Vorrichtung und Verfahren zur Aktualisierung von digitalen Karten
Gebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft die Aktualisierung von digitalen Karten für Fahrzeuge. Insbesondere betrifft die Erfindung eine Aktualisierungseinheit für ein Fahrzeug, ein Aktualisierungssystem für ein Fahrzeug, ein Verfahren zur Aktualisierung einer digitalen Karte, ein Computerprogrammprodukt und ein computerlesbares Medium.
Technologischer Hintergrund
Die rasante Zunahme des Fahrzeugverkehrs auf den Straßen und die damit verbundenen Staus und Fahrzeitverlängerungen führen weltweit zu erhöhten Anstrengungen, Verkehrszustände zu erkennen und diese bei einer Routenwahl bzw. bei einer Routenberechnung in Navigationssystemen zu berücksichtigen.
Wenn die mit einem Ortungsverfahren gemessene geografische Koordinate direkt in das Koordinatensystem einer digitalen Karte abgebildet wird, so kann die wahre Position des Objekts in der Karte von der abgebildeten Position des Objekts in der Karte abweichen. Der Grund liegt zum einen
in Messfehlern beim Ortungsverfahren, zum anderen in Ungenauigkeiten der Karte. Da für ein Navigationssystem die wahre Position in der Karte bekannt sein muss, gleicht das Map Matching Verfahren die gemessene Position mit den Karteninformationen über die Lage und Geometrie von Objekten in der Karte ab, so dass die wahrscheinlichste Position des Objekts in der Karte ermittelt wird.
Bei Fahrzeug-Navigationssystemen wird die Position des Fahrzeugs meist mit Unterstützung des
Satellitenortungssystems GPS gemessen. Die Richtigkeit der gemessenen und der tatsächlichen Position wird bei GPS mit ca. 15 m angegeben. Ebenso kann die digitale Karte Toleranzen im Meterbereich aufweisen. Für das Navigationsgerät muss nun die Position des Fahrzeugs in der digitalen Karte ermittelt werden, damit z. B. eine sinnvolle Routenberechnung vom aktuellen Standpunkt zum Fahrziel bestimmt werden kann. Ohne den Abgleich der gemessenen Position mit den Karteninformationen könnte sich das Fahrzeug außerhalb der digitalisierten Straße oder auf der falschen Straße in der Karte befinden. Da für das Navigationsgerät die Lage des Fahrzeugs in der digitalen Karte entscheidend ist, wird die gemessene Position mit den Karteninformationen so abgeglichen, dass der wahrscheinlichste Standort des Fahrzeugs in der Karte für die Navigation ermittelt wird. Hierzu werden beim Map Matching die Kenntnisse über die Bewegungen des Fahrzeugs ausgenutzt .
Digitale Karten sind meist schon bei ihrer Auslieferung veraltet. Von daher ist eine Aktualisierung (Update) der
Karte unerlässlich, wenn die digitale Karte mit den aktuellen Verhältnissen übereinstimmen soll. Diese Aktualisierungen umfassen jedoch große Datenmengen, da immer die komplette Karte auf den neuesten Stand gebracht wird.
Zusammenfassung der Erfindung
Es ist eine Aufgabe der Erfindung eine verbesserte Aktualisierung einer digitalen Karte für ein Fahrzeug anzugeben .
Es sind eine Aktualisierungseinheit für ein Fahrzeug zur Aktualisierung einer digitalen Karte, ein
Aktualisierungssystem für ein Fahrzeug zur Aktualisierung einer digitalen Karte, ein Verfahren zur Aktualisierung einer digitalen Karte für ein Fahrzeug, ein Computerprogrammprodukt und ein computerlesbares Medium gemäß den Merkmalen der unabhängigen Ansprüche angegeben. Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen .
Die beschriebenen Ausführungsbeispiele betreffen gleichermaßen die Aktualisierungseinheit, das Aktualisierungssystem, das Verfahren, das Computerprogrammprodukt und das computerlesbare Medium.
Gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung ist eine Aktualisierungseinheit für ein Fahrzeug zur Aktualisierung einer Navigationskarte angegeben, welche eine Karteneinheit mit einer digitalen Karte zum Anzeigen einer Fahrstrecke
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auf der Karte aufweist, wobei die Aktualisierungseinheit zur proaktiven Ermittlung eines tatsächlich benötigten Teils der Karte ausgeführt ist und wobei die Aktualisierungseinheit weiterhin zum Empfang einer eingeschränkten Aktualisierung der Karte ausgeführt ist, welche sich auf den tatsächlich benötigten Teil der Karte bezieht .
In anderen Worten ist die Aktualisierungseinheit in der Lage, zu jeder Zeit die aktuelle Fahrstrecke des Fahrzeugs auf der Karte darzustellen. Der tatsächlich zur Darstellung benötigte Teil der Karte wird hierbei von der Aktualisierungseinheit proaktiv ermittelt.
„Proaktiv" bedeutet, dass die Aktualisierungseinheit oder die Systemzentrale frühzeitig eine Initiative ergreift, um abzuklären, ob und ggf. wann der tatsächlich benötigte Teil der Karte aktualisiert werden sollte. Proaktivität im Sinne der Erfindung bedeutet frühzeitiges Handeln, noch ehe die Umwelt das System zu (reaktiven) Maßnahmen zwingt. Im Gegensatz dazu erfolgt in dem sog. „Hybridansatz" ein abwartendes, reaktives Handeln.
Erfindungsgemäß erfolgt das Kartenupdate auf proaktive Weise, ohne dass hierfür eine ständige oder zumindest regelmäßige Netzverbindung zwischen dem Server und der im Fahrzug integrierten Aktualisierungseinheit notwendig ist, nämlich indem der tatsächlich benötigte Teil der Karte proaktiv, ggf. auf Basis eines Benutzereingriffs, ermittelt wird.
Auf diese Weise kann die zwischen dem Server und der Aktualisierungseinheit ausgetauschte Datenmenge verringert werden .
Das Update der Karte wird nur für die Teile der Karte vorgenommen, die auch befahren werden bzw. die bei der Planung einer Fahrt berücksichtigt werden. Beispielsweise wird dann nur diese Strecke möglichst oft per Update auf den neuesten Stand gebracht. Es existieren verschiedene Möglichkeiten, mit deren Hilfe der tatsächlich benötigte Teil der Karte abgeschätzt oder ermittelt wird.
Bei der digitalen Karte handelt es sich beispielsweise um eine digitale Navigationskarte. Bei dem Fahrzeug handelt es sich beispielsweise um ein Kraftfahrzeug, wie Auto, Bus oder Lastkraftwagen, oder aber auch um ein Schienenfahrzeug, ein Schiff, ein Luftfahrzeug, wie Helikopter oder Flugzeug, oder um ein Fahrrad.
Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung erfolgt die Ermittlung des tatsächlich benötigten Teils der Karte auf Basis einer Benutzereingabe.
Beispielsweise wird dem Fahrer vor Fahrtbeginn oder auch während der Fahrt die Möglichkeit gegeben, dem System seine normalen Fahrtrouten anzugeben. Diese können z. B. die normale Pendelstrecke von und zur Arbeit sein. Das System überprüft diese Strecke in regelmäßigen Abschnitten nach Änderungen und stellt dann ggf. ein Update zur Verfügung. Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung erfolgt die Ermittlung des tatsächlich benötigten Teils der
Karte auf Basis einer Detektion einer gefahrenen Fahrtroute .
Hierfür schreibt zum Beispiel eine Software die tatsächlich gefahrenen Strecken mit und erstellt damit ein Profil des typischen Bewegungsgebiets des Fahrzeugs (Bewegungsprofil) . Dieses Gebiet wird vom System nach Updates überprüft und diese ggf. zur Verfügung gestellt.
Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung weist die Aktualisierungseinheit eine Kommunikationseinheit zur Kommunikation mit einer Systemzentrale auf.
In der Systemzentrale ist die vollständige, aktuelle Karte abgelegt. Teile dieser Karte können dann auf Abruf oder auch auf Initiative der Systemzentrale an die Aktualisierungseinheit in dem Fahrzeug übermittelt werden.
Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung ist die Aktualisierungseinheit zum Abrufen des eingeschränkten Updates von der Systemzentrale ausgeführt. Gibt der Fahrer beispielsweise eine neue Fahrstrecke in die Navigationseinheit ein, kann eine Anfrage an die Systemzentrale übermittelt werden. Daraufhin überprüft die Systemzentrale, ob ein Update erforderlich ist. Das Update kann auch in regelmäßigen Abständen erfolgen.
Die Eingabe der neuen Fahrstrecke kann einerseits im Fahrzeug erfolgen. Andererseits ist es auch möglich, diese Eingabe zu Hause an beispielsweise einem Computer vorzunehmen, der daraufhin mit der Systemzentrale
kommuniziert. Das Update kann über eine kabellose Netzwerkverbindung zwischen der Systemzentrale und der Navigationseinheit erfolgen. Das Übertragungsprotokoll basiert beispielsweise auf GSM, UMTS, WLAN oder WiMax . Auch kann das Update über eine Email mit Dateianhang oder eine personalisierte Webseite mit Downloadmöglichkeit erfolgen. Daraufhin können die Daten beispielsweise von dem PC über ein mobiles Speichermedium, wie beispielsweise einen Memory Stick oder USB-Stick, auf die Navigationseinheit übertragen werden .
Über eine Email oder eine SMS kann der Benutzer von der Systemzentrale die Information erhalten, dass ein Update heruntergeladen werden kann, woraufhin sich der Benutzer das Update von der Systemzentrale auf sein Speichermedium übertragen lässt.
Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung ist die Aktualisierungseinheit zum Abrufen eines eingeschränkten Updates von der Systemzentrale ausgeführt. Dieser Abruf kann vom Benutzer getriggert werden oder in regelmäßigen Abständen automatisch erfolgen.
Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung ist die Aktualisierungseinheit zum Erstellen eines Profils eines typischen Bewegungsgebietes des Fahrzeugs ausgeführt, wobei die Aktualisierungseinheit weiterhin zur Übertragung von Daten an die Systemzentrale, die mit dem typischen Bewegungsgebiet korrespondieren, ausgeführt ist.
Wird eine Route eingegeben, die nicht mit der normalen Fahrtroute übereinstimmt und auch nicht durch das typische Bewegungsgebiet des Fahrzeugs abgedeckt wird, so wird die Notwendigkeit eines Updates für diese Strecke überprüft. Ein Grund für solch eine „ungewöhnliche" Route könnte eine Urlaubsreise, eine Dienstreise, etc. sein.
Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung ist ein Aktualisierungssystem für ein Fahrzeug zur Aktualisierung einer Navigationskarte angegeben, welches eine oben beschriebene Aktualisierungseinheit sowie eine Systemzentrale zur Übertragung der eingeschränkten Aktualisierung an die Navigationseinheit aufweist.
Bei der Systemzentrale handelt es sich beispielsweise um einen externen, zentralen Server, der an ein Datennetzwerk, wie beispielsweise das Internet, angeschlossen ist.
Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung ist die Systemzentrale als ein zentrales Serversystem ausgeführt, das außerhalb des Fahrzeugs angeordnet ist und das mit der Navigationseinheit über ein kabelloses Kommunikationsnetzwerk kommuniziert .
Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung ist die Systemzentrale zu einer zyklischen Überprüfung des tatsächlich benötigten Teils der Karte auf Änderungen ausgeführt .
Das System überprüft also die ausgewählte Strecke bzw. die ausgewählten Strecken in regelmäßigen Abschnitten auf
Änderungen des tatsächlich benötigten Teils der Karte und stellt bei Feststellung eines bestimmten Grades von Änderungen ein Update zur Verfügung.
Auf diese Weise kann vermieden werden, dass ein Update auch schon dann bereitgestellt wird, wenn nur unwesentliche Änderungen des tatsächlich benötigten Teils der Karte vorliegen. Auf diese Weise kann die zu übertragende Datenmenge weiter reduziert werden.
Der Schwellwert, bei dessen Überschreitung ein Update zur Verfügung gestellt wird, kann, gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung, vom Benutzer voreingestellt werden. Der Benutzer kann also steuern, wie oft und unter welchen Umständen er ein Update erhalten möchte .
Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung ist die Systemzentrale zum Initiieren des Abrufs der eingeschränkten Aktualisierung ausgeführt.
Stellt die Systemzentrale beispielsweise fest, dass die Änderungen des Kartenmaterials ein gewisses Ausmaß überschreiten (Schwellwert), wird bei dem Benutzer angefragt, ob er ein Update wünscht. Der Benutzer hat also die Wahl, ein solches Update abzulehnen, um die zu übertragende Datenmenge weiter zu verringern.
Ebenso wird der Benutzer in die Lage versetzt, ein Update von sich aus abzurufen, ohne dass hierfür ein Schwellwert an Änderungen überschritten werden müsste.
Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Systemzentrale eine vollständige Karte gespeichert, wobei die Systemzentrale zur Erstellung und zur Übertragung von Aktualisierungen der Karte ausgeführt ist.
Das gesamte Kartenmaterial wird in der Systemzentrale verwaltet und regelmäßig auf den neuesten Stand gebracht. Die Systemzentrale ist hierbei derart ausgeführt, dass sie eine Filterung vornimmt, ob die Änderungen der Karte wichtig genug sind, dass ein Update initiiert werden sollte .
Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung ist ein Verfahren zur Aktualisierung einer digitalen Karte für ein Fahrzeug angegeben, bei welchem eine proaktive Ermittlung eines tatsächlich benötigten Teils der Karte durch eine Aktualisierungseinheit erfolgt. Weiterhin erfolgt eine zyklische Überprüfung des tatsächlich benötigten Teils der Karte auf Änderungen sowie eine Übertragung der eingeschränkten Aktualisierung, welche sich auf den tatsächlich benötigten Teil der Karte bezieht, an die Aktualisierungseinheit durch eine Systemzentrale. Die eingeschränkte Aktualisierung der Karte wird durch die Aktualisierungseinheit empfangen .
Die eingeschränkte Aktualisierung kann direkt von der Systemzentrale auf die Aktualisierungseinheit übertragen werden, beispielsweise über eine kabellose Kommunikationsverbindung. Es ist auch möglich, dass die eingeschränkte Aktualisierung von der Systemzentrale auf
einen PC übertragen wird und dann von dort aus auf ein tragbares Speichermedium überspielt wird. Das Speichermedium kann dann an die Aktualisierungseinheit angeschlossen werden, um die eingeschränkte Aktualisierung aufzuspielen. Weiterhin ist es möglich, dass das Speichermedium mit der Kommunikationseinheit über eine kabellose Verbindung, zum Beispiel Bluetooth, kommuniziert.
Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel ist ein Computerprogrammprodukt angegeben, das, wenn es auf einem Prozessor ausgeführt wird, den Prozessor anleitet, eine proaktive Ermittlung eines tatsächlich benötigten Teils einer digitalen Karte für ein Fahrzeug, einen Empfang einer eingeschränkten Aktualisierung der Karte, welche sich auf den tatsächlich benötigten Teil der Karte bezieht, sowie eine Aktualisierung der Karte auf Basis der eingeschränkten Aktualisierung durchzuführen.
Weiterhin ist, gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung, ein computerlesbares Medium angegeben, auf dem ein Computerprogrammprodukt gespeichert ist, das, wenn es auf einem Prozessor ausgeführt wird, den Prozessor anleitet, die oben beschriebenen Schritte durchzuführen.
Eine grundsätzliche Überlegung der Erfindung liegt darin, dass eine Aktualisierung der Karte nur für bestimmte Teilbereiche der digitalen Karte erforderlich ist, die auch befahren werden bzw. die bei der Planung einer Fahrstrecke berücksichtigt werden. Diese bestimmten Teilbereiche werden hierbei proaktiv ermittelt. Auf diese Weise kann die Datenmenge für ein solches Update reduziert werden.
Weiterhin kann der Zeitpunkt für ein solches Update auf einen günstigen Zeitpunkt festgelegt werden.
Im Folgenden werden mit Verweis auf die Figuren bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung beschrieben.
Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung von Komponenten einer Navigationseinheit gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung.
Fig. 2 zeigt eine schematische Darstellung eines Kartenausschnitts gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung .
Fig. 3 zeigt eine schematische Darstellung eines Navigationssystems gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung .
Fig. 4 zeigt ein Flussdiagramm eines Verfahrens gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung.
Die Darstellungen in den Figuren sind schematisch und nicht maßstäblich.
In der folgenden Figurenbeschreibung werden für die gleichen oder ähnlichen Elemente die gleichen Bezugsziffern verwendet .
Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung von Komponenten einer Aktualisierungseinheit in Form einer Navigationseinheit gemäß einem Ausführungsbeispiel der
Erfindung. Die Navigationseinheit 100 ist in einem Fahrzeug installiert und dient der Aktualisierung einer digitalen Navigationskarte. Die Navigationseinheit 100 weist eine Recheneinheit 1 auf, die auch die zu ihrem Betrieb erforderlichen Speicherelemente (RAM/ROM) enthält. Mit der Recheneinheit 1 ist eine Eingabeeinheit 2 verbunden. Über die Eingabeeinheit 2 können verschiedene Einstellungen des Navigationssystems vorgenommen werden und ein Zielort und ggf. auch der Standort gewählt werden. Die Eingabe des Zielortes ist dabei beispielsweise durch Eingabe des vollständigen Namens des Zielortes oder auch durch Auswahl aus einer Liste, die auf einer optischen Ausgabeeinheit, wie beispielsweise einem Monitor 3, dargestellt wird, möglich. Auf dem Monitor 3 werden auch die
Zielführungsinformationen ausgegeben. Darüber hinaus können die Zielführungsinformationen auch über eine akustische Ausgabeeinheit 4 ausgegeben werden. Die Ausgabe über eine akustische Ausgabeeinheit 4 hat den Vorteil, dass der Fahrer weniger vom aktuellen Verkehrsgeschehen abgelenkt wird. In einem Speicherelement 5, das mit der zentralen Recheneinheit 1 verbunden ist, sind die Landkartendaten in Form von Datensätzen abgelegt. Beispielsweise sind in dem Speicherelement 5 auch zusätzliche Informationen über Verkehrsbeschränkungen und dergleichen abgelegt und den Datensätzen zugeordnet.
Zur Bestimmung der aktuellen Fahrzeugposition weist die Navigationseinheit 100 einen GPS-Empfänger 6 auf, der zum Empfang von Navigationssignalen von GPS-Satelliten ausgelegt ist. Natürlich kann die Navigationseinheit auch für andere Satellitennavigationssysteme ausgeführt sein.
Da die GPS-Signale aber beispielsweise im innerstädtischen Bereich nicht immer empfangbar sind, weist die Navigationseinheit zur Durchführung einer Koppelnavigation zudem einen Richtungssensor 7, einen Wegstreckensensor 8 und einen Lenkradwinkelsensor auf. Die Signale des GPS- Empfängers, des Wegstreckensensors und des Richtungssensors werden in der zentralen Recheneinheit verarbeitet. Die aus diesen Signalen ermittelte Fahrzeugposition wird über das bekannte Map Matching mit den Straßenkarten abgeglichen. Die so gewonnene Zielführungsinformation wird über den Monitor 3 schließlich ausgegeben.
Die Karteneinheit kann beispielsweise in der Rechnereinheit 1 und/oder aber auch im Speicher 5 integriert sein. Weiterhin ist eine Kommunikationseinheit vorgesehen (siehe Bezugszeichen 303 in Fig. 3) .
Fig. 2 zeigt eine schematische Darstellung eines Kartenabschnitts, wie er beispielsweise über den Monitor 3 ausgegeben wird.
Es ist möglich, bei einer Aktualisierung nicht die gesamten Karten auszutauschen, sondern nur die betroffenen Daten. Dazu sind die Karten beispielsweise in viele kleine Kacheln aufgeteilt. Für ein Update werden nur diejenigen Kacheln ans Endgerät übertragen und ausgetauscht, in denen sich seit der letzten Aktualisierung Änderungen ergeben haben.
Ein zentraler Server sendet die Kartendaten während der Fahrt ans Fahrzeug. Sobald ein neuer Kartenbereich benötigt
wird, liefert der Server automatisch diesen Bereich an das Fahrzeugsystem.
Dieser Update-Modus wird „Map On Demand"-Modus genannt.
Damit dieses Verfahren funktioniert, ist eine ständige oder zumindest regelmäßige Kommunikation zwischen Fahrzeugsystem und externem Server notwendig.
Alternativ dazu oder zusätzlich kann das Kartenupdate auf proaktive Weise erfolgen, ohne dass hierfür eine Verbindung in Form einer ständigen oder zumindest regelmäßigen Netzverbindung zwischen dem Server und der im Fahrzug integrierten Navigationseinheit notwendig ist.
Der Kartenabschnitt 201 der Fig. 2 zeigt eine ausgewählte Fahrstrecke oder Fahrtroute 202, welche einen Startort 203 und einen Zielort 204 verbindet. Bei dem Startort 203 handelt es sich beispielsweise um Wiesbaden und bei dem Zielort 204 handelt es sich beispielsweise um Frankfurt. Diese Pendelstrecke hat der Fahrer beispielsweise auf der Internetseite seines Fahrzeugherstellers angegeben und mit den Uhrzeiten 7.30 Uhr und 17.00 Uhr versehen. Das System überprüft die typische Strecke von Frankfurt nach Wiesbaden (direkte Verbindungslinie 208 zwischen Frankfurt 204 und Wiesbaden 203), Umleitungsstrecken (beispielsweise die Strecke 210 über den Ort 205) , Baustellen, typische Staus zu dieser Zeit und die Ausweichstrecken (wie die Strecke 209 über den Ort 206) . Updates für diese Strecken können jeden Morgen zur Verfügung gestellt werden. Sobald der Fahrer morgens sein Fahrzeug startet, wird eine GSM-
Verbindung zum Zentralsystem hergestellt, das Update heruntergeladen und installiert.
Der Kasten 207 bezeichnet den tatsächlich benötigten Teil der Karte für die Pendelstrecke Wiesbaden - Frankfurt.
Bei der Überprüfung der Strecke werden beispielsweise immer die eigentliche Strecke sowie offizielle
Umleitungsstrecken, typische Ausweichstrecken und Strecken in der nächsten Umgebung der geplanten Strecke berücksichtigt. Zusätzlich können noch Baustellen, Staus (aktuell und/oder Erfahrungswerte) , Geschwindigkeitsbeschränkungen, Wetterinfos, Gefahrenhinweise und andere Besonderheiten in die Ermittlung der zu untersuchenden Strecke mit einbezogen werden, welche über TMC kommuniziert werden können.
Fig. 3 zeigt eine schematische Darstellung eines Gesamtsystems (Navigationssystem) gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung. Das Gesamtsystem 300 umfasst eine Karteneinheit 301 im Fahrzeug 302, eine Kommunikationseinheit 303 im Fahrzeug sowie eine Systemzentrale 304, auf der die aktuelle Version der kompletten Karte zur Verfügung steht.
Die Systemzentrale 304 stellt die Updates zusammen und übermittelt die Updates an die entsprechende Kommunikationseinheit 303 oder einen Zwischenadressaten 306, wie den PC eines Benutzers.
Die Systemzentrale 304 ist in der Lage, mit vielen verschiedenen Kommunikationseinheiten (also mit vielen verschiedenen Navigationseinheiten) zu kommunizieren und jeder einzelnen Navigationseinheit ein individuelles Update zur Verfügung zu stellen, wenn ein solches benötigt wird.
Die Kommunikation zwischen der Systemzentrale 304 und der Kommunikationseinheit 100 findet beispielsweise kabellos über eine Funkverbindung 305 eines Kommunikationsnetzwerks statt. Hierbei handelt es sich beispielsweise um ein Mobilfunknetzwerk oder aber auch um Datenverbindungen mit Hilfe von Nahbereichkommunikationsvorrichtungen, wie beispielsweise Bluetooth.
Die Kommunikationseinheit 303 kann auch zum Empfang von Emails mit Dateianhang oder anderen elektronischen Anhängen ausgeführt sein. Des weiteren kann die Kommunikationseinheit zur Durchführung einer Internetprotokoll (IP) -basierten Kommunikation mit entsprechendem Datenaustausch ausgeführt sein, um beispielsweise von einer personalisierten Internetseite mittels eines Downloadmechanismus aktualisierte Daten für die digitale Karte zu beziehen.
Die Kommunikationseinheit 303 weist beispielsweise ein GSM- Modul oder ein UMTS-Modul oder ein anderes Funkmodul auf. Die Kommunikationseinheit ist in der Navigationseinheit eingebaut. Auch können die Kommunikationseinheit und die Karteneinheit über eine Nahbereichskommunikations- verbindung, beispielsweise per Bluetooth, miteinander verbunden sein.
Erfolgt das Update über Email mit Dateianhang oder über eine personalisierte Webseite mit Downloadmöglichkeit, ist in der Kommunikationseinheit eine Übertragungsmöglichkeit der Datei zum Fahrzeug über z. B. einen USB-Stick oder ein anderes tragbares Speichermedium vorgesehen.
Für die Übertragung per GSM/UMTS/WLAN/WiMax ... wird jeweils zu Beginn einer Fahrt eine Kommunikation zur Systemzentrale aufgebaut, um auf Updates zu prüfen und diese in das Fahrzeug zu laden.
Ein Update umfasst beispielsweise Änderungen in der Streckenführung, neue oder geänderte Points of Interest (POIs), oder auch Baustellenangaben. Somit kann ein Update alle Veränderungen umfassen, durch die der Straßenverkehr beeinflusst werden kann.
Fig. 4 zeigt ein Flussdiagramm eines Verfahrens zur Aktualisierung einer Navigationskarte für ein Fahrzeug. In Schritt 401 erfolgt eine proaktive Ermittlung eines tatsächlich benötigten Teils der Karte durch eine Navigationseinheit. In Schritt 402 erfolgt eine zyklische Überprüfung des tatsächlich benötigten Teils der Karte auf Änderungen und in Schritt 403 eine Übertragung der eingeschränkten Aktualisierung, welche sich auf den tatsächlich benötigten Teil der Karte bezieht, an die Navigationseinheit durch eine Systemzentrale. Diese Aktualisierung wird in Schritt 404 von der Navigationseinheit empfangen.
Ergänzend sei darauf hinzuweisen, dass „umfassend" und „aufweisend" keine anderen Elemente oder Schritte ausschließt und „eine" oder „ein" keine Vielzahl ausschließt. Ferner sei darauf hingewiesen, dass Merkmale oder Schritte, die mit Verweis auf eines der obigen Ausführungsbeispiele beschrieben worden sind, auch in Kombination mit anderen Merkmalen oder Schritten anderer oben beschriebener Ausführungsbeispiele verwendet werden können. Bezugszeichen in den Ansprüchen sind nicht als Einschränkungen anzusehen.