DER0011760MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 26. Mai 1953 Bekanntgemacht am 2. Februar 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung für die katalytische Kohlenoxydhydrierung an
in einem flüssigem Medium schwebend gehaltenen, fein verteilten Katalysatoren unter Benutzung eines
über den ganzen Querschnitt in Schächte eingeteilten Reaktionsapparats, bei dem der Sumpf unter
den Schächten und die Gaszuführung besonders ausgestaltet werden.
Die Unterteilung des größten Teils der Länge, einschließlich der oberen Begrenzungsfläche gegen
den Gasraum, einer stehenden, d. h. nicht umlaufenden Flüssigkeitssäule mit einem Durchmesser von
mehr als 30 cm, 100 cm oder darüber in voneinander getrennte Einzelsäulen mit gemeinsamem
Sumpf bei gemeinsamem oberem Gasraum verhindert in solchen Vorrichtungen bei Gasdurchgang
die Ausbildung von in der Hauptsache vertikal ausgerichteten Flüssigkeitskreislauf Strömungen und hat
zur Folge, daß selbst bei einem stündlichen Gasdurchgang von weniger als 30 Betriebslitern je cm2
Reaktionsraumquerschnitt die Gasverteilung nach Größe, Menge und Aufstiegsgeschwindigkeit der
Gasblasen über den ganzen Querschnitt des Reaktionsraums weitgehend ausgeglichen ist. Man hat es
dabei als zweckmäßig angesehen, jeden einzelnen Schacht, durch den die einzelne Flüssigkeitssäule
gebildet wird, mit einer eigenen, gegebenenfalls sogar einzeln geregelten Gasmenge zu beschicken, die
jeweils direkt in den Schacht oder zumindest senkrecht unter jedem Schacht in den gemeinsamen
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Flüssigkeitssumpf eingeführt werden sollte. Hieraus ergab sich die Notwendigkeit einer über den
ganzen Reaktionsraumquerschnitt gleichmäßig verteilten Gaszuführung mit mindestens je einer Gasaustrittsöffnung
je Schacht.
Es wurde nun gefunden, daß bei derartigen hohen, zylindrischen, in Schächte eingeteilten Reaktionsräumen
auch dadurch eine gleichmäßige Gasverteilung innerhalb der Schächte erreicht wird, daß der
ίο Reaktionsraum unterhalb der Schächte verjüngt
wird zu einer einzigen axial eintretenden Gaseintrittsöffnung, deren Abstand von der Unterkante
des Schächtepaketes mindestens so groß oder größer ist als der Durchmesser des zylindrischen Reak-
tionsraumes. '
Die Wirkung dieser Anordnung nach der Erfindung ist insofern überraschend, als bei zylindrischen
Flüssigkeitssäulen von 30 cm Durchmesser an aufwärts selbst bei gleichmäßig über den ganzen
Boden verteilter feinblasiger Gaseinführung sich starke, vertikal über die ganze Höhe der Säule erstreckende
Flüssigkeitswalzen ausbilden, die eine gleichmäßige Verteilung der Gasblasen über den
ganzen Querschnitt in jeder Höhe außer in der Nähe der Flüssigkeitsoberfläche verhindern. Bei
zentraler Gaseinführung wird dieser innere Flüssigkeitsumlauf vermutlich noch begünstigt. Es hat sich
dabei nun herausgestellt, daß bei schächteartiger Unterteilung der Flüssigkeitssäule der obere Umkehrpunkt
der Flüssigkeitswalze nicht unterhalb der Unterkante des Schächtepaketes liegt. Hier ist
dann ähnlich wie bei der Flüssigkeitsoberfläche die Gasverteilung über den Querschnitt fast gleichmäßig.
Die regulierende Wirkung des in den Schächten sich ausbildenden Flüssigkeit-Gasbläseii-Schwebesystems
auf das hydrostatische Gleichgewicht an der Basis des Schächtepaketes hat zusätzlich
eine praktisch gleichmäßige Gasverteilung auf alle Schächte zur Folge.
Die Form der Verjüngung des Reaktionsraumes
unterhalb der Schächte nach der Erfindung kann verschiedenartig gehalten sein, beispielsweise
konisch oder bauchig od. dgl., wie Abb. 1 oder 2 darstellt.
45. Der Abstand zwischen Gaseintrittsöffnung und Schächtepaketunterkante muß ein- bis mehrfach
so groß sein wie der Reaktionsdurchmesser, damit der Gasstrahl durch die Flüssigkeitssäule genügend
zerrissen wird. Es können auch Prallflächen über der Gäseintrittsöffnung angebracht werden. Als
solche wirken aber (im ausreichenden Maße die
waagerechten Kühlmittel-Zuführungsrohre zum Kühlsystem, das zweckmäßigerweise so tief wie
möglich unterhalb des Schächtepaketes verlängert ist, weil auch im Sumpf unterhalb des Schächtepaketes
Reaktionswärme abgeführt werden muß.
Das Verhältnis der freien Querschnitte von Gaseintrittsdüse und Reaktionsraum in der Höhe des
Zylinders kann im Reaktionsapparat nach der Erfindung zwischen etwa 1 :10 und etwa 1 :10 000
liegen in Abhängigkeit von der absoluten Größe des Reaktionsapparates und der vorgesehenen Querschnittsbelastung
in Betriöbsvolumeneinheiten Synthesegas, bezogen auf den freien Reaktionsraumquerschnitt.
Die praktische Querschnittsbelastung bei der Kohlenoxydhydrierung mit suspendierten
Eisenkatalysatoren bei Synthesedrucken zwischen etwa 5 und 25 ät liegt vorzugsweise im Bereich
zwischen 5 und 200 Betriebsliter Synthesegas in der Stunde, bezogen auf den cm2 Reaktionsraumquerschnitt.
Das Verhältnis von Düsenquerschnitt zu Reaktionsraumquerschnitt wird im gesamten Bereich der
Querschnittsbelastung so gewählt, daß die lineare Gasgeschwindigkeit in der Gaseintrittsöffnung
(Düse) zwischen 2 und 400 m pro Sekunde, vorzugsweise zwischen S und 200 m pro Sekunde liegt.
In Richtung vergrößerten Reaktionsraumdurchmessers wird zweckmäßig ein im Verhältnis zum
Reaktionsraumquerschnitt kleinerer Düsenquerschnitt gewählt, wobei dementsprechend bei gleicher
Synthesegasquerschnittsbelastung auch die lineare Gasdurchtrittsgeschwindigkeit erhöht ist. Wegen
des gemäß der Erfindung entsprechend dem Durchmesser des Reaktionsraumes vergrößerten Abstandes
zwischen Düse und Schächtepaket-Unterkante ist eine entsprechend vergrößerte Gasdurchtrittsgeschwindigkeit
erwünscht, weil in diesem bis zu 5 m hohen Sumpf eine kräftige Turbulenz der
Flüssigkeit aufrechterhalten werden muß. g0
Reaktionsräume von großem Durchmesser werden außerdem vorteilhaft auch in der Höhe entsprechend
größer gehalten, beispielsweise 25 m Höhe bei 2,5 m Durchmesser. Zur Erzielung der
gleichen Raumbelastung mit Synthesegas und, hieraus folgend, derselben Raumzeitausbeute an Reaktionsprodukten
können derartige hohe Reaktionsräume mit größerer Querschnitts'belastung betrieben
werden als niedrigere Reaktionsräume, ohne daß die Katalysatorbelastung bei gleicher Konzentration
erhöht ist.
Durch Erhöhen der Querschnittsbelastung hat man es in der Hand, die Zone der Reaktion, die beispielsweise
bei der Querschnittsbelastung von stündlich 10 Betriebsliter/cm2 nur etwa 2 m beträgt,
gleichmäßig über die ge'samte Höhe des Reaktionsraumes auseinanderzuziehen. Im selben
Sinne begünstigend wirkt sich die Einhaltung eines Temperaturanstieges von unten nach oben mit relativ
niedriger Temperatur im Ofensumpf aus, wie bereits vorgeschlagen worden ist.
Durch die nach der Erfindung den gesamten Inhalt des Sumpfes umfassende kräftige Umwälzbewegung
des flüssigen Mediums wird der suspendierte Katalysator gleichmäßig auf den gesamten
Sumpfinhalt verteilt, wodurch auch eine gleichmäßige Zuführung von Katalysator zu den einzelnen
Schächten sichergestellt ist. Vor allem werden durch die Verjüngung des Ofenunterteiles nach der
Erfindung die bewegungsarmen Torräume vermieden und damit Katalysatorabsetzungen verhindert.
An Stelle der konischen Verjüngungen wie in Abb. ι kann auch eine der Flüssigkeitswalzenströmung
angepaßte Verjüngung nach Art der Abb. 2 vorteilhaft Verwendung finden, wobei die Walzenbewegung
wirksam unterstützt werden kann durch ·
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Verlängerung der Düse, derart, daß sie in den Raum hineinragt.
Man kann auch der in den Reaktionsraum hinein verlängerten Düse konzentrisch Leitkörper für das
flüssige Medium zuordnen, etwa nach der in Abb. 3 oder Abb. 4 a bzw. 4b dargestellten Weise. Der
ringförmige Leitkörper wird vorteilhaft so angeordnet, daß zwischen diesem und der Innenwand
des Reaktionsbehälters sowie dem Gaseinführungsrohr ein freier Ringraum für das flüssige Medium
gebildet wird, der zwischen Gaseinführungsrohr und Leitkörper sich nach oben verengt und etwa in
der Höhe der Oberkante des Gaseinführungsrohres die größte Verengung aufweist.
Von diesem Punkt an kann der Leitkörper einen trichterartig sich erweiternden Aufsatz erhalten,
wie beispielsweise nach Abb. 4 a, 4b und 5, dessen Öffnungswinkel vorteilhaft zwischen 50 und 1200
beträgt.
Mit dieser Anordnung wird durch den Gasstrom eine kräftige Saugwirkung ausgeübt, wodurch die
Flüssigkeit mit vergrößerter Geschwindigkeit umgewälzt wird. Man erreicht damit einen weitgehend
regelbaren Zwangsumlauf der Katalysatorsuspension. Da die hierfür erforderliche Energie ausschließlich
durch das Synthesegas in das System eingebracht wird, hat man es in der Hand, durch
erhöhte Gasgeschwindigkeit, wobei ein Druckabfall vor und hinter der Düse von der Größenordnung
0,2 bis ι at oder darüber in Kauf genommen werden muß, die Geschwindigkeit des Flüssigkeitsumlaufes
so weit zu erhöhen, daß ein wesentlicher Teil des oberhalb der Düse mit der Flüssigkeit gemischten
Gases mit dieser im Kreislauf an der Düse vorbeigeführt wird. Die Folge hiervon.ist eine schon
fast gleichmäßige Zerteilung des Gases zu kleinen Blasen in der Zone unterhalb der Schächte.
Die Gasverteilung nach der Erfindung kann ent-■ sprechend Abb. 5 weiterhin noch dadurch verbessert
werden, daß die trichterförmige Verlängerung des Leitkörpers oben mit einer Lochplatte versehen ist,
durch deren Öffnungen Gas und umlaufende Flüssigkeit gemeinsam hindurchgepreßt werden.
Die Öffnungen in der Lochplatte können relativ weit gehalten werden; vorzugsweise haben sie mehr
als 10 mm Durchmesser und kreisförmigen Querschnitt. Sie können gleichmäßig über die ganze
Platte verteilt oder bevorzugt nach dem Rand hin angereichert sein. Die Summe der Querschnitte
sämtlicher Öffnungen soll aber mindestens zwei- und bis zwanzigmal so groß sein wie die Summe
der kleinsten freien Querschnitte der Gaseinführungsdüse und des Ringraumes zwischen dieser und
dem Leitkörper.
Claims (6)
- Patentansprüche:i. A^orrichtung für die Kohlenoxydhydrie-rung an in einem flüssigen Medium suspendierten Katalysatoren, bestehend aus einem hohen, zylindrischen, mit Kühlvorrichtungen zum Abführen der Reaktionswärme aus dem Innern versehenen Behälter, der auf dem größten Teil seiner Länge in senkrechte, gegeneinander flüssigkeitsdicht getrennte, unten und oben offene Schächte so eingeteilt ist, daß die Schächte ein Paket bilden, unterhalb dessen Unterkante ein gemeinsamer Raum über dem Gasverteilerboden für das flüssige Medium und oberhalb dessen Oberkante ein gemeinsamer Gasraum für das Endgas freigelassen ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Reaktionsraum unterhalb der Unterkante des Schächtepaketes zu einer einzigen, axial angeordneten Gaseintrittsöffnung verjüngt wird, deren Abstand von der Unterkante des Schächtepaketes mindestens so groß oder größer ist als der Durchmesser des zylindrischen Reaktionsraumes.
- 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Verhältnis des freien Querschnitts der Gaseintrittsdüse zu , dem des Reakt.ionsraumes zwischen 1 :10 und 1 :10 000 liegt.
- 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Gaszuführungsrohr in den Reaktionsraum hinein verlängert wird.
- 4. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem in,den Reaktionsraum hinein verlängerten Gaszuführungsrohr und der Innenwand im unteren Teil des Reaktionsbehälters ein ringförmiger Leitkörper konzentrisch so angebracht ist, daß zwischen dem Leitkörper und der Innenwand des Reaktionsraumes sowie dem Gaseinführungsrohr ein zusammenhängender, freier Ringraum für das flüssige Medium besteht, der zwischen Gaseinführungsrohr und Leitkörper sich nach oben vereinigt und etwa in der Höhe der Oberkante des Gaseinführungsrohres die größte Verengung aufweist.
- 5. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Leitkörper oberhalb der Oberkante des Gaseinführungsrohres eine trichterartige Verlängerung besitzt mit einem Öffnungswinkel von mindestens 50 und bis zu etwa 1200.
- 6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die trichterförmige Verlängerung des Leitkörpers an der Oberkante mit einer Lochplatte versehen ist, deren Öffnungen zusammen einen zwei- bis zwanzigmal so großen Querschnitt haben wie die Summe der kleinsten freien Querschnitte der Gaseinführungsdüse und des Ringraumes zwischen der Düse und dem Leitkörper.Angezogene Druckschriften:
Britische Patentschrift Nr. 659048;
USA.-Patentschrift Nr. 2 468 508.Hierzu ι Blatt Zeichnungen1 509 656/44 1. 56
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