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Einrichtung zum Konservieren von Nahrungsmitteln Die Erfindung betrifft
eine Einrichtung zum Konservieren von Nahrungsmitteln, welche sich der intensiv
konservierend wirkenden Einhüllung des Konservierungsgutes in eine Atmosphäre von
kalter Kohlensäure bedient und welche diesen Effekt mit einfachen Mitteln in besonders
wirtschaftlicher Weise herbeiführt. Die Erfindung eignet sich vor allem für transportable
Konservierungsräume (Transporttruhen, Camions, Güterwagen, Fischereiboote). Sie
ist aber auch für ortsfeste Kühlschränke, insbesondere kleiner und mittlerer Größe,
erfolgreich verwendbar.
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Die erfindungsgemäße Einrichtung besteht aus einem abgeschlossenen
Aufbewahrungsraum mit gasdichten, wärmeisolierenden Wandungen, an dessen Decke einerseits
ein Abzugskanal angeschlossen und andererseits mindestens ein Entspannungsventil
angeordnet ist, welches aus einem Druckbehälter mit flüssiger Kohlensäure gespeist
und durch ein thermisches Steuerglied in Abhängigkeit von der mittleren Temperatur
der Atmosphäre des erwähnten Aufbewahrungsraumes geregelt wird. Dabei wird nach
der Erfindung die Mündung des Entspannungsventils als Sprühdüse ausgebildet, welche
den beim Abblasen entstehenden, mit Kohlensäureschnee beladenen kalten Gasstrahl
in breitem Kegel unmittelbar über das Konservierungsgut verteilt.
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Auf diese Weise wird Kohlensäureschnee, sog. Trockeneis, ohne jeden
Transportverlust genau im
Zeitpunkt und im Ausmaß des jeweiligen
Bedarfes unmittelbar innerhalb des Konservierungsr aumes hergestellt und durch Versprühung
besonders wirkungsvoll an das Konservierungsgut herangebracht. Hierbei verdrängt
die verdampfende Kohlensäure zunächst die den Konservierungsraum erfüllende Luft,
während der den versprühten Schnee begleitende kalte Kohlensäurestrahl die Atmosphäre
des Konservierungsraumes fortlaufend umwälzt. Man erhält daher in kurzer Zeit eine
überraschend gleichmäßige Temperaturverteilung und eine dementsprechend gleichmäßige
Durchkühlung des Konservierungsgutes.
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Die konstruktive Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Gesamtanlage
richtet sich natürlich in erheblichem Maße nach ihrer Größe und nach ihrem Verwendungszweck.
Es sollen daher im folgenden mehrere in möglichst vielen Einzelheiten voneinander
abweichende Ausführungsbeispiele beschrieben werden. Dabei kann man in allen Fällen
das thermisch geregelte Entspannungsventil entweder durch kontinuierliche Steuerung
seines Durchlaßspaltes regeln (kontinuierliche Kühlung) oder aber normalerweise
geschlossen halten und nur für kurze Zeit mit einer thermisch gesteuerten Frequenz
voll öffnen (periodische Kühlung). Für diese beiden prinzipiell verschiedenen Steuerungsmethoden,
von denen sich natürlich jede in mehrerlei Weise durchführen läßt, sollen der Kürze
und Übersichtlichkeit halber nur je ein Ausführungsbeispiel beschrieben werden.
Von den Zeichnungen zeigt Fig. i den Vertikalschnitt durch einen erfindungsgemäß
ausgestalteten Kühlraum mit Entspannungsventil und angeschlossener Kohlensäureflasche,
Fig. 2 ein angeschnittenes Entspannungsventil mit thermischem Regelglied für kontinuierliche
Kühlung, Fig.3 ein entsprechendes Ventilsystem für periodische Kühlung, Fig. 4.
den schematischen Schnitt durch einen Kühlwagen sowie Fig. 5 den schematischen Schnitt
durch den gekühlten Vorratsraum eines Fischereibootes, Fig. 6 das perspektivische
Bild einer Kühltruhe, Fig. 7 den Vertikalschnitt durch einen Konservierungsschrank
mit Tiefkühlabteil, Fig.8 die Seitenansicht einer Aufhängung für die Kohlensäureflasche
bei erfindungsgemäß ausgestaltet-en Kühlschränken und Fig. 9 eine Stahlflasche mit
Markierungsstrich. Gemäß Fig. i ist durch die wärmeisolierende Decke i eines Konservierungsraumes
2, der das auf Rosten gestapelte Konservierungsgut 3 luftdicht umschließt, die Druckleitung
4 hindurchgeführt, welche aus der Kohlensäureflasche 5 mit Kohlensäure gespeist
wird. Diese Speiseleitung d. ist am Kopf der Stahlflasche 5. hinter dem Flaschenventil
6 mit einem Steigrohr ; verbunden, welches dicht über dem Boden dieser Stahlflasche
5 mündet und dort durch einen in den Boden der Flasche eingeschweißten Stift 7a
gegen allzu stark.- Transporterschütterungen gesichert ist. Der über dem Spiegel
a-b herrschende Gasdruck preßt also flüssige Kohlensäure in die Speiseleitungen
q, ein.
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Die Speiseleitung d führt zum Entspannungsventil 8, welches durch
ein thermisches Steuerglied 9 geregelt wird und die Kohlensäure über ein Strömungsum'lenkblech
i;o in Richtung der strichpunktierten Pfeile C in breitem Kegel so abbläst, daß
sich der entstehende Kohlensäureschnee unmittelbar über das Konservierungsgut 3
verteilt. Die verdampfende kalte Kohlensäure fließt infolge ihres hohen spezifischen
Gewichtes auf den Boden des Konservierungsraumes 2 ab und füllt den Raum von unten
her in ansteigendem Maße. Dabei wird die zunächst im Konservierungsraum enthaltene
Luft nach oben verdrängt und durch den Abzugskanal i i aus dem Konservierungsraum
in der Strömungsrichtung A herausgedrückt, welche der Richtung C des eigesprühten
Kältemittels (C 0z) entgegengerichtet ist. Das Konservierungsgut 3 liegt daher schon
kurze Zeit nach dem Öffnen des Flaschenventils 6 in Kohlensäure eingebettet, welche
sich durch Entspannung im Ventil $ auf eine relativ niedrige Temperatur abgekühlt
hat.
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Das Entspannungsventil 8 ist mit seinem thermischen Steuerglied 9
und dem Strömungsumlenkblech io in Fig. 2 vergrößert dargestellt. Es besteht aus
einem Nadelventil, dessen Ventilnadel 12 durch eine Feder 13 geschlossen gehalten
wird und hinter dem Ventilsitz in den Stengel i29 ausläuft, der unter dem Druck
des Steuerstiftes 1d: eines mit Alkohol od. dgl. gefüllten und als thermisches Steuerglied
dienenden Wellrohres 15, liegt. Der aus wärmeisolierendem Stoff, wie z. B. aus keramischem
Material, bestehende Steuerstift 14, trägt dabei das zweiteilige Strömungsumlenkblech
ioi, welches gleichzeitig das Wellrohr 15 vor der unmittelbaren Berührung
mit dem Sprühstrahl C des versprühten Kältemittels schützt. Das Wellrohr 1,5, und
der anschließende starre Flüssigkeitsbehälter 16 liegen in einer Hülse 17 und stehen
unter dem Druck einer Stellschraube 18.
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Die Wirkungsweise ist folgende: Steigt die Temperatur des Wellrohres
15 über einen Wert, den man mittels der Stellschraube i 8 einregeln kann, so schiebt
der Steuerstift 14 unter dem Ausdehnungsdruck der vom Wehrohr umschlossenen Flüssigkeit
die Ventilnadel 12 in Richtung des Pfeiles B nach links und öffnet hierdurch das
Nadelventil. Es strömt dann Kohlensäure aus dem Entspannungsventil aus und bildet
an dessen Mündung Kohlensäureschnee, welcher vom begleitenden Strom kalter Kohlensäure
in Richtung des Sprühstrahles C mitgerissen und nach Umlenkung dieses Strahles am
Blech io in breitem Kegel Tiber das Konservierungsgut verteilt wird. Der verdampfende
Kohlensäureschnee ruft hierbei ein rasches Absinken der Raumtemperatur hervor, unter
dessen Einfluß der Steuerstift 1q. des Wellrohres 15 nach rechts wandert, so daß
sich das Entspannungsventil unter dem Druck der Feder 13
wieder schließt,
bis ein erneuter Temperaturanstieg eintritt. In der Praxis regelt sich der Ventilquerschnitt
nach dem ersten Kältestoß auf einen mittleren
Wert ein, bei dem
genau die erforderliche Menge Kältemittel konstant in den Konservierungsraum eingeblasen
wird.
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Diese stetige Steuerung des Entspannungsventils durch das thermische
Steuerglied setzt ein sehr genau eingeschliffenes Nadelventil voraus und eignet
sich vor allem für große Konservierungsräume, deren ausreichende Beschickung mit
Kohlensäure relativ große Ventilquerschnitte, erfordert. Für kleine Konservierungsräume
(Kühltruhen, Eisschränke) werden die zu regelnden Ventilquerschnitte hingegen so
klein, daß sie sich nicht immer mit der erforderlichen Sicherheit beherrschen lassen.
In diesen Fällen ist daher eine periodische Kühlung vorzuziehen, welche man beispielsweise
mittels der in Fig.3, dargestellten Ventilkonstruktion erzielen kann.
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Das in Fig. 3 dargestellte Entspannungsventil 8a besteht aus dem gummigedichteten
Verschlußkörper 20, der unter dem Druck einer Feder 2-r steht und dessen Ventilstengel22
durch die Kammer 23 und die Membran 24 hindurchgeführt sowie mit letzterer verlötet
ist. An die Kammer 2@ ist die Sprühdüse 25 angeschlossen. Auf das nach außen ragende
Ende des Ventilstengels 22i drückt der hohle Steuerstift 26 des als thermisches
Steuerglied wirkenden Wellrohres 27 mittels der in seiner Höhlung liegenden Feder
28. Das Wellrohr 27 ist in das Mantelrohr 29 eingeschoben und wird durch die Überwurfmutter
3o in Richtung des Pfeiles B gedrückt. Der Verschlußkörper 2o liegt also einerseits
unter dem Druck der Feder 21, zu dem sich der Druck der Kohlensäure addiert, sowie
andererseits unter dem Druck der Feder 2i8, welcher- sich mittels der Überwurfmutter
3o auf einen passenden Ausgangswert einstellen, läßt und der dann weiterhin vom
Ausdehnungszustand des Wellrohres 27 bestimmt wird. Dieser Zustand ist temperaturabhängig,
und da das Wellrohr 27 im toten Winkel der Sprühdüse 25 an einer Stelle angeordnet
ist, an der sich durch Konvektion ein guter Mittelwert der Raumtemperatur des Konservierungsraumes
2 ausbildet, hängt also der in Richtung des Pfeiles B auf den Ventilstengel 22 ausgeübte
Federdruck von der mittleren Raumtemperatur ab.
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Die Wirkungsweise ist folgende: Steigt die Raumtemperatur, so dehnt
sich das Wehrohr 27 in Richtung des Pfeiles B aus, bis der Druck der Feder 28 den
vereinigten Gegendruck der Feder 2 1 und des auf dem Verschlußkörper 22, ruhenden
Kohlensäuredruckes überwindet. In diesem Augenblick öffnet sich das Entspannungsventil,
und zwar infolge der hierbei eintretenden Entlastung vom Kohlensäuredruck gleich
in voller Weite. Die ausströmende Kohlensäure füllt zunächst die Kammer 23, und
wird dann über die Sprühdüse ;2151 abgeblasen. Hierbei steigt der Druck in der Kammer
23 und preßt die Membran 24 nach rechts. Da sich der Druck der Membran zu dem Druck
der Feder 21 addiert, schließt sich das Ventil sofort wieder und bleibt geschlossen,
bis sich die Kammer 23 über die Düse 25 voll entleert hat. Dann wiederholt sich
der Vorgang, und zwar periodisch so lange, bis die Temperatur des Wellrohres 27;
wieder auf einen Wert abgesunken ist, bei dem der Druck der Feder 28 zum öffnen
des Ventils nicht mehr hinreicht.
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Das in Fig.3 dargestellte Entspannungsventil schnarrt also in gewissen
durch den jeweiligen Kältebedarf des Konservierungsraumes automatisch bestimmten
Zeitabständen für die Dauer von jeweils z bis 2 Sekunden, in denen der Raum stoßartig
abgekühlt wird. Der wichtigste Vorteil dieser Spezialkonstruktion liegt darin, daß
man auch kleine Kälteleistungen unter Benutzung von relativ großen Ventilquerschnitten
zu regeln vermag, deren Herstellung keine besondere Präzisionsarbeit erfordert und
die sich von etwa eingedrungenen Fremdkörpern sofort wieder freiblasen.
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Um für das thermische Steuerglied 151, , 27 eine gute Temperaturabmittelung
zu erhalten, kann man an das Wellrohr 27 gemäß Fig. 3 über eine Druckleitung 31
noch ein starres, mit der gleichen Flüssigkeit gefülltes Gefäß 32 oder auch eine
Reihe von solchen Gefäßen anschließen, welche als Temperaturfühler über den Konservierungsraum
2 verteilt werden.
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Fig. 4 zeigt schematisch den Längsschnitt durch einen gedeckten Güterwagen,
der mit den Mitteln der Erfindung auf einfachstem Wege in einen Kühlwagen verwandelt
ist. Ein in den Wagen 3!5 eingebautes Holzgerippe 36 ist mit Blechpflatten 3;7@
ausgeschlagen, die mit Glaswatte hinterlegt und durch einen aufgespritzten Kunststoffbelag
einerseits gegen Korrosion geschützt sowie andererseits an den Stoßstellen so abgedichtet
sind, daß zu beiden Seiten des zwischen den Wagentüren liegenden Ganges 38 je ein
annähernd luftdichter, durch wärmeisolierende Türen 39, 40 zugänglicher Konservierungsraum
41 bzw. 42 entsteht. Im Gang 38' stehen leicht zugänglich und auswechselbar die
Kohlensäureflaschen 43, 44, welche über druckfeste Kapillarleitungen 44, 46 mit
den thermisch gesteuerten, z. B. nach Art von Fig. 2 oder 3, ausgebildeten Entspannungsventilen
47, 48 verbunden sind. Die Abzugskanäle 49, 5(o führen unter das Chassis des Wagens
und sind mit Siebaufsätzen 5!r, 52 ausgerüstet, welche den Einfluß des Fahrwindes
von ihnen fernhalten.
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Um das Laden und Entladen der Konservierungsräume 41, 42 gefahrlos
zu machen, ist am Boden dieser Räume je ein Kohlensäureabflußventi1531 bzw. 54 vorgesehen,
das vom Gang 318 aus bedient werden kann. Sind die Ventile 53, 514, geschlossen,
so liegen ihre Bedienungshebel vor den Türen 39, 4o und sperren diese. Weiterhin
sind die Schlösser der Türen ,3g, 4;0 mit je einer druckgesteuerten Verriegelung
ausgerüstet, welche an die zugehörigen Kohlensäuredruckleitungen 45 bzw. 46 angeschlossen
sind. Die Türen 39, 40 lassen sich deshalb erst dann öffnen, wenn die Flaschenventile
439 bzw. 44:a geschlossen sowie die Abflußventile 53 bzw. 54 geöffnet sind und hierauf
durch das Eindringen von warmer Außenluft über die Kanäle 4;9, 5o die Temperatur
in dem betreffenden Konservierungsraum so weit abgesunken ist, daß das thermische
Steuerglied
das Entspannungsventil 4.7 bzw. d@ öffnet und hierdurch
die Leitung 45 bzw. qö vom Druck des darin enthaltenen Kohlensäurerestes entlastet.
Sobald seine Tür sich öffnen läßt, ist daher jeder der beiden Räume 41, 4.2 gefahrlos
begehbar.
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Etwas schwieriger gestaltet sich das letztbehandelte Problem für Schiffsräume,
wie z. B. für den Laderaum eines Fischkutters, - den Fig. 5[ im Längsschnitt darstellt.
Denn hier kann man die Kohlensäure vor dem Betreten des Raumes nicht selbständig
nach unten abfließen lassen, sondern muß ihn von Kohlensäure freisaugen oder freiblasen,
zumal die Ware (Fische) im allgemeinen feucht bleiben soll und durch ein Ablassen
der Kohlensäure nach 'unten in unerwünschter Weise entwässert werden würde.
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Um ein einfaches Ausblasen zu ermöglichen, trägt gemäß Fig. 5 und
5 a die aufklappbare Decke des mit wärmeisolierenden Wandungen ausgerüsteten Laderaumes
55 des Bootskörpers 56 einen halbzylindrischen Dom 57, den Fig. 5 a im Schnitt nach
h-V zeigt und tder .bei geschlossener Decke im Anschluß an den Ventilator 58 und
den Abgaskanal 59 liegt. Der Dom 5.7 ist in der Mitte durch eine Trennwand 6o in
zwei Kammern unterteilt, in denen die Entspannungsventile 61 und 6s liegen. Vor
dem Abgaskanal 5,9 ist eine weitere Trennwand Goa vorgesehen. In die Luftleitung
des Ventilators 58 ist eine asymmetrisch aufgehängte Verschlußklappe 63 eingeschaltet,
die diesen Karial geschlossen hält und sich erst unter dem Strömungsdruck des laufenden
Ventilators automatisch öffnet.
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Die Verschlußklappe des Mannloches 64; wird zweckmäßig mit einer automatischen
Verriegelung versehen, -welche über ein-Verzögerungsrelais vom Stromkreis des elektrischen
Ventilators 5:°8 gesteuert und erst dann gelöst wird, wenn der Ventilator eine bestimmte
Zeit, beispielsweise 5 Minuten, gelaufen ist. Dabei kann der Stromkreis des Ventilators
seinerseits durch einen pneumatischen Schalter verriegelt werden, der eine Einschaltung
des Ventilators erst dann ermöglicht, wenn die Flaschenventile der (nicht gezeichneten)
Kohlen-, säurefiaschen vorher geschlossen worden sind. Der Laderaum 55 wird dann
erst begehbar, wenn die Kohlensäurezufuhr abgesperrt ist und der* Ventilator
58 anschließend eine bestimmte Zeit lang Luft in den Laderaum 5;5 eingeblasen
hat.
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Durch die Anwendung des Domes 5;7 mit den Trennwänden 6o und 6od wird
auf einfachste Weiseeine Strömungsführung erzielt, deren Verlauf durch Pfeile angedeutet
ist und welche den Raum 5'5 unabhängig von der Ladehöhe in kürzester Zeit ausspült,
wobei sein Kohlensäureinhalt durch Frischluft verdrängt wird.
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Bei größeren Kuttern, welche unter Deck auch Wohn- und Schlafräume
enthalten, muß absolute Sicherheit dafür geschaffen werden, daß keinesfalls Kohlensäure
durch etwaige Undichtigkeiten -aus dem Laderaum in die erwähnten Wohnräume überströmt.
Man erreicht diese Sicherheit, indem man den wärmeisolierenden Mantel des .Laderaumes
inf Mstand von etwa i bis 2 cm mit einem luftdichten Blechmantel - umgibt und durch
den erwähnten Zwischenraum mittels eines kleinen Ventilators dauernd Frischluft
hindurchbläst oder hindurchsaugt. Diese reißt dann alle durch etwaige Undichtigkeiten
ausströmende Kohlensäure mit.
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Die beschriebenen Maßnahmen zur Befreiung des Konservierungsraumes
von seinem Kohlensäureinhalt werden bei kleinen Konservierungsräumen, wie z.B. bei
der in Fig. 6 dargestellten Konservierüngstruhe, überflüssig. Denn Kohlensäure ist
nicht giftig, sondern ruft nur bei reichlicher Einatmung Erstickungserscheinungen
hervor.
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Die in Fig.6 dargestellte Truhe sei beispielsweise für den Transport
von Flaschenmilch von der Molkerei zum Milchgeschäft bestimmt. Um- auch die im Druckgefäß
durch Verdampfung von Kohlensäure entstehende Kälteleistung mit auszunutzen, ist
die Stahlflasche 66 mittels der Schelle 67 in einem Winkel der Truhe 65befestigt.
Sie trägt ein aufgeschraubtes Kopfstück, welches einerseits das thermisch geregelte,
-etwa nach Fig. 3 ausgebildete Entspannungsventil 68, andererseits ein gefedertes
Absperrückschlagventil umfaßt, das sich beim Niederdrücken des Knopfes 69@ öffnet.
Hebt man den Deckel po der Truhe 65 in der Bargestellen Weise hoch, so schließt
sich dieses Rückschlagventil automatisch. Schließt man dagegen den Deckel 70, so
drückt er den Knopf 69 herab, so daß die Kohlensäure nun dem Entspannungsventil
68 zufließt und von diesem in thermisch geregeltem Maße in die geschlossene Truhe
65 abgeblasen und über das Konservierungsgut versprüht wird. Die verdrängte Luft
wird hierbei über den Kanal 71 herausgedrückt.
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Für Kühlschränke bietet die Erfindung den besonderen Vorteil, däß
sich auf den Wänden des-Schrankes kein Reif und auf den Wären kein Beschlag bildet,
da die Kohlensäure gleichzeitig mit der Luft auch den Wasserdampf zum überwiegenden
Teil aus dem Konservierungsraum verdrängt. Um.- diesen Vorteil auch bei Benutzung
eines Tiefkülabteiles aufrechtzuerhalten, empfiehlt es sich, innerhalb des in Fig.
7 dargestellten Kühlschrankes 75 das Tiefkühlabteil 76 durch wärmeisolierende
Wandungen 7.7, und eine gesonderte (nicht gezeichnete) Tür von dem normalen Konservierungsräum
78 abzutrennen.- Das thermisch geregelte und mittels der Leitung 79 an die (nicht
gezeichnete) Kohlensäureflasche angeschlossene Entspannürigsventil &o möge etwa
nach Art von Fig.2 öder 3 ausgebildet sein. Es liegt im Tiefkühlabteil 76, welches
die Eiswürfelwanne 8!i enthält. Die aus dem Tiefkühlabteil 76 verdrängte Luft strömt
über den Kanal 8&a: in den Konservierungsraum 78 über. Am Böden -des Tiefkühlabteiles
7:6 ist für den Abfluß der kalten Kohlensäure ein Siphon 93. vorgesehen, welcher
unten von einer Klappe 8@4 verschlossen wird, deren Stellung von einem zusätzlichen
thermischen Steuerglied &5; geregelt wird. Die von der einströmenden Kohlensäure
aus dem Konservierungsraum 7& verdrängte Luft-verläßt.diesen Raum über,den Abzugskanal
86,
der @durch ein Trennblech 87 gegen d,ie Mündung des Kanals 82
abgeschirmt ist. Das thermische Steuerglied des Entspannungsventils 8o sei beispielsweise
so eingestellt, daß es die Raumtemperatur -des Tiefkühlabteiles 76 auf -6° C einregelt,
während das zusätzliche thermische Steuerglied 85 die Klappe 8,. erst dann öffnet,
wenn die Raumtemperatur des Konservierungsraumes 78 den Wert von -f- 4° C überschreitet.
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Die Wirkungsweise ist dann folgende: Beim Anschließen der Druckflasche
bläst zunächst das Entspannungsventil &o so lange Kohlensäure ab, bis aus dem
Tiefkühlabteil 76 alle Luft verdrängt und dort die Raumtemperatur auf -6° C abgesunken
ist. Gleichzeitig fließt ein Teil der sich am Boden des Tiefkühlabteiles 76 sammelnden
kalten Kohlensäure über den Siphon 83 und die geöffnete Klappe 84 in den Konservierungsraum
78 ab, bis dessen Temperatur auf -E- 4° C abgesunken ist und die Klappe 84. sich
daher schließt. Im weiteren Verlauf öffnet sich die Klappe84 jeweils, sobald die
Temperatur im Konservierungsraum 78 den Grenzwert von +4'C übersteigt. Dieser wird
dann durch kalte, aus dem Tiefkühlabteil76 abströmende Kohlensäure wieder heruntergekühlt,
während gleichzeitig Luft oder Kohlensäure von etwa -f- 4 bis -I- 6° C über den
Kanal 82 von oben in das Tiefkühlabteil 76 nachströmt. Sobald durch diese
Kälteentnahme die Temperatur im Tiefkühlabteil 76 über - 6° C ansteigt, öffnet sich
das Entspannungsventil 8o und liefert den fehlenden Kältebedarf nach. Durch die
Zusammenwirkung des thermisch geregelten Entspannungsventils &o und der getrennt
thermisch geregelten Klappe 84 werden also die beiden gegeneinander wärmeisolierten
Abteile 76 und 78 auf konstanten, aber voneinander verschiedenen Temperaturen gehalten.
Dabei wird der Kälteübergang vom Tiefkühlabteil 76 zum Konservierungsraum 78 praktisch
ausschließlich durch den beschriebenen Gasaustausch herbeigeführt, während der Kälteübergang
durch die Wandungen 77 vernachlässigt werden kann. Um dem Entspannungsventil'&o
auch dann flüssige Kohlensäure zuzuführen, wenn die Außentemperatur über der kritischen
Temperatur liegt, ist die Leitung 79 schlangenförmig an der Wand des Tiefkühlabteiles
76 entlang geführt.
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Auch bei Kühlschränken sieht man zweckmäßig vor dem thermisch gesteuerten
Entspannungsventil 8o ein Absperrventil in der Kohlensäurezuleitung 79 vor, welches
sich nach dem Vorbild von Fig. 6 (Knopf 69) automatisch schließt, sobald man die
Schranktür öffnet, und welches erst dann wieder geöffnet wird, wenn man die Schranktür
schließt.
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Bei Haushaltskühlschränken der erfindungsgemäßen Art ist es wichtig,
daß man die verfügbare Kühlmittelreserve jederzeit übersieht, um die Auswechslung
der Kohlensäureflaschen rechtzeitig veranlassen zu können. Zu diesem Zweck kann
die Druckflasche unter Zwischenschaltung eines biegsamen Leitungsstückes an das
Entspannungsventil angeschlossen und in einer als Waage ausgebildeten Aufhängung
angeordnet werden, welche mit einem Anzeigsystem zur Überwachung des abnehmenden
Flaschengewichtes ausgerüstet ist. Eine solche Anordnung zeigt Fig.8 in Seitenansicht.
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Der Kühlschrank 9.o trägt auf der Rückseite die Winkeleisen 9i, 92,
an welche über Zwischenhebel 93, 94 die Strebe 9,5. angelenkt ist. Diese trägt die
Plattform 96, auf der die Stahlflasche 97 also in einer vertikal beweglichen Parallelführung
ruht. Ein abgewinkelter Lappen 98 des Zwischenhebels 93 überträgt die Last der Stahlflasche
97 auf die Waagenfeder 99, welche sich nach Maßgabe des Belastungsgewichtes durchbiegt.
Dabei kann das -Maß der Federbelastung an dem Zeiger io,oi abgelesen werden, der
vor einer Skala ioi schwingt, denn auf seiner Welle sitzt ein Ritzel, welches mit
dem am Zwischenhebel 94 befestigten Zähnrad iotz im Eingriff steht. Ist der Zeiger
iao mit Friktion auf seiner Welle befestigt, so kann man ihn jeweils nach dem Einsetzen
einer neuen Flasche auf den Wert Eins der Skala ioi einstellen. Er wandert dann
mit zunehmender Entleerung der Stahlflasche 97 allmählich bis auf Null zurück.
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Das Flaschenventil 97a ist mit dem Anschlußrohr io3 des Kühlschrankes
9o über eine biegsame Druckleitung io4: verbunden. Neben der auswechselbaren Flasche
97 sieht man zweckmäßig noch einen kleinen (nicht gezeichneten) Reservetank vor,
der sich über einen Mehrwegehahn wahlweise aus der Flasche 97 mit flüssiger Kohlensäure
auffüllen sowie an Stelle der Flasche 97 mit dem Anschlußrohr io3 verbinden läßt.
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Ein noch einfacheres Mittel zur Überwachung der Kältemittelreserve
zeigt Fig. 9. Auf die Stahlflasche 5a ist außen ein Farbstrich 1051 aufgetragen,
der von oben nach unten verläuft und aus einem temperaturempfindlichen Farbstoff
besteht, dessen Umschlagtemperatur bei etwa io bis 15P C liegt. Sobald man über
das Entspannungsventil flüssige Kohlensäure abbläst, so daß der Flüssigkeitsspiegel
a-b innerhalb der Stahlfasche 5a abys,inkt, verdampft auch innerhalb dieser Flasche
eine kleine Menge Kohlensäure und kühlt den Gasraum, der über dem Flüssigkeitsspiegel
a-b liegt, auf etwa +8'> C ab. Es tritt dann am Farbstreifen 10151 ein Farbumschlag
ein, der die Lage des Niveaus a-b von außen her recht gut erkennbar macht.
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Die Kühlung von Nahrungs- und Genußmitteln durch Kohlensäureschnee
ist an sich natürlich schon bekannt. Man hat sie bisher meist unter Benutzung von
Würfeln aus gepreßtem Kohlensäureschnee durchgeführt, welche unter dem Namen Trockeneis
fabrikatorisch hergestellt, auf dem Wege eines Schnelldienstes an den Verbraucher
geliefert und von diesem an Stelle von Stangeneis in den Eisschrank eingesetzt wurden.
Hierbei blieb jedoch ein hoher Transportverlust (4o bis 6o9/o) unvermeidbar und
waren überdies jeweils Spezialmaßnahmen notwendig, um die Entstehung von unerwünscht
tiefen Temperaturen im Konservierungsraum zu vermeiden, da Kohlensäureschnee eine
Temperatur von etwa - 78'° C hat. Alle diese Nachteile werden nach der Erfindung
dadurch beseitigt, daß man den Herstellungsvorgang des
Kohlensäureschnees
in den Konservierungsraum selbst verlegt und das hierbei abfallende kalte Kohlensäuregas
zur Konservierung mit heranzieht.