Mit Farbstoffen gefärbte, transparente oder teiltransparente Packstoffe
Die vorliegende Erfindung betrifft Verpackungen, die zumindest teilweise lichtdurchlässig sind. Die Verpackungen sind insbesondere für Lebensmittel, Kosmetika und Pharmazeutika, aber auch für andere, Naturprodukte oder Naturstoffe enthaltende Produkte vorgesehen, die natürliche Farbstoffe enthalten oder mit natürlichen oder naturidentischen Farbstoffen gefärbt sind. Ferner betrifft die Erfindung die Verwendung von zumindest teilweise lichtdurchlässigen Verpackungen für Lebensmittel, Kosmetika und Pharmazeutika, die mit hierfür zugelassenen Farbstoffen gefärbt sind.
10
Farbstoffe in Lebensmitteln sind häufig natürlicherweise vorhanden und kommen so auch als natürliche Bestandteile in Lebensmittelzubereitungen. Als natürliche Farbstoffe findet man in Lebensmitteln überwiegend Farbstoffe aus den Gruppen der Carotinoide, Chlorophylle, Betalaine, Anthocyanidine und Flavanone.
I5
Insbesondere abgepackte tierische und pflanzliche Produkte verderben unter der Einwirkung von Sauerstoff und Licht. Die Farben der Lebensmittel verändern sich; sie verblassen und lassen das Lebensmittel nicht mehr frisch aussehen oder verderben. Außerdem werden einige Lebensmittelfarben durch sichtbares Licht angeregt. Sie 0 reagieren dabei ggf. mit vorhandenem Sauerstoff. So zeigen Chlorophylle und ihre Abbauprodukte, das orangefarbene Riboflavin (Vitamin B2) und das rote Myoglobin eine spezifische Reaktivität gegenüber Sauerstoff bei Belichtung mit sichtbarem Licht. Diese Farbstoffe wirken dabei als Fotosensibilisatoren und können die Lichtenergie dazu nutzen, den Sauerstoff aus einem normalen Singulett-Zustand in einen 5 angeregten Triplett-Zustand zu aktivieren. Ein derart angeregter Sauerstoff ist z.B. in der Lage, die Doppelbindungen von ungesättigten Fettsäuren direkt zu oxidieren, wodurch in der Folge Qualitätsveränderungen auftreten, die dem Verbraucher als Ranzigwerden der Fettfraktion deutlich werden. Diese Reaktion verläuft direkt lichtabhängig und benötigt keine Induktionsphase wie bei der klassischen 0 Fettautooxidation. Um eine solche fotosensibilisierte Reaktion zu unterbinden, ist bislang absoluter Lichtschutz erforderlich.
Farbstoffe in Verpackungsfolien dienen dem Lichtschutz der verpackten Güter, haben aber auch die Funktion des optischen Blickfängers für den Kunden. Die gängigen 5 verwendeten synthetischen Farbstoffe und Pigmente zeichnen sich u.a. durch ihre Lichtstabilität aus. Übersichten hierzu finden sich in W. Baumann und A. Muth, Farben & Lacke 1 (2); Daten und Fakten zum Umweltschutz, Springer-Verlag 1997, oder in lexikalischen Werken wie Ullmann oder Römpp.
Bei lichtundurchlässig verpackten Produkten können die Abbaureaktionen durch Fernhalten der Reaktionspartner Sauerstoff und Licht verhindert werden (siehe z.B. K. Rieblinger, G. Ziegleder: Verpackte Lebensmittel unter Lichteinfluß-Anfälligkeit komplexer chlorophyllhaltiger Füllgüter, Zeitschrift für die Lebensmittelwirtschaft (ZFL) 01/98 oder M. Krug, G. Ziegleder: Lichtanfälligkeit weißer Schokolade, Teil I (Fettoxidation durch Sensibilisatoren) und Teil II (Bessere Haltbarkeit mit Schutzgasverpackung), Zeitschrift für die Süßwarenwirtschaft (ZSW) 1-2/98, 24-27 und ZSW 3/98, 102-104). Zum Schutz vor Lichtstrahlung ist es daher notwendig, möglichst wenig lichtdurchlässige Verpackungsmaterialien zu wählen und das verpackte Gut nach Möglichkeit im Dunkeln zu lagern. Weiterhin ist es bekannt, UV- Absorber, Antioxidantien und Biozide in das Verpackungsmaterial einzuarbeiten (siehe z.B. K. Rieblinger et al., Lichtschutz für Lebensmittel - partieller Schutz durch UV-Filter in der Verpackung - ZFL 6/98, 36-38 oder Campden & Charley Wood - Food Research Association, New Technologies Bulletin No. 17 09/1998, 1-26).
Eine Verlängerung der Haltbarkeit über die hiermit erzielten Effekte hinaus wäre jedoch wünschenswert. Insbesondere bei Lebensmitteln, aber auch bei anderen Produkten möchte der Verbraucher außerdem das zu erwerbende Gut einer visuellen Prüfung unterziehen, bevor er kauft oder benutzt.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist daher die Bereitstellung von transparenten oder zumindest teiltransparenten Verpackungsmaterialien, die die vorstehenden Nachteile nicht aufweisen.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß transparente oder teiltransparente
Verpackungsmaterialien mit Farbstoffen bereitgestellt werden, die dasselbe oder ein ähnliches Absorptionsspektrum aufweisen, wie es die Farbstoffe des zu verpackenden Gutes besitzen. Bevorzugt handelt es sich dabei um dieselben Farbstoffe. Ebenfalls bevorzugt sind die Farbstoffe organische und ggf. metallhaltige Farbstoffe.
Der Ausdruck "Farbstoffe" soll vorliegend breit verstanden werden und alle Farbmittel mit Ausnahme der natürlichen und synthetischen anorganischen Pigmente umfassen. Bevorzugt beschränkt sich die Erfindung jedoch auf in Lösungs- oder Bindemitteln lösliche Farbmittel, also eine Gruppe, die auch organische Pigmente nicht umfaßt. Besonders bevorzugt sind die Farbstoffe dieser Erfindung organische Farbstoffe, die ggf. metallhaltig sind, und ganz besonders bevorzugt diejenigen, die eingangs aufgezählt sind.
In einer besonders bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung werden Verpackungsmaterialien bereitgestellt, die natürliche und/oder naturidentische Farbstoffe enthalten. Als zu verpackendes Gut kommen insbesondere Lebensmittel, Pharmazeutika, Kosmetika oder andere verderbliche Güter in Frage, die Naturprodukte sind oder diese enthalten. Besonders bevorzugt werden dieselben natürlichen
Farbstoffe (ggf. synthetisch hergestellt) in das Verpackungsmaterial eingearbeitet, die auch in diesen zu verpackenden Gütern enthalten sind.
Weiterhin wird erflndungsgemäß die Verwendung von transparenten oder teiltransparenten Verpackungsmaterialien mit solchen Farbstoffen bereitgestellt, die auch zur Färbung des zu verpackenden Gutes verwendet wurden. Dabei kann es sich auch um synthetische Farbstoffe handeln.
Die erfindungsgemäßen Verpackungsmaterialien können auch Teile einer Verpackung sein, z.B. Fenster in ansonsten lichtundurchlässigen Verpackungen oder Innen-/Außenbeutel.
Die Färbung von Lebensmitteln ist in definiertem Umfang erlaubt. Tabelle I gibt eine Übersicht über die derzeit zugelassenen Verbindungen, die teilweise natürlichen und teilweise synthetischen Ursprungs sind. Sie ist Belitz, Grosch, Lehrbuch der
Lebensmittelchemie, Springer-Verlag 1992 entnommen. Ihr aktueller Stand findet sich im LMBG. Darin finden sich auch konkrete Beispiele von Lebensmitteln, in denen die Farbstoffe verwendet werden.
Auch in Kosmetika, natürliche Bestandteile enthaltenden Pharmazeutika und dgl. sind häufig natürliche Farbstoffe enthalten; ggf. werden Farbstoffe zugesetzt. Diese müssen, da sie verzehrt werden oder mit dem menschlichen Körper in Berührung kommen, bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Die beigefügte Tabelle III listet die gemäß Anlage 3 zu §3 der Bekanntmachung der Neufassung der Kosmetikverordnung vom 7.10.97 in der Fassung vom 18.12.98 zugelassenen Farbstoffe auf, und die beigefügte Tabelle IV entspricht der Anlage aus der Arzneimittelfarbstoffverordnung (AMFarbV) vom 25.8.82 in einem EWR-Ausführungsgesetz vom 27.4.93.
Werden Farbstoffe so ausgewählt und in zumindest teilweise transparente Verpackungsmaterialien für entsprechende Güter eingearbeitet, daß der oder die Farbstoffe des Verpackungsmaterials mit dem/denen des verpackten Gutes identisch ist/sind oder zumindest im wesentlichen das gleiche Absorptionsspektrum aufweist/aufweisen, werden diese Farbstoffe spezifisch diejenigen Wellenlängen, die
für das Füllgut (z.B. ein Lebensmittel) kritisch sind, aus dem Lichtspektrum herausfiltern, während "unschädliche" Wellenlängen passieren können. Hierdurch wird die Haltbarkeit des Füllgutes verbessert und ein möglicher Verderb hinausgezögert, weil diejenigen Wellenlängen, die eine Anregung des Fotosensibilisators und in der Folge den Verderb bewirken, nicht mehr auf der Oberfläche des zu schützenden Gutes ankommen. Ein Farbstoff oder Pigment mit abweichenden Absorptionseigenschaften filtert dagegen nur Teile des kritischen Spektrums aus, da sein Absorptionspektrum mit dem der Farbe(n) bzw. Farbstoffe nicht exakt übereinstimmt.
Hierfür ist es natürlich wünschenswert, daß der oder die Farbstoff(e) des
Verpackungsmaterials ihre Funktion über die gesamte Lagerdauer des verpackten Gutes beibehalten. Deshalb müssen die Farbstoffe selbst ausreichend stabil sein. Während eine Reihe von Farbstoffen diese Stabilität in oder auf dem Verpackungsmaterial ohne weiteres aufweist (also zumindest bei räumlicher Trennung von möglicherweise kritischen Substanzen im verpackten Material, wie z.B. Fettsäuren bzw. Fetten in Lebensmitteln, nicht selbst angegriffen wird), kann es bei anderen solchen Farbstoffen wünschenswert sein, deren Haltbarkeit in oder auf dem Verpackungsmaterial durch geeignete Maßnahmen sicherzustellen. Hierzu zählt vor allem der Sauerstoffausschluß oder die Verringerung des Zutritts von Sauerstoff zum Farbstoff. Es ist daher in vielen Ausgestaltungen der Erfindung besonders günstig, den Farbstoff - ggf. unter Sauerstoffausschluß - direkt in das Verpackungsmaterial einzuarbeiten, sei es beispielsweise als Bestandteil des Kunststoffmaterials oder dgl. für zu extrudierende oder anderweitig herzustellende Folien, sei es als Zwischenlage in einer mehrschichtigen Verpackung, z.B. einer laminierten Folie. Auch ist es möglich, den Farbstoff durch einen Schutzlack oder eine ähnliche Abdeckung vor Sauerstoff zu schützen, wenn er als oder in einem Beschichtungsmaterial auf das Verpackungsmaterial (z.B. Glas oder ein weniger flexibles Kunststoffmaterial) aufgebracht vorliegt. Die vorliegende Erfindung stellt demzufolge transparente Verpackungsmaterialien bereit, die unter Beachtung der jeweils erforderlichen Maßnahmen natürliche oder naturidentische Farbstoffe, z.B. in Lebensmitteln vorkommende Substanzen wie Riboflavin, Hämoglobin oder Chlorophyll, enthalten und ausreichend lange, in der Regel über mehrere Wochen oder sogar Monate, stabil sind. Dies gelingt beispielsweise, wenn diese oder sich ähnlich verhaltende Farbstoffe in das Material eingearbeitet werden, aus dem transparente Folien gezogen, extrudiert oder anders hergestellt werden, beispielsweise in Polyethylen, Polypropylen oder Polyethylenterephthalat.
In einer anderen Ausgestaltung der Erfindung können die erfindungsgemäßen Verpackungsmaterialien andere Vorteile bieten. Wie erwähnt, sind manche natürlichen oder naturidentischen Farbstoffe am Licht aufgrund der oben beschriebenen Photosensibilisierung, meist in Gegenwart von Sauerstoff, nicht stabil; sie werden selbst einer chemischen Reaktion unterworfen und verbleichen oder ändern ihre Farbe dabei. Wenn solche Farbstoffe im erfindungsgemäßen Verpackungsmaterial verwendet werden und wenn sie dabei so auf das Verpackungsmaterial aufgebracht oder eingearbeitet werden, daß sie bei Lichteinwirkung über mehrere Wochen oder Monate hinweg mit dem bloßen Auge erkennbar verblassen, kann diese Eigenschaft für eine Anzeigefunktion des Packstoffs genutzt werden: Anhand der Verpackung kann der Händler oder Verbraucher sehen, ob die Verpackung zu lange dem Licht ausgesetzt war. Wird der natürliche oder naturidentische Farbstoff derart auf oder in der Verpackung angebracht, daß er nur mit der Atmosphäre innerhalb der Verpackung in Kontakt steht, kann dann, wenn das verpackte Gut unter Inertgas steht, die Anzeigefunktion für die Haltbarkeit des Packgutes nach dem Öffnen oder für ein mögliches Leck in der Verpackung verwendet werden, da die Farbveränderungen mit dem öffnen bzw. Auftreten des Lecks und dem damit verbundenen Zutritt von Sauerstoff beginnen. Es handelt sich also hierbei um eine Indikatorreaktion, mit der man eine Information über die Dauer einer Licht- und/oder Sauerstoffexposition gewinnen kann. Dies kann insbesondere auch für solches Packgut von Bedeutung sein, das gekühlt oder in einem trockenen (Dunkel -)Raum lagern sollte. Auch lassen sich dadurch qualitativ schlechte oder fehlerhafte Verpackungen oder ggf. daran vorgenommene Manipulationen erkennen, die beispielsweise bei Lebensmittelerpressungsversuchen zu befürchten sind. In dieser Ausgestaltung der Erfindung kann das eingesetzte Verpackungsmaterial lichtdurchlässig sein, muß es aber nicht notwendigerweise.
Allerdings sollte der Farbstoff in oder auf der Verpackung auch in dieser Ausgestaltung der Erfindung so stabil sein, daß er nicht innerhalb weniger Tage vollständig verblaßt. Es ist daher nicht wünschenswert, ihn in bzw. auf der Verpackung einer oxidierenden Umgebung auszusetzen, wenn er natürlicherweise in Gegenwart von Sauerstoff sehr schnell ausbleicht. Bevorzugt ist daher auch in dieser Ausgestaltung die Einarbeitung in ein Material, das den Sauerstoffzutritt zumindest verzögert, so daß nur die oberflächennahen Bereiche - möglicherweise schnell - ausbleichen, während der Farbstoff im Kern des Verpackungsmaterials länger erhalten bleibt, oder das Überschichten der farbstoffhaltigen Schicht mit einer Schutzschicht.
In einer sehr spezifischen Ausgestaltung der Erfindung, die sich für die Verpackung von mehreren Wochen oder Monate haltbaren Lebensmitteln oder Kosmetika/Pharmazeutika besonders eignet, wird ein Farbstoff in ein transparentes Verpackungsmaterial so eingearbeitet, daß innerhalb von etwa 2-36, vorzugsweise bis 12 Wochen eine Farbabschwächung um etwa 15 bis 70% eintritt, so daß er einerseits die beschriebene Schutzfunktion erfüllt, andererseits aber auch die Alterung des gelagerten Lebensmittels bzw. den Zutritt von Licht bzw. Sauerstoff zu diesem anzeigen kann. Dies gelingt beispielsweise, indem mäßig oxidationsstabile Farbstoffe in Beschichtungsmaterialien eingearbeitet werden, die auf das transparente Verpackungsmaterial (z.B. eine Farbe, ein Glas) aufgebracht werden, oder indem weniger oxidationsstabile Farbstoffe in einen Beschichtungslack eingearbeitet werden, der auf das Verpackungsmaterial mit einem Schutzlack abgedeckt werden.
Geeignet für die vorliegende Erfindung sind wie erwähnt insbesondere organische, ggf. metallhaltige Farbstoffe. Besonders bevorzugt sind Farbstoffe, die in Lebensmitteln natürlicherweise vorkommen, wie Chlorophyll, Riboflavin, Carotine, Carotinoide, Hämin oder Myoglobin und deren Derivate. Chlorophyll im Verpackungsmaterial ist beispielsweise für alle chlorophyllhaltigen Lebensmittel geeignet. Hierunter fallen vor allem Pflanzenöle (insbesondere z.B. Olivenöl, Walnußöl oder Kürbiskemöl) und Kakaobutter (Bestandteil von weißer Schokolade), die einen hohen Fettgehalt aufweisen, aber auch Nahrungsmittel wie mit Spinat oder anderem grünem Gemüse gefärbte Nudeln, Babynahrung mit Spinat, Broccoli und diesen enthaltende Lebensmittel wie Tiefkühlpizzen, Trockensuppen, Trockenkräuter. Riboflavin kann vor allem solchen Packstoffen zugesetzt werden, die für Milch, milchhaltige Nahrungsmittel und Milchprodukte, hefehaltige Produkte und mit Riboflavin gefärbte und/oder vitaminisierte Produkte vorgesehen sind. Die Verpackung von carotinoidhaltigen Produkten und Produkten, die Carotine und/oder Sensibilisatoren enthalten, sollte Carotine und/oder Carotinoide enthalten. Denn Carotine und Carotinoide treten bezüglich der Wechselwirkung mit Licht in Konkurrenz zu den Sensibilisatoren und verhindern/verringern so eine photosensibilisierte Fettoxidation; Carotine und
Carotinoide verlieren dabei mit der Zeit ihre Farbe und Wirksamkeit und verblassen. Für Fleisch und Fleischprodukte ist die Verwendung von Hämin und/oder Myoglobin und/oder deren Derivaten vorteilhaft. Weiterhin können z.B. in der obigen Tabelle I aufgeführte Substanzen in geeigneter Weise in Packstoffe eingearbeitet werden. Selbstverständlich können auch Farbstoffmischungen eingesetzt werden.
Eine weitere Anwendungsmöglichkeiten der vorliegenden Erfindung ist, wie bereits erwähnt, die Verpackung von Kosmetika und Arzneimitteln, die hierfür zugelassene
Farbstoffe enthalten (siehe Tabellen II und III). Erfindungsgemäß enthalten die zumindest teilweise transparenten Verpackungen für solche Güter den (oder mehrere) Farbstoff(e), mit dem denen das zu verpackende Gut gefärbt wurde und/oder der/die natürlicherweise darin enthalten sind. Der oder die Farbstoffe können natürlichen Ursprungs, naturidentisch oder teil- oder vollsynthetisch sein. Beispiele für derartige Verpackungen sind Drageefolien, Glas- oder Kunststofffläschchen. Zusätzlich sei diesbezüglich auf L. Santamaria, G. Prino: List of the Photodynamic Substances, Res. Progr. Org. Biol. Med. Chem. 3 (1972), 11-35 verwiesen; so wirkt z.B. ein Extrakt aus Johanniskraut sensibilisierend gegen Licht.
Wie erwähnt, können die erfindungsgemäßen Verpackungsmaterialien den oder die Farbstoffe entweder direkt in das transparente Material eingearbeitet enthalten oder aber eine Beschichtung oder Schicht aufweisen, in der der Farbstoff ganzflächig oder (wenn nur die Anzeigefunktion benötigt wird) partiell (z.B. als Schriftzug oder Logo) enthalten ist. Als Verpackungsmaterial, Beschichtungs- oder Schichtmaterial sind dabei z.B. Papier/Karton/Kunststoffe, Klebstoffe, Druckfarben (Flexidruck, Tiefdruck), Farben oder Lacke möglich. Gut geeignet sind darunter auch Materialien aus teilweise oder vollständig nachwachsenden Rohstoffen.
Das für den Kunststoff vorgesehene Material ist prinzipiell nicht beschränkt, sofern der Farbstoff damit verträglich ist. So können Thermoplaste, Elastomere, vernetzbare Harze und dgl. eingesetzt werden. Wenn die Verpackung aus einem transparenten Kunststoffmaterial bestehen oder dieses enthalten soll, z.B. in Form eines Fensters, kann der Farbstoff vor der Ausformung der Gestalt der Verpackung in den Kunststoff bzw. dessen unvernetzten oder nicht ausgehärteten Vorläufer eingearbeitet werden, beispielsweise bei der Extrusion, sofern diese bei der Formgebung eine Rolle spielt. Auf diese Weise können z.B. gefärbte Folien (ungereckte "Cast-Folien", geformt, als Flach-, Schlauch-, Kalander- oder Blasfolien), Platten, Rohre, blasgeformte Hohlkörper (z.B. Flaschen oder Weithalsbehälter), Spritzgußkörper (Flaschen oder Behälter) oder Spritz-Blasformkörper (Flaschen, Becher, Dosen, Behälter) hergestellt werden. Die Extrusion kann mit nur einem Material oder durch Coextrusion erfolgen. Sofern es sich hierbei um Vorformen handelt, können hieraus ggf. wiederum formfeste Verpackungen wie Becher, Flaschen, Schalen oder Wannen, halbsteife Verpackungen, z.B. Kunststoffschalen, oder Weichpackungen wie Mulden, Blister oder Schlauchbeutel gefertigt werden, beispielsweise durch Thermoformen. Selbstverständlich sind auch andere Möglichkeiten gegeben, den Farbstoff in die auszuformende Polymermasse oder deren Vorläufer einzuarbeiten. Derartige Methoden sind dem Fachmann geläufig.
Weiterhin sind erfindungsgemäß Materialien geeignet, die als Beschichtung auf einem Substrat haften oder anders als durch Extrudieren zu selbsttragenden Schichten (Folien) verarbeitet werden können. In Betracht kommen beispielsweise Acrylharze, Polyurethanharze, Epoxyharze oder Beschichtungen, die mit Hilfe von Sol-Gel- Verfahren erzeugt werden, beispielsweise unter Zuhilfenahme von Hydrolyse/Kondensation von organisch modifizierten Silanen und/oder Alkoxyverbindungen anderer Metalle ("Silanharze"). Der Farbstoff kann in einer geeigneten Stufe der Beschichtungsherstellung zugesetzt werden, beispielsweise vor Auftrag der Beschichtung in die unvemetzten Harzmassen gegeben werden. Die genannten Massen können dann entweder auf einem transparenten oder teiltransparenten Substrat (z.B. Kunststoff oder Glas) aufgebracht oder zu Folien verarbeitet werden, wobei man z.B. nach bekannten Verfahren Verbundfolien erhalten kann. Bei transparenten oder semitransparenten Folien ändert der Farbstoff die Farbe der Verbundfolie. Das Aufbringen von Beschichtungen kann ebenfalls nach bekannten Verfahren erfolgen, z.B. durch Spin-Coating, Aufsprühen, Lackieren und dgl..
Wenn als Verpackung ein Verbundmaterial vorgesehen ist, kann der Farbstoff ggf. auch ausschließlich oder zusätzlich in einem Klebstoff vorhanden sein, mit dem die verschiedenen Bestandteile verbunden werden, z.B. eine Folie mit einem Kunststoff- oder Glassubstrat oder mehrere Folien, die zu einer Verbundfolie zusammengefügt werden. Als Klebstoffe sind beispielsweise Materialien wie Nitro- oder Wasserlacke, Acryllacke, Sol-Gel-Klebstoffe, Polyurethane, Epoxy-Klebstoffe und dgl. geeignet.
In einer speziellen Ausgestaltung der Erfindung wird ein Substrat aus Glas oder Kunststoff (z.B. eine Folie) durch unmittelbares Aufbringen von Molekülen oder Monomeren mit oder ohne anschließendes Polymerisieren beschichtet. Dies gelingt beispielsweise beim vakuumtechnischen Beschichten mit Materialien, die in sehr dünner Schicht (z.B. 15-200 nm) transparent oder semitransparent sind wie Metalle (AI, Si oder dgl.) und Metalloxide (SiOx, AIOx oder dgl.). Auf dieser Gas-, Wasserdampf- und Aromabarrieren-Beschichtung wird dann die lichtabsorbierende Schicht ganzflächig oder partiell aufgebracht, beispielsweise durch Aufkleben einer den Farbstoff enthaltenden Folie, Lackieren oder Bedrucken. Bei dieser Ausgestaltung ergibt sich zusätzlich der Vorteil, daß die Gas-, Wasserdampf- und Aromabarriere drastisch (um einen Faktor von etwa bis zu 100) erhöht werden kann, so daß sogenannte MAP's (modified atmosphere packagings) erhalten werden. Es entstehen Synergieeffekte zwischen der Molekül- (und damit Gas-, z.B. Sauerstoff-, Wasserdampf oder Aromastoff-) Barriere und der selektiven Lichtbarriere bei geringem Materialeinsatz.
Zusätzlich kann eine SiOx-Schicht als UV-Schutz zur Verlängerung der Lebensdauer des Farbstoffs (z.B. von Chlorophyll) dienen.
Aufgrund der Einarbeitung des Farbstoffs ändern sich die Transmissions-, Absorptions- , Emissions- und/oder Reflektionseigenschaften des Materials in Bezug auf elektromagnetische Strahlung, z.B. sichtbares und/oder UV-Licht. Des weiteren können sich durch die Gegenwart des Farbstoffs ggf. Eigenschaften des Verpackungsmaterials selbst beeinflussen lassen, wenn dieses ein Kunststoffmaterial ist. Solche Eigenschaften umfassen eine Verbesserung der Lichtstabilität, eine Modifizierung der Bioabbaubarkeit und/oder eine Verbesserung der Barrierewirkung, (z.B. Erhöhen der O2-Barriere infolge der sauerstoffzehrenden Wirkung des Farbstoffs).
Figur 1 zeigt mit chlorophyllhaltigen Lacken beschichtete Folien, Figur 2 zeigt solche Folien, die einige Zeit lang belichtet wurden. Figur 3 zeigt Folien, in die Chlorophyll bzw. Häminclorid eingearbeitet wurde. Figur 4 zeigt eine Riboflavin enthaltene Folie, in Figur 4a ist diese Folie in unbelichteter Form, in Figur 4b nach 7-wöchiger Belichtung gezeigt. In Figur 5 sind Masterbatches von riboflavin- und chlorophyllhaltigen Kunststoffen zu sehen.
Die vorliegende Erfindung soll nachstehend anhand von Beispielen näher erläutert werden.
Beispiel 1
In diesem Beispiel wird die Beschichtung von Folien aus biaxial orientiertem
Polypropylen (BOPP) erläutert. Als natürlicher Farbstoff wurde Chlorophyll eingesetzt, und zwar in mehreren Formen:
CHLO = Chlorophyll Erka Typ 111 (zu beziehen von Ringe + Kuhlmann, Hamburg, wasserlösliche Pulverform.
CHL1 = 1 ,0g Chlorophyllpulver (CHLO) wurden in 50ml dest. Wasser gelöst. Die 2- %ige klare, grüne Lösung wurde ohne weitere Vorbehandlung verwendet.
CHL2 = Chlorophyll Erka Typ 111 wi vorstehend, jedoch als 4-%ige wäßrige Lösung (2,0 g Chlorophyllpulver auf 50 ml dest. Wasser)
CHL3 = Chlorophyll Erka Typ 100/2 (zu beziehen von Ringe + Kuhlmann, Hamburg, öllösliche Flüssigkeit). 0,15g Chlorophyll wurden in 50ml 99%iges Ethanol
gegeben. Es bildete sich eine grüne Lösung mit ungelösten Partikeln, die vor der Verwendung mit Weißbandfilter 5892 abfiltriert wurden.
Folgende Beschichtungsmischungen wurden hergestellt:
1 0.30g Methylcellulose (Metylan normal, Henkel/Düsseldorf) + 24,03g Lösung CHL2
2 0.38g Methylcellulose (Metylan normal, Henkel/Düsseldorf) + 30.36g Lösung CHL2
3 20,34g wasserverdünnbarer Acryllack (Holzsiegel/Kronen Arcryl 670, farblos, glänzend, Lackfabrik Jaeger/Möglingen) + 0.80g CHLO
4 Nitro-Streichlack (Clou-Lack für Holzoberflächen, glänzend, gebrauchsfertig,
Lackfarbrik Clouth/Offenbach) + 2,01 g Lösung CHL3
5 19,98g eines hydrolysierten und kondensierten Silanharzes
6 40,01g Silanharz wie unter 5. + 20.12g Lösung CHL2
7 39,97g Silanharz wie unter 5. + 40.02g Lösung CHL2
BOPP-Folien (EHB 16cm, Firma Wolff) wurden auf der Rolleninnenseite (im Falle der Beschichtungsmischungen 5 bis 7) bzw. der Rollenaußenseite (im Falle der
Beschichtungsmischungen 1 bis 4) beschichtet. Hierfür wurde jeweils ein DIN A4 großes Folienstück mit Tesafilm auf einer Glasplatte fixiert. Die Beschichtungsmischungen 5 bis 7 wurden mit einer Soll-Naßfilmdicke von 40μm aufgerakelt. Die Beschichtungsmischungen 1 bis 4 wurden mit einem Filmziehrahmen (b = 60mm) mit einer Soll-Naßfilmdicke von 100μm aufgetragen. Die Beschichtungen 5 bis 7 ließ man zuerst über Nacht bei Umgebungstemperatur und dann 5 Tage lang im Wärmeschrank aushärten, bevor sie wie die Beschichtungen 1 bis 4 bei Raumtemperatur 24 Stunden liegengelassen wurden.
Beurteilung der beschichteten Folien:
Abplatzen der Schicht von der BOPP-Folienoberfläche
1 Intensiv dunkelgrün, gut haftende und schwer abkratzbare Schicht mit vielen grünen Schlieren
2 Intensiv grüne, gut haftende und schwer abkratzbare Schicht, mit weniger grünen Schlieren durchsetzt als mit Mischung 1
3 Intensiv grüne, gut haftende und sehr schwer abkratzbare Schicht
4 Intensiv grüne, gut haftende und abkratzbare Schicht. Zusätzliche Beschichtung mit 50μm und 200μm Rakel: grüne und sehr intensiv grüne, gut haftende und schwer abkratzbare Schicht
5 Deutlich grün; leichtes Abplatzen der Schicht von der BOPP- Folienoberfläche
Deutlich grün; leichtes Abplatzen der Schicht von der BOPP- Folienoberfläche
Sehr grün mit blasigen Flecken durchsetzt; leichtes Abplatzen der Schicht von der BOPP-Folienoberfläche
Die beschichteten Folien 6 und 7 sind in den Fotos der Figuren 1a und 1 b gezeigt. Die Figuren 2a und 2b zeigen dieselben Folien mit Farbunterschieden, die nach ca. 6. Wochen teilweiser Belichtung entstanden waren (Farbabschwächung im belichteten Bereich).
Beispiel 2
In diesem Beispiel wird die Herstellung von durchgefärbten Folien beschrieben. Als Folienmaterial wurde PET, PS, PE und PP gewählt. Folgende Parameter wurden gewählt:
Einarbeitung des Chlorophylls
Einfüllstelle auf dem Trichter
Das Chlorophyll wird in öllöslicher Form (Erka Typ 100/2 von Ringe + Kuhlmann, Hamburg) mit der Hilfe einer Dosierpumpe in den Trichter eingespritzt. Drehzahl der Schnecke: 15 U/min.
1 PET Verarbeitungstemperatur: 260°C
Dosierung des Chlorophylls: 30, 40, oder 60 ml/kg PET Farbe des Granulat: glasklar Ergebnis: klares, grünes Band
2 PS
Hier wird eine Mischung von 80% Hl (Milchweis) und 20% festes PS (glasklar) verwendet. Verarbeitungstemperatur: 200°C
Dosierung des Chlorophylls: 30 ml/kg PS Ergebnis: transluzent grünes Band
3 PE Hier wird HDPE verwendet.
Verarbeitungstemperatur: 200°C Dosierung des Chlorophylls: 30 ml/kg PE Ergebnis: transluzent grünes Band
4 PP
Verarbeitungstemperatur: 180°C Dosierung des Chlorophylls: 30 ml/KG PP Ergebnis: transparentes grünes Band
Hemin(chlorid) ist mit den obengenannten Stoffen ebenfalls verarbeitbar. Es wird in kleine Dosierungen direkt in den Trichter geschüttet. Das Ergebnis ist dunkelbraunes Band.
In Figur 3 sind so erhaltene Bänder gezeigt. Von oben nach unten sind vier Bänder aus PE, zwei Bänder aus PS und ein Band aus HDPE gezeigt, die mit Chlorophyll gefärbt wurden. Das unterste Band zeigt ein mit Häminchlorid gefärbtes Band aus PS.
Alternativ kann der Farbstoff natürlich auch zuerst in der Kunststoffmaterial eingearbeitet werden, bevor dieses einer Vorrichtung zum Formen des Verpackungsmaterials zugeführt wird. Figur 5 zeigt entsprechend gefärbte
Kunststoffgranulate (Masterbatch), wobei in Figur 5 ein mit Riboflavin gefärbtes Polyethylen und in Figur 5b ein mit Chlorophyll gefärbtes Polyethylen abgebildet sind.
Beispiel 3
Riboflavin Erka Typ 188 wurde mittels Extrusionstechnik in unterschiedlichen Konzentrationen (0,063 Gew.-% oder 0,19 Gew.-%) in LDPE-Flachfolien eingearbeitet. Während 7-wöchiger Belichtung der mit Riboflavin gelbgefärbten Folien mit einer Leuchtstofflampe des Typs Lumilux Plus (Leistung: 30W) konnte keine Farbveränderung der Folien festgestellt werden. Figur 4a zeigt die unbelichtete, Figur 4b die belichtete Folie.
Beispiel 4
Eine Polyethylenterepththalat-Folie mit einer Dicke von 12 μm wird im Vakuum mit einer SiOx-Schicht bedampft. Mit Hilfe eines Polyurethanklebstoffs (2-5g/m2) wird eine Polyethylenfolie einer Dicke zwischen 30 und 100 μm auf die PET-Folie laminiert. Die PE-Folie wurde dabei unter Einarbeitung von 30 ml Chlorophyll Typ Erka 100/2(s.o.) pro kg Kunststoff extrudiert.
Beispiel 5
Beispiel 4 wurde wiederholt, wobei das Chlorophyll jedoch statt in der PE-Folie in einer Menge von 100 g (Typ Erka 100/2) pro kg im Polyurethankleber (Liofol UR 7222 + UR 6082/21 , Fa. Henkel, Düsseldorf) enthalten war. Der mit Chlorophyll versetzte Polymethankleber wurde mittels einer Laborkaschieranlage auf die mit SiOx belichtete Seite der Folie aufgetragen. Nach dem Walzenauftrag des Klebstoffs wurde die Corona-vorbehandelte PE-Folie zugeführt und am Kaschierwerk verpreßt.
Beispiel 6
Untersuchung der Schutzwirkung chlorophyllhaltiger Folien auf chlorophyllhaltige Lebensmittel.
Die Versuche wurden an den beschichteten Folien 6 und 7 des Beispiels 1 vorgenommen.
Die Untersuchungen wurden wie in ZFL 6/98, 36-38 (s.o.) und ZFL 01/98 (s.o.) beschrieben durchgeführt.
Die Ergebnisse sind zusammen mit den Durchtrittsspektren der Folien in Tabelle II zusammengefaßt.
6.1 Bestimmung der Sauerstoffaufnahmerate von Olivenöl unter Belichtung.
Die Sauerstoffaufnahmerate ist ein Maß für die Fettoxidation. Gemessen wurde die Sauerstoffabnahme im Luftraum oberhalb der Oberfläche einer Olivenölprobe. Diese Probe war entweder mit einer volltransparenten Folie oder einer der Folien 6 und 7 abgedeckt. Als Referenz diente eine Probe, die unter Lichtausschluß gehalten wurde.
Tabelle II zeigt, daß die Sauerstoffaufnahme von Olivenöl durch die chlorophyllhaltigen Folien reduziert wird, und zwar in Abhängigkeit von der Menge des in der Folie vorhandenen Chlorophylls (Folie 7 enthält doppelt soviel Chlorophyll wie Folie 6). Die Aufnahme konnte mit der stärker gefärbten Folie auf fast ein Drittel der Menge gesenkt werden, die mit einer vollständig transparenten Folie beobachtet wurde. Der Vergleichswert der im Dunkeln gehaltenen Probe zeigt die Sauerstoffaufnahmemenge, die sich auch bei optimalem Lichtschutz (z.B. im Metallkanister) nicht vermeiden läßt.
6.2 Bestimmung der Induktionszeit von Olivenöl nach Belichtung.
Als Induktionszeit wird der Zeitraum verstanden, während dem ein Pflanzenöl noch intakt ist. Ist das Öl vorgeschädigt, zeigt sich dies in einer verkürzten Induktionszeit (Resthaltbarkeit).
Die Bestimmung der Induktionszeit von Olivenölproben nach 19tägiger Belichtung zeigt, daß der Wert bei ungeschütztem Lichteinfall auf etwa ein Zehntel desjenigen Wertes sinkt, den eine vollständig vor Licht geschützte Probe aufweist. Durch Verwendung der chlorophyllhaltigen Verpackungsfolien 6 und 7 des
Beispiels 1 konnte er um den Faktor 3 gesteigert werden.
6.3 Bestimmung von Oxidationsprodukten nach Belichtung.
Als Leitgröße bei der Bestimmung der Fettoxidationsprodukte diente Hexanal. Die
Tabelle zeigt, daß durch Chlorophyll abgeschirmtes Olivenöl auch nach 25tägiger Belichtung nicht stärker oxidiert war als vollständig gegen Licht geschütztes.
Tabelle I: Zur Färbung von Lebensmitteln zugelassene Farbstoffe
gelagert, belichtet _
Lichtschutzwirkung auf transparente gefärbte Folie gefärbte Folie voller Olivenöl undotierte Folie Beispiel.1/FoIie 6 Beispiel 1/Folle 7 Lichtausschluß
Sauerstoffaufnahme
[mg 02/15 Öl /10 d]; berechnet 14,052 6,876 5,043 0,073 lπduktlonszeit
[h]; nach 19 d Belichtung 1,5 3,4 4,6 10,8
Fettoxidation/Hexanal
[Counts *104]; nach 25 d Belichtung 147 13 11 11
H ω r
CD
>
Teil A
H σ
CD
CD
I (Fortsetzung)
(weggefallen)
2,4-Dihydrαxy-azobenzol-4'-sulfo- 14 270 säure
2-(2,4-Dimethylρhenylazo-5-sulfo- 14700 säure)-1-hydroxynaphthalin-4-sulfo säure
2-(4-Sulfo-1 -naphthylazo)-1 - 14 720 naphthol-4-sulfosäure
2-(6-Sulfo-2,4-xylylazo)-1-naphthol- 14 815 4-sulfosäure
α>
<
CD.
CD
~—
^^
Tl o
3-
V)
CD
IM
C J
CQ
1-(2-Sulfo-1-naphtylazo)-2- 15 880 hydroxynaphthalin-3-carboπsäure 1-(3-Sulfo-1-phenylazo)-2-naρhthol- 15 980 6-sulfosäure 1 -(4-Sulfo-1 -phenylazo)-2-naphthol- 15 985 6-sulfosäure (x) Allura Red 16 035 1-(4-Sulfo-1-naphthylazo)-2- 16 185 naphthol-3,6-disulfosäure Acid Orange 10 16 230 1-(4-Sulfo-1-naρhthylazo)-2- 16 255 naphthol-6,8-disulfosäure (X) 1-(4-Sulfo-1-πaphthylazo)-2- 16 290 naphthol-3,6,8-trisυlfosäure
III (Fortsetzung)
Tabelle III (Fortsetzung)
03
CD-
CD
CD
__.
—
Tl o
3-
CD
c
CQ
03 er ω
CD
Tabelle III (Fortsetzung)
UJ
ffl ffl O)
C ffl
co w f- o 03 co CO co CO 00 00
03 σ
CD.
CD
—
T1 o
3-
(/)
C «*D-*-
N
C
3
CQ
CD
3 ffl
-H
03 σ
CD
CD
_
—
~π o
3-
CD
N c
119 Lycopin 120 trans-alpha-, beta- bzw. gamma-Carotin
121 Keto-uπd/oder Hydroxylderivate des Carotins
122 Guanin oder Perlglanzmittel 123 1 ,7-Bis-(4-hydroxy-3-methoxy- phenyl)-1 ,6-heptadien-3,5-dioπ
124 Komplexsalz (Na, AI, Ca) der Karminsäure
H
03 r
CD
CD
—
^-~.
TΠ o
3-
CD
N c
-3
CQ
136 Pigment Black 9 137 Carbo medicinalis vegetabilis
137 a Chromoxid 137 b Chromoxid, 138 Pigment Blue 28, Pigment Green 13g Pigment Metal 2 140 Gold 141 Eisenoxide und -hydroxide
142 Eisenoxid 143 Eisenoxidhydrat 144 Eisenoxid
Lfd. Chemische oder Colour AnwenHöchstmeπgeπ") Nr. sonstige Bezeichnung') Index Farbton Nummer 3) dungsund Reinheits¬
Nummer 2) bereich -1) anforderungen
145 Mischungen aus-Eisen(ll)- 75 510 blau Frei von Cyanidionen und Eisen(lll)-hexacyanoferrat
146 Pigment White 18 77 713 weiß 147 Manganammoniumdiphospat 77 742 violett 148 77 745 rot
149 Silber 77 820 weiß E 174 Wie unter Nr. 61 150 Titaπdioxid und seine 77 891 weiß E 171 Allgemeine *) Gemische mit Glimmer sowie spezielle
Anforderungen:
Antimon: max. 100 mg/kg,
Zink: max. 50 mg/kg,
Lösliche Bariumverbin- duπgen: max. 5 mg/kg.
Für Titandioxid: in Salzsäure lösliche
Bestandteile ■) höchstens 0,35%
151 Zinkoxid 77 947 weiß 152 7,8-Dimethyl-10-(1 '-D- gelb E 101 Allgemeine ") ribityl)-isoalloxazin, Lactoflavin sowie spezielle 03 er Anforderungen: CD. Lumiflavin 10) CD" nicht nachweisbar
153 Zuckerkulör braun E 150 Wie unter Nr. 61 154 Capsanthiπ, Capsorubin orange E 160 c Wie unter Nr. 61
155 Betaniπ rot E 162 Allgemeine ••) sowie spezielle Anforderungen: Papierchromatographie: Mit den mit 2n-Salzsäure gesättigten Butylalkohol als Lösungsmittel (steigende Chromatographie) ergibt Betanin einen einzigen roten Fleck mit bräunlichen Streifen und geringer Wanderung
156 Beπzopyryliumsalze, Anthocyane rot E 163 1 Wie unter Nr. 61 157 Aluminium-, Zink-, Magnesium- und weiß 1 Calciumstearat
158 Bromthymolblau blau 4 159 Bromkresolgrüπ grün 4 160 Acid Red 195 rot 3
H 161 1-(p-Phenylazo- 26 100 rot 3 Anilin: max. 0,2% 03 phenylazo)- 2-Naphthol: max. 0,2% er
Φ
2-naphthol 4-Aminoazobenzol: CD" max. 0,1 % :_Ξ
1 -(Phenylazo)-2-naphlhol: max. 3% τι o
1 -[2-(Phenylazo)phenylzoJ rX w
2-naphlhol: max. 2% ω
N c
13 cα
(2) Arzneimittel im Sinne des § 2 Abs. 1 des Arznelmillelgesetzes, die nicht nach Anlage den Vorschriften des Absatzes 1 hergestellt sind, dürlen im Geltungsbereich des Arzneimlllelgesetzes nicht In den Verkehr gebracht werden.
Farbion/ Bezeichnung Chemische Bezeichnung
(3) Die Absätze I und 2 finden keine Anwendung auf Arzneimittel, die zahnärztEWG Nr. oder Beschreibung liche Werkstoffe sind.
Gelb
§ 2 E IOO Curcumin l17 Bis[4-Hydroxy3-metho yphenyl)- 1 ,6-heptadien-3_5-dlon
(1) Nach § 95 Abs. 1 Nr. 2, Abs. 2 bis 4 des ArzneimlUelgeselzes wird bestraft, wer vorsätzlich oder fahrlässig AizneimlUel entgegen § I Abs. 2 In den Verkehr E 10I Riboflavin 7,8-Dimethyl- 10-ir-D-ribιtγl) bringt (LacLoflaviπ) l-oaJloj.a_.ln
(2) Nach § 90 Nr. I des Arzneimitlelgesetzes wird bestraft, wer entgegen § I Abs. I E 102 Tartrazfn 5-Hydroxy- 1 (4-sulfoρhenyI)-4- Salz I oder 2 bei der Herstellung von ArzneimlLleln zur Färbung andere als die dort l4*sulIophεnylazo)-3 pyrazol- zugelassenen Stolle oder Zubereitungen aus Stollen verwendet, carbonsäure, Trinatriumsalz
(3) Wer eine In Ahtttz 2 bezeichnete Handlung fahrlässig begeht, handelt nach 6 104 Chiπoüngelb 2 { 1 ,3- Dioxo-2-lπdanylJchinoUndisul- § 97 Abs. I des Arzneimlllelgesetzes ordnungswidrig. fonsäure, Dinatriumsalz (auch mit Anteilen an Mσπosulfonsäurederivaf,
§ 3 auch teilweise methγliert)
Arzneiαilllel im Sinne des § 2 Abs. I des Arzneimlllelgesetzes, die nicht nach den Vorschriften des § 1 Abs. I hergestellt sind und die sich bei Inkrafttreten der VerOrange ordnung Im Verkehr befinden, dürfen abweichend von § I Abs. 2 noch bis zum E l 10 Gelborange S 6* Hydroxy-5 (4-sulfoρhenylazo)-2- 31. März 1983 in den Verkehr gebracht werden. naphlhalln sulionsäure, Dinatriumsalz
Rot
§ 4
E 120 Carmln Extrakt aus Dactylopius coccus
Diese Verordnung gilt nach § 14 des Dritten Oberlellungsgesei_.es In Verbindung (Cochenille, |syn. Coccus cacli| mit Artikel 8 des Gesetzes zur Neuordnung des Arznelmiltelrechls vo 24. August Karminsäure) einschließlich der Ammonium- 1976 (BGBI. 1 S.24451 auch Im Land Berlin. Verbindungen
E 122 Azorubin 1 '-Hydroxy- 1 ,2' azooapbtJ.a.in-
§ 5 4,4'-dJsulIonsäure, Dinatriumsalz
Diese Verordnung tritt am Tage nach der Verkündung in Kraft *).
E 123 Amaranlh 2-Hydroxy- 1 , 1 '-azonaphlhalio-
3,4',6-tτlsulfonsäure, Trinatriumsalz
E 124 Ponceau 4 R 2 Hydtoκy l, -azonaph(halln- H
(Cochenjilerol A) 4',6.8-trisulfonsäure, Trinatriumsalz σ" cp_
CD" <
Schwarz
E 127 Eryϋirosln 2'14,,5,,7' Tetralodiluotescein, D aöiumsalz oder 2-(6-Hydrosy- E 151 Brillant 4-Sulfophenylazo-4 (7 su)fonaphtha- 2,4,5,7-tetraiod-3 oιto-3H AanU.en- schwarz BN llnj l azo-2 (B*acetaraldo- 1 hydroxy- 9-yl)beπzoesSure) Dinatriumsalz 3,5-naphthalindIsulfonsäure), Tetraiatriumsalz
Blau E 153 Kohlenschwarz Pllanzenkσhle mit Eigenschaften der E 13) Patenlblau V α [4-Dlelhylaπünophenyl)-α- (Carbo medicinalis (4-diethyliminθ'2^*cyclohexadien medizinischen Kohle vegetabilis) • l-ylldeπ)-5 hydrσκy-4-sulfo- o-loluoisullonat, Calclu salz
Versch.
E 132 Iπdigacarmln 3,3'-Dioιto(Λ,-r-b«ndollnl.5 ,5'- Farbtöne (Indigolin) dlsulfonsäure, Dinatriumsalz E 160 Carotinoide: a) ß,ε-Carotin all-trans-Formen als Hauptbestandteile
Grün |α"-Carotin) E 140 Chlorophyll Chlorophyll a und Chlorophyll b
Betacaroten
E 141 Chlorophyll- und Chlorophyll a(b) Kupfer Komplex und p.ß Caroün)
Chlorophyllin- Clilorophylϊm »(bJ-Kupler-Komplei;
Kupler Komple« P.φ-Carobn (γ Caroiiπ)
E 142 BrillanUäuregian l-l (4-Dimethylimino-2,5<yclo- BS (Wollgrön BS) heΛadien- l-y_lden)-4'dimeUιylamlno* b) BinJn, Norbirin Der Haupt/arbstoff der Annatto- benzyll-Z-hydroκy-6-sulto* (Annalto, Orlean) Extrakte In öl ist das Carotinoid Bixin; 3-naphlhalinsulfonal, Natriumsalz BWn isi ό'-Methylhydrogeπ^'-cis-ό.ό'- diapoearob'n o.ό'dloat. Norblxin Ist die
Braun freie Dfcarboπsäure; der Hauptfarb* E I 50 Zuckercouleur Aus Saccharose oder anderen genull¬ sloff der wässrigen Annatlo Exlrakle (Karamel) tauglichen Zuckerarien ausschließlich ist das Alkalisalz des Norbixlns. durch Erhitzen hergestelltes Erzeugnis oder amorphe, braune, wasserlösliche c) Capsanthin, ExüaM aus Paprika Erzeugnisse, die durch kontrollierte WIM Capsorubin (Capsicum-annuum-Früchte) elnwirkung auf genufltaugllche Zuckerd) Lycopin ψ.ψ-Carotjn (all trans-Form arten In Cegenwarl von Essig-, CHronen . als Hauptbestandteil) Phosphor- oder Schwelelsäure, Schwell dloxid, Ammonium-, Natrium- und e) B'-Apo-ß.ψ- 8' Apo ß, Carolina! Kaliumhγdrozld, carbonat, -phosphat. carolinil (all trans-Form als Hauptbestandteil) εullat oder -sulfil hergestellt werden. f) Ethyl-β'-apo* Eιhyl-6'-aρo-p,φ-caroünoat ß,ψ-caroünoat (all trans-Form als Hauptbestandteil) H
03 er
CD_
CD"
<
E I6I Xanthophylle: Xanthophylle sind Keto- und/oder E I72 Elsenoxide Fe-Oj ■ yFeO • nH_0 Hydroxy-Derivale der Caroline und -hydroslde a) Flavoxanthin 5,B Epoxy-5,8-dlhydro-p,p Carolin- E I 73 Aluminium AI 3, άlo\
E 174 Silber Ag b) Luleln P,ε-Carodn-3,3* diol
E 175 GoJd Au c) Cryptoxanthin P,P-Carobn-3 ol
Bei den Stoffen mit den EWG-Nummern E 102, E 104, E 1 10, E 122 bis E 124 d) Rubixaπthln ß,ψ-Caτoün-3-ol E 127, E 131 , E 132, E 142 und E 151 isl neben der in der Spalte "Chemische e) Vlolaxaπlhin S.ό.S'.ό'-Dlepoxy-S^'.ό.ό'-tetrahydro- Bezeichnung oder Beschreibung" angegebenen Natrium- oder Cakiumverbindung ß.p-caroliπ ^'-dlol des Stoffes auch die dieser Verbindung zugrundeliegende Säure sowie jede Natri¬ um-, Calclum-, Kalium- und Aluminlumverbindung dieses Stoffes zugelassen. f) Rhodoxaπthin 4,,5'-Dldehydro-4,5-retro Pιp caroün- 3,3' dioπ Die auf synthetischem Weg gewonnenen Farbstoffe, die den vorstehenden natürli¬ chen Farbstoffen entsprechen, sind ebenfalls zugelassen. g) Canthaxanthln p.ß CaroUn-4,4' dion
E 162 Beetenrot, wäßriger Extrakt aus der Wurzel Betanin der roten Rübe (Beta vulgarts var. condlliva)
E 163 Anthocyane Anlhocyane sind Glykoside aus
2-Phenylbenzσpyrγllumsalzen; sie sind in der Regel hydroxylierte Derivate; an Aglykonen enthalten sie folgende Anlho- cγanldine: Pelargoπldln, Cyanidin, PaeonidLn (Peonidin), Dεlphinidin (Oeπantidln), Petunidin, Malvldin; Anthocyane dürfen nur aus eßbarem Obst oder Gemüse wie Erdbeeren, Maulbeeren, Kirschen, Pflaumen, Himbeeren, Brombeeren, schwarzen und rolen Johannisbeeren, Rotkohl, roten Zwiebeln, Preiselbeeren, Heidelbeeren, Auberginen, Weintrauben und Holunderbeeren gewonnen werden.
E I70 Caldumcarbonat CaCO. E I71 Titan|lV| oxid T10, (Tiiandioxid)
03 r cp_
CD" <