DE960646C - Verfahren zur Unterdrueckung von aus anderen Kanaelen des gleichen Systems stammenden Stoertoenen bei frequenz- oder phasenmodulierten Mehrkanalsystemen - Google Patents
Verfahren zur Unterdrueckung von aus anderen Kanaelen des gleichen Systems stammenden Stoertoenen bei frequenz- oder phasenmodulierten MehrkanalsystemenInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren, durch das bei frequenz- oder phasenmodulierten
Nachrichtenübertragungssystemen eine Unterdrückung störender Kombinationsfrequenzen oder
S anderer Störfrequenzen erreicht wird. Vor allem in den modulationsfreien Zeitabschnitten einer
über einen FM- oder PM-Kanal laufenden Nachrichtenübertragung
treten Störfrequenzen stark in den Vordergrund. Insbesondere bei Mehrkanalrichtfunkstrecken
treten, da man die Frequenzabstände zwischen den einzelnen Kanälen aus Gründen der unerläßlichen Frequenzökonomie nicht beliebig
groß wählen kann, Kombinationsstörfrequenzen auf. Im letzteren Fall wächst die Anzahl der
Kombinationsfrequenzen selbst und bei äquidistanter Kanalverteilung auch die Anzahl der in
den NF-Übertragungsbereich fallenden Kombiraationsfrequenzen.
Es ist bei frequenzmodulierten Einkanal-Übertragungssystemen
bekannt, die Trägerwelle mit dem auszusendenden Signal und außerdem mit einem außerhalb des Frequenzbandes dieses Signals
liegenden Hilfssignal zu modulieren. Hierdurch lassen sich die bei der Signalübertragung von
einem Sender zu einem fernen Empfänger im eigenen Frequenzkanal auftretenden Störungen
unterdrücken, wodurch der Klirrgrad der übertragenen Nachricht herabgesetzt wird. Dies kommt
dadurch zustande, daß durch die Modulation mit dem Hilfssignal Frequenzkomponenten entstehen,
die gleichsam als Einzelsender mit gleicher Nutzmodulation arbeiten.
Erfindungsgemäß läßt sich durch eine ähnliche zusätzliche Modulation der Einzelkanal-Oszillatoren,
deren Nutzmodulationen einem allen gemeinsamen Träger, der zur Aussenidung des Nachrichtenbündels
an die ferne Station dient, aufmoduliert werden, das Auftreten von Fremdstörungen, d. h.
Störungen durch andere Kanäle des gleichen Systems, die durch Nichtlinearitäten im Übertragungsweg
(Kreuzmodulation) verursacht werden, ίο unterdrücken, und zwar durch Herabsetzung der
Amplitude der von anderen Kanälen des Bündels erzeugten Störtöne.
Um das Wesen der Erfindung und der ihr gemäßen Prinzipanordnung klarzustellen, sei an
einem speziellen Beispiel die Entstehung von Störkombinationsfrequenzen näher erläutert:
In Abb. ι ist das Blockschaltbild einer Mehrkanal-Richtfunkverbindung
mit äquidistanten, frequenzmodulierten Einzelkanälen K1, K2, K3 — Kn
unter Weglassung der Stromversorgung und anderer für den Gegenstand der Erfindung unwesentlicher
Einzelheiten dargestellt. Der zu übertragende Nachrichteninhalt wird mit Hilfe der einzelnen
Modulatoren M1, M2, M3 ... Mn den selbsterregten
Einzeloszillatoreh O1, O2, O3 ... On als
Frequenzmodulation aufgedrückt(EFM-Verfahren), so daß η Frequenzbänder mit Mittenfrequenzen
fv fz> fs ■ ■ ■ fn entstehen und zu übertragen sind.
Bei der anschließenden gemeinsamen Verstärkung der η Frequenzbänder in der Trennverstärkerstufe
T treten in der Taylor-Reihen-Darstellung für den Anodenwechselstrom wegen der Nichtlinearität
der Kennlinie außer den Harmonischen fm % fm 3/« · ■ ■vfn ^n& große Anzahl von Kotnbinationsfrequenzen
der Form Pf1 + qf2 + rf3 ...
+ zfn mit ganzzahligen, positiven oder negativen
p, q, r.. .2 auf. Bei zeitlich konstanter Mittenfrequenz
der einzelnen Kanal-Oszillatoren O1... On
werden die in den Bereich der NF-Bandbreite fallenden
Kombinationsfrequenzen als Störtöne hörbar; dies tritt um so stärker in Erscheinung, je
schwächer der betreffende Kanal mit Modulation belegt ist. Besonders stark treten die Kombinationsfrequenzen
dritter Ordnung hervor, also 2/1—f2, fi+f2 —fs und entsprechende.
In Abb. 2 ist der Durchlaßbereich eines FM-Kanals
mit Nutz-Mittenfrequenz /„ über der Frequenzachse
dargestellt; hierbei ist ein einziger in den Durchlaßbereich fallender Störton f stör amplitudenmäßig
dargestellt.
Das Verfahren nach der Erfindung besteht nun darin, einen der für fstär verantwortlichen FM-Kanalsender
mit einer über dem Hörbereich bzw. außerhalb des NF-Durchlaßbereiches des Empfängers
(Bandpaßfilter, Tiefpaßfilter) liegenden Modulationsfrequenz zusätzlich zur Nutzmodulation
in der Frequenz zu modulieren. In der Praxis wird eine Hilfsmodulation mit 4 ... 10 kHz
geeignet sein. Bis zu einem Modulationsindex von 2,5 wird die Störamplitude um so stärker unterdrückt,
je höher der Frequenzhub der Hilfsmodulation gemacht wird. Die Erklärung des Störunterdrückungsverfahrens
nach der Erfindung ist folgende: Das Spektrum einer sinusförmig frequenzmodulierten
Schwingung besteht bekanntlich aus einer theoretisch unendlichen Anzahl von Seitenfrequenzen, die in Abständen gleich der
Modulationsfrequenz zu beiden Seiten der Mittenfrequenz auftreten; ihre Amplituden sind durch
die Besselfunktionen der Ordnung 1, 2, 3 ... gegeben, jeweils paarweise für das Seitenfrequenzenpaar
1, 2, 3 ... von der Mittenfrequenz aus laufend. Das Verfahren nach der Erfindung besteht
nun darin, den Energieinhalt des Störers zum größten Teil auf die Seitenbandfrequenzen außerhalb
des Hörbereiches, d. h. in der Praxis außerhalb des Durchlaßbereiches des NF-Filters zu
verlegen. Dies ist in Abb. 3 veranschaulicht. Es ist bekannt, daß bei FM im Gegensatz zur Amplitudenmodulation
(AM) die vom Sender abgestrahlte Hochfrequenzenerfgie unabhängig von der
Modulation und somit zeitlich konstant ist, solange der Sender hochfrequenzmäßig unter konstanten
Bedingungen arbeitet. Demgemäß bewirkt jede Modulation, insbesondere aber auch jede zusatzliehe
Modulation, eine Verteilung der verfügbaren Gesamtenergie auf einen breiteren Frequenizbereich.
Da alle von der Hilfsmodulation erzeugten Seitenbandfrequenzen außerhalb des NF-Durchlaßbereiches
liegen, verbleibt für den störender Träger ein kleinerer Energieanteil.
Die praktische Verwendbarkeit des Verfahrens nach der Erfindung wird dadurch besonders begünstigt,
daß Nutzhub und Hilfshub sich nur geometrisch addieren; der .Gesamthub muß daher nur
wenig vergrößert werden. Bei einem Nutzhub von z. B. 60 kHz und einem Hilfshub von 10 kHz beträgt
der Gesamthub nur 60,8 kHz an Stelle von 60 kHz.
Claims (2)
1. Verfahren zur Unterdrückung von aus anderen Kanälen des gleichen Systems stammenden
Störtönen bei frequenz- oder phasenmodulierten Mehrkanalsystemen, dadurch gekennzeichnet,
daß die störenden Einzelkanal-Oszil- *
latoren, deren Nutzmodulationen einem gemeinsamen Träger, der zur Übertragung des
Nachrichtenbündels zur fernen Station dient, aufmoduliert werden, mit einer über dem Hörbereich
bzw. außerhalb des NF-Durchlaßbereiches des Empfängers liegenden Modulationsfrequenz,
gegebenenfalls zusätzlich zur Nutzmodulation, in der Frequenz moduliert "5
werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Gesamthub nur wenig
vergrößert wird.
iao
In Betracht gezogene Druckschriften: Schweizerische Patentschrift Nr. 258 994.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
© 6» 620/305 9.55 (609 845 3.57)
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1955P0013894 DE960646C (de) | 1955-04-01 | 1955-04-01 | Verfahren zur Unterdrueckung von aus anderen Kanaelen des gleichen Systems stammenden Stoertoenen bei frequenz- oder phasenmodulierten Mehrkanalsystemen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1955P0013894 DE960646C (de) | 1955-04-01 | 1955-04-01 | Verfahren zur Unterdrueckung von aus anderen Kanaelen des gleichen Systems stammenden Stoertoenen bei frequenz- oder phasenmodulierten Mehrkanalsystemen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE960646C true DE960646C (de) | 1957-03-28 |
Family
ID=582523
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1955P0013894 Expired DE960646C (de) | 1955-04-01 | 1955-04-01 | Verfahren zur Unterdrueckung von aus anderen Kanaelen des gleichen Systems stammenden Stoertoenen bei frequenz- oder phasenmodulierten Mehrkanalsystemen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE960646C (de) |
Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| CH258994A (de) * | 1941-10-06 | 1948-12-31 | Rca Corp | Verfahren zur Übertragung von Signalen durch Frequenzmodulation. |
-
1955
- 1955-04-01 DE DE1955P0013894 patent/DE960646C/de not_active Expired
Patent Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| CH258994A (de) * | 1941-10-06 | 1948-12-31 | Rca Corp | Verfahren zur Übertragung von Signalen durch Frequenzmodulation. |
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