DE95792C - - Google Patents
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Classifications
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- F—MECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
- F42—AMMUNITION; BLASTING
- F42B—EXPLOSIVE CHARGES, e.g. FOR BLASTING, FIREWORKS, AMMUNITION
- F42B5/00—Cartridge ammunition, e.g. separately-loaded propellant charges
- F42B5/02—Cartridges, i.e. cases with charge and missile
- F42B5/16—Cartridges, i.e. cases with charge and missile characterised by composition or physical dimensions or form of propellant charge, with or without projectile, or powder
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Durchbohrtes Pulverkorn.
Die vorliegende Erfindung betrifft ein verbessertes, mehrfach durchlöchertes Pulverkorn,
welches äufserst wirksam ist und namentlich Anwendung für die Colloidpulver finden soll,
die meistens als rauchschwache oder rauchlose Pulver bekannt sind.
Das Pulverkorn stellt sich als der Länge nach mehrfach durchlöcherter Stab von zweckmäfsigem
(z. B. kreisförmigem, sechseckigem oder polygonalem) Querschnitt dar; die Durchlöcherungen
sind in ihref Lage und Gestalt derart gewählt, dafs von ihnen aus das Pulver
mit stetig sich vergröfsernder Oberfläche abbrennt und dafs diese brennenden Flächen zuletzt
gleichzeitig auf einander treffen, wenn das ganze Korn verzehrt ist. Es bleiben keine
Theile übrig, bei denen eine Verbrennung bei sich vermindernder Oberfläche stattfinden könnte.
Diese Stäbe werden in Stücke von passender Gröfse zerschnitten.
Die Zeichnungen stellen praktische Ausführungen der Erfindung dar, und zwar sind:
Fig. i, 2, 3 und 4 Vorderansichten verschiedener Ausführungen dieses Pulverkornes;
Fig. 5 ist eine Seitenansicht des in Fig. 1 dargestellten Kornes;
Fig. 6 ist eine Abänderung des in Fig. 1 gezeigten und mit einem äufseren Ueberzug
versehenen Kornes;
Fig. 7 zeigt ein mehrfach durchlöchertes Pulverkorn von der Gestalt, wie man sie bisher
gebraucht hat. Die beim Abbrennen sich bildenden dreieckigen, concaven, von Kreisbögen
begrenzten Stäbchen sind es, die beim weiteren Verlauf der Verbrennung eine stetig
abnehmende Gasmenge entwickeln.
Das brauchbarste aller Artilleriep.ulver aus der Klasse der rauchlosen Pulver besteht fast
gänzlich aus colloidirter Schiefsbaumwolle, die in mehrfach durchlöcherte Cylinder geformt
ist. Der Erfolg dieses Pulvers, das nur von der Oberfläche abbrennt, beruht auf seiner
stetig fortschreitenden Verbrennung. Da bis zu einer gewissen Grenze die abbrennende
Oberfläche stetig wächst, so mufs sich der Gasdruck im Geschützlauf besser aufrecht erhalten
lassen, als mit den alten Pulvern. Die Durchbohrungen in den Pulvern dieser Art sind bisher, wie in Fig. 7 dargestellt ist, kreisförmig
gewesen und die Grenze der Verbrennung bei wachsender Oberfläche ist erreicht, wenn die Peripherien der ausgebrannten
Löcher sich berühren. In diesem Augenblick bestehen in den Zwischenräumen dreieckige,
concave Stäbchen c1 (durch die schattirten Stellen angedeutet), von Kreisbögen begrenzt,
die mit den ursprünglichen Durchbohrungen c concentrisch sind. Von nun an brennen diese
Stäbchen bei abnehmender Oberfläche, bis sie verzehrt sind. Dieser Mifsstand hat sich beim
Feuern dieser mehrfach durchbohrten Pulverkörner bemerkbar gemächt. Soweit hat fest-
gestellt werden können, ist aber bis jetzt kein Mittel bekannt geworden, ihn zu heben. .
Die neue Gestaltung der Körner beseitigt diesen dem mehrfach durchbohrten Pulver anhaftenden
Uebelstand vollständig, .und es wird eine für jeden kleinsten Zeitraum fortwährend
wachsende Gasmenge bis zum letzten Augenblick erzeugt. Die überaus wichtige Eigenschaft
dieser Colloidpulver, nur von der Oberfläche aus zu verbrennen, auf die schon hingewiesen
worden ist, gestattet es, dieses Ziel zu erreichen.
Eins der besten Kornmodelle ist in Fig. ι und 5 dargestellt und besteht aus einem cylindrischen
Stück A, das der Länge nach mit der Achse parallelen Durchbohrungen versehen
ist. Die Gestalt und Lage dieser Löcher ergiebt sich aus einer Berechnung, die sich'auf
die Dicke der Pulverwand zwischen den einzelnen Durchbohrungen und den Durchbohrungen
und dem äufseren Mantel gründet. Diese Dicke hängt von der Zusammensetzung des Pulvers, dem Kaliber und der Länge des
Geschützes, sowie den Ladebedingungen ab. Ist sie für ein bestimmtes Geschütz und ein
bestimmtes Pulver durch den Versuch bestimmt, so läfst sich daraus die Dicke für andere
Verhältnisse ableiten. Nimmt man ein cylindrisches Korn an, wie in Fig. ι, und setzt
man die Dicke der Pulverwand zu 2 an, so schlägt man zunächst einen Kreis α vom Durchmesser
i. Um denselben Mittelpunkt schlägt man einen Kreis vom Radius 21 und erhält so
den äufseren Umrifs a1. Unter sich gleichbleibenden
Bedingungen werden die brennenden Oberflächen eines ,homogenen Pulverkornes
in Richtungen parallel zu der ursprünglich angegriffenen Fläche verzehrt, und zwar um ein
gleich grofses. Mafs. Wenn 1 das Mafs des Abbrennens in einer Richtung nach einem bestimmten
Zeitraum bedeutet (begrenzt durch den Augenblick, in welchem das Geschofs die Mündung des Geschützes verlä'fst), so hat der
ursprüngliche Radius auch um 1 abgenommen und die äufsere Oberfläche hat den punktirten
Kreis α2 erreicht. Zu derselben Zeit ist das
centrale Loch α nach allen Richtungen um, die
Länge 1 ausgebrannt und hat die durch den punktirten Kreis a3 angedeutete Oberfläche erreicht.
Um die Gestalt der übrigen nothwendigen Durchbohrungen α 5 festzulegen, wird
die zwischen den Kreisen α2 α3 verbleibende
Fläche, für den vorliegenden Fall in sechs gleich grofse, durch die Radien a* begrenzte
Theilstücke zerlegt. Die Begrenzungen der anderen Durchbohrungen werden erhalten, indem
man in der' Entfernung i von den Radien ai_ aus Parallele zu derselben legt und
ebenso zwei mit a concentrische Kreislinien im Abstand 1 von den punktirten Kreisen a2
und a3 zieht. Die Schnittpunkte dieser vier Linien bestimmen in jedem der sechs Sectoren
die Figuren ab von segmentähnlicher Gestalt. Die Umgrenzungen und die Anordnung dieser
Durchbohrungen a5 sind derart, dafs, während
das mittlere Loch α nach aufsen gegen den Kreis a3 hin ausbrennt und der Aufsenmantel
nach innen gegen den Kreis a2 abbrennt, jedes einzelne dieser Löcher α5 durch Ausbrennen
allmälig sich vergröfsert und seine äufsere Wandung sich nach a2 zu, die innere
nach a3 zu verschiebt, während die Seitenwände'
in entgegengesetzten Richtungen den Radien α4 sich entgegenbewegen. Wenn die
Verbrennung weit genug fortgeschritten ist, sind die punktirten Kreislinien und die Radien
in gleicher Zeit erreicht und das Korn ist vollständig aufgezehrt. Während des Abbrennens
nehmen die Durchbohrungen allmälig und. fortschreitend an Gröfse zu, bis im Augenblick
der vollständigen Verzehrung alle die ausgebrannten Flächen einander berühren.
Es liegt auf der Hand, dafs, wenn man die Aufsenfläche a1 des Korns mit einem schützenden,
schwer brennbaren Ueberzug b versieht, wie es in Fig. 6 dargestellt ist, die Aufsenfläche
dieses so gegen äufseres Abbrennen geschützten Pulverkörpers durch den punktirten Kreis a2
von Fig. ι bestimmt ist. Wenn die Löcher so weit ausgebrannt sind, dafs die Wände auf
einander stofsen, ist auch die Masse bis auf die Hülle b herabgebrannt.
Bei der Anwendung eines prismatischen Kornes von hexagonalem Querschnitt (Fig. 2)
walten dieselben Bedingungen ob. Wie die Figur zeigt, können die Durchbohrungen a%
kleiner gestaltet werden, als die in Fig. 1 angezeigten.
Fig. 3 zeigt ein »abgeändertes und gröfseres Korn. Die Zahl der Durchbohrungen ist vergröfsert;
dieselben sind in zwei concentrisehen Reihen angeordnet, und zwar in der äufseren
Reihe doppelt so viel als in der inneren. Hierdurch wird ein noch verstärktes fortschreitendes
Anwachsen der brennenden Oberfläche erreicht; eine gleiche Anzahl in den beiden Reihen würde keine bessere Wirkung erzielen,
wie sich durch Rechnung ergiebt. Durch wiederholte Anwendung dieses Princips lassen
sich noch gröfsere Pulvermassen aufbauen, die zweckmäfsig zum Werfen von Lufttorpedos
dienen.
Der in Fig. 4 dargestellte Querschnitt eines Pulverkornes ist viereckig mit viereckigen
Durchbohrungen derart angeordnet, dafs eine wachsende Brennfläche bis zum vollständigen
Abbrennen des Kornes vorhanden ist. Die gezeigten Beispiele können vielfach versetzt
und abgeändert werden.
Die besprochenen Pulvermassen werden mittelst einer bekannten Presse hergestellt. Während
die Pulvermischung in einem formbaren Zustande ist, wird sie durch die Form geprefst und tritt daraus in Gestalt mehr oder
weniger langer oder längs durchbohrter Stränge hervor, die in Körner von passender Gröfse
zerschnitten werden können.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Ein durchbohrtes Pulverkorn, dessen Durchbohrungen von Oberflächen begrenzt werden, welche den Oberflächen der benachbarten Durchbohrungen bezw. der äufseren Oberfläche des Kornes parallel und in solchem Abstande von denselben angeordnet sind, dafs alle Zwischenwände gleich stark sind.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE95792C true DE95792C (de) |
Family
ID=366996
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT95792D Active DE95792C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE95792C (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0822384A3 (de) * | 1996-08-03 | 1998-12-23 | Diehl Stiftung & Co. | Treibladungskorn für eine geschichtete Treibladung |
| WO2011153655A3 (en) * | 2011-09-15 | 2013-03-28 | Nitrochemie Wimmis Ag | Nitroglycerine-free multi-perforated high-performing propellant system |
-
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Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0822384A3 (de) * | 1996-08-03 | 1998-12-23 | Diehl Stiftung & Co. | Treibladungskorn für eine geschichtete Treibladung |
| WO2011153655A3 (en) * | 2011-09-15 | 2013-03-28 | Nitrochemie Wimmis Ag | Nitroglycerine-free multi-perforated high-performing propellant system |
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