DEST006578MA - - Google Patents
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Description
Tag der Anmeldung: 15. Juni 1953 Bekanntgemacht am 1. März 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Es ist seit einiger Zeit bekannt, daß man Flüssigkeitsgemische in zwei oder mehr ungleiche Fraktionen
trennen kann, indem man einen dünnen Film des betreffenden Flüssigkeitsgemisches einem Temperaturgefalle
aussetzt. Die Spaltweiten bei Säulen zur Thermodiffusion von Flüssigkeiten sind außerordentlich
klein, d. h. kleiner als etwa 0,38 cm und vorzugsweise nicht größer als 0,15 cm. Es besteht
Grund zur Annahme, daß das Abziehen ungleicher Fraktionen eines Flüssigkeitsgemisches aus einer
Thermodiffusionssäule eine Durchwirbelung verursacht, so daß eine beträchtliche Wiedervermischung
der in dem Spalt getrennten Fraktionen unmittelbar vor deren Ablauf herbeigeführt wird.
Hieraus ergibt sich im Endeffekt, daß der erreichbare endgültige Trennungsgrad schlechter ist, als
der tatsächlich innerhalb des Spaltes erhaltene, d. h. der Wirkungsgrad beim Abziehen entspricht nicht
dem Wirkungsgrad der Trennung durch Thermodiffusion.
Die vorliegende Vorrichtung ist insbesondere dazu bestimmt, diesen Wirkungsgrad zu verbessern.
Sie besteht im wesentlichen in einer verbesserten Form der Ablaufeinrichtung. Diese um-
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faßt einen langgestreckten porösen Abschnitt in der Fläche einer der den Spalt bildenden Wände, dessen
Längsachse quer zur Richtung des Flüssigkeitsstromes im Innern des Spaltes verläuft, sowie einen
sich bis zur Außenseite der Vorrichtung erstreckenden Flüssigkeitsdurchlaß, dessen einer Teil mit dem
porösen Abschnitt gleichlaufend und an diesen an-
, grenzend angeordnet ist.
Der poröse Abschnitt ist ein Bestandteil einer
ίο der Wände und kann so gestaltet sein, daß in der
Fläche einer der den Thermodiffusionsspalt bildenden
Wände eine langgestreckte Rinne vorgesehen ist, in welcher ein Längsstreifen aus porösem, inertem
Material derart angebracht ist, daß eine Fläche des
t5 Längsstreifens im wesentlichen mit der Wandfläche
in einer Ebene liegt.
Material und Struktur des Längsstreifens können beliebig sein, soweit sie die Fähigkeit besitzen, den
hindurchfließenden Flüssigkeitsstrom im wesent-
ao liehen einheitlich über die ganze Ausdehnung des Streifens zu verteilen. So kann zum Beispiel ein
Streifen au/s Sintermetall oder porösem, keramischem Material, z. B. Porzellan, verwendet werden,
oder der Streifen kann von zusammengesetzter Struktur sein, d. h. er kann z. B. an seinen Außenflächen
aus feinkörnigem, siebartigem Material bestehen, das faseriges Material, Ton oder ähnliches,
. im Innern umschließt.
Zwecks Erzielung einer besseren, im wesentliehen einheitlichen Verteilung des Flüssigkeitsstromes durch den porösen Abschnitt bzw. Streifen
werden sowohl der im wesentlichen damit gleichlaufende und daran anschließende Durchlaßteil, wie
der Durchlaßteil, der zur Außenseite der Vorrichtung führt, in bezug auf ihre Volumenabmessungen
genügend groß im Verhältnis zu der volumenmäßigen Durchflußkapazität des porösen Streifens gehalten,
wodurch ein im wesentlichen einheitlicher Durchfluß durch sämtliche Poren sichergestellt
wird. Jedoch sollen die erwähnten Volumenabmessungen nicht so groß sein, da(ß hierdurch das Abströmen
von ungetrenntem Flüssigkeitsgemisch, mit welchem der Durchlaß zu Anfang des Thermodiffusionsprozesses
angefüllt ist, aus dem Durchlaß unangemessen verzögert wird, oder daß während des
kontinuierlichen Arbeitens mehr als nötig von der abgetrennten Fraktion darin zurückgehalten wird.
Der Durchlaß, insbesondere dessen an den porösen Abschnitt anschließender Teil, kann zur Unter-So
Stützung eines gleichmäßigen Abziehens verjüngt sein, insbesondere wenn seine Volumenabmessungen
verhältnismäßig klein sind.
Die Ablaufeinrichtungen sind in Apparaturen zur Thermodiffusion angebracht, bei welchen der
Spalt entweder waagerecht oder senkrecht liegt. Bei waagerechten Spalten findet die Zufuhr der Flüssigkeit
gewöhnlich an einem Ende statt, und in diesem Fall ist mindestens eine Ablauföffnung am anderen
Ende vorgesehen. Bei senkrechten Spalten kann die Zufuhr an einem der Enden stattfinden, wobei dann
mindestens eine Ablauföffnung am anderen Ende vorgesehen ist. Bei senkrechten Spalten kann jedoch
die Zufuhr auch zwischen beiden Enden, beispielsweise in der Nähe der Mitte, erfolgen, wobei dann "
die Ablauföffnungen an beiden Enden vorgesehen sind.
Zur näheren Erläuterung der Vorrichtung nach der Erfindung sei auf die Zeichnung Bezug genommen. Darin bedeutet
Fig. ι einen Schnitt durch eine Vorrichtung zur Thermodiffusion von Flüssigkeiten. mit zwei Ablaufeinrichtungen,
Fig. 2 einen Schnitt entlang der Linie 2-2 in Fig. ι und
Fig. 3 ein Diagramm, aus welchem die hervorragende Wirksamkeit der Ablauföffnungen nach der
Erfindung im Vergleich mit der einer Ablauföffnung in Gestalt einer einfachen Rinne hervorgeht.
Die Fig. ι und 2 sind schema'tische Darstellungen
einer Vorrichtung zur Thermodiffusion von Flüssigkeiten mit zwei Ablaufeinrichtungen, wobei die
sich gegenüberliegenden Wände 10 und 11 mit ihren
Wändinnenflächen 12 und 14 im wesentlichen parallel,
für Flüssigkeiten undurchlässig und stationär angeordnet sind. Die Wandflächen 12 und 14 haben
untereinander einen Abstand von weniger als etwa 0,38 cm, vorzugsweise von nicht mehr als 0,15 cm
und insbesondere von etwa 0,025 bis etwa 0,09 cm, und sind mittels einer oder mehrerer Dichtungen
16 so voneinander getrennt, daß sie einen engen Spalt 17 bilden. Die Wände 10 und 11 können durch
irgendwelche geeigneten Einrichtungen, wie durch in der Nähe der Kanten angebrachte, die Wände
sowohl wie die Dichtungen durchdringende Bolzen, getrennt sein und können durch geeignete Einrichtungen,
wie beispielsweise durch eine gewundene Leitung 18 zur Zirkulation von Flüssigkeit bzw.
Gas, auf verschiedenen Temperaturen gehalten werden. Die in Fig. 1 und 2 dargestellte Vorrichtung
weist einen Einlaß mit einer langgestreckten Rinne 19 in der Fläche 12 der Wand 10 und einem Durchlaß
20 auf, durch welchen das Flüssigkeitsgemisch von außerhalb der Vorrichtung durch geeignete
Mittel dem Schlitz 17 über die Rinne 19 zugeleitet werden kann.
.Bei der als Beispiel dargestellten Vorrichtung sind an dem dem Einlaß 19, 20 abgewandten Ende
des Spaltes 17 zwei Ablaufeinrichtungen, eine in der Wand 10, die andere in der Wand 11, vorgesehen.
Die Ablaufeinrichtung in Wand 10 besteht beispielsweise aus einer langgestreckten Rinne in
der Fläche 12 und einem in der Rinne befestigten Längsstreifen 21 aus porösem Material. Die Fläche
22 des Streifens 21 liegt im wesentlichen mit der Wandfläche 12 in einer Ebene. Nahe unterhalb und
im wesentlichen gleichlaufend mit dem Streifen 21 ist ein. langgestreckter Flüssigkeitsausgleichteil 24
eines Flüssigkeitsdurchlasses angeordnet, der mit : einem sich zur Außenseite der Wand 10 erstreckenden
Durchlaßteil 26 in Verbindung steht.
Mit einer Vorrichtung mit senkrecht stehendem Spalt, die im wesentlichen der in Fig. 1 und 2 dargestellten
entsprach und bei welcher die Spaltweite 0,09 cm und die wirksame Länge und Breite 25,4 cm
betrug, wurden Reihenversuche angestellt. Die eine
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Wand wurde auf 1320, die andere auf 21° gehalten.
Bei einer Versuchsreihe waren die beiden Abzugseinrichtungen entsprechend der Zeichnung konstruiert,
wobei der Streifen 21 aus porösem Sintermetall bestand.
In einer Reihe von Vergleichsversuchen unter sonst gleichen Bedingungen wurden an Stelle der
in Fig. ι und 2 dargestellten Ablaufeinrichtuingen
Rinnen angebracht, die bei einer Tiefe von 0,32 cm und einer Weite zwischen 0,32 und 0,48 cm durch
ebenso groß bemessene Bohrungen in ihrem Boden mit einem dem Durchlaß 26 der dargestellten Vorrichtung
entsprechenden, jedoch sich über die ganze ■ Länge der Rinne erstreckenden Durchlaß versehen
waren.
Bei jedem der Versuche wurde eine Mischung aus gleichen Anteilen Cetan und Methylnaphthalin
über die Einlaßöffnung 19, 20 mit verschiedenen Zuflußgeschwindigkeiten in die Säule aufgegeben,
und daraus die der heißen bzw. der kalten Wand benachbarten Fraktionen zu gleichen Teilen durch
die sich gegenüberliegenden Abzugseinrichtungen entnommen. Zwecks Bestimmung des bei dem jeweiligen
Versuch erhaltenen Trennungsgrades wurde die Refraktionsindices der beiden Fraktionen
bei 250 bestimmt, wobei die Differenz zwischen dem Refraktionsindex des von der heißen Wand
stammenden Produktes und dem des über die kalte Wand abgenommenen angibt, bis zu welchem Grad
die Trennung stattgefunden hat.
Die Ergebnisse dieser Versuche sind in dem Diagramm Fig. 3 aufgeführt, worin die Kurve A den
Trennungsgrad darstellt, ausgedrückt in den Differenzen zwischen den Refraktionsindices der Produkte
von der heißen und von der kalten Wand, wie sie aus der mit Ablaufeinrichtungen nach der Erfindung
versehenen Thermodiffusionssäule zu gleichen Teilen erhalten wurden. Die Kurve B zeigt
den entsprechend ausgedrückten Trennungsgrad, wie er unter sonst gleichen Bedingungen, jedoch
mit einer Ablaufeinrichtung mit einfacher Rinne beim Vergleichsversuch erhalten wurde. Die Kurven
lassen erkennen, daß der Trennungsgrad bei Anwendung der ■ Ablaufeinrichtung nach der Erfindung
rasch ansteigt, wenn die Zufuhrmenge auf etwa ι l/Stunde erhöht wird, und daß er bei höheren
Zufuhrmengen praktisch gleichbleibt, während beim Vergleichsversuch mit einfacher Abzugsrinne
der Trennungsgrad bei Zufuhrmengen von etwa ι bis 6 1/Stiunde weniger als ein Fünftel so groß ist.
Der Trennungsgrad, wie er im Innern eines Thermodiffusionsspaltes erreicht wird, ist für das
jeweils gegebene Flüssigkeitsgemisch durch Bedingungen wie Temperaturgefälle, Spaltweite, Wandflächengebiet
und Verbleibzeit der Flüssigkeit bestimmt, die in den Vergleichsversuchen sämtlich
gleich gewählt wurden. Es ist daher ersichtlich, daß die bei den Versuchen erzielten Ergebnisse maßgebend
sind für die große Überlegenheit der Ablaufeinrichtungen nach der Erfindung über die Ablaufeinrichtungen
mit einfacher Rinne. Die Ablaufeinrichtungen nach der Einrichtung ermöglichen eine physikalische Trennung der der heißen Wand
innerhalb des Thermodiffusionsspaltes einerseits und der kalten andererseits benachbarten konzentrierten
Fraktionen mit weit größerem Wirkungsgrad, als dies bisher möglich war.
Claims (2)
- PATENTANSPRÜCHE:ι. Vorrichtung zur Thermodiffusion von Flüssigkeiten in Gestalt von zwei flüssigkeitsdichten Wänden, deren in im wesentlichen gleichbleibendem Abstand angeordnete Innenflächen einen Thermodiffusionsspalt frei lassen und einen oder mehrere Flüssigkeitsdurchlässe in der Fläche einer oder beider Wände aufweisen, dadurch gekennzeichnet, daß die Flüssigkeitsablauföffnungen einen porösen Abschnitt enthalten, der in eine Bohrung (26) durch die Wand nach außen mündet.
- 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Flüssigkeitsablauföffnungen als aus der Wand (10, 11) nahe dem Spaltende ausgesparte, quier zur Strömungsrichtung verlaufende Rinnen (24) ausgestaltet sind, die durch einen in die Wand eingelassenen porösen Längsstreifen (21) permeabel überdeckt werden.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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