M a s s e n s p e i c h e r k a r t e
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur direkten Datenkommunikation einer Massenspeicherkarte mit einer NFC-Einrichtung eines mobi- len Endgeräts, beispielsweise eines Mobilfunkendgeräts, sowie eine entsprechende Massenspeicherkarte.
Aktuelle Mobilfunkendgeräte, Handhelds und dergleichen sind vielfach mit einer NFC-Einrichtung ("Near Field Communication") zum kontaktlosen Austausch von Daten im Nahbereich ausgestattet. Über einen solchen Datenaustausch können verschiedene Transaktionen vorgenommen werden, beispielsweise Bezahlvorgänge im öffentlichen Personennahverkehr und dergleichen. Auch ein einfaches Laden und Installieren von neuen Applikationen kann mittels NFC vorgenommen werden.
Da das NFC-KommunikationsprotokoU (Spezifikationen NFCIP-I und NFCIP-2 nach dem Standard ECMA-340 und ECMA-352) an sich keine Sicherheitsfunktionalitäten bereitstellt, ist es wünschenswert, Daten und Applikationen in Verbindung mit einer NFC-Kommunikation auf einem siche- ren Speichermedium zu speichern. Solche Daten können beispielsweise Guthaben einer elektronischen Geldbörse oder elektronische Tickets für eine Veranstaltung sein. Als sicheres Speichermedium eignet sich z.B. eine Massenspeicherkarte mit Sicherheitsfunktionalitäten, z.B. eine SD-Karte ("Secure Digital Memory Card") oder dergleichen.
Eine direkte Kommunikation zwischen einer NFC-Einrichtung eines mobilen Endgeräts und einer solchen Massenspeicherkarte ist aus Performancegründen wünschenswert, jedoch nach dem Stand der Technik nur sehr eingeschränkt möglich. Zum einen unterstützen die meisten NFC-Einrichtungen in der Regel das jeweilige Kommunikationsprotokoll der Massenspeicherkarte nicht, mittels dessen die Karte über ihre Endgeräteschnittstelle direkt mit
einem Prozessor des Endgeräts kommunizieren kann. Zum anderen sieht die Endgeräteschnittstelle der Massenspeicherkarte und der entsprechende Einsteckschacht in dem Endgerät in der Regel physikalisch nur eine direkte Verbindung der Massenspeicherkarte zu dem Prozessor vor, nicht aber zu einer weiteren Einheit in dem Endgerät, wie beispielsweise der NFC-
Einrichtung. Unter diesen Bedingungen kann eine Kommunikation zwischen der Massenspeicherkarte und der NFC-Einrichtung nur über den Umweg über den Prozessor verlaufen, was mit einem zum Teil erheblichen Zeitverlust und Ressourcenverbrauch verbunden ist.
Eine spezielle Massenspeicherkarte der Firma SanDisc und ein dazugehöriger Einsteckschacht sind bekannt, welche eine direkte Kommunikation zwischen der Massenspeicherkarte und der NFC-Einrichtung erlauben. Dazu umfasst die Massenspeicherkarte im Vergleich zu einer herkömmlichen Mas- senspeicherkarte zwei zusätzliche Anschlüsse, die die Schnittstelle über den Standard hinausgehend erweitern. Die Datenkommunikation zwischen der Massenspeicherkarte und der NFC-Einrichtung verläuft hierbei mittels eines proprietären Kommunikationsprotokolls, des ursprünglich von der Firma Philips entwickelten so genannten S2C-PrOtOkOlIs, welches von der Massen- speicherkarte und der entsprechend eingerichteten NFC-Einrichtung unterstützt wird.
Zur direkten Datenkommunikation zwischen einer SIM-Mobilfunkkarte und einer NFC-Einrichtung eines Mobilfunkendgeräts schlägt die EP 1 612985 Al ein Kommunikationsprotokoll vor, welches eine bidirektionale Kommunikation in Duplex-Betriebsweise auf einer Leitung über einen Anschluss der SIM-Mobilfunkkarte ermöglicht, das so genannte Single-Wire-Protokoll (SWP). Auf diese Weise kann eine Datenkommunikation zwischen der SIM-
Mobilfunkkarte und der NFC-Einrichtung über einen einzelnen unbelegten Anschluss der Schnittstelle der SIM-Mobilfunkkarte durchgeführt werden.
Es ist demnach die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Datenkom- munikation zwischen einer Massenspeicherkarte und einer NFC-Einrichtung eines mobilen Endgeräts auf einfache Weise zu ermöglichen.
Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren und eine Massenspeicherkarte mit den Merkmalen der unabhängigen Ansprüche gelöst. Vorteilhafte Ausgestal- tungen und Weiterbildungen sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
Ein Verfahren zur Datenkommunikation zwischen einer Massenspeicherkarte und einer NFC-Einrichtung eines mobilen Endgeräts umfasst dabei die Schritte des Aufbauens einer direkten Datenkommunikationsverbindung zwischen der Massenspeicherkarte und der NFC-Einrichtung über eine NFC- Einrichtungsschnittstelle der Massenspeicherkarte und des Durchführens einer Datenkommunikation zwischen der Massenspeicherkarte und der NFC-Einrichtung über die somit aufgebaute direkte Datenkommunikations- Verbindung. Erfindungsgemäß wird die Datenkommunikation gemäß einem Eindrahtprotokoll, welches im Folgenden als Single-Wire-Protokoll bezeichnet wird, durchgeführt.
Eine erfindungsgemäße Massenspeicherkarte umfasst eine Endgeräteschnitt- stelle zur Verbindung der Massenspeicherkarte mit dem mobilen Endgerät, die NFC-Einrichtungsschnittstelle zum Aufbauen der direkten Datenkommunikationsverbindung zu der NFC-Einrichtung des mobilen Endgeräts sowie eine NFC-Kommunikationseinrichtung zur Durchführung der Datenkommunikation mit der NFC-Einrichtung des mobilen Endgeräts über die
direkte Datenkommunikationsverbindung. Die NFC-Kommunikations- einrichtung unterstützt das Single-Wire-Protokoll und ist eingerichtet, die Datenkommunikation mit der NFC-Einrichtung des mobilen Endgeräts gemäß dem Single-Wire-Protokoll durchzuführen.
Auf diese Weise wird eine einfache und direkte Datenkommunikation zwischen der Massenspeicherkarte und der NFC-Einrichtung des mobilen Endgeräts ermöglicht. Ein Umweg der Datenkommunikation über einen Prozessor des Endgeräts ist nicht notwendig, wodurch die Datenkommunikation schnell und effektiv durchgeführt werden kann. Anstelle eines proprietären Kommunikationsprotokolls wird das bereits standardisierte Single-Wire- Protokoll (SWP) verwendet, welches zur Datenkommunikation lediglich einen Anschluss der Massenspeicherkarte benötigt. Es eignet sich daher besonders gut, zusammen mit anderen Kommunikationsprotokollen auf einer Schnittstelle eingesetzt zu werden, da bereits ein Anschluss der Schnittstelle, der durch ein anderes Kommunikationsprotokoll nicht belegt ist, für das Single-Wire-Protokoll zur Datenkommunikation ausreicht. Hersteller entsprechender Massenspeicherkarten und mobiler Endgeräte mit NFC- Einrichtung können somit unabhängig voneinander unter Beachtung dieses öffentlich zugänglichen Protokolls und der darin definierten Schnittstelle ihre jeweiligen Produkte weiterentwickeln. Die Verwendung des Single- Wire-Protokolls ermöglicht es zudem, gegebenenfalls bereits vorhandene Schnittstellen der Massenspeicherkarte unverändert weiter zu verwenden oder durch geringfügige Änderungen anzupassen.
Dazu kann die NFC-Einrichtungsschnittstelle einen Anschluss einer solchen vorhandenen Schnittstelle für eine Datenkommunikation gemäß dem Single- Wire-Protokoll verwenden, falls dieser Anschluss dauerhaft oder zumindest temporär nicht belegt ist oder zumindest entsprechend umgewidmet werden
kann. Diese Schnittstelle der Massenspeicherkarte kann dann unverändert auch als NFC-Einrichtungsschnittstelle verwendet werden. Ist ein solcher Anschluss nicht verfügbar, so reicht ein einziger weiterer Anschluss auf der Massenspeicherkarte aus, um die Datenkommunikation gemäß dem Single- Wire-Protokoll durchzuführen. Auf einen weiteren zweiten neuen Anschluss, wie er z.B. zum Ermöglichen einer Datenkommunikation gemäß dem S2C-PrOtOkOlI benötigt wird, kann verzichtet werden. Dadurch bleibt die NFC-Einrichtungsschnittstelle der Massenspeicherkarte einfach und der Änderungsbedarf ausgehend von derzeitigen Schnittstellen ist allenfalls ge- ring-
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform wird die ohnehin vorhandene Endgeräteschnittstelle der Massenspeicherkarte zu dem Endgerät als NFC- Einrichtungsschnittstelle benutzt. Über die Endgeräteschnittstelle verläuft in der Regel die Datenkommunikation der Massenspeicherkarte mit einem Prozessor des Endgeräts über ein geeignetes Kommunikationsprotokoll. Dabei ist die Endgeräteschnittstelle der Massenspeicherkarte - und damit auch die NFC-Einrichtungsschnittstelle - entsprechend einer komplementären Schnittstelle einer Leseeinrichtung des mobilen Endgeräts ausgebildet. Die Leseein- richtung ist eingerichtet, die Massenspeicherkarte aufzunehmen und ist direkt mit dem Prozessor des Endgeräts verbunden, um eine Datenkommunikation zwischen der Massenspeicherkarte und dem Prozessor zu ermöglichen. Eine direkte Verbindung der Leseeinrichtung mit der NFC-Einrichtung ermöglicht weiterhin das Aufbauen der direkten Datenkommunikations- Verbindung zwischen der Massenspeicherkarte und der NFC-Einrichtung über die Leseeinrichtung als physikalische Brücke. Diese direkte Verbindung besteht unabhängig davon, wie die NFC-Einrichtungsschnittstelle im Einzelnen ausgebildet ist. Die Leseeinrichtung umfasst in dem Fall, in dem die NFC-Einrichtungsschnittstelle von der Endgeräteschnittstelle abweicht, eine
der NFC-Schnittstelle angepasste komplementäre Schnittstelle, die dann von der zu der Endgeräteschnittstelle komplementären Schnittstelle entsprechend abweicht.
In dem Fall, in dem ein Anschluss der Endgeräteschnittstelle der Massen- speicherkarte gemäß dem Kommunikationsprotokoll, über welches die Mas- senspeicherkarte mit dem Prozessor des Endgeräts kommuniziert, nicht benutzt wird, kann die direkte Datenkommunikation gemäß dem Single-Wire- Protokoll zwischen der Massenspeicherkarte und der NFC-Einrichtung über diesen Anschluss durchgeführt werden. Ein solcher Anschluss kann beispielsweise ein zweiter Masse- Anschluss oder ein bisher nicht belegter Da- ten-Anschluss der Endgeräteschnittstelle der Massenspeicherkarte sein. Allgemein können Anschlüsse der Endgeräteschnittstelle der Massenspeicherkarte, die beispielsweise der Energieversorgung der Massenspeicherkarte dienen oder eine Taktleitung zum Übertragen von Taktsignalen herstellen, für die NFC-Einrichtungsschnittstelle in gleicher Weise verwendet werden.
In dem anderen Fall, in dem ein solcher unbenutzter Anschluss der Endgeräteschnittstelle der Massenspeicherkarte nicht zur Verfügung steht, d.h. in dem alle zur Datenübertragung geeigneten Anschlüsse gemäß dem Kommunikationsprotokoll belegt sind, kann die direkte Datenübertragung zwischen der Massenspeicherkarte und der NFC-Einrichtung auch über einen solchen gemäß dem Kommunikationsprotokoll benutzten Anschluss durchgeführt werden. Dazu umfasst die Massenspeicherkarte eine Multiplexein- richtung, die eingerichtet ist, die Datenkommunikation gemäß dem Kommunikationsprotokoll - d.h. die Datenkommunikation zwischen dem Prozessor des Endgeräts und der Massenspeicherkarte - und die Datenkommunikation gemäß dem Single- Wire-Protokoll - d.h. die Datenkommunikation zwischen der NFC-Einrichtung und der Massenspeicherkarte - mittels eines
Multiplexverfahrens über einen von beiden Kommunikationsprotokollen benutzten Anschluss durchzuführen. Das Multiplexverfahren stellt dabei sicher, dass gemäß den unterschiedlichen Protokollen übertragene Daten nicht miteinander kollidieren und jeweils eindeutig einem Absender und einem Empfänger zugeordnet werden können. Dadurch wird ein Datenverlust oder ein Fehlleiten von Daten verhindert.
Das Multiplexverfahren kann dabei die Datenkommunikation des Kommunikationsprotokolls und des Single- Wire-Protokolls über den Anschluss der- art durchführen, dass Datensignale gemäß dem Kommunikationsprotokoll und gemäß dem Single-Wire-Protokoll mit jeweils unterschiedlichen physikalischen Signaleigenschaften übertragen werden, z.B. mit unterschiedlichen Spannungspegeln oder unterschiedlichen Frequenzen (Frequenz-Multiplex- verfahren). Eine Kollision der entsprechenden Datensignale mit eventuell einhergehendem Datenverlust wird auf diese Weise verhindert und der Anschluss kann beiden, dem Kommunikationsprotokoll und dem Single-Wire- Protokoll, gleichzeitig als Datenübertragungsanschluss dienen.
Es ist gleichfalls möglich, dass das Multiplexverfahren als Zeit-Multiplex- verfahren ausgebildet ist, d.h. dass die Datenkommunikation gemäß dem Kommunikationsprotokoll und gemäß dem Single-Wire-Protokoll jeweils innerhalb unterschiedlicher, sich nicht überlappender Zeitintervalle durchgeführt wird. Auch auf diese Weise werden eine unerwünschte Datenkollision und daraus resultierende Nachteile wirkungsvoll verhindert. Die Länge der Zeitintervalle kann von der Multiplexeinrichtung dem jeweiligen zu übertragenden Datenvolumen angepasst werden. Es ist auch möglich, die Zeitintervalle über eine Moduseinstellung zu steuern, die jeweils nur eine Art der Datenübertragung, gemäß dem Kommunikationsprotokoll oder gemäß dem Single-Wire-Protokoll, erlaubt. Diese Moduseinstellung kann vorzugsweise
von einem Nutzer des Endgeräts bzw. der Massenspeicherkarte vorgenommen werden.
Alternativ zu einem Anschluss der Endgeräteschnittstelle der Massenspei- cherkarte kann speziell zur direkten Datenübertragung zwischen der Massenspeicherkarte und der NFC-Einrichtung auch ein zusätzlicher Anschluss auf der Massenspeicherkarte vorgesehen sein. Dieser zusätzliche Anschluss kann beispielsweise die Endgeräteschnittstelle ergänzen. Dabei kann die Endgeräteschnittstelle, wie bereits erwähnt, weiterhin beispielsweise zur E- nergieversorgung oder zur Taktsignalübertragung, verwendet werden. Auf diese Weise können die an der Massenspeicherkarte vorzunehmenden Veränderungen gering gehalten werden.
Bevorzugt wird als Massenspeicherkarte eine sichere Massenspeicherkarte, z.B. eine SD-Karte, verwendet. Die sichere Massenspeicherkarte umfasst eine Sicherheitseinrichtung, welche Sicherheitsfunktionalitäten zum sicheren Speichern von Daten und/ oder Applikationen unterstützt. Die Massenspeicherkarte ist in dieser Ausführungsform derart eingerichtet, dass die NFC- Einrichtung über das Single-Wire-Protokoll zumindest teilweise Zugriff auf die Sicherheitsfunktionalitäten erhält. Es ist dann auch möglich, dass über das Single-Wire-Protokoll übertragene Daten durch die Sicherheitseinrichtung der Massenspeicherkarte in gesicherten Speicherbereichen gespeichert werden. Auf diese Weise wird es ermöglicht, über die NFC-Einrichtung übertragene Daten sicher gegen unbefugten Zugriff auf der Massenspeicher- karte zu speichern oder auf der Karte gespeicherte Applikationen nur einem begrenzten Nutzerkreis zur Ausführung über die NFC-Einrichtung freizugeben. Es kann gleichfalls vorgesehen sein, dass der Prozessor des Endgeräts über das Kommunikationsprotokoll Zugriff auf zumindest eine Teil der Sicherheitsfunktionalitäten der Massenspeicherkarte erhält. Gleichfalls kann
auch der NFC-Einrichtung über das Single- Wire-Protokoll Zugriff auf nicht speziell geschützte, gewöhnliche Speicherbereiche der Massenspeicherkarte gewährt werden.
Ein erfindungsgemäßes System umfasst demnach ein mobiles Endgerät, z.B. ein Mobilfunkendgerät oder ein Handheld, mit einer NFC-Einrichtung und einer Leseeinrichtung für eine Massenspeicherkarte sowie eine vorstehend beschriebene Massenspeicherkarte. Diese Komponenten sind geeignet, das vorstehend beschriebene Verfahren zur direkten Datenkommunikation zwi- sehen der Massenspeicherkarte und der NFC-Einrichtung des Endgeräts durchzuführen.
Die Erfindung wird im Folgenden mit Bezug auf die beiliegenden Zeichnungen beispielhaft beschrieben. Darin zeigen:
Figur 1 eine bevorzugte Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Massenspeicherkarte; und
Figur 2 ein System, umfassend ein mobiles Endgerät mit einer NFC- Einrichtung sowie einer Leseeinrichtung zum Aufnehmen der
Massenspeicherkarte aus Figur 1.
Mit Bezug auf die Figuren 1 und 2 umfasst eine Massenspeicherkarte 10 einen integrierten Schaltkreis 30 zum Steuern der Massenspeicherkarte 10, ei- nen Speicher 80 zum Speichern von Daten und/ oder Applikationen und eine Endgeräteschnittstelle 20 zum Herstellen einer Datenkommunikationsverbindung zu einem mobilen Endgerät 100, z.B. einem Mobilfunkendgerät. Die Endgeräteschnittstelle 20 ist komplementär zu einer Schnittstelle einer Leseeinrichtung 110 des mobilen Endgeräts 100 ausgebildet, wie es in Fig. 2 ver-
anschaulicht ist. Die Massenspeicherkarte 10 kann in eine Datenkommunika- tion mit den verschiedenen Einheiten des Endgeräts 100 treten, z.B. mit einem Prozessor (CPU) 120 oder einer NFC-Einrichtung 130. Dazu wird die Massenspeicherkarte 10 mittels der Endgeräteschnittstelle 20 über die Lese- einrichtung 110 und die in dem Endgerät ausgebildeten direkten Verbindungen 112, 114 direkt mit dem Prozessor 120 bzw. der NFC-Einrichtung 130 verbunden.
Die Endgeräteschnittstelle 20 umfasst eine Vielzahl von Anschlüssen 21, 22, 23, 24 und 25. Eine Kommunikationseinrichtung 40 in dem integrierten Schaltkreis 30 steuert die Datenkommunikation zwischen der Massenspeicherkarte 10 und dem Prozessor 120. Die Kommunikationseinrichtung 40 unterstützt dabei ein Kommunikationsprotokoll, gemäß dem die Datenkommunikation zwischen der Massenspeicherkarte 10 und dem Prozessor 120 des Endgeräts 100 durchgeführt wird. Das Kommunikationsprotokoll bestimmt die Belegung der Anschlüsse 21 bis 25. Dabei sind bei der Massenspeicherkarte 10 die Anschlüsse 22 (D) als Datenanschlüsse zum Übertragen von Daten zwischen der Leseeinrichtung 110 und der Massenspeicherkarte 10 definiert. Der Anschluss 23 (CMD) dient dem Übertragen von Komman- dos von der Leseeinrichtung 110 zu der Massenspeicherkarte 10 und zum Übertragen entsprechender Antworten in der Gegenrichtung. In der Regel verhält sich die Massenspeicherkarte 10 gegenüber der Leseeinrichtung 110 als "Slave", welcher auf Kommandos der Leseeinrichtung 110 (des "Masters") reagiert. Der Anschluss 24 (CLK) dient dem Herstellen einer Taktleitung zum Übertragen eines Taktsignals durch die Leseeinrichtung 110, und die Anschlüsse 25 (VDD, VSS) dienen der Energieversorgung der Massenspeicherkarte 10, die in der Regel über keine eigene Energieversorgung verfügt. Der Anschluss 21 bleibt durch das Kommunikationsprotokoll unbelegt.
Die Endgeräteschnittstelle 20 kann für die Massenspeicherkarte 10 gleichzeitig als NFC-Einrichtungsschnittstelle genutzt werden, über welche die Massenspeicherkarte 10 direkt mit der NFC-Einrichtung 130 verbunden wird. Der Datenanschluss 21, der von dem Kommunikationsprotokoll, welches durch die Kommunikationseinrichtung 40 unterstützt wird, nicht benutzt wird, kann zur direkten Datenkommunikation zwischen der Massenspeicherkarte 10 und der NFC-Einrichtung 130 dienen. Dazu umfasst die Massenspeicherkarte 10 in dem integrierten Schaltkreis 30 eine NFC-Kommu- nikationseinrichtung 50. Diese unterstützt das Single- Wire-Protokoll (SWP), gemäß welchem die direkte Datenkommunikation zwischen der NFC-Einrichtung 130 und der Massenspeicherkarte 10 über den einen Anschluss 21 der Endgeräteschnittstelle 20 durchgeführt werden kann. Die zu übertragenden Daten werden dabei über die Leseeinrichtung 110 und die Verbindungsleitung 114 direkt zwischen der NFC-Einrichtung 130 und der Massenspei- cherkarte 10, ohne Umweg über den Prozessor 120, übertragen.
Alternativ zu dem durch das Kommunikationsprotokoll nicht belegten Anschluss 21 kann die Datenübertragung zwischen der Massenspeicherkarte 10 und der NFC-Einrichtung 130, für die gemäß dem Single-Wire-Protokoll nur eine Leitung benötigt wird, auch ein anderer Anschluss der Massenspeicherkarte 10 benutzt werden, solange dieser nicht von dem Kommunikationsprotokoll belegt ist. Wenn das Kommunikationsprotokoll z.B. zwei Masseanschlüsse vorsähe, so könnte einer davon durch das Single-Wire-Protokoll als Datenanschluss belegt werden.
In dem Fall, in dem das Kommunikationsprotokoll, welches die Datenkommunikation zwischen der Massenspeicherkarte 10 und dem Prozessor 120 über die Leseeinrichtung 110 festlegt, alle Anschlüsse 21-25 der Endgeräteschnittstelle 20 benutzt, also auch den Anschluss 21, kann das Single-Wire-
Protokoll den Datenanschluss 21 trotzdem weiterhin zur direkten Datenkommunikation der Massenspeicherkarte 10 mit der NFC-Einrichtung 130 benutzen. Allerdings ist der Anschluss 21 dann doppelt belegt - einmal von dem Kommunikationsprotokoll, einmal von dem Single-Wire-Protokoll. Um eine Kollision von Daten zu verhindern, die konkurrierend gemäß den beiden Protokollen über den doppelt belegten Anschluss 21 übertragen werden, umfasst die Massenspeicherkarte 10 eine Multiplexeinrichtung 60.
Die Multiplexeinrichtung 60 steuert die Datenübertragung über den doppelt belegten Anschluss 21. Dazu werden Datensignale, die einer Datenkommunikation zwischen der Massenspeicherkarte 10 und dem Prozessor 120 dienen und gemäß dem Kommunikationsprotokoll übertragen werden, durch die Multiplexeinrichtung 60 mittels solcher Signale übertragen, die sich in ihren physikalischen Signaleigenschaften von den Signalen unterscheiden, die gemäß dem Single-Wire-Protokoll übertragen werden und ihrerseits einer Datenkommunikation zwischen der Massenspeicherkarte 10 und der NFC-Einrichtung 130 dienen. Die entsprechenden Signale können beispielsweise aufgrund unterschiedlicher Spannungspegel oder unterschiedlicher Frequenzeigenschaften unterschieden und voneinander getrennt werden.
Auch ein zeitliches Multiplexverfahren ist einsetzbar. Dabei wird der Anschluss 21 jeweils innerhalb eines Zeitintervalls, welches durch die Multiplexeinrichtung 60 vorgegebenen wird, exklusiv einem der beiden Protokolle zur Datenübertragung zur Verfügung gestellt. Es kann vorgesehen sein, dass die Multiplexeinrichtung 60 durch den Nutzer dazu veranlasst werden kann, dauerhaft nur dem einen oder nur dem anderen Protokoll die Datenübertragung zu ermöglichen. Auf diese Weise kann ein Datenübertragungsmodus eingestellt werden, der jeweils nur eine Art der Datenübertragung über den doppelt belegten Anschluss 21 unterstützt, entweder zwischen der Massen-
speicherkarte 10 und der NFC-Einrichtung 130 gemäß dem Single-Wire- Protokoll oder zwischen der Massenspeicherkarte 10 und dem Prozessor 120 gemäß dem Kommunikationsprotokoll.
In dem Fall, in dem alle Anschlüsse 21-25 durch das Kommunikationsprotokoll benutzt werden, kann alternativ zu der doppelten Belegung des Anschlusses 21 auch ein zusätzlicher Anschluss 26, der die Endgeräteschnittstelle 20 erweitert, auf der Massenspeicherkarte 10 angeordnet werden. Das Sin- gle-Wire-Protokoll kann dann die Datenkommunikation zwischen der Mas- senspeicherkarte 10 und der NFC-Einrichtung 130 über den zusätzlichen Anschluss 26 durchführen. Dabei können für die NFC-Einrichtungsschnittstelle weiterhin Anschlüsse 24, 25 der Endgeräteschnittstelle 20 zur Energie- und Taktversorgung verwendet werden. In der Regel erfolgt die Energieversorgung der Massenspeicherkarte 10 aus einer Energiequelle des Endgeräts 100, z.B. einer Batterie (nicht gezeigt). Es ist aber auch möglich, dass die Massenspeicherkarte 10, beispielsweise bei ausgeschaltetem Endgerät 100, die Energie aus einem elektromagnetischen Wechselfeld über die NFC-Einrichtung 130 bezieht. Dadurch ist eine direkte Datenkommunikation zwischen der NFC-Einrichtung 130 und der Massenspeicherkarte 10 zu jedem Zeitpunkt möglich, in dem sich die NFC-Einrichtung in dem Feld aufhält.
Die Massenspeicherkarte 10 aus Fig. 1 ist als sichere Massenspeicherkarte ausgebildet und umfasst eine Sicherheitseinrichtung 70. Diese unterstützt Sicherheitsfunktionalitäten zum sicheren Speichern von Daten und/ oder Applikationen in dem Speicher 80, der als FLASH-Speicher oder dergleichen ausgebildet ist. Die Sicherheitseinrichtung 70 ist derart eingerichtet, dass über das Single-Wire-Protokoll auf Sicherheitsfunktionalitäten zugegriffen werden kann. Dadurch können Daten, die über die NFC-Einrichtung 130 in den Speicher 80 der Massenspeicherkarte 10 eingebracht worden sind, vor
unbefugtem Zugriff, beispielsweise durch den Prozessor 120 über die Endgeräteschnittstelle 20, geschützt werden. Aber auch ein unbefugtes Auslesen von in dem Speicher 80 gespeicherten Daten über die NFC-Einrichtung 130 kann so verhindert werden. Eine solche sichere Massenspeicherkarte 10 eig- net sich als Sicherheitselement für so genanntes "Secure-NFC". Applikationen, die beispielsweise Bezahlvorgänge, Authentisierungen oder dergleichen sensible Aktionen beinhalten, können mittels einer sicheren Massenspeicherkarte 10 durchgeführt werden, da sensible Daten zugriffssicher in dem Speicherbereich 80 gespeichert und verwaltet werden. Es kann gleichfalls vorge- sehen sein, dass das Single-Wire-Protokoll gewöhnlichen Zugriff auf nicht gesicherte Speicherbereiche des Speichers 80 erhält. Gleichfalls ist es möglich, dem Prozessor 120 gemäß dem Kommunikationsprotokoll Zugriff auf Sicherheitsfunktionalitäten zu gewähren.
Die Ausführungsbeispiele werden für das noch nicht abschleißend standardisierte Single-Wire-Protokoll als Beispiel für ein Eindrahtprotokoll beschrieben. Die Erfindung ist aber prinzipiell auch vereinbar mit anderen Eindrahtprotokollen, die also nur eine Leitung bzw. einen Kontakt zum bidirektionalen Austausch von Daten mit einer externen Einheit benötigen.
Mit Bezug auf Fig. 2 umfasst das als Mobilfunkendgerät ausgebildete mobile Endgerät 100 die vorstehend beschriebene Leseeinrichtung 110 zum Aufnehmen der Massenspeicherkarte 10, den Prozessor 120 und die NFC-Einrichtung 130. Das Mobilfunkendgerät 100 umfasst weiterhin eine Aufnahme- einrichtung 140 für eine (U)SIM-Mobilfunkkarte 150. Der Prozessor 120 ist zur direkten Datenkommunikation mit der Aufnahmeeinrichtung 140, der Leseeinrichtung 110 und der NFC-Einrichtung 130 verbunden. Auch die Aufnahmeeinrichtung 140 und die Leseeinrichtung 110 sind zum Ermöglichen einer direkten Datenkommunikation der (U)SIM-Mobilfunkkarte 150
bzw. der Massenspeicherkarte 10 direkt mit der NFC-Einrichtung 130 verbunden. Die NFC-Einrichtung 130 umfasst eine Steuereinrichtung 132 und zum Durchführen einer kontaktlosen Datenkommunikation im Nahfeld ein Modem 134 und eine Antenne 136.
Bei dem Verfahren zur direkten Datenkommunikation zwischen der Massenspeicherkarte 10 und der NFC-Einrichtung 130 wird in einem ersten Schritt Sl die Massenspeicherkarte 10 in die Leseeinrichtung 110 des Mobilfunk- endgeräts 100, beispielsweise einen geeignet ausgebildeten Kartenschacht, eingeführt. Die NFC-Einrichtungsschnittstelle 20, 21 wird dadurch physikalisch mit der Leseeinrichtung 110 und über die Verbindungsleitung 114 direkt mit der NFC-Einrichtung 130 verbunden. Über die Verbindungsleitung 114 und den durch das Kommunikationsprotokoll nicht belegten Anschluss 21 wird dann die direkte Datenkommunikationsverbindung in einem Schritt S2 aufgebaut. In einem dritten Schritt S3 wird dann die direkte Datenkommunikation zwischen der NFC-Einrichtung 130 und der Massenspeicherkarte 10 gemäß dem Single- Wire-Protokoll durchgeführt. Alternativ kann die direkte Datenkommunikationsverbindung- wie vorstehend beschrieben - auch über den zusätzlichen Anschluss 26 oder einen gemäß dem Single- Wire-Protokoll und dem Kommunikationsprotokoll doppelt belegten Anschluss 21 aufgebaut werden. Im letzteren Fall wird die Datenkommunikation mit Hilfe der Multiplexeinrichtung 60 wie vorstehend beschrieben gesteuert.