Vorrichtung zur Messung optischer Eigenschaften von Brillengläsern mit einer Einrichtung zur optischen Erfassung von Brillengravurdarstellungen sowie Verfahren hierzu
Technisches Gebiet
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung sowie ein Verfahren zur Messung der sphärischen, prismatischen und zylindrischen Wirkung eines Brillenglases, mit einem auf das, auf einer Glasauflage aufliegende Brillenglas gerichteten Meßstrahlengang sowie mit einer Einrichtung zur optischen Erfassung von Brillengravurdarstellungen, die in bestimmten Oberflächenbereichen von Brillengläsern eingearbeitet sind. Eine solche Vorrichtung und ein solches Verfahren sind aus der DE 44 14 784 A1 bekannt.
Stand der Technik
Vorrichtungen zur Messung optischer Eigenschaften von Brillengläser werden auch als Scheitelbrechwertmesser bezeichnet und sind beispielsweise in der DE 40 03 144 A1 beschrieben.
An sich bekannte Scheitelbrechwertmesser werden zur Nachkontrolle von bereits gefertigen Brillengläsern eingesetzt, um zu überprüfen, ob die optischen Wirkungsvorgaben bei der Brillenglasbearbeitung erzielt worden sind. Darüberhinaus werden Scheitelbrechwertmesser auch zur Überprüfung der korrekten Zentrierung von Brillengläsern innerhalb von Brillenfassungen verwendet, zumal insbesondere bei Gläsern mit zylindrischer und prismatischer Wirkung die in den Gläsern enthaltenen Zylinderachsen sowie der Prismenbezugspunkt beim Einschleifvorgang des Brillengla-
ses und für das Einsetzen des Glases in die Fassung eine sehr wichtige Rolle spielt. Bei nicht korrektem Einsetzen derartiger Gläser in eine Fassung kann dies zu starken Fehlsichtigkeiten des Benutzers führen.
Ferner sind bei sogenannten Gleitsichtgläsern, die Glasbereiche für das Fern- bzw. Nahsehen aufweisen zusätzlich zu den vorgenannten optischen Wirkungen und den daraus resultierenden Symmetrieachsen bzw. optischen Bezugspunkte wenigstens zwei weitere geometrische Anhaltspunkte vorgesehen, die beim Zentrieren des Glases in die Brillenfassung mit berücksichtigt werden müssen.
Beispielsweise kann ein Gleitsichtbrillenglas mit sphärischer, zylindrischer und prismatischer Wirkung, das sowohl einen Fernsichts- als auch einen Nahsichtsbereich aufweist, durch folgende die Symmetrie des Glases definierenden Achsen und Bezugspunkte bestimmt sein (siehe hierzu die Darstellung gemäß Figur 2a):
Grundsätzlich ist ein Brillenglas durch die Glashorizontale G in einen oberen und einen unteren Bereich unterteilt. Mittig auf der Glashorizontalen G befindet sich der sogenannte Prismenbezugspunkt BTPT und dient der erleichterten Kontrolle von prismatischen Wirkungen.
Oberhalb des Prismenbezugspunktes BTPT befindet sich das sogenannte Zentrierkreuz Z und bildet zugleich den Bezugspunkt für die Anordnung des Glases vor dem Auge einerseits und für die korrekte Einarbeitung des Glases in die Brillenfassung andererseits. In der Regel befindet sich das Zentrierkreuz Z beispielsweise bei Gläser des Herstellers Rodenstock genau 4 Millimeter oberhalb des Prismenbezugspunktes BTPT. Über dem Zentrierkreuz Z ist bei dem in Figur 2a dargestellten Gleitsichtglas der Fernbezugspunkt BTFT in einem Abstand von 8 Millimeter über der Glashorizontalen angeordnet. Der entsprechende Nahbezugspunkt BTNT liegt in der Regel 14 Millimeter unter der Glashorizontalen und ist um ca. 2,5 Millimeter zum Fernbezugspunkt nasal versetzt in der Mitte des Kreises angeordnet.
Vom Werk gefertigte Brillengläser werden mit den in der Figur 2a dargestellten Markierungen versehen, um den Zentriervorgang für das Einschleifen des Glases in die Brillenfassung zu erleichtern. Sind jedoch die Markierungen auf der Oberfläche des Brillenglases nicht mehr vorhanden, so definieren zwei rautenförmige Markierungen R1 , R2, die unveränderlich in die Oberflächenkontur des Brillenglases eingearbeitet sind, die Lage der Glashorizontalen. Die Markierungen sind dabei derart in die Glasoberfläche des Brillenglases eingearbeitet, daß sie für einen Benutzer quasi unsichtbar sind. Brillengläser der Fa. Rodenstock weisen neben den unveränderlichen Markierung R1 und R2 gemäß Figur 2b weitere sogenannte Mikrogravuren auf, die es gestatten jederzeit den Glastyp und seine entsprechenden Bezugsgrößen rekonstruieren zu lassen. Ferner ist unterhalb der in Figur 2b dargestellten linken Raute als Zahl die Addition A angegeben, die gemäß DIN 58203 die Differenz aus den optischen Wirkungen im Nahbezugspunkt BTNT und im Fernbezugspunkt BTFT darstellt. Unter der in Figur 2b eingezeichneten rechten Raute R2 ist eine zweite numerische Angabe (46) in das Brillenglaseingraviert, von der die erste Ziffer (4) die Kennzahl für die Basiskurve entspricht und die zweite Ziffer (6) die Kennzahl für den Brechungsindex angibt. Schließlich kann vorzugsweise an einem definierten Ort unterhalb der Linsenraute R1 eine firmenmäßige Kennzeichnung zur leichteren Identifizierung des Herstellers eingraviert werden.
Die vorstehend beschriebenen Mikrogravuren werden im allgemeinen auch Brillengravurdarstellungen bezeichnet und dienen der genauen und schnellen Erfassung aller wichtigen das Brillenglas näher spezifizierenden Größen.
Zur Erfassung der Brillengravurdarstellungen werden häufig nur optische Vergrößerungssysteme verwandt mit Hilfe derer unter visueller Betrachtung beispielsweise die Markierungen zur Festlegung der Glashorizontalen unter Verwendung von Farbpunkten markiert werden können. Ebenso ist es möglich mit Hilfe eines geschulten Blickes und unter entsprechender Schrägstellung der Brillenglases in Bezug auf das einfallende Licht die Brillengravurdarstellungen abzulesen.
ERSATZBLÄTT (REGEL 26)
Aus der vorstehend zitierten Druckschrift DE 44 14 784 A1 , von der die Erfindung als nächstkommender Stand der Technik ausgeht, ist insbesondere unter Bezugnahme auf Figur 2 eine Einrichtung zur optischen Erfassung von Brillenmarkierungen bzw. Brillengarvurdarstellungen zu entnehmen, die als Teil einer Anordnung (siehe Figur 1 der Druckschrift) zum Schleifen wenigstens des Umfangsrandes von Brillengläsern anzusehen ist. Die Einrichtung ist im Arbeitsbereich eines Handhabungsgerätes angeordnet, das das zu bearbeitende Brillenglas zwischen diversen Arbeitsplätzen bewegt. Die Erfassungseinrichtug selbst weist eine Glasauflage auf, über der eine Lichtquelle angeordnet ist, die das Brillenglas von oben beleuchtet. Unter dem Brillenglas ist ein optischer Detektor vorgesehen, der das durch das Brillenglas hindurchtretende Licht detektiert.
Die aus einem Scheitelbrechwertmesser, der vorstehend beschriebenen Einrichtung sowie einer Brillenglasschleifmaschine bestehende Anordnung ist durch ihren Einzelkomponenten-Aufbau zum einen aufwendig in Herstellung und Wartung und überdies mit hohen Kosten verbunden. Zum anderen ist die Durchführung der Vermessung der optischen Eigenschaften eines Brillenglases getrennt von der Erfassung der Brillengravurdarstellungen langwierig und schwierig, zumal das Auffinden der Brillengravurdarstellungen ohne Informationen über Scheitelwerte, die man mit dem Scheitelbrechwertmesser erhält, nicht einfach ist.
Darstellung der Erfindung
Es ist daher die Aufgabe der Erfindung, ein Vorrichtung anzugeben, mit der die auf der Oberfläche von optischen Linsen, insbesondere von Brillengläsern eingearbeiteten Brillengravurdarstellungen für die weitere Bearbeitung sowie spätere Kontrolle beispielsweise bei der Überprüfung, ob ein Brillenglas korrekt in einer Brillenfassung eingepaßt worden ist, besser genutzt werden kann. Insbesondere sollten die unveränderlichen in die Glasoberfläche eingearbeiteten Informationen bei und während der Vermessung mit Scheitelbrechwertmessern als Referenz- bzw. Vergleichsdaten dienen. Ferner ist ein Verfahren anzugeben, mit dem die Vermessung eines Brillenglases möglichst rasch, einfach und exakt durchgeführt werden kann.
ERSÄΓZBLÄΓT (REGEL 26)
Die Lösung der der Erfindung zugrunde liegenden Aufgabe ist in den Ansprüchen 1 und 17 angegeben. Die Erfindung in vorteilhafter Weise weiterbildende Merkmale sind Gegenstand der Unteransprüche.
Die der Erfindung zugrundeliegende Idee ist die grundsätzliche Kombination einer Vorrichtung zur Messung sphärischer, prismatischer und zylindrischer Wirkung von optischen Linsen, insbesondere von Brillengläsern mit einem in an sich bekannter Weise auf das Brillenglas gerichteten Meßstrahlengang und einer Einrichtung zur optischen Erfassung von Brillengravurdarstellungen, die in bestimmten Oberflächenbereichen optischer Linsen eingearbeitet sind. Durch die erfindungsgemäße Kombination aus einem Scheitelbrechwertmesser und einer erfindungsgemäßen Einrichtung zur optischen Erfassung von Brillengravurdarstellungen kann eine schnellere und präzisere Erfassung aller für die vollständige Bestimmung der optischen Eigenschaften eines Brillenglases nötigen Werte durchgeführt werden.
Bekannte Scheitelbrechwertmesser weisen im Meßstrahlengang eine Glasauflage auf, auf die das zu vermessende Brillenglas posititionierbar ist. Befindet sich das Brillenglas relativ zum Meßstrahlengang in einer definierten Ausgangslage, die sich üblicherweise nach der Glashorizontalen richtet, so können alle in der vorstehenden Beschreibung angegebenen optischen Bezugspunkte leicht angefahren und erfaßt werden. Der Justiervorgang des Brillenglases auf der Glasauflage kann insbesondere unter Nutzung der die Glashorizontale definierenden Rautengravuren R1 und R2 exakt und schnell durchgeführt werden.
Erfindungsgemäß ist eine Vorrichtung zur Messung der sphärischen, prismatischen und zylindrischen Wirkung eines Brillenglases, mit einem auf das, auf einer Glasauflage aufliegende Brillenglas gerichteten Meßstrahlengang sowie mit einer Einrichtung zur optischen Erfassung von Brillengravurdarstellungen, die in bestimmten Oberflächenbereichen von Brillengläsern eingearbeitet sind, derart ausgebildet,
daß die Einrichtung zur optischen Erfassung von Brillengravurdarstellungen we- nisgtens eine über der Glasauflage angeordnete Lichtquelle, deren Licht auf einen Bereich mit Brillengravurdarstellungen gerichtet ist, sowie ein optisches Empfangssystem mit einem Lichtsensor aufweist, und daß der Meßstrahlengang relativ zur Einrichtung zur optischen Erfassung von Brillengravurdarstellungen derart angeordnet ist, daß der Meßstrahl das auf der Glasauflage aufliegende Brillenglas durchsetzt und zugleich der Bereich der Brillengravurdarstellungen von der Lichtquelle beleuchtet und mittels des optischen Empfangsystems erfassbar ist.
Zur gleichzeitigen Erfassung der in Figur 2b eingezeichneten Brillengravurdarstellungen werden vorzugsweise zwei Lichtquellen eingesetzt, von denen eine die Brillengravurdarstellungen R1 , den Additionswert sowie das Firmenkennzeichen und die andere die Briliengravurdarstellung R2 sowie die Kennzahlen für die Basiskurve und für den Brechungsindex beleuchtet. Das an diesen beiden Brillengravurdarstellungs- bereicheπ reflektierte Licht ist in eine Abbildungsoptik eines optischen Empfangssystems gerichtet, das die beiden Lichtbündel schließlich zur weiteren Auswertung auf einen Lichtsensor, vorzugweise ein CCD-Sensor leitet.
Dabei ist das optische Empfangssystem mittig zwischen den zwei Lichtquellen angeordnet, so daß die optische Achse der Empfangsoptik des optischen Empfangssystems senkrecht zur Brillenglasebene orientiert ist. Durch die räumliche Anordnung der Bereiche mit Brillengravur darstellungen sind die von den Lichtquellen kommenden Lichtbündel auf die Brillenglasoberfläche derart gerichtet, so daß deren Strahlachsen jeweils einen Winkel größer 0° mit der optischen Achse der Abbildungsoptik des optischen Empfangssystems einschließen.
Parallel zur optischen Achse des Empfangssystems ist vorzugsweise die optische Achse des Meßstrahls des Scheitelbrechwertmessers angeordnet, so daß eine simultane optische Vermessung des Brillenglases neben der Erfassung der Brillengravurdarstellungen möglich ist. Mit Hilfe geeigneter Auswerte- und Darstellungszei-
chen, beispielsweise auf einem LCD-Bildschirm können die auf diese Weise ermittelten Meßdaten dargestellt werden.
Die erfindungsgemäße Kombination aus einem an sich bekannten Scheitelbrechwertmesser und einer Einrichtung zur optischen Erfassung von Briliengravurdarstellung weist mehrere Vorteile auf:
Durch die optische Erfassung der die Glashorizontale definierenden Rautenmarkierungen ist eine einfache Zentrierung des Glases innerhalb des Scheitelbrechwert messers möglich.
Die mit Hilfe des Scheitelbrechwertmessers erfaßten optischen Wirkungen im Nahbezugspunkt sowie Fernbezugspunkt können mittels der Briliengravurdarstellung, die die Addition angibt, verglichen werden. Mögliche Meßfehler, die beispielsweise auf eine ungenaue Justierung des Glases relativ zum Meßstrahlengang herrühren, können leicht beseitigt werden.
Die Beleuchtung der Briliengravurdarstellung erfolgt vorzugsweise mit lichtemittierenden Dioden (LED), die im infraroten Frequenzbereich emittieren. Durch eine nachgeschaltete Abbildungsoptik, die durch ein paar Zylinderlinsen zusammengesetzt ist, wird ein linsenförmiger Lichtfleck auf den Brillengravurdarstellungen erzeugt, so daß diese vollständig von der Lichtquelle ausgeleuchtet werden. Die in diesem Bereich reflektierten Lichtstrahlen gelangen in eine Empfangssoptik des optischen Empfangssystems, in dem sie auf einem lichtempfindlichen Sensor abgebildet werden, der seinerseits mit einer Auswerte- und einer Darstellungseinheit verbunden ist. Auf diese Weise können die für einen ungeübten Betrachter scheinbar unsichtigen Brillengravurdarstellungen mit einer hohen Auflösung auf einem Bildschirm sichtbar dargestellt werden. Auf diese Weise ist eine leichte Identifizierung des Glastyps sowie des Herstellers des Glastyps möglich.
ERSATZBUTT (REGEL 26)
Unter Nutzung der Brillengravurdarstellungen kann ein Brillenglas, wie beipielsweise ein Gleitsichtglas nach dem im Anspruch 17 angegebenen erfindungsgemäßen Verfahren schnell und präzise vermessen werden. Der Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens liegt insbesondere darin, daß die in den Brillengravurdarstellungen enthaltenen Informationen wie beispielsweise der Additionswert mit den tatsächlichen Meßwerten der optischen Wirkungen im Fern- und Nahbezugsounkt des Brillenglases verglichen werden können. Auch können diese Punkte exakt und schnell von einer Ausgangsposition, die durch die Glashorizontale und dem Prismenbezugspunkt vorgegeben ist, angefahren werden, insbeondere wenn das Brillenglas mittels Wegaufnehmer in der x/y-Ebene erfassbar ist.
Kurze Beschreibung der Zeichungen
Die Erfindung wird nachstehend anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die Zeichnungen exemplarisch beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1 schematisierte Querschnittsdarstellung durch die erfindungsgemäße Einrich tung zur optischen Erfassung von Brillengravurdarstellungen, Fig. 2a Darstellung der Markierungen auf einem Gleitsichtbrillenglas, Fig. 2b Darstellung der Briliengravurdarstellung auf einem Brillenglas, Fig. 3 schematisierte Darstellung der Einzelkomponenten der erfindungsgemäßen Kombination aus einem Scheitelbrechwertmesser und der Einrichtung zur optischen Erfassung von Brillengravurdarstellungen sowie Fig. 4 Vorrichtung zur Erfassung eines Brillenglases in der x-y-Ebene.
Beschreibung eines Ausführungsbeispieles
Die in Figur 1 dargestellte Einrichtung zur optischen Erfassung von Brillengravurdarstellungen weist zwei Lichtquellen L1 und L2 auf, mit jeweils einer LED 1 (nur in der linken Lichtquelle L1 dargestellt) und einem Fassungsgehäuse 2, innerhalb dem ein Zylinderlinsenpaar Z1 und Z2, deren Zylinderachsen jeweils senkrecht zueinander angeordnet sind. Vorzugsweise ist das Zylinderlinsenpaar Z1 und Z2 drehbar im Gehäuseteil 3 der Lichtquelle angeordnet.
ERSATZBLÄTT (REGEL 26)
Durch die Zylinderlinsenanordnung wird auf der Brillenglasoberfläche 4 ein elipti- scher Beleuchtungsbereich abgebildet, der dem Bereich der Brillengravurdarstellungen angepaßt ist. Die beidseitigan der Brillenglasoberfläche 4 reflektierten Lichtstrahlen S1 und S2 treten in das optische Empfangssystem E ein, das der Brillenglasoberfläche 4 zugewandt einen Achromat 5 sowie einen mit dem Achromat 5 fest verbundenen Prismenkeil 6 aufweist. Der Prismenkeil 6 dient dazu, den Zwischenbereich 7 zwischen den Brillengravurdarstellungen B1 und B2 auszublenden, so daß die Bereiche der Brillengravurdarstellungen vergrößert abgebildet werden können. In Strahlrichtung nachgeschaltet ist ein weiterer fokussierender Achromat 8 vorgesehen, der die Abbilder der Brillengravurdarstellungen B1 und B2 auf einen CCD-Lichtsensor 9 abbildet. Zur Ausblendung von Hintergrundlicht kann zusätzlich ein IR-Filter sowie eine Lochblende zur Erhöhung der Schärfentiefe im optischen Empfangssystem vorgesehen werden, die jedoch in der Figur nicht dargestellt sind.
Vorzugsweise kann der Achromat 5 zusammen mit dem Prismenkeil 6 in der Höhe verstellt werden (siehe Doppelpfeil), um auf diese Weise entsprechende Fokussierju- stierungen vornehmen zu können.
Die optische Achse des optischen Empfangssystems E steht dabei senkrecht zur Brillenglasoberfläche 4, wohingegen die optischen Achsen der Beleuchtungseinheiten L1 und L2 einen Winkel mit der optischen Achse des Empfangssystems einschließen.
Bezüglich der Figurenbeschreibung zu den Figuren 2a und 2b wird auf die vorstehend ausgeführten Anmerkungen verwiesen.
In Figur 3 ist eine schematische Darstellung der erfindungsgemäßen Kombination eines Scheitelbrechwertmessers mit einer Einrichtung zur optischen Erfassung von Brillengravurdarstellungen abgebildet.
ERSATZBWTT (REGEL 26)
Die schematisierte Darstellung des Scheitelbrechwertmessers besteht aus einer Lampe L einer Feldblende F sowie einen den Meßstrahl MS parallel richtenden fo- kussierenden Achromat 10, der den Meßstrahl MS auf die Brillenglasoberfläche 4 richtet. Das Brillenglas B liegt auf einer Glasauflage 11 auf und stößt horizontal an eine Brillenanlage 12 an. Auf die im Meßstrahlengang nachfolgende Optik zur Auswertung der optischen Wirkungen des Brillenglases wird in diesem Zusammenhang nicht weiter eingegangen. Die diesbezügliche Darstellung der nachfolgenden Komponenten dient lediglich der Komplettierung des Strahlenganges.
Die optische Achse des Meßstrahlenganges MS und die optische Achse des optischen Empfangssystems E sind jeweils senkrecht auf die Glasoberfläche 4 gerichtet. Die gegenseitige Beabstandung der Achsen ist dabei derart gewählt, daß bei entsprechender Positionierung des Brillenglases relativ zum Meßstrahlengang MS zugleich auch die Bereiche der Brillengravurdarstellungen von den Lichtquellen beleuchtet und mittels der optischen Empfangseinrichtung erfaßbar sind.
Aus Gründen besserer räumlicher Anordnung ist der Beleuchtungsstrahl für die Bril- lengravurbereiche in diesem Ausfürhungsbeispiel über einen Umlenkspiegel 13 gefaltet.
Durch die parallele Vermessung des Brillenglases mit Hilfe des Scheitelbrechwertmessers sowie der Einrichtung zur optischen Erfassung von Brillengravurdarstellungen ist es überdies möglich, eine exakte zweidimensionale Positionierung des Brillenglases auf der Glasauflage 11 zu erhalten. Durch die eindeutigen geometrischen Zuordnungen der entsprechenden Bezugspunkte, die beispielsweise in den Figuren 2a und 2b beschrieben sind, kann das Glas in der x-y-Ebene, d.h. der Glasauflageebene exakt erfaßt und entsprechend kontrolliert verschoben werden.
Für die vorstehend genannte geometrisch exakte Vermessung eines Brillenglases ist im Scheitelbrechwertmesser eine Meßvorrichtung zur Erfassung der Lage des Bril-
ERSATZBIATT (REGEL 26)
lenglases in der x-y-Ebene vorgesehen. Eine derartige Vorrichtung ist in Figur 4 dargestellt.
Gegen eine Brillenanlageleiste 12 sowie einen Nasenschieber 13 wird eine Brillenfassung 14 manuell gedrückt. Die Brillenfassung 14, in der die zu vermessenden Gläser bereits eingeschliffen sind, wird dabei mit dem zu vermessenden Glas 4 auf die Glasauflage 11 aufgelegt, so daß die Fassung 14 sowohl an der Brillenanlageleiste 12, als auch im nasalen Bereich der Fassung am entsprechend ausgestalteten Nasenschieber 13 anliegt.
Auf einer fest mit der Brillenanlageleiste 12 verbundenen Schiebereinrichtung 15 sind Meßwertaufnehmer bzw. Decoder 16, 16' vorgesehen, die die Verschiebung jeweils der ihnen zugeordneten Meßskalen 17 und 17' erfassen. Die Meßskalen 17 und 17' sind über Befestigungsflansche 18 und 18' an, relativ zur in x- und y-Richtung beweglichen Schiebereinrichtung 15 feststehenden Teilen, wie beispielsweise an einer Gehäusewand 19, befestigt.
Auf diese Weise ist die Brille in einem durch die Anlageflächen vorgegebenen Koordinatensystem integriert, so daß aufgrund einer exakten Wegmessung entlang zweier orthogonaler Raumachsen eine hochgenaue Positionierung der Brille bspw. relativ zum Meßstrahlengang möglich ist.
Ein möglicher Meßablauf erfolgt dabei in der Weise, so daß zunächst das zu vermessende Brillenglas entlang seiner Glashorizontalen ausgerichtet wird, unter Hinzuziehen der Informationen der Brillenglasgravurdarstellungen. Anschließend erfolgt das Zentrieren des Meßstrahls in den Prismenbezugspunkt des Glases, von dem aus unter Verwendung der exakten Länge der verschobenen Wege der Nah- und Fernbereich des Glases präzise angefahren und vermessen werden kann.
Der Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Messung sphärischer, prismatischer und zylindrischer Wirkung von optischen Linsen unter Nutzung der Brillengra-
vurdarstellungen liegt insbesondere darin, daß die aktuell von dem Scheitelbrechwertgerät erfaßten Meßwerte, beispielsweise die optischen Wirkungen im Nah- und Fernbezugspunkt, mit den Angaben in der Briliengravurdarstellung verglichen werden können und auf diese Weise einfach festgestellt werden kann, ob möglicherweise Meßfehler vorliegen. Ebenso kann mit Hilfe der exakten Erfassung der räumlichen Lage des zu vermessenden Brillenglases in der x-y-Ebene ein gezieltes Positionieren des zu vermessenden Brillenglases durchgeführt werden, so daß langes Suchen nach bestimmten, zu vermessenden Brillenglasbereichen auf diese Weise vermieden werden kann.