EP1920111A1 - Stevensit- und/oder kerolith-haltige adsorbentien zur störstoffbindung in der papierherstellung - Google Patents

Stevensit- und/oder kerolith-haltige adsorbentien zur störstoffbindung in der papierherstellung

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EP1920111A1
EP1920111A1 EP06776998A EP06776998A EP1920111A1 EP 1920111 A1 EP1920111 A1 EP 1920111A1 EP 06776998 A EP06776998 A EP 06776998A EP 06776998 A EP06776998 A EP 06776998A EP 1920111 A1 EP1920111 A1 EP 1920111A1
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stevensite
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kerolith
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Ulrich Sohling
Friedrich Ruf
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Sued Chemie AG
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Abstract

Verfahren zur Störstoffbindung in der Papierherstellung, umfassend die folgenden Schritte: (a) Bereitstellen mindestens einer Stevensit- und/ oder Kerolith-haltigen Komponente; (b) Bereitstellen einer Papierpulpe bzw. Faserstoffmasse; (c) Zugabe der mindestens einen Stevensit- und/oder Kerolith-haltigen Komponente zu der Papierpulpe bzw. Faserstoffmasse; (d) Ermöglichen der Bindung von Störstoffen an die mindestens eine Stevensit-und/oder Kerolith-haltige Komponente in der Papierpulpe bzw. Faserstoffsuspension.

Description

STEVENSIT- UND/ODER KE RO L I TH - HAL T I GE ADSORBENTIEN ZUR STÖRSTOFFBINDÜNG IN DER
PAPIERHERSTELLUNG
Beschreibung
Die vorliegende Erfindung betrifft die Verwendung von Stevensit- und/oder Kerolith-haltigen Materialien bei der Bindung oder Entfernung von Störstoffen in der Papierherstellung.
Die Störstoffentfernung bzw. -bindung bei der Papierherstellung gewinnt immer mehr an Bedeutung. Die Problematik beruht auch darauf, dass das bei der Papierherstellung anfallende Wasser im Kreislauf gefahren wird, wobei sich Störstoffe nach und nach darin anreichern. Diese Störstoffe können so zu den unterschiedlichsten Produktstörungen führen, wie z.B. zur Bildung von Ablagerungen auf den Walzen der Papiermaschine, zur Verklebung der Siebe, etc.. Diese Effekte führen zu Unterbrechungen bei der Papierproduktion. Um die Anzahl der Produktionsstopps zu minimieren, ist es wünschenswert, die im Kreislaufwasser anfallenden Störstoffe zu binden, indem man Polymere oder Adsorbentien bereits im Stoffauflauf einsetzt. Die meisten relevanten Störstoffe sind dabei negativ geladen. Dabei handelt es sich beispiels- weise um Huminsäuren, Baumharzkolloide, Linginderivate, Lignin- sulfonate, die aus den Fasern in den Papierkreislauf eingetragen werden. Hinzu kommen Störstoffe, die in die Papiermaschine durch ein Recycling von Papierbruch eingetragen werden. Dieser Papierbruch wird typischerweise wieder dispergiert und in die Papiermaschine eingebracht . Dadurch werden die darin enthaltenen Inhaltsstoffe und Hilfsmittel komplett in den Kreislauf zurückgeführt. Eingetragen werden dadurch zusätzlich z.B. Carboxymethyl- cellulosen, Polyacrylate, Polyphosphonate und Silicate. Weitere geladene Störstoffe sind die Latices, die im Papierstrich verwendet werden. Diese können stark zur Agglomeration neigen, wobei die Agglomerate als klebrige, weiße Rückstände auf der Papiermaschine abgelagert werden (sog. White Pitch) .
Im Stand der Technik ist umfangreich bereits der Austrag von klebrigen Stoffen (sog. "Stickys") durch den Einsatz von Talkum (Talk) beschrieben. So ist gemäß P. Biza, E. Gaksch und P. Kaiser "Verbesserter Austrag von Stickys durch den Einsatz von Talkum", Wochenblatt für Papierfabrikation 11/12 (2002) S. 759ff. spätestens seit Beginn des letzten Jahrhunderts die Wirkung von Talkum zur Reduktion klebender Ablagerungen dokumentiert . Fast alle bekannten natürlichen und synthetischen klebenden Substanzen sind hydrophob. Talkum ist zur Bindung dieser Stickys insofern dafür bestens geeignet, weil es eine von Natur aus hydrophobe Oberfläche aufweist, welches es leicht an Kleberoberflächen adsorbieren und diese durch Umhüllung weniger klebrig werden lässt.
Weiterhin ist beispielsweise in der US 5,368,962 die Verwendung von Montmorilloniten wie Bentonit zur Kontrolle von Störstoffen in der Papiermasse beschrieben. Auch die Alkalibehandlung von Bentoniten ist als eine Möglichkeit angesprochen.
In der US 4,964,955 ist ebenfalls ein Verfahren zur Verringerung der Störstoffe bei der Papierherstellung beschrieben. Darin wird zur Störstoffbindung eine teilchenförmige Zusammensetzung, enthaltend (a) ein wasserlösliches kationisches Polymer, das auf (b) ein im wesentlichen wasserunlösliches teilchenförmiges Substrat aufgebracht ist, enthält. Das Polymer soll ausreichend elektropositiv sein, so dass die teilchenförmige Zusammensetzung ein Zeta-Potential von mindestens etwa +30 mV aufweist. Bei dem Polymer handelt es sich vorzugsweise um ein PoIy (dialkyldialyl- ammoniumhalogenid) . Bei dem Substrat handelt es sich beispielsweise um ein Phyllosilicatmineral.
In ähnlicher Weise betrifft die EP 0 760 406 A2 eine Kombination eines PoIy (dadmac/acrylamid) und eines Bentonits bei der Störstoffbindung .
In der GB 2 297 334 A wird wiederum die Verwendung eines smekti- tischen Tons zur Störstoffkontrolle offenbart, wobei der smekti- tische Ton wie folgt modifiziert ist: monovalente austauschbare Kationen sind in einem äquivalenten Ionenanteil im Bereich von 0,20 bis 0,60 vorhanden; eine erste Art von bivalenten austauschbaren Kationen ist in einem äquivalenten Ionenanteil im Bereich von 0,40 bis 0,80 vorhanden; und eine zweite Art von bivalenten austauschbaren Kationen ist in einem äquivalenten Ionenanteil im Bereich von 0,00 bis 0,20 vorhanden, wobei die erste Art von bivalenten austauschbaren Kationen Calcium umfasst und die zweite Art von bivalenten austauschbaren Kationen Magnesium umfasst.
Viele der im Stand der Technik eingesetzten Mittel zur Störstoffbindung sind recht kostspielig und für bestimmte Störstoff- Zusammensetzungen nicht optimal geeignet. Es besteht somit ein ständiger Bedarf an Mitteln zur Bindung von Störstoffen in der Papierherstellung.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es daher, ein verbessertes Verfahren zur Störstoffbindung in der Papierherstellung be- reitzustellen, das die Nachteile des Standes der Technik vermeidet. Aufgabe war es auch, den Einsatz eines einfach und kostengünstig herzustellenden Mittels zur ermöglichen, und ein hohes Maß an Störstoffbindung, auch von hydrophoben Anteilen, bereitzustellen.
Diese Aufgabe wird durch das Verfahren gemäß Anspruch 1 gelöst .
So wurde im Rahmen der vorliegenden Erfindung überraschend gefunden, dass durch die Verwendung von Stevensit und/oder Kero- lith enthaltenden Komponenten in einem Verfahren zur Papierherstellung eine hervorragende Störstoffbindung bzw. -entfernung ermöglicht wird. Dabei binden bzw. sorbieren die Stevensit- und/oder Kerolith-haltigen Komponenten Störstoffe, einschließlich von deren hydrophoben Anteilen, in überraschend hohem Maße. Diese Komponenten können daher auch als Sorbentien bzw. Ad- oder Absorbentien angesehen werden, wobei diese Begriffe hier der Einfachheit halber gleichbedeutend verwendet werden.
Unter Störstoffen werden dabei in Rahmen der vorliegenden Erfindung sowohl klebrige Substanzen, in der Literatur auch als "Kleber" bzw. "Stickies" bezeichnet werden, als auch das sogenannte "Pitch" d.h. in erster Linie Baumharzkomponenten, verstanden. Hier kann auf die in der Beschreibungseinleitung gemachten Ausführungen zu den Störstoffen veriesen werden. Eine detaillierte Auflistung der "Pitch" und "Stickies" -Bestandteile findet sich beispielsweise in der WO01/09424 auf den Seiten 1 und 2, und die dortige Offenbarung wird hiermit durch Bezugnahme ausdrücklich in die vorliegende Beschreibung aufgenommen.
Ein besonders bevorzugter Aspekt bezieht sich auf die Verwendung mindestens einer Stevensit- und/oder Kerolith-haltigen Komponente zur Bindung bzw. Entfernung von hydrophoben Störstoffen in einem Verfahren zur Papierherstellung. Nach einem ersten erfindungsgemäßen Aspekt enthält die eingesetzte Komponente Stevensit bzw. eine Stevensitphase.
Was unter Stevensit zu verstehen ist, ist dem Fachmann geläufig. Eine nähere Charakterisierung von Stevensit findet sich beispielsweise in J. L. Martin de Vidales et al . , Clay Minerals (1991) 26, S. 329-342, und in G.B. Brindley et al . , Mi- neralogical Magazine, 1977, Vol. 41, S. 443-452, auf die ausdrücklich verwiesen werden kann. Die Bestimmung von Stevensit kann wie dort beschrieben durchgeführt werden. Charakteristisch ist der Diffraktionspeak bei Gitterabstand (Basa- labstand) 10 Ä, dessen Lage bei verschiedenen Feuchtigkeiten eine deutliche Verschiebung zeigt. Nach einem ersten Aspekt der Erfindung wird als Stevensit bzw. stevensithaltige Komponente also ein Material angesehen, das den charakteristischen Diffraktionspeak beim Gitterabstand (Basalabstand) 10 Ä gemäß Brindley et al (a.a.O.) aufweist, und vorzugsweise auch die dort beschriebene Verschiebung dieses Peaks bei unterschiedlichen Feuchtigkeiten oder einer Behandlung mit Ethylenglycol (siehe unten) . Charkteristisch ist auch der Abstand nahe 17 Ä bei Behandlung mit Ethylenglycol. Hier wird ausdrücklich auf die bei G.B. Brindley et al. (a.a.O.) in Fig. 2 angegebene Pulver-Röntgendiffraktogramme für Stevensit und die dazugehörigen Teile des Textes verwiesen. Erfindungsgemäß ändert sich daher bei den eingesetzten Stevensiten in dem Mykotoxin- Adsorbens bzw. in der Stevensithaltigen Komponente bei unterschiedlichen Feuchtigkeiten oder einer Behandlung mit Ethylenglycol gemäß Fig. 2 der Literaturstelle Brindley et al . (a.a.O.) die Lage des Diffraktionspeaks beim Gitterabstand von etwa 10 Ä charakteristisch. Dadurch unterscheidet sich der eingesetzte Stevensit beispielsweise auch von reinem Ke- rolith. Der Ausdruck "Stevensit" soll hier einfachheitshalber auch stevensithaltige Komponenten umfassen. Der Begriff "steven- sithaltige Komponente" soll zum Ausdruck bringen, dass erfindungsgemäß auch Komponenten eingesetzt werden können, die neben Stevensit noch weitere Bestandteile enthalten. Beispielsweise enthalten viele kommerziell erhältliche Stevensit- Produkte neben Stevensit noch unterschiedliche Mengen an Begleitmineralien. Zudem sind auch Abmischungen von Stevensit mit anderen Bestandteilen, wie beispielsweise anderen mineralischen Bestandteilen, insbesondere Schichtsilicaten, denkbar.
Nach einer erfindungsgemäßen Ausführungsform wird mindestens eine Stevensit- und/oder Kerolith-haltigen Komponente eingesetzt, die im Wesentlichen oder vollständig aus Stevensit o- der mindestens einer stevensithaltigen Komponente besteht.
Nach einem weiteren erfindungsgemäßen Aspekt enthält die eingesetzte Komponente Kerolith bzw. eine Kerolithphase.
Was unter Kerolith zu verstehen ist, ist dem Fachmann geläufig und muss hier nicht näher erläutert werden. Beispielsweise kann hier auch auf Brindley et al. (a.a.O.) verwiesen werden. Die Bestimmung von Kerolith kann wie dort beschrieben durchgeführt werden. Die chemische Analyse von Kerolith ergibt eine Zusammensetzung nahe R3Si4Oi0 (OH) 2 -nH20, wobei R hauptsächlich Mg darstellt und n etwa 0,8 bis 1,2 beträgt. Charakteristisch ist der Diffraktionspeak bei Gitterabstand (Basalabstand) 10 Ä, dessen Lage bei verschiedenen Feuchtigkeiten keine Expansion und bis 5000C keine thermische Kontraktion zeigt. Hier wird ausdrücklich auf die bei G.B. Brindley et al . (a.a.O.) in Fig. 2 angegebene Pulver- Röntgendiffraktogramme für Kerolith und die dazugehörigen Teile des Textes verwiesen. Nach einer möglichen erfindungs- gemäßen Ausführungsform ist in der erfindungemäßen Zusammen- setzung der Stevensit bzw. die mindestens eine stevensithal- tige Komponente teilweise oder vollständig durch Kerolith oder mindestens eine kerolithhaltige Komponente ersetzt.
Der Ausdruck "Kerolith" soll hier einfachheitshalber auch kerolithhaltige Komponenten umfassen. Der Begriff "kerolithhaltige Komponente" soll zum Ausdruck bringen, dass erfindungsgemäß auch Komponenten eingesetzt werden können, die neben Kerolith noch weitere Bestandteile enthalten. Beispielsweise enthalten viele kommerziell erhältliche Kerolith-Produkte neben Kerolith noch unterschiedliche Mengen an Begleitmineralien. Zudem sind auch Abmischungen von Kerolith mit anderen Bestandteilen, wie beispielsweise anderen mineralischen Bestandteilen, insbesondere Schichtsilicaten, denkbar.
Nach einer erfindungsgemäßen Ausführungsform wird mindestens eine Stevensit- und/oder Kerolith-haltigen Komponente eingesetzt, die im Wesentlichen oder vollständig aus Kerolith oder mindestens einer kerolithhaltigen Komponente besteht.
Nach einem weiteren erfindungsgemäßen Aspekt enthält die eingesetzte Komponente sowohl Stevensit bzw. eine Stevensitphase als auch Kerolith bzw. eine Kerolithphase. Es wurde gefunden, dass solche Stevensit- und Kerolith-haltigen Komponenten besonders gute Störstoffbindungseigenschaften zeigen.
Nach einer bevorzugten Ausführungsform enthält die eingesetzte Stevensit- und/oder Kerolith-haltige Komponente mindestens 10 Gew.-%, vorzugsweise mindestens 50 Gew.-%, insbesondere mindestens 75 Gew.-%, besonders bevorzugt mindestens 90 Gew.- %, insbesondere bevorzugt mindestens 95 Gew.-%, an Stevensit und/oder Kerolith. So wurde überraschend gefunden, dass eine besonders gute Störstoffbindung resultiert, wenn wenn Stevensit und/oder Kerolith in den erfindungsgemäß verwendeten Komponenten mineralogisch die Hauptphase darstellt. Im Rahmen der vorliegenden Erfindung wurde weiterhin gefunden, dass besonders solche Stevensit- und/oder Kerolith- haltigen Komponenten geeignet sind, die einen Magnesiumoxid- gehalt von mindestens 15 Gew.-%, insbesondere mindestens 17 Gew.-%, weiter bevorzugt mindestens 20 Gew.-%, aufweisen. Entsprechende Materialien sind kommerziell verfügbar. Weiterhin wird bevorzugt, dass der Magnesiumoxidgehalt der verwendeten Stevensit- und/oder Kerolith-haltigen Komponenten, insbesondere des Stevensits bzw. der stevensithaltigen Komponente nicht über 40 Gew.-%, insbesondere nicht über 35 Gew.-%, in vielen Fällen weiter bevorzugt nicht über 32 Gew.-%, liegt.
Der Gehalt an Magnesiumoxid ist auch bestimmend für die genaue Ausbildung der Schichtstruktur des Materials. Es wird angenommen, ohne dass die Erfindung auf die Richtigkeit dieser Annahme beschränkt wäre, dass die Schichtstruktur des erfindungsgemäß verwendeten Materials, insbesondere des Stevensits, eine besonders günstige Porosimetrie und besonders effiziente Oberflächen zur Adsorption einer Vielzahl unterschiedlicher Störstoffe bereitstellt.
Nach einer erfindungsgemäßen Ausführungsform, insbesondere bei Komponenten mit hohem Stevensitanteil, liegt die BET- Oberflache (gemessen nach DIN 66131, siehe Methodenteil) vorzugsweise bei mindestens 60 va2/q, insbesondere mindestens 80 m2/g, insbesondere mindestens 100 m2/g. Diese hohen BET- Oberflächen ermöglichen offenbar für einige Störstoffe eine noch effizientere Adsorption.
Es wurde weiterhin gefunden, dass besonders solche Komponenten besonders gute Ergebnisse liefern, die eine Katione- naustauschkapazität (CEC, cation exchange capacity) von weniger als 40 meq/100 g, insbesondere weniger als 35 meq/100 g, besonders bevorzugt weniger als 30 meq/100 g, aufweisen. Die CEC kann wie im nachstehenden Methodenteil angegeben bestimmt werden .
Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform werden solche Stevensit- und/oder Kerolith-haltigen Komponenten eingesetzt, deren CEC mindestens 2 meq/100 g, vorzugsweise mindestens 5 meq/100 g, insbesondere mindestens 10 meq/100 g, weiter bevorzugt mindestens 15 meq/100 g beträgt.
Unter "Kationenaustauschkapazität" (CEC) wird dabei die Summe aller austauschbaren Kationen verstanden, angegeben in mVal/100 g und bestimmt nach der CEC-Analysenmethode wie nachstehend vor dem Beispielteil (Bestimmung der Kationenaustauschkapazität) erläutert. Die Kationenaustauschkapazität umfasst also beispielsweise die Summe aller austauschbaren zwei- und einwertigen Kationen wie Calcium-, Magnesium-, Natrium- Lithium- und Kaliumionen. Zur Bestimmung des Kationenaustauschkapazität wird die Stevensit- und/oder Kerolith-haltigen Komponente mit einer Ammoniumchloridlösung behandelt . Dabei werden wegen der hohen Affinität der Ammoniumionen zur Stevensit- und/oder Kerolith-haltigen Komponente praktisch alle austauschbaren Kationen durch Ammoniumionen ausgetauscht . Nach Abtrennen und Waschen wird der Stickstoffgehalt der Stevensit- und/oder Kerolith- haltigen Komponenten bestimmt und daraus der Gehalt an Ammoniumionen errechnet .
Wie vorstehend ausgeführt, weisen die erfindungsgemäß verwendeten Stevensit- und/oder Kerolith-haltigen Komponenten überraschenderweise eine wesentlich bessere Wirkung bei der Störstoff- bindung bzw. -beseitigung auf, als die herkömmlicherweise verwendeten Produkte, wie z.B. Talk.
Gegenüber anderen Agenzien wie z.B. herkömmlichen Bentoniten besteht ein weiterer Vorteil darin, dass Stevensit- und/oder Kerolith-haltige Komponenten in der Regel zu (wässrigen) Slur- ries bzw. Aufschlämmungen mit einem viel höheren Feststoffgehalt verarbeitet werden können, ohne dass eine zu hohe Viskosität der Slurry bzw. Aufschlämmung die Verarbeitung und Dosierung beeinträchtigt . So werden in der Praxis in vielen Papierfabriken die Rohstoffe, einschließlich der zur Störstoffbindung verwendeten Agenzien bzw. Komponenten, flüssig zudosiert. Je höher der Feststoffgehalt der zu dosierten Slurry bzw. Aufschlämmung ist, desto geringer ist die zu dosierende bzw. anzusetzende und zu transportierende Menge.
Im Rahmen der vorliegenden Erfindung wurde auch überraschend gefunden, dass sich die störstoffbindende Wirkung der Stevensit- und/oder Kerolith-haltigen Komponenten noch weiter erhöhen lässt, wenn diese aktiviert werden. Insbesondere bei steven- sithaltigen Komponenten zeigt sich ein guter Effekt der Aktivierung. Unter einer Aktivierung wird hier erfindungsgemäß ein zumindest teilweiser Austausch der Zwischenschicht-Kationen, insbesondere der zwei- oder mehrwertigen Zwischenschicht-Kationen des Stevensits in der Stevensit-haltigen Komponente gegen einwertige Kationen verstanden. Bei den eingetauschten einwertigen Kationen kann es sich insbesondere um H+ oder ein oder mehrere Alkalikationen handeln. Bevorzugte Formen der Aktivierung sind Aktivierungen unter Verwendung von Säure oder Alkali . Ein bevorzugtes, nicht beschränkendes Beispiel einer Alkaliaktivierung ist die Aktivierung mit Soda. Hierzu wird z.B. der grubenfeuchte Ton, der üblicherweise Wassergehalte zwischen 25 und 40 Gew-% Feuchte aufweist mit bis zu 5 Gew-%, insbesondere bis zu 4 Gew-% Soda, Kaliumcarbonat oder anderen Salzen von Alkali-Ionen wie z. "B. Phosphaten oder Citraten, bezogen auf wasserfreien Ton, gemischt und ggf. noch extrudiert. Anschließend wird getrocknet und vermählen.
Eine Säureaktivierung der Stevensit-haltigen Komponente kann allgemein durch eine Behandlung mit ein oder mehreren Säuren durchgeführt werden. Dazu wird die Komponente mit mindestens einer anorganischen und/oder organischen Säure in Kontakt gebracht. Im Prinzip kann dabei jedes dem Fachmann geläufige Verfahren zur Säureaktivierung von Tonen verwendet werden. Nach einer möglichen erfindungsgemäßen Ausführungsform ist es nicht erforderlich, dass die überschüssige Säure und die bei der Aktivierung entstehenden Salze ausgewaschen werden. Vielmehr wird nach Aufgabe der Säure, wie bei der Säureaktivierung üblich, kein Waschschritt durchgeführt, sondern die behandelte Komponente getrocknet und gegebenenfalls auf die gewünschte Korngröße vermählen.
Die Säureaktivierung kann beispielsweise mit Säuren in fester Form oder mit einer Säurelösung erfolgen. So wird bei einer Ausführungsform die Aktivierung der Komponente in wässriger Phase durchgeführt. Dazu wird die Säure als wässrige Lösung mit der Stevensit-haltigen Komponente in Kontakt gebracht. Es kann dabei beispielsweise so vorgegangen werden, dass zunächst die Steven- sit-haltige Komponente, welche vorzugsweise in Form eines Pulvers bereitgestellt wird, in Wasser aufgeschlämmt wird. Anschließend wird die Säure, z.B. in konzentrierter Form, zugegeben. Die Stevensit-haltige Komponente kann jedoch auch direkt in einer wässrigen Lösung der Säure aufgeschlämmt werden, oder die wässrige Lösung der Säure auf die Stevensit-haltige Komponente aufgegeben werden. Nach einer vorteilhaften Ausführungsform kann die wässrige Säurelösung beispielsweise auf eine vorzugsweise gebrochene oder pulverförmige Stevensit-haltige Komponente aufgesprüht werden, wobei die Wassermenge bevorzugt möglichst niedrig gewählt wird. Z.B. wird hier eine konzentrierte Säure bzw. Säurelösung eingesetzt. Beim Aufsprühen von geringen Säuremengen erfolgt oft nur eine oberflächliche Aktivierung, auch als "Sur- face modification" bezeichnet. Die Säuremenge kann vorzugsweise zwischen 1 und 10 Gew.-%, besonders bevorzugt zwischen 2 und 6 Gew.-% einer starken Säure, insbesondere einer Mineralsäure, wie Schwefelsäure, bezogen auf die wasserfreie Stevensit-haltige Komponente (atro) , gewählt werden. Soweit erforderlich, kann überschüssiges Wasser abgedampft werden und die aktivierte Stevensit-haltige Komponente gegebenenfalls bis zur gewünschten Feinheit gemahlen werden. Wie bereits oben erwähnt, ist nach einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens kein Waschschritt erforderlich. Nach Aufgabe der wässrigen Lösung der Säure wird lediglich, soweit erforderlich, bis zum Erreichen des gewünschten Feuchtigkeitsgehalts getrocknet. Meist wird der Wassergehalt der erhaltenen aktivierten Stevensit-haltigen Komponente auf einen Anteil von weniger als 20 Gew.-%, bevorzugt weniger als 10 Gew.-% eingestellt.
Für die vorstehend beschriebene Aktivierung mit einer wässrigen Lösung einer Säure bzw. einer konzentrierten Säure kann die Säure an sich beliebig gewählt werden. Es können sowohl Mineralsäuren, als auch organische Säuren oder Gemische der vorstehenden Säuren verwendet werden. Es können übliche Mineralsäuren verwendet werden, wie Salzsäure, Phosphorsäure oder Schwefelsäure, wobei Schwefelsäure bevorzugt ist. Es können konzentrierte oder verdünnte Säuren bzw. Säurelösungen verwendet werden. Als organische Säuren können z.B. Zitronensäure oder Oxalsäure verwendet werden.
Nach einer besonders bevorzugten erfindungsgemäßen Ausführungsform weist die Stevensit- und/oder Kerolith-haltige Komponente bezogen auf die CEC einen Anteil von mindestens 50 %, insbesondere mindestens 80 % an einwertigen Kationen wie H+, Na+, K+, und/oder Li+ auf. Dieser Anteil kann z.B. durch Aktivierung der Komponente mit Säure bzw. einem Alkalisalz (z.B. Soda) erreicht bzw. erhöht werden. Besonders bevorzugt sind mindestens 90 %, insbesondere etwa 100 % einwertige Kationen, bezogen auf die CEC der Stevensit- und/oder Kerolith-haltigen Komponente. Das erfindungsgemäße Verfahren unter Verwendung der hierin beschriebenen Stevensit- und/oder Kerolith-haltigen Komponenten kann allgemein in allen Verfahren zur Papier- oder Kartonherstellung eingesetzt werden. Entsprechend sollen die Ausdrücke Papierpulpe und Faserstoffsuspension allgemein alle störstoff- haltigen Zusammensetzungen bzw. Ströme umfassen, die bei der Herstellung von Papier, Karton, anderen Faserstoffen oder dergleichen verwendet werden. Ansonsten sind die Ausdrücke " (Papier-) Pulpe" und "FaserstoffSuspension", dem Fachmann geläufig und müssen hier nicht näher erläutert werden.
Nach einer bevorzugten erfindungsgemäßen Ausführungsform handelt es sich bei der Pulpe bzw. der FaserstoffSuspension um eine holz (fein) schliffhaltige Suspension. Bei Holzschliff handelt es sich allgemein um fein aufgeschlossenes (fein gemahlenes Holz, zumeist ohne weitere chemische oder thermische Behandlung) . Die HolzschliffSuspension wird dabei entweder direkt nach dem Zerkleinern eingesetzt oder einer Peroxidbleiche unterzogen, wobei dann sogenannter Peroxid-gebleichter Holzschliff entsteht. Es hat sich überraschend gezeigt, dass die erfindungsgemäß verwendeten Stevensit- und/oder Kerolith-haltigen Komponenten bei Holzschliff oder Peroxid-behandelten Holzschliff enthaltenden Papiersorten besonders gute Ergebnisse zeigt. Das erfindungsgemäße Verfahren kann aber auch vorteilhaft bei anderen Papierarten eingesetzt werden. So kann z.B. die Pulpe bzw. Faserstoff- Suspension (neben dem Holzschliff) auch noch hochgereinigte Faseranteile enthalten, wie dies z.B. bei sogenannten News Print Papier der Fall ist. Die Erfindung liefert weiterhin sehr gute Ergebnisse bei sogenannter "Deinked PuIp" (DIP-Stoff) . Dabei handelt es sich um einen Papierstoff, der aus Altpapier hergestellt wird. Dort fallen insbesondere hydrophobe Stickies an, aus dem Kleber von Magazinen und Zeitung. Auch diese lassen sich mit den erfindungsgemäß verwendeten Stevensit- und/oder Kerolith-haltigen Komponenten in das Endprodukt gut einbinden. Wei- tere sogenannte Papierstoffe, bei denen die erfindungsgemäßen Stevensit- und/oder Kerolith-haltigen Komponenten vorteilhaft eingesetzt werden kann umfassen TMP Stoff (Thermo Mechanical PuIp) , Sulfatzellstoff, Sulfitzellstoff sowie Mischungen aus unterschiedlichen Zellstoffen. Je nach Papiertyp und Lokalisation der Papierfabrik werden solche Zellstoffe in unterschiedlichen Verhältnissen gemischt und auf die Materialanforderungen des Endproduktes hin angepasst .
Der bevorzugte Holzschliffanteil in der Papierpulpe bzw. Faser- stoffsuspension liegt nach einer vorteilhaften erfindungsgemäßen Ausführungsform bei mindestens 10 Gew.-%; insbesondere mindestens 30 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Trockengewicht der gesamten Pulpe bzw. Suspension.
Die mindestens eine Stevensit- und/oder Kerolith-haltige Komponente im erfindungsgemäßen Verfahren wirkt wahrscheinlich, ohne das die Erfindung auf die Richtigkeit dieser Annahme beschränkt wäre, indem sie die Störstoffe bindet bzw. mit diesen in Wechselwirkung tritt und somit der Aggregation und Ablagerung auf den Teilen der Papiermaschine, wie z.B. den Walzen, entgegenwirkt .
Die Konzentration der Störstoffe bei der Papierherstellung wird typischerweise im Siebwasser durch die drei gängigen Verfahren Kationbedarf (kationischer Ladungsbedarf) , Trübungsmessung sowie chemischer Sauerstoffbedarf bestimmt. Beim Kationenbedarf geht man davon aus, dass die Störstoffe alle negativ geladen sind und filtriert das Siebwasser in kurzkettigen kationischen Polyelekt- rolyten. Der Verbrauch wird umgerechnet in den sogenannten Kationenbedarf. Bei der Trübungsmessung geht man davon aus, dass die Störstoffe zum Teil kolloidal vorliegen und ihre Konzentration über die durch die Trübung verursachte Extinktion bestimmt werden kann. Beim chemischen Sauerstoffbedarf wird über ein Oxi- dationsmittel der vorhandene Anteil an organischen Verbindungen getestet. Obwohl diese Methoden in der Papierwelt sehr verbreitet sind, haben neuere Untersuchungen gezeigt, dass diese über die ganzen Inhaltsstoffe in Siebwasser mittein und besonders kritische Störstoffe nur zum Teil erfassen. Dies ergibt sich beispielsweise daraus, dass die sogenannten Baumharzkolloide, die zum Teil aus hydrophoben Verbindungen zusammengesetzt sind, nur geringe Oberflächenladungen tragen können und somit wenig zum Kationbedarf beitragen. Andererseits haben Lignine einen hohen Kationenbedarf; wenn sie im Siebwasser vorliegen, stören sie nur sehr wenig bei der Papierherstellung. Neuere Untersuchungen zeigen weiterhin, dass die Korrelation zwischen der Trübungsmessung und der Konzentration an kolloidalen Störstoffen nicht immer gegeben ist. Aufgrund dieser neueren Erfahrung mit den gängigen Störstoffbestimmungsmethoden wurden die erfindungs- gemäßen Stevensit- und/oder Kerolith-haltigen Komponenten darüber hinaus in ihrer Wirkung mit neueren Verfahren charakterisiert. Dabei handelt es sich beispielsweise um eine gaschroma- tographische Analyse des Siebwassers nach der Methode von F. Orsa and B. Holmbom "A Convenient Method for the Determination of Wood Exctractives in Papermaking Process Waters and Effluents", Journal of PuIp and Paper Science, VoI 20 No. 12 December 1994, pp J361. Bei der Herstellung eines holzschliff- haltigen Papiers werden die einzelnen Baumharzkomponenten in ihrer Konzentration über ein gaschromatographisch.es Verfahren bestimmt. Es handelt sich dabei um eine vollständige, quantitative Analyse während die Standardbestimmungsverfahren wie Trübung, Kationbedarf und chemischer Sauerstoffbedarf eigentlich nur als bestenfalls semi-quantitativ zu bewerten sind. Weiterhin wurde von L. Vähäsalo et al. (a.a.O., siehe "Flowcytometrische Analyse des Siebwassers", weiter unten) gezeigt, dass die sogenannte Durchflusscytometrie sehr geeignet ist zur Bestimmung der Anzahl von kolloidalen Störstoffen in Papiersiebwässern. Deshalb wurde dieses neue Verfahren in der vorliegenden Erfindung auch genutzt, um die Störstoff reduzierende Wirkung der erfindungsge- mäßen Stevensit- und/oder Kerolith-haltigen Komponenten zu zeigen.
Die Zugabe der erfindungsgemäß verwendeten mindestens einen Stevensit- und/oder Kerolith-haltigen Komponente zu der Pulpe bzw. FaserstoffSuspension kann an jeder beliebigen, dem Fachmann geeigneten Stelle in der Papierherstellung erfolgen. Empfehlenswert ist dabei auch insbesondere die Zugabe direkt im Pulper, weil dort die Möglichkeit einer langen Kontaktzeit zum Papierstoff besteht, und die Wahrscheinlichkeit für eine hohe Störstoffbindung gegeben ist. Weitere Zugabestellen liegen im gesamten sogenannten Dickstoffbereich. Denkbar ist auch eine Zugabe für die "dissolved air-flotation" zur Wasserreinigung. In vielen Fällen wird auch bei den jeweils verwendeten Vorrichtungen zur Papierherstellung eine bereits vorhandene Zugabestelle für Additive, z.B. in Form in einer Dosiervorrichtung oder Dosierpumpe, vorhanden sein, die für die Zugabe der erfindungsgemäß verwendeten Stevensit- und/oder Kerolith-haltigen Komponente (n) verwendet werden kann. Die Stevensit- und/oder Kerolith-haltigen Komponenten können dabei sowohl in Pulverform, als auch in Form einer Suspension bzw. Slurry eingesetzt werden. Die Suspension bzw. Slurry wird in vielen Fällen eine bessere Dosierbarkeit ermöglichen und ist in großindustriellen, kontinuierlich geführten Prozessen leichter automatisierbar.
Es hat sich weiterhin gezeigt, dass die Wirkung der erfindungs- gemäß eingesetzten Stevensit- und/oder Kerolith-haltigen Komponenten besonders positiv ist, wenn eine bestimmte Teilchengröße eingehalten wird. So wird nach einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung die Teilchengröße der Stevensit- und/oder Kerolith-haltigen Komponenten so gewählt, dass der Nasssiebrückstand auf 45 μm kleiner 2 Gew.-%, vorzugsweise kleiner 1 Gew.-%, insbesondere kleiner 0,5 Gew.-% liegt. Die Bestimmung des Nasssiebrückstands ist vor den Beispielen noch näher erläutert. Die bevorzugte Teilchengröße kann auch nach der Lichtstreuungsmethode (Malvern) bestimmt werden. Nach einer besonders bevorzugten erfindungsgemäßen Ausführungsform liegt dabei die mittlere Teilchengröße (D50) (auf das Probenvolumen bezogen) zwischen 0,5 und 10 μm, insbesondere zwischen 2 bis 8 μm, besonders bevorzugt zwischen 3 und 6 μm.
Im Rahmen der vorliegenden Erfindung wurde auch überraschend gefunden, dass die Verwendung der erfindungsgemäß eingesetzten Stevensit- und/oder Kerolith-haltigen Komponenten zu einer besonders guten Störstoffbindung führt, wenn in dem Verfahren der Einsatz von Talk unterbleibt. Auch der Einsatz kationischer Polymere, wie z.B. Poly(dadmac) oder Polyacrylamid gemäß dem Stand der Technik kann mit Hilfe der erfindungsgemäß eingesetzten Stevensit- und/oder Kerolith-haltigen Komponenten reduziert werden oder sogar ganz unterbleiben.
Die Einsatzmengen der Stevensit- und/oder Kerolith-haltigen Komponenten in dem erfindungsgemäßen Verfahren können vom Fachmann anhand empirischer Versuche routinemäßig bestimmt werden. In den meisten Fällen werden Einsatzmengen zwischen 0,5 und 12 kg/t Papierpulpe bzw. FaserstoffSuspension, vorzugsweise zwischen 1 und 8 kg/t, insbesondere zwischen 1,5 und 7 kg/t, jeweils bezogen auf die wasserfreie Pulpe/Suspension (Trockengewicht) , vorteilhaft sein.
Überraschenderweise wurde im Rahmen der vorliegenden Erfindung auch gefunden, dass das erfindungsgemäße Verfahren nicht nur eine sehr gute Bindung von anionischen Störstoffanteilen, wie Fettsäuren, ermöglicht, sondern auch eine herausragende Bindung bzw. Beseitigung von hydrophoben Störstoffanteilen wie Sterolen, Sterylestern und Triglyceriden. Die hierbei erzielten Ergebnisse übertreffen überraschenderweise sowohl diejenigen, die mit herkömmlichen Bentoniten erhalten wurden, als auch diejenigen von Talkum. Ein weiterer Aspekt der vorliegenden Erfindung betrifft die Verwendung mindestens einer Stevensit- und/oder Kerolith-haltigen Komponente wie hierin beschrieben zur Störstoffbindung in der Papierherstellung. Wie vorstehend erwähnt, wird dabei die mindestens eine Stevensit- und/oder Kerolith-haltigen Komponente vorzugsweise in einer Papierpulpe bzw. FaserstoffSuspension eingesetzt, die Holzschliffanteile enthält. Es sind jedoch alle Papiersorten bzw. Pulpen von der erfindungsgemäßen Verwendung umfasst . Besonders bevorzugt sind die weiter oben genannten Papierarten wie Holzschliff oder Peroxid-behandelten Holzschliff enthaltende Papiersorten, solche die (neben dem Holzschliff) auch hochgereinigte Faseranteile enthalten, wie dies z.B. bei sogenannten News Print Papier der Fall ist, sogenannter "Deinked PuIp" (DIP-Stoff) , TMP-Stoff (Thermo Mechanical PuIp) , Sulfatzellstoff, Sulfitzellstoff sowie Mischungen aus unterschiedlichen Zellstoffen.
Methodenteil : Soweit nicht anders angegeben, wurden die im folgenden angegebenen Analyseverfahren verwendet :
1. Bestimmung der Kationenaustauschkapazität (CEC-Analyse) und der Kationenanteile
Prinzip: Der Ton (die Stevensit- und/oder Kerolith-haltigen Komponente) wird mit einem großen Überschuss an wässriger NH4-Cl- Lösung behandelt, ausgewaschen und die auf dem Ton verbliebene NH4 +-Menge nach Kjeldahl bestimmt.
Me+ (Ton) '+ NH4 + NH4 + (Ton) "+Me+
(Me+= H+, K+, Na+, 1/2 Ca2+, 1/2 Mg2+....)
Geräte : Sieb, 63 μm,- Erlenmeyer-Schliffkolben, 300 ml; Analysenwaage; Membranfilternutsche, 400 ml; Zellulose-Nitrat-Filter, 0,15 μm (Fa. Sartorius) ; Trockenschrank; Rückflusskühler; Heizplatte; Destillationseinheit, VAPODEST-5 (Fa. Gerhardt, No. 6550) ; Messkolben, 250 ml; Flammen-AAS; Chemikalien: 2N NH4Cl- Lösung Neßlers-Reagens (Fa. Merck, Art.Nr. 9028) ; Borsäure- Lösung, 2 %-ig,- Natronlauge, 32 %-ig; 0,1 N Salzsäure; NaCl- Lösung, 0,1 %-ig; KCl-Lösung, 0,1 %-ig
Durchführung: 5 g Ton werden durch ein 63μm-Sieb gesiebt und bei 1100C getrocknet. Danach werden genau 2 g auf der Analysenwaage in Differenzwägung in den Erlenmeyer-Schliffkolben eingewogen und mit 100 ml 2N NH4C1-Lösung versetzt. Die Suspension wird unter Rückfluss eine Stunde lang gekocht. Bei stark CaCo3-haltigen Tonen kann es zu einer Ammoniak-Entwicklung kommen. In diesen Fällen muss solange NH4C1-Lösung zugegeben werden, bis kein Ammoniak-Geruch mehr wahrzunehmen ist. Eine zusätzliche Kontrolle kann mit einem feuchten Indikator-Papier durchgeführt werden. Nach einer Standzeit von ca. 16 h wird der NH4 +-TOn über eine Membranfilternutsche abfiltriert und bis zur weitgehenden Ionenfreiheit mit VE-Wasser (ca. 800 ml) gewaschen. Der Nachweis der Ionenfreiheit des Waschwassers wird auf NH4 +-Ionen mit dem dafür empfindlichen Neßlers-Reagens durchgeführt. Die Waschzahl kann je nach Tonart zwischen 30 Minuten und 3 Tagen variieren. Der ausgewaschene NH4 +-TOn wird vom Filter abgenommen, bei 110°C 2h lang getrocknet, gemahlen, gesiebt (63 μm-Sieb) und nochmals bei 110 0C 2 h lang getrocknet. Danach wird der NH4 +-Gehalt des Tons nach Kjeldahl bestimmt. Berechnung der CEC: Die CEC des Tons ist der mittels Kjeldahl ermittelte NH4 +-Gehalt des NH4 +- Tons (CEC einiger Tonmineralien s. Anlage) . Die Angaben erfolgen in mval/100 g Ton (meq/100g) .
Beispiel: Stickstoff-Gehalt = 0,93 %; Molekulargewicht: N = 14,0067 g/mol
0,93 x 1000
CEC = = 66 , 4 mVal/100g
14 , 0067
CEC = 66 , 4 meq/100 g NH4 +-TOn Ausgetauschte Kationen und deren Anteile:
Die durch den Umtausch freigesetzten Kationen befinden sich im Waschwasser (Filtrat) . Der Anteil und die Art der einwertigen Kationen ("austauschbare Kationen") wurde im Filtrat gemäß DIN 38406, Teil 22, spektroskopisch bestimmt. Beispielsweise wird zur AAS-BeStimmung das Waschwasser (Filtrat) eingeengt, in einen 250 ml Messkolben überführt und mit VE-Wasser bis zur Messmarke aufgefüllt. Geeignete Messbedingungen für FAAS sind aus den nachfolgenden Tabellen zu entnehmen.
Berechnung der Kationen:
Me-Wert (mg/1) x 100 x Verdünnung
Me = -= mval/100g 4 x Einwaage (in g) x Molmasse (g/mol)
Molmassen (g/mol): Ca=20,040; K=39,096; Li=6,94; Mg=12,156; Na=22,990; Al=8,994; Fe=18,616
Bei sogenannten überaktivierten Tonen (Stevensit- und/oder Kero- lith-haltigen Komponenten) , d.h. solchen, die mit einer größeren als der stöchiometrischen Menge an z.B. Soda aktiviert wurden, kann die Summe der ermittelten Mengen an einwertigen Kationen die wie vorstehend angegeben bestimmte CEC übertreffen. In solchen Fällen wird der Gesamtgehalt an einwertigen Kationen (Li, K, Na) als 100% der CEC angesehen. 2. Bestimmung der BET-Oberfläche:
Die Bestimmung erfolgte gemäß DIN 66131 (Mehrpunktbestimmung) .
3. Bestimmung des Nasssiebrückstandes:
Bei dem Einsatz von Pigmenten und Füllstoffen interessiert es, ob und wie viel grobe Anteile das zu untersuchende Material enthält, die sich durch ihre Korngröße von den normalen Teilchen unterscheiden. Diese Anteile werden durch Siebung einer wässri- gen Suspension mit Wasser als Spülflüssigkeit ermittelt. Als Nasssiebrückstand gilt der unter festgelegten Bedingungen ermittelte Rückstand.
Geräte: Analysenwaage, Plastikbecher, Pendraulik LD 50; Sieb: 200 mm Durchmesser, Maschenweite 0,025 (25 μm) , 0,045 mm (45 μm) , 0,053 mm (53 μm) oder 0,063 mm (63 μm) ; Ultraschallbad.
Es wurde zunächst eine 5 %ige Suspension der zu untersuchenden Komponente (Stevensit- und/oder Kerolith-haltigen Komponente) (otro, d.h. nach Trocknung bei 1100C) in 2000 g Wasser hergestellt. Hierzu wird die Komponente bei 930 UpM in ca. 5 min eingerührt. Nach einer Rührzeit von weiteren 15 min bei 1865 UpM wird die Suspension in das gesäuberte und getrocknete Sieb (Maschenweite 45 μm) gegossen und mit fließendem Leitungswasser unter Klopfen so lange gewaschen, bis das Waschwasser klar abläuft. Nach dem Waschen des Siebrückstandes mit Leitungswasser setzt man das Sieb für 5 min in ein Ultraschallbad, um die restlichen Feinanteile abzusieben. Es ist darauf zu achten, dass beim Einsetzen des Siebes im Ultraschallbad zwischen Wasseroberfläche und Siebboden keine Luft verbleibt. Nach der Ultraschallbehandlung nochmals mit Leitungswasser kurz nachspülen. Danach wird das Sieb entnommen und das Wasser im Ultraschallbad erneuert. Der Arbeitsvorgang im Ultraschallbad wird wiederholt, bis keine Verunreinigung des Wassers mehr zu erkennen ist. Das Sieb mit dem verbliebenen Rückstand wird bis zur Gewichtskonstanz (otro) im Umlufttrockenschrank getrocknet. Nach dem Abkühlen wird der Rückstand mit dem Pinsel in eine Schale überführt. Auswertung: Nasssiebrückstand (NSR) in (%) anhand der Auswaage.
4. Teilchengrößenbestimmung nach Malvern:
Dabei handelt es sich um eine gängiges Verfahren. Es wurde ein Mastersizer der Firma Malvern Instruments Ltd, UK, entsprechend der Angaben des Herstellers eingesetzt . Die Messungen wurden mit der vorgesehenen Probenkammer ("dry powder feeder") in Luft durchgeführt und die auf das Probenvolumen bezogenen Werte ermittelt.
5. Untersuchung der Störstoffbindung:
Bei der Untersuchung der Störstoffbindung wurde wie folgt vorgegangen:
a) Herstellung von Papierstoff und Filtration:
Experimente mit Peroxid-gebleichtem Holzschliff
Der gewählte Papierstoff (peroxid-gebleichter Holzschliff) kann entweder direkt aus der Papierfabrik erhalten werden, oder vor dem Einsatz im Kühlschrank aufbewahrt werden. Der Papierstoff wurde dann gut geschüttelt bei 10 g atro auf 1% mit warmem entionisiertem Wasser in einem 2000ml Becherglas verdünnt. Während mit 150 UpM gerührt wurde, erwärmte sich der Papierstoffansätz mit Hilfe einer Heizplatte auf 400C. Wird die Temperatur erreicht, wird die zu testende Menge an Adsorbens mit Hilfe einer Pasteurpipette zu dem Papierstoffansätz zugegeben. Anschließend ist die Adsorptionszeit im Stoffansatz auf 30 min bei 400C festgelegt und die Mischung wird solange mit 150 UpM gerührt. Für die Siebwasserherstellung werden 1000g dieses verdünnten Stoff- ansatzes (1 Gew-% Feststoffanteil) im Entwässerungs- und Reten- tionsgerät (Mütek DF3 03 der Firma Mütek, DE) 420 Sekunden entwässert (Sieb 170 μm, Rührgeschwindigkeit 700 upM) . Die Siebwasserproben wurden analytisch untersucht (siehe Beispiele) .
Experimente mit DIP
Der Altpapierstoff („DIP") wurde auf einen Feststoffgehalt von 1% verdünnt mit 400C warmem Wasser und mit einem Rührstab, („ESGE-Zauberstab", ESGE/Schweiz) unter Verwendung der sog. Aufschlagscheibe 30 s Bei Stufe II homogenisiert.
Danach wurde bei 150 upM gerührt, das Adsorbens (Stevensit- oder kerolithhaltige Komponente) zugegeben und mit einem Magnetrührer anschließend weitere 30 min. gerührt. Schließlich wurde wie bei den Holzschliffexperimenten (siehe letzter Abschnitt) entwässert . Das Siebwasser wurde mittels Flowcytometrie untersucht .
b) Flowcytometrische Analyse des Siebwassers :
Hier wurde die sogenannte Durchflusszytometrie verwendet, wie dies in Vähäsalo et al., "Use of Flow Cytometrie In Wet End Research", Paper Technology, 44 (1), S. 45, February 2003 , in "Effects Of pH and calcium Chloride on pitch in peroxide- bleached mechanical pulp suspensions" , 7th European Workshop on Lignocellulosics and Pulp, August 26-29, 2002, Äbo/Finnland, sowie in „Flow Cytometry of Bacteria and Wood Resin Particles in Paper Production", Nordic Pulp and Paper Research Journal, Vol. 19 No. 4/2004, pp 450 beschrieben. Dabei wird, kurz gesagt, eine Lichtstreumethode zum Zählen der Teilchen mit einer Fluoreszenz- markierung verbunden.
Um die hydrophoben Partikel im Siebwasser des Altpapierstoff bzw. die Pitchpartikel im Siebwasser des Holzschliffs für die Flowcytometrie mit Fluoreszenzfarbstoff anzufärben, wurde der Farbstoff Nile Red von Molecular Probes/Invitrogen Detection Technologies (Invitrogen Corporation, 1600 Faraday Avenue, PO Box 6482 Carlsbad, California 92008 USA) wie in dem vorstehenden Artikel angeführt, eingesetzt.
c) Gaschromatographische Analyse des Siebwassers:
Hier wurde die Methode von F . Orsa and B . Holmbom "A Convenient Method for the Determination of Wood Exctractives in Papermaking Process Waters and Effluents", Journal of PuIp and Paper Science, VoI 20 No. 12, December 1994, pp J361, verwendet.
Es zeigen:
Fig. 1 zeigt die graphische Auftragung der hydrophoben Partikel im Siebwasser bei verschiedenen Dosierungen der erfindungsgemäßen Additive Sorb 1 und Sorb 2 sowie kationisiertem Tale als Vergleichsadditiv.
Fig. 2 zeigt die graphische Auftragung der Pitch-Partikel im Siebwasser bei verschiedenen Dosierungen der erfindungsgemäßen Additive Sorb 1 und Sorb 2 sowie kationisiertem Tale als Vergleichsadditiv. Gemessen wurde mittels Flowcytometrie .
Fig. 3 zeigt die graphische Auftragung der Konzentration der Extraktivstoffe im Siebwasser bei verschiedenen Dosierungen der erfindungsgemäßen Additive Sorb 1 und Sorb 2 sowie kationisiertem Tale als Vergleichsadditiv. Gemessen wurden die Extraktivstoffe mittels GasChromatographie .
Die Erfindung wird nun anhand der nachstehenden nicht- beschränkenden Beispiele weiter veranschaulicht. Beispiel 1:
Es wurden die nachstehenden Materialien zur Störstoffbindung untersucht .
Für die Untersuchungen wurden die nachstehenden zwei steven- sithaltigen Materialien jeweils als vermahlene Rohtone eingesetzt, wobei die beiden Rohtone auf eine für Papieranwendungen gängige Teilchengröße vermählen wurden. Hierzu wurde durch die Vermahlung ein Naßsiebrückstand von < 1 Gew-% auf 45 μm eingestellt. Die mittleren Teilchengrößen (D50, volumenbezogen) lagen zwischen 2 und 8 μm. Der Wasserhalt der Proben betrug 10 + 4 %.Stevensit als Hauptphase wurde gemäß Brindley et al . (a.a.O.) und Martin de Vidales et al . (a.a.O.) bestätigt. In den beiden verwendeten Materialien Sorb 1 und Sorb 2 war auch ein Anteil an Kerolith nachweisbar. Wie in den beiden vorstehenden Literaturstellen beschrieben, lässt sich Stevensit gegenüber Kerolith und anderen smektitischen Schichtsilikaten u.a. anhand der Pulver- Röntgendiffraktogramme und der Verschiebung der Diffraktionsmuster nach Behandlung mit Ethylenglycol, nach Erhitzen bzw. bei unterschiedlichen Feuchtigkeiten abgrenzen. Zur Charakterisierung der erfindungsgemäßen Materialien kann zudem der Magnesiumoxidgehalt und die CEC herangezogen werden.
Die analytischen Daten zu den verwendeten erfindungsgemäßen Materialien sind in den nachstehenden Tabellen 1 bis 3 zusam- mengefasst .
Tabelle 1: Analytische Daten
Tabelle 2: Begleitmineralien
Tabelle 3: Silicatanalyse
Beispiel 2
Es wurde gemäß der vorherigen Beschreibung ein Filtrationsexperiment mit einem hochbelasteten Altpapierstoff durchgeführt. Diesem Papierstoff wurden vor der Filtration die erfindungsgemäßen Additive (Stevensit- und/oder Kerolithhlatigen Komponenten) in einer Dosierung von 3 kg/t und 6 kg/t, jeweils bezogen auf des Trockengewicht des Papierstoffes, zugesetzt. In Referenz- filtrationsversuchen wurde auch ohne Zusatz von Additiven filtriert. Daneben wurde als Vergleichssystem kationisierter Tale in einer Dosierung von 3 kg/t und 6 kg/t eingesetzt.
Die Siebwässer wurden mittels Flowcytometrie (siehe oben) im Hinblick auf die Konzentration an hydrophoben Partikel charakterisiert. Die Ergebnisse sind in Fig. 1 graphisch dargestellt.
Fig.l zeigt, dass die erfindungsgemäßen Additive die Konzentration der hydrophoben Partikel im Siebwasser deutlich reduzieren, während der als Vergleich verwendete kationisierte Tale bei derselben Einsatzkonzentration keine signifikanten Effekte zeigt.
Beispiel 3
Analoge Filtrationsversuche wie in Beispiel 2 wurden mit einem peroxid-gebleichten Holzschliff durchgeführt. Die erfindungsgemäßen Additive wurden wieder in einer Konzentration von 3 kg/t und 6 kg/t, bezogen auf das Trockengewicht des Papierstoffes zu dosiert. Als zusätzliches erfindungsgemäßes Additiv wurde Sorb 2 in einer alkalisch aktivierten Form zugesetzt (= Sorb 3) . Dieses Material wurde durch Verkneten des feuchten Materials Sorb 2 mit 3% wasserfreier Soda und anschließender Trocknung und Vermahlung (Nasssiebrückstand unter 1 Gew-%; mittlere Teilchengröße (D50) zwischen 1 und 6 μm) hergestellt.
Die Siebwasser werden sowohl mit Hilfe der Flowcytometrie als auch mit der gaschromatographischen Methode nach Orsa und HoIm- bom (siehe oben) untersucht.
Fig. 2 zeigt die Ergebnisse der Flowcytometrie. Auch in diesem Papierstoff führten die beiden erfindungsgemäßen Additive Sorb 1 und Sorb 2 zu einer deutlichen Reduktion der Anzahl der Pitch- Partikel im Siebwasser. Wiederum zeigte das Vergleichsmaterial (kationisierter Tale) selbst in einer Dosage von 9 kg/t keine signifikante Wirkung.
Fig. 3 zeigt die Charakterisierung des Siebwassers mittels GasChromatographie. Die hier gefundenen Ergebnisse korrelieren sehr gut mit denen der Flowcytometrie .
Die nach den beiden Untersuchungsmethoden gewonnenen Daten zeigen weiterhin, dass eine alkalische Aktivierung des erfindungsgemäßen Materials Sorb 2 zu einer erheblichen Verbesserung der Störstoffbindung in der Papiermasse bzw. zu einer weiteren Reduktion der Störstoffe im Siebwasser führt (siehe Sorb 3) . Es wird angenommen, dass dieser Effekt von einem Austausch von Ca2+-Ionen gegen Na+-Ionen (100% der CEC) in der Stevensitphase verursacht wird.

Claims

PATENTANSPRÜCHE
1. Verfahren zur Störstoffbindung in der Papierherstellung, umfassend die folgenden Schritte:
a) Bereitstellen mindestens einer Stevensit- und/oder Kero- lith-haltigen Komponente;
b) Bereitstellen einer Papierpulpe bzw. Faserstoffmasse,-
c) Zugabe der mindestens einen Stevensit- und/oder Kerolith- haltigen Komponente zu der Papierpulpe bzw. Faserstoff- masse;
d) Ermöglichen der Bindung von Störstoffen an die mindestens eine Stevensit- und/oder Kerolith-haltige Komponente in der Papierpulpe bzw. FaserstoffSuspension.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die
Stevensit- und/oder Kerolith-haltige Komponente sowohl Stevensit- als auch Kerolith enthält.
3. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei der Stevensit- und/oder Kero- lith-haltigen Komponente um eine mit Säure oder Alkali aktivierte Komponente handelt .
4. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Stevensit- und/oder Kerolith-haltige Komponente in Teilchenform mit einer mittleren Teilchengröße (D50, volumenbezogen) zwischen 0,5 und 10 μm, insbesondere zwischen 2 und 8 μm, besonders bevorzugt zwischen 3 und 6 μm eingesetzt wird.
5. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Stevensit- und/oder Kerolith-haltige Komponente bezogen auf die CEC einen Anteil von mindestens 50 %, insbesondere mindestens 80 %, bevorzugt mindestens etwa 90 % an einwertigen Kationen wie z.B. H+, Na+, K+, und/oder Li+ aufweist.
6. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Stevensit- und/oder Kerolith-haltige Komponente in Teilchenform mit einem Naßsiebrückstand von weniger als 1 Gew.-% auf 45 μm eingesetzt wird.
7. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zugabe der Stevensit- und/oder Kero- lith-haltigen Komponente in Abwesenheit von Talk erfolgt .
8. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass etwa zwischen 0,5 und 10 kg/t Papierpulpe bzw. FaserstoffSuspension (Trockengewicht) , insbesondere zwischen 1 und 7 kg/t Pulpe bzw. FaserstoffSuspension eingesetzt werden.
9. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Papierpulpe bzw. FaserstoffSuspension Holzschliffanteile enthält .
10. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Holzschliffanteil in der Papierpulpe bzw. Faserstoffsuspension bei mindestens 10 Gew.-%, insbesondere mindestens 30 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtpulpe bzw. FaserstoffSuspension (Trockengewicht) beträgt.
11. Verwendung einer Stevensit- und/oder Kerolit-haltigen Komponente zur Störstoffbindung bzw. -beseitigung in der Papierherstellung.
12. Verwendung nach dem vorstehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Einsatz in einer Papierpulpe bzw. FaserstoffSuspension mit Holzschliffanteilen erfolgt.
13. Verwendung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Papierpulpe bzw. FaserstoffSuspension hydrophobe Störstoffanteile enthält.
14. Verwendung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Papierpulpe bzw. Faserstoffsuspen- sion neben der mindestens einen Stevensit- und/oder Kerolit- haltigen Komponente noch weitere Komponenten zugesetzt werden, wie Retentionsmittel, andere Mittel zur Störstoffbesei- tigung wie Talk oder Bentonite.
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