DE9681C - Pneumatischer Temperaturanzeiger - Google Patents
Pneumatischer TemperaturanzeigerInfo
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Classifications
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- G—PHYSICS
- G01—MEASURING; TESTING
- G01K—MEASURING TEMPERATURE; MEASURING QUANTITY OF HEAT; THERMALLY-SENSITIVE ELEMENTS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
- G01K5/00—Measuring temperature based on the expansion or contraction of a material
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Description
1879.
Klasse 42.
FRIEDRICH WISKE in IMMENDORF bei WOLFENBÜTTEL. Pneumatischer Temperaturanzeiger.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 22. October 1879 ab.
Dies Instrument beruht auf dem Princip der Aneroidbarometer, insofern ein dem Wechsel
unterliegender Luftdruck gegen einen durch federnde Wandung abgeschlossenen luftleeren
Raum in correspondirenden Formveränderungen durch Uebertragung auf einen Scalenzeiger sich
kundgiebt. Der Luftdruck wird hier durch einen Raumtheil eingeschlossener Luft bewirkt und
erfährt seine Veränderungen durch die wechselnde Temperatur, zu welcher derselbe im geraden
Verhältnifs steht. An der Scala werden die Temperaturgrade direct abgelesen. Auch bei
diesem Temperaturanzeiger kann nur eine dem Drucke gegenüberstehende Luftleere vor schädlicher
Mitwirkung an den genannten Formveränderungen schützen und bildet dieselbe daher
die Grundlage der richtigen Functionirung. Jene Schädlichkeit würde sich bei der folgenden
Einrichtung noch vervielfachen.
Es ist nämlich durchaus zweckmäfsig, dafs der eingeschlossene Raumtheil Luft im verdünnten
Zustande sich befindet, damit bei hohen Temperaturen, welche die Widerstandsfähigkeit
des Behälters schwächen, auch der einseitige Ueberdruck auf die Wandung abnimmt, und
zwar bis zum endlichen Verschwinden. Bei unverdünnter Luft würde das Verhältnifs umgekehrt
sein. Für alle Fälle gestattet aufserdem die verdünnte Luft empfindlichere Federn und
hat geringere Spannung derselben zur Folge, wodurch Empfindlichkeit und Dauerhaftigkeit
des Instrumentes um so viel mehr gesichert sind.
Um eine Verminderung der eingeschlossenen Luft durch Oxydation zu vermeiden, ist dieselbe
sauerstofffrei.
Rechnet man auf die absolute Dauerhaftigkeit eines luftdichten Verschlusses zwischen Glas
und Metall, so läfst sich schon die Construction des bekannten Federmanometers zur Hef stellung
des pneumatischen Temperaturanzeigers verwenden. Es bedarf nur einer Luftleermachung des
den Zeiger und seinen Bewegungsmechanismus einschliefsenden Gehäuses, das mit einem starken
Glasdeckel hermetisch verschlossen sein mufs; ferner der Anbringung eines in einen
weitern Luftsack endigenden sehr engen Rohres an Stelle des Manometerrohres, welches die
verdünnte Luft einschliefst. Der Glasdeckelverschlufs wird durch Verschraubung mit geeignetem
Kitt, und die metallischen Dichtungen werden durch Verlöthen bewirkt. Die Druckscala
wird durch die Temperaturscala ersetzt, die aufsen am Glasdeckel angebracht werden kann,
um sie der Berichtigung zugänglich zu machen. Der Zeiger würde dicht hinter der Glasplatte
sich bewegen.
Als eine bessere Einrichtung erscheint die in beiliegender Zeichnung dargestellte, bei welcher
der Mechanismus zugänglich und die hermetischen Verschlüsse überall durch metallische
Löthungen bewirkt sind, so weit nicht für sehr hohe Temperaturen der Luftsack aus Porcellan
mit einem Röhrenstück, das mit dem Eisenrohr luftdicht verbunden ist, besteht. Anstatt
nur einer Feder sind hier zwei gleiche, entsprechend schwächere Federn in Verbindung
angewendet, welche beide wohl dem äufseren Luftdruck einseitig unterstellt bleiben, indessen
derartig, dafs zwischen beiden Federn eine gerade Gegenwirkung des Atmosphärendruckes
und folglich die gegenseitige Paralysirung stattfindet.
Fig. ι zeigt die Einrichtung des Instrumentes mit Gegenplattenfedern. Dieselben sind durch
die Armstange c. fest an ihren Mittelpunkten verbunden. Die eine deckt die· Mündung des
Luftrohres b und ist am äufseren Rande der an demselben befindlichen runden Bordscheibe
mit dieser dicht verlöthet. Die andere Feder bildet den unteren Abschlufs der luftleeren
Büchse a. Der obere Boden dieser Büchse, sowie die Bordscheibe des Luftrohres, werden
von dem Rahmen f g h i festgehalten. Die von den Temperaturgraden abhängigen Druckveränderungen
der verdünnten Luft innerhalb des Luftsackes c und des Rohres b bewirken ein
Heben und Senken der Federn mit ihrer verbindenden Armstange, wodurch der Hebel d
und somit der Zeiger die Bewegung erhält, für welche die Scala der Temperaturgrade eingerichtet
ist.
Fig. 2 zeigt die Anwendung von zwei gleichen Krummröhren-Federn (Bourdon- Federn),
welche, unter demselben äufseren Luftdrucke, an ihren Enden bei q mit Stahlschneide und
Pfanne in einander greifen und sich gegen einander spannen, nachdem die eine Feder η luftleer
ist, und die zweite m, welche mit dem Rohre r und dessen Luftsack s communicirt,
die verdünnte Luft enthält. Sobald die Feder m
unter Abnahme der Differenz zwischen dem inneren und äufseren Drucke, infolge Erwärmung
'des Luftsackes, eine Abnahme ihrer Spannung erfährt, weicht der Punkt q, von der in relativ
unveränderter Spannung verbliebenen Feder η gedrängt, nach links zurück und überträgt seine
Bewegung in Kreisform auf den Zeiger. Diese Gegen-Bourdon-Federn können auch, verbunden
gedacht, in Form einer Schraubenspirale mit zwei Gängen construirt sein. Auch wird
die Stahlschneide zu entbehren sein und eine starre, federnde Verbindung genügen. Die
Scala für die Temperaturgrade läfst sich mit Hülfe der Luftpumpe nach Mafsgabe von deren
Barometerstand feststellen. Soll z. B. die Maximaltemperatur 12 oo ° C. sein, so ist zweckmäfsig,
den Druck der eingeschlossenen Luft auf o,i9 Atmosphären bei o° zu setzen. Hiernach
ergiebt sich:
Druck in Atmosph. 0,19 0,38 0,57 0,76 0,95 1
Temperat. nachC. ο 273 546 819 1092 11640. Wegen der kleinen Differenz, welche durch die geringe Volumenausdehnung, sowie dadurch entsteht, dafs der Inhalt des sehr engen Rohres vom Temperaturwechsel des Luftsackes ausgeschlossen bleibt, kann eine Correctur vorgenommen werden, die durch Coefficienten, Messungen und Berechnungen ihre Mafsgabe findet.
Temperat. nachC. ο 273 546 819 1092 11640. Wegen der kleinen Differenz, welche durch die geringe Volumenausdehnung, sowie dadurch entsteht, dafs der Inhalt des sehr engen Rohres vom Temperaturwechsel des Luftsackes ausgeschlossen bleibt, kann eine Correctur vorgenommen werden, die durch Coefficienten, Messungen und Berechnungen ihre Mafsgabe findet.
Das Instrument kann ebensowohl als empfindliches Thermometer, wie als Pyrometer construirt
werden.
Claims (2)
1. Der beschriebene pneumatische Temperaturanzeiger
mit der Einrichtung, dafs der mit der Temperatur sich verändernde Druck eines eingeschlossenen Raumtheils Luft, insbesondere
auch verdünnter Luft, vermittelst federnder Wandung gegen einen luftleeren Raum wirkt, wodurch erst derselbe absolut
selbstständig den Zeigermechanismus der Temperaturscala bewegt.
2. Das in der Zeichnung und Beschreibung dargelegte System der Gegenfedern.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE9681C true DE9681C (de) |
Family
ID=287022
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT9681D Active DE9681C (de) | Pneumatischer Temperaturanzeiger |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE9681C (de) |
-
0
- DE DENDAT9681D patent/DE9681C/de active Active
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