Die Erfindung betrifft einen Schließzylinder, insbesondere für Kraftfahrzeug-Türschlösser,
nach den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1.
Ein derartiger Schließzylinder ist beispielsweise aus der DE 32 03 885 C2 bekannt. Er umfaßt
ein Zylindergehäuse und einen in dem Zylindergehäuse drehbar angeordneten Zylinderkern,
der über Zuhaltungen mit dem Zylindergehäuse verriegelbar ist, und in den über
einen Schlüsselschlitz ein vorbestimmter Schlüssel bis zu einem Anschlag einführbar ist.
In axialer Verlängerung des Zylinderkernes ist ein Element zur Betätigung des jeweiligen
Schlosses angeordnet, welches z.B. über eine Drehkupplung mit dem Zylinderkern verbunden
sein kann.
Nachteilig bei diesem bekannten Schließzylinder ist unter anderem, daß ein unbefugter
Dritter mit einem entsprechenden Werkzeug durch den Schlüsselschlitz des Zylinderkernes
hindurch auf den schlüsselanschlagseitigen Bodenbereich (z.B. durch Hammerschläge auf
einen entsprechenden Dorn) einwirken kann, was dann zu einem Abbrechen bzw. zu einer
großflächigen Zerstörung des unteren Zylinderkernbereiches führt. Damit liegt das Betätigungselement
für das Schloß gut erreichbar frei, so daß mit einem entsprechenden Werkzeug
das Schloß geöffnet werden kann.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Schließzylinder der eingangs erwähnten
Art anzugeben, bei dem auf einfache Weise verhindert wird, daß bei Krafteinwirkung auf
den Schlüsselanschlag mittels Diebstahlwerkzeugen eine Zerstörung des unteren Zylinderkernbereiches
erfolgt.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Weitere,
besonders vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung offenbaren die Unteransprüche.
Die Erfindung beruht im wesentlichen auf dem Gedanken, den Zylinderkern unterhalb des
Schlüsselanschlages mit einer sich in axialer Richtung erstreckenden Sollbruchstelle zu
versehen, derart, daß bei Einleitung einer vorgegebenen Kraft auf ein in dem Schlüsselanschlag
aufliegendes Diebstahlwerkzeug der zwischen Schlüsselanschlag und Sollbruchstelle
liegende Bereich des Zylinderkernes durchstoßen oder definiert herausgebrochen wird.
Der Schließzylinder behält in diesem Fall seine sperrende Funktion, und mit dem Diebstahlwerkzeug
ist es unmöglich, eine drehende Bewegung des Betätigungselementes zum
Öffnen des Türschlosses durchzuführen.
Bei einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist in der Sollbruchstelle ein aus
einem elastischen Material bestehendes Verbindungsteil angeordnet, welches sich auf seiner
dem Zylinderkern abgewandten Seite an dem Element zur Betätigung des Schlosses
abstützt.
Als Material für das Verbindungsteil kann beispielsweise ein aus Gummi oder einem elastischen
Kunststoff bestehendes stangenförmiges Verbindungsteil verwendet werden.
Die Verwendung eines zwischen Zylinderkern und Betätigungselement angeordneten elastischen
Verbindungsteiles weist ferner den Vorteil auf, daß bei Schließzylindern, bei denen
seitlich schwenkbare stangenförmige Betätigungselemente verwendet werden, diese durch
den Druck des elastischen Verbindungsteiles fixiert werden und -anders als bei bekannten
Schließzylindern- keine störenden Geräusche erzeugen können.
Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den folgenden anhand
von Figuren erläuterten Ausführungsbeispielen. Es zeigen:
Fig.1 den Längsschnitt des schließzylinderseitigen Bereiches eines Türaußengriffes
mit einem erfindungsgemäßen Schließzylinder mit einer im Bereich des Schlüsselanschlages
angeordneten Sollbruchstelle und Fig.2 einen Fig.1 entsprechenden Längsschnitt, wobei in der Sollbruchstelle ein aus
einem elastischen Material bestehendes Verbindungsteil angeordnet ist.
In den Fig.1 und 2 ist mit 1 ein Türaußengriff 1 einer Kraftfahrzeugtür 2 bezeichnet, der
einen Schließzylinder 3 enthält.
Der Schließzylinder 3 umfaßt ein z.B. als Freilaufhülse ausgebildetes Zylindergehäuse 4
und einen in dem Zylindergehäuse 4 drehbar angeordneten, z.B. aus einem Zinkdruckguß-Material
bestehenden Zylinderkern 5. Der Zylinderkern 5 ist über nur schematisch angedeutete
Zuhaltungen 6 mit dem Zylindergehäuse 4 verriegelbar und weist einen mit einer
Stahlkappe versehenen Zylinderkopf 7 auf. In dem Zylinderkopf 7 befindet sich ein
Schlüsselschlitz 8, durch welchen ein vorbestimmter Schlüssel 9 bis zu einem Anschlag 10
eingerührt ist.
Der mit der Stahlkappe versehene Zylinderkopf 7 stützt sich über eine Stahlscheibe 12 an
dem aus einem Zinkdruckguß-Material bestehenden Zylindergehäuse 4 ab, so daß bei Einwirkung
eines unbefugten Dritten auf den zylinderkopfseitigen Bereich des Zylinderkernes
5 die Kraftfahrzeugtür 2 in diesem Bereich zwar beschädigt werden würde, der Schließzylinder
3 aber funktionsfähig bliebe.
Der Zylinderkern 5 stützt sich ferner unterhalb der Zuhaltungen 6 an einem Vorsprung 11
des Zylindergehäuses 4 ab.
Unterhalb des Schlüsselanschlages 10 weist der Zylinderkern 5 eine Sollbruchstelle 16 auf
(Fig.1), deren Durchmesser geringfügig größer ist als der Durchmesser des Schlüsselanschlages
10. Die Sollbruchstelle 16 ist dabei derart angeordnet, daß bei Einleiten einer vorgegebenen
Kraft eines Diebstahlwerkzeuges in den Schlüsselanschlag (z.B. durch einen
Schlag auf einen am Schlüsselanschlag 10 angesetzten Dorn) der zwischen Schlüsselanschlag
10 und Sollbruchstelle 16 befindliche Bereich 17 des Zylinderkernes 5 (in axialer
Richtung) definiert bricht. Dadurch verschiebt sich das Diebstahlwerkzeug in die Sollbruchstelle
16 hinein, ohne daß es zu einer Zerstörung des gesamten bodenseitigen Bereiches
des Zylinderkernes kommt. Der Schließzylinder 3 bleibt daher funktionsfähig.
Selbst wenn das über eine Drehkupplung 18 mit dem Zylinderkern 5 verbundene stangenförmige
Betätigungselement 14 eines nicht dargestellten Fahrzeug-Türschlosses von dem
Diebstahlwerkzeug erreicht werden würde, ist eine Drehbewegung des Betätigungselementes
14 zum Öffnen des Türschlosses durch das Diebstahlwerkzeug nicht möglich. Allenfalls
würde bei weiterer axialer Gewaltanwendung das Betätigungselement 14 aus seinen
in der Regel aus Kunststoff bestehenden Lagern springen.
Fig.2 zeigt eine gegenüber dem in Fig.1 dargestellten Ausführungsbeispiel verbesserte
Ausführungsform der Erfindung. Dabei befindet sich in der Sollbruchstelle 16 ein stangenförmiges
z.B. aus Gummi bestehendes Verbindungsteil 13, welches an dem stangenförmigen
Betätigungselement 14 anliegt und axiale Bewegungen des Diebstahlwerkzeuges nach
dem Durchstoßen des Bereiches 17 auffängt.
Bezugszeichenliste
- 1
- Türaußengriff
- 2
- Kraftfahrzeugtür
- 3
- Schließzylinder
- 4
- Zylindergehäuse
- 5
- Zylinderkern
- 6
- Zuhaltung
- 7
- Zylinderkopf
- 8
- Schlüsselschlitz
- 9
- Schlüssel
- 10
- Anschlag, Schlüsselanschlag
- 11
- Vorsprung
- 12
- Stahlscheibe
- 13
- Verbindungsteil
- 14
- Betätigungselement, Element
- 16
- Sollbruchstelle
- 17
- Bereich
- 18
- Drehkupplung