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Landwirtschaftliche Faulgas- und Humusgewinnungsanlage Die Gewinnung
von Faulgas für Leucht-, Heiz-und Kraftbedarf aus Stallmist, Fäkalien und Abfällen
von Pflanzen und Tieren in landwirtschaftlichen Betrieben ist bekannt und wird insbesondere
von neuzeitlichen Landwirten nicht zuletzt wegen der damit verbundenen Düngervergütung
planmäßig betrieben. In den hierfür bisher nach bekannten Vorschlägen errichteten
Anlagen werden dabei Stallmist und sonstige organische Abfallstoffe in sogenannten
Faulgruben oder auch in oberirdischen Behältern im wesentlichen anaerob zur Vergasung
gebracht. Das anfallende, unter Eigenauftrieb aufsteigende Gas sammelt sich hierbei
unter einem mit dem Faulgasentwickler wie bei einem Gasometer nachgiebig und höhenverschiebbar
verbundenen Haube oder einem starr mit seiner Decke verbundenen Dom, von wo es entweder
direkt oder über einen zwischengeschalteten Gasometer dem Verbrauch zugeführt wird.
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Diese Art der Faulgasgewinnung wurde bisher entweder mittels großer,
teuerer und verwickelter Anlagen betrieben oder mit Hilfe von kleinen, bis zum Behelfsmäßigen
vereinfachten, nicht selten in Eigenregie erstellten Anlagen durchgeführt.
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Die bekannten großen, nach dem Muster von Koksgasanstalten eingerichteten
Anlagen verlangen nun aber einen hohen Kapitalaufwand für Investierung
und
Unterhaltung. Sie sind daher nur für gut fundierte landwirtschaftliche Großbetriebe
wirtschaftlich tragbar. Andererseits sind die bisher für Mittel- und Kleinbetriebe
erstellten, durchweg primitiven Kleinanlagen im Hinblick auf die örtlichen und personellen
Verhältnisse in der Landwirtschaft nicht mit ausreichenden Sicherheitseinrichtungen
versehen. Alle diese Mängel abzustellen und zugleich eine für die in Frage kommenden
mittleren und kleineren landwirtschaftlichen und sonstigen einschlägigen Betriebe
geeignete, wirtschaftlich tragbare, den jahreszeitlich und konjunkturmäßig bedingten
Schwankungen der Kapazität des Gesamtbetriebes jeweils leicht, schnell und elastisch
anpaßbare und in jeder Hinsicht mit geringem Kraftaufwand und einfach zu bedienende
sowie einwandfrei und sicher arbeitende Anläge bei geringsten Ansprüchen an die
Aufmerksamkeit der Wartung zur Verfügung zu stellen, ist Ziel und Zweck der vorliegenden
Erfindung.
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Sie geht dabei von der bekannten Tatsache aus, daß in solchen Anlagen,
wenn man von dem apparativ schon mehrfach verwirklichten, aber mit einem großen
Aufwand von ständig zu bewegenden und zu wartenden Teilen belasteten Prinzip des
aus einer Beschickungszone über eine Ausfaulungszone in eine Entnahmezone wandernden
Faulgutes absieht, eine einwandfreie und kontinuierliche Gas-und Dungerzeugung nur
bei Verwendung von mindestens zwei Faulgasentwicklern möglich ist, die wie Gasretorten
.im Pendelbetrieb beschickt und ausgegast werden. In Faulgasdentwickleranlagen dieser
bekannten Art wird aber das in den einzelnen Gasentwicklern anfallende Gas bisher
einem gemeinsamen Gasometer zur Speicherung für den Verbrauch zugeleitet.
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Die Erstellung und Wartung von Gasometern ist aber erfahrungsgemäß
kostspielig, schwierig und für den Nichtgasfachmann, den der Landwirt doch in der
Regel darstellt, mit einer Reihe ihm sehr lästiger, aber behördlich vorgeschriebener
Betriebs-und Unterhaltungsanweisungen belastet. Dieser Sorge wird der Besitzer einer
Anlage nach der Erfindung dadurch enthoben, daß in ihr grundsätzlich jede Gasometergassammelhaube,
sei es in Verbindung mit dem Gasentwickler oder getrennt von ihm vermieden wird.
Es kommen in ihr vielmehr nur nach Art von Autoklaven oben und unten mit festen
Böden versehene Behälter für die Gassammlung und Speicherung zur Verwendung. Sie
bieten im Gegensatz zu den am Verwendungsort aus Einzelteilen umständlich zusammenzubauenden
Gasometern den Vorteil, daß sie, serienmäßig hergestellt, auf Abruf nach Bedarf
leicht beschafft, herantransportiert, ein- und ausgebaut und außerdem völlig gasdicht,
in an sich bekannter Weise außen und innen gegen Korrosion und Wärmeverluste leicht
geschützt, oberirdisch auf leichten Betonsockeln montiert werden können. Außer Behältern
des im Behälterbau bevorzugten kreisrunden Querschnitts sind hierfür auch sämtliche
anderen bekannten und gängigen Querschnitte geeignet. Unwesentlich ist auch, ob
die der Gassammlung und -speicherung dienenden, mit Füßen versehenen Behälter für
eine waagerechte oder senkrechte Anordnung ihrer Längsachse in Frage kommen.
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Das große Fassungsvermögen eines Gasometers wird dabei erfindungsgemäß
dadurch erreicht, daß mehrere zu einer Batterie zusammengeschaltete, dem Betriebsdruck
der am angeschlossenen Verteilungsrohrnetz liegenden Gasverbrauchergeräte entsprechend
ausgelegte Gasspeicherbehälter vorgesehen sind, denen das Gas mittels eines schon
für das Laden der Treibgasbomben für ortsbewegliche Verbrennungsmotore erforderlichen
Gaskompressors aus den ihren Faulgasentwicklern jeweils zugeordneten und mit diesen
unter gleichem Betriebsdruck stehenden Gaszwischensammlern zugeführt wird. Damit
diese Gasspeicherung ohne Gefährdung der Sicherheit der Anlage und ohne zusätzliche
Wartung automatisch erfolgen kann, sind außerdem in dem Verbindungsrohrnetz zwischen
Gaszwischensammlern und Gasspeichern zusätzlich zum Gaskompressor entsprechende
Unter-und Überdruckventile in Verbindung mit einem den Kompressor nach Bedarf ein-
und ausschaltenden Druckregler angeordnet. Die bisher nicht bekannte Anordnung besonderer,
den einzelnen Faulgasentwicklern jeweils zugeordneter, von ihnen räumlich getrennter,
aber mit ihnen unter gleichem Betriebsdruck stehender Gaszwischensammlerbehälter
bietet dabei die besonderen Vorteile, daß die Faulgasentwickler selber durch diese
Gaszwischensammler von dem Betrieb der nur nach Bedarf von Fall zu Fall von Hand
einzuschaltenden Treibgaszapfstelle getrennt und unabhängig gemacht werden und außerdem
bei Neubeschickung mit Faulgut zuvor nur eine geringe Faulgasmenge über die Entlüftungsleitung
freigeben müssen.
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In der Hauptsache wird daher für die zur Gattung der mit mindestens
zwei beheizbaren, im Pendelbetrieb auf von ihnen räumlich getrennte Gassammler arbeitenden
Faulgasentwicklern ausgerüsteten landwirtschaftlichen Faulgas- und Humusgewinnungsanlagen
gehörende Anlage die Erfindung darin gesehen, daß die Anlage aus leicht beweglichen
und leicht ein- und ausbaufähigen, oberirdisch anzuordnenden, metallischen, innen
gegen Korrosion geschützten, außen gut wärmeisolierten, oben und unten nach Art
von Autoklaven mit festen Böden versehenen, serienmäßig herstellbaren Behältern
besteht, von denen die entsprechend dem Betriebsdruck der an das Gasverteilungsrohrnetz
angeschlossenen Gasverbrauchergeräte für einen höheren Druck ausgelegten Gasspeicherbehälter
mit besonderen, den Faulgasentwicklern jeweils eigens zugeordneten und mit diesen
jeweils druckgleich verbundenen, aber von ihnen räumlich getrennten Gaszwischensammlern
über ein Rohrsystem verbunden sind, in denen außer entsprechenden Über-und Unterdruckventilen
ein über einen Druckregler gesteuerter, als Saug- und Druckpumpe ausgebildeter Gaskompressor
eingebaut ist. Eine weitere Verbesserung wird erfindungsgemäß dadurch erreicht,
daß die betriebsmäßig an eine
gemeinsame Heizung angeschlossenen,
paarweise, im Pendelbetrieb arbeitenden Faulgasentwickler jeweils aus den kammerartigen
Hälften eines aufrecht stehenden, durch eine senkrechte, wärmeleitfähige, mittlere
Scheidewand unterteilten autoklavartigen Behälters bestehen. Das bietet den Vorteil,
daß die bei der Ausgasung des Faulgutes in der einen Gasentwicklerkammer unterhaltene
Wärme auch schon während der Beschickung der unmittelbar benachbarten Gasentwicklerkammer
dem darin eingebrachten Faulgut sowie den darin von der vorhergehenden Beschickung
verbliebenen restlichen Bakterienkulturen über die gut wärmeleitende Trennwand teilweise,
jedoch in einem dem Impfvorgang förderlichen Ausmaße zugeführt wird. Dies ist besonders
deshalb wichtig, weil die der Beschickung jeweils unterworfene Kammer während dieses
Vorganges von der direkten, sonst über ein Kontaktthermometer und Tempergturregler
angeschlossenen Heizung abgeschaltet ist. Aber auch die jeweils aus der unter der
Gasentwicklerdecke liegenden Gassammlerzone über einen Gasreiniger zum Gaszwischensammler
führende Rohrleitung muß, damit das Entstehen von Gasverlusten und von explosiblen
Gasluftgemischen beim Öffnen der Gasentwicklerkammer vermieden wird, spätestens
bei der Entriegelung des Kammerbeschikkungsverschlusses gesperrt werden. Ebenso
muß das in der Gassammelzone der betreffenden Gasentwicklerkammer noch vorhandene
restliche Faulgas vorher über eine Sonderrohrleitung ins Freie geführt werden. Damit
diese beiden für die Sicherheit der Anlage und ihres Wärters wichtigen Schutzmaßnahmen
nicht etwa aus Leichtsinn oder Vergeßlichkeit unterbleiben, sind erfindungsgemäß
die Beschickungs- und Faulgutentnahmeöffnungen der spiegelbildlich gleichen kammerartigen
Faulgasentwiekler jeweils mit entsprechenden doppelt' verriegelbaren Verschlüssen
versehen. Von diesen ist nach der Erfindung jeweils die Hauptverriegelung über ein
Hebelgestänge mit den zugehörigen Absperrventilen der Gaszwischensammlerzuleitung
und der Heizmittelzuleitung derart gekuppelt, daß diese beiden Rohrleitungen bei
der Entriegelung des Beschickungsverschlusses zwangläufig von der zugehörigen Gasentwicklerkammer
abgeschaltet und umgekehrt bei der Verriegelung des Beschickungsverschlusses mit
der Kammer verbunden werden. Dagegen ist erfindungsgemäß jeweils eine Zweitverriegelung
des gleichen Beschickungsverschlusses beispielsweise nach Art eines Vorreiters so
ausgebildet, daß sie bei Freigabe des Beschickungsverschlusses gleichzeitig die
Entlüftungsleitung des Faulgasentwicklers öffnet und in der Wechselstellung gleichzeitig
mit dem Verriegeln des Beschickungsverschusses die Entlüftungsleitung schließt.
Wenngleich nun das Faulgut vor dem Einfüllen in bekannter Weise durch Zerkleinern
und Vermischen mit Flüssigkeit vorbereitet ist, so daß Entleeren und Wiederbeschicken
der Faulgasentwicklerkammern nicht nur von Hand, sondern auch durch über Automaten
einschaltbare mechanische Vorrichtungen erfolgen kann, muß in jedem Falle mit der
Bildung einer Schwimmschicht an der Oberfläche der Füllung während des Ausfaulens
gerechnet werden. Wird dieser Vorgang nicht rechtzeitig unterbrochen oder mindestens
gehemmt, was in bekannter Weise auch im vorliegenden Fall durch ein Rührwerk geschieht,
so wird schließlich die Gassammlung unmittelbar unterhalb der Decke der Gasentwicklerkammer
völlig unterbunden. Es ist nun zwar schon bekannt, ein solches Rührwerk dauernd
oder auch, wie hier, periodisch in Betrieb zu setzen. Letzteres geschieht bei den
bisher bekannten Anlagen aber jeweils nach Gutdünken des Wärters oder mittels eines
einstellbaren Zeitschalters. In dem Bestreben, nicht nur eine billig zu erstellende
und durch weitgehende Automatisierung sowie Einbau entsprechender Sicherungen mit
geringstem Aufwand von Wartung einwandfrei und in jedem Fall wirtschaftlich zu betreibende
Anlage zu schaffen, wird nach der Erfindung das Ein- und Ausschalten der die Schwimmschicht
aufreißenden Rührvorrichtung von den während des Ausfaulungsprozesses durch die
Schwimmschicht bedingten Gasdruckschwankungen in der Gassammelzone der einzelnen
Gasentwicklerkammer abhängig gemacht. Das Wachstum der Schwimmschicht und die Zunahme
ihrer das Aufsteigen der entwickelten Gasperlen in die Gassammelzone hemmenden Dichte
ist nämlich besonders in einem mittleren und kleinen landwirtschaftlichen Betrieb
zeitlich stark schwankend und abhängig beispielsweise von der durch die Art des
Viehfutters oder der Stallstreu oder den Anteil an anfallenden pflanzlichen Abfällen
bedingten Zusammensetzung des Faulgutes. Erfindungsgemäß steht daher jede Gasentwicklungskammer
im Bereiche ihrer Gassammelzone durch eine Rohrleitung mit einem Kontaktmanometer
in Verbindung, dessen Kontakte jeweils auf einen bestimmten Minimal- und bestimmten
Maximaldruck eingestellt, beim Erreichen des minimalen Gasdruckes . unter gleichzeitigem
Einschalten einer Signallampe oder sonstiger Signaleinrichtungen automatisch den
Arbeitsstromkreis des Antriebsmotors der die Schwimmschicht aufreißenden Rührvorrichtung
schließen und bei Erreichen des vor= gesehenen Normalgasdruckes wieder automatisch
trennen und die Signalvorrichtung ausschalten. Die Signalvorrichtung gibt andererseits
je nachdem, ob sie nach relativ kurzer Zeit wieder automatisch abgeschaltet wird
oder nicht, die Möglichkeit, rechtzeitig zu erkennen, wann die Vergärung und 'Ausgasung
der Fäulgutcharge der eingeschalteten Gasentwicklerkammer bis zu einer wirtschaftlich
nicht mehr vertretbaren Ausbeute abgesunken ist. Damit ist die Gewähr gegeben, daß
die inzwischen mit frischem Faulgut beschickte Nachbarkammer unter Vermeidung einer
"Unterbrechung der Gaserzeugung schnell eingeschaltet werden kann, bevor die Gaserzeugung
in der ersten Kammer aussetzt, und daß andererseits die erste Kammer baldigst bis
auf .einen Impfrest entleert und mit dem ohne Unterbrechung weiter anfallenden frischen
Faulgut wieder fortlaufend aufgefüllt wird.
Der Fortfall der sonst
in landwirtschaftlichen Gaserzeugungsanlagen vielfach verwendeten Gasometer für
die Gasspeicherung und deren Ersatz durch oben und unten mit festen Böden versehene,
nach Bedarf zu Batterien zusammengefaßte Druckbehälter, die für einen dem Arbeitsgasdruck
der am Gasverteilungsnetz angeschlossenen Gasverbrauchergeräte entsprechenden Druck
ausgelegt sind, macht den Einbau eines als Saug- und Druckpumpe ausgebildeten Gaskompressors
in- das die Gaszwischensammler mit den Gasspeicherbehältern verbindende Rohrleitungssystem
erforderlich. Dieser muß, damit die Wartung der Anlage entlastet und Gasdruckschwankungen
im Verbrauchernetz weitgehend vermieden werden, sobald der Gasspeicherdruck unter
einen bestimmten Mindestwert abgesunken ist, automatisch eingeschaltet und nach
Erreichung eines maximalen Gasspeicherdruckes abgeschaltet werden. Aber auch für
das Auffüllen der Treibgasbomben für den Bedarf der in einem neuzeitlichen landwirtschaftlichen
Betrieb verwendeten, mit Explosionsmotoren ausgerüsteten Zug-und Arbeitsmaschinen
ist ein Gaskompressor erforderlich. Im vorliegenden Falle wird nun erfindungsgemäß
ein einziger Gaskompressor für diese beiden Funktionen verwendet. Das geschieht
vermöge einer solchen Anordnung des einzigen vorhandenen, über ein an die Gasspeicher
angeschlossenes Maximum-Minimum-Kontaktmanometer in Verbindung mit einem Schaltautomaten
gesteuerten, als Gassaug- und Druckpumpe ausgebildeten Gaskompressors im verbindenden
Rohrletungssystem zwischen Gaszwischensammlern und Gasspeicherbehältern und eine
solche Ausstattung der vom Gaskompressor abgehenden Rohrleitungen mit entsprechenden
Sperr- und Umschaltventilen, daß der Gaskompressor nach Bedarf von der Zuleitung
zu den Gasspeicherbehältern getrennt und auf die von dem Rohrleitungssystem abgezweigte
Zapfstelle für die Auffüllung der Treibgasbomben umgeschaltet werden kann.
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Die Sicherheitseinrichtungen der Anlage wären jedoch nicht ausreichend,
wenn die jeweils zu einer Druckstufe gehörigen Behälter der Anlage nicht durch Rohrleitungen
mit je einem gemeinsamen Wasserstandsanzeiger verbunden wären, wenn nicht ferner
die Gasspeicherbehälter über Sicherheitsventile an eine ins Freie mündende Gasüberdruckableitung
angeschlossen und nicht sämtliche gasführenden Behälter der Anlage mit Blitzschutzableitern
ausgestattet wären.
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Ein Ausführungsbeispiel der Anlage gemäß der Erfindung ist in den
Abb. I bis 5 der nach Art von Prinzipskizzen gehaltenen Zeichnung dargestellt.
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Abb. I zeigt die Anlage schematisch in Ansicht, Abb. 2 im Grundriß;
Abb. 3 gibt ein aus Abb. I herausgezeichnetes Schema des den Gaskompressor und die
Treibgaszapfstelle enthaltenden Rohrleitungsnetzes, Abb. 4 ein gleichartiges Schema
der für die Gaslieferung aus den Gasspeichern abzweigenden Rohrleitung mit den darin
eingebauten Ventilen und Sonderarmaturen wieder, während Abb. 5 die Ausrüstung der
zu einer Behältereinheit zusammengefaßten beiden Faulgasentwickler schematisch erläutert.
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Die in den Abb. I und 2 zu einer Behältereinheit E zusammengefaßten
beiden Faulgasentwickler erscheinen in Abb. 5 als die durch die vertikale, wärmeleitende
Trennwand E1 benachbarten, spiegelbildlich gleichen, kammerartigen Hälften E2 und
E3 eines serienmäßig leicht herstellbaren, zylindrischen, oben und unten durch nach
außen gewölbte Böden abgeschlossenen, aus Stahl, Eisen oder korrosionsfesten bzw.
-freien Metallen oder auch aus einem Spezialbeton gefertigten, außen mit einem wärmeisolierenden
Mantel ringsum eingeschlossenen, oberirdisch mit Füßen auf einem Mauer- oder Betonsockel
abgestützten Behälter E. Dieser Behälter E kann natürlich ebenso wie die im Ausführungsbeispiel
gleichfalls- als zylindrische Metallbehälter gleicher Grundform, aber verschiedener
Druckfestigkeit und verschiedener Größe wiedergegebenen Gaszwischenbehälter S und
Gasspeicherbehälter D in den verschiedensten, auch unrunden Grundformen und Größen
gefertigt sein. Bei normalem Betrieb werden die beiden Faulgasentwickler E2 und
E3 derart im Wechsel für die Gaserzeugung benutzt, daß der eine Faulgasentwickler,
z. B. E2, bis zur praktischen Ausgärung seiner im Wege der durch den gasdicht angepreiten
Türdeckel E5 während des Ausgasens abgeschlossenen Beschickungsöffnung eingebrachten
Faulgutcharge durch Doppelverriegelung gesichert und nach außen hin verschlossen
bleibt, während der benachbarte Faulgasentwickler E3 laufend mit dem während dieser
Zeit anfallenden, durch Zerkleinern in eine breiige pumpfähige Masse übergeführten
Stallmist und Abfall über die entdeckelte Beschikkungsöffnung E5 gefüllt wird. Zu
diesem Zwecke sind die beiden Türverschlüsse der Beschickungsöffnungen E5 der Gasentwicklerkammern
E2 und E3 mittels je einer Schubriegelstange E12 hauptverriegelbar, wobei die Schubriegelstange
E12 jeweils über angelenkte Stellhebel E13, E14 mit den zugeordneten Absperrventilen
für die Heizung E4 und für die Faulgassammelleitung A6 derart zwangsgekuppelt ist,
daß bei verriegelter Tür E5 sowohl das in der Gassammelleitung liegende Absperrventil
A6 als auch das in der Zuleitung des Heizmittels liegende Absperrventil E4 geöffnet,
dagegen bei entriegeltem Türverschluß E5 geschlossen sind. Der gleiche Türverschluß
wird betriebsmäßig durch eine Zweitverriegelung E13 gesichert, die als Vorreiber
ausgebildet, bei Freigabe des Türverschlusses ihrerseits den Gasentwicklerraum über
die Entlüftungsleitung E15 mit der über die Sicherheitsventile E9 an die beiden
Gasentwicklerkammern E2, E3 angeschlossenen Sicherheitsrohrleitung Se verbindet.
Die beiden Gasentwicklerkammern E2, E3 stehen außerdem durch je eine von ihrem Gassammelraum
wegführende Rohrleitung Eis mit je einem Minimum,Maximum@Druckkontaktgeber in Verbindung,
der seinerseits den Arbeitsstromkreis des zugeordneten Antriebsmotors M5 für das
zugehörige Rührwerk Rw beim Mindestdruck
schließt und beim Normalbetriebsdruck
öffnet. In dem Arbeitsstromkreis des einzelnen Antriebsmotors M5 ist zusätzlich
noch ein vorzugsweise optisches Signalgerät A7 eingeschaltet. Ferner ist jede Gasentwicklerkammer
E2, E3 mit je einem Temperaturregler E10 ausgestattet, der mit der zugehörigen Heizmittelzuleitung
Hz in zeichnerisch nicht dargestellter Art in bekannter Weise verbunden ist. In
die aus dem Oberteil der Gasentwicklerkammern E2, E3 das Gas jeweils zum Gaszwischensammler
S wegführende Rohrleitung Ga ist außerhalb der Gasentwicklerkammern ein bekannter
Gasreiniger R mit Gaswasserablaufstutzen A11 eingeschaltet. Zur leichteren Überwachung
der in den Faulgasentwicklern jeweils herrschenden Drücke ist zusätzlich noch je
ein Manometer A3 am Oberteil der einzelnen Gasentwicklerkammer angeschlossen. Der
Gasentwicklerbehälter E ist außen durch eine geeignete Isolierung E11 gegen Wärmeabstrahlung
in bekannter Weise abgeschirmt. Die beiden den Gasentwicklerkammern zugeordneten
und mit ihnen unter gleichem Betriebsdruck stehenden Gaszwischensammler S stehen
ihrerseits über ein den einzigen Gaskompressor P der Anlage einschließendes Rohrleitungssystem
mit entsprechend eingebauten Sperrventilen A2 bzw. Rückschlagventilen A1, A8 und
Manometern A3 einerseits mit der Gasspeicherbatterie D, andererseits mit der Treibgaszapfstelle
Z in Verbindung. Von der in gleicher Weise wie Gaszwischensammler S aus zylindrischen
Behältern D bestehenden Gasspeicherbatterie, die ihrerseits durch eine über Sicherheitsventile
angeschlossene Sicherheitsleitung Se gegen Überdruck geschützt ist, führt eine Sammelrohrleitung
mit entsprechend eingebauten Sperrventilen A2, Manometern A3, Gasreduzierventil
A12 und Gasmesser A10 und einem Ablaßhahn A11 für Kondenswasser zum Gasverbrauchernetz
Ve. Die Gaszwischensammler S sind ebenso wie die Gasspeicher D mit entsprechenden
Mannlöchern S1 bzw. D1 für die Innenkontrolle der Behälter ausgestattet. Ferner
sind die unter gleichem Betriebsdruck von etwa 1,5 atü stehenden Behälter E und
S an ein gemeinsames Wasserstandsanzeigerohr A5 angeschlossen. Das gleichei gilt
für die unter höherem Druck stehenden Gasspeicher D. Der in bekannter Weise eingebaute
Blitzschutz der einzelnen Behälter ist zeichnerisch -nicht dargestellt, Die abseits
- in einem besonderen Heizkeller angeordnete; die ganze Faulgasanlage versorgende,
.aus den Gasspeichern D mit Faulgas gespeiste Heizung Hk steht mit den Gasentwicklerkammern
E2, E3 über in der Zeichnung gestrichelt wiedergegebene Rohrleitungen Hz in Verbindung.