Kugelgelenk
Beschreibung
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Kugelgelenk für ein Kraftfahrzeug, insbesondere für das Fahrwerk des Kraftfahrzeugs mit einem eine Gelenköffnung aufweisenden Kugelgelenkgehäuse, in dem eine aus einem isolierenden Material hergestellte Lagerschale angeordnet ist, und einem aus einem elektrisch leitenden Material hergestellten, eine Gelenkkugel und einen Zapfen aufweisenden Kugelzapfen, der mit seiner Gelenkkugel in der Lagerschale drehbar und schwenkbar gelagert ist und mit seinem Zapfen durch die Gelenköffnung hindurch aus dem Kugelgelenkgehäuse herausragt.
Ein derartiges Kugelgelenk ist in der deutschen Patentanmeldung DE 100 09 054 beschrieben, wobei das aus elektrisch leitendem Material hergestellte Kugelgelenkgehäuse und der Kugelzapfen über elektrische Leitungen mit einer Auswerteeinheit verbunden sind, mittels der ein übermäßiger Verschleiß der Lagerschale erfasst werden kann, der durch den unmittelbaren Kontakt der Gelenkkugel mit dem Kugelgelenkgehäuse gekennzeichnet ist.
Aus der DE 195 46 084 CI ist ein Kugelgelenk, z. B. für die Aufhängung eines Vorderrads eines Kraftfahrzeugs bekannt, wobei ein Kugelzapfen mit einem Kugelkopf unter Zwischenschaltung einer Lagerschale in einem Lagergehäuse angeordnet ist. Der Kugelzapfen und das Lagergehäuse sind aus einem metallischen Werkstoff hergestellt, wohingegen die Lagerschale aus einem den elektrischen Strom nicht leitenden Kunststoff gefertigt ist. Zur Verschleißmessung wird zwischen Kugelzapfen und Lagergehäuse eine Spannung angelegt und der fließende Strom gemessen.
Ferner ist aus der JP 56006911 A ein Kugelgelenk, z.B. für die Lenkeinrichtung eines Kraftfahrzeugs, bekannt, wobei ein Kugelzapfen mit einer Gelenkkugel unter Zwischenschaltung einer Lagerschale in einem Gelenkgehäuse angeordnet ist. Das Gelenkgehäuse ist aus einem metallischen Werkstoff hergestellt, wohingegen die Lagerschale aus einem isolierenden Kunststoff gefertigt ist. In der Lagerschale ist eine Elektrode aus Kupfer eingebettet, welche sich zunächst nicht bis zur inneren Oberfläche der Lagerschale hin erstreckt und in elektrischem Kontakt mit dem Gelenkgehäuse steht, welches über eine elektrische Leitung unter Zwischenschaltung eines Meldegeräts mit einer Spannungsquelle verbunden ist. Wenn die Lagerschale verschlissen ist, gelangt die Elektrode in unmittelbaren Kontakt mit der Gelenkkugel des mit Masse verbundenen Kugelzapfens, woraufhin das Meldegerät aktiviert wird.
In Kugelgelenken für Kraftfahrzeuge werden regelmäßig Fette verwendet, die z. B. mit Graphit oder mit Molybdän versetzt und somit elektrisch leitfähig sind. Ferner können Verunreinigungen einschließlich Wasser in das Kugelgelenk eindringen, welche ebenfalls leitfähig sind. Somit ist es möglich, dass diese Stoffe zwischen Elektrode und Gelenkkugel z. B. eines Kugelgelenks nach der JP 56006911 A geraten und dort einen elektrischen Übergangswiderstand ausbilden, der wegen des kurzen Abstands von Elektrode und Gelenkkugel einen relativ geringen Widerstandswert aufweist. Wenn aber ein elektrischer Strom zwischen Elektrode und Gelenkkugel fließen kann, obwohl die Lagerschale noch keinen unmittelbaren Kontakt von Elektrode und Gelenkkugel zulässt, also der Verschleißzustand noch nicht eingetreten ist, kann dies zu Fehlmessungen bei der Ermittlung des Verschleißzustands fuhren.
Andererseits können diese Verunreinigungen über die Lebensdauer des oben genannten Kugelgelenks zu einer Korrosion der Elektrode fuhren, so dass im Verschleißfalle, also bei einem unmittelbaren mechanischen Kontakt von Elektrode und Gelenkkugel, kein oder nur ein sehr schwacher elektrischer Kontakt ausgebildet wird. Auch dies kann zu Fehlmessungen bei der Ermittlung des Verschleißzustandes führen.
Ausgehend von diesem Stand der Technik ist es Aufgabe der Erfindung, ein Kugelgelenk der eingangs genannten Art zu schaffen, bei dem diese Fehlmessungen vermieden werden können.
Diese Aufgabe wird erfϊndungsgemäß mit einem Kugelgelenk mit den Merkmalen nach Anspruch 1 und einem Verfahren mit den Merkmalen nach Anspruch 11 gelöst. Bevorzugte Weiterbildungen sind in den Unteransprüchen beschrieben.
Das erfindungsgemäße Kugelgelenk für ein Kraftfahrzeug, insbesondere für das Fahrwerk des Kraftfahrzeugs, weist ein eine Gelenköffnung aufweisendes
Kugelgelenkgehäuse, in dem eine aus einem isolierenden Material hergestellte Lagerschale angeordnet ist, und einen aus einem elektrisch leitenden Material hergestellten, eine Gelenkkugel und einen Zapfen aufweisenden Kugelzapfen auf, der mit seiner Gelenkkugel in der Lagerschale drehbar und schwenkbar gelagert ist und mit seinem Zapfen durch die Gelenköff ung hindurch aus dem
Kugelgelenkgehäuse herausragt. In der Wandung der Lagerschale ist eine Elektrode im Abstand Δ zu der Gelenkkugel angeordnet, wobei die Elektrode und die Gelenkkugel über die Lagerschale gegeneinander elektrisch isoliert sind. Ferner weist die Wandung zwischen Gelenkkugel und Kugelgelenkgehäuse wenigstens zwei hintereinanderliegende Schichten auf, zwischen denen die Elektrode angeordnet ist.
Dadurch, dass die Elektrode zwischen zwei Schichten der Lagerschale angeordnet ist, können im Messbereich weder Fett noch Verunreinigungen in unmittelbaren Kontakt mit der Elektrode treten, so dass die zum Stand der Technik aufgeführten Nachteile mit dem erfindungsgemäßen Kugelgelenk vermieden werden.
Die Elektrode kann als metallische Folie ausgebildet sein, die zum Beispiel während der Herstellung der Lagerschale auf eine der beiden Schichten aufgeklebt wird. Ferner ist die Elektrode aus einem elektrisch leitenden Lack bildbar, der zum Beispiel mit elektrisch leitenden Partikeln, wie Metallpartikel, versetzt sein kann.
Es ist aber auch möglich, die Elektrode als chemische bzw. galvanische Metallisierung von einer der beiden Schichten auszubilden, wobei sich Kupfer bei
der Metallisierung von Kunststoffen bewährt hat. Diese Metallisierung aus Kupfer kann ferner zur Gelenkkugel hin mit einer Beschichtung aus Gold oder einer Goldlegierung versehen sein, so dass im Verschleißfalle der elektrische Übergang zwischen der Gelenkkugel und der Elektrode einen möglichst geringen Kontaktwiderstand aufweist. Diese Beschichtung kann aber auch aus anderen elektrisch gut leitenden Materialien wie z. B. aus Silber oder einer Silberlegierung hergestellt sein.
Die Elektrode kann als punktförmige Einzelelektrode, als eine sich über einen größeren Bereich erstreckende Flächenelektrode oder als Anordnung mehrerer, miteinander elektrisch verbundener Einzelelektroden ausgebildet sein, wobei die letzten beiden Varianten die Überprüfung eines größeren Bereichs der Lagerschale auf Verschleiß ermöglichen. Mit der punktförmigen Einzelelektrode kann der Verschleißzustand nur lokal erfasst werden.
Bei einer starken Auslenkung des Kugelzapfens kann es zu einem elektrischen Kontakt zwischen dem Kugelzapfen und dem Kugelgelenkgehäuse kommen. Insbesondere dann, wenn die Elektrode mit dem Kugelgelenkgehäuse elektrisch verbunden ist, kann dieser elektrische Kontakt in irreführender Weise eine Auswerteeinrichtung dazu veranlassen, den Verschleißzustand festzustellen. Aus diesem Grund kann der Kugelzapfen im Übergangsbereich zwischen der Gelenkkugel und dem Zapfen von einem Kragen aus elektrisch isolierendem Material umschlossen sein. Neben der elektrischen Funktion kann dieser Kragen aber auch als mechanischer Puffer beim Aneinanderstoßen von Kugelzapfen und Kugelgelenkgehäuse wirken.
Ferner kann ein elektrischer Kontakt zwischen dem Kugelzapfen und dem Kugelgelenkgehäuse auch dadurch hergestellt werden, das sowohl das Kugelgelenkgehäuse als auch der Kugelzapfen unmittelbar mit elektrisch leitenden Bauteilen verbunden sind, die ihrerseits elektrisch miteinander in Verbindung stehen. Aus diesem Grund kann der Zapfen an seinem der Gelenkkugel abgewandten Endbereich ringförmig von elektrisch isolierendem Material umschlossen sein, so dass ein unmittelbarer elektrischer Kontakt des Kugelzapfens zu dem an diesem
befestigten Bauteil verhindert ist. Wenn der Kugelzapfen über eine Mutter aus elektrisch leitendem Material mit dem Bauteil verbunden wird, ist es ferner vorteilhaft, zwischen Bauteil und Mutter eine Unterlegscheibe aus isolierendem Material vorzusehen.
Die Elektrode kann sich derart weit aus der Wandung der Lagerschale heraus erstrecken, dass sie in unmittelbarem elektrischem Kontakt zu dem Kugelgelenkgehäuse steht und über dieses elektrisch kontaktiert werden kann. Bevorzugt ist jedoch eine Durchführung in dem Kugelgelenkgehäuse vorgesehen, durch welche hindurch sich eine an der Elektrode angeschlossene elektrische Leitung erstreckt, die vorteilhafterweise gegenüber dem Kugelgelenkgehäuse elektrisch isoliert ist. Wenn die Elektrode nicht aus der Lagerschale herausragt, kann in dieser ebenfalls eine Öffnung vorgesehen sein, die sich von der Außenseite der Lagerschale aus bis zur Elektrode hin erstreckt. In diese Öffnung kann dann die elektrische Leitung zum Kontaktieren der Elektrode eingeführt werden.
Falls sowohl die Elektrode als auch die elektrische Leitung gegenüber dem Kugelgelenkgehäuse elektrisch isoliert sind, kann zum Beispiel auf eine elektrische Isolierung des Kugelzapfens gegenüber dem Kugelgelenkgehäuse oder gegenüber dem Bauteil verzichtet werden.
Erfindungsgemäß wird ferner ein Verfahren zur Herstellung einer Lagerschale aus einem isolierenden Kunststoff für ein Kugelgelenk geschaffen, welches folgende Verfahrensschritte aufweist: - Spritzgießen einer ersten Schicht der Lagerschale
Ausbilden einer Elektrode an der ersten Schicht und
Spritzgießen einer zweiten Schicht der Lagerschale auf die erste Schicht und die Elektrode.
Durch das erfindungsgemäße Verfahren wird eine Lagerschale geschaffen, bei der die Elektrode integrativer Bestandteil der Lagerschale ist. Dadurch können im Messbereicht weder Fett noch Verunreinigungen in unmittelbaren Kontakt mit der
Elektrode treten, so dass die zum Stand der Technik aufgeführten Nachteile mit der erfindungsgemäßen Lagerschale vermieden werden.
Die beiden Schichten liegen unmittelbar an der Elektrode und in Bereichen ohne Elektrode unmittelbar aneinander an, wo sie durch das Spritzgießen eine stoffschlüssige Verbindung miteinander eingehen können.
Die Elektrode kann als metallische Folie ausgebildet sein, die zum Beispiel auf die erste Schicht aufgeklebt wird. Ferner ist zur Ausbildung der Elektrode das Aufbringen eins elektrisch leitenden Lacks auf die erste Schicht möglich.
Andererseits kann die Elektrode aber auch durch Metallisieren zumindest eines Teils der ersten Schicht, insbesondere durch ein chemisches bzw. galvanisches Verfahren ausgebildet werden, wobei sich Kupfer, neben anderen Materialien, als geeignetes Elektrodenmaterial erwiesen hat.
Die Elektrode kann als punktförmige Einzelelektrode oder als Anordnung mehrerer, miteinander elektrisch verbundener Einzelelektroden realisiert werden. Bevorzugt wird die Elektrode aber als eine sich über einen größeren Bereich erstreckende Flächenelektrode ausgebildet.
Zur Verringerung des Kontaktwiderstandes im Verschleißfalle kann die Elektrode vor dem Aufbringen der zweiten Schicht mit einer Beschichtung aus Gold oder einer Goldlegierung versehen werden. Für diese Beschichtung können aber auch andere elektrisch gut leitende Materialien wie z.B. Silber oder eine Silberlegierung verwendet werden.
Als Materialien für die Schichten der Lagerschale können elektrisch isolierende Kunststoffe wie POM (Polyoxymethylen), PEEK (Polyetheretherketon) oder PA (Polyamid) verwendet werden, die zur Versteifung der Lagerschale auch noch zusätzlich mit Fasern verstärkbar sind.
Nachfolgend wird der Einsatz des erfindungsgemäßen Kugelgelenks bzw. eines mit einer nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten Lagerschale versehenen Kugelgelenks zur Verschleißmessung beschrieben.
Im unverschlissenen Zustand ist die Elektrode gegenüber der Gelenkkugel mittels der zwischen Elektrode und Gelenkkugel angeordneten Schicht der Lagerschale elektrisch isoliert. Durch den Betrieb des Kraftfahrzeugs kommt es jedoch zu Bewegungen zwischen der Gelenkkugel und der Lagerschale, so dass deren Wandung durch Reibung und Verformung immer dünner wird. Dadurch gewinnt die Gelenkkugel gegenüber dem Kugelgelenkgehäuse zunehmend an Spiel, bis das Kugelgelenk unbrauchbar wird.
Wenn nun die zwischen Elektrode und Gelenkkugel liegende Schicht der Lagerschale derart stark verschlissen ist, dass sich ein elektrischer Kontakt zwischen der Elektrode und der Gelenkkugel ausbildet, kann dieser über eine elektrische Auswerteeinrichtung erfasst werden. Diese elektrische Auswerteeinrichtung kann nun die Information über das Vorliegen des Verschleißzustands dem Fahrzeugführer optisch oder akustisch zur Kenntnis bringen oder in einem elektrischen Speicherbauelement zum späteren Auslesen ablegen.
Ist der Verschleißzustand erfasst, kann das Kugelgelenk zur Vermeidung größerer Schäden ausgetauscht werden.
Über die Dicke der zwischen der Elektrode und der Gelenkkugel angeordneten Schicht der unverschlissenen Lagerschale ist eingestellt, bei welcher Abnutzung der Lagerschale bzw. bei welchem Spiel der Gelenkkugel gegenüber dem Kugelgelenkgehäuse die Lagerschale als verschlissen gilt. Je näher die Elektrode an der der Gelenkkugel zugewandten Oberfläche der Lagerschale sitzt, umso dünner ist die Schicht, welche die Elektrode gegenüber der Gelenkkugel elektrisch isoliert und umso weniger Verschleiß reicht aus, bis der Verschleißzustand erfasst wird.
Die Auswerteeinrichtung kann einen einfachen Stromkreis mit einer Warnleuchte aufweisen, wobei zwischen dem Kugelzapfen und der Elektrode eine Spannung
angelegt wird. Bei Vorliegen eines elektrischen Kontakts zwischen der Elektrode und dem Kugelzapfen leuchtet die Warnlampe, um den Fahrzeugführer über, den Verschleißzustand zu informieren. Falls die Auswerteeinrichtung aber den Verschleißzustand kennzeichnende Informationen in einem Speicher ablegt, können diese z. B. in vorgegebenen Wartungsintervallen ausgelesen werden. Ferner ist es möglich, dass die Auswerteeinrichtung mit einem bestehenden Bordrechnernetz verbunden ist, bzw. selbst einen Teil dieses Bordrechnernetzes bildet.
Mit dem erfindungsgemäßen Kugelgelenk bzw. mit einer durch das erfindungsgemäße Verfahren hergestellten Lagerschale für ein Kugelgelenk ist es möglich, eine permanente Überwachung des Gelenkverschleißes im Kraftfahrzeug durchzuführen, so dass die Fahrsicherheit erhöht wird. Ferner weist das erfmdungsgemäße Kugelgelenk einen einfachen Aufbau auf, so dass auch ältere Fahrzeuge damit nachgerüstet werden können. Dadurch, dass schon mit einfachsten schaltungstechnischen Mitteln dem Fahrzeugführer ein Hinweis auf den
Verschleißzustand gegeben werden kann, ist die Komplexität der Anordnung gering, so dass eine hohe Zuverlässigkeit erzielt werden kann. Ferner ist eine Überwachung des Verschleißzustands kostengünstig realisierbar.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand bevorzugter Ausführungsformen unter Bezugnahme auf die Zeichnung beschrieben. In der Zeichnung zeigen:
Fig. 1 : eine erste Ausführungsform des erfindungsgemäßen Kugelgelenks in einer teilweise geschnittenen Ansicht und
Fig. 2: eine Schnittansicht eines Teils einer Lagerschale des erfindungsgemäßen Kugelgelenks gemäß einer zweiten Ausführungsform.
Aus Fig. 1 ist eine teilweise geschnittene Ansicht einer ersten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Kugelgelenks ersichtlich, wobei in einem Kugelgelenkgehäuse 1 ein eine Gelenkkugel 2 und einen Zapfen 3 aufweisender Kugelzapfen 4 in einer Lagerschale 5 drehbar und schwenkbar gelagert ist. Zwischen dem Kugelgelenkgehäuse 1 und dem Kugelzapfen 4 ist ein Dichtungsbalg 6 angeordnet,
der mit seinem einen Ende an dem Kugelgelenkgehäuse 1 und mit seinem anderen Ende an dem Zapfen 3 dichtend anliegt und ein Eindringen von Schmutz und Wasser in das Innere des Kugelgelenkgehäuses 1 verhindert. Damit dieser Schutz auch bei Bewegungen des Kugelzapfens 4 relativ zum Kugelgelenkgehäuse 1 aufrechterhalten wird, sind die beiden Enden des Dichtungsbalgs 6 jeweils über einen Spannring 7 und 8 zentripetal vorgespannt. An dem der Gelenkkugel 2 abgewandten Endbereich des Zapfens 3 ist ein Gewinde 9 mit einer aufgeschraubten Mutter 10 zum Befestigen eines Bauteils vorgesehen. Ferner ist im Übergangsbereich zwischen der Gelenkkugel 2 und dem Zapfen 3 der Kugelzapfen 4 von einem Kragen 11 aus einem elektrisch isolierenden Material umschlossen.
Die Lagerschale 5 weist eine äußere Schicht 12 und eine innere Schicht 13 auf, wobei eine Elektrode 14 zwischen diesen beiden Schichten angeordnet ist und unmittelbar an diesen anliegt. Die Elektrode 14 ist über eine sich durch eine im Kugelgelenkgehäuse 1 vorgesehene Durchführung 15 hindurcherstreckende erste elektrische Leitung 16 mit einer Glühlampe (oder einem anderen optischen Signalgeber) 17 elektrisch verbunden, deren anderer Anschluss an dem positiven Pol (+) einer Spannungsquelle angeschlossen ist. Sowohl die erste elektrische Leitung 16 als auch die Elektrode 14 sind dabei gegenüber dem Kugelgelenkgehäuse 1 elektrisch isoliert ausgebildet.
Der Kugelzapfen 4 ist mit seinem Zapfen 3 über eine zweite elektrische Leitung 18 an dem Minuspol (-) der Spannungsquelle angeschlossen, so dass die Elektrode 14 und der Kugelzapfen 4 in elektrischer Hinsicht nur über die innere Schicht 13 mit der Dicke Δ voneinander getrennt sind. Da diese Dicke Δ mit zunehmendem Verschleiß immer geringer wird, kann über sie der maximal zulässige Verschleiß der Lagerschale 5 festgelegt werden.
Ist die Schicht 13 verschlissen und kommt es zu einem elektrischen Kontakt des Kugelzapfens 4 mit der Elektrode 14, so wird ein geschlossener Stromkreis ausgebildet, wodurch die Glühlampe 17 zu leuchten beginnt. Ist die Glühlampe 17 nun im Innenraum des Kraftfahrzeugs angeordnet, kann der Fahrzeugführer am
Leuchten der Glühlampe 17 erkennen, dass die Lagerschale 5 des Kugelgelenks verschlissen ist.
Aus Fig. 2 ist eine Schnittansicht eines Teils einer Lagerschale 5 für ein erfindungsgemäßes Kugelgelenk gemäß einer zweiten Ausführungsform der Erfindung ersichtlich. Identische und funktionsgleiche Merkmale werden mit denselben Bezugszeichen wie bei der ersten Ausführungsform gekennzeichnet. Gemäß der zweiten Ausführungsform ist in der Lagerschale 5 eine Elektrode 14 zwischen einer äußeren Schicht 12 und einer inneren Schicht 13 festsitzend angeordnet, wobei die Elektrode 14 mit einem Ende 19 aus dem unteren Bereich 20 der Lagerschale 5 herausgeführt ist. Im oberen Bereich 21 der Lagerschale 5 grenzen die beiden Schichten 12 und 13 unmittelbar aneinander und sind über eine stoffschlüssige Verbindung miteinander verbunden.
Das Ende 19 der Elektrode 14 kann z. B. dafür verwendet werden, um einen unmittelbaren Kontakt zwischen der Elektrode 14 und dem Kugelgelenkgehäuse herzustellen, über welches die Elektrode 14 dann elektrisch kontaktiert werden kann. In diesem Fall wäre es möglich, auf das Ausbilden einer Durchführung für eine elektrische Leitung in dem Kugelgelenkgehäuse zu verzichten.
Bezugszeichenliste:
1 Kugelgelenkgehäuse
2 Gelenkkugel
3 Zapfen
4 Kugelzapfen
5 Lagerschale
6 Dichtungsbalg
7 Spannring
8 Spannring
9 Gewinde
10 Mutter
11 Kragen
12 äußere Schicht der Lagerschale
13 innere Schicht der Lagerschale
14 Elektrode
15 Durchführung
16 erste elektrische Leitung
17 Glühlampe
18 zweite elektrische Leitung
19 aus der Lagerschale herausgeführtes Ende der Elektrode
20 unterer Bereich der Lagerschale
21 oberer Bereich der Lagerschale
Δ Abstand