Verfahren wird bevorzugt nicht lediglich zum Kalibrieren eines einzelnen Messgeräts eingesetzt, sondern zur Kalibrierung einer Vielzahl von Messgeräten. Auf diese Weise wird es möglich,
Messgeräte in großen Anzahlen herzustellen und ledig-
lieh mit einem individualisierten Satz erlernter Strukturen zu versehen, mit welchen die zu kalibrierenden Messgeräte die Ausgangssignale des Standard- messgeräts simulieren können.
In der hier vorliegenden Anmeldung ist unter "Vielzahl" eine Menge von zwei oder mehr zu verstehen. "Mehrzahl" bedeutet, dass es sich ebenfalls um eine Menge von zwei oder mehr handelt, jedoch ist "Mehr- zahl" für den Zweck der vorliegenden Anmeldung als eine kleinere Menge als "Vielzahl" bezeichnend definiert .
Im Folgenden soll die Erfindung anhand einiger Aus- führungsbeispiele genauer beschrieben werden. Es zeigen:
Fig. 1 schematisches Ablaufdiagramm eines
Verfahrens, Fign. 2a,b,c schematische Übersicht über einzelne
Verfahrensschritte ,
Fign. 3a-d schematische Darstellung der verwendeten Signale,
Fig. 4 schematische Übersicht über ein Ver- fahren zur Bestimmung der Eigenschaften von Stoffproben,
Fign. 5a, b Ausführungsbeispiele von Sonden zum Durchführen des Verfahrens .
Anhand von Fig. 1 soll das Verfahren zur Kalibrierung mindestens eines Messgeräts in seinem Ablauf erläutert werden.
Zunächst wird die Referenzmessung 10 durchgeführt. Hierbei wird in einem Referenzmessgerät 11 ein Messsignal 12 erzeugt, wobei das Messsignal 12 mit einem
Kalibrierungsstandard 13 wechselwirkt und ein Referenzausgangssignal 14 bewirkt. Dabei liegen sowohl das Messsignal 12 als auch das Referenzausgangssignal 14 als zeitbereichsbasierte Signale vor.
Anschließend an die Referenzmessung 10 wird eine Messung 20 mit einem zu kalibrierenden Messgerät 21 durchgeführt. Hierbei wird das ursprünglich verwendete Messsignal 12 auf den ursprünglich verwendeten Ka- librierungsstandard 13 angewendet, wodurch ein Mess- geräteausgangssignal 24 in dem Messgerät 21 empfangen wird. Das Messgeräteausgangssignal 24 weist dabei Unterschiede zu dem Referenzausgangssignal 14 auf.
An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass das im zu kalibrierenden Messgerät verwendete Messsignal zur Messung eines Kalibrierungsstandards, bevor es mit dem Kalibrierungsstandard wechselwirkt, nicht zwangsweise mit dem Messsignal des Referenzmessgerätes i- dentisch sein muss, obwohl hier beide Messsignale das gleiche Bezugszeichen aufweisen. Durch die Verwendung eines einheitlichen Bezugszeichens soll lediglich zum Ausdruck gebracht werden, dass bei beiden Geräten dieselbe Impulsform eingestellt wird.
Streng genommen sind die ausgesendeten Messsignale aufgrund beispielsweise unterschiedlicher Bauteile nicht identisch. Wird beispielsweise das Messsignal des zu kalibrierenden Messgeräts mit einem analogen Pulsgenerator erzeugt, ist das generierte Messsignal aufgrund unterschiedlicher Ausführungen der Bauteile bereits unterschiedlich zum Messsignal des Referenzmessgeräts, auch wenn die Einstellungen zur Generierung des Messsignals im zu kalibrierenden Messgerät mit den Einstellungen zur Generierung des Messsignals des Referenzmessgeräts identisch sind. Für den Anwen-
der des Verfahrens ist dies jedoch nicht von Belang, da die ausgesendeten Messsignale bereits Teil der „Black Box" sind, d.h. mit in das Kalibrierungsverfahren einfließen, da die leicht unterschiedlichen Messsignale auch zu unterschiedlichen AusgangsSignalen führen, und die Ausgangssignale des zu kalibrierenden Messgerätes an die Referenzausgangssignale angeglichen werden. Anders ausgedrückt, für das erfindungsgemäße Verfahren ist es unwichtig an welcher Stelle der Messkette die Unterschiede der Signale auftreten, da lediglich die Ausgangssignale als Endergebnisse der Messkette miteinander verglichen werden.
Alternativ könnten die Messsignale des zu kalibrierenden Messgerätes mit einem anderen Bezugszeichen als 12 versehen werden, um auszudrücken, dass die verwendeten Messsignale nicht identisch sein müssen. Der Einfachheit halber wird bei den weiteren Ausfüh- rungsbeispielen jedoch das Messsignal einheitlich mit der Bezugszeichenfamilie 12 verwendet, wobei die Ausführungen des vorhergehenden Abschnittes für die Erfindung weiterhin gültig sind.
Mit Hilfe einer Kalibrierung 30 wird ein adaptiertes Messgeräteausgangssignal 25 erzeugt, welches mit dem Referenzausgangssignal 14 verglichen wird und iterativ adaptiert wird, bis die erlernten Strukturen zur Filterung des Messgeräteausgangssignals 24 ein adap- tiertes Messgeräteausgangssignal 25 erzeugen, welches sich innerhalb eines vorgegebenen geringen Toleranz - bereiches des Referenzausgangssignals 14 bewegt. Auf diese Weise wird bei einer späteren Messung mit dem nun kalibrierten Messgerät 21 das Messsignal 12 bei einem Kalibrierungsstandard 13 das adaptierte Messgeräteausgangssignal 25 ausgeben, so dass das Messgerät
21 und das Standardinessgerät 11 nahezu identische Messergebnisse liefern. Die Kalibrierung 30 wird dabei für jedes zu kalibrierende Messgerät individuell vorgenommen, da das Messgeräteausgangssignal 24 für verschiedene zu kalibrierende Messgeräte unterschiedlich sein kann.
In den Fign. 2a-c wird eine alternative Ausführungsform des Verfahrens erläutert. Vorzugsweise wird das Verfahren mit einer Vielzahl von Kalibrierungsstandards 13, 13', 13 ' ■ und 13 ' ' ' verwendet, wobei eine Vielzahl weitaus mehr als eine Menge von nur vier Kalibrierungsstandards sein kann. In der Fig. 2a werden mit Hilfe des Referenzmessgeräts 11 und einem Mess- signal 12 über die verschiedenen Kalibrierungsstandards nacheinander verschiedene Referenzausgangssignale 14, 14', 14" und 14 ' ' • ermittelt. Alternativ können auch verschiedene Messsignale auf einen einzigen Kalibrierungsstandard bzw. verschiedene Messsig- nale auf verschiedene Kalibrierungsstandards angewendet werden.
In der Fig. 2b ist die analoge Messung des mindestens einen zu kalibrierenden Messgeräts dargestellt. Hier- bei werden mit Hilfe des Messsignals 12 und der Kalibrierungsstandards 13, 13', 13 ' ■ und 13 ' ' ' Messge- räteausgangssignale 24, 24', 24 ' ' , 24 ' ' ' erzeugt.
In der Fig. 2c wird die Kalibrierung anhand einer Vielzahl von Messgeräteausgangssignalen beschrieben. Die Messgeräteausgangssignale 24, 24', 24 ' ■ und 24 ' ' • werden mit Hilfe eines Lernverfahrens 31 zu adaptierten Messgeräteausgangssignalen 25, 25 ', 25 ' ' , 25' ' ' modifiziert. Das adaptierte Messgeräteausgangssignal 25 wird mit dem Referenzausgabesignal 14 verglichen. Über den Vergleich 310 der beiden Signale werden über
eine Rückkopplung 311 die erlernten bzw. anfangs noch zu erlernenden Strukturen zum Adaptieren des Messge- räteausgangssignals 24 hin zum adaptierten Messgerä- teausgangssignal 25 hin modifiziert. Durch eine ite- rative Modifizierung wird nach einer gewissen Anzahl von Rückkopplungslaufen das adaptierte Messgeräteaus - gangssignal 25 dem Referenzausgangssignal 14 immer ähnlicher. Da das Lernverfahren und die damit verbundenen erlernten Strukturen zum Generieren des adap- tierten Messgeräteausgangssignals aus dem Messgeräte- ausgangssignal für alle Messgeräteausgangssignale 24, 24 ', 24 ' ' und 24 ' ' ' verwendet wird, werden die mittels des Lernverfahrens 31 erlernten Strukturen nicht nur für spezielle Messgeräteausgangssignale erlernt, sondern aus einer Kombination sämtlicher Messgeräteausgangssignale und der damit verbundenen Referenz- ausgangssignale bewirkt. Es wird also nicht die Optimierung eines einzelnen adaptierten Messgeräteausgangssignals bewirkt, sondern die zeitgleiche Opti- mierung sämtlicher adaptierter Messgeräteausgangssignale.
Bei dem Lernverfahren 31 handelt es sich um ein künstliches neuronales Netz, bei welchem die erlern- ten Strukturen in der Gewichtungsmatrix zwischen den verschiedenen Neuronenschichten gegeben sind. Bei der Rückkopplung 311, 311', 311", 311'" werden die Gewichtungsmatrizen in ihren Einträgen modifiziert, wobei die Regeln zur Modifikation beispielsweise exzi- tatorische oder inhibitorische synaptische Regeln sein können.
Alternativ hierzu wäre auch ein multivariates statistisches Verfahren als Lernverfahren denkbar, bei wel- ehern die erlernten Strukturen über eine multivariate Regression über die Vielzahl der Durchläufe ermittelt
werden würde. Das Erlernen von Strukturen im Rahmen einer multivariaten statistischen Regression bzw. im Rahmen von künstlichen neuronalen Netzwerken ist in der Literatur hinreichend bekannt.
Nachdem mittels des Lernverfahrens 31 Strukturen erlernt worden sind, so dass sämtliche verwendeten Messgeräteausgangssignale zu adaptierten Messgeräte- ausgangssignalen transformiert werden, wobei sich die adaptierten Messgeräteausgangssignale nur unwesentlich von den Referenzausgangssignalen unterscheiden, werden die erlernten Strukturen in dem zu kalibrierenden Messgerät 21 abgespeichert. Hiernach ist die Kalibrierung des Messgeräts abgeschlossen. Bei der Kalibrierung einer Vielzahl von Messgeräten wird für jedes einzelne Messgerät eine individuelle Kalibrierung vorgenommen. Dies bedeutet insbesondere, dass sich die Messgeräte, auch wenn baugleich, anhand der erlernten Strukturen unterscheiden. Die adaptierten Messgeräteausgangssignale der unterschiedlichen Messgeräte bewegen sich alle innerhalb eines vorgegebenen Toleranzbereiches um die Referenzausgangssignale 14 - 141 1V
In den Fign. 3a-d sind die Zeitverläufe der relevanten Signale schematisch dargestellt. Die Fig. 3a zeigt ein Messsignal 12, welches aus einer Vielzahl von diskreten Abtastwerten 120, 121 besteht, welche jeweils ein Sampling- Intervall der Länge Δt aufwei- sen. Die Dauer des gesamten Messsignals ist das Intervall T. Wird beispielsweise als Messsignal ein e- lektromagnetisches Signal verwendet, so könnte der Inhalt der einzelnen diskreten Abtastwerte die Stärke und Richtung des E-FeId- bzw. B-Feld-Vektors des e- lektromagnetischen Signals oder die skaleren Span-
nungswerte sein. Das Messsignal wird hierbei als Vektor s(t) begriffen.
In der Fig. 3b wird ein aus einer Wechselwirkung zwi- sehen dem Messsignal 12 und einem Kalibrierungsstandard gewonnenes Referenzausgangssignal 14 dargestellt. Dieses weist ebenfalls diskrete Abtastwerte 140, 141 auf, welche in einem Sampling- Intervall von Δt aufeinander folgen. Die Dauer des Referenzaus- gangssignals ist wie im Falle des Messsignals 12 gleich T. Das Referenzausgangssignal ist hierbei abhängig sowohl vom Messsignal s als auch vom Kalibrierungsstandard K, d. h. r(s,K) .
In der Fig. 3c ist das Messgeräteausgangssignal 24 ebenso mit diskreten Abtastwerten 240, 241 in einem Sampling- Intervall von Δt über eine Dauer von T dargestellt. Analog zum Referenzausgangssignal ist das Messausgangssignal vom Messsignal s und Kalibrie- rungsStandard K, d. h. f(s,K) .
In der Fig. 3d wird das adaptierte Messgeräteausgangssignal 25 mit den diskreten Abtastwerten 250 und 251 dargestellt. Dieses ist ebenfalls vom Messsignal und Kalibrierungsstandard abhängig, d. h. h(s,K) .
Wird als Lernverfahren 31 ein künstliches neuronales Netz eingesetzt, so kann die Beziehung zwischen f(s,K) und h(s,K) mit Hilfe der Gleichung h(s,K) = h(N,f(s,K)) genauer bestimmt werden. Die Eigen- Schäften des neuronalen Netzes werden durch das Netz
N bestimmt. Das Netz N wird durch die Architektur, die Art der verwendeten Aktivierungsfunktion der Neuronen, die Anzahl der Neuronen und die Gewichtungs- matrix w bestimmt. Hierbei umfasst w die Verbin- dungsstärken der einzelnen Neuronen bzw. Neuronen- schichten untereinander.
Anhand des Lernverfahrens werden die einzelnen Einträge der Gewichtungsmatrix w adaptiert, so dass nach einer Vielzahl von Durchläufen das adaptierte Messgeräteausgangssignal h im Wesentlichen dem Referenzausgabesignal r plus einem Toleranzbereich entspricht, d. h. h{s, K) « r(s, K) + Δ . Aus der Gewichtungs- matrix an sich ist noch nicht ersichtlich, wie viele Schichten von Neuronen das neuronale Netz aufweist. Es können lediglich zwei sichtbare Eingangs- und Ausgangsschichten als auch eine Vielzahl von versteckten Schichten vorhanden sein. Als Aktivierungsfunktionen können beispielsweise Sprungfunktionen oder inverse Tangensfunktionen verwendet werden. Auch eine Adapta- tion der Aktivierungsfunktion kann im Verfahren verwendet werden.
Anhand der Fig. 4 soll kurz auf ein Verfahren zur Bestimmung von Stoffeigenschaften wie in der DE 10 2004 014 338 Al beschrieben eingegangen werden. Das Verfahren 100 weist ein Messsignal 101 auf, welches mit der Stoffprobe 102 wechselwirkt. Das aufgrund der Wechselwirkung geänderte Messausgangssignal 103 wird in einem Schritt 104 adaptiert, wobei vorhandenes Wissen 105 in Form von Kenntnis über Qualität und Alter beispielsweise eines Lebensmittels vorhanden ist und in dem Lernverfahren 106 zum Einsatz kommt. Mit Hilfe des Vorwissens wird das Messausgangssignal derart adaptiert, dass mit Hilfe der Kalibrierungsglei- chung ein Messergebnis 108 erreicht wird, welches im Wesentlichen dieselben Ergebnisse liefert wie das vorhandene auf anderem Wege erlangte Wissen 105. Das Verfahren 100 kann mit Hilfe eines Standardmessgeräts und einer einzelnen verderblichen Probe durchgeführt werden. Wenn die zu kalibrierenden Messgeräte an diesem Standardmessgerät ausgerichtet werden, können
diese auch mittels eines Verfahrens der Fig. 1 oder 2 das mit dem Standardmessgerät ermittelte Verfahren zur Bestimmung der Eigenschaften von Stoffproben verwenden. Auf diese Weise muss die aufwendige Kalibrie- rung mit Hilfe einer Stoffprobe bzw. die möglicherweise nicht wiederholbare Kalibrierung mit einer verderblichen Stoffprobe lediglich einmal durchgeführt werden und kann anschließend aufgrund der Kalibrierung der zu kalibrierenden Messgeräte in diesen über- nommen werden.
In der Fig. 5a ist ein elektromagnetisches Messgerät 200 mit einer Sondendetektoreinheit 221 und einem Koaxialkabel 211 sowie einer verderblichen Stoffprobe 203 dargestellt. In der Sondendetektoreinheit 221 wird ein Messsignal 122 generiert und durch das Koaxialkabel 211 auf die Stoffprobe 203 übertragen. Durch die Wechselwirkung zwischen der Stoffprobe 203 und dem Messsignal 122 wird ein Messgeräteausgangs- signal 242 erzeugt. Dieses wird in der Sondendetektoreinheit 221 analysiert und hieraus eine Aussage über die Qualität oder Beschaffenheit der Stoffprobe 203 ausgegeben. Im Falle, dass es sich um ein zu kalibrierendes Messgerät handelt, kann die Stoffprobe 203 beispielsweise eine Flüssigkeit oder ein Medium von einfach reproduzierbarer physikalischer Beschaffenheit sein, wobei der gemessene physikalische Parameter in der später im Betrieb des Messgeräts zu analysierenden Stoffprobe vorhanden ist oder diesem äh- nelt. Anhand der Kalibrierung des zu kalibrierenden Messgeräts mit Hilfe des Lernverfahrens wird das Messgeräteausgangssignal adaptiert, so dass es im Wesentlichen die Ausgangssignale des Standardmessgeräts reproduzieren kann. Bei einem bereits fertig kalib- rierten und mit einem Verfahren zur Bestimmung von Eigenschaften von Stoffproben versehenen Messgerät
ist zunächst die Kalibrierung des Messgeräts am Standardmessgerät vorgenommen worden und anschließend das mit Hilfe des Standardmessgeräts ermittelte Verfahren zum Bestimmen der Eigenschaften von Stoffproben ein- gefügt worden.
In der Fig. 5b ist eine alternative Anordnung eines Messgeräts 200' dargestellt, wobei dieses eine Sonde 210 sowie ein Koaxialkabel 211 und einen getrennten Detektor 220 aufweist. Hierbei wird ein Messsignal
123 durch die Stoffprobe 203 geschickt, wobei im Detektor 220 ein Messgeräteausgangssignal 243 registriert wird. Anschließend wird das Messgeräteausgangssignal analog wie in Fig. 5a bearbeitet. Bei dem in der Fig. 5a dargestellten Verfahren handelt es sich um die TDR, bei der Fig. 5b um die TDT.
Nachfolgend sei ein konkretes Beispiel eines Messsignals und der verwendeten Kalibrierungsstandards auf- geführt. Als Messsignal wird ein Sprungsignal mit einer Anstiegszeit von ca. 100 ps verwendet. Andere Anstiegszeiten könnten zwischen 20 ps (entspricht einer 50 GHz Frequenz) und 10 ns (entspricht einer 0,1 GHz Frequenz) liegen. Die Gesamtlänge des gemessenen Refe- renzausgangssignal oder Messgeräteausgangssignal beträgt zwischen 1 ns und 5 ns, vorzugsweise zwischen 2 ns und 3 ns . Dieses Ausgangssignal wird mit einer Abtastweite von 10 ps abgetastet und zu diskreten, jedoch zusammenhängenden Messwerten aufbereitet .
Die Kalibrierung wird beispielhaft mit 5 unterschiedlichen Kalibrierungsstandards durchgeführt. Die Kalibrierungsstandards sind z.B. ein Alkohol, destilliertes Wasser, 2 unterschiedliche Mischungen aus Glycerin und isotonischer Kochsalzlösung, sowie einem simulierten Fleisch wie vorhergehend beschrieben.
Diese Kalibrierungsstandards werden sowohl mit dem Referenzmessgerät und mit dem zu kalibrierenden Messgerät jeweils als Sprungantwort auf ein am jeweiligen Messgerät eingestelltes Messsignal, wie beispielswei- se im vorhergehenden Abschnitt beschrieben, gemessen.
Anschließend werden die gemessenen Sprungantworten des zu kalibrierenden Messgeräts mit Hilfe eines neuronalen Netzes an die als Trainingsset vorliegenden Sprungantworten des Referenzmessgeräts angepasst, so dass das zu kalibrierende Messgerät ein bei gleich eingestellten Messsignal dem Referenzausgangssignal gleichendes Messgeräteausgangssignal liefert.
Anschließend kann ein mittels des Referenzmessgeräts trainiertes Verfahren zur qualitativen Frische- Messung von Fischen direkt auf dem kalibrierten Messgerät verwendet werden.
Für das Verfahren zur Frische-Messung, welches ausschließlich und vorzugsweise einmalig auf dem Referenzmessgerät kalibriert bzw. trainiert wird, werden ca. 50 bis 100 Fische mit unterschiedlichen, jedoch als a priori Wissen bekannten, Stoffeigenschaften wie dem Alter oder der Anzahl der Gefriervorgänge, durchgeführt. Im kalibrierten Messgerät wird das Messgeräteausgangssignal zunächst dem quantitativen ermittelten Verfahren zur Anpassung an das Referenzausgangs - signal unterworfen und anschließend mit dem qualita- tiven Verfahren zur Frische -Messung weiterverarbeitet und eine quantitative Aussage über den Frischegrad eines Fisches zu erhalten.
Bezugszeichenliste :
10 Referenzmessung
11 Referenzmessgerät
12,12' , 12' ' , 12' ' ' Messsignal
13,13' , 13' ' ,13' ' ' KalibrierungsStandard
14,14' , 14' ' , 14' ' ' Referenzausgangssignal
20 Messung
21,200, 200' Messgerät
24,24' , 24' ' ,24' ' ' Messgeräteausgangssignal
25,25' , 25' ' ,25' ' ' adaptiertes Messgeräteausgangssignal
30 Kalibrierung
31 Lernverfahren
100 Verfahren zur Messung von
Stoffproben
101 Messsignal
102 Wechselwirkung mit Stoffprobe
103 Messausgangssignal
104 Adaption
105 vorhandenes oder a priori
Wissen
106 Lernverfahren
107 Kalibrierungsgleichung
108 Messergebnis
120,121,140,141,240,241,250,251 diskrete Abtastwerte 122,123 Messsignal
203 Stoffprobe
210 Sonde
211 Koaxialkabel 220 Detektor 221 Sonde-Detektor-Einheit
242,243 Ausgangssignal
310,310' , 310' ' ,310' '' Abgleich
311,311',311'',3H''' Adaption
Δt Sampling- Intervall
T Dauer