DE89256C - - Google Patents
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- A01M—CATCHING, TRAPPING OR SCARING OF ANIMALS; APPARATUS FOR THE DESTRUCTION OF NOXIOUS ANIMALS OR NOXIOUS PLANTS
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Vertilgen der Reblaus und anderer
thierischer oder pflanzlicher Schädlinge. Das Verfahren besteht im wesentlichen darin, dafs
ein elektrischer Strom durch die Pflanzen geleitet wird; dieser Strom kann ein Wechsel-,
Phasen- oder Gleichstrom sein und hat die Wirkung, dafs er, wenn er auch nur kurze
Zeit (etwa 3 bis 6 Mal je eine Stunde lang pro Saison) durch die Pflanze hindurchgeleitet
wird, Mikroben und sonstige Schädlinge, welche an der Pflanze, sei es Stengel, Blätter, Früchte
oder Wurzeln, sich befinden, vernichtet. Von ganz hervorragend technischer Bedeutung aber
wird das neue Verfahren dadurch, dafs es erfahrungsgemäfs ermöglicht, die Reblaus radical
zu vernichten. So ergaben Versuche, dafs Weinstöcke, welche schon zwei Jahre lang von
der Reblaus befallen waren, nach der Behandlung nach vorliegendem Verfahren nicht nur
vollständig wieder auflebten, sondern auch auffallend ertragreich wurden.
Als Stromquelle kann jeder Elektricitätserzeuger dienen.
Bei der Ausführung des Verfahrens verfährt man beispielsweise wie folgt:
Man verwendet, sofern man ca. 10 Pflanzen gleichzeitig behandeln will, eine-Batterie aus 50
hinter einander· geschalteten Elementen. Der eine Pol der Elektricitätsquelle wird mit einer
Eisenstange verbunden, welche an passender Stelle ι bis 2 m tief, je nach der Feuchtigkeit
des Erdreichs, in die Erde geschlagen wird. Mit dem anderen Pol sind die nach den einzelnen Pflanzen führenden Drähte verbunden;
diese Drähte sind an ihren Enden blank gemacht und führen in die saftführende Schicht der Pflanzen, etwa 30 bis 50 cm vom
Erdboden entfernt. Der elektrische Strom nimmt alsdann seinen Weg vom Pol der Batterie durch die isolirte Leitung zur saftführenden
Schicht des Pflanzenstockes, von hier zu den Wurzeln und tritt von hier aus in das Erdreich, durch welches er zur Eisenstange
und durch die blanke Leitung zum Pol der Batterie gelangt. Der Strom ist somit geschlossen
und kann die beabsichtigte Wirkung auf die Pflanzen ausüben. Nach Verlauf von etwa einer Stunde wird die Leitung von den
•Pflanzenstöcken entfernt und der Stromkreis dadurch geöffnet.
Zweckmäfsig ist es, eine gewisse Anzahl Pflanzen, etwa zehn Stück, gleichzeitig zu
elektrisiren. Man steckt dazu passende Nadeln in den Pflanzenschaft, verbindet das Ende jeder
Nadel durch Klemmschrauben mit einem entsprechend langen isolirten Draht und reiht
sämmtliche Drähte an das Ende der Hauptleitung, wie es in beiliegender Zeichnung angegeben
ist. Wenn der Pflanzenschaft nicht holzig, sondern äufserlich bereits saftreich ist,
kann man, anstatt die Nadeln zu benutzen, die blanken Drahtenden um den Schaft wickeln.
Will man durchweg blanken Draht für die kürzeren Leitungen verwenden, so mufs genau
darauf geachtet werden, dafs sie unterwegs mit anderen Gegenständen nicht in Berührung
kommen, weil der Strom sonst abgeleitet werden würde und keine Wirkung auf die Pflanzen
ausüben könnte; auch könnte die Stromquelle Schaden leiden. Für die Wirkung des Stromes
ist es gleichgültig, ob die Eisenstange sich in
gröfserer oder geringerer Entfernung von den Pflanzen befindet. Steht die Stange in sehr
trockenem Erdreich, so wird im Umkreis von ca. ι m um die Stange herum eine Vertiefung
hergestellt und diese etwa eine Stunde vor Benutzung des Apparates mit Wasser gefüllt.
Der Gedanke, die Reblaus durch Elektricität zu tödten, ist nicht neu, sondern bereits von
Spencnew geäufsert. Neu ist dagegen die Art und Weise, wie hier die Reblaus und sonstige Schädlinge durch die Elektricität getödtet
werden.
Man versuchte nämlich bisher, die Pflanzen mittelst hochgespannter Elektricität, meist atmosphärischer
Elektricität in der Weise zu behandeln, dafs man die elektrischen Funken auf die Schädlinge einwirken lassen wollte.
Wollmy hat Zink- und Kupferplatten in die Erde gelegt und den Strom von einer Platte
zur anderen geleitet. Es ist klar, dafs bei einer derartigen Behandlungsweise der elektrische
Strom nur durch die Erde hindurchfliefst, während er an den den gröfseren Widerstand
bietenden Wurzeln vorbeifliefst und sie unbeeinflufst läfst. Auch hat man versucht, das
Wachsthum mittelst der Eelektricität zu befördern, ohne jedoch positive Resultate erzeugt
zu haben. Es wurde, nach den Berichten des physikalischen Laboratoriums der Universität
Helsingfors eine Elektrisirmaschine benutzt, deren einer Pol an die Pflanzen und deren
anderer Pol an einen durch die Luft von der Pflanze getrennten Conductor gelegt war. Bei
einer derartigen Anordnung hat die Elektricität auf die Förderung des Pflanzenwachsthums
überhaupt keinen Einflufs und die sehr hoch gespannte Elektricität scheint den Blättern und
Stengeln der Pflanzen eher geschadet als genutzt zu haben. Die atmosphärische Elektricität
und die durch die Elektrisirmaschine erzeugte besitzt übrigens eine viel zu hohe
Spannung und zu geringe Insensität, um den gewünschten Effect zu erzeugen. Aufserdem
ist eine technische Verwendung dieser Verfahren aus rein praktischen Gründen unmöglich.
Sofern man mit elektrischen Strömen operirte (Scientific American), leitete man den
Strom durch den über der Erde stehenden Theil der Pflanzen und nicht durch die
Wurzeln; es wurde dann immer der eine Pol an den untersten Theil des Stammes gelegt,
während der andere Pol an einen weiter oben liegenden Theil desselben gelegt wurde. Es
ist bei einer solchen Anordnung ohne Weiteres klar, dafs die Elektricität gar nicht auf die
Wurzeln einwirkt.
Nach dem vorliegenden Verfahren jedoch, bei welchem der eine Pol einer Elektricitätsquelle
an eine Erdplatte gelegt wird und der andere Pol an die Pflanze oberhalb der Erde,
mufs die Elektricität gleichmäfsig durch sämmtliche Wurzeln hindurchgehen und wird innerhalb
der Erde aus der Pflanze heraus durch die feinsten Würzelchen in das Erdreich eintreten;
hierauf beruht der neue technische Effect vorliegender Erfindung.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren zum Vertilgen der Reblaus und anderer thierischer oder pflanzlicher Schädlinge mittels Elektricität, dadurch gekennzeichnet, dafs man den einen Pol einer Elektricitätsquelle mit der Erde und den anderen durch Einstechen einer Nadel oder Anlegen eines blanken Drahtes mit der saftführenden Schicht der Pflanze verbindet.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE89256C true DE89256C (de) |
Family
ID=361085
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT89256D Active DE89256C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE89256C (de) |
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