Organische Elektrolumineszenzvorrichtυng
In einer Reihe verschiedenartiger Anwendungen, die im weitesten Sinne der Elektronikindustrie zugerechnet werden können, ist der Einsatz g organischer Halbleiter als funktionelle Materialien seit geraumer Zeit Realität bzw. wird in naher Zukunft erwartet. Der allgemeine Aufbau organischer Elektrolumineszenzvorrichtungen (OLEDs) ist beispielsweise in US 4539507, US 5151629, EP 0676461 und WO 98/27136 beschrieben. Allerdings zeigen diese Vorrichtungen immer noch erhebliche
10
Probleme, die einer dringenden Verbesserung bedürfen:
1. Die operative Lebensdauer ist insbesondere bei blauer Emission immer noch gering, so dass bis dato nur einfache Anwendungen kommerziell realisiert werden konnten. 15
2. Es werden teilweise Mischungen isomerer Verbindungen verwendet, die unterschiedliche physikalische Eigenschaften (Glasübergangstemperatur, Glasbildungseigenschaften, Absorption,
Photolumineszenz) aufweisen können. Da diese Stereoisomeren
20 teilweise auch bei der Verarbeitungstemperatur unterschiedliche
Dampfdrücke aufweisen, ist keine einheitliche, reproduzierbare Herstellung der organischen elektronischen Vorrichtung möglich. Dieses Problem wird beispielsweise in der nicht offen gelegten Anmeldung EP 04026402.0 ausführlich beschrieben.
25
3. Die verwendeten Verbindungen sind teilweise nur schwer in gängigen organischen Lösemitteln löslich, was ihre Reinigung bei der Synthese, aber auch die Reinigung der Anlagen bei der Herstellung der organischen elektronischen Vorrichtungen erschwert.
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4. In vielen Host-Materialien gemäß dem Stand der Technik, die aus reinen Kohlenwasserstoffen bestehen, ist die Lochmobilität und die Stabilität gegenüber Löchern nicht ausreichend hoch und muss verbessert werden. 35
Als nächstliegender Stand der Technik kann die Verwendung verschiedener kondensierter Aromaten, insbesondere Anthracen- oder Pyrenderivate, als Host-Materialien vor allem für blau emittierende Elektrolumineszenzvorrichtungen genannt werden. Als Host-Material gemäß dem Stand der Technik ist 9,10-Bis(2-naphthyl)anthracen (US 5935721) bekannt. Weitere Anthracen-Derivate, die sich als Host- Materialien eignen, sind beispielsweise in WO 01/076323, in WO 01/021729, in WO 04/013073, in WO 04)018588, in WO 03/087023 oder in WO 04/018587 beschrieben. Host-Materialien, basierend auf aryl- substituierten Pyrenen und Chrysenen, werden in WO 04/016575 beschrieben, wobei hier prinzipiell auch entsprechende Anthracen- und Phenanthren-Derivate mit umfasst sind. In WO 03/095445 und in CN 1362464 werden 9,10-Bis(1-naphthyl)anthracen-Derivate für die Verwendung in OLEDs beschrieben. Es ist für hochwertige Anwendungen notwendig, verbesserte Host-Materialien zur Verfügung zu haben. Insbesondere problematisch sind die oben genannten Verbindungen, wenn diese Atropisomere bilden und dadurch bei der Device-Herstellung zu schlecht reproduzierbaren Ergebnissen führen.
Der oben aufgeführte Stand der Technik belegt, dass das Host-Material eine entscheidende Rolle bei der Funktion organischer Elektrolumines- zenzvorrichtungen spielt. Es besteht also weiterhin ein Bedarf an verbesserten Materialien, insbesondere Host-Materialien für blau emittierende OLEDs, die in organischen elektronischen Vorrichtungen zu guten Effizienzen und gleichzeitig zu hohen Lebensdauern führen und die bei der Herstellung und beim Betrieb der Vorrichtung zu reproduzierbaren Ergebnissen führen. Überraschend wurde gefunden, dass organische Elektrolumineszenzvorrichtungen, die Verbindungen kondensierter Aromaten enthalten, welche mit Aryloxy- oder Thioaryloxy-Substituenten funktionalisiert sind, deutliche Verbesserungen gegenüber dem Stand der Technik aufweisen. Mit diesen Materialien ist eine Steigerung der Effizienz und der Lebensdauer der organischen elektronischen Vorrichtung im Vergleich zu Materialien gemäß dem Stand der Technik möglich. Da diese
Materialien keine Atropisomerie um die Aryl-O-Aryl-Bindungen zeigen
können, die zu Diastereomeren führen, ist damit weiterhin die reproduzierbare Herstellung der organischen elektronischen Vorrichtungen möglich. Die Verwendung dieser Materialien in organischen elektronischen
Vorrichtungen ist daher der Gegenstand der vorliegenden Erfindung.
In JP 2000/021571 wird die Verwendung von 9,10-Bis(aryloxy)- und 9,10-Bis(arylthio)-anthracenen in OLEDs beschrieben. Ein besonderer Vorteil dieser Verbindungen lässt sich nicht erkennen.
In JP 11111458 werden Dianthracen-Derivate beschrieben, die unter anderem auch mit Aryloxy-Substituenten substituiert sein können. Der Effekt dieser Verbindungen wird auf die beiden miteinander verknüpften Anthracen-Einheiten zurückgeführt. Ein besonderer Vorteil der Aryloxy- substituierten Verbindungen gegenüber den etlichen anderen aufgeführten
Verbindungen lässt sich nicht erkennen, so dass zu vermuten ist, dass dieser Substituent hier nur zufällig neben einer großen Vielzahl anderer möglicher Substituenten aufgeführt ist.
In US 2004/185298 werden 1 ,9-Peri-(9'-anthryien)-10-(9'-anthryl)- anthracen-Derivate beschrieben, die prinzipiell neben etlichen anderen
Substituenten auch Aryloxy-Substituenten tragen können. Aryloxy- substituierte Verbindungen sind jedoch nicht ausgeführt, so dass ein Vorteil derartiger Verbindungen nicht entnommen werden kann. Insbesondere werden die beschriebenen Verbindungen als Dotanden für rot emittierende OLEDs verwendet. Durch das ausgedehnte kondensierte
Ringsystem eignen sie sich nicht für blau emittierende OLEDs.
In WO 01/21729 werden OLEDs beschrieben, die in einer Schicht sowohl
Styrylamine als auch bestimmte Anthracen-Derivate enthalten. Dabei sind zwei Anthracen-Einheiten über verschiedene Brücken, unter anderem auch Sauerstoff oder Schwefel, verbrückt. In der Folgeanmeldung WO 01/76323 wird in derselben Schicht noch zusätzlich zu den oben genannten Verbindungen eine Elektronentransportverbindung verwendet.
Dies legt nahe, dass für gute Ergebnisse die Verwendung einer separaten
Elektronentransportverbindung erforderlich ist, was die Nützlichkeit dieser
Anthracen-Derivate deutlich einschränkt.
In US 6582837 werden allgemein 9-(1'-Naphthyl)anthracen-Derivate für die Verwendung in OLEDs beschrieben, insbesondere solche, die mit Diarylamino-Gruppen substituiert sind. Diese Verbindungen können in den Positionen 1-8 und 10 am Anthracen weitere Substituenten, unter anderem auch Aryloxy, tragen. Aryloxy-substituierte Verbindungen sind jedoch nicht explizit offenbart, so dass ein Vorteil derartiger Verbindungen nicht entnommen werden kann. Dies lässt vermuten, dass der Aryloxy- Substituent hier nur zufällig neben einer großen Vielzahl anderer möglicher Substituenten aufgeführt ist.
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In JP 2005/008600 werden Anthracen-Derivate beschrieben, die in 9,10-Position mit Tetrahydronaphthalin substituiert sind. Dabei können die Anthracen-Einheiten in der 2- bzw. 2,6-Position weitere Substituenten tragen, unter anderem auch Phenoxy- bzw. Naphthoxy-Gruppen. Ein
-J E besonderer Vorteil der Phenoxy- bzw. Naphthoxy-substituierten Verbindungen gegenüber anders substituierten Verbindungen lässt sich jedoch nicht erkennen, und der besondere Effekt dieser Verbindungen beruht nicht auf den Phenoxy- bzw. Naphthoxy-Gruppen, sondern auf den
Tetrahydronaphthalin-Einheiten. 20
Auch in WO 04/018587, WO 04/013073, JP 2003/313156, WO 02/43448 und WO 01/72673 werden Anthracen-Derivate beschrieben, die am Anthracen neben etlichen anderen Substituenten in der 1-8-Position auch Aryloxy-Substituenten tragen können. Jedoch sind keine derartigen Strukturen ausgeführt, und es lässt sich kein Vorteil von Aryloxy- Substitution gegenüber anderen Substitutionen erkennen, so dass vermutet werden kann, dass diese Substituenten nur zufällig in einer Aufzählung neben etlichen anderen Substituenten offenbart werden.
Gegenstand der Erfindung sind organische Elektrolumineszenz- vorrichtungen, enthaltend Kathode, Anode und mindestens eine organische Schicht, die mindestens eine Verbindung gemäß Formel (1) enthält,
35 Ar-X — Ar— Ar3
Formel (1)
wobei für die verwendeten Symbole gilt:
Ar1, Ar3 ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden ein aromatisches oder heteroaromatisches Ringsystem, welches mit einem oder mehreren Resten R substituiert sein kann;
Ar2 ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden eine kondensierte Aryl- oder Heteroarylgruppe mit mindestens 14 aromatischen Ringatomen, welche mit einem oder mehreren
Resten R substituiert sein kann;
X ist bei jedem Auftreten O, S, Se oder Te;
R ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden H, F, Ci, Br, I, eine geradkettige Alkyl-, Alkoxy- oder Thioalkoxykette mit 1 bis 40 C-Atomen oder eine verzweigte oder cyclische Alkyl-, Alkoxy- oder Thioalkoxykette mit 3 bis 40 C-Atomen, die jeweils durch R1 substituiert sein kann, in der auch ein oder mehrere nicht benachbarte C-Atome durch N-R1, O, S, O-CO-O, CO-O1 Si(R1)2, CO, CO-N(R1)2) -CR1=CR1- oder
-C≡C- ersetzt sein können und in der auch ein oder mehrere H-Atome durch F, Cl, Br, I oder CN ersetzt sein können, oder ein aromatisches oder heteroaromatisches Ringsystem, welches auch durch einen oder mehrere Reste R1 substituiert sein kann, oder eine Kombination aus zwei, drei oder vier dieser Systeme; dabei können zwei oder mehrere Reste R miteinander auch ein weiteres mono- oder polycyclisches, aliphatisches oder aromatisches Ringsystem bilden;
R1 ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden H oder ein aliphatischer oder aromatischer Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 20 C-Atomen;
mit der Maßgabe, dass höchstens eine der Gruppen Ar1, Ar2 oder Ar3 ein Anthracen darstellt, und weiterhin mit der Maßgabe, wenn Ar ein
Anthracen darstellt, dass die Gruppe Ar1 -X nicht in der 2-Position gebunden ist.
Auch wenn dies aus der obigen Beschreibung hervorgeht, sei hier noch- mals betont, dass mehrere Reste R miteinander auch ein Ringsystem bilden können, auch beispielsweise und insbesondere zwischen den Gruppen Ar1 und Ar3.
Bevorzugt weist die Verbindung gemäß Formel (1) eine Glasübergangs- temperatur T9 von größer 70 0C auf, besonders bevorzugt größer 100 0C, ganz besonders bevorzugt größer 130 0C.
Ein aromatisches Ringsystem im Sinne dieser Erfindung enthält 6 bis 40 C-Atome im Ringsystem. Ein heteroaromatisches Ringsystem im Sinne dieser Erfindung enthält 2 bis 40 C-Atome und mindestens ein Heteroatom im Ringsystem, mit der Maßgabe, dass die Summe der C-Atome und Heteroatome mindestens 5 ergibt. Die Heteroatome sind bevorzugt ausgewählt aus N, O und/oder S. Unter einem aromatischen oder heteroaromatischen Ringsystem im Sinne dieser Erfindung soll ein System verstanden werden, das nicht notwendigerweise nur Aryl- oder Heteroarylgruppen enthält, sondern in dem auch mehrere Aryl- oder Heteroarylgruppen durch eine kurze, nicht-aromatische Einheit (weniger als 10 % der von H verschiedenen Atome, bevorzugt weniger als 5 % der von H verschiedenen
Atome), wie z. B. ein sp3-hybridisiertes C-, N- oder O-Atom, unterbrochen sein können. So sollen beispielsweise auch Systeme wie 9,9'-Spirobi- fluoren, 9,9-Diarylfluoren, Triarylamin, Diarylether, etc. als aromatische Ringsysteme im Sinne dieser Erfindung verstanden werden. Dabei kann das aromatische oder heteroaromatische Ringsystem oder ein Teil davon auch eine kondensierte Gruppe im Sinne der folgenden Definition sein.
Unter einer kondensierten Aryl- oder Heteroarylgruppe im Sinne dieser Erfindung wird ein Ringsystem mit 10 bis 40 aromatischen Ringatomen verstanden, in dem mindestens zwei aromatische oder heteroaromatische Ringe miteinander „verschmolzen", d. h. durch Anellierung einander ankondensiert sind, also mindestens eine gemeinsame Kante und ein gemeinsames aromatisches π-Elektronensystem aufweisen. Diese
Ringsysteme können durch R substituiert oder unsubstituiert sein. Beispiele für kondensierte aromatische oder heteroaromatische Ringsysteme sind Naphthalin, Chinolin, Isochinolin, Anthracen, Phenanthren, Pyren, Perylen, Chrysen, Acridin, etc., während beispielsweise Biphenyl keine kondensierte Arylgruppe darstellt, da dort keine gemeinsame Kante zwischen den beiden Ringsystemen vorliegt. Auch Fluoren stellt beispielsweise kein kondensiertes aromatisches Ringsystem dar, da die beiden Phenyl-Einheiten dort kein gemeinsames aromatisches Elektronensystem ausbilden.
Im Rahmen der vorliegenden Erfindung werden unter einer C1- bis C4o- Alkylgruppe, in der auch einzelne H-Atome oder CFVGruppen durch die oben genannten Gruppen substituiert sein können, besonders bevorzugt die Reste Methyl, Ethyl, n-Propyl, i-Propyl, n-Butyl, i-Butyl, s-Butyl, t-Butyl,
2-Methylbutyl, n-Pentyl, s-Pentyl, Cyclopentyl, n-Hexyl, Cyclohexyl, n-Heptyl, Cycloheptyl, n-Octyl, Cyclooctyl, 2-Ethylhexyl, Trifluormethyl, Pentafluorethyl, 2,2,2-Trifluorethyl, Ethenyl, Propenyl, Butenyl, Pentenyl, Cyclopentenyl, Hexenyl, Cyclohexenyl, Heptenyl, Cycloheptenyl, Octenyl,
Cyclooctenyl, Ethinyl, Propinyl, Butinyl, Pentinyl, Hexinyl oder Octinyl verstanden. Unter einer Ci- bis C-40-Alkoxygruppe werden besonders bevorzugt Methoxy, Ethoxy, n-Propoxy, i-Propoxy, n-Butoxy, i-Butoxy, s-Butoxy, t-Butoxy oder 2-Methylbutoxy verstanden. Unter einem aromatischen oder heteroaromatischen Ringsystem mit 5 - 40 aromatischen Ringatomen, welches noch jeweils mit den oben genannten Resten R substituiert sein kann und welches über beliebige Positionen am Aromaten bzw. Heteroaromaten verknüpft sein kann, werden insbesondere Gruppen verstanden, die abgeleitet sind von Benzol, Naphthalin, Anthracen, Phenanthren, Pyren, Chrysen, Perylen, Fluoranthen,
Naphthacen, Pentacen, Benzpyren, Biphenyl, Biphenylen, Terphenyl,
Terphenylen, Fluoren, Spirobifluoren, Diphenylether, Triphenylamin,
Dihydrophenanthren, Dihydropyren, Tetrahydropyren, eis- oder trans- Indenofluoren, Furan, Benzofuran, Isobenzofuran, Dibenzofuran, Thiophen, Benzothiophen, Isobenzothiophen, Dibenzothiophen, Pyrrol,
Indol, Isoindol, Carbazol, Pyridin, Chinolin, Isochinolin, Acridin,
Phenanthridin, Benzo-5,6-chinolin, Benzo-6,7-chinolin, Benzo-7,8-chinolin,
Phenothiazin, Phenoxazin, Pyrazol, Indazol, Imidazol, Benzimidazol,
Naphthimidazol, Phenanthrimidazol, Pyridimidazol, Pyrazinimidazol, Chinoxalinimidazol, Oxazol, Benzoxazol, Naphthoxazol, Anthroxazol, Phenanthroxazol, Isoxazol, 1 ,2-Thiazol, 1 ,3-Thiazol, Benzothiazol,
Pyridazin, Benzopyridazin, Pyrimidin, Benzpyrimidin, Chinoxalin, 5
1 ,5-Diazaanthracen, 2,7-Diazapyren, 2,3-Diazapyren, 1 ,6-Diazapyren,
1 ,8-Diazapyren, 4,5-Diazapyren, 4,5,9, 10-Tetraazapery!en, Pyrazin, Phenazin, Phenoxazin, Phenothiazin, Fluorubin, Naphthyridin, Azacarbazol, Benzocarbolin, Phenanthrolin, 1,2,3-Triazol, 1 ,2,4-Triazol,
Benzotriazol, 1 ,2,3-Oxadiazol, 1 ,2,4-Oxadiazol, 1 ,2,5-Oxadiazol, m
1,3,4-Oxadiazol, 1 ,2,3-Thiadiazol, 1,2,4-Thiadiazol, 1 ,2,5-Thiadiazol,
1 ,3,4-Thiadiazol, 1 ,3,5-Triazin, 1 ,2,4-Triazin, 1 ,2,3-Triazin, Tetrazol, 1,2,4,5-Tetrazin, 1 ,2,3,4-Tetrazin, 1,2,3,5-Tetrazin, Purin, Pteridin, Indolizin und Benzothiadiazol.
Bevorzugt enthält die kondensierte Aryl- oder Heteroarylgruppe Ar2 drei, vier, fünf oder sechs aromatische oder heteroaromatische Einheiten, die jeweils über eine oder mehrere gemeinsame Kanten einander ankondensiert sind und dadurch ein gemeinsames aromatisches System ausbilden und die durch R substituiert oder unsubstituiert sein können. Besonders bevorzugt enthält die kondensierte Aryl- oder Heteroarylgruppe Ar2 drei, vier oder fünf aromatische oder heteroaromatische Einheiten, insbesondere drei oder vier aromatische oder heteroaromatische Einheiten, die jeweils über eine oder mehrere gemeinsame Kanten einander ankondensiert sind und dadurch ein gemeinsames aromatisches System ausbilden
25 und die durch R substituiert oder unsubstituiert sein können. Besonders bevorzugt sind die einander ankondensierten aromatischen und heteroaromatischen Einheiten ausgewählt aus Benzol, Pyridin, Pyrimidin, Pyrazin und Pyridazin, die durch R substituiert oder unsubstituiert sein können, ganz besonders bevorzugt Benzol und Pyridin, insbesondere 30 Benzol.
Die kondensierten Aryl- oder Heteroarylgruppen Ar2 sind besonders bevorzugt ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Anthracen, Acridin, Phenanthren, Phenanthrolin, Pyren, Naphthacen, Chrysen, Pentacen und
O C
Perylen, die gegebenenfalls durch R substituiert sein können. Die Substitution mit R kann sinnvoll sein, um besser lösliche Verbindungen zu
erhalten. Besonders bevorzugt sind die kondensierten aromatischen Ringsysteme ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Anthracen, Phenanthren, Pyren, Naphthacen oder Perylen, insbesondere Anthracen, Phenanthren, Pyren oder Perylen, die gegebenenfalls durch R substituiert sein können. Dabei erfolgt die Verknüpfung der Einheiten Ar1 und Ar3 am Anthracen bevorzugt über die 1 ,10-Position, die 9,10-Position oder über die 1 ,4-Position, besonders bevorzugt über die 9,10-Position. Die Verknüpfung am Pyren erfolgt bevorzugt über die 1 ,6-, die 1 ,8-, die 1,3- oder die 2,7-Position, besonders bevorzugt über die 1 ,6- oder über die 2,7-Position. Die Verknüpfung am Phenanthren erfolgt bevorzugt über die 2,7-, die 3,6-, die 9,10-, die 2,9- oder die 2,10-Position, besonders bevorzugt über die 2,7- oder über die 3,6-Position. Die Verknüpfung am Perylen erfolgt bevorzugt über die 3,4-, die 3,9- oder die 3,10-Position, besonders bevorzugt über die 3,9- oder über die 3,10-Position.
Bevorzugte Verbindungen der Formel (1) sind also die folgenden Verbindungen gemäß Formel (2) bis (14), die jeweils noch durch R substituiert sein können und wobei die verwendeten Symbole dieselbe Bedeutung haben, wie oben beschrieben:
Formel (2) Formel (3) Formel (4) Formel (5)
Formel (6) Formel (7) Formel (8)
Formel (13) Formel (14)
Ganz besonders bevorzugt sind hierunter die Verbindungen gemäß Formel (2), (6), (7), (8), (9), (10) und (11).
Dabei ist es auch möglich und zulässig, wenn an die kondensierte aromatische Einheit mehr als eine Gruppe Ar1 -X gebunden ist, beispielweise zwei, drei oder vier Gruppen Ar1 -X. Ebenso ist es möglich und zulässig, wenn mehr als eine Gruppe Ar3 an die kondensierte aromatische Einheit gebunden ist, beispielsweise zwei, drei oder vier Gruppen Ar3.
Dabei sind die Anthracen- und Pyren-Einheiten außer den Gruppen X und Ar3 bevorzugt unsubstituiert. Die Phenanthren-Einheiten sind ebenfalls außer den Gruppen X und Ar3 bevorzugt unsubstituiert, oder Verbindungen gemäß Formel (6) und (7) tragen noch Substituenten in Position 9 und/oder 10, oder Verbindungen gemäß Formel (8) tragen noch Substituenten in Position 2 und/oder 7 oder in Position 3 und/oder 6. Die Perylen-Einheiten sind ebenfalls außer den Gruppen X und Ar3 bevorzugt unsubstituiert, oder Verbindungen gemäß Formel (13) tragen noch Substituenten in Position 4 und/oder 9, oder Verbindungen gemäß Formel (14) tragen noch Substituenten in Position 4 und/oder 10.
Bevorzugte Gruppen Ar1 und Ar3 sind, gleich oder verschieden bei jedem Auftreten, einfache oder kondensierte Aryl- oder Heteroarylgruppen mit 5 bis 16 aromatischen Ringatomen oder Spirόbifluoren. Besonders
bevorzugte Gruppen Ar1 und Ar3 sind einfache oder kondensierte Aryl- oder Heteroarylgruppen mit 6 bis 14 aromatischen Ringatomen. Diese können jeweils durch R substituiert oder unsubstituiert sein. Insbesondere bevorzugt sind Ar1 und Ar3 einfache oder kondensierte Arylgruppen. Ganz besonders bevorzugt ist mindestens eine der beiden Gruppen Ar1 und Ar3 eine kondensierte Aryl- oder Heteroarylgruppe, insbesondere die Gruppe Ar3. Ganz besonders bevorzugt sind beide Gruppen Ar1 und Ar3 kondensierte Aryl- oder Heteroarylgruppen, insbesondere kondensierte Arylgruppen.
Bevorzugte Gruppen X sind O, S oder Se, besonders bevorzugt O oder S, ganz besonders bevorzugt O.
Bevorzugte Reste R sind, wenn vorhanden, bei jedem Auftreten gleich oder verschieden H, F, eine geradkettige Alkyl- oder Alkoxykette mit 1 bis
10 C-Atomen oder eine verzweigte Alkyl- oder Alkoxykette mit 3 bis 10 C-Atomen, die jeweils durch R1 substituiert sein kann, in der auch ein oder mehrere nicht benachbarte C-Atome durch N-R1, O, S, -CR1=CR1- oder
-C=C- ersetzt sein können und in der auch ein oder mehrere H-Atome durch F oder CN ersetzt sein können, oder ein aromatisches oder heteroaromatisches Ringsystem mit 5 bis 16 aromatischen Ringatomen, welches auch durch einen oder mehrere Reste R1 substituiert sein kann, oder eine Kombination aus zwei oder drei dieser Systeme; dabei können zwei oder mehrere Reste R miteinander auch ein weiteres mono- oder poly- cyclisches, aliphatisches oder aromatisches Ringsystem bilden. Besonders bevorzugte Reste R sind, wenn vorhanden, bei jedem Auftreten gleich oder verschieden H, F, eine geradkettige Alkylkette mit 1 bis 5 C-Atomen oder eine verzweigte Alkylkette mit 3 bis 5 C-Atomen, in der auch ein oder mehrere nicht benachbarte C-Atome durch -CR1=CR1- oder -C≡C- ersetzt sein können und in der auch ein oder mehrere H-Atome durch F ersetzt sein können, oder eine Aryl- oder Heteroarylgruppe mit 5 bis 10 aromatischen Ringatomen, welche auch durch einen oder mehrere Reste R1 substituiert sein kann, oder eine Kombination aus zwei dieser Systeme; dabei können zwei oder mehrere Reste R miteinander auch ein weiteres mono- oder polycyclisches, aliphatisches oder aromatisches Ringsystem bilden.
Beispiele für geeignete Verbindungen gemäß Formel (1) sind die im Folgenden abgebildeten Strukturen (1) bis (86).
(63) (64)
(65) (66)
(67) (68)
(69) (70)
(71) (72)
Die Verbindungen gemäß Formel (1) lassen sich nach Standardmethoden der organischen Chemie synthetisieren. So kann beispielsweise zunächst die Einheit Ai^-Ar3 aufgebaut werden, indem eine Halogen-Verbindung des einen Aromaten mit einem Boronsäure-Derivat des anderen Aromaten in einer Suzuki-Kupplung unter Palladium-Katalyse gekuppelt wird. Ebenso möglich ist der Einsatz eines Zinn-Derivats in einer Stille-Kupplung unter Palladium-Katalyse oder weitere übergangsmetall-katalysierte Kupplungsreaktionen. In einem nächsten Schritt kann der Aromat Ar2 halogeniert werden, beispielsweise durch Bromierung mit NBS oder mit Brom. Die selektive Halogenierung ist möglich, wenn der Aromat Ar3 entsprechend substituiert ist, so dass hier keine Halogenierung erfolgen kann. Die Einführung des Aryloxy-Substituenten (bzw. entsprechender S-, Se- oder Te-Substituenten) kann durch Umsetzung dieser Verbindung mit einem Phenol bzw. entsprechenden Schwefel-, Selen- oder Tellurverbindungen erfolgen. Diese Reaktion kann beispielsweise als aromatische nukleophile Substitution geführt werden oder unter Kupfer-Katalyse unter Bedingungen der Ullmann-Kupplung (F. Ullmann et al., Chem. Ben 1905, 38, 2211- 2212) oder unter Palladium-Katalyse unter Bedingungen der Hartwig- Buchwald-Kupplung (G. Mann et al., J. Am. Chem. Soc. 1999, 121, 3224- 3225; A. Aranyos et al., J. Am. Chem. Soc. 1999, 121, 4369-4378). Eine weitere Möglichkeit ist die Umsetzung des halogenierten Aromaten zum
entsprechenden Grignard- oder Aryllithium-Reagenz und dessen weitere Reaktion mit Diaryldithiolen, -diseleniden oder -ditelluriden.
Verbindungen gemäß Formel (1a), in denen mindestens eine der Gruppen Ar1 oder Ar3 eine kondensierte Aryl- oder Heteroarylgruppe oder Spirobifluoren enthalten, sind neu und daher ebenfalls Gegenstand der vorliegenden Erfindung.
Gegenstand der Erfindung sind Verbindungen gemäß Formel (1a), 10
Ar-X — Ar— Ar3 Formel (1a)
* 5 wobei für die verwendeten Symbole gilt:
Ar1, Ar3 ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden ein aromatisches oder heteroaromatisches Ringsystem, welches mit einem oder mehreren Resten R substituiert sein kann, 2Q wobei mindestens eine der beiden Gruppen Ar1 und/oder Ar3 eine kondensierte Aryl- oder Heteroarylgruppe oder ein Spirobifluoren enthält;
die weiteren Symbole sind wie oben definiert; mit der Maßgabe, dass 9c höchstens eine der Gruppen Ar1, Ar2 oder Ar3 ein Anthracen darstellt, und weiterhin mit der Maßgabe, wenn Ar ein Anthracen darstellt, dass die Gruppe Ar1 -X nicht in der 2-Position gebunden ist.
Für die Gruppen Ar2 und X gelten dieselben Bevorzugungen, wie oben 30 bereits beschrieben. Bevorzugte Verbindungen gemäß Formel (1a) sind also Verbindungen gemäß den Formeln (2) bis (12), in denen mindestens eine der Gruppen Ar1 und/oder Ar3 mindestens eine kondensierte Aryl- oder Heteroarylgruppe oder ein Spirobifluoren enthält, das jeweils mit R substituiert sein kann.
35
In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die kondensierte
Aryl- oder Heteroarylgruppe Ar1 bzw. Ar3 ausgewählt aus der Gruppe
bestehend aus Naphthalin, Chinolin, Isochinolin, Chinoxalin, Anthracen, Acridin, Phenanthren, Phenanthrolin, Pyren, Chrysen, Naphthacen, Pentacen oder Perylen, mit der Maßgabe, dass höchstens eine der Gruppen Ar1, Ar2 oder Ar3 Anthracen darstellt. Besonders bevorzugte kondensierte Aryl- oder Heteroarylgruppen Ar1 und/oder Ar3 sind ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Naphthalin, Chinolin, Isochinolin, Anthracen, Phenanthren, Pyren oder Perylen, ganz besonders bevorzugt Naphthalin oder Phenanthren.
In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung enthält die Gruppe Ar3 mindestens eine kondensierte Aryl- oder Heteroarylgruppe, die jeweils mit R substituiert sein kann. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung enthalten beide Gruppen Ar1 und Ar3 mindestens eine kondensierte Aryl- oder Heteroarylgruppe, die jeweils mit
-I C
R substituiert sein können.
Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist die Verwendung von Verbindungen gemäß Formel (1a) in organischen elektronischen Vorrichtungen, insbesondere in organischen Elektrolumineszenzvorrichtungen. 20
Die organische Elektrolumineszenzvorrichtung enthält, wie oben beschrieben, Anode, Kathode und mindestens eine organische Schicht, die mindestens eine Verbindung gemäß Formel (1) enthält. Dabei ist mindestens eine der organischen Schichten eine Emissionsschicht. Es
OE kann auch bevorzugt sein, wenn die organische elektronische Vorrichtung noch weitere Schichten enthält. Diese können außer der Emissionsschicht beispielsweise sein: Lochinjektionsschicht, Lochtransportschicht, Elektronentransportschicht und/oder Elektroneninjektionsschicht. Es sei aber an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass nicht notwendigerweise
Of) jede dieser Schichten vorhanden sein muß.
So werden insbesondere bei Verwendung von Verbindungen gemäß Formel (1) in der Emissionsschicht weiterhin sehr gute Ergebnisse erhalten, wenn die organische Elektrolumineszenzvorrichtung keine separate Elektronentransportschicht enthält und die emittierende Schicht direkt an die Elektroneninjektionsschicht oder an die Kathode grenzt.
Ebenfalls kann es bevorzugt sein, wenn die organische Elektrolumin- eszenzvorrichtung keine separate Lochtransportschicht enthält und die emittierende Schicht direkt an die Lochinjektionsschicht oder an die Anode grenzt. 5
Bevorzugte Materialien für eine gegebenenfalls vorhandene Elektronen- transportschicht sind Metallkomplexe, enthaltend Aluminium oder Gallium, polypodale Metallkomplexe (z. B. gemäß WO 04/081017), Ketone,
Phosphinoxide oder Sulfoxide (z. B. gemäß WO 05/084081 und in
WO 05/084082). Besonders bevorzugt sind Ketone oder Phosphinoxide.
Besonders bevorzugt wird die Verbindung gemäß Formel (1) in der Emissionsschicht eingesetzt. Sie kann als Reinsubstanz eingesetzt werden, wird aber bevorzugt in Kombination mit einem Dotanden eingesetzt. Bevorzugt ist der Dotand ausgewählt aus der Klasse der Monostyrylamine, der Distyrylamine, der Tristyrylamine, der Tetrastyryl- amine und der Arylamine. Unter einem Monostyrylamin wird eine Verbindung verstanden, die eine Styrylgruppe und mindestens ein bevorzugt aromatisches Amin enthält. Unter einem Distyrylamin wird eine Verbindung
20 verstanden, die zwei Styrylgruppen und mindestens ein bevorzugt aromatisches Amin enthält. Unter einem Tristyrylamin wird eine Verbindung verstanden, die drei Styrylgruppen und mindestens ein bevorzugt aromatisches Amin enthält. Unter einem Tetrastyrylamin wird eine Verbindung verstanden, die vier Styrylgruppen und mindestens ein bevor- zugt aromatisches Amin enthält. Unter einem Arylamin bzw. einem aromatischen Amin im Sinne dieser Erfindung wird eine Verbindung verstanden, die drei aromatische oder heteroaromatische Ringsysteme direkt an den Stickstoff gebunden enthält. Die Styrylgruppen sind besonders bevorzugt Stilbene, die auch noch weiter substituiert sein
30 können. Besonders bevorzugte Dotanden sind ausgewählt aus der Klasse der Tristyrylamine. Beispiele für derartige Dotanden sind substituierte oder unsubstituierte Tristilbenamine oder die Dotanden, die in WO 06/000388, WO 06/000389, WO 06/000390 und in der nicht offen gelegten Patentanmeldung EP 04028407.7 beschrieben sind. Dabei beträgt der Anteil der Verbindung gemäß Formel (1) in der Mischung üblicherweise zwischen 1 und 99.9 Gew.%, bevorzugt zwischen
50 und 99.5 Gew.%, besonders bevorzugt zwischen 80 und 99 Gew.%, insbesondere zwischen 90 und 99 Gew.%. Entsprechend beträgt der Anteil des Dotanden zwischen 0.1 und 99 Gew.%, bevorzugt zwischen 0.5 und 50 Gew.%, besonders bevorzugt zwischen 1 und 20 Gew.%, insbesondere zwischen 1 und 10 Gew.%.
Weiterhin bevorzugt sind organische Elektrolumineszenzvorrichtungen, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere emittierende Verbindungen in derselben Schicht verwendet werden oder mehrere emittierende Schichten
1Ω vorhanden sind, wobei mindestens eine der Schichten mindestens eine Verbindung gemäß Formel (1) enthält. Besonders bevorzugt weist diese Vorrichtung insgesamt mehrere Emissionsmaxima zwischen 380 nm und 750 nm auf, so dass insgesamt weiße Emission resultiert. Dabei können als emittierende Verbindungen sowohl solche, die Fluoreszenz zeigen, wie
15 auch solche, die Phosphoreszenz zeigen, eingesetzt werden.
Weiterhin eignen sich die Verbindungen der Formel (1) für die Verwendung als Elektronentransportmaterial, insbesondere in einer Elektronentransportschicht, in fluoreszierenden und phosphoreszierenden Elektrolumineszenzvorrichtungen. Ebenso eignen sie sich für die Verwendung als Lochblockiermaterial, insbesondere in einer Lochblockierschicht, in fluoreszierenden und phosphoreszierenden Elektrolumineszenzvorrichtungen.
OC
Weiterhin eignen sich die Verbindungen der Formel (1) für die Verwendung als Lochtransportmaterial, insbesondere in einer Lochtransportschicht, in fluoreszierenden und phosphoreszierenden Elektrolumineszenzvorrichtungen. Dies gilt insbesondere dann, wenn mehr als eine Gruppe Ar1 -X im Molekül vorhanden ist. 30
Weiterhin bevorzugt ist eine organische elektronische Vorrichtung, dadurch gekennzeichnet, dass eine oder mehrere Schichten mit einem Sublimationsverfahren beschichtet werden. Dabei werden die Materialien in Vakuum-Sublimationsanlagen bei einem Druck kleiner 10'5 mbar,
OC g γ bevorzugt kleiner 10 mbar, besonders bevorzugt kleiner 10' mbar aufgedampft.
Bevorzugt ist ebenfalls eine organische elektronische Vorrichtung, dadurch gekennzeichnet, dass eine oder mehrere Schichten mit dem OVPD (Organic Vapour Phase Deposition) Verfahren oder mit Hilfe einer g
Trägergassublimation beschichtet werden. Dabei werden die Materialien in der Regel bei einem Druck zwischen 10"5 mbar und 1 bar aufgebracht.
Weiterhin bevorzugt ist eine organische elektronische Vorrichtung, dadurch gekennzeichnet, dass eine oder mehrere Schichten aus Lösung,
10 wie z. B. durch Spincoating, oder mit einem beliebigen Druckverfahren, wie z. B. Siebdruck, Flexodruck oder Offsetdruck, besonders bevorzugt aber LITI (Light Induced Thermal Imaging, Thermotransferdruck) oder InkJet Druck (Tintenstrahl-Druck), hergestellt werden.
Die oben beschriebenen emittierenden Vorrichtungen weisen folgende überraschende Vorteile gegenüber dem Stand der Technik auf:
1. Die Stabilität entsprechender Vorrichtungen ist größer im Vergleich zu Systemen gemäß dem Stand der Technik, was sich vor allem in
20 einer längeren Lebensdauer der OLED zeigt. Dieser Effekt könnte durch eine höhere Stabilität der Verbindungen gemäß Formel (1) im Vergleich zu Verbindungen gemäß dem Stand der Technik gegenüber Löchern begründet sein.
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2. Im Gegensatz zu bisher verwendeten Verbindungen, die teilweise durch ihre schlechte Löslichkeit schwierig zu reinigen waren, sind die Verbindungen gemäß Formel (1) gut löslich und daher einfacher zu reinigen bzw. auch leichter aus Lösung zu verarbeiten.
3. Materialien gemäß dem Stand der Technik bilden teilweise Atropisomere, die zu Problemen mit der Reproduzierbarkeit führen, wie oben bereits erläutert. Durch die Einführung der Gruppe X ist die Bildung von diastereomeren Atropisomeren um die Aryl-X-Aryl- Bindung nicht möglich, so dass dadurch die reproduzierbare Herstellung der Vorrichtung ermöglicht wird.
Im vorliegenden Anmeldetext und auch in den im Weiteren folgenden Beispielen wird auf die Verwendung der Verbindungen gemäß Formel (1) in Bezug auf OLEDs und die entsprechenden Displays abgezielt. Trotz dieser Beschränkung der Beschreibung ist es für den Fachmann ohne weiteres erfinderisches Zutun möglich, die Verbindungen gemäß Formel (1) auch für weitere Verwendungen in anderen elektronischen Vorrichtungen zu benutzen, z. B. für organische Feld-Effekt-Transistoren (O-FETs), organische Dünnfilmtransistoren (O-TFTs), organische lichtemittierende Transistoren (O-LETs), organische integrierte in Schaltungen (O-ICs), organische Solarzellen (O-SCs), organische FeId-
Quench-Devices oder organische Laserdioden (O-Laser), um nur einige Anwendungen zu nennen. Die Verwendung der erfindungsgemäßen Verbindungen in den entsprechenden Vorrichtungen ebenso wie diese Vorrichtungen selbst sind ebenfalls ein Gegenstand der vorliegenden 15 Erfindung.
Die Erfindung wird durch die nachfolgenden Beispiele näher erläutert, ohne sie dadurch einschränken zu wollen.
20 Beispiele:
Die nachfolgenden Synthesen werden, sofern nicht anders angegeben, unter einer Schutzgasatmosphäre durchgeführt. Die Edukte können von der Firma ALDRICH (4-Methylnaphthalin-1-boronsäure, 9-Bromanthracen, Phenol, 4-Phenylphenol, 2-Phenylphenol, Palladium(ll)acetat, Tri-o- 25 tolylphosphin, Anorganika, Lösemittel) bezogen werden.
Beispiel 1 : 10-(4-Methylnaphth-1-yl)-9-(phenoxy)anthracen (H1) a) Synthese von 9-(4-Methylnaphth-1-yl)anthracen
Eine Suspension von 93.0 g (500 mmol) 4-Methylnaphthalin-1-boronsäure, 100.0 g (389 mmol) 9-Bromanthracen und 212.3 g (1 mol) Trikalium- phosphat in einem Gemisch aus 400 ml Dioxan, 600 ml Toluol und
1000 ml Wasser wird unter gutem Rühren mit 3.6 g (11.7 mmol) Tri-o- tolylphosphin und dann mit 437 mg (1.9 mmol) Palladium(ll)acetat versetzt und 16 h unter Rückfluss erhitzt. Nach Erkalten der Reaktionsmischung wird die organische Phase abgetrennt und dreimal mit 500 ml Wasser gewaschen. Anschließend wird die organische Phase über Kieselgel filtriert und zur Trockene eingeengt. Das verbleibende Öl wird in 1000 ml Ethanol aufgenommen und unter Rückfluss in Lösung gebracht. Nach Erkalten wird der farblose Feststoff abgesaugt, erneut aus 1000 ml Ethanol umkristallisiert und abschließend im Vakuum getrocknet. Ausbeute: 103.0 g (83.1 % d.Th.), ca. 96 %ig nach 1H-NMR.
b) Synthese von 9-Brom-10-(4-methylnaphth-1-yl)anthracen
Eine Lösung von 102.0 g (320 mmol) 9-(4-Methylnaphth-1-yl)anthracen in
2000 ml Dichlormethan wird bei -5 0C unter gutem Rühren tropfenweise mit einem Gemisch von 18.0 ml (352 mmol) Brom in 100 ml Dichormethan versetzt und 12 h bei Raumtemperatur gerührt. Anschließend wird die Suspension mit 1000 ml Ethanol verdünnt und mit einer Lösung von 15 g Natriumsulfit in 500 ml Wasser versetzt. Der ausgefallene Feststoff wird abgesaugt, mit 500 ml eines Gemisch aus Wasser und Ethanol (1 :1 , v:v) und dann dreimal mit 200 ml Ethanol gewaschen. Nach zweimaligem
Auskochen mit je 1000 ml Ethanol wird der Feststoff im Vakuum getrocknet. Ausbeute: 108.0 g (84.9 % d.Th.), ca. 97 %ig nach 1H-NMR.
c) Synthese von 10-(4-Methylnaphth-1-yl)-9-(phenoxy)anthracen (H1)
Eine Suspension von 45.0 g (113 mmol) 9-Brom-10-(4-methylnaphth-1- yl)anthracen, 20.2 g (215 mmol) Phenol, 48.0 g (226 mmol) Trikalium-
phosphat und 200 g Glasperlen (0.4 mm Durchmesser) in 1000 ml Toluol wird mit 840 μl (3.5 mmol) Tri-fe/f-butylphosphin und dann mit 507 mg (2.3 mmol) Palladium(ll)acetat versetzt. Nach 12 h Erhitzen auf 100 0C wird das erkaltete Gemisch mit 500 ml 1N HCl versetzt und von den Glas- perlen abdekantiert. Die organische Phase wird abgetrennt, zweimal mit
500 ml Wasser gewaschen, über Magnesiumsulfat getrocknet und über Kieselgel abgesaugt. Der nach Einengen der organischen Phase verbliebene Feststoff wird mit 300 ml Ethanol ausgekocht und dann jeweils viermal aus DMSO (ca. 3 ml/g) und DMF (7 ml/g) umkristallisiert, bis eine Reinheit von 99.9 %ig nach HPLC erreicht ist. Abschließend wird der
Feststoff im Vakuum (p = 5 x 10"5 mbar, T = 340 0C) sublimiert. Ausbeute: 17.8 g (34.2 % d.Th.), 99.9 %ig nach HPLC.
Beispiel 2: 10-(4-Methylnaphth-1-yl)-9-(4-phenylphenoxy) anthracen (H2)
Darstellung analog Bsp. 1. An Stelle von Phenol werden 36.6 g (215 mmol) 4-Phenylphenol verwendet. Umkristallisation aus DMSO (ca. 3 ml/g) und DMF (5 ml/g). Sublimation: p = 5 x 10"5 mbar, T = 355 0C. Ausbeute: 25.8 g (47.0 % d.Th.), 99.9 %ig nach HPLC.
Beispiel 3: 10-(4-Methylnaphth-1-yI)-9-(2-phenylphenoxy) anthracen (H3)
Darstellung analog Bsp. 1. An Stelle von Phenol werden 36.6 g
(215 mmol) 2-Phenylphenol verwendet. Umkristallisation aus Dioxan
(4 ml/g). Sublimation: p = 5 x 10"5 mbar, T = 335 0C. Ausbeute: 22.8 g (41.5 % d.Th.), 99.9 %ig nach HPLC.
Beispiel 4: 10-(4-Methylnaphth-1-yl)-9-(9-phenanthenoxy) anthracen (H4)
Darstellung analog Bsp. 1. An Stelle von Phenol werden 41.8 g (215 mmol) 9-Hydroxyphenanthren verwendet. Umkristallisation aus DMSO (5 ml/g). Sublimation: p = 5 x 10"5 mbar, T = 335 0C. Ausbeute: 29.6 g (51.3 % d.Th.), 99.9 %ig nach HPLC.
Beispiel 5: 1-(4-Methylnaphth-1-yl)-7-(6-phenoxy))pyren (H5) a) Synthese von 1-(4-Methylnaphth-1-yl)-pyren
Eine Suspension von 93.0 g (500 mmol) 4-Methylnaphthalin-1-boronsäure, 109.4 g (389 mmol) 1-Brompyren und 212.3 g (1 mol) Trikaliumphosphat in einem Gemisch aus 400 ml Dioxan, 600 ml Toluol und 1000 ml Wasser wird unter gutem Rühren mit 3.6 g (11.7 mmol) Tri-o-tolylphosphin und dann mit 437 mg (1.9 mmol) Palladium(ll)acetat versetzt, und 26 h unter Rückfluss erhitzt. Nach Erkalten wird der farblose Feststoff abgesaugt, dann aus 1000 ml Ethanol heiß ausgerührt und abschließend im Vakuum getrocknet. Ausbeute: 119.2 g (89.5 % d.Th.), ca. 97 %ig nach 1H-NMR.
b) Synthese von 1-Brom-6-(4-methylnaphth-1-yl)pyren
Eine Suspension von 68.5 g (200 mmol) 1-(4-Methylnaphth-1-yl)-pyren in einem Gemisch aus 500 ml Methanol und 500 ml Dibutylether wird unter
-j Q Lichtausschluss mit 25.0 ml (220 mmol) Bromwasserstoffsäure (wässrig, 48 %) versetzt. Diese Mischung wird unter gutem Rühren tropfenweise während 4 h mit 18.0 ml (205 mmol) Wasserstoffperoxoid (wässrig, 35 %ig) versetzt. Nach 12 h Rühren bei Raumtemperatur wird vom ausgefallenen Niederschlag abfiltriert. Der so erhaltene Feststoff wird mit
-j 5 Wasser neutral gewaschen, anschließend mit Ethanol gewaschen, im Vakuum getrocknet, und abschließend zweimal aus DMSO (ca. 3 ml/g) umkristallisiert. Ausbeute: 54.5 g (64.7 % d.Th.), ca. 96 %ig nach 1H-NMR.
c) Synthese von 1-(4-Methylnaphth-1-yl)-7-(6-phenoxy))pyren (H5)
Stelle von 9-Brom-10-(4-methylnaphth-1- yl)anthracen werden 47.6 g (113 mmol) 1-Brom-6-(4-methylnaphth-1- yl)pyren verwendet. Umkristallisation aus NMP (3 ml/g). Sublimation: p = 5 x 10'5 mbar, T = 380 0C. Ausbeute: 20.3 g (41.3 % d.Th.), 99.8 %ig 30 nach HPLC.
Beispiel 6: Herstellung der OLEDs
Die Herstellung von OLEDs erfolgt nach einem allgemeinen Verfahren gemäß WO 04/058911 , das im Einzelfall auf die jeweiligen Gegebenheiten 35 (z. B. Schichtdickenvariation, um optimale Effizienz bzw. Farbe zu erreichen) angepasst wird.
In den folgenden Beispielen 7 bis 12 werden die Ergebnisse verschiedener OLEDs vorgestellt. Der grundlegende Aufbau und die verwendeten Materialien (außer der emittierenden Schicht) sind in den Beispielen zur besseren Vergleichbarkeit identisch. Analog dem o. g. allgemeinen
Verfahren werden OLEDs mit folgendem Aufbau erzeugt:
Lochinjektionsschicht (HIL) 20 nm PEDOT (aus Wasser aufgeschleudert; bezogen von H. C.
Starck, Goslar, Deutschland; Poly(3,4- ethylendioxy-2,5-thiophen))
Lochtransportschicht (HTM) 10 nm 2,2',7,7'-Tetrakis(di-para- tolylamino)spiro-9,9'-bifluoren (abgekürzt als HTM-1)
Lochtransportschicht (HTM) 30 nm NPB (N-Naphthyl-N-phenyl-4,4'- diaminobiphenyl)
Emissionschicht (EML) siehe Tabelle 1 für Materialien,
Konzentration und Schichtdicke
Elektronenleiter (ETL) 20 nm AIQ3 (bezogen von SynTec,
Tris(chinolinato)aluminium(lll)) Kathode 1 nm LiF, darauf 150 nm AI.
Diese OLEDs werden standardmäßig charakterisiert; hierfür werden die Elektrolumineszenzspektren, die Effizienz (gemessen in cd/A), die Leistungseffizienz (gemessen in Im/W) in Abhängigkeit der Helligkeit, berechnet aus Strom-Spannungs-Helligkeit-Kennlinien (IUL-Kennlinien), und die Lebensdauer bestimmt. Als Lebensdauer wird die Zeit definiert, nach der die Anfangshelligkeit von 1000 cd/m2 auf die Hälfte gesunken ist.
In Tabelle 1 sind die Ergebnisse einiger OLEDs (Beispiele 7 bis 12) zusammengefasst, die die Hostmaterialien HO (Vergleichsbeispiel) und H1 bis H5 (erfindungsgemäße Beispiele) enthalten, wobei jeweils die Zusammensetzung der EML inklusive der Schichtdicken mit aufgeführt ist. Das Hostmaterial HO ist 9,10-Bis(1-naphthyl)anthracen, als Dotand wird in allen Beispielen D1 eingesetzt. Beide sind im Folgenden dargestellt:
Host HO Dotand D1
Für diese OLEDs wird dabei der Dotiergrad, also der Anteil des Dotanden im Hostmaterial, konstant bei 5 % gehalten.
Wie man den Beispielen in der Tabelle 1 entnehmen kann, zeigen die erfindungsgemäßen Tristilbenaminderivate blaue Emission mit besseren Farbkoordinaten und verbesserte Effizienz bei deutlich verbesserter Lebensdauer im Vergleich zum Hostmaterial HO gemäß dem Stand der Technik.
Tabelle 1
10
15
20