Verfahren und Vorrichtungen zum getrennten Auftragen eines flüssigen Mehrkomponenten-Leimsystems
Beschreibung
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und Vorrichtungen zum gleichmäßigen und getrennten Auftragen eines flüssigen Mehrkomponenten-Leimsystems auf die O- berfläche von Holzwerkstoffen sowie deren Verwendung zum Verleimen von Holzwerkstoffen. Ferner betrifft die vorliegende Erfindung einen nach dem erfindungsge- mäßen Verfahren hergestellten Verbundwerkstoff.
Eine getrennte Auftragung eines Mehrkomponenten-Leimsystems bedeutet, dass die einzelnen Komponenten nicht vermischt oder miteinander in Kontakt gebracht werden, bevor diese die Holzwerkstoffoberfläche erreichen. Dies bedingt, dass kein Mischvor- gang vor dem Auftragen erforderlich ist, so dass die Gefahr einer Vorhärtung eines Leimgemisches bei der Lagerung, beim Transport und in der Auftragsvorrichtung beseitig ist und ferner Betriebunterbrechungen aufgrund dieser Faktoren vermieden werden können. Eine getrennte Auftragsweise bedeutet ferner, dass die Bearbeitungsdauer der Komponenten theoretisch unbegrenzt ist und besondere Anforderungen an die Reinigung der Auftragsvorrichtung nach der Verwendung entfallen, ferner entfällt auch die Notwendigkeit, nicht verwendete Leimsysteme zu verwerfen.
Die getrennte Auftragsweise ist seit langem bekannt (siehe US 3,437,542) und wird großtechnisch unter anderem beim Herstellen von Holzwerkstoffen verwendet.
Die getrennte Auftragsweise wird in verschiedenen Ausführungsformen beschrieben, genannt seien hier das getrennte flächige Auftragen (EP-A 16 740, EP-A 241 891), das getrennte Auftragen in Form von Schnüren (EP-A 1 425 1 14, EP-A 1 089 827, EP-A 690 1 14), das Auftragen mittels Versprühen der Komponenten (DE-A 100 35 412, CH-A 546 134, DE-A 22 13 269, GB-A 1332 880) und Kombinationen aus den genannten Varianten, sowie eine Kombination aus einem Leimauftrag mit Hilfe eines Gießfilms und einem Härterauftrag in Schurform (EP-A 362 742, EP-A 241 891 , DE-A 37 12 347).
Großtechnisch haben sich die getrennte Auftragsweise in Form von Schnüren und die getrennte Auftragsweise in Form eines Gießfilm und einer Schnur durchgesetzt.
Das Auftragen mittels Sprühtechnik hat sich aufgrund der hohen Produktviskosität der Leimkomponente als nicht wirtschaftlich herausgestellt. Ferner kann in einem solchen Verfahren die versprühte, aber nicht auf dem Holzwerkstoff aufgetragene Komponentenmenge nur schwierig in den Produktumlauf zurückgeführt werden.
Nachteilig an dem getrennten Auftrag mit Hilfe von Walzen ist, dass nur ein Produkt pro Werkstoffoberfläche aufgetragen werden kann. Dies hat beispielsweise zur Folge, dass der doppelte Beschichtungsaufwand an den mittleren Holzwerkstoffen eines mehrlagigen Brettschichtholzes benötigt wird.
Als Auftragsvorrichtungen werden quer zur Vorschubbahn sich erstreckende zylinderförmige Hohlkörper mit einer oder mehreren in der Querrichtung verlaufenden Reihen von Austrittsöffnungen beschrieben (EP-A 241 891 , EP-A 1 089 827, EP-A 1 425 1 14).
Die Weiterentwicklung auf dem Gebiet der flüssigen Mehrkomponenten-Leimsysteme bedingt trotz des vielseitigen Stands der Technik weiterhin Optimierungsbedarf, insbesondere in bezug auf eine gleichmäßige Auftragung der Komponenten quer zur Vorschubbahn. Da die neuen Leimsysteme mit erheblich weniger Leimmengen auskommen und immer kürzere Presszeiten angestrebt werden, reagieren diese Leimsysteme empfindlich auf eine ungleichmäßige Verteilung der einzelnen Komponenten.
Eine ungleichmäßige Beschichtung quer zur Vorschubrichtung kann beispielsweise zur Folge haben, dass die Holzwerkstoffe nicht parallel übereinander liegen. Bei hohen Bauteilen mit vielen übereinandergeleimten Holzwerkstoffen wird diese Schrägstellung deutlich sichtbar.
Ferner müssen die Presszeiten an die dickste aufgetragene Leimschicht angepasst werden, so dass in Summe längere Presszeiten in Kauf genommen werden müssen. Die Wartezeit, d.h. die Zeit zwischen dem Leimauftrag und dem Schließen der Pres- sen, muss ferner an die dünnste Leimschicht angepasst werden, d.h. das Verfahren muss mit einer kürzeren Wartezeit durchgeführt werden.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es demnach, ein Verfahren zum getrennten Auftragen eines flüssigen Mehrkomponenten-Leimsystems zu entwickeln, das im Ver- gleich zum Stand der Technik zu einem gleichmäßigeren Auftrag der Komponenten führt.
Die Aufgabe wurde gelöst mit einem Verfahren zum getrennten Auftragen eines flüssigen Mehrkomponenten-Leimsystems auf die Oberfläche von Holzwerkstoffen wobei entweder eine oder mehrere der Komponenten als Gießfilm in Form von ganzflächigem Auftragen dieser Komponenten auf den Holzwerkstoff mittels eines die gesamte Breite des Holzwerkstoffs überspannenden Gießvorhang aufträgt und die anderen oder alle Komponenten als Streifen oder Schnüre, welche zueinander beabstanded und ganzflächig über den Holzwerkstoff verteilt sind, aufträgt und wobei die Komponenten mit einer Auftragseinheit beinhaltend einen Vorratsbehälter, eine Verteilungskammer und eine Ausflusskammer, die mit Austrittsöffnungen versehen, aufgetragen werden, dass
dadurch gekennzeichnet ist, dass der Volumenstrom der Komponente über alle Austrittsöffnungen im wesentlichen gleichmäßig ist.
Unter dem Begriff „im wesentlichen gleichmäßiger Volumenstrom" wird bei der vorlie- genden Erfindung ein Volumenstrom verstanden, der Schwankungen von maximal 10 Prozent, bevorzugt von maximal 5 Prozent, insbesondere von maximal 1 Prozent, zwischen den einzelnen Austrittsöffnungen aufweist.
Der Volumenstrom weist üblicherweise einen Wert von 0,5 l/min bis 50 l/min auf, vor- teilhaft 1 l/min bis 40 l/min, bevorzugt 2 l/min bis 30 l/min.
Die Strömungsgeschwindigkeit liegt üblicherweise beim Eintritt in die Verteilungskammer zwischen 0,05 und 3 m/s, vorteilhaft zwischen 0,1 und 2 m/s und bevorzugt zwischen 0,5 und 1 m/s.
Die Strömungsgeschwindigkeit beim Eintritt in die Ausflusskammer liegt üblicherweise zwischen 0,01 und 1 m/s, vorteilhaft zwischen 0,1 und 0,8 m/s, bevorzugt zwischen 0,4 und 0,6 m/s.
Vorteilhaft herrscht in mindestens einer Auftragseinheit in der Verteilungskammer ein höherer Druck als in der Ausflusskammer, bevorzugt ist der Druck in der Verteilungskammer doppelt so groß wie der Druck in der Ausflusskammer. Vorteilhaft ist die Druckdifferenz größer als 1 bar. Der Druck in der Auftragsvorrichtung sollte allerdings einen Wert von 10 bar nicht überschreiten.
Der Druck in der Verteilungskammer liegt vorteilhaft zwischen 1 und 5 bar, bevorzugt 1 bis 3 bar, insbesondere 1 ,5 bis 2,5 bar.
Der Druck in der Ausflusskammer liegt vorteilhaft zwischen 0 und 2,5 bar, bevorzugt 0,5 bis 2 bar, insbesondere 0,5 bis 1 bar.
Das erfindungsgemäße Verfahren wandelt demnach die durch den zentralen An- schluss bedingte, lokal hohe Strömungsgeschwindigkeit beim Eintritt der Verteilkammer in eine gleichmäßig, über die gesamte Breite verteilte Strömung beim Eintritt in die Ausflusskammer um.
Die Anzahl der Austrittsöffnungen wird zweckmäßigerweise an die Breite der Holzwerkstoffe angepasst. Typischerweise beträgt die Anzahl der Austrittsöffnungen zwischen 10 und 100 pro Komponente pro Holzwerkstoffbreite, vorteilhaft zwischen 30 bis 70. Die Breite der Holzwerkstoffe liegt in der Regel bei 50 bis 500 mm, vorteilhaft bei 150 bis 300 mm. Die Länge der Reihe an Austrittsöffnungen liegt demnach vorteilhaft
zwischen 100 und 550 mm, bevorzugt zwischen 250 und 500 mm und insbesondere zwischen 350 und 450 mm.
Die Größe der Austrittsöffnungen richtet sich nach der Viskosität der daraus austreten- den Flüssigkeit und der Vorschubgeschwindigkeit des Holzwerkstoffs. Der Durchmesser der Öffnungen beträgt vorteilhaft 0,5 bis 5 mm, bevorzugt 1 bis 3 mm, insbesondere 1 ,6 bis 2 mm.
Die einzelnen Austrittsöffnungen sind vorteilhaft in einem Abstand von 3 mm bis 15 mm, bevorzugt von 4 bis 12 mm, insbesondere von 5 bis 9 mm angeordnet. Die Öffnungen sind zweckmäßig in Reihe angeordnet. Gegebenenfalls können mehrere Reihen hintereinander angeordnet sein, die auf Lücke oder direkt hintereinander angeordnet sind.
Gegebenenfalls sind die Öffnungen auf einer gesonderten, auswechselbaren Platte unabhängig vom restlichen Zirkulationskreislauf angeordnet, so dass sie im Falle eines Verschleißes leicht zu ersetzen sind.
Die Vorschubgeschwindigkeit des Werkstoffes, der unter den als Streifen oder Gießfilm aufgetragenen flüssigen Komponenten durchläuft, beträgt zweckmäßigerweise 20 bis 300 m/min, vorteilhaft 50 bis 250 m/min, bevorzugt 100 bis 200 m/min.
Die Fallhöhe der Schnüre und/oder des Gießfilms beträgt zweckmäßigerweise bei 5 bis 100 mm, vorteilhaft bei 10 bis 80 mm, bevorzugt bei 20 bis 50 mm.
Das Mehrkomponenten-Leimsystem ist bevorzugt ein Zweikomponentensystem, wobei eine Komponente A vorteilhaft ein Leim und eine Komponente B vorteilhaft ein Härter ist.
Gegebenenfalls können allerdings als weitere Komponenten dem Fachmann bekannte Additive aufgetragen werden. Diese Additive können separat von den Komponenten Leim und Härter über eine dritte Auftragseinheit oder im Gemisch mit dem Leim und/oder dem Härter aufgetragen werden.
Beim Auftragen eines Leim-Härter-Systems liegt die gemeinsame Auftragsmenge vorteilhaft bei 100 bis 500 g/m2, bevorzugt bei 200 bis 450 g/m2, besonders bevorzugt bei 250 bis 400 g/m2.
Unter Verwendung eines Leim-Härter-Systems beträgt das Gewichtsverhältnis von Leim zu Härter bevorzugt 100:20 bis 100:200, bevorzugt 100:30 bis 100:100, besonders bevorzugt 100:50 bis 100:100.
Als Komponente A (Leim) können alle dem Fachmann bekannten Leime verwendet werden. Beispielsweise können Harnstoff-Formaldehyd-Harze, Melamin-Formaldehyd- Harze, Melamin-Harnstoff-Formaldehyd-Harze, veretherte Melamin-Formaldehyd- Harze, Phenol-Harze, Phenol-Formaldehyd-Harze, Resorcin-Phenol-Formaldehyd- Harze, Polyurethan-Harze, Polyvinylacetat-Harze, Emulsionen oder Dispersionen von Isocyanat-Harzen oder Mischungen aus zwei oder mehreren Komponenten verwendet werden. Bevorzugt werden Aminoplastharze eingesetzt, insbesondere Melamin- Harnstoff-Formaldehyd-Harze, veretherte Melamin-Formaldehyd-Harze, Harnstoff- Formaldehyd-Harze oder Mischungen hieraus.
Die Viskosität des Leimharzes beträgt 2000 bis 4500 Pas, bevorzugt 2500 bis 3000 Pas.
Die Komponente B ist vorteilhaft ein Härter enthaltend eine Säure, ein saures Salz und/oder eine Säure bildendes Salz. Härtersysteme sind allgemein bekannt und beispielsweise in der WO 2005/030895 (Seite 4), WO 2005/097931 (Seite 5) und WO 2006/015750 (Seite 4) beschrieben.
Vorteilhaft wird der Härter vor dem Leim auf den Holzwerkstoff aufgetragen. Besonders bevorzugt wird der Härter in Form von Schnüren und der Leim in Form eines Gießfilms gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren auf den Holzwerkstoff aufgetragen.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist nicht beschränkt auf eine spezielle Anwendung, jedoch wird es vorteilhaft in der Holzindustrie verwendet. Das Verfahren wird bevorzugt zum getrennten Auftrag beim Verleimen von Holz verwendet, beispielsweise bei nicht tragenden Anwendungen wie bei Parkett, Rollenheißkaschierungen (Folien auf beispielsweise Spanplatten), Furnieren, Sperrholz, Einschichtplatten, Mehrschichtplatten, Schalungsplatten. Ferner wird das Verfahren vorteilhaft bei tragenden Anwendungen verwendet, wie beispielsweise bei Brettschichtholz, Duo- oder Triobalken (siehe auch WO 02/068178 oder EP-A 860 251 ).
Das Verpressen der mit den Komponenten beschichteten Werkstoffe erfolgt nach dem Fachmann üblichen Verfahren.
Die vorliegende Erfindung betrifft ferner Verbundwerkstoffe beinhaltend mehrere Holzwerkstoffe, die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren verleimt wurden.
Die vorliegende Erfindung betrifft ferner eine Auftragsvorrichtung zum Auftragen einer flüssigen Komponente, wobei die Auftragsvorrichtung (1) aus einer Verteilungskammer (3) und einer Ausflusskammer (4) mit Austrittsöffnungen besteht, wobei die Verteilungskammer (3) aus einer trapezartigen Hohlkammer besteht, die zentral einen Ein- lass (2) für die Auftragskomponente aufweist und unten mit der Ausflusskammer (4)
verbunden ist, wobei die Wände der Verteilungskammer (3) aus vier Trapezen gebildet werden, wobei die Wände quer zur Vorschubsrichtung (3A) eine Bodenlänge (3i), die 20 bis 100 Prozent der Länge der Ausflusskammer (4ii) beträgt, einen Winkel (α) von 20° bis 85° zwischen der Bodenkante und der Seitenkante und eine Deckenlänge (3ii), die 5 bis 50 Prozent der Bodenlänge (3i) beträgt, aufweisen und die Wände (3B) parallel zur Vorschubsrichtung eine Bodenlänge (3iii) von 1 mm bis 30 mm, einen Winkel (ß) von 85° bis 135° zwischen der Bodenkante und der Seitenkante und eine Deckenlänge (3ii), die 100 bis 1000 Prozent der Bodenlänge (3iii) beträgt, aufweisen und die Ausflusskammer (4), die einen zylindrischen oder rechteckigen Hohlkörper beinhaltet, des- sen Breite (4i) 20 mm bis 100 mm bzw. dessen Durchmesser 20 mm bis 100 mm und dessen Länge (4ii) 50 bis 1000 mm beträgt.
Die Seiten der Ausflusskammer sind vorteilhaft verschlossen.
Vorteilhaft ist die Länge der Ausflusskammer (4ii) an die Länge der Austrittsöffnungen und somit an die Brettbreite angepasst. Vorteilhaft beträgt die Länge (4ii) der Ausflusskammer (4) 100 bis 600 mm, bevorzugt 200 bis 500 mm, insbesondere 350 bis 450 mm.
Vorteilhaft beträgt die Bodenlänge (3i) der trapezförmigen Wände (3A) der Verteilungskammer 40 bis 100 Prozent der Länge der Ausflusskammer (4ii), bevorzugt 50 bis 90, insbesondere 50 bis 80 Prozent der Länge der Ausflusskammer (4ii).
Der Winkel (α) beträgt vorteilhaft 35° bis 80°, bevorzugt 45° bis 75°, insbesondere 60° bis 70°.
Deckenlänge (3ii) der Verteilungskammer beträgt vorteilhaft 5 bis 30 Prozent der Bodenlänge (3i), bevorzugt 10 bis 30, insbesondere 10 bis 20 Prozent.
Vorteilhaft beträgt die Bodenlänge (3iii) der trapezförmigen Wände (3B) der Verteilungskammer 3 mm bis 30 mm, bevorzugt 4 mm bis 20 mm, insbesondere 5 mm bis 8 mm.
Der Winkel (ß) beträgt vorteilhaft 90° bis 135°, bevorzugt 92° bis 100°, insbesondere 93° bis 96°.
Die Deckenlänge (3ii) der Verteilungskammer beträgt vorteilhaft 200 bis 1000 Prozent der Bodenlänge (3iii), bevorzugt 200 bis 800, insbesondere 400 bis 600 Prozent.
Die Breite (4i) der Ausflusskammer beträgt vorteilhaft 30 bis 80 mm, insbesondere 35 bis 55 mm, bzw. der Durchmesser der Ausflusskammer beträgt vorteilhaft 30 bis 80 mm, insbesondere 35 bis 55 mm.
In der Verteilungskammer sowie in der Ausflusskammer können sich Leitorgane und verteilungsbegünstigende Einbauten wie beispielsweise Sieb- und/oder Leitbleche und dergleichen befinden.
Die vorliegende Erfindung betrifft ferner eine Auftragseinheit beinhaltend pro Komponente im wesentlichen einen Vorratsbehälter, eine erfindungsgemäße Auftragsvorrichtung aus einer Verteilungskammer und einer Ausflusskammer, die mit Austrittsöffnungen versehen ist, gegebenenfalls ein Leitorgan, gegebenenfalls eine Auffangwanne und der dazugehörigen Ringleitung mit zwei Pumpen.
Ferner betrifft die vorliegende Erfindung eine Vorrichtung zum Auftragen eines flüssigen Mehrkomponenten-Leimsystems auf zu verleimende Holzwerkstoffe mit einer Vorschubeinrichtung für die Holzwerkstoffe, einem oder mehreren oberhalb der Vorschub- bahn angeordneten und quer dazu sich erstreckende Auftragsvorrichtung (1) die an der Vorschubbahn zugewandten Seite eine oder mehrere in der Querrichtung verlaufende Reihen von Austrittsöffnungen (5) aufweist und mit einem Vorratsbehälter für die Komponente verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Auftragsvorrichtung (1 ) aus einer Verteilungskammer (3) und einer Ausflusskammer (4) besteht, wobei die Vertei- lungskammer (3) aus einer trapezartigen Hohlkammer besteht, die zentral einen Ein- lass (2) für die Auftragskomponente aufweist und unten mit der Ausflusskammer (4) verbunden ist, wobei die Wände der Verteilungskammer (3) aus vier Trapezen gebildet werden, wobei die Wände quer zur Vorschubsrichtung (3A) eine Bodenlänge (3i), die 20 bis 100 Prozent der Länge der Ausflusskammer (4ii) beträgt, einen Winkel (α) von 20° bis 85° zwischen der Bodenkante und der Seitenkante und eine Deckenlänge (3ii), die 5 bis 50 Prozent der Bodenlänge (3i) beträgt, aufweisen und die Wände (3B) parallel zur Vorschubsrichtung eine Bodenlänge (3iii) von 1 mm bis 30 mm, einen Winkel (ß) von 85° bis 135° zwischen der Bodenkante und der Seitenkante und eine Deckenlänge (3ii), die 100 bis 1000 Prozent der Bodenlänge (3iii) beträgt, aufweisen und die Aus- flusskammer (4), die einen zylindrischen oder rechteckigen Hohlkörper beinhaltet, dessen Breite (4i) 20 mm bis 100 mm bzw. dessen Durchmesser 20 mm bis 100 mm und dessen Länge (4ii) 50 bis 1000 mm beträgt.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung zum Auftragen eines Mehr-Komponentensystems kann eine oder mehrere erfindungsgemäße Auftragseinheiten oder eine oder mehrere erfindungsgemäße Auftragseinheiten in Verbindung mit Auftragseinheiten aus dem Stand der Technik aufweisen. Vorteilhaft weist die erfindungsgemäße Vorrichtung zwei erfindungsgemäße Austrageinheiten, eine für den Leim und eine für den Härter, auf.
Es ist zweckmäßig, unterhalb der Vorschubbahn in Höhe der Austrittsöffnungen je einen Auffangbehälter für die überschüssigen Komponenten vorzusehen, der über eine
Rückführungsleitung und eine Pumpe mit dem Vorratsbehälter in Verbindung steht. Somit werden die einzelnen Komponenten vorteilhaft im Kreislauf gehalten.
Die Austragseinheit wird demnach zweckmäßigerweise über einen unter Druck ste- henden Zirkulationskreis mit den fließfähigen Komponenten gespeist, wobei die Austragseinheit über Versorgungsleitungen mit einem Komponentenreservoir verbunden ist. Der Druck wird zweckmäßigerweise der erforderlichen Durchflussmenge der fließfähigen Komponenten angepasst und liegt typischerweise im Bereich von 1 bis 10, bevorzugt 2 bis 8 bar.
Die Auftragseinheit, insbesondere die Auftragseinheit für den Leim, weist vorteilhaft zwischen der bzw. den Reihe(n) der Austrittsöffnungen und der Vorschubbahn ein Leitblech für die aus den Öffnungen austretenden viskosen Flüssigkeiten auf. Das Leitblech ist vorteilhaft aus Metall oder Kunststoff gefertigt. Das Leitblech erstreckt sich entlang der Öffnungsreihe bzw. -reihen. Die aus den Öffnungen auf das Leitblech auftreffende Flüssigkeit zerfließt auf der Blechoberfläche, so dass ein gleichmäßiger und zusammenhängender Film entsteht, der vom Leitblech auf die zu beschichtende Holzwerkstoffoberfläche fließt.
Da der entstehende Film die Neigung hat, sich zusammenzuziehen, kann er vorteilhaft an seinen Rändern geführt und stabilisiert werden. Diese kann mit Hilfe von starren oder beweglichen Ablaufkanten geschehen, in die das Leitblech seitlich ausläuft.
Vorteilhaft sind am Leitorgan und/oder im Bereich des Leitorgans Luftstau verhindern- de Einrichtungen vorgesehen wie in der DE-A 37 12 347 in den Kolumnen 3 und 4, sowie in den dazugehörigen Zeichnungen, offenbart.
Unter Verwendung mehrerer Komponenten werden diese vorteilhaft räumlich separat voneinander aufgetragen, wobei der Abstand der Auftragseinheiten in Richtung des durchlaufenden Holzwerkstoffs so klein wie möglich sein sollte, bevorzugt kleiner als 50 cm, insbesondere kleiner als 10 cm, jedoch so groß, dass die zuerst aufgetragene Komponente nicht in das Auffangbecken der folgenden Komponente verschleppt wird.
Ferner betrifft die vorliegende Erfindung die Verwendung der erfindungsgemäßen Auf- tragsvorrichtung, der erfindungsgemäßen Auftragseinheit und/oder der erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Auftragen eines flüssigen Mehr-Komponentensystems zum Verleimen von Holzwerkstoffen.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung wird im folgenden unter Hinweis auf die Zeichnung näher erläutert:
Fig. 1 : Auftragsvorrichtung (1) in einer Gesamtansicht
Fig. 2: Auftragsvorrichtung (1), die in ihre einzelnen Bauelemente unterteilt ist
Wie in Fig. 1 und Fig. 2 gezeigt beinhaltet die Auftragsvorrichtung (1 ) im wesentlichen einen Einlass für die Auftragskomponente (2), eine Verteilungskammer (3) und eine Ausflusskammer (4), die mit Austrittsöffnungen (5) versehen ist. Die Verteilungskammer beinhaltet eine trapezartige Hohlkammer, wobei die Wände der Verteilungskammer durch vier Trapeze (zweimal 3A und zweimal 3B) gebildet werden. Die Wände der Verteilungskammer (3A) sind quer zur Vorschubsrichtung angeordnet und weisen eine Bodenlänge (3i) einen Winkel (α) zwischen der Bodenkante und der Seitenkante und eine Deckenlänge (3ii) auf. Die Wände der Verteilungskammer (3B) sind parallel zur Vorschubsrichtung angeordnet und weisen eine Bodenlänge (3iii) einen Winkel (ß) zwischen der Bodenkante und der Seitenkante und eine Deckenlänge (3ii) auf. Die Ausflusskammer beinhaltet einen zylindrischen oder rechteckigen Hohlkörper mit einer Breite (4i) und einer Länge (4ii).
Der Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens und der erfindungsgemäßen Vorrichtungen liegt in einem sehr gleichmäßigen Auftrag der Komponenten, so dass die Gefahr an Verleimungsschwachstellen auf ein Minimum begrenzt werden konnte. Ferner weisen nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellte hohe Bauteile mit vielen übereinandergeleimten Lamellen eine einheitliche Höhe auf. Darüber hinaus kann die Presszeit und die Wartezeit optimal eingestellt werden. Durch die gleichmäßige Verteilung ist der Film auch bei geringeren Umlaufmengen stabil. Somit können auch langsam laufende Holzwerkstoffe mit geringen Auftragsmengen beschichtet werden.
Beispiele
1. Gießvorhang gemäß EP 362 742 (Vergleichsbeispiel)
Es wurde die Gleichmäßigkeit des Gießvorhangs quer zur Laufrichtung der Holzwerk- Stoffe untersucht, in dem von dem Gießvorhang von 400 mm Länge in fünf Zonen mit je 50 mm Länge der Film in einem Messbecher aufgefangen wurde. Die Messzeit betrug 30 Sekunden. In der Tabelle 1 sind die Ergebnisse des Versuchs zusammengefasst.
Tabelle 1
Die Ergebnisse des Beispiels 1 belegen, dass trotz des eingesetzten Verteilbleches keine gleichmäßige Beschichtung der Holzwerkstoffe möglich ist.
2. Auftrag in Form von Schnüren gemäß EP 1 089 827 (Vergleichsbeispiel)
Es wurde die Gleichmäßigkeit der Schnüre quer zur Laufrichtung der Holzwerkstoffe untersucht, in dem von dem Schnurvorhang von 400 mm Länge in drei Zonen mit je 50 mm Länge die Schnüre in einem Messbecher aufgefangen wurden. Die Messzeit betrug 30 Sekunden. In der Tabelle 2 sind die Ergebnisse des Versuchs zusammengefasst.
Tabelle 2
Erster, linker Abschnitt der Zweiter, mittlerer Abschnitt Dritter, rechter Abschnitt Schnüre der Schnüre der Schnüre
1320 g 1249 g 1428 g
Die Ergebnisse des Beispiels 2 belegen, dass auch bei der Auftragsvorrichtung gemäß EP 1 089 827 keine gleichmäßige Beschichtung der Holzwerkstoffe möglich ist.
3. Erfindungsgemäßer Gießvorhang
Es wurde die Gleichmäßigkeit des erfindungsgemäßen Films quer zur Laufrichtung der Holzwerkstoffe untersucht, in dem von dem Gießvorhang von 400 mm Länge in fünf Zonen mit je 50 mm Länge der Film in einem Messbecher aufgefangen wurde. Die Messzeit betrug 30 Sekunden. In der Tabelle 3 sind die Ergebnisse des Versuchs zusammengefasst.
Tabelle 3