KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 64: Schankgeräthe.
Pateintirt im Deutschen Reiche vom 13. Juni 1897 ab.
Der Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildet eine Vorrichtung, welche, beim Anstechen
von Bier- oder Weinfässern angewendet, die betreffende Person vor dem Bespritzen durch
die hierbei bekanntlich mit ziemlicher Kraft ausströmende Flüssigkeit schützt. Diese Vorrichtung
ist von grofser Einfachheit und kann deshalb überall leicht angewendet werden.
Auf beiliegender Zeichnung sind drei Ausführungsformen derselben dargestellt, und zwar
zeigt:
Fig. ι die eine Ausführungsform in geöffnetem
Zustände,
Fig. 2 dieselbe in geschlossenem Zustande,
Fig. 3 die zweite Ausführungsform in geschlossenem Zustande und
Fig. 4 die durch Fig. 1 und 2 dargestellte Ausführungsform in ihrer Anwendung.
Es giebt bereits Vorrichtungen, welche demselben Zweck dienen und in einem Schirm bestehen,
welcher auf den Stechhahn aufgesteckt wird. Diese haben jedoch den Nachtheil, dafs sie "nach dem Gebrauch nicht mehr abgenommen
werden können, so dafs der Wirth für jedes Fafs eine solche Vorrichtung haben mufs. Diesem Uebelstande wird nun durch
die vorliegende Erfindung abgeholfen, indem dieselbe in einem Schirm besteht, welcher nach
Gebrauch von dem Stechhahn abgenommen werden kann, um wieder bei einem anderen
Fafs verwendet zu werden. Nachfolgend sollen mehrere Ausführungsformen der Erfindung beschrieben
werden.
An die kürzeren Schenkel der federnden Klammer α (Fig. 1 und 2) sind die Enden
eines Federdrahtes b angelöthet, welcher zunächst in kleineren Bogen nach beiden Seiten
umgebogen ist und dann in einen gröfseren Bogen ausläuft. An diesen, eine herzähnliche
Form besitzenden Draht wird ein entsprechend zugeschnittenes Stück Leinwand c, die event,
imprägnirt sein kann, angenäht oder in anderer Weise befestigt. .
Eine derart ausgeführte Spritzschutzvorrichtung wird in der Weise angewendet, dafs die
Klemme α zusammengedrückt, d. h. in die durch Fig. 1 veranschaulichte Lage gebracht
und dann an entsprechender Stelle des Hahnes d (Fig. 4) über denselben geschoben wird. Hierauf
läfst man die Klammer los, so dafs sie infolge der Federwirkung geschlossen wird; in der
geschlossenen Lage bildet die Leinwand c ein undurchdringliches Hindernifs für die bei Eintreiben
des Hahnes in das Fafs aus diesem ausspritzende Flüssigkeit.
Die durch Fig. 3 dargestellte Ausführungsform dieser Spritzschutzvorrichtung unterscheidet
sich von der bereits beschriebenen nur dadurch , dafs die beiden Enden des Federdrahtes
bl in einem Griff a1 befestigt sind.
Klammern und Federdrähte b1 sind hierbei aus einem Stück gefertigt.
Patent-Ansρrüch:
Vorrichtung zum Verhindern des Bespritzens der Kleider beim Anstechen von Fässern, ge-
kennzeichnet durch einen Schirm [c, Fig. ι
und 2, c1, Fig. 3), welcher aus einem über einen Federdraht (b, Fig. 1 und 2, oder b1,
Fig. 3) gespannten Stück Leinwand (c, Fig. 1 und 2, oder c1, Fig. 3) besteht, wobei die
Enden des Federdrahtes durch eine federnde Klammer (α, Fig. 1) mit einander verbunden
oder selbst zu Federn ausgebildet und in diesem letzteren Falle an einem Griff (ά1 Fig. 3) befestigt
sind und in geschlossener Lage .den Anstechhahn derart umgreifen, dafs die Leinwand
(c bezw. C1J ein undurchdringliches Hindernifs
für die beim Anstechen aus dem Fafs spritzende Flüssigkeit bildet.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.