DEST009407MA - - Google Patents

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DEST009407MA
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BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 7. Februar 1955 Bekanntgemacht am 9. August 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Es sind bereits wärmeisolierende, dreischichtige Verbundstoffe, insbesondere für Kleidungsstücke, bekannt, welche eine vorzugsweise für die Aufnahme von Feuchtigkeit empfängliche Wärmeisolierschicht zwischen zwei wasserdichten Schichten aufweisen. Letztere bestehen hierbei etwa aus wasserdichtem Gewebe oder eventuell auf der Außenseite aus einer luftdichten Gummifolie.
Die bekannten Verbundstoffe dieser Art haben
ίο den Nachteil einer für viele Zwecke, wie Kleidungsstücke, Schlafsäcke, Decken u. dgl., unerwünscht großen Steifigkeit. Die vorliegende Erfindung geht nun von der Erkenntnis aus, daß sich eine größere Geschmeidigkeit erreichen läßt, wenn die beiden in an sich bekannter Weise aus je einer Kunststoffolie bestehenden, wasserdichten Schichten miteinander und mit der Isolierschicht stellenweise so locker verbunden sind, daß sie sich gegeneinander in begrenztem Ausmaß verschieben lassen.
Es muß natürlich schon an und für sich in der Wahl der einzelnen Schichten auf geschmeidigkeitsfördernde Eigenschaften geachtet werden.
Die Isolierschicht muß daher weich, locker und schmiegsam sein, damit sie den Verbundstoff nicht versteift. Sie soll daher nicht aus steifen Materialien, wie Jute, Hanf, Leinen, Kapok oder Roßhaar, bestehen. Es kommen vielmehr vor allem weiche Materialien, welche für die Aufnahme von Feuchtigkeit empfindlich sind, wie z. B. Watte,
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flaumige Wollstoffe, in Betracht. Man kann aber auch weiche Schaumstoffe mit offenen und geschlossenen Zellen verwenden, obwohl letztere sich für andere Verarbeitungen besser eignen.
. 5 Die Verwendung von Kunststoffolien ist in der Bekleidungsindustrie an sich bekannt. Es kommen nur Folien in Betracht, welche genügend zähelastisch sind, um trotz der geringen Dicke nicht zu reißen. Sie müssen eine gewisse Festigkeit besitzen, wie sie z. B. Folien aus Vinylharzen, insbesondere aus Polyvinylchlorid oder dessen Mischpolymerisaten, aus Polyäthylen, Celluloseacetat u. a. m., eigen ist.
Von wesentlicher Bedeutung ist die Art, wie die Folien mit dem Isoliermaterial verbunden werden. Steife oder wenig biegsame Verbindungen, wie sie z. B. durch vollständiges Verkleben oder starres Versteppen mittels durchgehendem Vernähen der Folien mit dem Isolationsmaterial erhalten werden, eignen sich hierfür nicht. Die Folien dürfen miteinander und mit der Isolierschicht nur stellenweise locker verbunden sein, so daß aus den genannten zwei Kunststoffolien und der dazwischenliegenden Isolierschicht eineinheitldcher, zusammenhängender Verbundstoff entsteht, der weich und schmiegsam wie ein weicher Textilstoff ist und sich wie ein solcher verarbeiten läßt.
Die Kunststoffolien müssen also verhältnismäßig dünn sein, damit die Werkstoffbahn die erforderliehe Geschmeidigkeit aufweist. Folien, die z. B. weniger als 0,02 mm Dicke aufweisen, kann man in gewissen Absfänden von höchstens 10 cm mit der Isolierschicht in an sich bekannter Weise verbinden, z. B. durch Verkleben an einzelnen Stellen oder vorteilhafterweise durch Versteppen, sei es in der Längs- oder Querrichtung oder auch in beiden Richtungen. Sollen dagegen Folien verwendet werden, die etwas dicker sind, z. B. bis 0,05 mm Dicke, und die daher eine größere Festigkeit aufweisen, so wird durch das normale Verbinden, z. B. Versteppen, die Werkstoffbahn bereits zu steif und zu wenig biegsam. In diesem Falle muß man die Folien mit dem Isoliermaterial so verbinden, daß die beiden Folien sich etwas gegen-
45" einander verschieben lassen. Weiterhin ist es wünschenswert, daß bei Herstellung der Verbindungsstellen, insbesondere der Verbindungsnähte, deren Abstände voneinander vorzugsweise höchstens 10 cm betragen, so gearbeitet wird, daß die beiden Folien im fertigen Verbundstoff zwischen zwei benachbarten Einzelverbindungsstellen bzw. Reihen von Verbindungsstellen um ein gewisses Maß langer sind als der Abstand dieser Einzelverbindungsstellen bzw. Reihen voneinander im fertigen Verbundstoff beträgt. Dieses Maß kann z. B. die Gesamtdicke des Verbundstoffes erreichen. Die beiden Folien sind also z. B. zwischen zwei benachbarten Verbindungsnähten um so viel länger und breiter, bezogen auf den Nahtabstand, als die Gesamtdicke der Werkstoffbahn beträgt, und zwar bei in Längs- und Querrichtung verlaufenden Nähten sowohl in der Bahnrichtung als auch in der Querrichtung. Schon bei Einhaltung einer dieser Bedingungen entsteht unerwarteter Weise auch bei verhältnismäßig dicken Folien ein Verbundstoff, der genauso geschmeidig, d. h. so weich und nachgiebig ist wie ein einschichtiges, weiches, leichtes und lockeres Textilgewebe, der aber trotzdem die hervorragenden, von keinem anderen' textilartigen Material erreichten Isoliereigenschaften aufweist und außerdem noch leicht ist und wenig aufträgt.
Damit die Folien sich gegenüber dem Isoliermaterial verschieben lassen, müssen die Verbindungsnähte auf einer für diesen Zweck eingestellten Spezialmaschine so hergestellt werden, daß die Spannung des Fadens nicht das lockere Isoliermaterial örtlich zusammenpreßt. Die Nähfaden müssen daher so durch das ganze Isoliermaterial hindurchgeführt werden, daß keine der bei solchen lockeren Gebilden sonst üblichen Einschnürungen eintreten können. Es sollen also die Nähfäden von der einen zur anderen Seite des Verbundstoffes ohne örtliches Zusammenziehen der beiden Folien infolge örtlicher Zusämmenpressung des dazwischenliegenden Isoliermaterials durch alle drei Schichten hindurchgeführt werden.
Die Kunststoffolien sind weitgehend wasserdicht und luftundurchlässig, so daß die dazwischenliegende Isolierschicht vollständig vor Wind und Nässe geschützt ist. Es ist jedoch oft eine gewisse Luftdurchlässigkeit erwünscht, um z. B. heißer Luft oder Ausdünstungen des Körpers durch den Verbundstoff hindurch den Austritt ins Freie zu erleichtern. Man kann in diesem Fall in an sich bekannter Weise die Kunststoffolien durch Anbringen feiner Durchbrechungen etwas luftdurchlässig machen, ohne daß ihre Wärmeisolierfähigkeit sowie Wind- und Wasserdichtheit praktisch beeinträchtigt werden. In dieser Hinsicht hat z. B. das Versteppen der Folien und des Isoliermaterials gerade den Vorteil, daß die dürchsteppten Folien infolge der damit verbundenen feinen Durchbohrungen in geringem Maße luftdurchlässig werden. Man kann auch die durch den Verbundstoff vermöge der guten Wärmeisolierung bewirkte Wärmestauung bei Kleidungsstücken dadurch etwas mildern, daß nur solche Folien zur Verwendung kommen, die in bekannter Weise bei der Herstellung bereits etwas porös und etwas durchlässig für Luft, jedoch nicht für Wasser, gemacht sind. n0
Die so hergestellte Werkstoffbahn kann beliebig weiterverarbeitet werden, z. B. indem man sie mit Stoffen umhüllt und zur Herstellung von Kleidern, Mänteln, Schlafsäcken u. dgl.' verwendet. Durch eine solche Werkstoffbahn ist ein weiches, nach- u5 giebiges und leicht bewegliches Material hoher Wärmeisolierfähigkeit für Konfektionszwecke geschaffen, das ohne nachteilige Eigenschaften den damit ausgestatteten Textiistücken einen bisher nicht erreichten Schutz gegen Kälte, Nässe und Wind verleiht.

Claims (4)

  1. PATENTANSPRÜCHE:
    i. Geschmeidige, weiche, wärmeisolierende Werkstoffbahn für Kleidungsstücke, Schlafe säcke, Decken u.dgl., mit einer vorzugsweise für
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    die Aufnahme von Feuchtigkeit empfänglichen weichen und lockeren Isolierschicht zwischen zwei wasserdichten Schichten, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden in an sich bekannter Weise aus je einer Kunststoffolie bestehenden wasserdichten Schichten miteinander und mit der Isolierschicht stellenweise so locker verbunden sind, daß sie sich gegeneinander in begrenztem Ausmaß verschieben lassen.
  2. 2. Werkstoffbahn nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Folien unter sich und mit der Isolierschicht durch von einer Seite bis zur anderen Seite des Verbundstoffes durchgehende Nähfäden derart verbunden sind, daß dadurch die lockere Isolierschicht nicht an den Verbindungsstellen zusammengedrückt und der Verbundstoff eingeschnürt wird.
  3. 3. Werkstoffbahn nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Länge der einzelnen Nähfäden von einer Seite zur anderen Seite der Isolierschicht mindestens angenähert der Dicke der gesamten lockeren Isolierschicht entspricht.
  4. 4. Werkstoffbahn nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Kunststoffolien mit so feinen Durchbrechungen versehen sind, daß sie luftdurchlässig sind, ohne in ihrer Winddichtigkeit und Wasserdichtigkeit praktisch beeinträchtigt zu werden.
    In Betracht gezogene Druckschriften:
    Deutsche Patentschriften Nr. 865 281, 667261, 472;
    britische Patentschrift Nr. 733 122.

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