Bereich der Technik
Die Erfindung betrifft das Gebirgsankerungsverfahren, das zwecks ihrer Festigung und
Sicherung der Haftfestigkeit des Gebirgsmassivs beim Bau von Tiefbauwerken,
Tiefbauarbeitstätten, Tunnels und Kammern, bei Durchführung der Abhangstabilisierung
und Dammverfestigung sowie bei verschiedenen weiteren technologischen Anwendungen
im Kohlen- und Erzbergbau sowie Bauwesen durchgeführt werden.
Bisheriger Stand der Technik
Zurzeit werden die Grubenbauten, Tunells, Terrainabhänge, Dämme usä. bei ihrem Bau und
Instandhaltung mit Hilfe von Ankern so gesichert, gefestigt und stabilisiert, dass das
Gebirge mit einer Bohrloch mit Durchmesser nach angewendetem Anker angebohrt wird.
Es besteht eine Reihe von verschiedenen Ankertyps zur Gebirgsfestigung und deren
Ankerung, d.h. zum Erhalten der Haftfestigkeit des Gebirgsmassivs. Eine konkrete Gruppe
der Gebirgsanker stellen die hydraulisch einspannbaren Reibanker dar, die in die Bohrungen
im Gebirgsmassiv eingefügt werden, wobei sie die Gebirgshaftfestigkeit durch Auslösung
der Reibungskraft des Ankerteils des Ankers an die Bohrlochwandung sichern. Der
bekannteste in dieser Ankergruppe ist der Gebirgsreibanker Typs Swellex und Boltex.
Beide bekennte hydraulisch einspannbaren Reibanker besitzen ein gemeinsames Merkmal,
das in der technischen Lösung ihres Ankerteils beruht. Diesen Teil bildet ein Rohrkörper
mit kreisförmigem Durchschnitt, der aber längsverlaufend üblicherweise in Form einer
tiefen Rille verformt oder verbeult ist. Der Rohrkörper ist an beiden Enden geschlossen,
wodurch daraus ein hydraulisches Gefäß entsteht. Ankerwirkung wird bei diesen Ankern
infolge der Reibungskraft an der Umfangsfläche des Rohrkörpers erreicht, die von der
Restvorspannung des Rohrkörpers nach seiner hydraulischen Begradigung ausgelöst wird.
Die vom Ankerkörper übertragene Achsenzugkraft ist dann proportional dem Durchschnitt
und Güte des angewendeten Rohrwerkstoffs. Limit für Übertragung der Zugkraft sind
Werkstoffbeschaffenheiten des längverlaufend verformten Rohrs, das wegen notwendiger
Dehnbarkeit bei seinem Expandieren eine bestimmte Höchstfestigkeit besitzen muss. Wird
diese überschritten, wird die Rohrwand vor Begradigung zerstört und dadurch wird der
ganze Anker funktionslos. Eine weitere Erhöhung der Achsenzugkraft dieser erwähnten
Reibanker ist nur durch Erhöhung ihres Durchschnitts möglich, die dann Bohrung von
Bohrlöchern mit größeren Durchschnitten erfordert. In der Folge bedeutet es, dass sowohl
der Preis für die Anker selbst, als auch die Kosten für Durchführung der Bohrlöcher im
Gebirge für diese Anker mit größerem Durchschnitt steigen. Anstieg der Achsenzugkraft
der erwähnten Reibanker ist unter anderem auch durch Anwendung neuer, festerer
Werkstoffe mit notwendiger Zugfähigkeit, weiter durch Wärmebehandlung des
Halbfabrikats des Rohrkörpers der Reibanker zu erreichen, was sich in diesen Fällen
wiederholend in gesamter Verteuerung des Aufbaus oder der Instandhaltung des Werks oder
Baus widerspiegelt.
Grundlage der Erfindung
Die erwähnten Nachteile werden aufs Minimum durch das Verfahren der Gebirgsankerung
nach der Erfindung unter Anwendung der hydraulisch einspannbaren Reibanker, die ein
längsverlaufend verformtes aufblähbares Rohr bildet. Dieses Verfahren basiert darauf, dass
ins Bohrloch im Gebirge ein solcher Reibanker mit Stäben eingeschoben wird, wonach sich
mit der in das längsverlaufend verformte aufblähbare Rohr zugeführten Druckflüssigkeit der
Reibanker im Bohrloch und dadurch ebenfalls die Stäbe einspannen. Durch diese
Einspannung des Reibankers im Bohrloch und gleichzeitig durch das Einspannen der Stäbe
wird die Ankerungswirkung auf das Gebirge im Vergleich mit der Ankerungswirkung des
hydraulisch einspannbaren Reibankers erhöht.
Diesem Verfahren liegen ebenfalls seine Variablen zu Grunde, die vor Zuleitung der
Druckflüssigkeit in das längsverlaufend verformte aufblähbare Rohr, d.h. vor Einspannung
des Reibankers in der Bohrung anwendbar sind.
Die Stäbe werden zuerst in die ganze Rillenlänge des Hohlraums im längsverlaufend
verformten hydraulisch aufblähbaren Rohr des Reibankers oder in einen Teil davon
eingeschoben und gemeinsam mit dem Reibanker ins Bohrloch gelegt.
Die Stäbe werden in die ganze Rillenlänge des längsverlaufend verformten hydraulisch
aufblähbaren Rohrs des Reibankers oder in einen Teil davon eingeschoben und dann werden
die Stäbe fest an ein oder beide Enden des Reibankers angeschlossen und gemeinsam mit
dem Reibanker ins Bohrloch eingelegt.
Die Stäbe werden zuerst an einem Ende mit einem Köpfchen versehen und werden in die
Rille des längsverlaufend verformten hydraulisch aufblähbaren Reibankers bis Anschlag des
Köpfchens eingeschoben oder wird ein bestimmtes Spiel zwischen Stabköpfchen und dem
Ende des aufblähbaren Rohrs gelassen und werden gemeinsam mit dem Reibanker ins
Bohrloch hineingelegt.
Die Stäbe werden nach Einschub in die Rille des längsverlaufend verformten aufblähbaren
Rohrs des Reibankers zuerst gegen Herausfallen aus dem Reibanker gesichert und
gemeinsam damit ins Bohrloch gelegt.
Durch Gebirgsankerung nach der Erfindung ist die Ankerungswirkung auf das Gebirge
durch geeignete Kombination von unterschiedlich benutzten qualitativen Werkstoffen beim
eigenen hydraulisch einspannbaren Reibanker, bzw. bei seinem längsverlaufend verformten
Rohr und bei den Stäben zu erhöhen. Vor allem durch Wahl des in Dehnbarkeit und
Festigkeit unterschiedlichen Werkstoffs beim angewendeten Reibanker und parallel dazu
angeordneten Stäben im Gebirgsbohrloch ist günstig die Belastungscharakteristik des
Ankers zu beeinflussen, d.h. es ist seine Tragfähigkeit sowohl der ganzen Länge nach, als
auch vor allem durch Stärkung seines bisher schwächsten Teils zu erhöhen, der
üblicherweise der Kopf des Reibankers ist.
Beispiel der Durchführung der Erfindung
In manchen Situationen beim Ausbau und Verfestigung von Grubenbauten, Tunells,
Abhangdämmen usä. mit hydraulisch einspannbaren Reibankem, die mit bestimmter
konstanter Tragfähigkeit hergestellt werden, z.B. Anker des Typs Swellex oder Boltex,
bestehend aus längsverlaufend verformtem aufblähbaren Rohr, ist die Ankerungswirkung
der Anker auf das Gebirge zu erhöhen.. Eine Lösung dieses Problems bietet die
Gebirgsankerung nach dieser Erfindung. Ihr Prinzip ist, dass ins Gebirgsbohrloch, das für
manchen dieser Ankertyps mit einem Durchmesser entweder von 32 mm bis 39 mm, oder
43 mm bis 52 mm gebohrt wird, sowohl dieser Reibanker, als auch parallel daneben die
Stäbe am besten mit Durchmesser von 8 mm bis 12 mm, je nachdem wie die Tragfähigkeit
des Reibankers zu erhöhen ist, eingeschoben werden. Diese beide Ankerungselemente
werden ins Bohrloch entweder selbständig hintereinander eingeschoben; in diesem Falle
wird ins Gebirgsbohrloch der Reibanker und nachfolgend die Stäbe eingeschoben, die ins
Bohrloch über den Kopf des Ankers in die Vertiefung der Rille seines längsverlaufend
verformten aufblähbaren Rohrs eingeschoben wird. Praktisch wird ebenso sein, wenn die
Stäbe zuerst in diese Vertiefung der Rohrrille angebracht werden und gemeinsam damit
werden sie dann ins Bohrloch eingeschoben. Folgend wird mit standardmäßig in das
aufblähbare Rohr des Reibankers zugeführter Druckflüssigkeit dieser Reibanker ins
Bohrloch eingespannt und gleichzeitig durch Expansion des Rohrs werden auch die Stäbe
an die Bohrlochwandung gedrückt. Um höhere Reibungswirkung zwischen den
Berührungsflächen des ausdehnbaren Rohrs und des Stangenholzes sowie zwischen der
Berührungsfläche des aufblähbaren Rohrs und den Stäben und ebenfalls zwischen der
Berührungsfläche des Stäbe und des Bohrlochs zu erreichen, ist es günstig, die Stäbe auf der
Oberfläche der ganzen Länge nach oder auf bestimmten Teilen mit Nasen zu bestücken.
Dadurch wird gesamt die Tragfähigkeit des hydraulisch einspannbaren Ankers um den Wert
der Tragfähigkeit der angewendeten Stäbe und hiermit auch die Ankerungswirkung auf das
Gebirge beider Ankerungselemente im Vergleich mit der Ankerungswirkung Reibankers
selbst erhöht. Die Stäbe können an einem Ende mit einem Köpfchen bestückt werden. In die
Rille des längsverlaufenden verformten hydraulisch aufblähbaren Rohrs des Reibankers
werden dann die Stäbe bis Anschlag ihres Köpfchens eingeschoben, oder wird eine
bestimmte Distanz zwischen dem Köpfchen der Stäbe und dem Ende des aufblähbaren
Rohrs belassen. Mit der Größe dieser Distanz ist der Einwirkungsaugenblick der Axialkraft
zu beeinflussen, d.h. die Wirkung der Gebirgsbelastung auf beide Ankerungselemente. Das
bedeutet praktisch, dass auf Grund der Distanz zwischen Köpfchen der Stäbe ist z.B. das zu
erreichen, dass die Tragfähigkeit der Stäbe mit Verzögerung erst nach bestimmter
Ausdehnung des aufblähbaren Rohrs des Reibankers und nachdem das Köpfchen der Stäbe
in Kontakt mit dem Kopf Ankers kommt, zu wirken beginnt. Dadurch ist gezielt die Form
der Belastungscharakteristik auf dem Kopf des Ankers zu beeinflussen. Zwecks einfacherer
Handhabung mit dem Reibankem und den Stäben auf unterirdischen Arbeitsstätten wird es
günstig sein, in manchen Situationen so zu verfahren, dass die in die Rille des
längsverlaufenden verformten Rohrs des Reibankers eingeschobene Stäbe schon im voraus
auf der oberirdischen Arbeitsstätte oder beim Hersteller gegen Ausfallen aus ihrem
hydraulisch aufblähbaren Rohr gesichert werden. Bei der Variante, wann das Gebirge mit
Hilfe der Stäbe zu ankern ist, die in die Rille des aufblähbaren Rohrs des Reibankers mit
notwendiger Distanz eingeschoben sind, werden die Stäbe mit Hilfe der Distanzeinlage aus
Kunststoff gesichert.
Bei dieser Weise nach der Erfindung sind bei beiden Ankerungselementen geeignet die
Werkstoffbeschaffenheiten zu kombinieren, aus denen sie hergestellt sind, vor allem der
Werkstoffe mit unterschiedlicher Zugfähigkeit und Festigkeit und dadurch ist auch die
endgültige Wirkung der Verfestigung und Versteifung des Gebirges auf die Weise nach der
Erfindung zu beeinflussen. Ein Sonderfall ist der Bedarf, die Tragfähigkeit des Ankers nur
in einem seiner teile, z.B. im Kopfteil zu erhöhen. In diesem Falle werden in die Rille des
hydraulisch aufblähbaren Rohrs des Reibankers Stäbe eingelegt, deren Länge wesentlich
kürzer als des ganzen Ankers ist. Dadurch wird nur derjenige Ankerteil verfestigt, dessen
Länge der Länge der eingelegten Stäbe entspricht. Dadurch ist sehr einfach der Nachteil der
Gebirgsankerung mit allen gegenwärtigen Reibankern zu beseitigen, denn die Festigkeit
ihres Kopfs immer etwas kleiner ist als der expandierte Teil ihrer aufblähbaren Rohre im
Bohrlochinneren. Durch Einlegen von kurzen Stäben mit Köpfchen in die Rille des
aufblähbaren Rohrs durch den Ankerkopfteil wird leicht und einfach der Effekt erreicht,
dass der Kopf und auch das expandierte aufblähbare Rohr des Reibankers identische
Zugfestigkeit besitzen. Diese Möglichkeit ist besonders günstig bei Gebirgsankerung mit
langen Reibankem, wann möglichst hohe Festigkeit am Ankerkopf gefordert wird. Auf
Grund der beschriebenen Gebirgsankerung ist Erhöhung der Achsenzugkraft: bei diesem
Paar des Ankerungselemente im Bohrloch bis um 4000 kN in denselben Bedingungen wie
bei Gebirgsankerung mit bloßem Reibanker ohne Stäbe zu erreichen.
Industrielle Anwendbarkeit
Die Gebirgsankerung nach Erfindung ist im Untertage- und Hochbau , in Bergwesen, bei
Tunell- und Kollektorenbau und überall dort anwendbar, wo bisher zur Ankerung
standardgemäße hydraulisch einspannbare Reibanker mit bestimmter Nenntragfähigkeit
angewendet werden und wo es notwendig ist, bei Ankerung operativ auf der Arbeitsstätte
und geplant ihre Tragfähigkeit und dadurch auch die endgültige Ankerungswirkung auf das
Gebirge zu erhöhen