DEP0043802DA - Verfahren zur Herstellung von Kupfer-Aluminium-Legierungen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Kupfer-Aluminium-Legierungen

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DEP0043802DA
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Germany
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aluminum
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English (en)
Inventor
Werner Dr.-phil. Hotop
Günther Dr.-Ing. Ritzau
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Deutsche Edelstahlwerke AG
Original Assignee
Deutsche Edelstahlwerke AG
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Description

Kupfer-Aluminium-Legierungen, die einen Gehalt von 1 bis 10% Aluminium aufweisen, sind an sich bekannt. Sie haben bemerkenswerte Festigkeitseigenschaften und weisen hohe Verschleißfestigkeit auf, außerdem haben sie auch bei erhöhten Temperaturen hohe Festigkeit. Diese Legierungen werden auf dem Schmelzwege hergestellt und mit Rücksicht auf den verhältnismäßig hohen Aluminiumanteil ist dieser Weg als der ausschließlich gangbare angesehen worden. Die Herstellung ist indes mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden, da auch beim Schmelzen das Aluminium in erheblichem Maße zur Oxydation neigt und außerdem lassen sich sowohl Blöcke als auch Formkörper praktisch nicht ohne Lunker und Oxydhäute vergießen. Trotz der erwähnten guten technologischen Eigenschaften der Legierungen hat sich daher ihre Verwendung in der Praxis nicht eingeführt.
Die Erfindung schlägt demgegenüber ein Verfahren vor, das zu einer einfachen Herstellung ohne die Gefahr der Oxydbildung und zu einwandfreien und dichten Körper führt. Entgegen der bisherigen Auffassung hat der Erfinder festgestellt, daß die Legierungen auf dem Sinterwege hergestellt werden können, und zwar wird vorgeschlagen, sie im technischen Vakuum oder im Schutzgas, insbesondere Wasserstoff, in Anwesenheit eines Fangstoffes zu sintern. Der Fangstoff hat dabei die Aufgabe, den in der Apparatur verbleibenden oder durch das Schutzgas eingeschleppten Sauerstoff zu binden, ehe er Gelegenheit hat, mit dem Sintergut zu reagieren.
Als Fangstoff wird Aluminium oder eine Aluminiumlegierung verwendet. Als besonders zweckmäßig hat es sich erwiesen, eine Eisen-Aluminium-Legierung mit etwa 50% Eisen und 50% Aluminium oder eine Kupfer-Aluminium-Legierung mit einem Gehalt von 30 bis 50% Aluminium, Rest Kupfer, zu verwenden. Die Eisen-Aluminium-Legierung wird vorzugsweise durch Gießen hergestellt, sie kann aber auch gesintert werden. Die Kupfer-Aluminium-Legierung desgleichen. Beide Legierungen sind so spröde, daß sie sich leicht pulvern lassen, was bei der Verwendung als Fangstoff von wesentlicher Bedeutung ist, damit die Fangsubstanz eine große Oberfläche darbietet. Die Pulverform mit mehr oder minder grobkörnigen Partikeln bietet ferner den Vorteil, daß die Fangsubstanz möglichst dicht an das Sintergut herangebracht werden kann. Unter Umständen ist es sogar zweckmäßig, die zu sinternden Körper in die Fangsubstanz einzubetten. Anstelle der genannten Fangsubstanz können auch andere Stoffe verwendet werden, sofern nur ihre oder ihrer Bestandteile
Affinität zum Sauerstoff mindestens gleich groß oder größer ist als die Affinität des Sintergutes zum Sauerstoff.
Die Herstellung der Formkörper erfolgt in der in der Metallkeramik üblichen Weise. Die Ausgangsstoffe werden fein gepulvert miteinander vermischt, zu Formlingen gepreßt und alsdann die Sinterung in der gekennzeichneten Weise durchgeführt. Es hat sich hierbei als besonders vorteilhaft erwiesen, insbesondere das Aluminium in das Pulver in Form einer Kupfer-Aluminium-Vorlegierung einzubringen, die etwa 30 bis 50% Aluminium enthält. Wie bereits erwähnt, hat diese Legierung die Eigenschaft, besonders spröde zu sein, und sie läßt sich daher ohne Schwierigkeiten auf die Pulverfeinheit bringen, die für das Vermischen und Verpressen zusammen mit den anderen Ausgangsstoffen erforderlich ist.
Das Verpressen muß bei verhältnismäßig hohen Drucken erfolgen, damit Formlinge entstehen, die so fest sind, daß sie ohne Gefahr des Zerbröckelns oder Kantenabriebes von der Formstelle in den Sinterofen gebracht werden können. Im allgemeinen wird ein Preßdruck von etwa 4 bis 6 Tonnen je cm(exp)2 anzuwenden sein.
Die Herstellung der Formkörper kann aber auch derartig erfolgen, daß das Ausgangspulver mit einer plastifizierenden Flüssigkeit angerührt wird. Die breiige Masse wird in Formen gegossen und getrocknet. Als Plastifizierungsmittel können die in der Metallkeramik üblichen Stoffe verwendet werden; es ist ferner auch möglich, das Anrühren mit Wasser vorzunehmen.
Die Herstellung der Formkörper ist somit in einfacher Weise möglich. In Sinterapparaturen gelingt es ohne weiteres, ein sogenanntes technisches Vakuum, d.h. einen Druck von etwa 2 bis 0,1 mm Quecksilbersäule zu halten. In Verbindung mit einem Fangstoff geeigneter Art wird durch diese Maßnahme selbst bei den hoch oxydationsempfindlichen Kupfer-Aluminium-Legierungen überraschenderweise sichergestellt, daß keine Oxydbildung eintritt.
Die gesinterten Körper haben die gleichen technologischen Eigenschaften wie die gegossenen, sind jedoch frei von jeder Lunkerbildung und vollkommen dicht. Darüber hinaus sind sie im Gegensatz zu den gegossenen Legierungen spanabhebend bearbeitbar. Selbst verwickelte Formen können einwandfrei hergestellt werden, was auf dem Gußwege nicht möglich ist.
Die gesinterten Legierungen mit 1 bis 15% Aluminium, Rest Kupfer sind mithin hervorragend geeignet zur Herstellung von Maschinenteilen und Kontaktkörpern verwickelter Gestalt, die im Betriebe Warmfestigkeit und Verschleißfestigkeit aufweisen müssen.
Eine Legierung mit beispielsweise 10% Aluminium, Rest Kupfer gestattet durch eine Aushärtebehandlung Härten von 150 Brinell zu erzielen, während sie im ungehärteten Zustand etwa 60 Brinell aufweist. Die Sinterkörper können mithin leicht bearbeitet und hernach durch Ausscheidungshärtung vergütet werden.
Die Legierung kann zur Steigerung der Warmfestigkeit noch Metalloxyde, insbesondere Aluminiumoxyd oder Titanoxyd enthalten. Solche Legierungen sind mithin ebenfalls für den erwähnten Verwendungszweck besonders geeignet und werden vorzugsweise mit Gehalten von 5 bis 55% Aluminiumoxyd und Titanoxyd einzeln oder gemeinsam verwendet.
Besondere Eignung für Kontakte weisen die Legierungen auf, wenn sie außerdem noch Metalle enthalten, die die elektrische Leitfähigkeit erhöhen, wie z.B. Silber oder Komponenten, die die Verschleißfestigkeit verbessern, wie beispielsweise Wolfram, Molybdän, Tantal, Niob, Titan, Chrom sowie deren Karbide. Die zusätzlichen Bestandteile können einzeln oder zu mehreren in Mengen bis zu 10% vorliegen. Kontaktkörper aus diesen Legierungen weisen gute elektrische Leitfähigkeit auf. Ferner zeichnen sie sich durch hohe Verschleißfestigkeit und Zerstäubungshärte aus, d.h. also die Kontaktkörper widerstehen dem zerstörenden Angriff des sich bildenden Schaltlichtbogens.
Legierungen, die sich in der Verwendung für Maschinenteile, Kontaktkörper u.dgl. besonders bewährt haben, enthalten etwa
5% Aluminium
50% Aluminiumoxyd
Rest Kupfer
oder etwa
2% Aluminium
15% Aluminiumoxyd
Rest Kupfer.

Claims (11)

1. Verfahren zur Herstellung von Kupfer-Aluminium-Legierungen, dadurch gekennzeichnet, daß sie im technischen Vakuum oder in Schutzgas, insbesondere Wasserstoff, in Anwesenheit eines Fangstoffes gesintert werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Fangstoff Aluminium oder eine Aluminiumlegierung verwendet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine Eisen-Aluminium-Legierung oder Kupfer-Aluminium-Legierung vorzugsweise mit einem Gehalt von 30 bis 50% Aluminium als Fangstoff verwendet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 - 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Aluminium in das zu verpressende Ausgangspulver in Form einer Kupfer-Aluminium-Vorlegierung mit 30 bis 50% Aluminium eingebracht wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1 - 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Ausgangspulver zur Herstellung der Formlinge einem Preßdruck von etwa 4 bis 6 Tonnen je cm(exp)2 unterworfen wird.
6. Verfahren nach Anspruch 1 - 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Ausgangspulver zur Herstellung des Formkörpers mit einer plastifizierenden Flüssigkeit, beispielsweise Wasser, angerührt, in Formen gegossen und getrocknet wird.
7. Verwendung einer nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 - 6 hergestellten Legierung mit
1 bis 15% Aluminium
Rest Kupfer
zur Herstellung von Maschinenteilen und Kontaktkörpern, insbesondere solchen verwickelter Gestalt, die im Betrieb Warmfestigkeit und Verschleißfestigkeit aufweisen müssen.
8. Verwendung einer Legierung mit
1 bis 15% Aluminium
5 bis 55% Aluminiumoxyd und/oder Titanoxyd
Rest Kupfer
für den im Anspruch 7 angegebenen Zweck, insbesondere für Kontakte.
9. Verwendung einer Legierung, die neben den im Anspruch 7 oder 8 genannten Bestandteilen noch Silber, Wolfram, Molybdän, Tantal, Niob, Titan, Chrom sowie deren Karbide, einzeln oder zu mehreren in Mengen bis zu 10% enthält für den im Anspruch 7 angegebenen Zweck, insbesondere für Kontakte.
10. Verwendung einer Legierung aus
5% Aluminium
50% Aluminiumoxyd
Rest Kupfer
für den im Anspruch 8 angegebenen Zweck.
11. Verwendung einer Legierung aus
2% Aluminium
15% Aluminiumoxyd
Rest Kupfer
für den im Anspruch 9 angegebenen Zweck.

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