DE93306A - - Google Patents
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Description
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KAISERLICHES
PATENTAMT.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Apparat zum Filtriren, Waschen, Condensiren,
Kühlen oder Erwärmen von Luft, Dampf, Rauch oder anderen Gasen, welche durch
Dampfmaschinen und Dampfkessel, Oefen, Darren oder chemische Anlagen entwickelt werden. Aufserdem kann der Apparat auch
zum Erwärmen von Wasser oder anderen Flüssigkeiten, zum Anreichern von alkalischen,
sauren oder neutralen Lösungen mit Abgasen von Dämpfen, sowie von Luft oder Dämpfen
mit in Lösungen enthaltenen Gasen dienen, zum Zweck der Desinficirung von Gebäuden,
Kanälen und Ausgüssen bezw. zum Unschädlichmachen der aus derartigen Anlagen aufsteigenden
Dünste. Endlich eignet sich der neue Apparat noch zur Erzeugung von heifser und kalter Luft, wie sie z. B. für öffentliche
Gebäude zu Heiz-, Ventilationszwecken etc. gebraucht wird.
Der neue Apparat zeichnet sich vor anderen bisher bekannten und ähnlichen Zwecken dienenden
Apparaten durch eine cylindrische Trommel aus, deren Mantel aus Gaze, Drahtgeflecht,
perforirtem Blech oder sonst einem durchlässigen Material besteht und die eine kleinere Trommel von gleicher Beschaffenheit
umschliefst. Der zwischen den genannten Trommeln befindliche Zwischenraum ist theilweise
oder ganz mit Holzkohle, Koks, Muscheln, Kork, kleinen Holzstückchen, Ziegelschrot, Asbest
öder irgend einem passenden Material ausgefüllt, welches der Hitze, sowie der Einwirkung
von Säuren, starken alkalischen Lösungen u. s. w. widerstehen kann.
Diese . im Nachstehenden »Filtertrommel« genannte Doppeltrommel. dreht sich in Lagern
oder Lagerrollen in einem Behälter oder einer Kammer, welche mit Wasser oder einer alkalischen,
sauren oder neutralen Lösung, je nach dem Zwecke, dem der Apparat dienen soll, gefüllt ist. Die Lösung hält das Filtermaterial
der Filtertrommel fortwährend feucht, während durch dasselbe die zu behandelnden Gase hindurchgetrieben
werden.
Soll der Apparat dazu dienen, Gase bezw. Luft so zu reinigen, dafs die gröberen von
den feineren Verunreinigungen getrennt ausgeschieden werden, oder erst die suspendirten
Verunreinigungen ausgeschieden werden, um später den Träger der letzteren, z. B. ein Gas,
durch eine Flüssigkeit absorbiren zu lassen, so wird die oben erwähnte Filtertrommel mit
einer Schleudervorrichtung combinirt, wie solche z. B. bereits bei Staubreinigungsapparaten
etc. bekannt ist.
Die feinsten von der Filtertrommel ausgeschiedenen Verunreinigungen kann man gewinnen,
wenn man die Waschflüssigkeit, die durch die Trommel hindurchgegangen ist, nach Filterbassins leitet; nach Passiren solcher Filterbassins
kann man die gereinigte Waschflüssig-
keit von neuem nach der Filtertrommel zurückleiten'.
Auf den Zeichnungen veranschaulicht:
Fig. ι einen Grundrifs der allgemeinen Anordnungen
der einzelnen Theile des Apparates nach Abnahme des Deckels,
Fig. 2 einen Schnitt nach Linie A-B der Fig. i, ' _ .
Fig. 3 einen Schnitt nach Linie C-D der Fig. i, in Richtung des Pfeiles gesehen, und
Fig. 4 einen Schnitt nach Linie E-F der Fig. i.
Es soll hier der Apparat gleich in seiner vollkommensten Ausstattung beschrieben werden,
bei welcher derselbe im Stande ist, z. B. Rauch
1. von seinen schwersten Rufstheilchen zu befreien,
2. von seinen leichtesten Rufstheilchen zu säubern und zugleich dem Rauch seinen Gehalt
an Kohlenoxyd, Kohlensäure oder Schwefelwasserstoffarten u. s. w. zu entziehen,
3. die schwersten sowohl wie die feinsten Rufstheilchen wieder zu gewinnen und
4. die obengenannten Gase, in Flüssigkeit gelöst, zu gewinnen.
In dieser Ausstattung besteht der neue Apparat aus einem Kasten a, der durch eine Wand al
so getheilt ist, dafs zwei je mit einem Deckel c1
versehene Kammern b und c entstehen. Jeder der abnehmbaren Deckel hat einen Rand c'2
und taucht in eine mit Sand, Wasser u. dergl. gefüllte Rinne ein. Die Kammer b fängt den
Rauch auf, bevor er durch die Filtertrommel gelangt, während die Kammer c den Rauch
aufnimmt, nachdem er durch die Filtertrommel hindurchgegangen ist; die Kammern sollen
daher von jetzt ab »Einströmungskammer« und »Filterkammer« genannt werden. In der
Kammer c befindet sich die zum Benetzen des Materials in der Filtertrommel dienende
Flüssigkeit.
d ist die aus den beiden in einander liegenden durchlässigen Cylindern d° und d1 bestehende
Filtertrommel.
Diese an einem Ende mit einem Rohr d"2
in Verbindung stehende Filtertrommel lagert einerseits mittelst der Welle d3 in dem Lager ii4,
andererseits mittelst des Rohres d'2 zwischen den Rollen dh. Das Rohr d'2 stellt die Verbindung
zwischen der Kammer b und dem Filter her. Wenn gewünscht, kann die Filtertrommel
auch noch an ihrer Umfläche durch Rollen geführt werden.
e (Fig. 1) ist ein Rohr oder ein Kanal zum Einführen der zu behandelnden Gase in den
Apparat, während Rohr f die gefilterten Gase aus der Absatzkammer nach einem Schornstein
oder sonst einem geeigneten Ort abführt.
Die zu behandelnden Gase werden durch einen Ventilator g in die Kammer b eingesaugt.
An Stelle des Ventilators kann auch ein Gebläse oder ein mit Dampf oder Prefsluft betriebener
Injector bezw. eine Düse g1 (in Fig. 1
mit punktirten Linien angedeutet) u. s. w. vorhanden sein.
Von der Kammer b aus strömen die Gase mitten in das Filter, von da durch das Filtermaterial
hindurch in die Kammer c und endlich nach dem Rohr f.
Der Zug des Apparates kann nötigenfalls durch, einen zweiten zwischen der Kammer e
und dem Schornstein angeordneten Ventilator oder Ejector etc. vermehrt werden.
Die Drehbewegung erhalten das Filter d und die Ventilatoren g und h durch eine geeignete
Transmission. Letztere besteht im vorliegenden Falle aus einer mit zwei Riemscheiben g[
und h1 (Fig. 3) ausgerüsteten Welle i. Die
Riemscheiben stehen durch Riemen mit aut den Wellen g'2 h'2 der Ventilatoren g und h
sitzenden Riemscheiben in Verbindung. Die Filtertrommel wird durch die Welle h"2 des
Ventilators- h unter Vermittelung der Kugelrä'der
j, der Welle j1 und der Schnecke j2,
sowie des Schneckenrades j3 angetrieben.
Das Absondern der im Rauche suspendirten schwersten Rufstheilchen geschieht hier durch
die dem Einströmungsrohr e bezw. der Düse g1
gegenüber befindliche Schleudervorrichtung k. Diese Schleudervorrichtung besteht in bekannter
Weise aus einer Reihe von zwischen zwei Scheiben k1 k"2 befestigten, gebogenen, um die
Welle k2 rotirenden Ventilatorflügeln k°, während
auf den Wandungen der Einströmungskammer b eine Reihe von perforirten oder
vollen Platten / angeordnet ist. Wird dieser Schleuderapparat in Betrieb gesetzt, so werden
die oben erwähnten schweren Rufstheilchen gegen die Platten / geschleudert, wo sie sich
dann sammeln und. endlich an den Platten herabgleiten; die flüssigen, auf diese Weise
gleichzeitig abgesonderten Bestandtheile werden durch das Tauchrohr m oder sonst eine geeignete
Vorrichtung aus der Kammer b abgeführt, während die festen Bestandtheile aus
der Kammer durch Putzlöcher
entfernt
werden können.
Der Schleuderapparat k kann durch einen um die Scheibe nl der Welle j1 sowie die
Scheibe ri- der Welle k'2 herumlaufenden Riemen
angetrieben werden.
In der Praxis setzt man die Welle oder besser Spindel k2 aus zwei Theilen zusammen
(wie dies auch aus Fig. 2 zu ersehen ist), die sich dann in1 bei Centrifugen bekannter Weise
gegenseitig durch Reibung mitnehmen.
Treten die zu reinigenden oder zu behandelnden Gase in die Einströmungskammer mit
grofser Geschwindigkeit ein, so kann man die eben beschriebene Antriebsvorrichtung für den
Schleuderapparat ersparen, da derselbe dann
durch die einströmenden Gase selbst in Betrieb gesetzt wird; ja man kann dann sogar die Anordnung
so treffen, dafs der Schleuderapparat vermittelst eines geeigneten Triebwerkes zur
Drehung der Filtertrommel beiträgt.
Nach Verlassen der Schleudervorrichtung strömt der nunmehr von seinen gröbsten
Rufstheilchen befreite Rauch aufwärts und durch das Rohr d5 in die rotirende Filtertrommel
d, deren Filtermaterial in weiter unten näher erklärter Weise fortwährend mit einer
Flüssigkeit benetzt wird, die in chemischer Beziehung so zusammengesetzt ist, dafs sie für
bestimmte aus dem Rauche zu gewinnende Gasarten absorbirend wirkt. Da der Rauch
nun durch die fortwährend in Bewegung befindliche, feuchte Filterschicht der Trommel
hindurchströmen mufs, so wird er mit einer grofsen Anzahl immer neuer und feuchter
Filterflächen in Berührung, d. h. in Summa mit einer grofsen, stets feuchten und frischen
Filterfläche in Berührung gebracht und es findet eine äufserst schnelle und gründliche
Absorption der gewünschten Rauchgase, zugleich mit Zurückhaltung der feinsten Rufspartikelchen
u. dergl. statt.
Das Ueberschöpfen und Feuchthalten des in der Trommel befindlichen Filtermaterials geschieht
beispielsweise durch folgende, jedoch keinen Theil' der vorliegenden Erfindung bildende
Vorrichtungen:
Mit und durch die Filtertrommel d wird ein endloses Band bezw. eine Kette ο bewegt. Die
Kette ο besitzt Eimer oder Becher o1 nach Art
einer Kettenpumpe. Dreht sich die Filtertrommel, so tauchen die Becher in die Flüssigkeit
der Kammer c ein und entleeren ihren Inhalt über das Filtermaterial der Trommel,
sobald sie sich über die obere Hälfte der Trommel hinweg bewegen. Das Band oder die Kette ist so lang bemessen, dafs sie bis
auf den Boden der Kammer c reicht.
Unter Umständen kann es von Vortheil sein, das Band oder die Kette zu ersparen; man
befestigt dann die Becher unmittelbar an dem Mantel der Trommel, und zwar in der Mitte,
an den Rändern desselben oder an beiden Stellen.
Auch kann man denselben Zweck erreichen oder unterstützen, wenn man die Flüssigkeit
über die Trommel in Gestalt eines Regens ergiefst, der aus einem durchlöcherten Rohr o2
(Fig. 3) ausströmt.
Das Rohr o'2 steht mit einem Flüssigkeitszuführungsrohre
in Verbindung und kann dessen Ausströmung durch ein in einem Gefäfs o4 befindliches Schwimmerventil o3 (Fig. 1)
geregelt werden. Das Gefäfs o4 steht mit der Filterkammer c in Verbindung und erhält daher
den Flüssigkeitsstand dieser Kammer constant.
Die durch die Filtermasse zurückgehaltenen festen Theile und das mit den absorbirenden
Gasen ^geschwängerte Wasser oder die Lösung treten durch die Löcher im Boden der Cylindertrommel
aus, während das gefilterte und gereinigte Gas oder die Dämpfe aus den Oeffnungen
im oberen Theile der Trommel in die Kammer c entweichen, um von da aus durch
das Rohr f aus dem Apparate entfernt zu werden; gewünschtenfalls können die Gase
nach der Feuerung zurückgeleitet werden, und zwar in einem Punkte, der höher liegt, als ihr
Eintrittspunkt in die Kammer b.
Das Austrittsrohr/ ist mit einer Klappe oder einem Schieberp und das Zuführungsrohr nach
dem Ventilator g ist mit einer Klappe q (Fig. 1) versehen. Ebenso befindet sich ein Schieber
in der nahe der Sohle des Fuchses der Feuerung, welche die zu behandelnden Gase erzeugt,
gelegenen Eintrittsöffnung in das-Rohr e.
Mit Hülfe der eben genannten Verschlufsvorrichtungen kann die Stromrichtung der Gase
nach und von dem Apparate geregelt bezw. der' Apparat ganz ausgeschaltet werden. Um
zu vermeiden, dafs das Gehäuse des Ventilators g und die Lager desselben, sowie die
Lager der Welle k2 zu stark erhitzt werden, ist ein Mantel r vorgesehen, durch welchen
durch Rohre r1 und r2 Kühlwasser hindurchgeleitet
wird.
Statt den Ventilator g in der aus der Zeichnung
ersichtlichen Weise anzuordnen, kann derselbe auch so angebracht sein, dafs er in
den Aschenfall der Feuerung hineinpafst, deren Verbrennungspunkte behandelt werden sollen;
in diesem Falle ist die Kammer b unmittelbar mit dem Fuchs oder dem Schornstein verbunden.
Soll die Waschflüssigkeit continuirlich gereinigt und dann von neuem nach der Filtertrommel
zurückgeführt werden, so ist die Filtertrommel selbst nicht mit den Schöpfbechern
ausgerüstet, sondern dieselben sitzen, wie in den Zeichnungen dargestellt, an einer endlosen
Kette bezw. an einem endlosen Bande. Die aus der Filtertrommel austretende Flüssigkeit
wird dann, ehe sie in die Kammer c zurückgelangt, mit ihren darin befindlichen feinsten
festen Theilchen in einen Trog s geschöpft, der durch ein Rohr λ1 nach mit Filtern i2 ts
verbundenen Klärbassins if t1 abfliefst. Hier werden diese feinsten festen Theilchen aus der
Flüssigkeit völlig ausgeschieden, bevor die Flüssigkeit wieder in die Kammer c zurücktritt.
Die Bassins ttl mit ihren Filtern i2 13 werden
abwechselnd benutzt, was einfach durch Umlegen des an dem Rohr s1 sitzenden
Schlauches i4 von einem nach dem anderen Bassin geschieht; so lange daher ein Bassin
mit zugehörigem Filter in Thätigkeit ist, befindet sich das andere Bassin mit seinem Filter
in Ruhe.
Ferner können die Bassins 111 mit Schaumoder
Abstreichebrettern fβ und f versehen sein.
Die die Filter von den Klärbassins trennenden Zwischenräume ί8ί9 sind so hoch bemessen,
dafs sie eine Art Wehr, bilden, über welches hinweg die Lösung oder das Wasser in die
Filter einfliefst.
Die gefilterte Flüssigkeit kehrt in die Filterkammer c durch die Rohre u ul zurück und
wird so fortwährend in einem Kreislauf erhalten.
Mitten in den Filtern ragen mit den Rohren u und M1 in Verbindung stehende Ueberlaufrohre
M2M3 hervor, welche in Thätigkeit kommen,
sobald die Filter verschmutzt und verstopft sind; M4M5 sind Hähne zum Abzapfen der mit
Gasen gesättigten Flüssigkeit aus den Filtern. Durch andere Hähne M6M7-(Fig. i) kann die
Verbindung zwischen den Filtern t2 ta und der
Filterkammer c unterbrochen werden.
Der Trog s kann sowohl mit beiden Klärbassins tt1 als auch mit der Filterkammer c
durch einen Dreiwegehahn in Verbindung stehen, der in das Rohr s1 eingesetzt ist, oder
man kann eine solche Verbindung in einfachster Weise auch dadurch bewirken, dafs man das
Ende des Schlauches tv schliefst und so ein Ueberlaufen des Troges s in die Kammer c
verursacht.
Die Filtertrommel d hat ein Mannloch bezw. Handloch ds (Fig. i), um sie reinigen und mit
frischem Filtermaterial beschicken zu können, und kann nöthigenfalls innen noch mit feuerfesten
Ziegeln oder anderem passenden Material ausgekleidet sein.
Sollen aus Kesselfeuerungen oder anderen Quellen kommende Gase behandelt werden,
wo der Abdampf einer Maschine in den Schornstein geleitet wird, wie dies z. B. bei Lokomotiven
und Lokomobilen der Fall ist, so kann man zwei oder mehrere Filterapparate anwenden, einen für den Rauch oder Rauch
und einen Theil des Dampfes, und einen zweiten Apparat oder, falls gewünscht, mehrere
Apparate zur Behandlung des übrigen Theiles des Dampfes; der zweite Apparat wird dann
durch ein von dem Auspuffrohr abzweigendes Rohr gespeist und es kann sich dessen Filtertrommel
in einer alkalischen oder anderen Lösung drehen, damit der Dampf noch weiter von OeI oder anderen anhaftenden Unreinigkeiten
gereinigt wird. Die in diesem Apparat befindliche Lösung wird auf oder nahe auf Siedetemperatur erhalten, so dafs der Dampf
nicht condensirt wird und noch in einen dritten Apparat geleitet werden kann, wo er zur. Erzeugung
von nahezu kochendem und weichem Wasser zur Speisung des Kessels oder anderen Zwecken dient.
Wird der Apparat nur zum Condensiren von Dampf oder Erhitzen von Wasser, nicht
ab'er zum Abscheiden von im Dampf, heifser Luft oder heißen Gasen enthaltenen Unreinig-■keiten
gebraucht, so kann man bei dem Apparate die Einströmungskammer b, die Centrifuge
A-, sowie die Bassins t tl und die Filter t213
fortlassen; ebenso kann man diese Theile auch ersparen, wenn in.den zu behandelnden Gasen
keine festen Theile vorhanden sind.
Es erhellt, dafs das Kühlen oder Erhitzen der Luft, der Gase oder Dämpfe gleichzeitig'
auch bezw. ein Erhitzen oder Kühlen der als Agens gebrauchten Flüssigkeit bewirkt, und
umgekehrt; ebenso kann in manchen Fällen gleichzeitig hiermit die Sättigung einer Flüssigkeit
mit einem Gase, oder das Austreiben eines Gases aus einer Flüssigkeit, oder das Sättigen
oder Mischen von Luft, Gas oder Dampf mit einem aus einer unter Behandlung befindlichen
Flüssigkeit freigewordenen Gase bewirkt werden; das Freiwerden des Gases kann durch
Wärme oder andere Mittel erreicht worden sein.
Die Temperatur des Agens, ob Gas oder Flüssigkeit, wird in den betreffenden Fällen
jedesmal, durch die hierzu geeignetsten Vorrichtungen überwacht.
Dient der Apparat zum Sättigen von alkalischen , sauren oder neutralen Lösungen mit
bei chemischen oder industriellen Verfahren entstehenden Gasen, z. B. mit Kohlensäure,
wie solche durch Gährung von Würze entsteht oder von Kalk- und Cementöfen ausgestofsen
wird, welche Gase entweder Nebenproducte sind oder besonders zum Schwängern
der genannten Flüssigkeiten geschaffen werden, so kann man die Absetzkammer ebenfalls entbehren.
Krystallisirt die Lösung, sobald sie mit dem zu absorbirenden Gase gesättigt ist, aus, so
dienen die Klärbassins 111 als Krystallisationspfannen,
die entweder abwechselnd oder, falls mehrere vorhanden sind, der Reihe nach gebraucht
werden. Sollte die zu behandelnde Lösung Theile enthalten mit dem Bestreben,
sich auf dem Boden der Gefäfse abzusetzen, so kann dies durch ein über dem Boden
jenes Gefäfses angeordnetes Rührwerk vereitelt werden.
Im Bedarfsfalle kann eine ganze Reihe des beschriebenen Apparates angewendet werden.
Man ordnet dann die Apparate so an, dafs die aus dem ersten Apparate austretenden Gase
mitten in den zweiten Apparat und die aus dem zweiten Apparat austretenden Gase in den
dritten Apparat .eintreten u. s. w. Sind zusammengesetzte Gase oder Mischgase zu reinigen
oder zu absorbiren, so können die verschiedenen Apparate mit verschiedenen Flüssigkeiten
beschickt sein, so dafs für jede Gasart eine bestimmte Absorptionsflüssigkeit vorhanden
ist. .
Claims (2)
1. Apparat zum Filtriren, Condensiren und Absorbiren von Luft, Rauch oder anderen
Gasen, sowie zum Kühlen oder Erhitzen von Wasser oder anderen Flüssigkeiten,
gekennzeichnet durch eine in einer Kammer angeordnete, aus zwei zu einander concentrisch
liegenden, durchlöcherten Cylindern bestehende Trommel, bei welcher der Raum zwischen jenen beiden Cylindern
mit. Filtermaterial gefüllt ist, während die Trommel während ihrer Rotation continuirlich
mit Flüssigkeit Übergossen wird, in der Weise, dafs das mitten in die
Trommel eingeführte Gas u. s. w. gezwungen wird, durch das zwischen den
Cylindern in fortwährender Bewegung befindliche Filtergut hindurchzuströmen, d. h. fortwährend eine grofse Anzahl stets
frischer und feuchter wirksamer Flächen zu berühren, so dafs eine kräftige Filter-,
Condensations-, Absorptions- u. s. w. Wirkung erzielt wird, je nach der Natur des
zu behandelnden Stoffes und derjenigen der gewählten Flüssigkeit.
2. Apparat nach Anspruch i, bei welchem der' Trog, der die Flüssigkeit zum Uebergiefsen
der Filtertrommel enthält, mit Klär- und Filterbassins in Verbindung steht, so
dafs man die aus dem Apparat kommende Flüssigkeit reinigen und die darin suspendirten
oder sonstwie befindlichen Stoffe gewinnen kann, um hierauf die Flüssigkeit
von neuem in den Apparat zurückzuführen.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
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