DE972909C - Halbleiteranordnung unter Verwendung eines Halbleiterkoerpers, auf dem mindestens zwei gleichrichtende Elektroden und eine weitere Elektrode angebracht sind, und Einrichtung mit einer solchen Halbleiteranordnung - Google Patents
Halbleiteranordnung unter Verwendung eines Halbleiterkoerpers, auf dem mindestens zwei gleichrichtende Elektroden und eine weitere Elektrode angebracht sind, und Einrichtung mit einer solchen HalbleiteranordnungInfo
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Description
(WiGBl. S. 175)
AUSGEGEBEN AM 5. NOVEMBER 1959
N ιppp VIIIcJ21g
ist in Anspruch genommen
Die Erfindung bezieht sich auf eine Halbleiteranordnung unter Verwendung eines Halbleiterkörpers,
auf dem mindestens zwei gleichrichtende Elektroden und eine weitere Elektrode angebracht sind,
wobei mindestens zwei gleichrichtende Elektroden in so geringem, gegenseitigem Abstand aufgedrückt
sind, daß sie einander im Halbleiterkörper beeinflussen, sowie auf eine Einrichtung, bei der diese
Anordnung verwendet ist.
Es ist bekannt, daß es beim Anlegen gewisser Spannungen an die Elektroden möglich ist, die elektrischen
Erscheinungen (Strom, Spannung) in dem mit der einen gleichrichtenden Elektrode verbundenen
Kreis durch die Ströme und Spannungen in dem mit der anderen gleichrichtenden Elektrode
verbundenen Kreis zu beeinflussen, und zwar derart, daß sich eine Verstärkung ergibt. Solche Anordnungen
werden als Transistoren bezeichnet.
Ihre Wirkungsweise läßt sich wie folgt beschreiben: Wenn auf der Oberfläche des Halbleiterkörpers
■— meist einem Germanium oder Siliziumkristall — eine gleichrichtende Elektrode angebracht
wird, hängt es von der Polarität der an diese Elektrode angelegten Spannung, die negativ oder positiv
mit Bezug auf den Halbleiterkörper sein kann, und von der Art des Halbleiters ab, der vom sogenann-
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ten η-Typ oder p-Typ sein kann, ob die Elektrode in der Durchlaßrichtung oder in der Sperrichtung
liegt. Es wird vorausgesetzt, daß' bei einem Halbleiter des η-Typs die Leitung im wesentlichen durch
eine Verschiebung von Überschußelektronen erfolgt, während dies bei einem Halbleiter des p-Typs
im wesentlichen durch Verschiebung offener Stellen in den Schalen der Atome erfolgt.
Ist nun der Kristall vom η-Typ und die aufgedrückte Elektrode negativ in bezug auf den Kristall,
so fließt ein schwacher Strom, wobei Elektronen aus der Elektrode in den Halbleiter fließen und
etwaige offene Stellen aus dem Halbleiter in die Elektrode fließen. Ist die Elektrode positiv, so werden
bedeutend mehr Elektronen aus dem Halbleiter gezogen, wobei gleichzeitig offene Stellen in das
Kristallgitter hineinfließen können.
In diesem Fall fließt also ein höherer Strom, wenn die Elektrode positiv in bezug auf den HaIbleiterkörper
ist, als wenn sie negativ ist. Nachstehend soll in einem solchen Fall von einer anodischen
Durchlässigkeit gesprochen werden.
Ist der Kristall vom p-Typ und ist die Elektrode
positiv, so wird ein schwacher Strom von offenen Stellen aus der Elektrode in den Halbleiterkörper
hineinfließen, wobei gegebenenfalls Elektronen aus dem Halbleiter in die Elektrode hineinfließen. Ist
die Elektrode negativ, so fließen bedeutend mehr offene Stellen aus dem Halbleiter zur Elektrode
und gegebenenfalls Elektronen aus der Elektrode in den Halbleiter.
In diesem Falle fließt also ein höherer Strom, wenn die Elektrode negativ in bezug auf den Halbleiterkörper
ist, als wenn sie positiv ist, so daß hier von einer kathodischen Durchlässigkeit gesprochen
werden kann.
Es kann vorkommen, daß sich infolge von oberflächlichen Störungen auf dem Halbleiter eine sehr
dünne Schicht von entgegengesetztem Leitfähig-40' keitstyp bildet, die bei sehr geringen Spannungen
eine Umkehrung der Wirkung der Elektrode herbeizuführen vermag, bei den zum Betrieb notwendigen
höheren Spannungen aber wirkungslos bleibt. Eine solche durch Störungen hervorgerufene
+5 Schicht kann außer Betracht bleiben, da sie die Anwendung der Erfindung nicht hindert.
Wenn nun in der Nähe einer positiv polarisierten, auf einem η-leitenden Halbleiter aufliegenden
Elektrode (anodisch durchlässig) bzw. in der Nähe einer negativ polarisierten, auf einem p-leitenden
Halbleiter aufliegenden Elektrode (kathodisch durchlässig) eine entgegengesetzt polarisierte, auf
die gleiche Weise durchlässige Elektrode vorgesehen wird, werden die elektrischen Erscheinungen
(Strom, Spannung) in dem mit dieser Elektrode verbundenen Kreis von den Strömen und Spannungen
in dem mit der zuerst genannten Elektrode verbundenen Kreis gesteuert. Da diese Steuerung mit
der Art des Halbleiters zusammenhängt und mit dem kleinen gegenseitigen Abstand der aufgedrückten
Elektroden, müssen diese Elektroden sich gegenseitig im Halbleiter beeinflussen. Die Beeinflussung
ist gegenseitig ungleich und zur Erzeugung einer Verstärkung verwendbar. Die erste
Elektrode wird meistens als der Emitter, die zweite als der Kollektor bezeichnet.
Gemäß der Erfindung liegt nun bei der eingangs beschriebenen Halbleiteranordnung eine der auf den
Halbleiterkörper aufgedrückten gleichrichtenden Elektroden auf einem η-leitenden Bereich des Halbleiterkörpers
auf (anodisch durchlässig), und mindestens eine andere gleichrichtende Elektrode liegt
auf einem p-leitenden Bereich des Halbleiterkörpers auf (kathodisch durchlässig). Hierdurch wird eine
Halbleiteranordnung mit einem besonders hohen Verstärkungsfaktor erreicht, der vor allem für die
Stromänderungen algebraisch positiv ist. Zur Herstellung einer solchen Anordnung ist es also erforderlich,
einen halbleitenden Körper auszusuchen oder herzustellen, der Bereiche von verschiedenem
Leitfähigkeitstyp aufweist.
Unter dem Strom verstärkungsfaktor wird das Verhältnis der algebraischen Veränderung des
Kollektorstromes infolge einer algebraischen Veränderung des Emitterstromes bei gleichbleibender
Kollektorspamiung verstanden. Man kann also schreiben:
α =
ÖL
Ec = konstant.
Der Verstärkungsfaktor α wird hier algebraisch positiv gerechnet, wenn eine Steigerung des Emitterstromes
eine Steigerung des Kollektorstromes zufolge hat. Es wird dabei angenommen, daß die
positive Richtung sämtlicher Ströme diejenige ist, bei welcher der Strom von einer Elektrode in den
Halbleiter fließt. Bei den meisten bekannten Transistoren ist das Vorzeichen der beiden Ströme verschieden;
bei diesen Transistoren führt eine Vergrößerung des Absolutwertes des Emitterstromes
zu einer Vergrößerung des Absolutwertes des Kollektorstromes; dennoch ist der Verstärkungsfaktor
algebraisch negativ. Es ist möglich, bei einem solchen Transistor den Emitterstrom umzukehren;
die Vorzeichen der Ströme sind dann gleich; in diesem Falle führt eine Vergrößerung des Absolutwertes
des Emitterstromes aber zu einer Verkleinerung des Kollektorstromes, und der Verstärkungsfaktor
ist noch immer negativ.
Bei den bekannten Transistoren, bei denen beide Elektroden auf einem p-leitenden oder einem n-leitenden
Bereich aufliegen (gleiche Durchlässigkeit), sind die Polaritäten der Vorspannungen entgegengesetzt,
und der Stromverstärkungsfaktor ist algebraisch negativ.
Bei der Anordnung nach der Erfindung, bei der eine von den mit Eingangskreis und Ausgangskreis
verbundenen gleichrichtenden Elektroden auf einem η-leitenden Bereich und die andere auf einem p-leitenden
Bereich des Halbleiterkörpers aufliegt (entegengesetzte Durchlässigkeit), haben die Vorspannungen
gleiche Polarität in bezug auf den Halbleiterkörper. Hierdurch wird eine Einrichtung
mit einer Halbleiteranordnung geschaffen, die, wie bereits ausgeführt wurde, einen besonders hohen
Verstärkungsfaktor aufweist, der im Gegensatz zu den bekannten Transistoren für die Stromänderungen
algebraisch positiv ist.
Wenn z. B. die mit dem Eingangskreis verbundene Elektrode eine positive Vorspannung aufweist,
muß diese Elektrode auf einem n-leitenden Bereich des Halbleiters aufliegen (anodisch durchlässig)
; die mit dem Ausgangskreis verbundene Elektrode hat auch eine positive Vorspannung und
ίο Hegt auf einem p-leitenden Bereich auf (kathodisch
durchlässig).
Die Erfindung wird an Hand einiger Ausführungsbeispiele näher erläutert, die in drei Figuren
schematisch dargestellt sind.
!•5 Von diesen Figuren bezieht sich Fig. ι auf eine
bekannte Anordnung, während sich die Fig. 2 und 3 auf eine Halbleiteranordnung nach der Erfindung
beziehen.
Die Anordnung nach Fig. 1 besteht aus einem halbleitenden Körper 1, z. B. einem Germaniumblock,
der an einem als Stromabnehmer wirksamen Elektrodensockel 2 befestigt ist. Zwei gleichrichtende
Elektroden 3 und 4 sind gegen die freie Oberfläche gedruckt und können aus kleinen Wolframdrähten
bestehen. An die eine Elektrode 3 ·— den Emitter — ist eine positive Spannung mittels der
Batterie 5 gelegt. Die Steuerspannung wird bei den Klemmen 6 eingeschaltet. Die dritte Elektrode 4 —·
der Kollektor — ist in bezug auf den Elektrodensockel 2 auf ein verhältnismäßig hohes negatives
Potential durch die Batterie 7 gebracht worden.
Da, wie bereits gesagt wurde, der Strom in dem mit dem Kollektor verbundenen Kreis durch die
Spannungsschwankungen in dem mit dem Emitter 3 verbundenen Kreis gesteuert werden kann, ist die
am Widerstand 8 auftretende Spannungsschwankung von der an die Klemmen 6 gelegten Spannung
abhängig. In günstigen Fällen kann auf diese Weise eine 100- bis 2oofache Energieverstärkung
erzielt werden. Bei den dargestellten Vorrichtungen liegen die beiden Elektroden auf einem n-leitenden
Kristall auf (anodisch durchlässig). Bei anderen bekannten Transistoren liegen die Elektroden
auf einem p-leitenden Kristall auf (kathodisch durchlässig). Wie bereits erwähnt, sind in beiden
Fällen die Stromverstärkungsfaktoren algebraisch negativ. Dies heißt also, daß, wenn bei dem in dieser
Figur beschriebenen Beispiel der Emitterstrom absolut vergrößert wird, der Kollektorstrom auch
absolut vergrößert wird. Da jedoch die Richtung der Ströme verschieden ist, ist der Verstärkungsfaktor
algebraisch negativ anzusehen.
Es ist bekannt, daß bei gewissen Exemplaren z. B. die Emitterspannung umgekehrt werden kann
55. und daß dann, wenn die Spannung besonders niedrig gehalten wird, noch eine Beeinflussung des Kollektorstroms
möglich ist. Bei dieser Einstellung bedingt jedoch eine absolute Vergrößerung des
Emitterstromes eine absolute Verkleinerung des Kollektorstromes. Auch hier ist also der Verstärkungsfaktor
algebraisch negativ. Außerdem war dieser besonders klein, so daß solche Transistoren
für die Praxis wertlos waren.
Bei der Halbleiteranordnung nach der Erfindung sind mindestens zwei Elektroden auf Bereichen von
verschiedenem Leitfähigkeitstyp vorhanden, die so nahe aneinander angeordnet sind, daß sie einander
im Halbleiter beeinflussen. Dies ist in Fig. 2 dargestellt. Der halbleitende Körper 1 besteht hier
wieder aus Germanium. Die an den Emitter 3 und den Kollektor 4 gelegten Spannungen sind jetzt
nicht entgegengesetzt, sondern gleichgerichtet, und zwar sind diese beiden negativ, wenn der Emitter
auf einem p-leitenden Bereich (kathodisch durchlässig) und der Kollektor auf einem η-leitenden Bereich
(anodisch durchlässig) angeordnet ist (Fig. 2).
Ist der Emitter auf einem η-leitenden Bereich (anodisch durchlässig) und der Kollektor auf einem
p-leitenden Bereich (kathodisch durchlässig) angeordnet, so müssen beide Vorspannungen positiv
sein (Fig. 3).
Mittels solcher Einrichtungen wurde eine 1000-bis
I4oofache Energieverstärkung erzielt, wobei praktisch keine Verzerrung auftrat.
Dabei ist der Stromverstärkungsfaktor algebraisch positiv. Wird der Emitterstrom absolut
vergrößert, so erfolgt das gleiche mit dem Kollektorstrom, der die gleiche Richtung hat.
Ein zweiter Vorteil der Halbleiteranordnung nach der Erfindung besteht in der geringen Rückwirkung
der Stromänderungen im Kollektorkreis auf den Strom des Emitterkreises. Diese Rückwirkung
ist beim bekannten Transistor verhältnismäßig stark und von einer das Selbstschwingen
positiv verstärkenden Natur. Tritt unabsichtlich Selbstschwingen ein, so ist dies meist unmittelbar
so stark, daß der Transistor dadurch zerstört wird, was bei einer Entladungsröhre nur selten der Fall
ist.
Die Rückwirkung bei einer Halbleiteranordnung nach der Erfindung ist aber besonders gering und
außerdem negativ, so daß Selbstschwingen praktisch nicht auftreten kann, wenigstens solange nicht
auf andere Weise eine positive Rückkopplung eingeführt wird. Tritt hier Selbstschwingen ein, so
kann die Erscheinung leicht gesteuert werden.
Es ist zu bemerken, daß auf demselben halbleitenden Körper noch mehr Elektroden in einem so
geringen gegenseitigen Abstand, daß sie einander im Halbleiter beeinflussen, angebracht werden
können. Wenn weiter gesagt wurde, daß die Elektroden auf den Halbleiter aufgedrückt sind,
braucht dies nicht wörtlich gemeint zu sein. Meistens werden allerdings die Elektroden nachgiebig
angedrückt, aber die Anwendung eines Druckes ist nicht wesentlich, und die Elektroden können auch
auf andere Weise in Berührung gebracht worden
Claims (2)
- PATENTANSPRÜCHE;i. Halbleiteranordnung unter Verwendung eines Halbleiterkörpers, auf dem mindestens zwei gleichrichtende Elektroden und eine weitere Elektrode angebracht sind und bei der die gleichrichtenden Elektroden in einem so geringen gegenseitigen Abstand aufliegen, daß sieeinander im Halbleiterkörper beeinflussen, dadurch gekennzeichnet, daß eine der auf den Halbleiterkörper aufgedrückten gleichrichtenden Elektroden auf einem η-leitenden Bereich des Halbleiterkörpers aufliegt (anodisch durchlässig) und mindestens eine andere gleichrichtende Elektrode auf einem p-leitenden Bereich des Halbleiterkörpers aufliegt (kathodisch durchlässig).
- 2. Einrichtung mit einer Halbleiteranordnung nach Anspruch i, bei der eine der gleichrichtenden Elektroden mit einem Eingangskreis und die andere der gleichrichtenden Elektroden mit einem Ausgangskreis verbunden ist und diese Kreise Vorspannungsquellen enthalten, dadurch gekennzeichnet, daß die gleichrichtenden Elektroden die gleiche Polarität der Vorspannung in bezug auf den Halbleiterkörper haben.In Betracht gezogene Druckschriften:USA.-Patentschriften Nr. 2402662, 2476323;»Elektrotechnische Zeitschrift«, 70. Jahrgang, 1949, Heft 2, S. 66 bis 68;»Frequenz«, Bd. 2, 1948, Nr. 11, S. 309 bis 311;»Electrical Engineering«, März 1949, S. 215 bis 221;»Physical Review«, Bd. 74, 1948, S. 230 bis 232, und Bd. 75, 1949, S. 1208 bis 1225;»RCA Review«, März 1949, S. 16;»Electronics«, August 1949, S. 120, 122;»The Bell System Technical Journal«, TuH 1949,s.370.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen© 909 635/38 10.
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| NL972909X | 1949-09-28 |
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| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE972909C true DE972909C (de) | 1959-11-05 |
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ID=19866292
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Citations (2)
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|---|---|---|---|---|
| US2402662A (en) * | 1941-05-27 | 1946-06-25 | Bell Telephone Labor Inc | Light-sensitive electric device |
| US2476323A (en) * | 1948-05-19 | 1949-07-19 | Bell Telephone Labor Inc | Multielectrode modulator |
-
1950
- 1950-09-24 DE DEN1999A patent/DE972909C/de not_active Expired
Patent Citations (2)
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|---|---|---|---|---|
| US2402662A (en) * | 1941-05-27 | 1946-06-25 | Bell Telephone Labor Inc | Light-sensitive electric device |
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