Die Erfindung betrifft ein Vakuumventil zum Evakuieren des Formhohlraumes
einer Druckgiessmaschine, bei der wenigstens ein Vakuumventil zwischen dem
Formhohlraum und einem mit dem Formhohlraum in Verbindung stehenden
Saugkanal angeordnet ist, wobei das Vakuumventil eine in axialer Richtung
verschiebbare Steuerungsstange aufweist, an deren einem Ende ein Ventilkopf
sitzt, der zum Schliessen des Ventils mittels der verschiebbaren Steuerungsstange
einem Ventilsitz gasdicht anlegbar ist. Im Rahmen der Erfindung liegt
auch eine mit dem erfindungsgemässen Vakuumventil ausgerüstete Druckgiessmaschine
sowie die Verwendung der Druckgiessmaschine zum Druckgiessen
von Leichtmetallen.
Bei Druckgiessmaschinen mit einer Absaugvorrichtung zum Entlüften des
Formhohlraumes erfolgt die letzte Formfüllung mit flüssigem Metall im Zusammenwirken
mit der Zwangsentlüftung des Formhohlraumes innerhalb weniger
Millisekunden. Zur Erzielung eines möglichst hohen Unterdruckes ist es demnach
unerlässlich, den zum Evakuieren benötigten, mit dem Formhohlraum in
Verbindung stehenden Saugkanal möglichst spät zu schliessen, d.h. kurz bevor
das flüssige Metall in das Vakuumsystem eintreten würde.
Bei den bekannten Druckgiessmaschinen mit einem Vakuumsystem besteht
das Problem darin, das in der einen Formhälfte sitzende Vakuumventil in Abhängigkeit
zum einströmenden Metall so zu steuern, dass einerseits dieses
Ventil möglichst lange geöffnet bleibt, um möglichst viel Gase und Dämpfe aus
dem Formhohlraum abzusaugen, dass aber andererseits dieses Ventil so
rechtzeitig geschlossen werden kann, dass keinesfalls flüssiges Metall durch
dieses Vakuumventil in das Vakuumsystem eindringen kann. Eine möglichst
gute Absaugung ist vorteilhaft, weil ein hoher Anteil der in der Form entstehenden
Öldämpfe und Crackprodukte mit abgesaugt werden kann. Zudem soll verhindert
werden, dass durch ein schlechtes Vakuum Lufteinschüsse im Gussstück
entstehen, die zu Porosität und in der Folge zu einem Qualitätsverlust
führen. Dieser Qualitätsverlust äussert sich beispielsweise in einer Verschlechterung
von mechanischen Eigenschaften und in einer verminderten Schweissbarkeit,
insbesondere bei Anwendung von Laserschweissverfahren.
In der DE-B- 30 02 886 ist eine Absaugvorrichtung offenbart, bei der ein durch
einen Steuerungsbolzen betätigbares, zwischen einem Saugkanal und dem
Formhohlraum angeordnetes Vakuumventil Verwendung findet, wobei der
Steuerungsbolzen mit einem an der Druckgiessmaschine befestigbaren, durch
die Betätigung eines Presskolbens gesteuerten Betätigungseinschub koppelbar
ist. Über einen Endschalter wird der Metallschuss ausgelöst, wobei über ein
sogenanntes Zeitglied die Schussauslösung zum Einspritzen des Metalls in den
Formhohlraum tatsächlich erst dann erfolgt, wenn das Ventil vollkommen geschlossen
ist.
Bei den aus dem Stand der Technik bekannten Druckgiessmaschinen mit Vakuumsystem
erfolgt das Schliessen des Vakuumventils immer noch einige Millisekunden
vor der Formfüllung, d.h. die Konzentration der sich beim Metallschuss
im Formhohlraum befindenden Restgase ist immer noch zu hoch, um
Gaseinschüsse im Gussstück praktisch ausschliessen zu können.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Vakuumventil der eingangs genannten
Art sowie eine mit dem Vakuumventil ausgerüstete Druckgiessmaschine
zu schaffen, welche es ermöglichen, die Aufrechterhaltung eines Vakuums
praktisch bis zum Ende der Formfüllung aufrechtzuerhalten.
Eine Teilaufgabe besteht darin, die Verschlusszeit des Vakuumventils, d.h. die
Zeit zwischen der Erfassung des in den Formhohlraum eingespritzten flüssigen
Metalls vor dem Vakuumventil und dem Ende der Schliessbewegung des Ventils,
auf ein Minimum herabzusetzen, um dadurch das Vakuum möglichst lange
aufrechterhalten zu können. Angestrebt wird eine Verschlusszeit von etwa 1
ms.
Eine weitere Teilaufgabe besteht darin, das nach erfolgter Formfüllung gegen
das Vakuumventil strömende flüssige Metall möglichst schnell zu erfassen.
Zur erfindungsgemässen Lösung der Aufgabe führt bei einem Vakuumventil der
eingangs genannten Art, dass am anderen Ende der Steuerungsstange ein
Kolben angeordnet ist, der in einen mit Gasdruck beaufschlagbaren Zylinderraum
einragt und in diesem in axialer Richtung gleitend verschiebbar ist, und
dass der Kolben an seinem dem Zylinderraum abgewandten Ende mittels eines
Federelementes mit einer auf den Ventilkopf wirkenden Schliesskraft beaufschlagbar
ist.
Eine erfindungsgemässe Druckgiessmaschine mit einer beweglichen und einer
festen Formhälfte, einer Füllkammer, einem Presskolben und einer zum Evakuieren
eines durch die beiden Formhälften begrenzten Formhohlraumes vorgesehenen
Absaugvorrichtung weist wenigstens ein erfindungsgemässes Vakuumventil
auf.
Die Ausführung des Verschlusssystems des erfindungsgemässen Vakuumventils
ermöglicht eine kurze Betätigungszeit in der Grössenordnung von 1 ms, gegenüber
einer Betätigungszeit von etwa 10 ms oder mehr bei den heute üblichen
Ventilen mit hydraulischer Betätigung.
Das erfindungsgemässe Vakuumventil schliesst über eine am Kolben angreifende
Federkraft, wobei bis zur Auslösung der Schliessbewegung über einen
Gasdruck im Zylinderraum eine Gegenkraft aufrechterhalten wird, die grösser
ist als die Schliesskraft des Federelementes bei geöffnetem Ventil.
Neben der aus den mechanischen Gegebenheiten und der Schliesskraft der
Feder errechenbaren Verschlusszeit ist für die Schliessbewegung des Vakuumventils
sehr wesentlich, dass der Gasdruck im Zylinderraum möglichst rasch
abgebaut werden kann, d.h. das Gas möglichst schnell aus dem Zylinderraum
austreten kann.
Zur Entlüftung des Zylinderraumes sind verschliessbare erste Öffnungen vorgesehen.
Diese ersten Öffnungen sind bevorzugt im Boden des Zylinderraumes
angeordnet, wobei diese ersten Öffnungen von einem dem Boden gasdicht aufliegenden,
zweite Öffnungen aufweisenden Abdeckteil bei einer ersten Stellung
des Abdeckteils geschlossen und bei einer zweiten Stellung des Abdeckteils
durch Überlagerung der ersten und zweiten Öffnungen offen sind.
Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist das Abdeckteil eine
drehbar gelagerte Scheibe mit Bohrungen oder Schlitzen als erste Öffnungen.
Die zweiten Öffnungen im Abdeckteil sind zweckmässigerweise konisch zulaufend
ausgebildet. Unter diesen Gegebenheiten ist eine kleine Bewegung des
Abdeckteils, die zu einer beginnenden Überlappung der ersten und zweiten
Öffnungen führt, zur weiteren selbsttätigen und schlagartigen Öffnung des Zylinderraumes
durch das anfänglich unter hohem Druck stehende ausströmende
Gas, welches zu einer auf die Wände der konisch zulaufenden zweiten Öffnungen
wirkenden Kraftkomponente führt, bereits ausreichend.
Zur weiteren Optimierung des Ausströmverhaltens des Gases sind die ersten
Öffnungen im Boden des Zylinderraumes bevorzugt als Laval-Düsen mit erweiterter
Düsenöffnung ausgestaltet.
Zur Ausführung einer die ersten und zweiten Öffnungen zur Deckung bringenden
Verschiebung oder Drehung zur Auslösung des Schliessvorganges des
Vakuumventils ist das Abdeckteil mit einem entsprechenden Aktuator wirkverbunden.
Dieser Aktuator kann irgend eine Einrichtung sein, die zur Übertragung
einer Verschiebe- oder Drehbewegung auf das Abdeckteil geeignet ist. Eine
kurze Ansprechzeit wird dadurch erreicht, dass der Aktuator Piezoelemente
umfasst, wobei zur Erzeugung einer auf das Abdeckteil wirkenden Schiebebewegung
eine Translationsbewegung in eine Winkelbewegung umgewandelt
wird.
Um die Ansprechzeit des Vakuumventils möglichst kurz zu halten, ist bei einer
erfindungsgemässen Druckgiessmaschine die Anordnung eines Metalldetektors
zwischen dem Formhohlraum und dem Vakuumventil vorgesehen. Dieser Metalldetektor
dient der Erzeugung eines Signals zum Schliessen des Vakuumventils,
sobald sich das flüssige Metall auf dem Weg vom Formhohlraum zum
Vakuumventil befindet.
Bei einer ersten Ausführungsform einer Druckgiessmaschine ist ein Temperatursensor
vorgesehen. Bei einer zweiten, erheblich schneller reagierenden Variante
ist der Metalldetektor ein Wärmestrahlungssensor.
Die erfindungsgemässe Druckgiessmaschine eignet sich unter anderem zum
Druckgiessen von Leichtmetallen, insbesondere von Aluminium und Aluminiumlegierungen.
Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus
der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele sowie anhand
der Zeichnung; diese zeigt schematisch in
- Fig. 1 eine teilweise geschnittene Ansicht einer Druckgiessmaschine;
- Fig. 2 eine vergrösserte, teilweise geschnittene Seitenansicht der Ventilanordnung
an der Druckgiessmaschine von Fig. 1:
- Fig. 3, 4 Details der Ventilanordnung von Fig. 2;
- Fig. 5 die Seitenansicht eines Aktuators mit Piezoelementen;
- Fig. 6 einen Querschnitt durch einen Wärmestrahlungssensor;
- Fig. 7 die Stimansicht eines kombinierten Metalldetektors mit Wärmestrahlungs-
und Temperatursensoren.
Eine in Fig. 1 dargestellte Druckgiessmaschine 10 zum Druckgiessen von beispielsweise
Aluminiumlegierungen weist je eine auf einer festen Maschinenplatte
12a und auf einer beweglichen Maschinenplatte 12b aufgespannte feste
Formhälfte 14 und bewegliche Formhälfte 16 auf, die in geschlossener Stellung
einen Formhohlraum 18 begrenzen. In die feste Formhälfte 14 erstreckt sich
eine Füllkammer 20, in welcher ein Presskolben 22 verschiebbar angeordnet
ist. Die Füllkammer 20 ist über eine Öffnung 24 von Hand oder automatisch mit
Flüssigmetall füllbar.
Der Formhohlraum 18 ist auf der Seite der Füllkammer 20 von einem Formanschnitt
28 und auf der entgegengesetzten Seite von einem Vakuumlauf oder
Formaustrittskanal 26 begrenzt. Der Formhohlraum 18 steht über den Formaustrittskanal
26 mit einem Vakuumventil 30 in Verbindung, welches seinerseits
über einen Saugkanal 32 und über ein in den Saugkanal 32 geschaltetes
Sperrventil 33 mit einem Vakuumbehälter 34 verbunden ist. Der Vakuumbehälter
34 wird mittels einer Vakuumpumpe 36 evakuiert.
Das in den Fig. 2 bis 4 näher dargestellte Vakuumventil 30 weist eine Steuerungsstange
38 auf, an deren einem Ende ein Ventilkopf 40 sitzt, der bei geschlossenem
Ventil einem Ventilsitz 42 gasdicht anliegt. An dem dem Ventilkopf
40 entgegengesetzten Ende der Steuerungsstange 38 ist ein in einem Zylinderraum
46 gleitend verschiebbarer Kolben 44 angeordnet. Ein an eine nicht dargestellte
Druckleitung anschliessbares Rohrstück 50 durchdringt den Boden 48
und mündet im Zylinderraum 46.
Der Boden 48 des Zylinderaumes 46 weist erste Öffnungen 52 auf. Im Zylinderraum
46 liegt dem Boden 48 ein scheibenförmiges Abdeckteil 54 auf, welches
zweite Öffnungen 56 aufweist, die in ihrer Anzahl und Anordnung den ersten
Öffnungen 52 entsprechen. Das Rohrstück 50 ist mit dem scheibenförmigen
Abdeckteil 54 starr verbunden, so dass durch Drehen des Rohrstücks 50 ein
Drehen des Abdeckteils 54 erfolgt. Je nach Stellung des scheibenförmigen Abdeckteils
54 sind die ersten und die zweiten Öffnungen 52, 56 deckungsgleich,
so dass sich eine durchgehende Verbindung vom Zylinderraum 46 zur Aussenatmosphäre
ergibt, oder die ersten Öffnungen 52 werden vom Abdeckteil 54
verschlossen.
Wie aus Fig. 2 ersichtlich, sind die ersten Öffnungen 52 gegen die Ventilaussenseite
hin konisch erweitert und als Laval-Düsen ausgebildet. Dies ermöglicht
eine Ausströmung von Gas aus dem Zylinderraum 46 mit Überschallgeschwindigkeit.
Die zweiten Öffnungen 56 im scheibenförmigen Abdeckteil 54, die beispielsweise
gemäss Fig. 3 einen kreisförmigen Querschnitt 56a oder gemäss Fig. 4
einen schlitzförmigen Querschnitt 56b aufweisen können, sind gegen den Boden
48 des Zylinderraumes 46 hin konisch zulaufend ausgebildet. Durch diese
Ausbildungsform genügt eine geringe Überlappung der ersten und der zweiten
Öffnungen 52, 56, damit sich die maximale Durchtrittsöffnung vom Zylinderraum
46 gegen die Aussenseite des Vakuumventils 30 durch das ausströmende Gas
selbsttätig einstellt.
Auf der dem Zylinderraum 46 entgegengesetzten Seite des Kolbens 44 ist ein
Federelement 58 angeordnet, mit welchem eine Schliesskraft zum Schliessen
und Geschlossenhalten des Vakuumventils 30 erzeugt wird.
Fig. 5 zeigt einen möglichen Aktuator 60 zur Auslösung der minimal erforderlichen
Drehbewegung des scheibenförmigen Abdeckteils 54. Der Aktuator 60
umfasst Piezoelemente 62, 64, die auf eine Weise angeordnet und gesteuert
werden, dass eine Winkelbewegung eines Betätigungselementes 66 erfolgt. Ein
derartiger Aktuator hat eine sehr kurze Ansprech- und Reaktionszeit und ist
deshalb zur Einleitung einer schnellen Drehbewegung geeignet.
Die Funktionsweise der Druckgiessmaschine 10 mit dem Vakuumventil 30 wird
nachstehend anhand der Fig. 1 und 2 näher erläutert.
Zu Beginn des Druckgiessvorganges werden die beiden Formhälften 14, 16
geschlossen, indem die bewegliche Formhälfte 16 an die feste Formhälfte 14
herangefahren wird. Anschliessend wird flüssiges Metall über die Öffnung 24 in
die Füllkammer 20 eingegeben. Danach fährt der Presskolben 22 in die Füllkammer
20 und verschliesst dabei die Öffnung 24. Zu diesem Zeitpunkt wird bei
geöffnetem Vakuumventil 30 das Sperrventil 33 geöffnet, so dass der Formhohlraum
18 über den Saugkanal 32 zur Absaugung von Luft und Restgasen
evakuiert wird.
Das vom Presskolben 22 verdrängte flüssige Metall hat während der vorstehend
beschriebenen ersten Füllphase den Formanschnitt 28 vor dem Formhohlraum
18 erreicht. Nach dieser ersten langsamen Füllphase beginnt die zweite
Phase der schnellen Formfüllung, d.h. des eigentlichen Metallschusses. Es erfolgt
hierbei eine schnelle Füllung des Formhohlraumes 18 und weiter ein Einströmen
des flüssigen Metalls in den an den Formhohlraum 18 anschliessenden
Formaustrittskanal 26, in welchem eine Metallgeschwindigkeit in der Grössenordnung
von 10 bis 10 m/s erreicht wird.
Nach dem Eintritt des flüssigen Metall in den Formaustrittskanal 26 wird die
Schliessbewegung des Vakuumventils ausgelöst. Bis zu diesem Zeitpunkt wird
der Kolben 44 über das Rohrstück 50 und den Zylinderraum 46 mit einem Gasdruck
beaufschlagt, der grösser ist als die Schliesskraft des Federelementes
58. Hierbei sind die ersten Öffnungen 52 im Boden 48 des Zylinderraumes 46
vom scheibenförmigen Abdeckteil 54 verschlossen. Der Eintritt des flüssigen
Metalls in den Formaustrittskanal 26 wird über einen unten näher beschriebenen
Metalldetektor erfasst. Über ein elektrisches Signal wird über den Aktuator
60 eine Drehbewegung des scheibenförmigen Abdeckteils 54 derart ausgelöst,
dass sich die ersten und zweiten Öffnungen 52, 56 überlappen. Durch den hohen
Gasdruck im Zylinderraum 46 bewirkt das ausströmende Gas eine weitere
Drehung des scheibenförmigen Abdeckteils 54 bis zu maximalen Überlappung
der ersten und zweiten Öffnungen 52, 56.
Das Ausströmen des Gases aus dem Zylinderraum 46 wird durch das Federelement
58 bewirkt, welches den Kolben 54 in den Zylinderraum 46 einschiebt.
Über die Steuerungsstange 38 erfolgt eine schlagartige Bewegung des
Ventilkopfes 40 gegen den Ventilsitz 42, wodurch innerhalb kürzester Zeit nach
dem Ansprechen des Metalldetektors ein Verschluss des Formaustrittskanals
26 durch den Ventilkopf 40 des Vakuumventils 30 erfolgt.
In Fig. 1 ist ein Temperatursensor 68 in Form eines Thermoelementes als Metalldetektor
dargestellt. Der Temperatursensor 68 ragt in den Formaustrittskanal
26 ein bzw. ist ein Teil dessen Wandung. Der durch das am Temperatursensor
68 vorbeiströmende Metall ausgelöste Temperatursprung wird als elektrische
Spannungssignal über ein elektrisches Kabel 70 einer nicht näher dargestellten
elektronischen Steuereinrichtung zugeführt. Das Signal wird zur Steuerung des
Vakuumventils 30 verwendet.
Fig. 6 zeigt eine alternative Ausführungsform eines Metalldetektors in Form
eines Wärmestrahlungssensors 72. Dieser weist ein Gehäuse 74 aus beispielsweise
Stahl oder Keramik auf. Im Gehäuse ist eine Saphir-Monokristallfaser
78 mit einem Durchmesser von beispielsweise 350 µm angeordnet, deren
eines Ende an der Stimfläche 76 des Gehäuses 74 endet. Am anderen Ende
der Saphir-Monokristallfaser 78 ist eine optische Linse 80 angeordnet, welche
die von der Saphir-Monokristallfaser 78 beim Vorbeifliessen des flüssigen Metalls
an der Stirnfläche 76 aufgenommene Wärmestrahlung auf ein handelsübliches
Glasfaserkabel 82 überträgt und als Signal einem elektronischen Detektor
84 zuführt, welches Signal zur Steuerung des Vakuumventils 30 verwendet
wird.
Bei der in Fig. 7 gezeigten Variante eines Metalldetektorsystems enden an der
Stirnfläche 76 des Gehäuses 74 zwei Temperatursensoren 68 sowie ein Wärmestrahlungssensor
72 bzw. dessen Saphir-Monokristallfaser 78. Diese Anordnung
mit mehreren Metalldetektoren dient der Sicherheit beim Ausfall eines
einzelnen Systems.
Das Gehäuse 74 mit dem Wärmestrahlungssensor 72 wird innerhalb der
Druckgiessmaschine 10 so angeordnet, dass die Stirnfläche 76 in den Formaustrittskanal
26 einragt bzw. ein Teil dessen Wandung ist.
Das nachfolgende Berechnungsbeispiel für eine realistische Ventilanordnung
zeigt, dass die Schliesszeit eines erfindungsgemässen Vakuumventils 30 auf
weniger als 1 ms herabgesetzt werden kann. Unter der Annahme einer Masse
M von 0,3 kg, einer Federkraft P von 10 kN für das Federelement 58 und einem
Schliessweg s von 6 mm für den Ventilkopf 40 ergibt sich nach der Formel
tm = 2·s·MP
eine Verschlusszeit von 0,6 ms. Bei einem Kolbendurchmesser D von 25 mm,
einer Gastemperatur T0 von 300° K und einer kritischen Fläche F* der engsten
Querschnitte der Öffnungen 52, 56 von 9 mm2 ergibt sich die minimale Ausströmungsgeschwindigkeit
tg des Gases aus dem Zylinderraum 46 nach der
Formel
tg = π·D2·s4·F*·T0 ·A
wobei A eine vom verwendeten Gas abhängige Konstante ist, welche für Helium
beispielsweise 0,030 beträgt. Wird Helium als Druckgas eingesetzt, so ergibt
sich unter den vorstehend genannten Bedingungen für die minimale Ausströmzeit
tg des Gases aus dem Zylinderraum 46 ein Wert von 0,57 ms, d.h.
unter den gewählten Bedingungen liegt die Verschlusszeit des Vakuumventils
30 bei 0,6 ms. Bei einer Schliesskraft P des Federelementes 58 von 10 kN genügt
zur Offenhaltung des Vakuumventils 30 beispielsweise ein Gasdruck p von
22 MPa.