DEP0012768DA - Verbesserung des Streckgrenzenverhältnisses bei unver- güteten hochfesten Bau-und Kesselstählen. - Google Patents
Verbesserung des Streckgrenzenverhältnisses bei unver- güteten hochfesten Bau-und Kesselstählen.Info
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Description
Bheinisehe Höhrenwerke A.G*
Mülheim-Ruhr. 27» September 1948,
Verfahren zur Erhöhung der Streckgrenze und zur Verbesserung des Streckgrenzenverhältnisses in hochfesten Bau-
und Kesselstählen*
Die bekannten Hochbaustähle und Kesselstähle, zeB* die Stähle nach Art des St 48 oder St 52 oder auch entsprechende
Stähle mit noch höherer Festigkeit, die im Walz-oder normalisiertem Zustande verwendet werden, haben die von ihnen verlangten
lestigkeitseigenschaften dem Gehalt an festigkeitssteigernden "Elementen zu verdanken, wie Mangan, Silizium, Chrom, Kupfer
Molybdän, Vanadin u* dgl«, wobei der Kohlenstoffgehalt im allge« meinen eine obere Grenze bei etwa 0,2$ hat« Die Auswahl und
der Anteil dieser Elemente ist sowohl von technischen, als auch von wirtschaftlichen Gesichtspunkten abhängig» So spielt
z»B· neben der Eigenschaft eines legierungselementes die Streckgrenze bzw· Festigkeit zu erhöhen, auch der Einfluß des betreffenden
Elementes auf die übrigen Eigenschaften,' wie Zähigkeit, Schweißverhalten, aber auch der Preis einiger technisch wertvoller
Elemente eine gewichtige Rolleβ So hat z,Bc der Preis für Vanadin und ähnliche hoohwertige Legierungselemente, auch
wenn der Gehalt des Hochbaustahles an ihnen nur wenige Zehntel Prozent beträgt, einen erheblich verteuernden Einfluß auf derartige
Massenstähle*
Erfindungsgemäß ist es nun gelungen, Stähle mit besonders günstigen Eigenschaften zur Verfügung zu stellen, in denen
aber trotzdem solche teu«ren und hochwertigen Elemente keinen grösseren Anteil als Spuren zu bilden brauchen*
So hat es sich z#Be herausgestellt, daß Stähle, denen bei der Erschmelzung Tantal-Mob in solchen Mengen zugesetzt
worden ist, daß der Gehalt an Tantal-Biob im fertigen Stahl nur 0,02$ beträgt, ein Streckgrenzenverhältnis von mindestens
70$ besitzen*
Die Zusammensetzung des Stahles war beispielsweise: 0,18 $ C," 0,92 $ Mn, 0,43$ Si, 0,013$ Ta Nb, 0,18 $ Cr, C ,17 $
Das Tantal-liob war in Form von Tantal-liob-haltigem Schrott zu der 60 t-Oharge zugesetzt/ worden. Dieser Schrott bestand aus
Tantal-Mob-fefcaltüJem rostfreiem Stahl« Die in den Stahl gelangenden geringen Mengen an Gr und Hi üben bekanntlich in normalisiertem
Zustand keinerlei Wirkung auf die Festigkeitseigenschaften aus,
Die Festigkeitswerte waren folgende :
Festigkeit % 56,4 kg/mm/ Streckgrenze 41,8 kg/mm, Bruchdehnung (Ji= 5 d) 28$ ,
Kerbschlagzähigkeit 22,2 mkg/cm , (VGB - Probe}
74 Io
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Gegenstand der Erfindung ist demnach ein Verfahren zur Verbesserung des Streckgjejazenye,rhältnisses infolge Erhöhung
yJm4 &?*&& cC,
der Streckgrenze'Ve»- Stählen entsprechend St 48, St 52 oder ahn—
liehen Stählen höhere Festigkeit ( bis etwa 70 kg/mm ), die einen Kohlenstoffgehalt von etwa 0,12 bis 0,20 ^ besitzen,·
ίo-> die Verbesserung de'r Streckgrenze/durch Zugabe von Tantal-Niob in solchen MengenferfolgtjjdaB im fertigen Stahl
ein Tantal—Niob-Gehalt von Spuren bis höchstens 0,06 $> vorliegt,
Anzeichen sprechen dafür, daß es ©ich hier um die Wirkung von fein verteilten Tantal-Niob-Sitriden handelt«
Die Erfindung hat besondere Bedeutung für solche Stähle, die für geschweißte Bauteile verwendet werden* Die Festigkeitseigenschaften -sind, wie das obige Beispiel zeigt, denen eines
vergüteten Stahles gleichzuachten» Bei Vergütungsstählen hat aber das Schweissen nach der Vergütungsbehandlung zur Folge, daß die
durch das Vergüten erzielte Verbesserung der lestigkeitseigenschaften wieder rückgängig gemacht wird. Bei großen Bauteilen,
z.B0 Brücken, Waggons, Schiffen u.dgl., ist es aber unmöglich, eine Vergütung ^Härten und Anlassen ) nach dem Zusammenbau
der Einzelteile durchzuführen* Ss ist daher von größter Bedeutung, daß erfindungsgemäß Stähle zur Verfugung stehen, die
ohne Vergütung entsprechend hochwertige Eigenschaften besitzen,
sich gut schweissen lassen und dabei doch frei sind von nennenswerten Anteilen "besonders teuier Legierungselemente*
Die Hinzufügung von Spuren solcher älemente hat ausserdem den erheblichen Vorteil, daß die kritische Abkühlungsgeschwin-·
digkeit der Stähle nicht vermindert wird, so daß durch den Zusatz ter Elemente keinerlei Schweißempfindlichkeit hervorgerufen
wird. Ton besonderer Bedeutung sind diese Stähle auch für den Kesselbau, weil das hohe Streckgrenzenverhältnis
auch bei höheren Temperaturen bestehen bleibt, so daß durch die Wirkung von Spuren von Tantal-liob bereits eine beträchtliche
Steigerung der Warmfestigkeitseigenschaften erreicht wird.
Man ist infolge des hohen Streckgrenzen- bzw. Warm— Streckgrenzenverhältnisses im Walz- bzw, normalgeglühtem
Zustand, sowie der besonders guten Schweißeigenschaften der Stähle nunmehr in der Lage, verhältnismässig dünnwandige
geschweißte Kesseltrommeln herzustellen, die mit den bisherigen vergüteten nahtlosen Trommeln in Yi/ettbewerb treten können*
Das bedeutet einen bisher für unmöglich gehaltenen Fort sehritt auf diesem Gebiet*
An einem Beispiel soll die erfindungsgemäß eintretende Wirkung erläutert werden :
Die nachstehend genannten Stähle A und B wurden mit praktisch übereinstimmender Zusammensetzung erschmolzen, der
Stahl B jedoch zusätzlich mit Tantal-Niob behandelt. JJie Festigkeitseigenschaften wurden an normalisierten 30 mm-Blechen
ermittelt»
Stahl: G Mn Si Gr Ii Ta/Nb A 0,19 1° 0,93 1° 0,43# 0,22?£ 0,20 $
B 0,20 f> 1,0· i> o,44$ 0,24?* 0,1 fo 0,013$ Festifikeitseigensohaften bei Haumtemperatur ; ,
Stahl A Stahl B Zugfestigkeit 53,6 57,5
Streckgrenze 32,9 41,1 kg/mm
Streckgrenzenverhältnis 60 71 »5 $
Dehnung (so- 5d ) 24,6 20,4 $
| Stahl A | Stahl | B |
| 19,8 | 24,4 | kg/mm |
| 52,3 | 53,5 | kg/mm |
| 38 | 46 | |
| 37 | 42 | * |
Festigkeitseigenschaften bei 350
Warmstreckgrenze Warmfestigkeit
Warmstreckgrenze Warmfestigkeit
Warmstreckgrenze Zugfestigkeit
Besonders vorteilhaft ist es, erfindungsgemäß Tantal-Mob in den bekannten für geschweißte Gegenstände
schon bisher bevorzugten Kupfer—Hickeiidrtählen, z.B, etwa folgende Zusammensetzung» vorzusehen :
0,10 IaIs. 0,30 G, 0,6 feie· 0,8$ Mn, 0,8 bis ifo Cu, 1,2 bIL
1,5 Hi.
Claims (1)
- Patentanspruch«,Verfahren zur Verbesserung des Streckgrerizenverhältnisses infolge Erhöhung der Streckgrenze bzw* Warmstreckgrenze -ear unvergüteten^tählen entsprechend St 48, St 52 oder ähnlichen Stählen hSheTepe- Festigkeit, die einen Kohlenstoffgehalt von etwa 0,12 bis etwa 0,20$ besitzen, dadurch gekennzeichnet, daß dem Stahl Tantal-Mob in solchen Mengen zugesetzt wird, daß im fertigen Stahl ein Tantal-Nipb-G-e.halt von wirksamen Gehalten bis höchstens 0»o6 °ß> vorliegt*
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