DEF0009178MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 3. Juni 1952 Bekanntgemacht am 9. Mai 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Das Verfahren bezieht sich auf die Sichtung des von ' Vermahlungsmaschinen irgendwelcher Art
kommenden Gutes. ' ,
Diese Sichtung erfolgt im allgemeinen entweder auf mechanischen Sielben oder in Windisidhtern.
Bei der Verwendung von Windsichten! wind in manchen Fällen die für 'die Sichtung benötigte Luft
vorher zum Transport des Gutes von der Vermaihlungs einrichtung zum Windsichter verwendet. Es
sind auch schon Verfahren 'bekanntgeworden, bei denen einer mechanischen Siebvorrichtung ein
Windsichter vorgeschaltet ist, um aus dem Gut vor der Siebung die leichten, flugfähigen Bestandteile
zu entfernen. In letzterem Fall wird die zur Sichtung benötigte. Luft jedoch nicht zu Förderungszwecken
verwendet. Es ist für diese Einrichtungen also belanglos, ob das Gut mechanisch oder pneumatisch
zum Windsichter gefördert wird.
Die Erfindung besteht darin, daß das von den Maih lein richtungen ' kommende Mahlgut, bevor es
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in Sichtmaseihinen nach der Korngröße sortiert wind!, durch in die zu den Sidhtmaisehinein führenden
pneumatischen Förder leitungen eingebaute, an sich !bekannte, jedoch ausschließlich mit der Föndierluft
betriebene Windsichter nach leicht flugfähigen und: schwereren Teilchen getrennt wird. Hieraus
ergibt sich eine neue Kombination bekannter Einrichtungen
(Vermahlu.ngsciinrichtung, pneumatische
Förderung, Windsichter mit vorzugsweise verstellbarer Auslesewirkung und mechanischer Sichtung
mittels Sieben), durch die z.B. bei der Getreidevermalhlung eine bisher nicht bekannte fortschrittliche
Wirkung erzielt wird'.
Im folgenden wird dieser Fortschritt am Beispiel einer Getreidemühle erläutert.
Fig. ι zeigt ein. Normaldiagramm für die Schroterei
einer Weizenmühle mit pneumatischer Förderung bekannter Art. Mit I, II, III, IV, V sind
fünf hintereinandergeschaltete Mahlstühle bezeichnet. Von den einzelnen Mahlstühlen gelangt das
Mahlgut durch pneumatische Förderrohre p zu Abscheidern a, deren Reingasrohre über Leitungen
b an ein gemeinsames Sauggebläse angeschlossen sind. Das Gebläse erzeugt im Leitungssystem
einen Unterdruck und saugt dadurch in bekannter Weise Mahlgut, und Luft in die Abscheider α an.
Das Mahlgut wird hier abgeschieden und über Schleusen c sogenannten Plansichtern d zugeführt,
während die Reinluft, die noch einige Promille feste Bestandteile enthält, zum Sauggebläse strömt
und von dort aus, gegebenenfalls über ein nicht dargestelltes Nachfilter, ins Freie geblasen oder im
Kreislauf wieder zurückgeführt wird.
Die groben Schrote, die durch die oberen, groberen Siebe der einzelnen Plansichter d nicht durchfallen
können, also die Schalen mit anhängenden Mehlteilchen und zum Teil auch reine grobe
Schalenteilchen, gelangen durch bekannte Mittel, z. B. Rohre e, zum jeweils folgenden Mahlstuhl
und werden dort nochmals einem Vermahlungsprozeß unterworfen, während die Grieße durch
Leitungen / bzw. g zu Grießputzmaschinen h bzw. i abgesaugt oder in anderer Weise befördert werden.
Die auf den unteren Plansichtersieben anfallenden feinen Grieße und Dunste werden über eine pneumatische
Förderleitung; und einen Abscheider k
zu einem sogenannten Grießsortierer m gefördert, von dem aus die Grieße über Leitungen n, r zu
Grießputzmaschinen gelangen. Die anfallenden Mehle gehen in nicht dargestellter Weise zu den
Mischmaschinen oder zu den Abfüllstellen. Die einzelnen Abstöße (Dunste, Grieße und Schalen)
der beiden Plansichter d, die in der Zeichnung am weitesten unten dargestellt sind, gelangen zu
weiteren Verarbeitungsstellen bzw. in Silos. Das trifft auch für die anderen Abstöße zu, bei denen
die Pfeile nicht besonders bezeichnet sind.
Die Förderanlage ist grundsätzlich derart gebaut, daß das gesamte von den Walzenstühlen
kommende Mahlgut (mit Ausnahme von einigen Promille festen Bestandteilen, die zum nicht dargestellten
Nachabscheider gehen) in den Abscheider a, der zweckmäßigerweise als Zyklon ausgebildet
wird, .und von dort zu den Plansichtern d gelangt. Das trifft auch beispielsweise für die
Schalenteile zu, die sich schon bei den ersten Schrotungen vollständig von Mehlteilchen getrennt
hatten. Diese gelangen mit den anderen groben Übergängen zusammen über e zu den nächsten
Mahlwalzenstühlen und werden dort in unerwünschter Weise nochmals mit zerkleinert, erhöhen
den Aschegehalt, der Mehle, machen die Endprodukte stippig und erschweren den Durchgang
der Mehle durch die Sichtersiebe. Das ist auch bei der sogenannten Hochmüllerei der Fall, bei der
man an sich durch häufiges Mahlen unter vorsichtigem Angreifen des Mahlgutes verhüten will, daß
die Getreidekörner zerquetscht und. die Schalen zerrieben werden.
Im Gegensatz hierzu wird unter Hinweis auf Fig. 2 ein Ausführungsbeispiel für das Förderverfahren
gemäß der Erfindung beschrieben, welches die genannten Nachteile vermeidet. Es sind
hierin wiederum mit I, II, III, IV, V die Mahlstühle einer Mühlenanlage bezeichnet und mit p
die pneumatischen Förderrohre, in die das Mahlgut von den Walzenstühlen aus abgesaugt wird. Indessen
münden die Förderrohre p, die von den drei AValzenstühlen I, II, III kommen, in pneumatische
Windsichter 42, von denen in Fig. 3 ein Ausführungsbeispiel in größerem Maßstab dargestellt
ist. .
Der in den Windsichter 42 hineinragende Teil 53 der Leitung p bildet eine nach oben offene, im
Querschnitt also etwa U-förmige Förderrinne, die z. B. dadurch gebildet ist, daß die obere Hälfte
des Förderrohrquerschnittes weggeschnitten wird. Während die im Fördergutluftstrom enthaltene
Förderluft (strichpunktierte Linien) sofort am Beginn der oben offenen Förderrinne aus dem
Förderstrpm dadurch entweicht, daß sie im unteren Abscheiderteil expandiert, werden die schweren
Teilchen, also die groben Schrote (mit kleinen Kreisen dargestellt) in der Förderrinne 53 infolge
ihrer kinetischen Energie mitgerissen und infolge einer Umbiegung dieser Rinne in einem lotrechten
Strahl aufwärts geschleudert, und zwar bei dem dargestellten Beispiel gegen eine Prallfläche 54, an
der sie durch Aufprall ihre kinetische Energie verlieren und dann nach unten fallen. Der Aufprall
unterstützt auch in gewissem Umfang das Loslösen der an den Körnern noch lose anhaftenden Mehlteilchen,
die durch einen oberhalb der Prallfläche 54 vorgesehenen Ringspalt 52 in einen seitlichen Auslaßstutzen
43 entweichen. Die zum Auslaßstutzen 43 bzw. gemäß Fig. 2 in die Leitungen b und in den
Abscheider w weiterströmende Förderluft mit den in ihr enthaltenen leicht flugfähigen Teilchen
kreuzt den Weg der nach unten fallenden schweren Schrote und befreit diese vollends von anhaftenden
Mehlteilchen, hat aber infolge ihrer durch die Expansion verminderten Strömungsgeschwindigkeit
nicht mehr die Kraft, die groben Schrotteile zum Auslaß 43 mit nach oben zu reißen. Es werden
höchstens noch einige der groben Schrotteile eine kurze Strecke in den Ringraum 52 hineingetragen;
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dann fallen auch sie nach unten in eine Schleuse 83, in welche die übrigen groben Schrotteile sofort
nach ihrem Auftreffen auf die Prallfläche 54 zurückgefallen waren. Indessen können die in die Förder rinne
eintreffenden leichteren Holzfaserteilchen und großflächigen mehlfreien Schalenteile von der aufwärts
strömenden Förderluft durch den Ringraum 52 mit nach oben und durch den Auslaß 43 mitgerissen
werden. Sie gelangen durch Leitungen b in einen Fliehkraftabscheider w. In diesem Fliehkraftabscheider
w werden alle festen Bestandteile bis auf einige Promille des Gesamtgewichts ausgeschieden
und die Förderluft über die Leitung y vom Sauggebläse angesaugt, während die festen
Bestandteile, also in diesem Falle die Mehle, Dunste, feinen Grieße und auch die mehlfreien
Schalen und Holzfaserteile, über eine Schleuse 83 zu einem Plansichter χ gelangen.
Gemäß Fig. 2 münden die einzelnen Förderrohre p der Mahlstühle I, II, III in verschiedene
Windsichter 42 und deren Schleusen 83 über Leitungen 84 auf verschiedene Siebe des Plansichters q,
der in diesem Fall als Schrotplansichter bezeichnet werden kann. In diesen gelangen praktisch nur
mehlfreie Schrptteile und Grieße. Diese werden von der Seidengaze besser fallen gelassen, als wenn
gleichzeitig in der bisher üblichen Weise leichte Schalenteilchen mit auf den Sieben angesammelt
wären. Die Kornfraktionen werden deshalb auch wesentlich exakter getrennt. Die Grieße können
nunmehr im Schrotsichter q bereits sortiert und von dort aus unmittelbar, wie dies durch die
Leitungen t angedeutet ist, zu Grießputzmaschinen u bzw. i gelangen. Es ist dabei möglich, mehrere
Passagen gleicher Qualität in einem einzigen Sichtabteil zu sichten. Lediglich Vorsiebe sollten im
Schrotsichter für jede Passage getrennt vorhanden sein.
Die leichten Teilchen (Mehle, Dunste, feine Grieße, vermischt mit leicht flugfähigen, großflächigen
Holzfaserteilchen), die in der beschriebenen Weise zum Abscheider w und von dort zum
Mehlsichter χ gelangt waren, erlauben zunächst . die einfache Absichtung der praktisch mehlfreien
Schalenteilchen, die bereits beim ersten Schrotprozeß abgesprungen waren (Ziel der Konditionierung),
auf Vorsieben. Diesen Abstoß der Vorsiebe kann man über eine Kleieschleuder 86 führen und
dann entweder sofort über eine Leitung 87 in die Schalen oder auf den letzten Schrotstuhl klappen.
Der Durchfall der Kleieschleuder geht über die Leitung 88 und den Abscheider w auf den Sichter χ
zurück.
Die den Vorsieben nachgesehalteten Siebe trennen den Dunst und die feinen Grieße vom Mehl und
erlauben deren getrennte Ableitung. Von dem letzten oder den beiden letzten Sieben des Mehlsichters
wird der feine Grieß vom Dunst getrennt. Der feine Grieß wird dabei zu den Putzmaschinen i
geführt.
Wie aus der Zeichnung hervorgeht, können Passagen gleicher Qualität zu einem einzigen
Nachabscheider w zusammengeführt werden.
Die neue Anordnung der einfachen pneumatischen Windsichter zum Trennen der leichten Teile, insbesondere
der Schalen, die bereits beim ersten Schrot und den folgenden Schroten sauber anfallen
und sofort über den Nachabscheider w und den Sichter χ zur Kleie laufen können, bietet den Vorteil,
daß die leichten Teilchen nicht wie bisher über sämtliche weiteren Schrote mitgeschleppt
werden müssen und nur die Speisung der Mahlmaschinen erschweren. Die leichten Schwebeteilchen
halten nämlich den Schrotprozeß nicht unzerkleinert aus, sondern werden in den folgenden
Mahlmaschinen zerrieben. Es wird deshalb das Mehl stippenfreier und der Aschegehalt der Ma'hlprodukte
geringer als bisher. Außerdem wird die Sichtfläche besonders bei den groben Teilen besser
ausgenutzt'. Man kann deshalb mit einer geringeren Bruttosichtfläche einer Mühle rechnen. Wesentlich
ist auch, daß — weil ja die Holzfaserteilchen bereits bei den ersten Schroten abgezogen werden —
die hinteren Mahlmaschinen der Schroterei besser arbeiten und viel genauer auf das entsprechende
Mahlgut eingestellt werden können. Man wird also in vielen Fällen eine Schrotpassage einsparen
können. Darüber hinaus wird die Ausbeute der Mühle gesteigert und der Kraftbedarf — zumal
jetzt auch das unerwünschte Zermahlen der holzhaltigen Schalenteilchen vermieden ist — etwas
absinken. Der Anteil von leicht flugfähigen festen Bestandteilen, der in den den Mahlstühlen unmittelbar
nachgeschalteten Windsichtern 42 abgeschieden wird, beträgt mindestens 3%, in der Regel nicht
unter 5 %, der den Sichter passierenden Mahlgutmenge und kann bei Getreidemühlen etwa 30%
derselben erreichen. Es handelt sich also bei den Windsichtern 42 keineswegs um Mahlgutabscheider
im üblichen Sinne, da sie als solche einen zu schlechten Abscheidungsgradhätten. Zweckmäßigerweise
wird der Windsichter 42 so konstruiert, daß er etwa 15% des Gesamtgewichtes des ihn passierenden
Mahlgutes ausscheidet. Der Ausscheidungsgrad wird tunlichst verstellbar ausgeführt, z.B.
durch Veränderung der Luftgeschwindigkeit.
Claims (3)
- PATENTANSPRÜCHE:i. Verfahren zum Sichten des von den Mahlstühlen kommenden, pneumatisch geförderten Mahlgutes in Mühlen, insbesondere Getreidemühlen, dadurch gekennzeichnet, daß das Mahlgut, bevor es in Sichtmaschinen nach der Korngröße sortiert wird, durch in die zu den Sichtmaschinen führenden pneumatischen Förder-, leitungen eingebaute, an sich bekannte, jedoch ausschließlich mit der Förderluft betriebene Windsichter nach leicht flugfähigen und schwereren Teilchen getrennt wird, wobei der im Windsichter ausgeschiedene Anteil an leicht flugfähigen Teilchen mindestens 3% der Mahlgutmenge beträgt.609 514/173F 9178IH/5Od
- 2. Pneumatische Förderanlage zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die den Mahlstühlen unmittelbar nachgeschalteten Windsichter so konstruiert sind, daß sie etwa 15% des sie passierenden Mahlgutes ausscheiden.
- 3. Pneumatische Förderanlage nach den Ansprüchen ι und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Ausscfaeidungsgrad verstellbar ist, durch Änderung der Luftgeschwindigkeit.B.Angezogene Druckschriften:Deutsche Patentschriften Nr. 264 203, 387 106, 433271, 475 404. 533413;USA.-Patentschriften Nr. 2203821, 2328240,2446551·Hierzu 1 Blatt Zeichnungen609 514/173 5.56
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